Page 1

Nr.

19 CHEMNITZ

Sommer 2016 Kostenfrei zur Mitnahme!

REISEBERICHT

IRLAND WISSEN

FASZIEN MAX LANG

THEMA

Der Steinige Weg nach Rio TRAINING

Hassliebe Klimmzug FAHRBERICHT

POrsche 911 GT3 Cup VEREINS-PORTRAITS

BFV ASCOTA GOLFCLUB CHEMNITZ CHEMNITZER POLIZEISPORTVEREIN


nszeitraum io t k A r e t r e g n Verlä 1.5. – 31.8.2016 it.de ad-zur-arbe -r m e -d it .m w w w

© Bildquelle: zebra WA, S-C0530

Mit dem Rad zur Arbeit 20 Tage radeln – mehrfach gewinnen!

Mitmachen, fit werden und gewinnen! Auch 2016 lohnt es sich wieder, an mindestens 20 Tagen zur Arbeit zu radeln. Der Aktionszeitraum wurde von 3 auf 4 Monate erweitert. Tragen Sie Ihre Radeltage einfach online ein oder senden Sie den Kalender an die AOK PLUS. Sie nehmen so an der Verlosung toller Preise teil. Nähere Infos gibts im Internet und unter Service-Tel. 0800 1059000*. *deutschlandweit kostenfrei und das rund um die Uhr aus allen Netzen Eine Gemeinschaftsaktion von ADFC und AOK PLUS – Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen.


PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

|

3

INHALT

PULSTREIBER #19 / 2016

5

8

5-7 Sportcuts 8-13 Vereins-Portraits 15-20 Produktecke & Handel 21-25 Training 26-27 Wissen 28-31 PS-Welt 32-35 Reisen 36 Ausflugstipp 37-47 Thema 48-49 Termine 50 Impressum

21

28

37

Anzeige


4

| PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

EDITORIAL

G

ier frisst Gehirn. Diese findet man auch im organisierten Sport bestätigt. Da spielt ein Verein über Jahre deutlich zweitklassig (damit meine ich nicht 2. Liga) und Fans, Spieler und Vereinsführung sind glücklich. Eine heile Welt. Doch plötzlich läuft es spielerisch richtig gut und man steht vor den Aufstiegsrängen. Eigentlich wollte man nicht aufsteigen, aber vielleicht und irgendwie könnte es ja doch klappen. Eine höhere Spielklasse bedeutet mehr finanzielle Belastungen, aber auch mehr Möglichkeiten der Vermarktung. Also werden die Ärmel hochgekrempelt und Sponsoren akquiriert. Auch an der Einstellung wird gearbeitet. Man müsse sich professionalisieren, den neuen Bedingungen anpassen, so das neue Credo. Es geht jetzt schließlich nicht mehr nur um den Sport, sondern auch um Geld. In dieser Phase zieht der Verein Opportunisten an, wie der Kuhfladen die Fliegen. Alle wollen „helfen“, also im Rampenlicht stehen, ihr Image aufpolieren und ihr eigenes Business über den Verein vermarkten. So nimmt das Unheil seinen Lauf. Man reitet auf der gemeinsamen, illusorischen Welle des neuen Erfolges. Bald schon wird es ja viel, viel besser aussehen, vielleicht steigt man auch nochmal auf. Neue, teure Spieler werdem eingekauft, Pressekonferenzen abgehalten und den Sponsoren Honig ums Maul geschmiert. Spielerisch läuft es gut, jedoch die Zuschauer ziehen nicht in dem Maße mit, wie erwartet. Irgendwie sind Mannschaft und Verein

Gedanken über Geld & Sport nicht mehr dieselben. Eintrittspreise & Bier sind teurer geworden und als Zuschauer muss man sich allenthalben die Vorstellung neuer Sponsoren und die Selbstbeweihräucherung der Vorstandschaft anhören. So findet lediglich ein Fan-Austausch statt - die alten gehen und werden durch neue ersetzt. Aber Bertram Brieftasche und Erwin Ego träumen weiter. Bis irgendwann die Bombe platzt und der Kassenwart die rote Karte zeigt. Aber so schnell geben die neuen MöchtegernManager nicht auf. Man spiele doch so gut und bei anderen Verein ist doch auch Geld da. Mit dieser Litanei wird die Presse bombardiert und Stadt & lokale Wirtschaft werden um finanzielle Hilfe gebeten. In 50% der Fälle gewinnt der Verein so ein wenig Zeit, aber Geldprobleme lassen sich nun mal nicht mit Geld lösen. Früher oder später ist Schicht im Schacht. Ausgeträumt. Für die Opportunisten ein kleiner Dämpfer, aber mit der gewonnenen Erfahrung und der bestehenden Gier nach Geld und Ansehen geht es bald zum nächsten Club. Der alte Verein steht

vor dem Scherbenhaufen und hat sich von seinen Trainern, Unterstützern und Fans entfremdet. Ein Szenario, welches keineswegs meiner Fantasie entspricht. Und was lernen wir daraus? Ist Geld schlecht? Gott bewahre, nein. Aber wenn es, wie in genannter Story, vergessen lässt, warum wir eigentlich Sport treiben, was unsere wahren Werte sind, dann ist es in der Tat gefährlich. Dies gilt für Mannschaften wie auch Einzelsportler. Noch nie hat der Motivator Geld einen Champion produziert, aber mehr als einmal hat der falsche Umgang mit Geld, Abstürze produziert, die bei einer bescheideneren Geisteshaltung vermeidbar gewesen wären

Stefan Mothes Herausgeber

Anzeige

ERSTBEZUG NACH SANIERUNG NEUE 4- UND 5-RAUM-WOHNUNGEN MIT KAMINANSCHLUSS IN CHEMNITZ

cawg.de

Mehr auf Seite 14


PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

|

5

SPORTCUTS CHEMNITZ

Eiweißbewusster Eisgenuss

Foto: Inside Sportsysteme

I

m Inside Fitshop auf der Salzstraße 2 in Chemnitz gibt es für den Sommer eine Eismischung, welche besonders auf proteinbewusste Sportlerinnen und Sportler zugeschnitten ist. Ähnlich wie ein herkömmliches Eiweißpulver wird die »Protein Ice Cream« mit Wasser verrührt und mit dem Schneebesen, Shaker oder Mixer schaumig geschlagen. Dann geht das Ganze in die Tiefkühltruhe und drei Stunden später hat man eine leckere Eiscreme, die immerhin 28 % Eiweiß (hauptsächlich aus Molkenprotein) enthält. Erhältlich ist es in den Geschmacksrichtungen Zitrone und Roter-Beerenmix als 100g Probierbeutel oder in der 1.250g

Anzeige

Dose. Sportliche Naschkatzen können so ihr Gewissen etwas beruhigen und trotzdem an heißen Tagen ein erfrischendes Eis genießen. Zusammen mit ein paar frischen Obststücken eine durchaus sportliche Leckerei

www.inside-fitshop.com


6

| PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

SPORTCUTS CHEMNITZ

Mein Sport:

Alles auf zwei Rädern Toni Ebersbach

M

Fotos: privat

eine »Bike Zeit« begann mit dem BMX, welches mir meine Eltern zum sechsten Geburtstag geschenkt hatten. Damit zog ich mit meinem besten Freund durchs Dorf und wir kämpften um die längste Bremsspur auf Schotter. Mit 16 wurde mir das zu unspektakulär und ich kaufte mir ein Simson Moped, an dem ich dauernd schraubte. Mit 20 zog es mich wieder aufs Rad, als ich vom »Heavy24« – dem legendären 24-Stunden MTB Rennen – erfuhr. Da mir mein BMX inzwischen zu klein geworden war und ich mein Geld in meine Mopeds investiert hatte, fuhr ich meine ersten Radtouren noch mit einem Penny Markt Rad! Dies ging natürlich nicht lange und so kaufte ich mir endlich ein richtiges Mountainbike, ein »Cube AMS 100«. Für das Heavy24 schloss ich mich, nachdem ich Kay Sittner kennenlernt, seinem Team »Kuota Chemnitz« an,

für das ich immer noch fahre. Nach dem Heavy24 habe ich endgültig Blut geleckt und das Biken machte mir immer mehr Spaß. Neue Freundschaften wuchsen, ich nahm immer mehr an regionalen Wettkämpfen teil und trainierte intensiver. Dabei lernte ich André Lasch und Ronald Kunz kennen und es entwickelte sich schnell eine echte Freundschaft. Natürlich waren die beide fitter und hatten mehr Erfahrungen, aber sie waren nie geizig mit Ratschlägen und halfen mir enorm. Meine Eltern hielten mich allerdings für »bekloppt«, als ich mir dann für rund 5.000 Euro ein High-Tech CarbonRad gekauft habe. Mit diesem bezwang ich viele renommierte Strecken, teilweise auf Touren mit bis zu 190 km und mehr als 4.000 bezwungenen Höhenmetern. Da ich vor dem Heavy24 in diesem Jahr bereits drei Teilnahmen hinter mir hatte, entschloss ich mich, diesmal alleine

zu starten, dies aber mit einer guten Aktion zu verbinden. Ich entschloss mich, meine ehemalige Kindertagesstätte »Rappelkiste« zu unterstützen und so für die schöne Zeit und Kindheit, die ich dort verbringen durfte, Danke zu sagen. Mit der Aktion »Rappelkiste24« organisierte ich Partner, die für jede bewältigte Runde beim Heavy24 Geld spendeten. Den Erlös stiftete ich der Kindertagesstätte für den Erwerb eines Spielgerätes im Außenbereich. Wie man sieht, dreht sich bei mir alles ums Rad. Ich lege jedoch Wert darauf, aus Freude auf dem Bike zu sitzen und nicht nur, um zu trainieren. Ich habe einfach Spaß

und höre auf meinen Körper. Daher finde ich es schade, dass zu reinen Hobby-Rennen immer mehr Profis anreisen und so den eigentlichen Hobbyfahrern das Erlebnis einer guten Platzierung zu nehmen. Da halte ich es lieber mit dem freundschaftlichen Umfeld, welches ich pflege. Da leiht man sich untereinander auch schon mal ein Rennrad, damit der Toni noch ein bisschen für sein eigenes sparen darf, aber trotzdem Rennradtouren fahren kann. Das ist mein Verständnis einer Bike-Gemeinschaft.

www.facebook.com/ rappelkiste24


GelenkzentrumLogo_kompakt.pdf

C

M

Y

CM

MY

CY

CMY

K

1

14.10.15

12:51


8

| PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

VEREINS-PORTRAITS

Chemnitzer Polizeisportverein

Vielfältiger geht es kaum

D

er CPSV ist ein ehrenamtlich geführter Sportverein, der sich dem Breiten-, Kinder- und Jugendsport widmet, aber auch leistungssportlich auftritt. Der Chemnitzer Polizeisportverein ist anerkannter Stützpunktverein im Programm »Integration durch Sport« des Landessportbundes Sachsen. Vier Sektionen (Volleyball, Fechten, Rhythmische Sportgymnastik, Judo) sind vom LSB anerkannte Talentstützpunkte. Der CPSV ist mit ca. 1.400 Mitgliedern der

drittgrößte Sportverein der Stadt. Die fünf stärksten Sektionen mit jeweils über 100 Mitgliedern sind Schwimmen, Fußball, Volleyball, Turnen, Judo und Ju-Jutsu. Fast 50 Prozent der Vereinsmitglieder sind Kinder und Jugendliche, viele davon mit Migrationshintergrund. Der Verein verfügt an der Forststraße über ein Sportgelände mit einer Dreifeld-Halle. Außerdem betreibt der CPSV seit Oktober 2013 an der Kappelbachgasse ein Kampfsportzentrum. Die Judoka nutzen eine Sporthalle an der

Ernst-Wabra-Straße. Seit 2014 widmet sich der Verein im Rahmen des Programms »Starke Kinder im Sport« insbesondere auch dem Kinderschutz.

Der Chemnitzer Polizeisportverein aus leistungssportlicher Sicht Ehemalige hervorragende Bahnradsportler der Sektion Radsport sind Jens Fiedler, Michael Hübner, Carsten Bergemann und Christin Muche. Anfang März sorgte Joachim Eilers bei der Bahnrad-WM für einen Paukenschlag. Er wurde Doppelweltmeister und holte Gold im Zeitfahren und im »Keirin« (eine Sprintdisziplin). Zudem gewann er WM-Bronze im Teamsprint, gemeinsam mit seinem Vereinsgefährten Max Niederlag und dem Erfurter Rene Enders. Auf besondere Erfolge können die Mädchen der Sektion Rhythmische Sportgymnastik verweisen. Sie wurden mehrmals hintereinander Sachsen- und Regionalmeister. Die Turnerinnen wiederum sind mehrfache Sachsen- und Kreismeister. Auch die Judoka gehören seit Jahren zu den erfolgreichsten Sportlern des Vereins. Die zweite Männermannschaft wurde 2014 und


PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

|

9

Angebote im Verein: Aikido, Asiatische Waffenkünste, Fechten, Fußball, Handball, Judo, Ju-Jutsu, Kraftsport, Leichtathletik,

Vereinsfakten

Radsport, Rhythmische

Tel.: 0371 - 415160 www.cpsv.de

2015 verlustpunktfreier Landesmeister. In der Leichtathletik wurde Uwe Friedrich 2013 2x Senioren-Vizeeuropameister (10.000m und Halbmarathon). Außerdem wurde er Deutscher Seniorenmeister über 3.000m und 10.000m. 2014 holte er bei der WM Bronze im 3.000m-Lauf. 2015 wurde er mit der Mannschaft Vizeeuropameister im Crosslauf. Vereinskamerad Wolfgang Thate wurde 2015 zweifacher Seniorenvizeeuropameister. Ein Sportler mit Behinderungen sorgt ebenfalls immer wieder für Schlagzeilen: Hans-Ulrich Prill hat als Rollstuhlsportler an mehreren Paralympics, Welt- und Europameisterschaften teilgenommen und dabei insbesondere im Kugelstoßen, Speerwurf und Diskus vordere Plätze belegen können. Ebenfalls sehr erfolgreich auch die Schwimmer des CPSV, die bisher zahlreiche Gold-, Silber, und Bronzemedaillen beim Schwimmcup in Chemnitz und beim Internationalen Röthelheim Cup gewinnen konnten.

Sportgymnastik, Rollstuhlsport, Schwimmen, Seniorensport, Sportschießen, Sport-Stacking, Turnen, Volleyball

Volleyballs stiegen die »CPSV Volleys« 2015 leider aus der 2. Bundesliga ab. Aktuell steht das Team als Regionalligameister fest, ein Aufstieg in die 3. Liga wäre somit sportlich möglich. Gegenwärtig geht es nur darum, die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Der CPSV ist in Chemnitz der einzige Verein, der in seinem Angebot Fechten und Sport-Stacking hat. Bekanntester Fechter ist Thomas Klein. Der 73-Jährige fechtet seit seinem 13. Lebensjahr und konnte bisher 11 Medaillen

Seit Jahren ein Aushängeschild des Vereins ist die Sektion Volleyball. 2001 stiegen die Volleyball-Damen in die 2. Bundesliga auf und spielten später sogar in der 1. Liga. Nach 14 Jahren höherklassigen Jahren

Anzeige

Reisebüro am Rosenhof www.reiseerlebnis.info

Dein Spezialist für Aktivreisen in Chemnitz! ferien@reiseerlebnis.info

0371 4000 - 61

Reiseerlebnis GmbH · Rosenhof 11 · 09111 Chemnitz

FotoS: CPSV

Chemnitzer Polizeisportverein e.V. Forststraße 9 09130 Chemnitz

bei nationalen- und internationalen Senioren-Meisterschaften holen. Sein größter Erfolg gelang ihm 2005 mit dem WM-Titel im Florett. Im vorigen Jahr gewann er bei der EM Silber. Auch beim SportStacking ist die erfolgreichste Sportlerin eine Seniorin. So wurde Fanija Büchner mit 61 Jahren bei den Weltmeisterschaften 2015 zweifache Weltmeisterin und gewann drei Bronzemedaillen.


