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2013

H E F T 33

O HN E M I C H! R 7,5 0

S FR 12 , –

P S YC H O LO G I E H E U T E

compact

compact

Nr. 33

PSYCHOLOGIE HEUTE

Widerstand leisten gegen die Zumutungen der Zeit

Ohne mich!


Inhalt

HEFT 33

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Widerstand leisten

Grenzen setzen

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EVA T E NZ E R

44

Downshifting – die Notbremse gegen Überforderung

Eigensinn ist Lebenskunst

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KURT SING E R

Der Mut, aus der Reihe zu tanzen

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„Eine Prise Anderssein täte uns allen gut“ EIN GE SP RÄCH M I T DAVI D W EEKS

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SU S IE RE INHAR DT

Glückliche Aktivisten

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HE I KO E RN S T

Der gerechte Zorn und seine positive Wirkung

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SU S IE RE INHAR DT

So nicht! Ein Plädoyer für mehr Protestkompetenz

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U R S U L A N U B ER

52

URSULA RICHTER

Veränderung wagen

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ANNA ROMING

Das beeindruckt mich nicht!

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„Wir dürfen gewöhnlich sein“ E I N G E S P R Ä C H M I T MAT T H I A S C . M Ü LLE R

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„Fragen Sie sich, was Sie wirklich glücklich macht!“ E I N G E S P R Ä C H M I T D E N N I S M E A D O WS

U R SU LA N UB E R

Öfter mal nein sagen! 4

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I M P R E S S U M INTERNET

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Abstand halten 68

U R S U L A N UB E R

Wer nicht faul sein kann – mit dem ist etwas faul

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Bei einigen Texten in diesem Heft handelt es sich um zum Teil überarbeitete Beiträge aus der monatlich erscheinenden Psychologie Heute.

A N D R E A S KNU F

Schluss mit dem vielen Denken!

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MART IN HE CH T

BILDQUELLEN Titel: Gaby Gerster Photography. S. 3: Monika Werneke. S. 5, 6, 7, 16, 17, 19, 20, 24, 25, 29, 30, 34, 38, 39, 42, 43, 52, 53, 54, 56, 57, 58, 60, 61, 66, 67, 68, 69, 74, 73, 75, 78, 79, 81, 82, 84, 85, 88, 90, 91: Getty Images. S. 4, 8, 9, 10, 14, 32, 44, 46, 47, 48, 49: Corbis. S. 61 unten: privat. S. 61 unten: privat. S. 63, 64: SZ Photo. S. 98: Peter Thulke

Wenn ich nicht da bin, bin ich nicht da

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UL RICH GROB E R

Einübung in Gelassenheit

90

HE I K O ERN S T

Das Recht auf Rückzug

5 96 98

Best.-Nr.: 48220

Impressum

ISBN 978-3-407-48220-4

Markt Cartoon 5


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Eva Tenzer

Eigensinn ist Lebenskunst Ungehorsam stabilisiert die Psyche. Er ermöglicht, den Mainstream zu verlassen, eigene Grenzen ernst zu nehmen und sowohl Kompromisse als auch Konfrontationen einzugehen. Vor allem wer im Beruf einem hohen Burnoutrisiko ausgesetzt ist, sollte gelegentlich den Mut zu gut dosiertem Ungehorsam aufbringen

B

ei einer falschen Antwort drücken Sie bitte diesen Schalter, das fügt dem anderen Teilnehmer einen kurzen, schmerzhaften Stromschlag zu. Betätigen Sie den Schalter bitte zuverlässig und ohne zu zögern!“ Würden Sie dieser Aufforderung in einem wissenschaftlichen Versuch Folge leisten? In Stanley Milgrams Experiment von 1961 taten das etwa zwei Drittel der Versuchspersonen und verabreichten damit einer Testperson im Nebenraum (vermeintliche) Stromschläge, sobald diese bei einem Sprachtest Fehler machte. Selbst Schmerzensschreie und das Flehen um Abbruch des Experiments halfen nicht – die Teilnehmer folgten willig den Anweisungen des (vermeintlichen) Wissenschaftlers. Mit Impulsen bis zu 450 Volt nahmen viele sogar in Kauf, dass die Person im Nebenraum starb. Schnee von gestern? Heute würden Menschen unabhängiger handeln, humaner und ungehorsamer? Verlassen Sie sich besser nicht darauf. Als Wissenschaftler der Universität Santa Clara in Kalifornien das Experiment in einer leicht entschärften Version wiederholten, zeigte sich derselbe Gehorsam. Auch heute liegt die Rate derer, die nur um des Experiments willen einem Mitmenschen Schmerzen zufügen, bei etwa 70 Prozent. Und das, obwohl die Teilnehmer 9


