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Inhalt 3 

Einblick in unsere Redaktion 

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Straßenumfrage: Was machen sie für die  Umwelt? 

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Hilfe die ankommt 

Eine Woche mit völlig 

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Jute statt Plastik 

fremden Menschen das  umfangreiche Thema  Klimawandel zu bearbei‐ ten ist eine Fairsuchung.  

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Kaufen sie fair? 

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Produktfotos

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Eine Weltladen Fotos 

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Konsumgang

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Wie der Konsum unsere Welt zerstört 

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Stoff, der um die Welt geht 

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Konsum in Hamburg 

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Welthandel H&M 

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Das sind wir! 

Diese völlig fremden  Menschen sind Schüler,  die sich in ihren Ferien  zusammengesetzt haben,  um die Themen Klima‐ wandel und Fair Trade  fotografisch und journa‐ listisch zu Papier zu brin‐ gen.  Und raus gekommen ist  dieses Heft... 

Impressum  Fairsuchung  entstand  in  einer  fotojournalistischen  Projektwerkstatt  der  Jungen  Volkshochschule  Hamburg  Mitte  im  Herbst  2010.  Innerhalb  von  insgesamt 20 Stunden interviewten, schrieben, fotografierten, bearbeite‐ ten und gestalteten 13 Jugendliche zwischen 10 und 15 Jahren diese Bro‐ schüre.  Bild und Text Redaktion:   Katja  Borisova,  Jonas  Fährmann,  Lena  Hörmann,  Mathis  Hörmann,  Lara  Klein, Nina Öhlckers, Joel Patzwald, Jonas Pfütze, Jade Smukat, Ludovica‐ Taurit, Aylin Uygun, Donata Welzel, Kaja Zapp  Dozentinnen/Kontakt:  Sabine Petri‐Wolff (Foto)  Mail: Sabine.Petri‐Wolff@web.de, Tel: 0176 ‐ 222 133 86  Silke Häußler (Text)  Mail: silke.haeussler@t‐online.de, Tel: 0174 ‐ 989 74 34 


Gisela Petersen arbeitet ehrenamtlich in Fair und Flair, einem Laden in der Rathauspassage der Fair Trade Produkte anbietet.

Woher kommt Fair Trade? Gisela Petersen: Fair Trade entstand 1959 in den Niederlanden und kam etwa 16 Jahre später nach Deutschland. Das erste Produkt, das fair gehandelt wurde, war Kaffee. Wie viel teurer sind Fair Trade Produkte im Gegensatz zu nicht fair gehandelter Ware? GP: Die Fair Trade Produkte sind manchmal doppelt so teuer wie normale Produkte. Zum Beispiel kostet 250 Gramm fair gehandelter Kaffee bei uns fast vier Euro, nicht fair gehandelten Kaffee gibt’s in dieser Menge schon für die Hälfte des Preises. Und wofür wird das Geld genutzt? GP: Die Kaffee-Anbauer bekommen einen fairen Preis und keinen Hungerlohn wie sonst üblich. Außerdem werden bildungs- und medizinische Einrichtungen davon finanziert. Oft müssen Kinder mitarbeiten, ist das auch bei Fair Trade so? GP: Nein. Sie gehen in die Schule, denn sie sind bis 14 Jahre schulpflichtig. Wird der faire Handel kontrolliert? GP: Ja, kleinere Gruppen von Entwicklungshelfern beobachten die Arbeit vor Ort und die Gelder werden über Computer kontrolliert.

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Welche Fair Trade Produkte gibt es? GP: Hauptsächlich Nahrungsmittel, außerdem Taschen, Seidentücher und Kunstartikel.


Produkte aus dem Privatbereich

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Wie der Konsum Text: Jonas Pfütze, Mathis Hörmann Fotos: Donata Welzel, Joel Patzwald, Jonas Fährmann

Frederic, der sein freiwilliges ökologisches Jahr beim Bund (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) macht, führt uns auf seiner „KonsuMensch Stadtführung“ vom Hauptbahnhof zu einem Schaufenster mit Nike Kleidung und als letztes zu einem Jeansschaufenster.

fragt uns: „Wisst ihr wo das Geld, das ihr für einen Turnschuh bezahlt, hingeht?“ Wir wussten es nicht, aber dann stellt er uns einzelne Fragen dazu. „Wo denkt ihr geht der meiste Anteil hin?“ Wir antworteten: „An den Einzelhändler!“ Mit 50 Prozent ist er der, der am meisten an einem Turnschuh verdient. Das Marken-Unternehmen bekommt 15 Prozent, die Forschung elf, die Werbung sieben, das Material verschlingt acht und der Transport fünf. Am wenigsten verdient der Näher: Nur vier Prozent. Ein Arbeiter in China, der einen Turnschuh für 100 Euro herstellt, bekommt dafür circa 40 Cent pro Schuh. Ein Arbeiter müsste aber76 Cent bekommen, um gut zu überleben. Alles darunter ist nicht fair.

Er hat ein laminiertes Bild eines Turnschuhes mitgebracht, dessen auseinandergeschnittene Teile die Geldanteile der einzelnen Empfänger für einen verkauften Turnschuh symbolisieren. Wir stehen in einem Halbkreis um Frederic und seinem KonsuMensch-Einkaufswagen und er

Wir stehen an der nächsten Station und befinden uns vor einem H&M Schaufenster Keiner von uns weiß, wie viele Kilometereine Hose zur Fertigstellung schon zurückgelegte. Es sind mehrere 1.000 Kilometer! Entworfen werden die Hosen am Hauptsitz von H&M in Schweden.

Von dem Geld, das wir für Turnschuhe bezahlen, bekommen vier Prozent die Näher und Arbeiter, an ohne die wir keine Jeans hätten.

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unsere Welt zerstört .

Dann geht die Baumwolle von Indien nach China, um dort zu Garn verarbeitet zu werden. Im Taiwan wird die Garnfarbe mit deutschen Maschinen hergestellt und in Polen dann der Stoff gewebt. Auf den Philippinen nähen Arbeiter sie zusammen. Um die Schilder, auf denen steht mit wie viel Grad man sie waschen soll, hinein zu nähen, kommt die Jeans nach Frankreich und soll sie verwaschen sein, bringt man sie noch nach Griechenland. Die Jeans werden in großen Fabrikhallen genäht, in denen 45 Grad Hitze herrschen. Die Menschen, die dort nähen, haben keine Arbeitsrechte, weil sie in einer Sonderwirtschaftszone arbeiten. Es gibt nur drei festgelegte Pinkelpausen und wer nicht auf seinen Platz pinkeln will, vermeidet es zu trinken. Eine andere Möglichkeit ist es, einfach in die Hose zu machen. Aber wer möchte dann noch weiterarbeiten? Kranke werden aus der Halle gebracht und ihr Platz sofort wieder neu besetzt.

Wenn wir eine alte Jeans dann in eine Altkleidersammlung geben, wird sie in die Niederlande und von dort nach Afrika gebracht und verkauft. Viele Menschen in armen Ländern können sich auch diese Kleidung nicht leisten, weil sie nun mal so arm sind.

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Fairsuchung  

Artikel von Schülern zum Thema Fairtrade