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41. JAHRGANG

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4 In diesem Heft

Titelt hema Zufriedenheit: Das wahre Glück „Hauptsache, ich bin zufrieden!“ In der Floskel steckt eine überraschend zutreffende Lebenseinsicht. Intensive Glücksmomente sind kurz und rar, und wer ihnen ständig hinterherjagt, versäumt das Gros der schönen Zeiten und übersieht die Essenz des guten Lebens: die Zufriedenheit. Sie ist die langlebigste und tiefgreifendste Form des Wohlbefindens – der Friede mit sich selbst, das wahre Glück.

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Susie Reinhardt

Zufriedenheit: Das wahre Glück ■

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Margit Schlesinger-Stoll

Psychotherapie am Monitor

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Thomas Fuchs im Gespräch

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Michael Holmes

Kooperative Intelligenz: Die Logik der sozialen Gefühle ■

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Eva Tenzer

Frauen: Kein Verhältnis zur Macht? ■

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Karl Jaspers: „Dem Kranken als erlebendem Menschen begegnen“ ■

Jonathan Haidt im Gespräch

„Moral kann nicht in die Köpfe gehämmert, sie muss im System verankert werden“ ■

28

Andreas Maercker im Gespräch

„Online-Psychotherapien sind gleichwertig“ ■

Eva Tenzer

Emotionales Essen: Futtern für die Seele ■

20

Joseph Forgas im Gespräch

„Glück kann unaufmerksam und verführbar machen“ ■

70

Ralf Rothmann im Gespräch

„Wo kein Selbstzweifel ist, da ist Stillstand“

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In diesem Heft

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Futtern für die Seele

Therapie am Monitor

Wo Frust ist, da sind auch Sahnetörtchen. Wer sich ärgert, niedergeschlagen oder überfordert fühlt, greift gern zu kalorienreichen Nahrungsmitteln. „Emotionales Essen“ ist eine instinktive Strategie zum Aufhellen der Stimmung. Leider läuft sie rasch aus dem Ruder. Das Gegenmittel: Bewusst genießen!

Ein Ratgeber war das Internet von Anfang an. Inzwischen ist es auch ein Behandlungsmedium: Mit strukturierten Programmen durchlaufen Patienten eine komplette Psychotherapie, ohne dem Therapeuten ein einziges Mal leibhaftig zu begegnen. Die Erfolge sind verblüffend.

32

8 Themen & Trends

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52 Gesundheit & Psyche

Wendepunkte: Was uns aufblühen lässt

Demografie: Dement werden wir später

Hirnhälften: Die Mär von den Rechtsdenkern

Kunsttherapie: Lasst Bilder sprechen!

Männer: Eifersüchtig auf Frauenerfolg

Jugendliche: Glaube schützt vor Sucht

Kinder: Wie sie ihre Eltern erziehen

Spuren: Das Gesicht der Übernächtigung

Und weitere Themen

Und weitere Themen

Rubriken 6 8 19 52 82 93 94 95

Briefe Themen & Trends Impressum Gesundheit & Psyche Buch & Kritik Cartoon Im nächsten Heft Markt

82 Buch & Kritik ■

Arbeit: Schaffen wir sie – oder schafft sie uns?

Identität: Das Ich in der durchökonomisierten Gesellschaft

Erfolg: Ist Charakter wichtiger als Intelligenz?

Karnismus: Warum wir Hunde streicheln und Kühe essen

Und weitere Bücher


20 Titel

ZUFRIEDENHEIT DAS WAHRE GLÜCK Sie steht im Schatten des großen Glücks: die Zufriedenheit. Alle wollen glücklich sein, selten sagt jemand: Hauptsache, ich bin zufrieden. Das klingt zu sehr nach Bescheidenheit und Resignation. Dabei haben gerade zufriedene Menschen das wirkliche Glück gefunden: ihren Seelenfrieden. Was genau macht Zufriedenheit aus? Wie können wir zufrieden werden? ■

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lück ist eine Emotion, die sich alle Menschen wünschen, eigentlich andauernd – und gleichzeitig finden die meisten, dass sie es viel zu selten bekommen. Die Frage „Wie kann ich glücklich werden?“ beschäftigt Dichter, Philosophen, Theologen und Psychologen seit Jahrhunderten, in den letzten Jahrzehnten haben auch Wissenschaftler aus anderen Fachgebieten sie aufgegriffen. Trotzdem kennen wir immer noch kein einfaches Rezept für ein glückliches Leben. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass wir dem „falschen“ Glück hinterherlaufen. Was wir heute genau unter „Glück“ verstehen, was die verwandten Begriffe „Freude“ und „Zufriedenheit“ bedeuten, untersuchte Philipp Mayring von der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt. Der Psychologieprofessor sichtete die

Susie Reinhardt

einschlägige Literatur und leitete Beschreibungen für verschiedene Zustände des Wohlbefindens ab: Freude ist ein starkes Gefühl, das meist als Reaktion auf eine angenehme Situation auftritt. Freude ist eher kurzfristig, wir fühlen uns lebendig und vital. Das Gegenteil der Freude stellt das Unwohlsein dar. Glück bezeichnet das intensivste Wohlbefinden, das Menschen kennen. Das Gefühl ergreift die ganze Person, es ist langanhaltender als Freude, aber kürzer als Zufriedenheit. Glück strahlt auf andere ab, macht aufgeschlossener. Oft steht es in Zusammenhang mit Dingen, die über die eigene Person hinausgehen – wir erleben Glück in sozialen Situationen oder im Einklang mit der Natur. Das Gegenteil von Glück sind Trauer und Depressionen.

