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4 In diesem Heft

Titelthem a Ein Übermaß an Herzensgüte? Wer sich in den Dienst der Mitwelt stellt, frei von Eigennutz, erntet Respekt. Für den Helfer kann es sehr befriedigend sein, „Gutes zu tun“. Doch es kommt auf den Umfang an – und auf die Motive. Schwierig wird es, wenn jemand so im Helfen aufgeht, dass er keine eigenen Interessen mehr kennt. Oder wenn er nur deshalb hilft, weil er meint, zu allen nett sein zu müssen. Wer immer nur das nice girl, den good boy gibt, überfordert sich – und schadet manchmal sogar anderen.

20

Ursula Nuber

Des Guten zu viel: Wenn Selbstlosigkeit schadet ■

30 34

Andreas Kruse im Gespräch

Altersforschung: „d-Moll ist die göttliche Tonart“

Gerhard Bliersbach

Midnight in Paris: Das Glück des Fantasierens ■

Psychologie & Film

40

46

Irmgard Vogt im Gespräch

„Es wird auch in hundert Jahren zu sexuellen 60 Übergriffen in der Therapie kommen“ ■

Wilhelm Schmid

66

Was uns tröstet

Jochen Paulus

Depressive Kinder: Bedrückt, lustlos, niedergeschlagen ■

26

Bernhard Pörksen, Hanne Detel

Der digitale Pranger ■

20

Anna Gielas

Fragwürdige Nächstenliebe ■

Bernhard Schlag im Gespräch

„Man kann Straßen so konzipieren, dass Menschen automatisch das Richtige darauf tun“ ■

72

Brigitte Kohn

Hermann Hesse zum 50. Todestag: Der Autor des Einzelnen

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PSYC H O LO G I E H EUTE A ugus t 2012


In diesem Heft 5

Unlust und frühes Leid

Was uns tröstet

Depression schon im Kindesalter? Das kommt leider gar nicht so selten vor. Ein Viertel der Mädchen und Jungen zwischen 7 und 17 zeigt Depressionssymptome wie Energie- und Freudlosigkeit. Bei fünf Prozent – also einem bis zwei Kindern pro Klasse – sind die Probleme so groß, dass sie das ganze Leben verfinstern. Wie kann man Suizidgefährdete erkennen und den Kummer lindern?

Auch wenn der Schmerz nach einer Enttäuschung, einem Verlust nicht weichen will, so gibt es Linderung im Trost. Wer Trost findet, gewinnt neues Vertrauen in sich und in die Welt. Tröstend ist alles, was der Seele wieder Energie zuführt: ein schöner Anblick, ein sinnlicher Genuss, ein Buch, ein Mensch, der mitfühlt. Tröstendes umgibt uns ständig – wir müssen es nur wahrnehmen.

8 Themen & Trends

52 Gesundheit & Psyche

34

66

Trennung: Selbstmitgefühl hilft darüber hinweg

Betriebe: Das Hohelied der Wertschätzung

Kreativität I: Augenbewegungen fördern das Denken

Elektroschocks: Der Kuckuck bleibt im Nest

Kreativität II: Alkohol bringt originelle Einfälle

Pflege: Ein Tagebuch für Komapatienten

Sexuelle Orientierung: Schwul? Ich doch nicht!

Hufeland: Die Kunst, das Leben zu verlängern

Und weitere Themen

Und weitere Themen

82 Buch & Kritik ■

Immer positiv: Martin Seligman ruft das Glück zurück – und propagiert Wohlbefinden

Ewig leben: Stephen Cave über die Unsterblichkeitserzählungen der Menschheit

Feindlicher Körper: Reinhard Plassmann beschreibt Essstörungen als Trauma

Zu viel Nähe in der Ehe: Wolfgang Krüger wirbt für Distanz

Rubriken 6 8 52 82 93 94 95

Briefe Themen & Trends Gesundheit & Psyche Buch & Kritik Im nächsten Heft Impressum Markt