10 | PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

Foto: Uwe Barth

VEREINS-PORTRAITS

Auf dem Foto sieht man das aktuelle Nachwuchstalent des Vereins im Bereich Schwimmen: Nico Clemens (2.v.r.). Der Schwimmer mit Fehlbildung der rechten Hand ist gerade am Start über 50m bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft im Schwimmen der Behinderten 2015 in Berlin.

BFV Ascota

Unbehindert Schwimmen

D

er Schwimmsport hat in der Menschheitsgeschichte eine lange Tradition als Freizeitgestaltung und seit den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit, im Jahre 1892, auch als Wettkampfsport. Vor allem für Menschen mit Behinderung ist der Schwimmsport ein wichtiges Element. Gerade weil man

sich im Wasser ohne jegliche Hilfsmittel vorbewegen kann, zieht das nasse Element Menschen mit Handicap geradezu magisch an. Zuerst allein als Freizeitbeschäftigung und vor allem im Rahmen der Rehabilitation genutzt, ist das Schwimmen als Wettkampf mittlerweile auch im Behindertensport eine wichtige Säule.

Foto: Marco Knisse www.parasport-photo.de

Integration mal anders herum

Claudia Lange ist die Trainerin im Leistungssportbereich Schwimmen im Verein.

Auch für den BFV Ascota Chemnitz, einem Verein, in dem behinderte und integrativ auch nichtbehinderte Menschen gemeinsam Sport treiben, ist Wasser das zentrale Element. Die Abkürzung BFV steht hierbei für Behinderten- und Freizeitsport-Verein. Im Jahr 1996 gründete sich der Verein aus der Sektion Versehrtensport des TuS Ascota, mit dem Ziel einer Weiterentwicklung des Behindertensports in Chemnitz. Anfänglich mit gerade einmal 150 Mitgliedern begonnen, hat sich der Verein innerhalb des letzten 20 Jahre hervorragend entwickelt, so dass mittlerweile ca. 400 Mitglieder in verschiedenen Sportgruppen organisiert sind. Unter der Anleitung von lizenzierten Übungsleitern, die zum größten Teil auch lizenzierte Trainer sind, können sich die Mitglieder in und um das Wasser sportlich mit Schwimmen, Wassergymnastik,

Rückengymnastik, Lungensport oder Rollstuhltanz betätigen.

Leistungssport trotz Handicap Eines der wichtigen Standbeine des BFV Ascota stellt der Leistungssport dar. Über viele Jahre hinweg gelang es dem Verein sich im Wettkampfsport in Chemnitz und darüber hinaus einen Namen zu machen. Vornehmlich ist hier natürlich die Sportart Schwimmen für Menschen mit Handicap zu nennen. In langer Tradition hat sich der Verein mit viel Mühe dem Sport mit behinderten Kindern und Jugendlichen gewidmet, mit dem Ziel, Talente für den Leistungssportbereich zu fördern. Dass dies dem Verein wiederholt gelingt, zeigen die starken Ergebnisse seiner Sportler bei nationalen Wettkämpfen und den Internationalen Deutschen Meisterschaften im Schwimmen für Behinderte. Was aus diesen hoffnungsvollen Talenten bei entsprechender Förderung werden kann, bewiesen die bisherigen Teilnahmen mehrerer BFV-Sportler bei Europa- und Weltmeisterschaften bis hin zum größten Sportereignis im Behindertensport, den Paralympics. Die Liste der Teilnahmen führt über Barcelona 1992, Atlanta 1996, Sydney 2000, Athen 2004, Peking 2008


bis zuletzt London 2012. Zu jeden dieser Paralympics konnten Sportler des Vereins durch ihre Erfolge glänzen. Unter anderem warben Namen wie Maria Götze, Swen Michaelis oder Daniel Clausner für den Chemnitzer Behindertensport. Leider wird in Rio 2016 kein Chemnitzer Schwimmer antreten. Der Grund liegt in der immer stärker ausgeprägten Professionalisierung des Behindertensports. Um an der Weltspitze mithalten zu können, bedarf es einer immer größeren Anstrengung von Sportlern, Trainern und auch des Vereins im Hintergrund. Diesen Aufwand in Balance mit der schulischen und beruflichen Entwicklung zu halten, wird gerade für Sportler mit Handicap immer komplizierter. Für den Verein selbst wird es zudem immer schwieriger, in Zeiten der Inklusion behinderten Kinder- und Jugendliche zu finden und für Behindertensport zu begeistern. Diesen Herausforderungen versucht der Verein bestmöglich Rechnung zu tragen. Derzeit trainieren beim BFV Ascota im leistungssportorientierten Bereich Schwimmen drei Gruppen mit körper-, seh- und geistig behinderten Sportlern. Die verschieden behinderten Sportler schwimmen dabei als integrative Gruppen zusammen mit Nichtbehinderten. Besonderen Ansporn finden die Sportler dabei im jährlich (März) vom Verein ausgerichteten Wettkampf, dem BFVAscota-Schwimmfest.

| 11

»Hotti« ist das Maskottchen der Leistungsschwimmer im Verein. Ursprünglich als Motivationshilfe für die Sportler mit geistiger Behinderung gedacht, entwickelte sich das Plüschschaf zum Erkennungsmerkmal der Chemnitzer Schwimmer bei den Wettkämpfen. Hotti begleitet seit mittlerweile drei Jahren seine Sportler zu Wettkämpfen und Trainingslagern und »dokumentiert« dies auch über seine Facebookseite: www.facebook.com/bfvhotti Abseits des nassen Elements Auch abseits des Wassers hat sich der BFV-Leistungssport, in Form der GoalballMannschaft des BFV Ascota, einen Namen gemacht. In Zusammenarbeit mit dem SFZ Berufsbildungswerk Chemnitz bietet der BFV seit einigen Jahren Goalball als Sportart für Menschen mit Sehbehinderung an. Mittlerweile spielt die Mannschaft in der deutschen Goalball-Bundesliga an vorderster Front mit und schrammte im letzten Jahr nur knapp am oberen Podestplatz vorbei. Bekanntester Chemnitzer Spieler hier ist derzeit Oliver Hörauf, der im Vorjahr mit der

Anzeige

Jugendnationalmannschaft die JuniorenWeltmeisterschaft gewinnen konnte und an seiner Teilnahme für Rio 2016 arbeitet.

Vereinsfakten BFV Ascota Chemnitz e.V. Verein für Reha-, Behinderten- Freizeit, Erholungs-, Breiten- und Leistungssport Mühlenstraße 27 09111 Chemnitz Tel.: 0177 - 2841482 www.bfv-ascota.de

Foto: BFV

PULSTREIBER MAG SOMMER 2016


12 | PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

VEREINS-PORTRAITS

Golfclub Chemnitz e.V.

Golfen für Jedermann D

Fotos: Mike Hillebrand

er Golfclub Chemnitz e.V. ist eine 18-Loch-Golfanlage, die 1997 eröffnet wurde und somit nächstes Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum feiert. Mit Stand Mai 2016 besitzt der Verein 434 Mitglieder,

davon 58 Kinder- und Jugendmitglieder. Die Leistungsentwicklung der Kinder liegt dem Golfclub Chemnitz sehr am Herzen. Daher wird in fünf Trainingsgruppen an vier Tagen in der Woche trainiert. Die

Zielsetzung ist klar: Mit Freude lernen an der frischen Luft, in der Natur und weg vom Smartphone! Am Wochenende geht’s für die Leistungsspieler des Landeskaders zu Turnieren auf Landesebene. Aber auch alle anderen Kinder und Jugendliche spielen regelmäßige Clubturniere mit und messen ihre spielerischen Fähigkeiten auf den vielen Golfbahnen. Die jüngsten Kids im BambiniTraining sind dabei gerade einmal vier Jahre alt. Das Trainerteam des Golfclub Chemnitz ist mit zwei ausgebildeten Lizenztrainern sehr gut aufgestellt und die Kommunikation mit dem Jugendwart funktioniert einwandfrei. Dies ist auch notwendig, wenn man das selbstgesteckte Ziel von 70 Kindern im Training mittelfristig erreichen möchte. Vorurteile, dass Golf nur für Reiche und Rentner ist, kennen natürlich auch die Chemnitzer Golfer. Aber wie so oft, gehen Vorurteile stark an der Wahrheit vorbei. Kinder bis 14 Jahren zahlen in Chemnitz nämlich überhaupt nichts, danach 12,50


PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

| 13

Vereinsfakten Golfclub Chemnitz e.V. Wasserschloss Klaffenbach Wasserschlossweg 6 09123 Chemnitz Tel.: 0371 - 2621840 www.golfclub-chemnitz.de

Euro pro Monat. Studenten liegen bei 25 Euro und selbst erwachsene Golfer landen bei erschwinglichen 69 Euro pro Monat. Im Golfclub Chemnitz kann also jeder spielen und den traditionsreichen Rasensport erlernen. Der Verein fördert in seinem Konzept vor allem junge Golfspieler und auch Studenten sind gerne gesehene Interessenten. Daher bietet der Club in jedem Jahr vier Platzreifekurse nur für Studenten an und diese sind immer gut besucht. In diesem Semester sind es wieder 52 neue Studenten, die den Schläger jeden Tag auf der Anlage schwingen und dem perfekten Abschlag entgegenfiebern. Die Verknüpfung zur TU Chemnitz ist insgesamt schon seit vielen Jahren fest verankert und der Golfsport wird auch seit fünf Jahren an der TU Chemnitz als Wahlpflichtfach als Fach unterrichtet. Golf sollte man nicht nur als Freizeitbeschäftigung, sondern als echten

Sport sehen. Über 400 Muskeln werden bei jedem Schlag beansprucht und ein Einsteiger macht etwa 130 Schläge auf 18 Loch und legt dabei zwölf Kilometer zurück. Dies macht unterm Strich ca. 2.200 Kilokalorien, die verbraucht werden. Konditionelle und koordinative Fähigkeiten werden gefördert und gefordert. Diese gleichmäßige Beanspruchung in der Natur ist perfekt für jedes Alter. Golf kann man von klein an bis ins ganz hohe Alter auf einen sehr guten Niveau spielen, dass gibt’s nur bei sehr wenig Sportarten. Also nicht vergessen: Jeden Sonntag um 11 Uhr finden die regelmäßigen Schnupperkurse statt.


pl

6 ! 01 17 l 2 20 ta ar ang Qu nf 3. g A rt ta zu us Ein Ba nter

ge

a

WIR BAUEN IHREN WUNSCHGRUNDRISS Altenhainer Straße 15 Bei ALLEN Wohnungen IN

z. B.: 5-Raum-Wohnung, ca. 120 m im EG mit eigenem Hausgarten

2

KLUSIVE:

 Kaminanschluss  Kabelfernsehen mit HD ternet  WLAN-Netz mit Highspeed-In ielplatz  Gemeinschaftsgarten mit Sp dern  Fußbodenheizung in den Bä

Die Wohnung im Erdgeschoss erhält einen Hausgarten mit direktem Zugang von der Wohnung.

Große 4- bis 5-RaumWohnungen mit ca. 120 m²

0371 4502-160

cawg.de

Altenhainer Straße

Energieverbrauchskennwert gilt für das gesamte Wohnhaus: 81,00 kWh/(m²*a), inkl. WW, Bj. 1959, Zentralheizung

Projektzeichnung Altenhainer Straße 15, Stand 1. März 2016, Änderungen vorbehalten


PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

| 15

PRODUKTECKE

Bücher

Dumm wie Brot

von Dr. David Perlmutter und Kristin Loberg

D

er Neurologe Dr. David Perlmutter geht in seinem reißerisch aufgemachten Bestseller auf die Gefahren des Konsums kohlehydratreicher Lebensmittel, insbesondere glutenhaltiger Weizenprodukte ein. Alzheimer, Diabetes, Fettleibigkeit, Gefäß- und Herzerkrankungen sind dabei die meist genannten Risiken. Unkritisch betrachtet wirken seine zitierten Studien und Argumente glaubwürdig und bieten wertvolles Wissen. Leider schürt der Amerikaner in seinem Rundumschlag sehr einseitig die Ängste seiner Leser und ignoriert viele anderslautende

Fachmeinungen bzw. biegt sie sich seiner Argumentationskette entsprechend zurecht. Eingestreute Berichte über sensationelle Heilungen durch von ihm empfohlene Nahrungsumstellungen tragen auch nicht zur Glaubwürdigkeit des Buches bei, welches durchaus wertvolle Denkanstöße vermittelt. Auf sehr dünnem Eis bewegen sich die obligatorischen Rezepte am Ende des Buches, die u.a. einen sehr hohen Fleischverzehr (was soll man auch sonst noch essen?) propagieren. Aus ethnischer und medizinischer Sicht kann man hier nur mit dem Kopf schütteln. Am Rande sei

Mit der Wildnis verbunden von Susanne Fischer-Rizzi

D

as Buch »Mit der Wildnis verbunden« wirkt auf den ersten Blick wie ein Bildband, bietet inhaltlich jedoch viel mehr als nur schöne Fotos. In einer authentischen, fast schon kindlichen Begeisterung vermittelt uns die Autorin ihre Faszination an der Natur und all den Möglichkeiten, die sie bietet. Der Funke springt über, da stören auch manch esoterisch anmutende Sprüche und Zitate nicht. Susanne Fischer-Rizzi bietet dem Leser 90 sehr unterschiedliche, inspirierende Übungen für mehr Verständnis zur Natur. Übungen, die es erlauben, Bäume, Pflanzen und Steine als Kraftquelle zu sehen und ihre Schönheit ungefiltert wahrzunehmen. Plötzlich hat man Lust, einen Baum zu umarmen, im Regen zu wandern, in Pfützen zu platschen und den Geruch von Blättern und Tannennadeln aufzusaugen.