Zufriedenheit ist das stabilste gute Gefühl. Sie ist ein ruhigerer Gefühlszustand als Freude und Glück, wirkt eher im Hintergrund des Erlebens. Zufriedenheit basiert auf einer positiven Grundstimmung, auf grundlegender Lebensbejahung. Sie ist kognitiv geprägt, tritt als Ergebnis von Denkprozessen wie dem Vergleichen und Abwägen auf. Zufriedenheit beinhaltet IchErweiterung und Überwindung. Ihr Gegenpol ist die Unzufriedenheit. Diese drei positiven Gefühlslagen sind nicht nur unterschiedlich stabil, sie haben auch verschiedene Wurzeln. Grundsätzlich sind Stimmungen vorübergehende Zustände, die sich schnell wandeln können und oft von der Situation abhängen. Daneben gibt es Gefühlslagen, die auf Eigenschaften der Person gründen. Liegt so ein Wesenszug


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Titel 21

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28 Titel

„Glück kann unaufmerksam und verführbar machen“ Der Psychologieprofessor Joseph Forgas ist überzeugt: Um ein zufriedenes Leben führen zu können, sollte man auch negativen Emotionen einen Platz einräumen

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Titel 29

Herr Professor Forgas, manche Leute halten Sie für einen Propheten des Trübsinns! J O S E P H F O R G A S Ach was! Ich bin ganz sicher kein Prophet des Trübsinns, das will ich gleich klarstellen. Was ich allerdings sage: Es ist nett, glücklich zu sein. Aber emotionale Schwankungen gehören nun mal dazu. Das hat evolutionäre Gründe und wirkt sich täglich auf die Entscheidungen aus, die wir treffen. P H Das sehen viele Ihrer Kollegen aber anders, vor allem die Fans der positiven Psychologie. F O RG A S Ja, die erzählen uns, dass es immer und überall das Beste ist, wenn wir glücklich sind. Am besten rund um die Uhr. PH Aber Sie können den Menschen doch nicht vorwerfen, dass sie glücklich sein wollen! F O R G A S Das mache ich ja auch nicht. Es ist die natürlichste Sache der Welt, dass wir lieber glücklich als unglücklich sind. Die Suche nach Glück ist eine der grundlegenden Eigenschaften des Menschen. Manche wie der britische Philosoph David Hume im 18. Jahrhundert sehen im hedonistischen Streben sogar das wichtigste Prinzip, das menschliches Verhalten erklären kann. Aber wenn ich die Ergebnisse der modernen Psychologie betrachte, kann ich eines sagen: Die Natur hat uns ganz sicher nicht dazu gemacht, vorwiegend glücklich zu sein. Beispielsweise hat der Neurowissenschaftler António Damásio nachgewiesen, dass es das gesamte emotionale Repertoire braucht, um als Mensch sozial zu funktionieren. Es ist doch auffallend, dass unser emotionales Repertoire trotz der steten Suche nach Glück stark verzerrt ist in Richtung negative Emotionen. Nur zwei der sechs Basisemotionen des Menschen sind positiv: Glück und Überraschung. Dem stehen vier negative Emotionen gegenüber: Angst, Wut, Ekel und Trauer. Die gehören einfach zu uns. Die Menschen früherer Epochen haben das intuitiv akzeptiert. P S YC H O L O G I E H E U T E

Vielleicht sogar kultiviert? O ja, die Leute haben die negativen Emotionen als wertvollen Teil der menschlichen Erfahrungswelt anerkannt. Viele der größten Errungenschaften des menschlichen Geistes wurden geboren aus Trauer, Missstimmung und sogar Depression. Unzählige Werke der klassischen westlichen Literatur handeln davon, wie negative Gefühle heraufbeschworen werden. Seit der griechischen Antike gibt es mehr Tragödien als Komödien. Schauen Sie nur auf Shakespeare. In Kunst und Literatur wird Fröhlichkeit locker von der Ernsthaftigkeit abgehängt. Seit jeher geben die Künste den

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FORGAS

„Die Natur hat uns ganz sicher nicht dazu gemacht, vorwiegend glücklich zu sein“

Der gebürtige Ungar Joseph Forgas flüchtete Ende der 1960er Jahre in den Westen. Seitdem ist er auch Deutschland verbunden, war Professor an der Universität Gießen, Gastprofessor an den Universitäten Mannheim und Heidelberg und erhielt den Alexander-von-Humboldt-Forschungspreis. Dass die Ungarn quasi angeboren zur Melancholie neigen, hält er für ein unbewiesenes Gerücht. Auf Besuch in seinem Geburtsland wundere er sich trotzdem immer wieder, wie negativ seine Landsleute durchs Leben gingen – im Vergleich zu den Menschen in seiner jetzigen Heimat Australien. „Aber sie haben auch einen Grund dafür“, sagt der Psychologieprofessor an der University of New South Wales in Sydney und verweist auf die von Leid geprägte Geschichte Ungarns. Ob ein Ungar nun per se prädestiniert ist, das Gute an der Traurigkeit zu erforschen, bleibt also dahingestellt.

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Menschen wertvolle Hinweise darauf, wie sie mit ihrer vollständigen Gefühlswelt umgehen sollten. Also auch mit Traurigkeit – oder besser gesagt: gerade mit Traurigkeit. In diesem Licht bieten zum Beispiel große literarische Werke etwa von Tschechow oder Ibsen eine Art Selbsthilfe. P H Man kann ja irgendwie begreifen, dass Angst, Wut und Ekel eine Funktion im Sinne der darwinschen Evolution erfüllen. Dass sie den Menschen also einen Überlebensvorteil sichern. Aber was ist mit Trauer? F O R G A S Stimmt: Angst bereitet den Organismus vor, zu fliehen,Wut zu kämpfen und Ekel, gefährliche Krankheitserreger zu vermeiden. Aber lange Zeit wussten wir einfach nicht, was es mit der Traurigkeit auf sich hat, der vielleicht am weitesten verbreiteten unserer negativen Emotionen. Wozu dient Traurigkeit? Erst in den vergangenen Jahren haben wir gelernt, dass milde und vorübergehende Traurigkeit adaptiv im Sinne der Evolutionstheorie sein kann. P H Inwiefern? F O R G A S Wir gehen davon aus, dass Traurigkeit wie ein automatisches unbewusstes Warnsignal fungiert, dass auf ungewöhnliche, neue oder problematische Herausforderungen hinweist. Der Effekt ist verblüffend: Sie löst in unserem Gehirn einen Verarbeitungsmodus aus, der nach außen gerichtet ist. Das heißt: Wir achten verstärkt und effektiver auf Informationen aus der Außenwelt und nicht so sehr auf interne, bereits im Gehirn vorhandene Informationen wie Erinnerungen und so weiter. Stellen Sie sich vor, Sie gehö-