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Kurt Singer

Der Mut, aus der Reihe zu tanzen Zivilcourage fällt oft schwer. Wenn im entscheidenden Augenblick der Mut zum Widerspruch fehlt, sind wir wahrscheinlich schon in jungen Jahren zutiefst entmutigt worden. Aber es gibt Möglichkeiten, den „aufrechten Gang“ zu üben und die Kunst des Widerspruchs zu erlernen

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ie geht es Ihnen in Situationen, die Mut erfordern? Trauen Sie sich, Ihre Meinung zu sagen? Wie ist es, wenn Sie Kritik oder Ablehnung befürchten müssen? Wann gelingt es Ihnen, Ihre Überzeugung mitzuteilen, und in welchen Situationen fällt es Ihnen schwer? Bei welchen Gelegenheiten würden Sie gern mehr zivilen Mut zeigen und sich einmischen? Passt auch auf Sie manchmal Karl Valentins Ausspruch „Mögen hätten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut“? Weshalb haben Sie sich „nicht dürfen getraut“? Fühlen Sie sich manchmal ungeschützt, weil Sie nicht nein sagen können? In welchen Situationen hätten Sie gern mehr Widerspruchsmut? Zivilcourage zu zeigen fällt oft schwer. Im entscheidenden Augenblick fehlt der Mut zum Widerspruch, weil einem die richtigen Worte nicht einfallen oder weil es zu gefährlich erscheint, sich zu erkennen zu geben. Viele Menschen würden sich gern einmischen, zum Beispiel am Arbeitsplatz, innerhalb der Hausgemeinschaft oder des Bekanntenkreises, bei Alltagssituationen auf der Straße, in der Gemeinde, der Schule, in einer politischen Partei oder Bürgerinitiative. Aber sie befürchten, ihr Protest könnte ihnen schaden. Aus Angst schweigen sie oder passen sich an; das macht sie unzufrieden mit sich selbst. Die Menschenwürde zu verteidigen ist im Kleinen oft schwieriger als auf großen Protestveranstaltungen oder De17


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„Eine Prise Anderssein täte uns allen gut“ Nicht auffallen, mit dem Strom schwimmen, die Erwartungen erfüllen: Die meisten Menschen versuchen sich dem Mainstream anzupassen. Wie anstrengend das ist, zeigt unter anderem die Zunahme an Burnouterkrankungen und Depressionen. Etwas Exzentrik und Nonkonformismus würden den meisten guttun, meint der amerikanische Psychologe David Weeks

Herr Weeks, Sie haben über viele Jahre hinweg das Leben von Exzentrikern untersucht. Was verstehen Sie unter Exzentrik? D AVI D W E E K S Exzentrik ist ein sehr wichtiges Element der menschlichen Persönlichkeit. Ich siedle Exzentrik weder im Pathologischen noch im Verhaltensauffälligen an. Ich glaube, da ist in der Vergangenheit vieles falsch eingeschätzt und klassifiziert worden. Das geschah meines Erachtens durch eine eindimensionale Betrachtungsweise der Persönlichkeitsstruktur: hier die normale Persönlichkeit, dort die schwer gestörte Persönlichkeit, wie die des Schizophrenen zum Beispiel. Für die Exzentrik wurde eine Art Grauzone irgendwo in der Mitte reserviert. Doch meine Studie hat mich zu der Einschätzung gebracht, dass es mehr Kategorien als die beschriebenen gibt und man Persönlichkeit nicht eindimensional definieren kann. Ich PSYCHOLOGIE HEUTE

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Susie Reinhardt

So nicht! Ein Plädoyer für mehr Protestkompetenz Das Leben könnte so einfach sein, wenn da nicht diese Probleme mit anderen Menschen wären. Sie haben Wünsche, stellen Forderungen, bringen uns dazu, in ihrem Sinne zu handeln, indem sie Schuldgefühle wecken. Warum schaffen wir es so selten, anderen Grenzen zu setzen? Wie lässt sich Selbstbehauptung lernen?

W

ir brauchen andere Menschen wie die Luft zum Atmen. Stabile Kontakte zu anderen sorgen dafür, dass wir uns sicher und wohl in der Welt fühlen. Einander entgegenkommen und füreinander da sein sind dabei Grundpfeiler aller engen Beziehungen. Wenn gute Freunde uns brauchen oder flüchtige Bekannte uns um einen Gefallen bitten, sind wir gern zu Diensten. Normalerweise. Doch das soziale Miteinander birgt auch jede Menge Konfliktstoff, vor allem dann, wenn sich Ansprüche aus Routinen ergeben und gar nicht offen ausgesprochen werden: Die Nachbarn erwarten, dass wir wie jeden