Und weitere Bücher


20 Titel


Titel 21

Des Guten zu viel Wenn Selbstlosigkeit schadet Menschen, die immer für andere da sind, sich um ihre Sorgen und Bedürfnisse kümmern, sind anerkannt und beliebt. Ihr altruistisches und empathisches Verhalten gilt als vorbildlich. Doch Selbstlosigkeit ist nicht per se gut – sie hat auch dunkle Seiten. Wo liegt die Grenze zwischen gesunder und schädlicher Hilfsbereitschaft? Wie wird man zum „hilflosen Helfer“? Und: Wann sollte man aufhören, immer nur für andere da zu sein? ■

I L L U S T RAT I O N E N : S T E FA N PF Ü R T N E R

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lisabeth Kübler-Ross war eine hingebungsvolle Helferin. Die Psychiaterin und Sterbeforscherin widmete ihr ganzes Berufsleben den Menschen an der Schwelle zwischen Leben und Tod. Ihre Erkenntnisse darüber, wie Menschen mit der Angst vor dem Sterben umgehen, welche Erfahrungen sie in den letzten Phasen ihres Daseins machen, hat sie in zahlreichen Publikationen veröffentlicht und dadurch das Wissen über Sterbende enorm erweitert. Mit 23 Ehrendoktorwürden und unzähligen Preisen erhielt sie eine beeindruckende Anerkennung für ihren selbstlosen Einsatz. Menschen wie Kübler-Ross werden gerne als Vorbild gepriesen. Sich selbst in den Dienst anderer zu stellen, frei von Egoismus und Eigennutz zu sein, sein Leben den Armen und Hilfsbedürftigen zu widmen fordert Respekt. Auch wenn die meisten Menschen für eine solche hundertprozentige Selbstlosigkeit nicht geschaffen sind, zweifelt kaum jemand am Nutzen und Wert des Altruismus PSYCHOLOGIE HEUTE

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– nicht nur für Hilfsbedürftige, sondern auch für den Helfenden selbst: Wer seine Kraft und Zeit anderen zur Verfügung stellt, kann das eigene Wohlbefinden fördern. Man spricht vom helpers high, dem guten Gefühl, das sich einstellt, wenn man Gutes tut. Mehr noch: Für andere da zu sein kann dem eigenen Leben Sinn verleihen. So sagen viele Helfer, nach ihren Motiven gefragt: „Ich will etwas Sinnvolles tun.“ Auch Elisabeth Kübler-Ross sah in der Beschäftigung mit Sterbenden den Sinn ihres Lebens, stellen die Psychiater Madeline Li und Gary Rodin von der University of Toronto fest. Für die beiden Wissenschaftler ist die Sterbeforscherin jedoch ein warnendes Beispiel dafür, dass Hilfsbereitschaft und soziales Engagement „entgleisen“ können. An ihrem Beispiel zeigen sie auf: Es gibt ein Zuviel des Guten – nämlich dann, wenn die helfende Person ihr eigenes Leben völlig in den Dienst anderer stellt. Bei Kübler-Ross war das der Fall. Sie verhielt sich in ihrem Einsatz für ihre Patienten

Ursula Nuber

„maßlos und ausbeuterisch“ (wie Kollegen kritisierten), sie ruinierte sich finanziell, vernachlässigte ihre akademische Karriere und brachte sich um beruf liche Anerkennung und privates Glück: Als ihr Mann sie vor die Wahl stellte – Familie oder Engagement für die Sterbenden –, entschied sie sich gegen ihn und die beiden Töchter. Der Einsatz der Sterbeforscherin entwickelte sich von der bewunderten Selbstlosigkeit zum pathologischen Altruismus, wie Madeline Li und Gary Rodin diagnostizieren. Kübler-Ross ist sicher ein Sonderfall, und auch jene Entwicklungen, von denen im Beitrag auf Seite 26 die Rede ist, behandeln die extremste Ausprägung entgleister Hilfeleistung. Doch selbst ganz normale, weniger „auffällige“ Hilfsbereite sind nicht vor der Gefahr geschützt, dass ihre Absicht, Gutes zu tun, sich ins Gegenteil verkehrt und sie zu einem „hilflosen Helfer“ werden. Mit diesem Begriff hat der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer erstmals Mitte