32 Essen und Psyche

Emotionales Essen: Futtern für die Seele Stress und Frust können auf den Magen schlagen oder Lust auf Trostschokolade auslösen. Vor allem bei schlechter Stimmung greifen wir oft zu kalorienreichen Nahrungsmitteln. Warum aber beeinflussen Emotionen unseren Appetit, und wie findet man zurück zu einem ausgewogenen Essverhalten, wenn die Sache aus dem Ruder läuft? ■

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ielleicht haben Sie diese Erfahrung auch schon gemacht: Man hat sich über etwas geärgert, fühlt sich frustriert oder überfordert und greift automatisch zu Schokoriegel oder Kartoffelchips – je süßer, fett- und kalorienreicher, umso besser. Wird man von heftigen Gefühlen gebeutelt, schlägt der Appetit bisweilen seltsame Kapriolen, vor allem negative Emotionen wie Stress, Einsamkeit, Trauer oder Langeweile scheinen den Weg Richtung Kühlschrank zu bahnen. Im Englischen bezeichnet man dieses Essverhalten als Comfort Eating, hierzulande sprechen Fachleute vom emotionalen Essen. Auf den ersten Blick ist das kein großes Problem, denn man hilft sich mit einer im Grunde harmlosen Strategie über die vielen kleinen Krisen und

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Unannehmlichkeiten des Alltags hinweg. Ein im Affekt verdrücktes Tortenstück ist harmloser als viele andere Frustreaktionen wie Aggressionen oder sozialer Rückzug. Und auch der Volksmund betont ja, dass Essen und Trinken Leib und Seele zusammenhielten. So sind üppige Mahlzeiten quer durch alle Kulturen mit Emotionen verknüpft: beim Feiern, als Belohnung, zur Entspannung, Versöhnung oder als seelisches Trostpflaster. Aber: Die Dosis macht auch hier das Gift, denn viele Menschen benutzen Nahrungsmittel, um dauerhaft unangenehme Gefühle zu regulieren. Ernährungspsychologen wie Joachim Westenhöfer von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg sehen Probleme vor allem dann entstehen, wenn Betroffene keine Alternativen mehr haben, um mit negativen Emotionen umzugehen. Denn dann kann dieses Essverhalten – über Jahre hinweg praktiziert – zu Übergewicht und Fehlernährung führen; und die Folgen gehen dann weit über ein bisschen „Kummerspeck“ hinaus. Das schafft auf Dauer mehr Schwierigkeiten, als es – ohnehin nur vordergründig – löst. Zum schlechten Gewissen kommt die Gewichtszunahme, die wiederum negative Gefühle auslöst und so in eine psychische Abwärtsspirale führen kann. Hinzu kommt: Die miese Laune wird durch Naschattacken zwar etwas aufgehellt, doch deren Ursachen werden natürlich nicht beseitigt. Wer auf Ärger mit dem Chef, dem Ehepartner oder den Kindern immer wieder mit dem Griff zur Chipstüte reagiert, anstatt die Schwierigkeiten anzusprechen oder die Situation aktiv zu verändern, verharrt in seiner Lage: Der nächste Konflikt und die nächste Essattacke sind programmiert. „Diese Emotionsregulierungsstrategie kann zu ernäh-

rungsbedingten Erkrankungen oder Essstörungen führen, insbesondere zu Binge-Eating, also zu Essanfällen, bei denen Betroffene das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren“, berichtet Kristina Herber. Sie ist Psychologin und erforschte das emotionale Essen an der Universität Würzburg. Emotionales Essen deckt eine große Bandbreite ab, die von harmlos und unbedenklich bis zum Beginn einer Essstörung reichen kann. Allerdings zählt es selbst nicht zu den Essstörungen, die in den offiziellen Klassifikationssystemen DSM-5 oder ICD-10 verzeichnet sind: „Es gibt bislang keine allgemeingültige Definition des emotionalen Essens als einer eigenständigen psychischen Störung“, erklärt Herber, die von 2010 bis 2011 mehrere Gruppentrainings an der Universität Würzburg und im Rehazentrum Bad Kissingen mit über 70 meist übergewichtigen Personen leitete. Bei allen Gruppenmitgliedern war das emotionale Essverhalten stark ausgeprägt. „Es trifft nach unseren Erfahrungen vor allem Menschen, die einen hohen Leidensdruck beim Thema Essen haben. Sie unterscheiden nicht zwischen echtem und emotionalem Hunger und essen nicht nur, wenn sie hungrig sind, sondern oft als Reaktion auf emotionale Belastungen.“ Weniger Prüfungsangst durch ein Sandwich?

Gemeinsam mit Michael Macht, Professor am Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie der Universität Würzburg, fand Herber heraus, dass dieses Verhalten in der Allgemeinbevölkerung erstaunlich weit verbreitet ist: „Vermutlich zeigt etwa jeder Dritte ein gesteigertes Essverhalten, um negative Emotionen zu bewältigen“, berichten die Forscher. Auch eine Untersuchung in Finnland ergab, dass rund 30 Prozent der Frauen und 25 Prozent der Männer regelmäßig essen, um Stress zu reduzieren. Macht erforscht seit Jahren,


38 Psychologie und Wirtschaft

„Moral kann nicht in die Köpfe gehämmert, sie muss im System verankert werden“ Der Sozialpsychologe Jonathan Haidt erforscht seit langem die psychischen Grundlagen moralischen Handelns. Unter anderem fand er heraus, warum sich in den USA und anderen Ländern die politischen Lager oft so unversöhnlich gegenüberstehen. In seiner neuen Position als Professor für Ethik in der Wirtschaft an der New York University untersucht er nun, wie man mehr Moral in die Unternehmen bringen kann