Gerade Stadtbewohner, die sich der Natur entfremdet haben, finden in diesem wunderschön illustrierten Buchtitel eine wertvolle Inspirationsquelle. Stefan Mothes Mit der Wildnis verbunden Autor: Susanne Fischer-Rizzi 240 Seiten mit 239 Farbfotos Kosmos Verlag ISBN: 978-3-440-15090-0 Preis: 29,99 Euro

Test

07/2015

Mit der Wildnis verbunden ist ein Buch der ganz besonderen Art und schafft es spielend leicht, Verständnis und Faszination für Flora & Fauna wieder aufleben zu lassen und ins eigene Leben zu integrieren. Unser Testurteil:

erwähnt, dass Dr. Perlmutter selbigen Inhalt in leicht abgewandelter Form jüngst unter dem Titel »Scheißschlau – Wie eine gesunde Darmflora unser Hirn fit hält« noch einmal »zweitverwertet« hat. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Stefan Mothes Dumm wie Brot - Wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört Autoren: Dr. David Perlmutter, Kristin Loberg Mosaik Verlag ISBN: 978-3-442-39257-5 Preis: 14,99 Euro

Test

07/2015

Dumm wie Brot warnt plausibel vor den Folgen einer gesellschaftlich zunehmenden Fehlernährung. Leider ist die Darstellung des Autors sehr einseitig und bietet außer Stoff zum Nachdenken zu wenige Lösungen, die man unbedenklich empfehlen kann. Unser Testurteil:


16 | PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

PRODUKTECKE

Schuhe

Butterweich gedämpft

D

er »Ghost« von Brooks geht nun bereits in die neunte Runde. Und ist immer noch – oder mehr denn je – ein Spitzenschuh, das darf man vorweg nehmen. Auch Verfechter direkterer Laufschuhe werden von der butterweichen Dämpfung hellauf begeistert sein. Dazu trägt die durchgängige Sohle bei, die in allen Bereichen gleichermaßen gut anfedert ist und ein angenehmes Abrollverhalten garantiert, egal ob man Fersen-, Mittelfuß- oder Vorderfußläufer ist. Bereits beim ersten Probelauf hat man bei Brooks‘ Dauerbrenner das Gefühl, diesen Schuh schon Jahre eingelaufen zu haben. Der Ghost ist sicherlich kein hochflexibler Schuh, der dem Fuß in allen Torsionsbewegungen

folgt, aber er ist weit davon entfernt, steif zu sein. Ideales Mittelmaß trifft den Punkt. Im Vergleich zum Vorgänger verfügt der leichtbis mittelschwere Schuh über eine extra Gummierung über der Fußspitze und dem seitlichen Spann, die diesen Bereich verstärkt schützt. Vorbildlich ist das fast nahtfrei verarbeitete MeshObermaterial, welches sehr robust, aber gleichzeitig luftdurchlässig ist und sich perfekt an den Fuß anschmiegt ohne jemals zu drücken. Angenehm auch die dick gepolsterte Zunge, die zusammen mit der guten Schnürung maßgeblich zu

dem sensationellen Tragekomfort beiträgt. Preislich bewegt sich der Ghost 9 zum Glück nicht auf dem Niveau des ebenfalls sehr guten – noch stärker gefederten – »Transcend 3« (170 Euro). 140 Euro sind für den exzellenten Allrounder ein fairer Preis und verleihen dem Ghost 9 insgesamt eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Stefan Mothes

Fotos: Stefan Mothes

Laufschuh »Ghost 9« von Brooks

Preis: 140 Euro www.brooksrunning.com

Test

07/2016

Der neue Ghost 9 von Brooks ist ein Allround-Laufschuh, dessen überragende Passform und Verarbeitung ihm sicherlich eine breite und zufriedene Käuferschaft bescheren wird. Unser Testurteil:

NEWS

Aus dem thüringischen Jena erreichte uns erst kürzlich ein sehr innovatives Produkt: »BIUS1«, das weltweit erste Fahrradpedal, welches Fehlbelastungen im Knie vermeiden und sogar korrigieren kann. Weil der menschliche Knorpel keine Nervenzellen hat und somit Schmerz nicht melden kann, werden ständige Fehlbelastungen oft langzeitig verschleppt. Dies führt zu späteren Gelenkschäden wie z.B. Arthrose. Während andere Pedalen den Beingelenken zweidimensionale Bewegungen »aufzwingen« und dadurch Fehlbelastungen fördern, berücksichtigt die patentierte Mechanik von BIUS1 die Beschaffenheit des menschlichen Kniegelenks als sogenanntes »Dreh-Kipp-Scharnier-Gelenk«. Klassische Pedalen erlauben den dafür notwendigen Spielraum jedoch nicht. Das neuartige BIUIS1Pedal ermöglicht dagegen durch eine Feder-Gleit-Mechanik Radfahren im sogenannten Skating-Modus wie beim Skilang- und Eisschnelllauf. Dieses 3D-Bewegungsmuster bewirkt insbesondere unter sportlicher Belastung eine Gelenkschonung. Die Gelenkflächen können sich reibungsarm aufeinander einstellen. Das Pedal trainiert außerdem zusätzlich zu den Muskeln der Beinvorder- und -rückseite auch die Muskulatur an der Innenund Außenseite des Beins. Preis: 185 Euro www.bioconform.com

Fotos: Stefan Mothes

Fahrradpedal mit Skating-Modus


PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

| 17

PRODUKTECKE

Leichter und schicker Wanderstiefel

M

it dem »Terrex Swift R Mid« hat Adidas einen wirklich guten, knöchelhohen Wanderschuh im Portfolio. Trotz des neongelb-blauen Farbkontrastes sieht der Trekkingstiefel ansprechend aus und wirkt in seiner schlanken Bauweise auch nicht klobig. Durch seine Gore-Tex Membran ist er weitestgehend wetterfest, kommt von der Klimatisierung jedoch nicht an einen echten Lederschuh heran. Mit guten Wandersocken ist der Unterschied jedoch kaum noch spürbar. In punkto Tragekomfort hinterlässt der relativ leichte und gut verarbeitete Schuh einen sehr guten Eindruck, der auch nach längeren Wanderungen bestehen bleibt. Die gut gedämpfte, weiche Sohle des Terrex ist für heimische Gefilde ausreichend griffig und dies auch bei Nässe. Im hochalpinen Bereich fehlt ihr jedoch etwas Steifigkeit und Profilhärte. Dezente Kritik muss man an der

Schnürung üben. Das Schnellschnürsystem ermöglicht zwar ein schnelles Festziehen des Schuhs, aber irgendwie schafft man es nie auf Anhieb, den Schuh so festzuziehen, dass er wirklich perfekt passt. Entweder ist er zu straff, zu locker oder man fühlt einen spürbaren Unterschied zur Straffheit des Schuhs am anderen Fuß. Eine Möglichkeit das Schnürseil zu verstecken (wie bei Salomon) gibt es leider nicht, das Seil wird nur am Vorderfuß fixiert. Da kann es schon mal passieren, dass sich im Wald kleine Äste darin festhaken. Dieser subjektive Mängel sollte jedoch nicht den ansonsten hervorragenden Eindruck dieses modernen Trekkingstiefels trüben. Stefan Mothes Preis: 149,95 Euro (auch in schwarz erhältlich) www.adidas.de

Fotos: PR

Wanderschuh »Terrex Swift R Mid GTX« von Adidas

Test

07/2016

Der Terrex Swift R Mid GTX ist ein leichter, komfortabler und wetterfester Trekkingstiefel für alle denkbaren Outdoor-Aktivitäten. Gewöhnungsbedürftig lediglich sein Schnellschnürsystem. Unser Testurteil:

Treuer Begleiter mit Fußfreiheit Wanderschuh »Wanderer WP« von KEEN

D

ie amerikanische Firma »KEEN« hat sich besonders auf robuste Freizeitund Wanderschuhe spezialisiert. Ein Vertreter für weibliche Kundschaft ist der »Wanderer«. Selbiger ist aus feinem Wildleder und Velourleder verarbeitet. Durch seine »KEEN.DRY Membran« ist er wasserfest. Durch die vorgeformte Ferse und den herabgesetzten Schaft in diesem Bereich sitzt der Wanderer perfekt ohne jemals einengend zu wirken. Im Winter hat dies jedoch den Nachteil, dass schneller Schnee eindringt als bei einem höheren Fersenschaft. Zudem fehlt ihm dadurch in manchen Situationen etwas Stabilität.

Positiv zeigt sich die Schnürung, die den Schuh durch eine umlaufende Lasche auch im Knöchelbereich strafft. Wirklich überzeugend ist die Verarbeitung der Nähte, Verklebungen und Vorderfußummantelung. Diesem Schuh sieht man an, dass er lange ein treuer Begleiter sein möchte. Dazu hat er das Zeug und läuft sich auch dementsprechend. Gibt es da überhaupt etwas zu meckern? Nun ja, für einen Damenschuh ist der bullige Wanderer (getestet in Größe 42) doch sehr klobig und könnte ein klein wenig leichter sein. Dafür bietet er im Vorderfußbereich aber auch sehr viel Platz, läuft sich wirklich sehr, sehr angenehm

und bietet eine Fußklimatisierung, bei der Schweißfüße ein Fremdwort bleiben. Wer schön sein will, muss leiden – wer nicht leiden möchte, kann eben nicht immer schön sein. Wer darüber hinwegsehen kann, hat mit dem Wanderer einen sehr empfehlenswerten Wanderschuh. Nomen est omen. Maria Maiwald Preis: 159,95 Euro www.keenfootwear.com

Test

07/2016

KEEN bietet mit dem Wanderer einen solide verarbeiteten, hochwertigen Wanderschuh, der sich sehr angenehm läuft, nur leider etwas klobig daher kommt und einen Tick leichter sein könnte. Unser Testurteil:


18 | PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

PRODUKTECKE

Laufkleidung

Läufers Liebling

D

as Label »thoni mara« ist in Läuferkreisen eine der beliebtesten Sportmarken aus den neuen Bundesländern. Warum dies so ist, wollte ich selbst herausfinden und freute mich auf das Testmodell der Laufhose »NRG² Mid Tight«. Das Besondere an diesem Modell ist eine leichte Kompression sowie die Verwendung eines selbstentwickelten Gewebes (Fasermix aus Polyamid, Polypropylen und Elasthan), welches sich körpereigene Ferninfrarotstrahlen zu Nutze macht. Ferninfrarotstrahlen, die auch aus der asiatischen Medizin bekannt sind, sagt man vielfältige Einflüsse auf energetische Vorgänge im menschlichen Körper nach. Eine angenehme Wärme und bessere Durchblutung sind vor allem für die läuferische Zielgruppe interessant. Das Ganze klingt zugegeben sehr esoterisch, aber zeugt auch von der Innovation und dem Mut des Herstellers, auch in diesem Bereich zu arbeiten. Obwohl ich mich bestenfalls als Hobbyläufer bezeichnen würde, laufe ich oft und habe auch schon sehr viele Laufhosen probiert. Aufgrund etwas kräftigerer Beine, haben auch Modelle namhafter Hersteller schnell Materialschwäche gezeigt. Aus diesem Grund habe ich mir für den Test der Hose von thoni mara zwei Monate Zeit

gelassen, in denen ich sehr viel gelaufen bin. Bereits der Ersteindruck überzeugte mich, da die Hose eine angenehme, aber nicht zu straffe Kompression aufweist. Dadurch werden die Oberschenkelmuskeln angenehm straff umhüllt und die Hose sitzt, ohne zu rutschen. Verarbeitet ist sie nahezu nahtfrei, kneift nirgends und ist in meinem Fall das erste Modell, bei dem sich bei längerem Laufen der Slip im Schrittbereich nicht verdreht, wodurch man sich früher oder später einen »Wolf« laufen würde. Tragbar ist sie übrigens auch ohne Unterwäsche (wer dies bevorzugen sollte). Gut gefallen hat mir die Idee, die Schnürung hinten anzubringen. Dort stört sie nicht und man kann die Hose genauso schnell straffen. Neben der guten Passform und dem luftdurchlässigen Gewebe hat mich vor allem die Robustheit des Materials überrascht. Auch nach mehr als 200 gelaufenen Kilometern war der Stoff im Bereich der Oberschenkelinnenseite immer noch so gut wie neu und auch sonst war von »Materialermüdung« keine Spur. Dieser Fakt, zusammen mit dem exzellenten Tragekomfort und dem fairen Preis, machen das Modell von thoni mara für mich zu einer absoluten Kaufempfehlung. Erhältlich ist diese Modell übrigens auch als Lang- und ¾-Variante. Stefan Mothes

Fotos: Stefan Mothes, PR

Laufhose »NRG² Mid Tight«

Preis: 49,95 Euro Ein Händlerverzeichnis findet sich auf der Webseite des Herstellers, der seine Produkte nur über den Fachhandel vertreibt. www.thonimara.de

Test

07/2016

Bei der Laufhose NRG² Mid Tight von »thoni mara« stimmt einfach alles. Angenehme Kompression, bestmögliche Verarbeitung und exzellenter Tragekomfort machen diese Hose zu Läufers neuem Liebling. Unser Testurteil: Nachtrag Zusammen mit der Laufhose erreichte uns auch ein neues Triathlonshirt mit dem Namen »SBR Triathlon OA-Shirt«. Das Besondere an diesem, auf Triathleten zugeschnittenen Funktionsshirts ist, dass es von thoni mara Chef Christian Schwab im letzten Jahr beim legendären Roth-Triathlon selbst getestet wurde. Ansonsten weißt es natürlich alle bekannten Qualitätsmerkmal der Marke auf. Das Shirt wird ab Juli 2016 für 64,95 Euro erhältlich sein.

Anzeige

2999€

BADMINTON-NETZ EASY 3M Webcode: 8353449

SUP INFLATABLE XWS 9‘8 ORANGE Webcode: 8362019

49999€ www.decathlon.de

DECATHLON CHEMNITZ · AM ROTEN TURM · STRASSE DER NATIONEN 12 · 09111 CHEMNITZ


PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

| 19

PRODUKTECKE

Sportausrüstung

Zuverlässig und leicht zu bedienen Polar M400 GPS-Laufuhr

Information, zwischen deren Anzeige man per Knopfdruck wechseln kann, je nachdem was gerade wichtig ist. Eine Rundenzeit kann automatisch oder von Hand gemessen werden. Die Auswertung des Training, welche wirklich sehr umfangreich ist, erfolgt über den »Polar Flow Webservice« bzw. die entsprechende App. Hier kann man nach Registrierung seine persönlichen Daten eingeben, ein Trainingstagbuch führen und auch andere Sportarten (über 50 zur Auswahl) erfassen. Über die Uhr selbst lassen sich jedoch nur die Aktivitäten »Laufen«, »Radfahren« und »Sonstige Indoor« bzw. »Sonstige Outdoor« erfassen. Mehr geht nur online, genauso wie die Erstellung eines Trainingsplans, z.B. für den ersten Halbmarathon. Hier werden nicht nur Laufumfänge vorgegeben, sondern auch Krafteinheiten und Mobilitätstraining. Erklärt wird dies über eine jeweilige Videoanleitung. Mit der Pulsuhr lässt sich übrigens auch ein Fitnesstest ausführen, der die Sauerstoffaufnahmekapazität bei maximaler Belastung (VO²max) errechnet und daran auch die persönlichen Herzfrequenz-Zonen ausrichtet.