Herbst im Garten helfen; die beste Freundin verlässt sich darauf, dass wir den Jahresurlaub mit ihr verbringen; der Partner wünscht jeden Abend ein warmes Essen … Was, wenn wir das alles gar nicht wollen? Dann sollten wir höflich, aber bestimmt nein sagen – doch genau das schaffen wir oft nicht. Wenn überhaupt, gelingt uns dies nur mit Schuldgefühlen, oder wir setzen uns auf eine Weise durch, die der Beziehung nicht zuträglich ist – und mit der wir uns selbst schaden. Es jedem recht machen zu wollen schwächt das Selbstwertgefühl. Aber wenn wir eine Bitte abschlagen, fürchten wir, andere zu verletzen, von ihnen nicht mehr ge-

mocht zu werden, und kritisieren uns selbst möglicherweise als egoistisch. Warum ist es so schwer, anderen eine Grenze zu setzen und für die eigenen Wünsche einzutreten? Der Psychologe Manuel J. Smith forschte über die Fähigkeit zur Selbstbehauptung und schrieb schon in den 1970er Jahren einen Bestseller, der bis heute aktuell ist. Der Verhaltensforscher ist überzeugt: Die Fähigkeit, sich zu widersetzen, besitzen wir von Geburt an – wir haben sie nur verlernt. Als Beispiel nennt der Psychologe das Verhalten eines Neugeborenen: Kaum aus dem Geburtskanal gezogen, stößt es einen lauten Protestschrei aus. Mit 33


Ursula Nuber

Downshifting – die Notbremse gegen Überforderung Ein einfacheres Leben führen – das wünschen sich viele. Sie stellen sich dabei meist einen vom Arbeitsstress befreiten Alltag vor und denken an viel Zeit für sich selbst, für Freunde und Familie. Doch ist das der Schlüssel zur Zufriedenheit? Nicht nur. Denn ernsthaftes Runterschalten bedeutet viel mehr als nur weniger arbeiten

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U

rlaub – die schönste Zeit des Jahres? Das war einmal. Denn viele Menschen können auch weitab von Büro und Werkbank nicht wirklich abschalten. Sie haben ihren Laptop oder ihr Smartphone dabei und nehmen ihren Arbeitsplatz mit in die Ferien. Bei einer europaweiten Onlinebefragung gaben über 61 Prozent der 4491 deutschen Teilnehmer an, dass sie auch im Urlaub ihre beruflichen E-Mails beantworten. Die Hälfte der Befragten tut dies sogar täglich oder fast täglich. Nur wenige handeln dabei im Auftrag des Arbeitgebers, die meisten aus eigenem Antrieb. Hauptsächlich möchten die Urlauber nach ihrer Rückkehr an den Arbeitsplatz etwas weniger Stress haben. Manche können sich einfach besser entspannen, wenn sie wissen, was in der Arbeit los ist. Diese Umfrage ist nur ein kleines Indiz dafür, dass die Anforderungen des Arbeitslebens die privaten Spielräume des Einzelnen immer mehr einengen. Welch gravierende Folgen das haben kann, zeigen aktuelle Statistiken der Kranken- und Rentenversicherungen: Danach sind Arbeitnehmer immer häufiger wegen psychischer Probleme krankgeschrieben. Depressionen, Angststörungen und Erschöpfungszustände verursachen mittlerweile nicht nur jeden achten Krankheitstag, sie sind auch dafür verantwortlich, dass Menschen vorzeitig in Rente gehen. Um dieser fatalen Entwicklung gegenzusteuern, fordern Experten von den Betrieben entsprechende Maßnahmen: Stressabbauprogramme sollen den Beschäftigten helfen, mit den belastenden Gegebenheiten des Berufslebens zurechtzukommen. Die Lösung wird also in einer besseren Anpassung an die Verhältnisse gesehen. Von einer Veränderung der Verhältnisse ist keine Rede. Der Slogan der 1968er-Bewegung „Macht kaputt, was euch kaputt macht“ scheint einer längst vergangenen Epoche anzugehören – sieht man von der noch jungen Bewegung Occupy Wall Street ab, die, von den USA ausgehend, auch in Europa Proteste gegen soziale Ungleichheit initiiert. Der Einzelne, der Gefahr läuft, im täglichen Rattenrennen auf der Strecke zu bleiben, scheint auf den ersten Blick tatsächlich wenig Möglichkeiten zu haben, etwas Grundlegendes an den krankmachenden Bedingungen seiner Arbeits- und Lebenssituation zu verändern. Wer eingebunden ist in vorgegebene Arbeitsabläufe, wer mit seinem Einkommen eine Familie ernähren, die Bildung seiner Kinder ge-