Sie haben die psychologischen Fundamente der Moral erforscht. Sie benennen diese mit Fürsorge, Gerechtigkeit, Loyalität, Autorität und Heiligkeit. Und Sie meinen, konservative Politiker würden alle fünf „Geschmacksnerven“ der Moral ansprechen, während sich linke zum eigenen Schaden viel zu sehr auf die ersten beiden Fundamente konzentrierten. Haben Sie seit Erscheinen Ihres Buches noch mehr Fundamente gefunden? J O N AT H A N H A I DT Oh ja! Moralität hat viele Fundamente. Ich weiß nicht, ob es nun fünf, siebzehn oder fünfzig an der Zahl sind. Ein guter Kandidat ist die Freiheit. Und als wirklich wichtiges Fundament, das mir in meinem Buch noch entgangen war, habe ich mittlerweile das Eigentum erkannt. Ich prüfe mögliche Fundamente der Moral daran, ob sie in der Evolution angelegt sind, also auch bei Tieren und den frühen Menschen vorkommen. Und in dieser Hinsicht ist das Eigentum der perfekte Kandidat. Vermutlich handelt es sich um das älteste Fundament überP S YC H O L O G I E H E U T E

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sere Vernunft ist der Reiter, unsere Intuitionen sind der Elefant. Als ein weiteres Prinzip nennt Haidt: „Moralität bindet und verblendet.“ Menschen treffen Entscheidungen je nachdem, ob sie als Individuen oder als Teil von Gruppen handeln. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe schafft eine eigene Moral. Neben dem Elefanten erscheint bei Haidt häufig die altgriechische Figur des Glaukon, des Bruders von Platon. Im Sokrates-Dialog Der Staat sagt Glaukon, viele Menschen wollten nur in den Augen der anderen gut ausJonathan Haidt wechselte 2011 sehen, nicht aber wirklich von der University of Virginia an die gut sein. Wären sie unBusiness School der New York Unisichtbar, hielte sie nichts versity. Dort ist er Thomas Cooley davon ab, zu stehlen, zu Professor of Ethical Leadership. Sein vergewaltigen und GefanBuch The Righteous Mind: Why gene zu befreien. „GlauGood People Are Divided by Politics konier“ verhalten sich für and Religion liegt nicht in deutscher Haidt nur deshalb nach Sprache vor. 2011 erschien das Buch den Normen der GesellDie Glückshypothese: Was uns wirkschaft moralisch, weil sie lich glücklich macht (Vak-Verlag). fürchten, ihren guten Ruf zu verlieren.

Als ein Grundprinzip der Moralpsychologie nennt Jonathan Haidt in seinem Buch The Righteous Mind: „Intuitionen kommen zuerst, strategisches Räsonieren danach.“ Gemeint ist, dass wir über uns und unsere Mitmenschen längst geurteilt haben, wenn wir vernünftige Begründungen für unsere Werturteile nachschieben. Wohlüberlegtes, rationales Handeln ist eine Idealvorstellung, allerdings eine illusionäre. Haidt zeichnet das Bild vom Reiter auf dem Elefanten: Das Tier lässt sich vom Reiter nur steuern, wenn es ihm genehm ist. Un-


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44 Therapie online

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Therapie online 45

Psychotherapie am Monitor Bei der Behandlung psychischer Störungen ging man lange davon aus, dass nur im direkten Kontakt Menschen Menschen helfen können. Doch zunehmend werden Therapien über das Internet angeboten. Computerprogramme ergänzen den Therapeuten – oder ersetzen ihn. Sogar mit Erfolg ■

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in Ratgeber war das Internet von Anfang an. Inzwischen ist es mehr. Seit einiger Zeit werden dort neben Informationen über Krankheiten auch interaktive Online-Programme zur Selbsthilfe und Psychotherapie angeboten, bei Leiden wie beispielsweise Depressionen, Angst, Traumata, Sozialphobien, Stress, Ess- oder Schlafstörungen, Burnout und Trauer. Die Bandbreite dieser Angebote ist immens, und die Spreu vom Weizen zu trennen nicht immer einfach. Manchmal dient das Internet lediglich als Kommunikationsmedium zwischen Patient und Therapeut, etwa per E-Mail, Chat oder Skype. Bei strukturierten Programmen hingegen sind Internet und PC vor allem das Arbeitsmedium für die Patienten. Sie bearbeiten daheim am Monitor therapeutische Trainingsaufgaben. Die Rückmeldung erhalten sie entweder automatisch über das Computerprogramm (self-help) oder – zumindest teilweise – über einen Therapeuten im Hintergrund (guided selfhelp). Von einer Internettherapie spricht man meist, wenn Therapeut und Klient die Ergebnisse der Trainingsaufgaben im Dialog aufarbeiten, zum Beispiel per E-Mail. PSYCHOLOGIE HEUTE

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Die strukturierten Programme basieren fast alle auf bewährten kognitivverhaltenstherapeutischen Therapieansätzen, die durch ihren modulartigen standardisierten Aufbau leicht internetfähig zu machen sind. Neben Informationen allgemeiner Art zu verschiedenen Störungsbildern bieten sie Übungen und vermitteln Techniken, mithilfe derer kognitive und emotionale Lernprozesse ausgelöst werden sollen. Ihre Befürworter argumentieren, dass hier in der Therapie nicht wirklich Neuland betreten, sondern lediglich ein zwischengeschaltetes Medium benutzt wird. Die Krankenkassen zeigen sich hocherfreut und sehr interessiert an solchen Online-Trainings, versprechen sie doch eine kostengünstige, praktikable, niedrigschwellige, flächendeckende Versorgung von Patienten – und vor allem zeitnah. Schätzungen zufolge bleiben 50 Prozent aller psychischen Störungen unbehandelt. Die Wartelisten von Therapeuten sind lang, durchschnittlich müssen Patienten etwa sechs Monate auf einen Therapieplatz warten, in manchen Regionen noch deutlich länger. Die Idee ist, Online-Verfahren möglichst schon in der Phase der Prävention einzusetzen, in der Betroffene zwar Be-