30 Neue Medien

Der digitale Pranger Manchmal reicht ein einziger Klick, und E-Mails, Fotos, Handyvideos, SMS-Botschaften und Twitter-Meldungen geraten in die falschen Kanäle. So werden innerhalb kürzester Zeit Karrieren zerstört und Schicksale besiegelt. Daten im Netz lassen sich immer leichter durchsuchen, verknüpfen, kopieren und können sich plötzlich in Dokumente der Blamage verwandeln. Längst stehen nicht mehr nur Mächtige und Prominente am Pranger. Auch Ohnmächtige und Unschuldige werden zum Opfer grausamer Spektakel, zu den Hassfiguren eines anonymen Cybermobs Bernhard Pörksen und Hanne Detel

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s ist ein ganz gewöhnlicher Tag im Leben der Chinesin Wang Qianyuan, Sprachstudentin an der amerikanischen Duke University. Sie ist an diesem 9. April 2008 wie so oft auf dem Weg in die Bibliothek, als sie auf zwei Grüppchen von Demonstranten trifft, die sich anbrüllen. Auf der einen Seite stehen ein paar Dutzend Anhänger der Befreiung Tibets. Sie schwenken tibetische Gebetsfahnen, Transparente mit der Aufschrift „Befreit Tibet!“, sie verteilen im Vorfeld der Olympischen Spiele in China Handzettel. Auf der anderen Seite finden sich etwa 100 chinesische Demonstranten, die sich über diese vermeintlich antichinesische Propaganda empören. Wang Qianyuan kommt rein zufällig vorbei und versucht zu vermitteln, weil sie in beiden Gruppen bekannte Gesich-


Neue Medien 31

IL L U S T R AT I O N EN : F E L I X B A U E R

ter entdeckt. Sie wird gefilmt und fotografiert, wie sie zwischen den Gruppen hin- und herläuft, wie sie aufgeregt gestikuliert, sich darum bemüht, einen Dialog zu initiieren. Aber sie vermag die Opponnenten nicht zu beschwichtigen; sie wird als „Verräterin“ attackiert und

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für eine Unterstützerin der tibetischen Exilregierung gehalten. Die Umstehenden fragen sie nach ihrem Namen und dem Ort ihrer Herkunft. Sie gibt, zunächst arglos, dann aber doch zunehmend verängstigt Auskunft, weil die Drohungen immer massiver werden

(„Du musst vorsichtig sein! Man könnte dich umbringen!“). Schließlich wird Wang Qianyuan unter Polizeischutz in ihre Studentenwohnung eskortiert. In den frühen Morgenstunden macht sie einen folgenschweren Fehler. Im Onlineforum chinesischer Studenten und Dozenten der Duke University schreibt sie einen offenen Brief – und versucht erneut, für Toleranz zu werben. Am nächsten Tag registriert Wang Qianyuan, wie sie sagt, einen „online tobenden Sturm“. Es finden sich vor allem diejenigen Fotos im Netz, die sie aufseiten der tibetischen Demonstranten zeigen. Es finden sich diffamierende Montagen, die sie halbnackt vorführen. Man entdeckt einem Fahndungsplakat ähnelnde Bilder ihres Gesichts, die sie des Verrats an Volk und Nation beschuldigen. Es kursiert ein Video von der Demonstration, das ihre Vermittlungsversuche zeigt, aber sich nun in den Beweis antichinesischer Haltung verwandelt. Wang Qianyuan hat die Kontrolle über die Bedeutung ihrer Äußerungen verloren. Die zahllosen Kommentare in chinesischen Foren sind ein Beispiel für die Enthemmungseffekte der Onlinekommunikation (online disinhibition effect), die der amerikanische Psychologe John Suler untersucht hat. Sie illustrieren eine vergleichsweise risikolose Aggressionsabfuhr eines Cybermobs. Die Angreifer wähnen sich vor Verfolgung geschützt, denn sie müssen ihre eigene Identität nicht offenbaren und im real life keine Verantwortung übernehmen. Was immer sie online sagen, wird offline nicht mit ihnen verknüpft, bleibt doch ihr eigentliches Leben für die anderen unsichtbar. Sie agitieren unter dem Deckmantel der Anonymität, genauer: der Pseudonymität. Das bedeutet, sie haben ein Gefühl der Anonymität, das faktisch nicht gerechtfertigt sein muss, weil sie eben doch, wenn auch mit einiger Mühe (etwa über ihre IP-Adresse) identifizierbar sind. In jedem Fall aber gilt: Die aus dem Dunkel heraus agierenden Aggressoren