Fotos: PR, Stefan Mothes

D

ie »M400« von Polar ist eine Sportuhr, die über einen Brustgurt nicht nur die Herzfrequenz messen kann, sondern über GPS auch geographische Daten auswerten kann. Zudem kann sie als Aktivitätstracker dienen und Auskunft darüber geben, in welchem Maße man sich über den Tag hinweg bewegt hat. Hierbei erkennt die Uhr über einen Beschleunigungssensor, ob man steht, liegt oder sich bewegt. Über die Genauigkeit der Werte mag man streiten, effektiv ist diese Funktion jedoch vor allem, um den Träger zu mehr Bewegung zu animieren, um das gesteckte Tagesziel, welches sich aus den persönlichen Angaben des Nutzers (Alter, Gewicht) errechnet, zu erreichen. Im Gegensatz zu alten Pulsuhren braucht es bei der M400 keinen extra Schrittzähler, da der Benutzer über GPS seine Streckenlänge, die überwundenen Höhenmeter und die Geschwindigkeit erfassen kann. Dies funktioniert sehr genau und so gut wie ohne Ausfälle. Nützlich ist die Funktion »Zurück-zum-Start«, die über das Display anzeigt, in welche Richtung man laufen oder radeln muss, falls man sich verlaufen hat. Ansonsten liefert die Uhr während des Trainings alle wichtigen

Die M400 ist wasserfest und gut verarbeitet. Das Armband ist für stärkere Unterarme leider etwas zu steif und kaum lang genug, um es bei kälteren Temperaturen über dem Stoff zu tragen. Beim Trainieren mit Pulsgurt und GPS hält die M400 fast acht Stunden (getestet), nur als Uhr bzw. Aktivitätstracker benutzt, bis zu 24 Tage (Herstellerangabe). Der Speicher für Trainingseinheiten kann rund 30 Stunden mit GPS und Puls festhalten, bevor ein Abgleich über den Webservice via USB erfolgen muss. Dabei wird auch der Akku aufgeladen. Die Bedienung der Uhr ist weitestgehend logisch und leicht zu erfassen, auch die Anpassung an persönlichen Vorlieben ist in ausreichendem Umfang möglich. Stefan Mothes Preis: 199,95 Euro (inkl. Herzfrequenzsensor) www.polar.com Anmerkung: Mittlerweile bieten sehr viele Fachhändler die Uhr bereits deutlich preiswerter an, als von Polar ausgewiesen. Ein Gang zum Sportfachgeschäft lohnt sich also.

Test

07/2016

Die M400 von Polar ist eine sehr zuverlässige und leicht zu bedienende GPS-Pulsuhr, die durch einen günstigen Preis und einen guten Funktionsumfang überzeugt. Unser Testurteil:


20 | PULSTREIBER MAG Sommer 2016

PRODUKTECKE

Futuristische Taucherbrille

W

as es nicht alles gibt. Eine Tauchmaske, die das ganze Gesicht bedeckt und den Schnorchel mit integriert hat – das ist die »Easybreath«. Professionelle Taucher werden sicherlich den Kopf schütteln, für Spaßtaucher jedoch eine überlegenswerte Alternative zur herkömmlichen Taucherbrille. Interessant vor allem für Einsteiger, bei denen ein normaler Schnorchel einen Würgereflex hervorruft. Die Maske ist in vier Größen erhältlich, was sicherlich nicht alle Kopfformen zu 100 Prozent abdeckt, bei uns hat jedoch alles gepasst und die Maske hielt dicht. Für Brillenträger ist die Maske durch das gekrümmte Sichtfeld nicht geeignet. Ansonsten ermöglicht die Konstruktion einen sehr großen Sichtbereich und die Maske beschlägt, ordnungsgemäß angelegt, auch nicht. Der abnehmbare Schnorchel, der sich im oberen Stirnbereich befindet, verfügt über ein Ventil, welches beim Abtauchen dicht macht, damit kein Wasser in die Maske

läuft. Dies funktioniert, wenn auch mit der Einschränkung, dass das Ventil verzögert schließt und auch Wellen Wasser in den Schnorchel spülen können. Das Atmen mit der Maske funktioniert gut. Ein leichter Widerstand ist spürbar, aber nur relevant, wenn man durch schnelleres Schwimmen heftiger atmet. Für normales Schnorcheln kein Problem. Gewöhnungsbedürftig sind lediglich die Geräusche beim Atmen. Kritisch anmerken könnte man, dass sie etwas schwer ist und man beim tiefer tauchen, keinen Druckausgleich durchführen kann, da man ja nicht an die Nase kommt und diese zusammenpressen kann. Die Verarbeitung der Maske ist dem Preis entsprechend gut, allerdings sollte man sie nicht auf hartem Untergrund fallen lassen, da das Plastik schnell Schaden nimmt. Stefan Mothes Preis: 29,99 Euro www.decathlon.de

Test

Fotos: STEFAN BROCK

Schnorchelmaske »Easybreath« von Tribord

07/2016

Die futuristische Easybreath-Maske ist für den Urlaub und gelegentliches Hobbyschnorcheln eine gute Anschaffung. Sie punktet mit ihrem großen Sichtfeld und dem einfachen Atmen durch Mund oder Nase. Unser Testurteil: Anmerkung: Tribord ist eine Eigenmarke des Sportfachhändlers Decathlon. Das Unternehmen war so freundlich, uns zusätzlich zur Schnorchelmaske auch das Tauchset »R‘Gomoove« zuzusenden. Für den Schnäppchenpreis von 27,99 Euro bekommt man hier eine Tauchmaske, ein paar Flossen und einen Schnorchel.

Hände wie Schraubzwingen Griffkrafttrainer »The Woody« von Bad Company

H

andkrafttrainer gibt es genug auf dem Markt. Richtig überzeugt hat mich jedoch bisher keiner, da entweder Einstellmöglichkeiten fehlten bzw. der Widerstand für echtes Krafttraining viel zu leicht war. Die Griffkraft lässt sich zwar auch über Umwege trainieren, aber trotzdem wäre ein Gerät, welches sich ausschließlich diesem Bereich widmet, eine feine Sache. Ein solches Gerät ist »The Woody«. Der Name verwirrt etwas, da er nicht aus Holz (engl. Wood) ist, sondern aus Stahl. Die Ausführung ist kinderleicht. Gerät wie abgebildet nehmen und die Finger zur Faust zusammenfassen, also greifen. Der Widerstand wird durch die beiden Federn erzeugt. Selbige kann man unterschiedlich positionieren, indem man das Griffteil links oder rechts der metallenen Nase aushängt und die Federn in eine andere Kerbe legt. Laut Hersteller soll die Zugbelastung von 20 bis 160kg reichen. Leider wird nirgends

erläutern, welche Positionen welcher Belastung entsprechen. Also probieren und danach entscheiden, wie viele Wiederholungen man schafft. Das Gerät ist robust und bietet auch für bereits kräftig zupackende Zeitgenossen ordentlich Widerstand, um fordernd und progressiv seine Handkraft zu steigern. Der Preis geht vollkommen klar und in der Praxis schlägt der »Woody« meines Erachtens die meisten Fingerhanteln, Gummiringe und was es sonst noch so in diesem Bereich gibt. Einen A4-Ausdruck mit einer kurzen Beschreibung der Federeinstellungen sollten die Hersteller jedoch noch springen lassen. Stefan Mothes Preis: 34,90 Euro www.badcompany.biz

Test

07/2016

Der justierbare Handkrafttrainer The Woody überzeugt durch die große Spanne an Zugkrafteinstellungen und seine Nutzbarkeit auch für bereits fortgeschrittene Sportler im Bereich der Hand- und Fingerkraft. Unser Testurteil:


PULSTREIBER MAG Sommer 2016

| 21

TRAINING

Echte Hassliebe! Der Klimmzug!

K

limmzüge sind eine der besten, aber auch meist gefürchteten Körpergewichtsübungen. Im Gegensatz zu Liegestützen, bei denen wir nur einen Teil unseres Körpergewichtes vom Boden nach oben pressen, müssen wir bei

Klimmzügen nahezu 100 Prozent unseres Körpergewichtes gegen die Schwerkraft bewegen. Während der Liegestütz überall ausgeführt werden kann, benötigt man für Klimmzüge etwas, woran man sich hochziehen kann. Dies kann eine Stange, Turnringe, aber auch ein sog. »Slingtrainer« sein. Da es in Deutschland so gut wie keine tauglichen Outdoor-Klimmzugstangen gibt,


22 | PULSTREIBER MAG Sommer 2016

TRAINING

Ein Widerstandsband ist schnell befestigt und hilft durch Zugentlastung. Gerade für Anfänger ist dieses Hilfsmittel eine gute Möglichkeit sich an die ersten Klimmzüge heranzuarbeiten.

werden Übungen wie Liegestütze daher viel öfter ausgeübt als Klimmzüge. Auch die Variationen von Liegestützen scheinen auf den ersten Blick einfacher. Trotzdem sind Klimmzüge eine der effektivsten Körpergewichtsübungen für den Aufbau von funktioneller Kraft. Zudem sind sie auch ein guter Indikator für die Relation von Kraft zu Körpergewicht. Leider sieht man selbst im Männerbereich wenige Athleten, die zehn saubere Klimmzüge schaffen. Manch einer scheitert überhaupt daran, nur einen Klimmzug zu schaffen. Aber wie wandelt man einen Klimmzug ab, wenn man keinen beherrscht?

Bei halbhohen Stangen kann man die Füße zur Unterstützung nehmen.

Für den Anfang empfiehlt es sich, mit einem Widerstandsband zu arbeiten, das einem einen Teil des Körpergewichts abnimmt. Einfach über die Stange werfen, nach unten ziehen und die Füße in die Lasche. Je nach Stärke nimmt einem das Band zwischen fünf und 40 kg ab. Hat man etwas Erfahrung mit dem Band gesammelt, kann man sich an »negativen« Klimmzügen versuchen. Da das Herablassen leichter ist als das Hochziehen, springt man hierbei nach oben bis das Kinn über die Stange schaut. In dieser Position hält man sich zunächst und versucht den Körper fest zu machen (Pendeln vermeiden). Von dieser oberen Position lässt man sich nun langsam und kontrolliert herab (ca. vier bis sieben Sekunden). Sollte man in der Lage sein ca. fünf bis sechs langsame negative Klimmzüge zu schaffen, kann man sich an seinem ersten Klimmzug versuchen. Wie sieht es nun aber aus, wenn man bereits ein paar Klimmzüge schafft, aber einfach nicht weiter kommt? Die 10er-Marke zu knacken, stellt für viele ein nur sehr schwer zu erreichendes Ziel dar. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Fotos: Calisthenic Movement

Hilfsmittel und negativer Klimmzug


PULSTREIBER MAG Sommer 2016

Methode 1: Klimmzüge kombiniert mit negativen Klimmzügen im letzten Satz Diese Methode ist besonders gut für Sportler, die weniger als fünf Klimmzüge schaffen. Hierbei verlängert man seinen letzten Trainingssatz einfach durch negative Klimmzüge. Beispiel: Im fünften (und letzten) Satz komplette Auslastung durch normale Klimmzüge (kein normaler Klimmzug mehr möglich), danach den Satz mit negativen Klimmzügen verlängern bis kein langsamer negativer Klimmzug mehr möglich ist. Diese Methode ist sehr anstrengend, da der Körper bei exzentrischem Training (negative Wiederholungen) mehr Pause und Regeneration benötigt. Ablauf: 5 Sätze mit 4 Minuten Satzpause. Häufigkeit: 2 bis 3x pro Woche

Methode 2: Klimmzüge verteilt über den Tag Bei dieser Methode lastet man sich nicht aus und verteilt die Wiederholungen über den Tag. Man wählt eine Klimmzuganzahl die ca. 50 Prozent seiner maximalen Anzahl entspricht (ausgeruht) und absolviert diese im Ein-Stunden-Rhythmus. Wichtig: Das Verletzungsrisiko ist bei dieser Methode hoch, da man sehr lange Pausen hat und immer wieder kalt wird. Deswegen sollte man sich vor jedem Satz gut aufwärmen. Ablauf: 4 bis 10 Sätze über den Tag verteilt. Häufigkeit: 4 bis 5x pro Woche

Bei den negativen Klimmzügen springt man so hoch, dass der Kopf über dem Holmen ist und lässt sich anschließend ganz langsam herabsinken.

| 23

Methode 3: Training mit hohem Volumen Hier arbeiten wir mit 50 Prozent unserer maximalen Anzahl und absolvieren viele Sätze. Durch das hohe Volumen lernt unserer Körper den Bewegungsablauf und durch das Nutzen von nur 50 Prozent unserer maximalen Anzahl können wir das hohe Volumen aufrechterhalten. Ablauf: 10 bis 15 Sätze, Satzpause ca. 2 bis 3 Minuten. Häufigkeit: 2 bis 3x pro Woche

LINKTIPP:

Bei YouTube finden sich sehr viele Videos und Tutorials von Calisthenic Movement zum Körpergewichtstraining.

www.youtube.com/calisthenicmovement

Autoren Info Sven Kohl Der Leipziger Sven Kohl ist ausgebildeter Physiotherapeut und Fitnesstrainer. Er ist Gründer der Organisation »Calisthenic Movement« und leitet einen der größten YouTube Fitness-Channels Deutschlands. Sven Kohl betreut im Großraum Leipzig Kunden im Personal Training, leitet Trainingsgruppen an und veranstaltet Calisthenics Workshops im gesamten deutschsprachigen Raum.

www.cali-move.de


24 | PULSTREIBER MAG Sommer 2016

TRAINING

FASZIEN Faszien sind ein Begriff, der schon seit Jahren in aller Munde ist und auch eine nette kleine Industrie an entsprechendem Equipment begründet hat. Sicherlich hat der ein oder andere schon mal diese kleinen Hartschaumbälle bzw. die größere Rolle gesehen, auf denen man seine Faszien ausrollen kann.

Grob vereinfacht dargestellt, sind Faszien ein dünnes BindegewebeGeflecht, das jeden Muskel, jeden Knochen, unsere Organe und selbst die Nerven umhüllt. Sie sind zahlreich mit sympathischen Nervenendigungen durchsetzt. Über diese Nervenendigungen wirken die Faszien auf unser vegetatives Nervensystem. In dieser Schicht wird auch Lymphflüssigkeit abgeleitet und

Aufbaustoffe transportiert. Faszien können jedoch »verkleben«, wenn es aufgrund von Verspannungen zu einem Stau der Lymphe kommt. Eine zu hohe Faszienspannung kann dazu führen, dass die Beweglichkeit des Menschen stark eingeschränkt wird und weitere Beschwerden damit einhergehen. So kann z.B. eine verkürzte Wadenfaszie über die Beine einen Zug auf unseren unteren Rücken oder sogar die Schulter ausüben und dort für

Bewegungseinschränkungen, Schmerzen und Unbehagen sorgen. Eine bedeutende Rolle spielen Faszien auch bei der Krafterzeugung. Sie erzeugen durch Dehnspannung Kräfte und leiten diese im Körper weiter. Muskeln verstärken die Kräfte um ein Vielfaches.

Maßnahmen Um die Faszien zu bearbeiten und auszustreichen, gibt es im Handel die

Fotos: Stefan Brock (3), Stefan Mothes (2)

Die Theorie


PULSTREIBER MAG Sommer 2016

oben genannten Hilfsmittel. Diese haben allerdings den Nachteil, dass sie nur sehr oberflächlich wirken und es oftmals unmöglich ist, entsprechende Übungen auszuführen, ohne dass der Körper durch die notwendige Haltekraft unter Spannung ist und »dicht« macht. Eine Bearbeitung der Faszien setzt aber nun mal Entspannung voraus. Dies ist ähnlich wie bei einer Selbstmassage, die nicht annähernd an die Arbeit eines Masseurs herankommt. Genau wie bei diesem Beispiel gibt es aber auch im Bereich der Faszien Experten, die dementsprechend ausgebildet sind. Zu einem solchen Therapeuten – Udo Buschinek - habe ich mich für diesen Artikel begeben, um zu sehen, wie eine professionelle Behandlung abläuft und wie sie wirkt.