Margit Schlesinger-Stoll

einträchtigungen empfinden, aber noch keine manifeste psychische Störung aufweisen. Wissenschaftler, die internetbasierte Programme entwickeln oder untersuchen, betonen, dass knappe und teure Therapiezeit eingespart werden könnte, wenn Betroffene früher abgefangen würden und im Erfolgsfall erst gar nicht auf eine Face-to-Face-Behandlung angewiesen seien. Anderen, schwerer wiegenden Fällen stünde diese Zeit dann zur Verfügung. Pim Cuijpers, Professor für Klinische Psychologie an der Freien Universität Amsterdam und Forscher im Innovations-Inkubator an der Leuphana-Universität Lüneburg, bezieht sich auf mehrere wissenschaftliche Studien, wenn er konstatiert: „20 Prozent der Depressionen lassen sich erfolgreich verhindern, wenn Betroffene die notwendige Unterstützung erhalten, bevor die Krankheit voll ausgeprägt ist.“ Zudem, so David Ebert von der Leuphana-Universität, seien Online-Hilfen zeitlich und örtlich unabhängig und damit deutlich niedrigschwelliger. Die Beschäftigung mit einem PC-Programm werde von vielen Betroffenen als weit geringere Hürde im Vergleich mit dem Gang zum Therapeuten gesehen, wes-


60 Psychiatrie

„Dem Kranken als erlebendem Menschen begegnen“ 1913 veröffentlichte Karl Jaspers die Allgemeine Psychopathologie. Damit avancierte der spätere Existenzphilosoph zum Begründer der Psychopathologie als Wissenschaft. Heute, 100 Jahre später, hat Thomas Fuchs die Karl-Jaspers-Professur für Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Heidelberg inne. Psychologie Heute sprach mit ihm über Jaspers’ Jahrhundertwerk und über die Entwicklung der Psychopathologie bis heute, in die Zeit des Neurobooms

Herr Professor Fuchs, lange bevor Karl Jaspers als Philosoph berühmt wurde, hat er die Allgemeine Psychopathologie geschrieben. Wie kam es dazu? T H O M A S F U C H S Jaspers begann mit 26 Jahren als junger Assistenzarzt in Heidelberg in der Psychiatrie zu arbeiten, war aber aufgrund einer chronischen Lungenerkrankung von schwererer Arbeit und Nachtdiensten freigestellt. Er konnte weitgehend seinen wissenschaftlichen Interessen nachgehen, konnte viel lesen und schreiben. Seine Allgemeine Psychopathologie ist 1913 erP SYC H O LO G I E H EU T E

schienen und bis heute eine Grundlage der Psychopathologie und damit der Psychiatrie geblieben. Sie beruht auf Jaspers’ umfassender Kenntnis der Literatur, auf seinen Erfahrungen mit Patienten und von der Methode her auf der Phänomenologie. P H Was ist das Besondere an dieser Methode? F U C H S Die Phänomenologie ist eine von Edmund Husserl begründete philosophische Richtung, die das subjektive Erleben und seine Grundstrukturen zu ihrem Gegenstand macht. Es geht darum, die bewusste Erfahrungswelt

Thomas Fuchs, Dr. med. Dr. phil., geb. 1958, ist KarlJaspers-Professor für Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Heidelberg. Er führt eine Tradition fort, die Jaspers selbst begründete: den interdisziplinären Brückenschlag zwischen Natur- und Geisteswissenschaften, zwischen Medizin und Philosophie. Fuchs veröffentlichte zahlreiche Schriften zur Psychopathologie, Anthropologie und Medizinethik. Mit seinem Buch Das Gehirn – ein Beziehungsorgan. Eine phänomenologisch-ökologische Konzeption (Kohlhammer, vierte Auflage 2012) profilierte er sich als ein führender Vertreter in der Philosophie der Psychiatrie und Neurowissenschaften in Deutschland.

eines Kranken nachzuvollziehen: das, was er selbst schildert, was er in Worten, Gesten und im Verhalten ausdrückt, was er vielleicht auch schreibt oder malt. Diese Phänomenologie, das genaue Beschreiben der subjektiven Erscheinungsformen von psychischer Krankheit, Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Ängsten und so weiter hat Jaspers in die Psychiatrie eingebracht. P H Wie gingen denn andere Psychiater damals vor? F U C H S Die Psychiatrie erlebte in der Zeit der Aufklärung ihre Geburt als medizinisches Fach, zunächst noch mit philosophischen und anthropologischen Ansätzen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sie sich dann wie die gesamte Medizin zunehmend zu einer Naturwissenschaft. Als nun Jaspers seine Arbeit begann, fand er einerseits ein heterogenes Gebiet vor, das in verschiedenste Lehren und Krankheitseinheiten auseinanderfiel. Es fehlte ein klares und einheitliches psychopathologisches Fundament. Andererseits gab es eine Richtung, die psychische Störungen gänzlich auf Hirnfunktionsstörungen zurückführen zu können glaubte. Solche Konzepte waren damals jedoch völlig


Psychiatrie 61

spekulativ, und Jaspers verspottete sie denn auch als „Hirnmythologien“. P H Worin bestand nun das Neue von Jaspers’ Allgemeiner Psychopathologie? F U C H S Jaspers stellte die seelischen Funktionen und Erlebnisbereiche, wie wir sie noch heute im psychopathologischen Befund in Kategorien wie Bewusstsein, Wahrnehmung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Affektivität, Psychomotorik und so weiter beschreiben, erstmals philosophisch fundiert in ihrem Gesamtaufbau dar. Dadurch wurde ein ganzheitliches Verständnis psychischer Erkrankung erst möglich. Es ging nun nicht mehr wie früher um das Aufzählen von einzelnen Erfahrungen und Symptomen, sondern darum, dem Kranken als einheitlich erlebendem Menschen zu begegnen. P H Wie hat Jaspers damit die Psychopathologie beeinflusst – und gilt der Einfluss auch heute noch? F U C H S Am wichtigsten ist: Jaspers hat einen eigenständigen Bereich der Psychopathologie abgesteckt und ihre philosophischen Grundlagen reflektiert. Das stellt bis heute die Grundlage für alle weitere psychiatrische Forschung dar. Jaspers grenzte das Feld einerseits gegenüber Reduktionismen der damaligen Neurophysiologie und -pathologie ab. Denn die somatische Medizin übersah die Eigenständigkeit des Psychischen, zu dessen Verständnis auch ein geisteswissenschaftlicher Ansatz nötig ist. Und andererseits sicherte Jaspers das Feld gegenüber vorschneller Rückführung auf psychodynamische Ursachen ab – denn auch die Psychoanalyse hielt sich nicht lange bei den Phänomenen des psychischen Krankseins auf, sondern wandte sehr rasch metapsychologische Theorien darauf an. Sehr einflussreich wurde schließlich auch Jaspers’ Gegenüberstellung von verstehender und erklärender Psychologie. P H Worum geht es beim Erklären und Verstehen? F U C H S Jaspers hat diese Unterscheidung von dem Philosophen Wilhelm Dilthey übernommen. Er unterschied PSYCHOLOGIE HEUTE

