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18 | PULSTREIBER MAG Frühjahr 2017

INTERVIEW

Wie gehst du bei deinen Stunts mit dem Thema Angst um? Angst ist auf die eine oder andere Weise immer präsent. Es ist nicht die Angst vor Verletzungen, eher die Angst, den Trick unsauber auszuführen oder zu stürzen und somit wieder von vorne anfangen zu

Kurzbiografie Name: Danny MacAskill Geboren: 23. Dezember 1985 in Dunvegan, Isle of Skye (Schottland) Sportart: Bike-Trial Bekannteste Videoproduktionen: Inspired Bicycles (2009), Way Back Home (2010), Industrial Revolutions (2011), Imaginate (2012), Epecuén (2014), The Ridge (2014), Cascadia (2015), Wee Day Out (2016) Management: Rasoulution GmbH Sponsoren: Evoc, Lizard Skins, Continental, POC, Endura, Red Bull, GoPro, Magura, Muc-Off, Lezyne, Five Ten, Santa Cruz, Crank Brothers www.dannymacaskill.co.uk

müssen. Ich höre daher gerne Musik, die ich kenne und die mir gefällt. Wenn dann z.B. der Chorus einsetzt, ist das für mich wie ein Signal, welches mir sagt »los geht’s«. Trotzdem ist es normal, dass ich ein paar Versuche zum Warmmachen brauche, bevor ich wirklich die Aktion durchziehe.

Kopf dafür frei zu bekommen. Was waren deine größten Herausforderungen? Jeder Trick ist eine Herausforderung. Der erste Salto vor Jahren war für mich genauso schwierig wie die weitaus komplizierteren Tricks, die ich jetzt mache. Mit der Schwierigkeit wächst auch meine Erfahrung bzw. mit der Erfahrung wächst auch der Schwierigkeitsgrad.

Danny MacAskill

Diese Stadt wurde von einer Überschwemmung zerstört, verlassen und vergessen. Jetzt ist es eine surreal wirkende Geisterstadt. Ich war mir jedoch bewusst, dass hinter der spektakulären Kulisse eine Tragödie und das Schicksal vieler Menschen, oftmals Familien liegt. Dies wollte ich respektieren und war daher sehr froh darüber, dass ich den Einheimischen Pablo Novak kennenlernte, der hier aufwuchs und immer noch mit seinem alten Fahrrad durch die verlassene Stadt fährt. Pablo war sehr neugierig und interessiert, an dem was wir tun. Er führte uns durch die Ruinenstadt und freute sich darüber, dass wir ihn und das Schicksal von Epecuen in unser Filmprojekt integrierten.

Ist es frustrierend, manche Passagen endlos wiederholen zu müssen? Mich frustrieren weniger die Fehlversuche als mein Zaudern vor einer schwierigen Passage. Musik dient mir dabei nicht nur als Signal, sondern hilft mir auch dabei, mich auf meine Aufgabe zu konzentrieren. Trotzdem braucht es Geduld. In »Wee Day Out« gab es den Sprung auf einen rollenden Heuballen, für den ich rund 100 Versuche gebraucht habe. Auch das Balancieren auf dem schmalen Zaun in »Inspired Bicycles« war eine endlose Angelegenheit, die sich Tage hinzog. Für den gedrehten Salto in dem Video »Imaginate« habe ich vier Tage gebraucht, um meinen

Gibt es Tricks, die vor dir keiner gemacht hat? Wir alle wollen einzigartig in dem sein, was wir tun. Es macht keinen Sinn, Tricks zu absolvieren, die in der Form schon gemacht wurden. In meinem Fall herausragend war der finale Stunt im Video »Cascadia«. Hier habe ich einen Vorwärtssalto von einer Rampe gemacht, von der es die Klippen hinunter 20 Meter ins Meer ging. Normalerweise fährst du ein Trial-Bike. Im Video »The Ridge« sieht man dich jedoch

PULSTREIBER Dresden Ausgabe 39 - Frühling 2017  

Frühlings-Ausgabe des Dresdner Sportmagazins PULSTREIBER

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