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20.02.2012

IfG.CC – The Potsdam eGovernment  Competence Center 

Vom Kirchturmdenken zur Kooperation und zurück – Territorialität im E-GovernmentZeitalter?

Prof. Dr. Tino Schuppan 20. Februar 2012

IfG.CC - The Potsdam eGovernment Competence Center

Problemstellung: Territorialität – Ausgangspunkt für die Transformation  Territorialität als staats- und verwaltungsorganisatorisches Basisprinzip  Daran gekoppelt sind weitere Prinzipien: föderale Arbeitsteilung, Zuständigkeiten, Selbstverwaltung, etc.  IT hat raumüberbrückenden Charakter Potenziale von E-Government kollidieren mit Territorialität.

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20.02.2012

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Territorialität im E-GovernmentZeitalter

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Vernetztes E-Government Dimensionen von Territorialität Fallbeispiel Kfz-Zulassung Rekonfiguration von Territorialität Radikal gefragt: Brauchen wir noch staatliche Untergliederungen?

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Vernetztes E-Government Bei vernetztem E-Government handelt es sich um ein sozio-technisches Netzwerk, an dem mehr als zwei Akteure beteiligt sind, die organisations- und/oder sektorübergreifend auf Basis neuer Arbeitsteilung zusammenarbeiten, um effizienter und effektiver öffentliche Leistungen zu erbringen. Merkmale:  IT-ermöglicht und Standardisierung  Prozessorganisation und Modularisierung  Neue Governance-Mechanismen, mehr horizontal Davenport 1995; Agranoff 2003; Picot/Reichwald/Wigand 2008.

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Vernetzungsvarianten, die klassische Verwaltungsprinzipien herausfordern

 Shared Service Center

Service Center Virtuelle Poststelle

Service Center Personal

Gemeinde

Service Center Finanzen

Gemeinde

Gemeinde

 One Stop Government  Bürger als Verwaltungshelfer  No Stop Government

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Vision: Einsparungen durch SSC im Personalbereich  Annahme: ca. 20 Prozent (Personalkosten-) Einsparungen möglich  5 SSC/Flächenland, 1 SSC/Stadtstaat Kosten/Mitarbeiter:

ca. 150 Euro monatlich 4,5 Mio. Beschäftigte  ca. 1,6 Mrd. Euro/Jahr Einsparungen Einführungskosten/SSC 2 Mio. Euro Gesamtausgaben 136 Mio. Euro  ca. 1,4 Mrd. Euro/Jahr Einsparungen

Vernetzung fordert Territorialität heraus!

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Dimensionen von Territorialität  Organisatorisch: Gebietsorganisation Region 1

Region 2

 Politisch: Verantwortung  Funktional: Handlungsbezug  Symbolisch: Sinnbezug  Rechtlich: Zuständigkeit

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Beispiel: Kfz-Zulassungswesen  Organisatorisch: 5 Ebenen beteiligt, mit parallelen Strukturen mit Mindestgrößen  Politisch: wenig Legitimationserfordernis auf örtlicher Ebene  Symbolisch: hoch, Kennzeichen  Funktional: Übergabe von Dokumenten, Kennzeichen  Rechtlich: Bund, Land, übertragener Wirkungskreis

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Vision 2020 für Kfz-Zulassungsprozesse Dateneingabe bzw. -übernahme

Kfz-Portal/ Infrastruktur Abgleich/Änderung Registereinträge

Lokale FahrzeugLokale register FahrzeugLokale register Fahrzeugregister

Melderegister

HURegister

Zentrales Fahrzeugregister

ZB IIRegister

Änderung des Kennzeichens

Unternehmensregister

ZB IRegister

Zentrales KfzSteuer-Register

eVBNummer

HH–XX 2012 2012 M–XX B–MI

Register

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Territorialität neu denken?!  Territorialisierung durch Visualisierung, Vernetzung mit Dezentralisierung von FO-Funktion  De-Territorialisierung durch Shared Services für Prozessteile ohne bzw. mit geringem lokalen Verantwortungs- und funktionalen Handlungsbezug  Aber: Weiterhin auch Leistungen, die physische Präsenz erfordern (Pflege, Müllabfuhr); deren Steuerungsprozesse können de-territorialisiert werden

Neukonfiguration statt Abschaffung des Territorialitätsprinzips!!

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Strukturelle Implikationen – Oder: die Kirche besser im Dorf lassen?  Selbstverwaltung = Organisationshoheit?  Staatlicher „Roll-back“ nicht ortsbezogener Prozessteile, Informationsbestände u. Infrastrukturen  Jedoch: Abschaffung staatlicher Untergliederungen nicht in Sicht, aber ggf. können „Zwischenebenen rausfliegen“  Dennoch: Gebietszusammenschlüsse weniger notwendig und neue Gesichtspunkte für Standortwahl  Aber: Territorialität bestimmt Denken und Handeln, hohe Identifikation mit Raum, weiterhin: „Karriere wird in Strukturen, nicht in Netzen gemacht.“

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Strategische Neuausrichtung des Staates wird gegenwärtig im Projekt “Stein-Hardenberg 2.0” am IfG.CC erforscht Prof. Dr. Tino Schuppan schuppan@ifg.cc IfG.CC – The Potsdam eGovernment Competence Center Am Neuen Markt, 14467 Potsdam eMail: office@ifg.cc, Web: www.ifg.cc

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Impulsreferat von Prof. Dr. Tino Schuppan am 20.02.2012