Die Behandlung Vor der Behandlung werden zuerst Fotos gemacht, die dem Therapeuten eine optische Einschätzung von möglichen Fehlhaltungen ermöglichen, aber auch als Vergleich zu den Fotos nach der Behandlung dienen. In meinem Fall wurden keine größeren Haltungsfehler entdeckt, nur eine leicht Vorneigung beim Stehen, die den Körper etwas aus dem Lot bringen. Die Behandlung selbst begann im Bereich der Oberschenkel, die bei mir alles andere als weich und geschmeidig waren. Unangenehme Schmerzen (wie beim eigenen Faszien-Ausrollen) blieben komplett aus, dies hatte ich anders erwartet. Allerdings merkte ich deutlich, welche Druckpunkte sich öffneten und wie sich teilweise die Lockerung wellenartig in andere Bereiche ausweitete. Weiter ging es über den Bauchbereich zu den Schultern und dem Bereich der Brustmuskulatur. Behandelt wurde immer nur eine Seite, damit ich beim zwischenzeitlichen Aufstehen einen etwaigen Unterschied

spüren konnte. Auch der seitliche und hintere Rückenbereich sowie Hals- und Nacken wurden vom Fachmann durch Druck mit Daumen oder Ellenbogenspitze gelockert und mit dem Handballen oder dem Unterarm der Länge nach ausgestrichen. Die ganze Sitzung dauerte eineinhalb Stunden. Je nach Beschwerdebild und Zustand des Fasziennetzes können mehrere Sitzungen notwendig sein. Leider werden die

| 25

Hals länger (kein Witz) und auch mein Gesichtsausdruck war entspannter. Von Placebo-Effekt kann man da wohl kaum rechnen. Ein wirklich überzeugendes Ergebnis nach nur einer Sitzung! Leistungssportler und Vieltrainierer sollten sich mit der Thematik wirklich einmal auseinandersetzen. Wer an einem Leistungsplateau angelangt ist, welches sich mit normalem Training nur marginal überwinden lässt, findet hier vielleicht einen Parameter, der durchaus noch signifikante Leistungssteigerungen bewirken kann und auch präventiv wirkt. Stefan Mothes

Behandlungskosten noch nicht von der Krankenkasse gefördert.

Auswirkungen Wie wirkt sich nun eine Faszienbehandlung in der Praxis aus? Ein echtes Beschwerdebild gab es bei mir zwar nicht, jedoch hatte ich trotz guter Kraftwerte und Gelenkigkeit das Gefühl, mich nicht so geschmeidig zu bewegen, wie dies noch vor zehn Jahren der Fall war. Besonders im Oberkörperbereich spürte ich nach der Behandlung, dass meine Bewegungsabläufe etwas reibungsloser von statten gehen und auch meine Überkopfbeweglichkeit der Schultern hatte sich leicht verbessert. In der tiefen Kniebeuge spürte ich eine minimal aufrechtere Haltung und ich bin mir insgesamt sicher, dass sich nach paar zusätzlichen Sitzungen weitere Verbesserungen einstellen würden, denn auch wenn die Methode funktioniert, darf man doch keine Wunder über Nacht erwarten. Überraschend waren für mich die spätereAuswertung der Vorher-Nachher-Fotos und die Anmerkungen dazu. Hier konnte man deutlich erkennen, wie sich meine Haltung verbessert hatte. Ich stand aufrechter, der Brustkorb weiter geöffnet, die Wirbelsäule war in der Vertikalen besser ausgerichtet, mein

Behandlungsmethode und Therapeut Udo Butschinek ist seit 2006 ausgebildeter Senmotic® Faszientherapeut. In der Therapie arbeitet der Therapeut am muskulären Bindegewebe, auch »Faszien« genannt. Mittels exakt dosiertem Druck und Zug werden Verspannungen und Verhärtungen gelöst, wobei der Klient sitzt, steht oder liegt. Um Faszienschichten zu mobilisieren setzt der Senmotic-Therapeut seine Ellbogen, Hände und Fäuste ein. Diese manuelle Behandlungsmethode ist für alle geeignet, die ihre Körperhaltung, Leistungsfähigkeit oder ihre Bewegungsmöglichkeiten verbessern oder optimieren wollen. Sie kann für Sportler jeglicher Couleur eine Leistungssteigerung bewirken. Neben Frank W. Demann, dem Begründer der Methode und Ronny Liebmann (beide aus Leipzig) ist Udo Butschinek der einzige ausgebildete Senmotic-Therapeut in den neuen Bundesländern. Für Interessierte bietet er einmal im Monat einen kostenfreien Infoabend zur Faszientherapie an.

www.faszien-dresden.de www.faszien-senmotic.de


26 | PULSTREIBER MAG Sommer 2016

WISSEN

Eiweiß hat viele Gesichter So groß wie die Anzahl an Herstellern und Marken von Eiweißpräparaten für Sportler, so groß ist auch die Fülle an Produkten, vor denen der Verbraucher steht und oftmals gar nicht weiß, was sich dahinter verbirgt. Zeit für eine kleine Übersicht, wie die einzelnen Begriffe zu deuten sind und für wen sie gedacht sind. Casein Protein Casein Protein ist ein natürlicher Bestandteil der Milch und ist bei der Käseherstellung von Bedeutung. Natürliches Casein kommt beispielsweise in Quark vor. Aus diesem Grund essen viele Kraftsportler und Bodybuilder

regelmäßig Quark, um ihren Eiweißbedarf zu decken. Casein hat einen starken Sättigungseffekt, da es im Magen-Darm-Trakt eine Art Gel bildet, durch das die Aminosäuren nur langsam in den Körper abgegeben werden. Es verweilt also eine lange Zeit im Magen und erhöht damit die Bildung des Sättigungshormons Cholecystokinin. Der Blutzuckerspiegel wird so vergleichsweise konstant gehalten, was das Risiko für Heißhungerattacken senken kann. Wer hart trainiert, kann durch die Einnahme von Casein vor dem Schlafengehen in der Nacht den Abbau von Muskeln verhindern. Stehen dem Körper aufgrund intensiven Trainings keine Reserven zur Verfügung, können wichtige Aminosäuren aus der Muskulatur herangezogen werden. Die Folge: Muskelabbau in der Nacht.

Foto: Stefan Mothes

Whey Protein Für Kraftsportler eignet sich vor und nach dem Training die Einnahme von schnell verdaulichem Whey Protein, das auch als Molkenprotein bezeichnet wird. Dieses versorgt die Muskelzellen mit wertvollen Aminosäuren. Beim Whey Protein unterscheidet man drei Gruppen: Whey Konzentrat, Whey Isolat und Whey Hydrolysat. Whey Konzentrat hat einen Eiweißgehalt von 35 bis 85%. Neben Protein enthält es auch Fett (3 bis 4%), Laktose (3

bis 6%) und Mineralstoffe. Whey Isolat hat einen hohen Eiweißanteil von 90 bis 96% und einen Fett- und Laktosegehalt von weniger als 1%. Deshalb wird es von vielen Sportlern bevorzugt. Außerdem verfügt Whey Protein Isolat über ein optimales Aminosäureprofil und toppt mit dem Anteil essenzieller Aminosäuren alle anderen Proteine. Beim Whey Protein Hydrolysat ist Whey Konzentrat oder Whey Isolat die Ausgangsbasis, der Enzyme hinzugesetzt werden. Dieses so aufgespaltene Eiweiß enthält durch die gekürzten Peptidketten die bestmögliche bioverfügbare Variante des Whey Proteins. In der Definitionsphase nutzen Bodybuilder Whey Protein Hydrolysat gern aufgrund des niedrigen Kohlenhydratund Fettgehaltes.

Vegane Proteine Soja Protein ist ein pflanzliches Eiweiß, das frei von Cholesterin, Milchzucker und Gluten ist. Auch wenn es ein pflanzliches Eiweiß ist, hat es eine relativ hohe biologische Wertigkeit von 81, da es mehr essenzielle Aminosäuren aufweist als andere pflanzliche Proteine. Erbsenprotein ist nicht nur laktosefrei, sondern auch frei von Cholesterin. Auch Zusatzstoffe wie Aromen, Süßstoffe oder Verdickungsmittel werden bei vielen Erbsenproteinen bewusst außenvorgelassen. Weitere vegane Proteine sind Hanfprotein und Reisprotein, die für Veganer,


PULSTREIBER MAG Sommer 2016

Vegetarier und ggf. für Allergiker geeignet sind.

Egg bzw. Ei-Protein Egg Protein, auch Eiprotein gilt nach wie vor als das Wettkampfprotein überhaupt, denn im Gegensatz zum Milcheiweiß vermindert das Eiprotein die Wassereinlagerungen unter der Haut und ist daher bei Bodybuildern beliebt, die eine verbesserte Definition sowie Muskelhärte erreichen möchten. Egg Protein ermöglicht eine langanhaltende Versorgung der Muskelzellen mit Aminosäuren und kann somit den Muskelaufbau unterstützen. Es ist besonders reich an BCAA und L-Glutamin–Aminosäuren, die auch Muskelaminosäuren genannt werden. Egg Protein verfügt außerdem über eine hohe biologische Wertigkeit. Diese gibt an, inwiefern das Nahrungsprotein in körpereigene Proteine umgewandelt werden kann. Zudem ist es frei von Gluten, Purin, Fructose und arm an Laktose.

Beef Isolate Beef Isolate ist eine hochwertige Protein Quelle aus Rindfleisch.

Beef Isolate wird als Pulver ohne Zucker und Zusatzstoffe angeboten. Das neutrale Pulver ist frei von Laktose und Gluten. Sportler mit Unverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie sowie Menschen, die aus kulturellen oder religiösen Gründen auf Schweinefleisch verzichten, können auf Beef Isolate zurückgreifen.

Mehrkomponenten Protein Mehrkomponenten Proteine vereinen wichtige Nährstoffe aus unterschiedlichen Eiweißquellen in einem Produkt. Die Kombination mehrerer Eiweiße wie etwa Casein, Whey Protein und Lactalbumin-Hydrolysat wirkt sich auf den Proteingehalt sowie das Verhältnis der Aminosäuren aus. Mehrkomponenten Proteine richten sich an alle Sportler, die Muskelmasse aufbauen wollen, ohne dabei viel Zeit und Kosten für zusätzliche Supplementierungen beziehungsweise die Zusammenstellung verschiedener Eiweißprodukte aufwenden zu müssen. Die Inhaltsstoffe in guten

| 27

Mehrkomponenten Proteinen sind bereits so aufeinander abgestimmt, sodass der Muskelaufbau und -erhalt bestmöglich unterstützt wird.

Fazit Je nach Trainingsziel (Muskelaufbau, Kraftzuwachs, Diät) lässt sich beim Kauf bereits eine Vorauswahl treffen. Eine Nahrungsunverträglichkeit (z.B. Lactoseintoleranz), der Ernährungstypus (z.B. Veganer) oder geschmackliche Vorlieben werden das Ganze zumeist weiter eingrenzen, sodass am Ende eine überschaubare Angebotspalette übrig bleibt. Die meisten Produkte sind als Pulver oder als Riegel erhältlich, vereinzelt auch für die Zubereitung von Eis, Pudding oder Pfannkuchen. Um Verstöße gegen Dopingrichtlinien zu vermeiden, sollten Leistungssportler nur von Herstellern bestellen, die in diesem Bereich auch entsprechende Richtlinien einhalten. Stefan Mothes

Anmerkung: Diese Übersicht wurde auf Basis des Herstellers »Body Attack Sports Nutrition« (www.body-attack.de) erstellt. Das Unternehmen war so freundlich, uns deren hauseigenen Informationen zukommen zu lassen. Der vorliegende Artikel ist weder mit einer Anzeigenschaltung gekoppelt, noch bestehen sonstige Geschäftsbeziehungen zwischen Verlag und Hersteller.

Anzeige

Saison: Mai bis Oktober

aktion artige attr ig z in e s d n deutschla er-spass! ss zig. für WildWa den von leip ü s im , 38 a er direkt an d

einfach. end. erfrisch Wild! Jetzt schnell Buchen!

informationen + Buchungen: WWW.kanupark-markkleeBerg.com telefon: 03 42 97–14 12 91


28 | PULSTREIBER MAG Sommer 2016

PS-WELT

p u C 3 T G 1 1 9 e h c s r o P

f u a i x a T m e d t Mi ! e k c e r t s n n e R der

B

isher konnte ich meine Begeisterung für schnelle Fahrzeuge nur im zivilen Bereich ausleben. Für einen vernunftbegabten Zeitgenossen bedeutet dies natürlich die Akzeptanz der Straßenverkehrsordnung. Auch wenn man es bei Überholvorgängen und auf der Autobahn ein wenig Rauchen lassen kann, ist Fahren

Erstmals auf der Rennstrecke im Grenzbereich tabu. Genau dies wollte ich aber testen. Habe ich das Zeug zum Rennfahrer? Wie fährt es sich auf einer echten Rennstrecke mit der passenden Maschine unter dem Hintern? Mit dieser Frage wandte ich mich an Steve Mizera, einen erfahrenen Piloten, der auf dem Motorrad zur Weltspitze gehörte und auch auf vier Rädern Benzin im Blut hat. Mit seiner Firma »Racepool99« bietet er das Mitfahren, aber auch Selbstfahren eines Sportwagens in Rennatmosphäre an. Logisch, dass ich Beides testen musste.