34 Depression bei Kindern und Jugendlichen

Bedrückt, lustlos, niedergeschlagen Depressionen machen vielen Kindern und Jugendlichen das Leben schwer. Behandlungsbedürftige Symptome zeigen etwa ein bis zwei Kinder pro Schulklasse. Häufig werden sie jedoch übersehen oder zu spät diagnostiziert. Traurige Folge: Jahr für Jahr nehmen sich etwa 200 Teenager das Leben

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er elfjährige Ole hat sein „komplettes Selbstbewusstsein verloren“, berichtet seine Mutter der Kinder- und Jugendtherapeutin. Jeden Tag fragt er sie mehrmals: „Hast du mich noch lieb? Warum hast du mich noch lieb?“ Ole selbst erzählt mit Tränen in den Augen, dass er oft traurig sei. Denn in der Schule ist er eher schlecht, und seine Klassenkameraden mögen ihn nicht. Er verletzt sich selbst und denkt daran, sich umzubringen. Ole, dessen Fall der Potsdamer Psychologe Wolfgang Ihle und seine Kollegen in einem neuen Buch beschreiben, leidet an einer Depression. Er ist damit keineswegs die große Ausnahme, wie etwa die repräsentative deutsche BELLA-Studie zeigt: Per Telefon und Fragebogen erhoben deutsche Forscher zwischen 2003 und 2006 Daten über fast 3000 Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 17 Jahren. Ein Viertel zeigt demnach Depressionssymptome wie fehlende Energie und unklare körperliche Beschwerden, die Hälfte mangelnde Fröhlichkeit. Von elf Prozent berichten die Eltern so viele Symptome

einer Depression, dass die Kinder als hochbelastet eingestuft werden. Bei etwa fünf Prozent sind die Probleme sogar so groß, dass sie das Leben ernsthaft beeinträchtigen. Das entspricht einem bis zwei Kindern pro Schulklasse. Die Depression ist damit eine der häufigsten psychischen Erkrankungen bei Minderjährigen, zusammen mit den etwa ebenso verbreiteten Ängsten, Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) sowie Verhaltensproblemen. ADHS-Kinder stören den Unterricht oder mischen den elterlichen Haushalt auf und werden daher schnell zum Arzt oder Therapeuten geschleppt, Depressive dagegen fallen nicht groß auf. Daher wird die Störung oft übersehen und zu selten diagnostiziert. Bis vor nicht allzu langer Zeit hakten sogar Experten die Symptome als vorübergehende Entwicklungsstörung ab. Denn sie hielten Depressionen bei Kindern für unmöglich. Psychoanalytiker beherrschten die Szene. Sie gehen nach Sigmund Freud davon aus, dass Depressionen durch ein zu strenges Über-Ich (Gewissen) entstehen. Das Über-Ich sei