währleisten und zudem noch fürs Alter vorsorgen muss, glaubt oftmals, keine Alternative zu haben. Doch die gibt es. Auch wenn der Lebensrahmen kaum veränderbar ist, so hat der Einzelne doch Möglichkeiten, auf das Bild, das der Rahmen einfasst, Einfluss zu nehmen: Er kann diesem Bild andere Farben hinzufügen, er kann Details übermalen oder ihm einen anderen Titel geben. Der Wunsch, wieder mehr Kontrolle über sein Leben zu bekommen und sich dem gesellschaftlichen Gebot des Mehr, des Höher und des Weiter zu entziehen, ist realisierbar. Wie? Indem man seine Lebensgewohnheiten und Prioritäten überdenkt und eine alte Weisheit für sich neu entdeckt: Weniger ist mehr. Small is beautiful – so lautete der Titel eines Buches, das Ernst Friedrich Schumacher im Jahr 1973 veröffentlichte. Darin warnte der vor 101 Jahren geborene Ökonom vor den Schattenseiten von Wachstum und Fortschritt und forderte von der Wirtschaft eine „Rückkehr zum menschlichen Maß“ (so der Titel der deutschen Ausgabe). Schumachers Kritik am Credo des Kapitalismus „Je größer, desto besser“ ist heute aktueller denn je. Doch trotz Banken- und Weltwirtschaftskrise setzen westliche Gesellschaften noch immer auf Wachstum – „weniger“ ist für sie keine Option. Aber auch in der Vorstellung vieler Menschen ist „weniger“ nur dann „sexy“, wenn es darum geht, möglichst wenig Geld für ein Produkt auszugeben: Geiz ist geil! Ansonsten weckt „weniger“ Assoziationen an Verzicht, an Mangel, an Einschränkung. Doch mit Verzicht hat das Konzept des „Weniger ist mehr“ nichts zu tun, wie der US-Psychologe und Bestsellerautor Peter Walsh betont. Weniger bedeute vielmehr: weniger Dinge, die uns belasten, weniger Stress, weniger Sorgen, weniger Abhängigkeit, weniger Frustration. Dafür aber mehr Freiheit, zu tun, was wir wirklich wollen, mehr Einfachheit, mehr Entspannung. Walsh fordert zum Nachdenken auf: „Wie wäre Ihr Leben, wenn es nicht gefüllt wäre mit so viel Müll und unnützen Gegenständen? Wie würde Ihre Wohnung aussehen, wenn nur halb so viele Dinge in ihr stünden? Wie wäre es, wenn Sie nur halb so viele Rechnungen bezahlen müssten?“ Schon allein aus diesen simplen Fragen werde ersichtlich, dass weniger tatsächlich mehr bedeutet. Doch wie ist dieses „Weniger“ zu bewerkstelligen? Antworten darauf findet man bei der Bewegung, die sich das 45


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Martin Hecht

Wenn ich nicht da bin, bin ich nicht da Warum es heute so wichtig ist, auch mal auf Distanz zu gehen – und wie man es schafft, dabei niemanden zu vergrätzen

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K

ontakt ohne Grenzen: Nach Angaben des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) haben die 82 Millionen Deutschen 114 Millionen Handyverträge, und mit jedem Handy wird durchschnittlich 196 Minuten pro Monat telefoniert. Über 77 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren sind online, die Mehrheit davon den ganzen Tag über. Wir sind fast immer auf Empfang und können andere immer und überall erreichen. Das hat uns im zwischenmenschlichen Umgang flexibler gemacht, kurzfristige Änderungen auch des persönlichen Zeitplans unter Freunden sind ohne weiteres möglich. Freunde

„zusammentrommeln“ wie noch in Kästners Emil und die Detektive, das geht heute im Chatroom oder per Sammel-SMS. Was die Technik möglich macht, nutzen wir konsequent: Wir kommunizieren immer häufiger, manche schon fast pausenlos. Selbst während eines Arbeitstages ist genug Zeit, mit unseren Freunden in Kontakt zu bleiben. Per E-Mail oder SMS-Nachricht bleiben wir verbunden. Aber wir müssen die vielen Kontakte auch irgendwie mit Inhalt füllen. Und je mehr kommuniziert wird – sowohl quantitativ als auch qualitativ –, desto mehr nimmt die moralische Verpflichtung zu, die Kontakte zu halten und regelmäßig zu

beantworten. Sich zu entziehen, ganz egal aus welchem Grund, wird immer schwieriger – wenn wir es denn wollen oder können, denn auch das haben wir verlernt: allein zu sein. Die Kommunikationstechnik hat also auch eine Nachtseite, die zusehends zum Kulturproblem wird. Die ständige Erreichbarkeit hat sich in eine neue Unentrinnbarkeit verwandelt. Im Zeitalter von Facebook-Freundschaften, digital communities, Skype, Twitter und Rund-um-die Uhr-online-Sein wird es immer komplizierter, sein Terrain zu schützen. Oder, zugespitzt formuliert, jemanden auch mal abzuwimmeln, den man zu seinen Freunden zählt. 79


Psychologie Heute Compact 33 Leseprobe