Das Gefährt, mit dem ich auf dem Lausitzring meine Runden drehen durfte, war ein Porsche 911 GT3 Cup, also die rennsportliche Ausführung des Serien-911ers. Dieser ist im Vergleich zur Straßenversion leistungsstärker, leichter, verfügt über stärkere Bremsen, eine modifizierte Abgasanlage, Überrollbügel,


PULSTREIBER MAG Sommer 2016

| 29

PS-WELT

Porsche 911 GT3 Cup Motor: Sechszylinder-Boxermotor Leistung: 430 PS Hubraum: 3.600 ccm Maximales Drehmoment: 405 Nm Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in 4,2 Sek. Höchstgeschwindigkeit: 310 km/h Antrieb: Heckantrieb Leergewicht: 1.300 kg

Rennbereifung und ein härteres Fahrwerk. Das Besondere ist der Heckmotor, der ihm in Verbindung mit dem Heckantrieb ordentlich Schub aus den Kurven heraus gibt. Wie bei Rennwagen üblich, ist die Fahrgastzelle nicht unbedingt komfortabel. So muss ich mich ganz schön verbiegen, um

überhaupt die Fahrerposition einzunehmen. Mit dem Helm stoße ich an der Decke an, aber ansonsten sitze ich recht bequem. Bei einem Unfall möchte ich jedoch nicht aus dem Cockpit klettern müssen. Porscheüblich sitzt der Zündschlüssel in diesem Fahrzeug links – eine Renaissance an das

24-Stunden-Rennen von Le Mans. Der kleine Boxermotor macht ordentlich Lärm, bereits die erste Einstimmung auf das Folgende. Mein Beifahrer gibt grünes Licht und ich lasse die Zuffenhausener Rennmaschine rollen. Die Kupplung ist bissig, aber noch im Rahmen. Die Schaltung ist straff, die


30 | PULSTREIBER MAG Sommer 2016

PS-WELT

Lenkung sehr direkt. Also schön brav mit 60 km/h aus der Boxengasse bis zur Einfahrt auf die Rennstrecke. Hier kann ich endlich Feuer geben. Mit der Handschaltung komme ich gut klar, bin allerdings von der Streckenführung etwas überfordert. Zwar zeigen mir orange Pylonen (Hütchen) wo ich hinsteuern soll, um die Ideallinie in den Kurven zu finden, aber da alles so schnell geht, klappt dies nicht immer perfekt. Zwar gebe ich ordentlich Gas, aber um richtig in den Grenzbereich zu gehen, bin ich doch etwas zu vorsichtig. Normale Fahrzeuge würden bei dieser Kurvengeschwindigkeit längst im Kiesbett liegen, daran muss ich mich erst gewöhnen. Der GT3 klebt mit seinen Semi-Slicks perfekt auf dem Asphalt und ich kann es kaum glauben, warum es diese Heckschleuder nicht mal in einer engen Spitzkehre ausbricht. Nach dem kurvenreichen ersten Abschnitt kommt endlich eine Gerade, bei der ich

ordentlich beschleunigen kann. »Gib Gas«, meint der Co-Pilot, der mir auch ansagt, wann ich bremsen soll und mit welchem Gang ich die nächste Kurve nehmen muss. Der letzte Abschnitt der 3,5 km langen Strecke ist in Sicht und ich trete das Gaspedal durch. Hier kommt absolute Rennatmosphäre auf. Die Fahrbahn ist für höhere Kurvengeschwindigkeiten geneigt, links und rechts die Tribünen und vor mir die Zieleinfahrt mit Anzeige der Rundenzeit. Spätestens hier erwacht der Schuhmacher in mir. In den nächsten zwei Runden versuche ich, etwas aggressiver zu fahren, werde aber trotzdem von einem Audi R8 überholt (Unverschämtheit). Dies bringt mich so aus dem Konzept, dass ich in der nächsten Kurve blinke (peinlich). Spätestens hier oute ich mich als absoluter Amateur. Trotzdem genieße ich jeden Meter, jedes Bremsen,

auch seinen Grund, denn ohne Lenkrad habe ich nichts zum Festhalten und auch das zu erwartende Tempo sollte um Einiges höher sein. Neben mir also Steve Mizera im roten Rennoverall und guter Laune. Ich ebenfalls erwartungsfroh und in bester Stimmung. Auf der Rennstrecke wurde mir aber doch ganz anders. Unfassbar, wie ein Profi die Kurven ausnutzt und mit welchen Geschwindigkeiten er Selbige nimmt. Mein Magen drehte sich im Kreis und in Sekunden stand mir der Schweiß im Gesicht. Er jetzt merke ich, warum das Rennsport

jedes Beschleunigen und jedes Dezibel, welches der Sechszylinder heraus röhrt. Wie im Rennsport üblich, wird mir sogar die karierte Flagge gezeigt, was mich noch einmal mehr für eine perfekte Runde motiviert. Als ich wieder in die Boxengasse einfuhr, war mir zwar klar, dass ich kein richtiger Rennfahrer bin, aber ganz so schlecht hatte ich es auch nicht gemacht. Fünf Minuten später kam der Reality-Check.

heißt. Auf der Geraden haben wir schon zu Beginn eine höhere Geschwindigkeit, aber im Gegensatz zu mir, bremst mein Fahrer nur sehr leicht und radiert mit den Reifen über die rot-weiß gestreiften Randsteine, um die Ideallinie auch wirklich bis ins letzte ausreizen. Auf der langen Zielgeraden, auf der wir wahrscheinlich so an die 250 Sachen drauf haben, überlege ich fieberhaft, wie viele Runden eigentlich angesagt waren. Noch drei weitere Runden und ich sterbe. Mein Kopf schwirrt, ich umklammere mit feuchten Händen meine Kamera und danke dem lieben Gott, dass die zweite Runde auch die letzte Runde ist. Steve nimmt etwas Tempo raus und ich kann ein klein wenig durchatmen. Mann oh Mann, was hier für Kräfte wirken, kann man sich gar nicht

Mit dem Profi unterwegs Nach einer kurzen Pause durfte ich Beifahrer spielen. Als Fahrer wurde ich noch normal angegurtet, also Co-Pilot allerdings mit Hosenträgergurten fast zur Bewegungslosigkeit festgezurrt. Dies hatte


PULSTREIBER MAG Sommer 2016

| 31

Steve Mizera´s Firma »Racepool99« bietet auf verschiedenen Rennstrecken regelmäßig professionell geführte Selbst- und Mitfahrten an. Zur Auswahl stehen Rennmaschinen der Superlative: Audi R8 V10 Cup, BMW M3, BMW Z4 M, Corvette Z06 C7 R, Ferrari F360, Ferrari F458, Lamborghini Gallardo, Lamborghini Huracán, Mc Laren 650S, Porsche 911 GT3 Cup und ein Mercedes AMG GT. Nur zum Mitfahren gibt es im Motorradbereich eine BMW S1000 RR Superbike. Die Preise variieren je nach Modell und Rundenanzahl und beginnen ab 139 Euro (2 Runden Mitfahrt Motorrad) bzw. (3 Runden Mitfahrt BMW Z4 M). Termine und Fahrzeugmodellübersicht sind online detailliert beschrieben.

www.racepool99.de

vorstellen. Zurück im Fahrerlager krabble ich mir zittrigen Beinen aus dem Renntaxi und schnaufe tief durch. Was für ein Ritt. Wer denkt, Motorsport sei nur »ein bisschen schnelleres Autofahren«, wird bei so einer Tour garantiert seine Meinung ändern. Auch wenn meine Schilderung etwas leidend klingt, so hat die ganze Sache doch einen Heidenspaß gemacht. Sowohl als Fahrer als auch Beifahrer. Wo hat man auch sonst die Gelegenheit, in authentischer Form in eine Sportart einzusteigen, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt? Stefan Mothes


32 | PULSTREIBER MAG Sommer 2016

REISEN

NordIRLAND

IRLAND Dublin

Galway

Fotos: Stefan Mothes

Killarney

Cork

Irland


PULSTREIBER MAG Sommer 2016

| 33

Irlands Westküste

I

rland, die grüne Insel. Sie übte auf mich schon immer einen besonderen Reiz aus und nun, da ich Teile davon kennen lernen konnte, freue ich mich ganz besonders, meine Eindrücke an reiseinteressierte Leser weiter geben zu können. Meine Erlebnisse stehen exemplarisch für die Schönheit und Vielfältigkeit des Landes, das man selbstredend nicht in ein paar Tagen erfassen kann.

Meine Reise begann auf dem Flughafen Berlin-Schönfeld. Dort angekommen, gab es die ersten Ärgernisse. Ryanair verlangte 45 Euro Nachgebühr, da ich den Online-Check-In vergessen hatte. Mein Fehler. Zahlung mit EC-Karte? Denkste. Ryanair kennt nur Kreditkarten oder Bares. Zumindest erinnerte man mich daran, für den Rückflug selbigen Fehler nicht nochmal zu begehen. Zweieinhalb Stunden traf ich im schönen Dubliner Flughafen ein. Nun stand eine 300km Busfahrt ins Städtchen Tralee an. Unterbrochen von einem feinen Essen in Kildare, im »The Silver Restaurant«. 19 Uhr erreichten wir das »Ballygarry House Hotel«. Von außen noch recht unscheinbar, offerierte es im Inneren den britisch-irischen Charme, den ich erwartet hatte. Abgeschlossen wurde der Abend mit einem üppigen Essen, welches für mich aus einem saftigen Steak (medium rare) und einem Whiskey (Powers) bestand. Am zweiten Tag konnte ich das berüchtigte Irish-Breakfast kennen lernen. Nichts für schwache Croissant- und Marmelade-Mägen. Zwei Scheiben Schinkenspeck, ein Spiegelei, zwei Bratwürste und jeweils eine Scheibe gebratene Leber- und Blutwurst (siehe Foto oben). Das gibt Tinte auf den Füller. Nach dieser deftigen Morgenspeise ging es auf die Dingle Halbinsel. Angesetzt war eine Bootstour, bei der wir unser Mittagessen selbst fischen konnten. Geangelt hatte ich noch nie und ich halte auch nicht viel davon, als Freizeitspaß Fische auf einen Haken zu spießen. Da ich aber Fisch esse, war es nur konsequent, diesmal auch den kompletten »Gewinnungsprozess« zu durchlaufen. Für unser Mittag konnte ich einen Seelachs und fünf Makrelen beisteuern. Dazwischen schoss ich atemberaubende Bilder der Küste und sah auch die Flosse des berühmten Delphins »Fungie«, der bereits seit 30 Jahren die Gewässer um Kerry bewohnt. Zurück an Land erwarteten uns Kochschürze, Filetiermesser und Mark Murphy, der Kopf der »Dingle Cookery School«. Dieser zeigt uns, wie man die Frische eines Fisches prüft, ihn ausnimmt, filetiert und brät. Anscheinend stellte ich mich nicht dumm an, denn Mark nickte mir wohlwollend zu und gab mir den Titel des »Cheffiletierers«. Im weiteren Verlauf blanchierten wir Gemüse, setzten eine »Crème Brûlée« an und lernten, wie man einen standesgemäßen »Irish Coffee« zubereitet. Man kann sich denken, dass frischer Fisch, feinste Zutaten und professionelle Verarbeitung zu einem kulinarischen Erlebnis führten, welches ich so schnell nicht vergessen werde. Nach dem Essen nahmen wir an einer geführten Radtour entlang der Küste teil. Auch diese belohnte uns mit einer atemberaubenden Landschaft, die wir glücklicherweise bei bestem Wetter genießen konnten. Nach einem kleinen Museumsbesuch im »Blasket Island Centre« endete unser Abend im »Carrig House Hotel«, welches einem urgemütlichen Landsitz ähnelte. Prasselndes Kaminfeuer, edle Tapeten, bequeme Lounge-Möbel, alte Bücher, antike Bilder und überall kleine Räumen zum Entspannen, Lesen oder Schach spielen. Auch mein Zimmer hielt, was das Hotel versprach und bot einen herrlichen Blick auf einen grünen Garten und einen kleinen See. Der dritte Tag führte die Reisegruppe nach Valentia Island. Dort lernten wir die engagierte Meeresbiologin Lucy Hunt vom »Sea Synergy Marine Awareness Centre« kennen, die uns Wissenswertes über die Delphine und Wale der Küstenregion erzählte. Gemeinsam mit Lucy


34 | PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

REISEN

Abendessen auch nicht für ein Nickerchen, sondern begeisterte mich an den schönen Räumlichkeiten des familienfreundlichen Hotels und unternahm einen kleinen Spaziergang zum nahe gelegenen Golfplatz und einer alten Burgruine. Das Abendessen, bei dem uns Hotelchef Tony Daly begleitete, wartete mit einem erlesenen Fünf-Gänge-Menü auf, bei dem ich einmal mehr zart gebratenes Weide-Rind als Gaumenfreude genoss.

erklommen wir eine Anhöhe mit einem Aussichtsturm, der einen Panoramablick über Festland und Küste bot. Von hier aus konnte man auch die Insel »Skellig Michael« erkennen. Früher war dort ein kleines Kloster, aktuell ist die malerische Insel in aller Munde, da dort Szenen des neuen »Star Wars« Film gedreht wurden. Im Gegensatz zu den Iren, die dies wie einen WM-Sieg feiern, konnte ich die Begeisterung für diesen Weltraumklamauk nicht verstehen. Ich ergötzte mich lieber an der frischen Luft, der Meeresbrise und der rauen Natur und ihrer ungeschliffenen Schönheit. Nach dieser erfrischenden Wanderung zogen wir weiter nach Waterville zu einer Golfschnupperstunde. Liam und Brian Higgins konnten als eingefleischte Golf-Pros bei mir sofort Begeisterung wecken. Von Natur aus kompetitiv eingestellt, konnte ich es kaum erwarten, mit dem »Driver« meinen Golfball in den Orbit zu jagen. Dies klappte zu Beginn ganz gut, leider war dies nur Anfängerglück, denn danach schlug ich mehr Luftlöcher als Bälle. Aber ich hatte meine Freude und war fast enttäuscht, als es nach einer Stunde vorbei war. Dies hielt aber nicht an, denn unser nächstes Hotel, das »Parknasilla Resort & Spa«, zog mich sofort in seinen Bann. Endlich ein echtes Schloss. Von den zwei Flügeln aus bot es fast in allen Zimmer einen traumhaften Blick auf die Meeresbucht, umsäumt von kleinen Hügelketten und wunderschöner Vegetation. Daher nutze ich die Zeit vor dem

Der vierte Tag in Irland stand im Zeichen des Wassersports. Dementsprechend begann der Vormittag mit einer E-Kajak-Tour. Dass es solche Gefährte überhaupt gibt, war selbst mir neu. Die Bedienung der Kajaks war recht einfach. Mit den Füßen konnte man links und rechts ein Steuerruder betätigen und mit einem Handhebel die Geschwindigkeit variieren. Nach einer kurzen Eingewöhnung erkundeten wir die Bucht, sahen unser majestätisches Hotel aus der Ferne und konnten auf einer Sandbank sogar Seerobben beobachten. Nach dieser schönen Tour ging es nach Derrynane House. Dort befand sich das Geburtshaus des bedeutenden irischen Politikers Daniel O’Connell, welches Relikte aus seinem Leben und politischen Karriere beherbergte. Mehr über ihn erfuhren wir bei einer Führung. Nach einem herzhaften Imbiss, der bei mir aus einem KrabbenBaguette bestand, ging es an den Strand. Unter Anleitung lernte ich hier, wie man ein kleines Segelboot steuert. Kurze Zeit später konnte ich schon alleine mit meinem kleinen Boot den Hafen umsegeln. Es erfasste mich ein Gefühl der Freiheit und ich geriet ins Träumen. So sehr, dass ich bei einer Wende kurzerhand aus dem Boot fiel. Diese Wassertaufe gehörte für mich einfach dazu. Nach dieser Erfrischung ging es wieder »on the road« nach Killarney. Das dortige »Lake Hotel«war erneut eine Augenweide. Im Inneren setzte sich auch dort ein Stil fort, der dem langweiligen, uniformierten Ambiente der bekannten Hotelketten widersprach. Jeder Gesellschaftsraum war urgemütlich, strahlte Herrschaftlichkeit und gepflegten Luxus aus. Leider war unsere Zeit an diesem Abend knapp bemessen, so dass wir nach einem kurzen Frischmachen und Begrüßungsdrink an der Bar bereits wieder zum »Danny Mann Pub« im Taxi saßen. Es hätte mich auch enttäuscht, Irland ohne einen Pub-Besuch zu


PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

| 35

verlassen. Vorgestellt hatte ich mir eine kleine, bierselige Kneipe, in der »Fish and Chips« gegessen werden und die Bierkrüge durch die Luft fliegen. So war es aber nicht, denn dieses Pub war ein gediegenes Restaurant, in dem sich gut gelaunte Besucher jeden Alters tummelten. Bei Guiness, Cider und irischer Livemusik klang der letzte Abend in Irland aus. Irland kann man mit dem Flugzeug oder Auto erreichen. Allerdings erfordert der Linksverkehr doch einige Gewöhnung und im Parkhaus wird man ohne Beifahrer daran scheitern, die Parkkarte aus dem rechten Fenster auszulösen. Ohne Auto ist man in Irland jedoch sehr eingeschränkt, daher empfiehlt sich auch als Fluggast die Reservierung eines Mitwagens. Preiswerte Flüge bieten »Ryanair« und »Aer Lingus« an. Hin- und Zurück bereits für unter 150 Euro. Wer wie ich die Westküste sehen möchte, sollte sich über »Tourism Ireland« auf alle Fälle über den »Ring of Kerry« und den »Wild Atlantik Way« informieren. Ansonsten sollte man noch wissen, dass in Irland der Euro als Zahlungsmittel gilt, in Nordirland jedoch Pfund. Ansonsten ist Irland ein unkompliziertes Land. Die Menschen sind sehr offen und freundlich und auch das Englisch wird weitestgehend ohne starken Akzent gesprochen. Gründe, Irland nicht einmal zu besuchen, fallen mir keine ein. Außer man hat eine Allergie gegen grüne Wiesen, Schafe und Kühe. Stefan Mothes

Fotos: Stefan Mothes, Larry Rosa

Kontakt für Reiseinteressierte: Irland Information (Tourism Ireland) Gutleutstraße 32, 60329 Frankfurt am Main Tel.: 069 - 66800950 www.ireland.com, info.de@tourismireland.com


36 | PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

AUSFLUGSTIPP

Anzeige

Kletterpark Markkleeberg wächst zum Familienpark D

ie Sonnenuntergänge am Markkleeberger See gehören zu den Schönsten in der Region Leipzig, so Naturfreunde und Romantiker. Ganz besonders kann man dies vom Plateau des Kletterpark Markkleebergs aus genießen, welches hoch über dem See gelegen eine phantastische Aussicht auf das Seenland und Leipzig bietet. So hat sich der Kletterpark in seinem zweiten Jahr schon zum beliebten Ausflugsziel für den Großraum Leipzig entwickelt. Familien, Schulklassen und Vereine, aber auch Unternehmen kommen hier her und genießen den Kletterspaß mit Panoramablick. Neben dem Klettern bis in 15 m Höhe ist auch das Spielplatzangebot für die Kleinen ein guter Grund, einige Zeit zu verweilen, um dann weiter zu Fuß oder mit dem Rad die Landschaft um den See zu erkunden. Aufgrund der regen Nachfrage nach Freizeitangeboten mit Gastronomie wird nun hier weiter investiert: Ein neues Restaurant im Landhaus-Stil eröffnet am 1. Oktober seine Türen, gleich neben der Kletteranlage. Wer für seine private Feier oder ein Firmen- und Vereinsfest einen besonderen Platz sucht mit guter individueller Küche, moderngemütlichem Ambiente und der Möglichkeit, sich beim Feiern auch mal gemeinsam an frischer Luft zu bewegen, der ist hier richtig.

SOMMERVORTEILSANGEBOT Bei Vorlage dieses Gutscheins, erhaltet Ihr je Person 150 Cent Rabatt beim Klettern und 50 Cent Ersparnis bei Bestellungen in der Gastronomie. Der Gutschein gilt für maximal drei Personen, z.B. Mama, Papa, Kind.

Mitten im Landhaus steht ein großer Backofen, in dem für die Gäste immer frisches Brot und Kuchen gebacken wird sowie fein geschmorte Fleischund Gemüsepfannen. Eine moderne Landhausküche, immer frisch und abwechslungsreich, auch mit veganen und vegetarischen Gerichten. Der Gast kann dem Koch zuschauen oder beim Brotbacken auch selbst mitmachen. Und der besondere Landhaus-Charme: ein Haus aus Holz mit tollen Landhausmöbeln und zwei Kaminöfen mit gemütlichen Ledercouches – so lässt sich feiern. Buchung für Herbst und Winter oder auch für Weihnachtsfeiern mit Familie, Freunden oder Kollegen im Landhaus können jetzt schon unter 0800 – 7241441 entgegen genommen werden. Ab April 2017 erweitert eine neue Minigolfanlage mit 18 Bahnen das Outdoor-Angebot sowie eine Boule-Anlage und eine Outdoor-Kegelbahn. Ideal für Gesellschaften mit Kindern und Jugendlichen, die beim sich beim Feiern auch mal

bewegen wollen: ob Jugendweihe, Geburtstag oder auch Hochzeit – jede Feier wird hier zum unvergesslichen Erlebnis. Kletterpark am Markkleeberger See Anschrift: Paddelsteg 2, 04416 Markkleeberg Infotelefon und Buchungen: 0800 - 7241441 Öffnungszeiten in den Sommerferien: 11 bis 20 Uhr www.kletterparkmarkkleeberg.de

Fotos: Kletterpark am Markkleeberger See

Der Kletterpark am Markkleeberger See eröffnet Landhausgastronomie und schafft neue Freizeitangebote


PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

| 37

THEMA

Traum und Alptraum Olympia Qualifikation

Der steinige Weg nach Rio

A

ller vier Jahre haben die besten Sportler jeder Nation die Chance, sich mit der absoluten Elite ihres Sports zu messen. Olympia ist im Amateursport das Größte. Größer als jede Europameisterschaft, jede Weltmeisterschaft, größer als jedes noch so renommierte Turnier. Die Olympischen Spiele definieren wie kein anderer sportlicher Vergleich die Spitze der athletischen Leistungsfähigkeit. In manchen Sportarten, wie z.B. dem Boxen, können sie die Eintrittskarte in eine lukrative Profikarriere darstellen.

Die ganze Sache hat nur einen Haken: Der Weg zum Olymp ist steinig und hürdenreich. Er führt über Quotenplätze, nationale Meisterschaften, Qualifikationsturniere und manchmal auch die Sympathie des Bundestrainers. Auch die Leistung des Teampartners, die eigene Gesundheit und die Stimmung im privaten Umfeld sind Faktoren, die darüber entscheiden können, ob man sich nach all den Mühen irgendwann einmal Olympionike nennen kann. Jubel und Enttäuschung sind oft nur

Haaresbreite voneinander entfernt, denn leider spielt auch Fortuna nicht selten seine launige Rolle. Auf den folgenden Seiten möchten wir euch regionale Olympiaanwärter und ihre kleine Geschichte vorstellen. Nicht nur, um die zu bewundern, die es geschafft haben, sondern auch um die zu ehren, die sich bis hierher vorgekämpft haben. Vielleicht stehen Jene 2020 in Tokio erneut vor der olympischen Pforte, die sich dann umso bereitwilliger öffnen lässt.

Anzeige

KEIN TRAINING VON DER STANGE · hochintensives Kraft- und Konditionstraining · natürliche und permanent variierende Bewegungen · top qualifizierte Trainer für DEINEN Erfolg

G N I N I A R T E B RO P N I E D T Z T E RE J

VEREINBADIE CROSSATHLETEN · Hainstraße 129 · 09130 Chemnitz Tel.: 0173/ 63 37 06 6 · info@die-crossathleten.de

www.die-crossathleten.de

DEIN FUNCTIONAL GYM

Foto lizenziert von Shutterstock.com

· professionell angeleitetes Workout in Kleingruppen


38 | PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

THEMA

Über Olympianorm, aber vorerst Reserve

G

ewichtheben ist eine Einzelsportart in den Disziplinen Reißen und Stoßen, beides zusammen ergibt den Olympischen Zweikampf. Gehoben wird in Gewichtsklassen. Der Wettkampf gestaltet sich so, dass vor drei Kampfrichtern pro Disziplin

Max Lang

dann in Startplätze umgewandelt werden, d.h. es kann nur eine bestimmte Anzahl an Sportlern für die Olympischen Spiele Qualifiziert werden. Für Max Lang vom Chemnitzer AC ist es das erste Mal, dass eine Teilnahme an den Olympischen Spielen für ihn in Betracht kommt. Bei einer möglichen Teilnahme sind seine Erwartungen jedoch realistisch und er erwartet vor allem Erfahrungen, von denen er beiden nächsten Spielen profitieren kann. Seine bisherige Karriere ist trotz kleiner Rückschläge sehr vielversprechend. 2013 musste Max Lang zwar eine Verletzungspause einlegen musste, konnte sich 2014 jedoch zu seinen ersten WM qualifizieren und wurde im selben Jahr noch U23 Europameister. 2015 konnte er bei der WM in Houston die Olympianorm um 3kg übererfüllen. In diesem Jahr konnte der 23-Jährige bei den EM in Norwegen den 8. Platz erreichen.

Gewichtheber Athletenclub Chemnitz drei Versuche gemacht werden dürfen. Gewichtheben ist sehr trainingsintensiv. 8x pro Woche in zwei bis drei Stunden pro Einheit werden neben der Technik vor allem Kraft, Koordination, Schnelligkeit und Beweglichkeit ausgebildet. Für Olympia legt der Bundesverband in Zusammenarbeit mit dem DOSB Qualifikationsnormen fest, die zu offiziellen Wettkämpfen von den Sportlern erfüllt werden müssen. Darüber hinaus müssen in der Periode zu den Olympischen Spielen von den Nationalhebern bei internationalen Wettkämpfen durch Leistung Punkte gesammelt werden, welche

Max Lang ist Soldat in der Sportfördergruppe d und kann sich weitestgehend auf den Sport konzentrieren, auch wenn das Training bei Lehrgängen nur bedingt möglich ist. Wie jeder Leistungssportler schlägt er sich fast


PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

theber e.V. nd Deutscher Gewich

Seine Trainer trauen dem jungen Gewichtheber sehr viel zu, allerdings ist eine Olympiateilnahme nur noch über Umwege möglich. Die großen Qualifikationen sind durch und mit 3kg über Olympianorm ist Max Lang vorerst noch Ersatzmann. Deshalb stehen die Erwartungen an Olympia erst einmal an zweiter Stelle. Jetzt zählt es Leistung zu zeigen, um sich zu empfehlen. Trotzdem kommt der für den Chemnitzer AC startende Heber manchmal ins Träumen und stellt sich einen perfekte Wettkampf, eine jubelnde Menge und Blitzlichtgewitter vor. Die Konkurrenz im Mittelgewicht ist international jedoch

sehr stark, aber auch hier zählt die Tagesform. Möglich ist also alles, dies sieht auch Max Lang so: »Klar gibt es keine größere Motivation als Olympia selbst, deshalb kann ich mir gut vorstellen, bei einem guten Tag zur Höchstform aufzulaufen. Meine momentanen Bestleistungen stehen bei 152 kg im Reißen und 190 kg im Stoßen bei 77 kg Körpergewicht. Das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.«

Fotos: Bundesverba

immer mit kleineren Wehwehchen herum, größere Verletzungen blieben in jüngster Zeit aber aus. Dies ist besonders in Hinblick auf Olympia wichtig. »Mein Training hat sich im Vergleich zu den Vorbereitungen auf andere Wettkämpfe nicht groß verändert. Es wäre auch gewagt, in dieser wichtigen Zeit etwas Neues auszuprobieren«, so Max Lang. »Trotz alledem kann ich in Absprache mit den Trainern hier und da ein paar Änderungen oder Ergänzungen einbringen, aber das Grundsätzliche legen die Trainer fest. Mein Verein unterstützt mich in dieser Phase sehr und stärkt mir den Rücken, weil der Chemnitzer AC nicht nur mein Verein ist, sondern mit all seinen Trainern, Sportlern und Fans auch eine Art Familie ist.«

| 39


40 | PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

THEMA

W

as hat sie nicht schon alles erreicht? Europameisterin, Weltmeisterin, zweimalige Olympiateilnehmerin, mehrfache Deutsche Meisterin, Sportlerin des Jahres. Was könnte diese einmalige Karriere noch vergolden? Eine Medaille bei ihren dritten Olympischen Spielen! Dabei fing das Jahr für die

widerstandsfähige Physis, ein gutes Team von Ärzten und Therapeuten und eine ganz spezielle »Gedächtnislücke«, die es ihr ermöglicht, Verletzungen nach Abheilung zu vergessen und mit freiem Kopf in Training und Wettkampf zu gehen. Rund sechs Monate später war Christina Schwanitz schon wieder in einer Form, in der sie nicht nur 130kg auf der Bank drückte, sondern in Kassel auch ihre fünfte Deutsche Meisterschaft gewann und dabei auch

Christina Schwanitz 30-Jährige alles andere als ideal an. Christina Schwanitz zog sich im Januar einen Sehnenanriss in ihrer rechten Schulter zu und musste sich in erster Diagnose sogar mit dem Gedanken anfreunden, dass das Wettkampfjahr 2016 gelaufen sei. Zum Glück verfügt die gebürtige Dresdnerin über eine äußerst

noch eine Saisonbestleistung von 19,49 m stoß! Weltweit steht das sympathische Kraftpaket nun auf dem vierten Rang und gilt definitiv als Medaillenhoffnung in Rio. Nach ihrer selbstbewussten Einschätzung wird sich in Rio der Kampf um die vorderen Plätze zwischen ihr und der Konkurrenz aus China und den USA entscheiden. Sie selbst fühlt sich dieser Prognose gewachsen, vor allem, da sie im Training noch deutlich Luft nach oben sieht. Gehen wir also davon aus, dass es bei Olympia für Christina Schwanitz heißt: »Aller guten Dinge sind drei«.

Fotos: Andreas Bauer, Stefan Mothes, privat

Kugelstoßen LV 90 Erzgebirge


PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

| 41

Advertorial

Freiberger unterstützt Christina Schwanitz auf dem Weg nach Rio Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns diese – sehr erfreuliche und passende – Information. Die Wurzeln dieser Zusammenarbeit liegen jedoch schon etwas länger zurück. Nach der EM 2014 in Zürich gab Christina Schwanitz in ihrer gewohnt herzlichen und lockeren Art der Presse bekannt, dass sie bereits am Vorabend, wie vor jedem Wettkampf, aus Tradition entspannt ein Freiberger Pils getrunken habe und so nichts mehr schiefgehen konnte. Mit dieser Prognose lag sie richtig und auch die Brauerei vergaß diese spontane Sympathiebekundung nicht so schnell. Im Frühjahr 2015 entstand der erste Kontakt und Christina Schwanitz lernte zusammen mit ihrem Mann die in Freiberg beheimatete Traditionsbrauerei kennen. Unter dem Motto »Aus der Region, für die Region« ergab sich daraus eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Für die Freiberger Brauhaus GmbH ist Sportsponsoring zwar bei Weitem kein Neuland, doch wurden bisher zumeist Mannschaften und keine Einzelsportler unterstützt. Steffen Hoffmann, Geschäftsführer der Brauerei, ist von dem Engagement seines Unternehmens jedoch hundertprozentig überzeugt und sieht Christina Schwanitz auch als perfekten Botschafter ihres Sports: »Spätestens, wenn man Christina lachen hört, ist man dem Kugelstoßen verfallen«, so Hofmann mit einem Augenzwinkern. In der Öffentlichkeit zeigt sich die Zusammenarbeit über das neueste Produkte im Hause Freiberger. Ab sofort ziert »Freiberger Alkoholfrei Zitrone« das Auto von Christina Schwanitz. Die fruchtige Frische durch naturtrüben Zitronensaft gepaart mit dem hopfigen Geschmack von Freiberger Alkoholfrei passen gut zu der bodenständigen Sportlerin, die trotz ihres Status als eine der erfolgreichsten Athletinnen der Region auch gerne mal bei einem »Freiberger« das Gefühl von Heimat, Entspannung und Ruhe genießt.