Jochen Paulus

bei Kindern aber noch gar nicht ausgereift, folglich könnten sie auch nicht depressiv sein. Dabei hatte etwa der dänische Philosoph Søren Kierkegaard längst beschrieben, wie er schon mit vier an Depressionen litt, die er allerdings versteckte: „Von Kind auf war ich unter dem Bann einer ungeheuren Schwermut, deren Tiefe ihren einzigen wahren Ausdruck in der mir vergönnten, ebenso ungeheuren Fertigkeit findet, dieselbe unter scheinbarer Munterkeit und Lebenslust zu verdecken.“ Und Freuds Zeitgenosse Rainer Maria Rilke dichtete: „Da wachsen Kinder auf an Fensterstufen / und wissen nicht, dass draußen Blumen rufen / an einem Tag voll Weite, Glück und Wind / und müssen Kind sein und sind traurig Kind.“ Depressionen in jungen Jahren sind keineswegs ein Luxusproblem von Kindern in reichen Ländern. Das hat die Weltgesundheitsorganisation nachgewiesen. Sie vergleicht das Elend, das verschiedene Erkrankungen verursachen, indem sie erfasst, wie viele Lebensjahre

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Depression bei Kindern und Jugendlichen 35


46 Psychologie & Film

Psychologie & Film

Das Glück des Fantasierens Midnight in Paris ist ein Film über die Macht und die Kraft unserer Tagträume und darüber, wie das Kino uns beim Träumen – und damit bei der Lebensbewältigung – helfen kann ■

Gerhard Bliersbach


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as erste Bild: der in ungemein warmen Farben (mit einem kräftigen Rot) fotografierte Blick vom rechten Ufer der Seine über die Pont Alexandre Trois auf den Eiffelturm. Nach drei Sekunden das zweite Bild: ein Kreisverkehr, von dem mehrere Straßen abgehen. Dann ein Park, das Pariser Panorama von der Sacré-Cœur aus gesehen, das Varieté Moulin Rouge am Place de Clichy, die Champs-Élysées, der Place de la Concorde. Das letzte Bild: das linke Ufer der Seine bei Nacht mit seinem vierspurigen Autoverkehr und dem angestrahlten Eiffelturm. Drei Minuten braucht Woody Allen für seine (ungefähr) sechzig Bilder des Pariser Stadtkerns, in schwelgenden Farben bei Tag, im Regen und bei Nacht aufgenommen, zum Einstimmen, Einrichten, Erinnern und Fantasieren. Wer in Paris war, kann seine Ortskenntnis testen und überlegen, wann er oder sie die französische Metropole wieder aufsucht. Wer seine Kinoerfahrungen durchgeht, kann sich fragen, welcher Filmregisseur von Paris erzählt hat und auf welche Filmbilder angespielt wird. Wer noch nie da war, kann sich entschließen, Paris endlich einen Besuch abzustatten. Mit anderen Worten: Woody Allen bringt das eigene innere Kino – die aufgesogenen und assimilierten Bilder und Geschichten, die erzählten Sehnsüchte und Wünsche – in Bewegung. Der Vorspann folgt. Woody Allen hat ihn mit einem Dialog unterlegt: Ein unüberhörbar nordamerikanisches Paar – wenn man die englische Fassung sieht – tauscht sich über Paris aus. Er schwärmt; sie hält nüchtern dagegen. Er möchte Paris gern häufig besuchen; sie nicht. Er möchte im Regen durch Paris schlendern; sie verabscheut es, nass zu werden. Er möchte nach der Heirat in Paris leben; sie möchte auf keinen Fall außerhalb der Vereinigten Staaten wohnen. Er würde Beverly Hills und den Pool für Paris aufgeben. Sie hätten, argumentiert er inständig, beispielsweise Giverny in der Nähe, den gut fünfzig Kilometer (westlich) von Paris entfernten Ort, wo PSYCHOLOGIE HEUTE

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Was macht man, wenn man in einer Gruppe einen schweren Stand hat? Man wechselt die Gesellschaft oder zieht sich zurück

