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40 | PULSTREIBER MAG Frühjahr 2017

REISEN

gegrillt. Am nächsten Morgen nahmen uns die Arbeiter für eine Farmrundfahrt mit. Wir trieben die Schafe hinaus auf die Koppeln, erfuhren, dass die Farm sich heute vor allem auf die Schaf- und Rinderzucht spezialisierte und stahlen dem ausbrütendem Straußenpärchen ein Ei für das anschließende Frühstück. Noch ein Sprung in den Hauspool, bevor wir zu unserem nächsten Ziel aufbrachen.

AT REISEN GmbH - Erlebnisse Weltweit! Helenenstraße 14 - 04279 Leipzig www.at-reisen.de Wir fuhren weiter an der Westküste der Halbinsel entlang. Schließlich erreichen wir den Chapman‘s Peak Drive. Der etwa 10 km lange Abschnitt zwischen Noordhoek und Hout Bay zählt zu den schönsten Panoramastraßen des Landes. Nun zahlte sich aus, dass wir die Halbinsel im Uhrzeigersinn befuhren. In Südafrika herrscht Linksverkehr und so hatten wir nicht nur die Haltebuchten in Fahrtrichtung, sondern konnten gegen Ende des Tages am Chapman’s Peak einen fantastichen Sonnenuntergang genießen. Ein absolutes Muss bei einem längeren Aufenthalt in Kapstadt ist ein Besuch der Botanischen Gärten von Kirstenbosch. Ursprünglich von Cecil Rhodes zum Schutz der einheimischen Vegetation angelegt, ist es eine Oase der Erholung im quirligen Kapstadt. Wir schlenderten durch die verschiedenen Themengärten, folgten dem Pfad durch die Baumwipfel und machten ein Nickerchen auf den einladenden Wiesen. Den Tag ließen wir am Blouberg Strand etwas nördlich von Kapstadt ausklingen. Hier hat man nicht nur einen wunderschönen Blick auf den Tafelberg und das zu Fuße liegende Kapstadt, es lassen sich auch zahlreiche Windund Kitesurfer beobachten, die hier beste Bedingungen für waghalsige Sprünge vorfinden. Mit unserem Mietwagen fuhren wir am nächsten Tag raus aus der Stadt. Das kleine Städtchen Hermanus macht regelmäßig zwischen Juni und November auf sich aufmerksam, denn dann kann man die in die warmen subtropischen Gewässer vorbeiziehenden Wale beobachten. Wir fuhren weiter. Es ging zum Cape Agulhas. Das Kap ist weitaus weniger frequentiert als das Kap der Guten Hoffnung, dafür aber der wahre südlichste Punkt des Kontinents. Der Markierungspunkt ist unspektakulär. Faszinierend jedoch die Vorstellung beim Blick aufs Meer, dass hinter einem ganz Afrika liegt und vor einem gleich zwei gewaltige Ozeane aufeinander treffen: der Atlantik und der Indik. Die Fahrt zurück ins Landesinnere führte durch die Overberg Region, vorbei an Farmland und riesigen Rinderherden. Nahe Heidelberg erreichten wir unsere Unterkunft, eine Gästefarm, völlig abgelegen mitten im Nirgendwo. Unsere Gastgeber empfingen uns sehr herzlich. Die Köchin verwöhnte uns mit den köstlichsten Gerichten. Allen voran das saftig zarte Straußensteak, frisch für uns im offenen Hauskamin

Über den Tradouw Pass, entlang der Route 62 ging es durch die Halbwüste der Karoo in die Straußenstadt Oudtshoorn. Ihre Blütezeit erlebte die Stadt in den 1920er Jahren. Viele Häuser der damaligen »Straußenbarone« sind inzwischen zu schicken Gästehäusern umfunktioniert worden. Den Charme der damaligen Zeit haben sie behalten. Mit unserem Guide Charly, der nebenbei auch Arzt und Pastor ist, hatten wir uns für den nächsten Tag zu einem Ausflug in die Swartberge verabredet. Oben angekommen, blickten wir auf die Ebenen der Kleinen Karoo und der Großen Karoo. Von hier ging es zu Fuß weiter. Wir liefen zu Charlys Berghütte. Bei Biscuit und Kaffee berichtet er uns von seinen Erlebnissen in den Bergen. Später fuhren wir die steile und kurvenreiche Straße auf der anderen Seite der Berge hinab. Unten im Tal erfrischten wir uns am Wasserlauf eines Flusses. Im kleinen Städtchen Prince Albert wurden wir mit lokalen Köstlichkeiten verwöhnt, bevor es über den beeindruckenden Meiringspoort Pass zurück nach Oudtshoorn ging. Nach einer Zwischenübernachtung ließen wir den Addo Park links liegen und fuhren Richtung Osten. Das Städtchen Kentonon-Sea war Ausgangspunkt unserer Safari in einem privaten Game Reserve. Unser Ranger holte uns mit dem Boot ab und wir fuhren den Kariega River hinunter. Die letzten Meter legten wir in einem offenen Toyota Landcruiser zurück. Es dauerte nicht lange, bis wir unsere erste Tiersichtung hatten: ein balzendes Wasserbock-Männchen! In der Lodge angekommen, waren wir überwältigt. Alles war liebevoll gestaltet und geschmackvoll eingerichtet. Der gemeinsame Aufenthaltsraum hielt von gemütlichen Sitzecken bis hin zu einer kleinen Bibliothek alles für uns bereit. Im Außenbereich drangen die Geräusche des Busches und eines kleinen Wasserlaufs zu uns hoch. Der Ausblick war grandios! Die nächsten Tage verbrachten wir mit ausgiebigen Pirschfahrten im riesigen Areal des Game Reserves. Wir sahen eine Vielzahl an Tieren und Vögeln. Nashörner, Giraffen, Büffel, Elefanten, Zebras, Antilopen, Schakale, ja sogar Löwen, teilweise mit ihren Jungen und nicht selten nur ganz wenige Meter von unserem Fahrzeug entfernt. Nach unseren aufregenden Erlebnissen im Busch ging es für uns wieder Richtung Westen. Über Port Elizabeth und den Surfer-Hotspot Jeffreys Bay erreichten wir den Tsitsikamma Nationalpark an der Garden Route. Wie praktisch, dass nach der doch recht langen Autofahrt gleich neben unserer Unterkunft eine der gerade überall im Land aufblühenden Mikrobrauereien lag. Nach dieser wohltuenden Erfrischung spazierten wir zum »Big Tree«, dessen Alter auf 800 Jahre geschätzt wird.

PULSTREIBER Dresden Ausgabe 39 - Frühling 2017  

Frühlings-Ausgabe des Dresdner Sportmagazins PULSTREIBER

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