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„Jaspers hat einen eigenständigen Bereich der Psychopathologie abgesteckt und ihre philosophischen Grundlagen reflektiert“ Störungen, die man hermeneutisch-psychologisch verstehen kann, in denen also „Seelisches aus Seelischem“ verständlich hervorgeht, von Störungen, die man nur naturwissenschaftlich-kausal erklären kann. So entzieht sich etwa der Wahn grundlegend der Verstehbarkeit. Sind die Jaspersschen Wahnkriterien erfüllt – also die subjektive Gewissheit, die Unkorrigierbarkeit der Überzeugung und

die Unmöglichkeit des Inhalts –, so ist dies nicht mehr einfühlbar, nicht nachvollziehbar. Der Wahn ist per se unverständlich, das heißt nur kausal im Sinne eines biologisch begründeten Prozesses erklärlich. Jaspers’ Unterscheidung half Psychosen und Neurosen deutlicher voneinander abzugrenzen und die psychischen Störungen insgesamt zu ordnen. Man kann sie aber auch kritisieren: Indem Jaspers psychotische Störungen als grundsätzlich unverständlich einordnete, hat er den psychotherapeutischen Umgang mit psychotischen Patienten eher behindert. P H Sehen Sie weitere Punkte der Kritik an der Allgemeinen Psychopathologie?


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64 Führung

Frauen: Kein Verhältnis zur Macht? Nie hatten Frauen so gute Chancen für den Aufstieg wie heute. Dennoch schaffen es nach wie vor nur wenige in Spitzenpositionen. Mangelt es ihnen an der nötigen Motivation zur Führung, wie neue Studien nahelegen? Und kann gezieltes Training das ändern?

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Eva Tenzer

heryl Sandberg ist Geschäftsführerin von Facebook und damit die mächtigste Person im Unternehmen gleich nach Firmengründer Mark Zuckerberg. Vorher war sie unter anderem Stabschefin im US-Finanzministerium und zählt mittlerweile zu den wohlhabendsten und einflussreichsten Frauen der Welt. Nun hat sie ein viel

beachtetes Buch geschrieben, in dem sie auch andere Frauen dazu ermuntert, stärker Führungspositionen anzustreben. Anstatt vor Macht zurückzuschrecken, sollten sie aktiv Leitungs- und Führungspositionen für sich einfordern. „Die inneren Barrieren einzureißen ist von grundlegender Bedeutung“, postuliert Sandberg.

Ist diese Ermunterung heute überhaupt noch nötig? Steigen Frauen inzwischen nicht ganz selbstverständlich in Führungspositionen auf und üben dort Macht aus, wie Angela Merkel, Christine Lagarde und eben auch Sandberg beweisen? Ein Forscherteam ist dem weiblichen Verhältnis zur Macht jetzt systematisch nachgegangen und

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Führung 65

kommt zu einer überraschend kritischen Antwort, die Sandbergs Forderung durchaus stützt. Die Wissenschaftler aus Frankfurt (Goethe-Universität), Hamburg (Kühne Logistics University) und Bochum (Ruhr-Universität) befragten in vier Einzelstudien rund 1500 Frauen und Männer, überwiegend Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer PSYCHOLOGIE HEUTE

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unterschiedlicher Branchen, aber auch Studierende zu ihrer Machtmotivation. Sie wollten wissen, wie gern die Befragten Anweisungen geben, Verantwortung für wichtige Entscheidungen tragen oder nach Einfluss streben. Das Ergebnis: Frauen bleiben in all diesen Punkten hinter den Männern zurück. Verhaltensweisen, die mit einer

Führungsposition verbunden sind – wie delegieren, Anordnungen erteilen und dominieren – lehnen sie eher ab oder finden sie nicht erstrebenswert. Das erkläre zumindest zum Teil, warum sie immer noch so selten in den Führungsetagen anzutreffen sind, konstatieren die Forscher. Neben den Befragungen stand ein Live-Experiment auf dem Programm: Studierende arbeiteten zwölf Wochen lang in Kleingruppen an einem wissenschaftlichen Projekt. Dann sollten sie berichten, welche Art von Führungsverhalten die einzelnen Gruppenmitglieder an den Tag gelegt hatten. Durchgängig zeigte sich auch hier: Die Frauen waren weniger machtmotiviert und übernahmen seltener eine Führungsrolle. „Im Vergleich zu Männern zeigen sie oft ein geringeres Streben nach Macht“, schließt Sebastian Schuh, Leiter der Studie, aus den Daten, „und aus der niedrigeren Motivation resultiert dann auch seltener die Übernahme von Führungspositionen.“ Das spiegeln auch die globalen Zahlen wider: In den USA sind 47 Prozent aller Beschäftigten weiblich, aber nur 14 Prozent der Topmanager. In Deutschland machen Frauen je nach Größe des Unternehmens zwischen 3 und 20 Prozent der Topmanager und nur ein Drittel der Abgeordneten im Bundestag aus – trotz aller Förderprogramme und hervorragender Bildungs- und Berufsabschlüsse. Gibt es also eine spezifisch weibliche Führungsscheu? Und, wenn ja, warum fehlt Frauen die nötige Entschlossenheit zur Macht? Ulrike Ley ist Sozialwissenschaftlerin, hat zum Thema „Frauen und Macht“ geforscht, selbst in Führungspositionen der Wirtschaft gearbeitet und gibt ihr Wissen heute als Coach an andere Frauen, vor allem im medizinischen und wissenschaftlichen Bereich, weiter. Vorbehalten gegenüber dem Ausüben von Macht begegnet sie dabei häufig: „Vielen Frauen erscheint eine Führungsposition einfach nicht attraktiv. Ich höre oft den Satz: Das tue


