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Messnetzgestaltung !

Das amtliche Lysimetermessnetz von Baden-Württemberg wird seit 1963 betrieben. Es umfasste im Jahr 1982 bis zu 137 Messstellen (Niederschlag und Sickerwasserrate) in den wesentlichen Lockergesteinsbereichen des Iller-RißGebiets, des Singener Beckens und insbesondere des Oberrheingrabens.

Lysimeter

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Das Messnetz wurde in den Jahren 1996/97 überprüft und auf insgesamt 35 Standorte reduziert. Gründe für die Anlagenstilllegungen waren überwiegend technische Defekte, die im Laufe der Betriebszeit allmählich zu auffälligen bzw. unplausiblen Sickerwassermengen geführt hatten. Die Lysimeteranlagen befinden sich im Regelfall auf Wasserwerksgelände und werden von den dortigen Bediensteten betreut.

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Grundlage: © LGL BW, RIPS

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Das Lysimetermessnetz von Baden-Württemberg

Messergebnisse am wägbaren Lysimeter Büchig

Messnetzziele

Die in Baden-Württemberg durchgeführten Lysimetermessungen erfolgen punktuell nach rein gewässerkundlichen Gesichtspunkten zur Gewinnung von Hintergrunddaten. Die Überwachungsziele können wie folgt spezifiziert werden:

Wägbare Lysimeter bieten weitergehende Auswertemöglichkeiten gegenüber Standardlysimetern nach FriedrichFranzen. Die kontinuierliche Aufzeichnung des Lysimetergewichts ermöglicht beispielsweise Rückschlüsse auf die Entwicklung des Bodenwassergehalts, womit auch Aussagen über die tatsächliche Verdunstung getroffen werden können.

 Frühindikation von Veränderungen der Grund-

wassermenge und der Grundwasserbeschaffenheit im Lockergestein  Direkte Messung der Grundwasserneubildung als Vergleichsgröße für Verfahren zur regionalen Berechnung der Sickerwasserrate bzw. der Grund wasserneubildung aus Niederschlag (Bodenwasser haushaltsmodell GWN-BW)

48 30 Jahre Monitoring

© LUBW

Außerdem sind aufgrund ihrer größeren Auffangfläche (3,14 m²) die störenden Rand- und Oaseneffekte geringer als bei den Kleinlysimetern (1 m²) nach Friedrich-Franzen. Die Erfassung der unterschiedlichen Messparameter lässt auf die Entwicklung des Bodenwassergehalts und der Sickerwasserverhältnisse vor dem Hintergrund der aktuellen Wetterverhältnisse schließen. Die gewonnenen Informationen sind auf andere Standorte Baden-Württembergs zwar nicht unmittelbar übertragbar, liefern jedoch Hinweise für die Interpretation der Grundwasserneubildung aus Niederschlägen in den anderen Lockergesteinsaquiferen des Landes.

LUBW 30 Jahre Grundwassermonitoring  
LUBW 30 Jahre Grundwassermonitoring  
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