Claude Monet arbeitete und die Bilder mit den Wasserlilien und Wasserrosen malte. Jetzt sehen wir das Paar, das auf einer Brücke steht, die über einen Teich mit Wasserrosen führt. Stell dir vor, sagt er zu ihr, wir würden uns hier niederlassen. Was antwortet sie? „You’re in love with a fantasy“ (Du bist in eine Fantasie verliebt). „I’m in love with you“, entgegnet er und fasst ihre Hüften. Sie heißt Inez (Rachel McAdams), er heißt Gil Pender (Owen Wilson). Inez’ Nachnamen erfahren wir im Verlauf des Films nicht. In Gils Nachnamen steckt das Verbum to pend, was „schweben, schwanken“ bedeutet. Gil Pender, sagt uns Woody Allen, hat seinen Boden unter den Füßen noch nicht gefunden, Inez schon. Gil Pender und Inez sind ein Paar mit divergenten Lebensentwürfen und - vorstellungen in einer asymmetrischen Beziehung. Sie ist selbstgewiss, er ist unsicher. Sie tragen noch ihren Machtkampf aus, wessen Lebenskonzept sich durchsetzen wird. Gil küsst Inez. Sie küsst ihn zurück, zieht sich schnell aus der Bewegung heraus, schaut auf ihre Uhr und erinnert, dass sie mit ihren Eltern verabredet sind. „Nichts wie los“, sagt Gil. Sie logieren im Fünfsternehotel Bristol in der Nähe des Place de la Concorde und treffen sich

dort im Restaurant. „Was für eine Stadt!“, sagt Gil. „Ja, zum Besuchen“, bemerkt Helen (Mimi Kennedy), Gils künftige Schwiegermutter, trocken. „Nein“, widerspricht Gil, „ich kann mir vorstellen, hier zu leben.“ John (Kurt Fuller), seinem künftigen Schwiegervater, beschreibt er die Spaziergänge, die er unternehmen würde quer durch Paris. Als sie die Hochzeitsarrangements zu besprechen beginnen, kommt ein Paar hinzu – Carol Bates (Nina Arianda) und Paul Bates (Michael Sheen). Paul Bates, ein US-Professor, ist zu einem Vortrag in der Sorbonne eingeladen worden. Inez ist voller Bewunderung. Sie war in ihrer Studentinnenzeit, erfahren wir etwas später, in diesen Professor, ihren Lehrer verliebt. Paul erweist sich bei den nächsten Ausflügen als der selbsterklärte Spezialist für Literatur, Malerei, bildende Kunst, Architektur, Psychoanalyse und französischen Wein. Inez ist beeindruckt, Gil nicht: Er hält ihn für einen „Pseudointellektuellen“. Diese Einschätzung empört Inez. Was macht man, wenn man in einer Gruppe einen schweren Stand hat? Man wechselt die Gesellschaft oder zieht sich zurück. Man kann auch ins Kino gehen und die Realität wechseln. Gil trennt


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Gesundheit & Psyche R E DA K T I O N : T H O M A S S A U M - A L D E H O F F

Das Hohelied der Wertschätzung Psychosomatische Erkrankungen durch Belastungen am Arbeitsplatz steigen rapide. Prävention tut not. Doch viele Betriebe setzen auf Motivationskurse statt auf Vertrauen Seit Wochen leidet Werner K. an Rückenschmerzen, innerer Unruhe und Panik. Er schläft schlecht. Nun hat er sich entschlossen, mit dem Werksarzt zu sprechen und erhält „rasch einen Termin zur psychosomatischen Sprechstunde“. Eine Szene aus der schönen neuen Welt der mustergültigen Burnoutprophylaxe? Werner K. ist die Hauptfigur einer Szene, die für die „Sprechstunde im Betrieb“ wirbt, ein Modellprojekt der psychosomatischen Ambulanz der Universitätsklinik Ulm und zweier großer Unternehmen in Süddeutschland. Einen „Baustein in der betrieblichen Gesund-