70 Evolutionstheorie

Kooperative Intelligenz: Die Logik der sozialen Gefühle Im Kampf ums Dasein muss man sich gegenüber Konkurrenten durchsetzen – oder? Wie kommt es dann, dass wir anderen helfen, etwa Blut spenden oder Geld, uns also durchaus um das Wohl der Mitmenschen bemühen? Forscher fragen sich schon lange, wie das Gute in die Welt kommt – und entdeckten dabei die „kooperative Intelligenz“ ■

Michael Holmes

PSYCH O LO G I E H EUTE

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Evolutionstheorie 71

„Liebe deinen Nächsten. Er ist wie du.“ 3. Mose 19, 18

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m 5. Juni 1989, einen Tag nach der blutigen Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking, entstand eine kurze Videoaufzeichnung. Ein Mann steht allein auf einer breiten Straße und bringt eine lange Panzerkolonne zum Stillstand. Der vorderste Panzer versucht wiederholt auszuweichen, aber der Mann stellt sich diesem immer wieder in den Weg. Dann klettert er auf das Fahrzeug, um mit dem Fahrer zu sprechen. Schließlich wird er von vier Männern weggezerrt. Bis heute bleibt ungeklärt, wer dieser Tank Man war und was in diesem Augenblick in ihm vorging. Aber ein erstaunliches Detail lässt seine imposante Seelenstärke noch seltsamer erscheinen. Er trägt weder eine Fahne noch ein Transparent, sondern Einkaufstüten. Sie legen nahe, dass der geheimnisvolle Held ein gewöhnlicher Bürger war, der sich auf dem Nachhauseweg völlig unvorbereitet und spontan dazu entschloss, das eigene Leben für die Rechte seiner Mitmenschen zu riskieren. Biologen und Evolutionstheoretiker betrachten nicht nur spektakuläre Heldentaten wie diese, sondern alle Handlungen, die das Wohl anderer Menschen zum Ziel haben, als erklärungsbedürftige Phänomene. Für sie ist jede Blutspende, jede Wegauskunft und jeder Euro, der im Hut des Bettlers landet, ein kleines Rätsel. Auch jedes noch so schlichte Industrieprodukt, das die disziplinierte Zusammenarbeit einer ganzen Armee von Arbeitern erfordert, stellt eine Herausforderung für die Evolutionstheorie dar. Schon Darwin zerbrach sich den Kopf darüber, wie das Gute in die Welt kommt. Wir Menschen zählen zu den Gewinnern im unerbittlichen PSYCHOLOGIE HEUTE

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Kampf ums Dasein. Wir existieren nur, weil unsere Vorfahren über ihre Feinde triumphierten. Doch wir alle kennen Fairness und Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl aus unserem Alltag. Haben wir eine Lücke in der grausamen Logik der Evolution entdeckt? Ja und nein. Wir können zwar nicht mithilfe des Geistes die Gesetze unserer Natur außer Kraft setzen. Aber wir vermögen unsere evolutionär entstandene Begabung zur Empathie auf unvorhergesehene Weisen einzusetzen. In den letzten Jahrzehnten haben Wissenschaftler zahlreiche Indizien für die These gesammelt, dass unsere sozialen Gefühle ebenso tief in unserer Biologie verwurzelt sind wie der Egoismus. Schon bald könnte es ihnen gelingen, die zentralen Theorien der Soziobiologie wie die Teile eines Puzzles zu einem großen Bild der menschlichen Natur zusammenzufügen. Für die Frage, was richtig oder falsch ist, wäre eine solche Synthese völlig belanglos. Die Natur ist kein moralischer Kompass. Aber die Soziobiologie kann uns helfen, optimale Rahmenbedingungen für Kooperation und Altruismus zu entwickeln. Martin Nowak, Professor für Mathematik und Biologie in Harvard, und der Wissenschaftsautor Roger Highfield haben ein leicht verständliches und faszinierendes Buch über die Kooperative Intelligenz verfasst, die sie als das „Erfolgsgeheimnis der Evolution“ betrachten. „Das Spektrum und Ausmaß unserer Zusammenarbeit“ mache uns Menschen zu „Superkooperatoren“. Die atemberaubende Fähigkeit zur gegenseitigen Hilfe sei das hervorstechende Merkmal unserer vielseitigen Gattung. Nowak und viele Kollegen demonstrieren mit mathematischen Modellen

und ausgeklügelten Computerprogrammen, dass „Kooperation mit der unerbittlichen Arithmetik des Überlebens in einer Umwelt, in der stets ein gnadenloser Konkurrenzkampf herrscht, vollauf kompatibel“ ist. Ihre extrem abstrakten Konzepte zeigen zunächst nur, was möglich ist. Aber immer mehr sozialwissenschaftliche Experimente legen nahe, dass einige der Computersimulationen bis zu einem gewissen Grad reale Gemeinwesen widerspiegeln. „Warum sollte ein Individuum im rastlosen Konkurrenzkampf um Nahrung, Lebensraum und Geschlechtspartner aus der Reihe tanzen und anderen helfen?“ Die Autoren geben gleich mehrere Antworten auf diese Frage. Ihr Buch bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Mechanismen, die je für sich und im Zusammenspiel soziales Verhalten erzeugen. Die lieben Verwandten

„Blut ist dicker als Wasser“ – die Evolutionstheoretiker haben eine elegante Erklärung für diese alte Volksweisheit. Wenn ein Lebewesen Verwandten hilft, hilft es damit zugleich auch den gemeinsamen Genen. Mit welcher Wahrscheinlichkeit die eigenen Gene durch Verwandtenaltruismus an spätere Generationen weitergegeben werden, hängt vom Verwandtschaftsgrad ab. Je enger die Blutsbande, desto mehr Fürsorge ist zu erwarten. John Haldane, der Entdecker dieses Prinzips, scherzte: „Für zwei Brüder oder acht Cousins würde ich mein Leben hergeben.“ Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Theorie besagt nicht, dass die Liebe zu unseren Kindern oder Geschwistern eine bloße Illusion ist, weil wir tief im Unterbewussten eiskalte Kosten-Nutzen-Rechnungen im


