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Paule Pulmo hŠ Poppi-Buc

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und der Ăœberraschungsgast


Es ist tiefer Winter. Die Bäume ächzen unter der schweren Schneelast, die schon seit Wochen auf ihnen lastet. Selten wirft die blasse Sonne ein fahles Licht auf die gefrorene Landschaft. Doch ganz klein, am Fuße des großen Baumes, strahlt ein warmes, goldenes Licht aus der Wurzelhöhle.

1. Aufflage, Juni 2014 · © PRINT + ONLINE PRODUKTION · www.poppi-buch.de Alle Rechte vorbehalten • Illustrationen: Kristina Gehrmann


Selo ist ganz aufgeregt. Gerade hat er das Paket bekommen, auf das er schon so lange wartet. „Was hast du dir denn bestellt?“, fragt Paule Pulmo neugierig.

„Das sind meine Pfirsiche“, schwärmt der kleine Zwerg, „frische Pfirsiche aus Südchina. Die gibt es doch sonst nicht im Winter, und Pfirsiche sind meine allerliebste Speise.“ 2


„Pfirsiche? Aus China? Was soll da noch frisch sein? Die sind um die halbe Welt gereist“, empört sich Paule Pulmo. „Hast du denn nicht nachgedacht, wie weit weg das ist? Wir haben doch Äpfel. Die wachsen überall bei uns. Und man kann die prima einlagern.“ Paule Pulmo zeigt stolz sein Winterlager.

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Selo schaut bedröppelt auf sein großes Paket. „Daran hab‘ ich nicht gedacht“, seufzt er niedergeschlagen. „Äpfel mag ich am zweitliebsten. Doch am aller, allerliebsten Pfirsiche...“

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„Na komm“, muntert Paule Pulmo seinen Freund auf, „lass uns nachsehen, was nach der langen Reise übrig geblieben ist. Hast du das Rascheln gehört?“

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Voller Spannung reiĂ&#x;en die Beiden Schicht um Schicht des gut verpackten Paketes auf, bis sie in einem Berg von Papierschnipseln stehen.

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Doch vor ihnen sind keine leckeren Pfirsiche, sondern nur noch ein Stapel Kerne. Und ein kleines, 채ngstliches Fellb체ndel mit kleinen, runden Ohren und zwei riesigen Augen, die sie fragend anschauen.

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Noch bevor die Zwerge begriffen haben, was sie da gerade gesehen haben, ist der kleine Kerl auch schon verschwunden. In der ganzen Wurzelhรถhle kรถnnen sie ihn nicht finden. Auch die Zwillinge Leon und Leni helfen suchen.

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Bis sich Selo in die Vorratskammer schleicht und einen Apfel stibitzt. „Hier ist er!“, ruft er den anderen zu und wundert sich.

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Das Tier hat sich um das Regal geklammert und schläft nach unten hängend tief und fest. Auch mit vereinten Kräften bekommen sie ihn nicht los. Dabei haben sie ihm so eine kuschelige Schlafkiste vorbereitet. „Na gut“, sagt Paule Pulmo, „wenn er hier hängen will, dann soll er doch. Ich werde erstmal nachschlagen, was wir eigentlich gefunden haben.“

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Gebannt blicken die Freunde auf Paule Pulmo. Der studiert sein großes Buch, in dem immer die spannendsten Dinge aus aller Welt erklärt sind.

„Das muss ein Zwerglori sein“, verkündet er feierlich. „Der kleinste Vertreter der Plumploris, ein nachtaktiver Baumbewohner und wie Selo ebenfalls ein Fruchtliebhaber.“ Schnell versteckt Selo den Apfel hinter seinem Rücken. 12


„Was machen wir denn jetzt mit dem Zwerglori?“, fragt Leni. „Der kann doch nicht hier bleiben. Der will doch bestimmt zurück zu seinen Freunden und seiner Familie.“ „Da hast du sicher Recht, Leni“, murmelt Paule Pulmo nachdenklich.

„Können wir den nicht einfach so zurückschicken, wie er gekommen ist?“, fragt Leon. „Ich baue eine gemütliche Transportkiste und ab geht die Post!“ 13


Eifrig bauen die Zwerge an der komfortablen Transportunterkunft. Es ist schon tiefe Nacht, als sie fertig sind.

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„Und wie bekommen wir den Zwerglori da jetzt hinein?“, fragt Leni. „Gute Frage“, antwortet Paule Pulmo etwas ratlos. „Na mit Äpfeln“, sagt Leon, „die mag er doch mindestens so gern wie unser Selo – oder? Wo ist der eigentlich?“ 15


Da hören sie nebenan ein wildes Kichern. Als sie die Tür zum Vorratsraum aufmachen, staunen sie nicht schlecht. Selo und der Zwerglori sitzen auf dem Apfelregal. Der Halbaffe jongliert geschickt mit ein paar Äpfeln.