42 | PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

THEMA

Vom Schwimmer zur Triathlon Goldhoffnung

P

aratriathlon ist Triathlon für Athleten mit einem körperlichen Handicap. International werden alle wichtigen Wettkämpfe, WM, EM, Paralympics (in Rio das erste Mal im Programm) über die »Sprintdistanz« ausgetragen (750m Schwimmen, 20km Radfahren, 5km Laufen). Es gibt fünf verschiedenen Startklassen, die nach Art der Behinderung unterscheiden. Drei Klassen davon sind bei der Premiere des Triathlons im Paralympischen Programm enthalten.

Wasser auszusteigen und auf dem Rad richtig Gas geben zu können.«, so Martin Schulz. Triathlon ist eine Leidenschaft, die Leiden schafft. Dazu zählen nicht nur das Training und der Wettkampf, sondern auch die privaten Einbußen. Seine Eltern, die nicht in Leipzig wohnen, hat Martin Schulz in diesem Jahr noch nicht oft gesehen. Urlaub gibt es bis Rio nicht. Gab es auch die letzten Jahre nicht wirklich viel. Martin Schulz arbeitet Teilzeit bei den Stadtwerken, danach Training, auch am Wochenende, wenn nicht gerade Wettkämpfe anstehen. In einer normalen Woche kommt er auf rund 25 Stunden reine Trainingszeit. Zusätzlich Physiotherapie, organisatorische Dinge und Termine für den Sport, Vor- und Nachbereitung des Trainings und natürlich Wegezeiten. Ab Juli ist der im betrieblichen Gesundheitsmanagement angestellte Bürokaufmann jedoch freigestellt, um sich ganz Olympia zu widmen. Die Qualifikation für Rio war für Martin Schulz fast schon ein zu erwartender Selbstläufer. Seit 2012 holte er bei jedem großen Event immer eine Medaille. In Rio wird Martin Schulz als Gold-Favorit gehandelt und hat die letzten vier Jahre – um dieser Favoritenrolle gerecht zu werden – auch komplett auf Olympia ausgerichtet. Den Großteil des Trainings steuern dafür seine beiden Heimtrainer

Martin Schulz Paratriathlon SC DHfK Leipzig Der Leipziger Martin Schulz ist in seiner Sportart einer der stärksten Athleten weltweit. 2012 war er bereits in London Olympiastarter, jedoch als Schwimmer, da dies für ihn die einzige Möglichkeit war, bei den Paralympics zu starten. Seit 2010 bekannt wurde, dass Paratriathlon olympisch wird, wusste Martin Schulz, dass er endgültig zum Triathlon wechseln wird. »Ich habe mich in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert und konnte schon mit recht wenig Lauftraining schnell laufen. Auf dem Rad war ich schon gleich nach dem Wechsel zum Triathlon einer der Stärksten und konnte ich mich sogar noch steigern. Mittlerweile ist es so, dass ich mich freue aus dem

in Absprache mit dem Cheftrainer der Nationalmannschaft bei. Auch wenn die Trainingsintensität höher ist, liegt der Schwerpunkt in der Trainingsplanung vor allem auf der Regeneration. Dabei muss sich der Leipziger vor allem bremsen, es durch seine Motivation nicht zu »überziehen«. Triathlon ist eine Ausdauersportart, die hartes Training verlangt. Die Angst, sich durch Über- oder Fehlbelastung zu verletzen ist ständig da. Durch das anspruchsvolle Training ist auch das Immunsystem oft angegriffen und man ist als Triathlet anfällig für Verletzungen. Größere Partys, Clubs oder Restaurants sind für Martin Schulz aktuell genauso tabu, wie der Versuch, sich bei anderen Sportarten Ablenkung zu verschaffen. Sein inneres Navi kennt nur einen Weg und der führt ohne Umwege nach Rio de Janeiro.


| 43

Fotos: DTU Jo Kleindl

PULSTREIBER MAG SOMMER 2016


44 | PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

THEMA

Über alle Kontinente nach Rio

W

asserspringen erfordert absolute Körperbeherrschung, Kraft und Koordination. Für die Jury muss dies bei aller Schwierigkeit spielerisch und elegant aussehen. Im Wettkampf gibt es Einzel- und Synchronspringen vom Brett (3m) und vom Turm (10m). Dabei werden bei den Damen fünf und bei

(max. 3x 10 Punkte), die höchste und die niedrigste Wertung werden gestrichen. Die Qualifikation für Rio beginnt bei den Wasserspringern mit nationalen Quotenplätzen, die man ein Jahr vorher bei EM und WM erkämpft. Die letzte Chance gibt es beim Weltcup ein halbes Jahr vorher. Jedes Land kann max. zwei Quotenplätze in den Einzeldisziplinen und einen pro Synchrondisziplin »erspringen«.

Tina Punzel

Für den Dresdner SC im »Team Rio« ist die 20-jährige Tina Punzel, die schon im Jugendbereich international Medaillen sammeln konnte. Mit 15 (!!!) qualifizierte sie sich bereits für die WM der Erwachsenen und konnte dort nicht nur Erfahrung und Motivation mitnehmen, sondern wurde auch von anderen Trainern entdeckt. Leider gab es für Olympia keinen Quotenplatz und somit auch keine Teilnahme für das damals erst 17-jährige Talent. In der neuen Trainingsgruppe, zu der auch Vizeolympiasieger Sascha Klein gehört, war die Enttäuschung aber schnell

Wasserspringen Dresdner SC den Herren sechs Sprünge absolviert. Jeder Sprung hat einen bestimmten Schwierigkeitsgrad - dieser wird dann mit den Noten der Kampfrichter multipliziert


vergessen und neue Erfolge gaben Kraft. Tina Punzel gewann 2013 bei der EM in Rostock überraschend Gold vom 3m Brett und 2015 kam noch 3x Silber und 2x Bronze dazu. Beim Weltcup 2016 sicherte sich Tina mit ihrer Synchronpartnerin Nora Subschinski alle möglichen Quotenplätze von 3m und machte mit dem Sieg bei der Deutschen Meisterschaft Ende Juni »den Sack zu«. Für Rio wünscht sich Tina Punzel den Einzug ins Finale, um dort »rauszuholen was geht«. Im Synchron wäre ein Platz unter den Top-6 ihr Ziel. Und wer weiß, was möglich ist, wenn die Konkurrenz Nerven zeigt und man selbst über sich hinauswächst? Trotz Qualifikation kann die Dresdnerin jetzt aber keinen Gang runterschalten. Da das Wasserspringen 2016 erstmals im Freien stattfindet, stehen jetzt viele Lehrgänge in Italien oder der Türkei an, um sich speziell darauf vorzubereiten. In der Sportfördergruppe der Bundeswehr

kann sich Tina Punzel voll auf das Training zu konzentrieren und ist finanziell abgesichert. Dadurch bleiben auch mal ein paar Stunden Zeit, um »runterzukommen« oder Freunde zu treffen. Das war gerade in Tina Punzels Abiturphase letztes Jahr kaum möglich. Trotzdem hatte und hat die junge Dresdnerin Spaß an ihrer sportlichen Berufung. Egal, was am Ende in Rio passiert: Wie viele junge Damen gibt es denn, die mit gerade mal 20 Jahren bereits alle Kontinente bereist haben und schon jetzt zur Elite ihres Sports gehören?

| 45

Fotos: Dresdner SC, Imago

PULSTREIBER MAG SOMMER 2016


46 | PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

THEMA

Yul Oeltze Kanurennsport SC Magdeburg

Aus dem Rennen, nicht aus der

B

eim sogenannten »Canadier« bzw »Kanadier« handelt es sich um ein Kanu, welches von einer, zwei oder auch vier Athleten kniend mit Stechpaddeln bewegt wird. Der Zweier-Canadier der Herren ist im Kanurennsport (500 und 1000 Meter) sowie im Kanuslalom olympische Sportdisziplin. In dieser Disziplin kämpfte auch Yul Oeltze vom SC Magdeburg um die Qualifikation zu den Olympischen Spielen. Dass die nationale Konkurrenz sehr stark ist, erfuhr der Magdeburger bereits im letzten Jahr, als er sich beim Weltcup der starken innerdeutschen Konkurrenz beugen musste. Zusammen mit seinem Partner Erik Leue griff der 22-Jährige Anfang Mai noch einmal in Duisburg an, um den Quotenplatz im Zweier-Canadier zu holen. Leider fehlten dem Duo rund sechs Sekunden, um sich ganz vorne zu platzieren. Für den SC Magdeburg war dies natürlich ein Debakel, da

auch Kanute Michael Müller zwei Wochen später den Quotenplatz verfehlte und somit kein einziger Kanute die Farben des Vereins in Rio vertreten kann. Für den erfolgsverwöhnten Deutsche KanuVerband sieht es ähnlich aus: Da kein anderes Duo die Chance nutzte, wird bei den Olympischen Spielen 2016 kein deutscher Canadier-Zweier an den Start gehen. Während der 31-jährige Erik Leue unter Umständen über ein KarriereEnde nachdenkt, bleibt für den jungen Yul Oeltze trotz Enttäuschung zumindest die Gewissheit, in einem Alter zu sein, in dem man als Kanute mindestens noch einen Olympiazyklus vor sich hat. In den kommenden Jahren gibt es für den Magdeburger sicherlich noch einige internationale Highlights, bei denen er in seiner Sportart reifen und Medaillen sammeln kann.


PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

| 47

Fotos: Magdeburger Sportmarketing GmbH

aber Spur


PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

| 49

So

Kohlhau-Mountain-Cup

14 August

Duathlon Beim Kohlhau-Mountain-Cup handelt es sich um einen Duathlon, welcher im Jahr 2016 bereits zum 17. Mal ausgetragen wird. Allerdings ist das kein gewöhnlicher Duathlon. Normalerweise wird ja gelaufen und Rennrad gefahren. Beim Kohlhau-Mountain-Cup schwimmen die Teilnehmer jedoch und schinden sich danach mit dem Mountainbike rund um die Kohlhaukuppe. Nur bei dem allerschlimmsten Wetter wird auf die Option des Laufens ausgewichen. Teilnehmer sollten also vorsichtshalber ihre Laufschuhe einpacken.

Fotos: SG Geising e.V. / Kohlhau-Mountain-Cup

Gestartet wird in acht Kategorien. Zusätzlich wird im Rahmen des Kohlhau-Mountain-Cups zum 12. Mal eine Etappe der Fahrrad-Spartakiade Erzgebirge durchgeführt. Hier können Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 16 Jahren in sechs Wertungsklassen an den Start gehen. Alle Teilnehmer der Fahrrad-Spartakiade erhalten eine Urkunde, die drei Erstplatzierten erhalten ihre Urkunde inkl. einem Sachpreis bei der Siegerehrung und alle anderen Platzierten können Ihre Urkunde per Email anfordern. Start und Ziel der Veranstaltung befinden sich im Freibad Hüttenteich Geising. Bis zum 8. August kann die Anmeldung zu ermäßigten Preisen erfolgen. Bei der Veranstaltung besteht absolute Helmpflicht. Kohlhau-Mountain-Cup So, 14. August 2016 | 9:30 Uhr Naturbad Hüttenteich

Anzeige

Hüttenteich 1, 01778 Altenberg www.kmc-geising.de www.fahrrad-spartakiade.de

Unbenannt-2 1

22.06.16 14:41


50 | PULSTREIBER MAG SOMMER 2016

TERMINE / IMPRESSUM

Anzeige

IMPRESSUM PULSTREIBER Chemnitz & Umland Herausgeber Stefan Mothes Herausgebender Verlag von Schellbach & Mothes - Agentur und Verlag Inhaber: Stefan Mothes Boderitzer Straße 91, 01217 Dresden Tel.: 0351 - 44039895 Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, Übernahme in elektronische Datenverarbeitungsanlagen, Verwendung zu Werbezwecken sowie Benutzung der Eintragungen für gewerbliche Adressveräußerungen sind untersagt. Für unverlangt eingesandte Produktmuster, Fotos und Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Erscheinungsweise PULSTREIBER erscheint kostenfrei im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter in Chemnitz & Umland Auflage 10.000 Exemplare pro Ausgabe Chefredaktion Stefan Mothes (V.i.S.d.P.), Tel.: 0351 - 44039895, chemnitz@pulstreiber.de Anzeigen Stefan Mothes, Tel.: 0351 - 44039895 Art Direction der treibstoff - kreative kommunikation Boderitzer Straße 91, 01217 Dresden Tel.: 0351 - 4764770 www.dertreibstoff.de Verteilung verteilbar Media Zuger straße 9, 09599 Freiberg tel.: 03731 - 306247 www.verteilbar.de Druck Möller Druck und Verlag GmbH Zeppelinstraße 6, 16356 Ahrensfelde OT Blumberg www.moellerdruck.de Fotos Namentlich nicht aufgeführte Fotos wurden vom Auftraggeber zur Verfügung gestellt. Pulstreiber im Web www.pulstreiber.de www.facebook.com/pulstreiber

,

Geballte Faust

Geballtes Wissen

Sportliche Buchvorstellungen, Interviews, Produktvorstellungen und Trainingstipps unter www.pulstreiber.de


ONLINE-SHOP: INDIVIDUELLE TEAMBEKLEIDUNG:

NEU: Werksverkauf

Direkt an der A4 Abfahrt Wüstenbrand Eichelbergstraße 16 09212 Limbach-Oberfrohna Mo-Fr: 10-17 Uhr


DON‘T WORRY BUY LUCKY ! WAREN KE GU I B

T AU E N S Z UN A H SER ER LU NG (P T )

E AB R E 16 7. ND 1.0 R A E IS 3 G Ü LTIG B OD GEN W ER B UN

25€

IN CHE TS

LUC KY

WWW.LUCKY-BIKE.DE

IN BO E N EM GE R R A E IN K AN BA N AU E BA DE F VO IN TT N 7 5 €, NI CH T MI T KE EN R, /CO A B R U PO N S K O M BINIE

LUCKY BIKE CHEMNITZ – IM EHEMALIGEN DIAMANTWERK Nevoigtstr. 6, 09117 Chemnitz1 Mo-Fr 10-19, Sa 9-18 Uhr geöffnet P Kundenparkplatz kostenlos

Schon 21x in Deutschland

DIE GANZE FAHRRADWELT IN CHEMNITZ

Markenräder günstig.

PULSTREIBER Chemnitz Ausgabe 19 - Sommer 2016  

Sommer-Ausgabe des Chemnitzer Sportmagazins PULSTREIBER

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you