76 Literatur und Psychologie

„Wo kein Selbstzweifel ist, da ist Stillstand“ Ralf Rothmanns Protagonisten stehen oft abseits, beobachten das Leben der anderen mit einer seltenen Mischung aus Abstand und Mitgefühl. Eine Position, die der Schriftsteller aus seiner Kindheit und Jugend kennt

Gelächter, Stimmengewirr, Löffelklappern. Das Café Einstein in Berlin ist gut besucht, hier sitzt eine bunte Mischung aus Geschäftsleuten, Politikern, Touristen. Ralf Rothmann lässt sich vom Trubel nicht stören, bahnt sich den Weg zum Tisch in der hintersten Ecke des Raumes. Vom ersten Moment des Gesprächs an wirkt der Schriftsteller konzentriert, lauscht den Fragen so andächtig, als beobachte er sein Gegenüber mit den Ohren. Dann sucht er sorgfältig nach Antworten, relativiert Halbsätze und formuliert um, bis er ein sprachliches Bild gefunden hat, das für ihn den Punkt trifft. Man ahnt, warum der mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnete Autor von der Kritik immer wieder für die Präzision seiner Dialoge und für seine poetischen Sprachbilder gelobt wird. Rothmann saugt wörtliche Rede regelrecht auf, achtet auf jedes Detail. Mit dieser Haltung widmet sich der 60-Jährige auch den Figuren seiner Romane, die meist aus dem Arbeitermilieu stammen oder Außenseiter sind. Dass sein Blick auf soziale Randgruppen so genau, unbestechlich und psychologisch fundiert ist, hat auch damit zu tun, dass er selbst in einem Bergarbeiterhaushalt in Oberhausen groß geworden ist, als Maurer und Krankenpflegehelfer arbeitete, bevor er sich mit zwanzig entschloss, Schriftsteller zu werden. Heute lebt Ralf Rothmann zusammen mit

seiner Frau, einer Literaturwissenschaftlerin, in Berlin. P S YC H O L O G I E H E U T E Herr Rothmann, Ihre Romane spielen oft unter Außenseitern, Aussteigern, Arbeitern. Dennoch berühren die milieugeprägten Stoffe Leser aller Schichten. Wie gelingt das? R A L F R O T H M A N N Wenn ich das so genau wüsste. Sicher sind meine persönlichen Erfahrungen die Basis meiner Arbeit. Ich habe das subproletarische Milieu des Ruhrgebiets als Kind ja erlebt, weiß, wie es dort aussieht, wie gesprochen wird. Das war für mich oft zwiespältig: Lange Zeit habe ich meine Herkunft nicht als Glück empfunden, fand es schwierig, dass ich nie studiert hatte, lediglich Maurer war. Die Zeit im Ruhrgebiet war für mich fast traumatisch. P H Was war für Sie schwer am Leben im Arbeitermilieu im Oberhausen der 1950er und 1960er Jahre? R O T H M A N N Das Milieu war von Gewalt geprägt, von sehr rohen Umgangsweisen. Ich war beispielsweise ein Kind, das auf dem Schulhof oft abseitsstand und beobachtet hat. Das war meine Leidenschaft. Aber das hat andere häufig herausgefordert zu sagen: Der Typ ist arrogant, dem geben wir was auf die Mütze. Dieses Muster zog sich durch, auch auf dem Bau. Vorarbeiter und Kollegen gaben mir zu verstehen: Du gehörst hier nicht her. Ich wurde zu DrecksarPSYCH O LO G I E H EUTE

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Literatur und Psychologie 77


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Im nächsten Heft Keine Angst vor Gefühlen T I T E LT H E M A

Gefühle sind der Treibstoff des Lebens, aber sie können es einem auch vermiesen. Ärger, Niedergeschlagenheit, Angst oder Scham rauben uns manchmal den Seelenfrieden und nagen auf Dauer an unserer Gesundheit. Doch je mehr wir solche unguten Gefühle meiden, desto hartnäckiger halten sie uns in Beschlag. Es gibt bessere Strategien, mit ihnen umzugehen – ohne sie zu verstecken oder zu unterdrücken.

Empathie: Dem Rätsel auf der Spur Was geschieht im Gehirn, wenn wir Mitgefühl empfinden? Lassen sich Fürsorglichkeit und Gemeinsinn einüben wie Klavierspiel oder eine Fremdsprache? Die Psychologin Tania Singer ist Direktorin am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig – und sie ist dabei, das Geheimnis der Empathie zu entschlüsseln.

Pilgern ohne Glauben

Konzentration: Der Schlüssel zu Erfolg und Lebenssinn Eine seltsame Welt: Einerseits werden uns in Beruf und Privatleben immer mehr Konzentration und Fokussierung abverlangt, andererseits machen uns zahllose Ablenkungen und Zerstreuungsangebote immer nervöser und unkonzentrierter („Muss mal kurz meine Mails checken!“). Und dann versuchen viele, unterschiedliche Dinge mit Multitasking zu erledigen, ein Ding der Unmöglichkeit. Wie kann es gelingen, die Konzentrationskraft zu stärken und das Unwichtige auszublenden? Von dieser Fähigkeit hängen Erfolg und Lebensfreude ab – gerade im Zeitalter der Zerstreuung.

Immer mehr Menschen pilgern, besonders häufig machen sich Deutsche auf den Weg. Allerdings meistens nicht aus religiösen Gründen. Wer sind die Pilger ohne Glauben und was erhoffen sie sich von ihrer Wallfahrt? Außerdem: ■ Moral auf Rezept ■ Wo die Deutschen Sinn suchen ■ Das Porträt: Simon Baron-Cohen, Erforscher des Autismus

D I E F E B RUA R AU SG A B E VON P S YCHOLOGIE HEUTE ERSCHEINT AM 8. JANUAR PSY C HO LO G I E H EUTE

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Psychologie Heute 01/2014 Leseprobe  

Titelthema: Zufriedenheit - Das wahre Glück --------------