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Er wirft zwei in die Luft, und beide schnappen sich vergn端gt einen mit dem Mund. Dann fl端stert der Zwerglori Selo was ins Ohr. Der Zwerg muss herzhaft lachen.

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„Du verstehst, was er sagt?“, fragt Paule Pulmo ungläubig. „Nein, kein Wort. Ist aber trotzdem lustig“, lacht Selo vergnügt. Da muss die ganze Zwergenbande mitlachen. Das animiert den Baumbewohner aus China zu weiteren Späßen, so dass die lustige Runde beinahe vergessen hätte, was sie vorhatten.

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„Wie sollen wir denn nun das putzige Kerlchen in die Kiste kriegen?“, flüstert Leon. „Bald wird es hell. Dann schläft der wieder ums Regal gewickelt. Das mit den Äpfeln können wir vergessen. Die hat er mit Selo komplett verdrückt!“ Nun weiß auch Paule Pulmo keinen Rat mehr.

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Plötzlich geht die Tür auf und Pauline tritt hinein. Feierlich präsentiert sie den anderen eine geheimnisvolle Tüte: „Freunde, meine neuen Fruchtbonbons sind endlich fertig!“, verkündet sie stolz. „Ach, deshalb durfte ich wochenlang nicht in die Küche“, antwortet Paule Pulmo.

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„Ja, die sind mit ganz viel Apfel und Pfirsich“, erklärt Pauline und öffnet die Tüte. Sofort strömt ein herrlich fruchtiger Duft durch das Zimmer. Selo bekommt ganz große Augen und der Zwerglori springt aufgeregt umher. Als Pauline einen Fruchtbonbon herausholt, klettert er geschwind auf ihren Arm und schnappt sich das fruchtige Vergnügen.

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Mit Paulines neuen Fruchtbonbons ist es kein Problem, den putzigen Fellkameraden in seine bequeme Reiseunterkunft zu locken. „Guck mal. Ich glaube, er freut sich schon auf zu Hause“, sagt Paule Pulmo.

„Ja, und mit dem kleinen Bonbonvorrat macht das Reisen besonders viel Spaß“, pflichtet Pauline bei.

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Kurz darauf hören sie ein zufriedenes Schnarchen aus der Box. Die Sonne ist aufgegangen. Bald wird das Paket abgeholt und macht sich auf den Weg zurück nach Südchina.

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Zu Tode geliebt – ein Loris ist kein Haustier! Plumploris gehören zu den bedrohtesten Primatenarten der Erde. Sie sind streng geschützt und werden dennoch gejagt, verstümmelt und als niedliche Haustiere missbraucht. Die kleinen Affen mit den großen Augen brauchen dringend unsere Hilfe. Mit ihren riesigen braunen Augen und dem weichen Fell sind Plumploris als niedliche Haustiere weltweit begehrt. Alle fünf Arten der südostasiatischen Loris stehen auf der Roten Liste. Internationales Recht verbieten den Handel mit Plumploris – dennoch werden jährlich Tausende von ihnen gewildert. Sie landen auf Tiermärkten in Indonesien oder werden nach Japan, Russland, China und Europa geschmuggelt – angeboten auch über das Internet. Bis zu 2.500 US-Dollar zahlen Kunden für ein exotisches Haustier. Weitere Informationen: http://www.regenwald.org/ David Haring - Duke Lemur Center

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© © � 16 � unterstützt Mit Poppi-Buch  49  unterstützt Poppi den Verein: AG den: Mit Poppi-Buch die Serumwerk Bernburg

Förderverein Dahme-Spreewald Netzwerk Gesunde Kinder e.V.

Gut begleitet ins Leben starten: Damit Kinder gesund aufwachsen Zur Gesundheit gehört mehr als körperliches Wohlergehen. Wissen, was gut für das Baby ist, positive Beziehungen und viele weitere Aspekte sind Teil für die bestmögliche Entwicklung eines Kindes. Das Netzwerk Gesunde Kinder schult ehrenamtlich tätige Patinnen und Paten zu wichtigen Themen rund um Kindergesundheit. So können sie einfühlsame persönliche Ratgeber in einer neuen Lebensphase sein und geben wertvolle Tipps bei Fragen und Problemen im Umgang mit dem Baby. Sie lernen Angebote für Familien in der Region kennen und stärken als ehrenamtlich Engagierte die Kompetenzen der Familie. Ein gemeinnütziger Förderverein unterstützt das Netzwerk Gesunde Kinder im Landkreis Dahme-Spreewald. So sind gezielte Hilfen möglich, die das gesunde Aufwachsen unterstützen. Telefon: 03375 288-403 • Fax: 03375 288 702 • gesunde-kinder@klinikum-ds.de Wenn Sie das „Netzwerk Gesunde Kinder“ direkt unterstützen möchten, bitten wir um Ihre Spende unter dem Stichwort „Poppi-Buch 49 12“ auf das Konto:

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Paule Pulmo und der Überraschungsgast  

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