heitsförderung“ nennt Projektleiter Harald Gündel, Professor für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Ulmer Universitätsklinikum, dieses Angebot. Offeriert werden Termine zur Abklärung von Beschwerden, auf die bei Bedarf eine Kurzpsychotherapie folgen kann. Den Bedarf an Prävention zeigen die Zahlen: Fast 40 Prozent der vorzeitigen Berentungen und mehr als zehn Prozent der Fehlzeiten gehen mittlerweile auf psychische Erkrankungen zurück. Die burnoutbedingten Arbeitsunfähigkeitstage haben sich laut BKK-Gesund-

heitsreport von 2004 bis 2009 verzehnfacht. Sollen Betriebsärzte in Zukunft also bei Vorsorgeuntersuchungen nach Schlafstörungen, gefühlten Leistungseinbußen und anderen Vorboten des Ausbrennens fragen? Kritiker befürchten da bereits eine Art von fürsorglicher Belagerung – zumindest solange es an den Arbeitsplätzen selbst an der Vorbeugung gegen krankmachende Belastungen hapert. Untersuchungen zu den psychosozialen Risiken der modernen Arbeitswelt künden von der fehlenden Balance zwischen Verausgabung und Anerkennung,


Gesundheit & Psyche 53

Das Arbeitsschutzgesetz fordert eine „ganzheitliche Gefährdungsbeurteilung“. Doch wie soll man das schleichend über den Kopf wachsende Arbeitspensum, die notorisch schlechte Stimmung messen? von der Gefahr des Zerriebenwerdens zwischen widersprüchlichen Anforderungen, nämlich gut zu sein und zugleich schnell und billig. Fehlt da die soziale Unterstützung im Betrieb, so Rolf Haubl, Professor für Sozialpsychologie in Frankfurt, führt das „entweder dazu, sehenden Auges die eigene Gesundheit zu riskieren, um Karrierevorteile zu erlangen, oder es demoralisiert“. Modewelle oder nicht – jedenfalls ist „Burnout“ keine eigenständige Krankheitsdiagnose, sondern ein Begriff aus der Organisations- und Arbeitspsychologie, der mit Leistung und Überlastung zu tun hat. Dies lässt ihn weniger schamerzeugend wirken als etwa eine „offizielle“ Depression. Zudem lenkt die Krise namens Burnout den Blick auch auf die Arbeitsbedingungen. Zwar schreibt das Arbeitsschutzgesetz längst die „Gefährdungsbeurteilung“ der Arbeitsbedingungen vor, und eine psychische Fehlbelastung gehört dazu. Doch sind Probleme mit Lärm oder Schadstoffen immer noch leichter zu messen als das schleichend über den Kopf wachsende Pensum, die notorisch schlechte Stimmung oder der x-te Anruf, der die Arbeit unterbricht. Nicht nur von Gewerkschaftsseite wird deshalb die „ganzheitliche Gefährdungsbeurteilung“ gefordert, die auch die seelischen Arbeitsplatzbelastungen ermittelt und auflistet. Das allerdings hat erst ein kleiner Teil der Unternehmen realisiert. Natürlich wird im betrieblichen Gesundheitsmanagement gern das Hohelied der „Anerkennungs-“, „WertschätPSYCHOLOGIE HEUTE

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zungs-“ und „Feedbackkultur“ gesungen, und die gesundheitsorientierte Mitarbeiterführung gilt ohnehin als Königsweg zum guten Betriebsklima. Doch auch wenn die „Wertschätzung“ wie eine Monstranz durch die Anti-Burnout-Beratung getragen wird – selbstverständlich ist sie längst nicht. Aus den Niederungen des Betriebsalltags berichten Beschäftigte immer wieder davon, wie etwa Vorgesetzte grußlos durch den Betrieb rauschen – von einem persönlichen Wort nicht zu reden. Das vielbeschworene „Empowerment“ der Mitarbeiter zerschellt eben oft an Kleinigkeiten: Informationen werden nicht weitergegeben. Oder der Chef grätscht von der Seite in das fast abgeschlossene Projekt hinein. „Eine Arbeit trotz entsprechendem Auftrag nicht wirklich beenden zu dürfen wird von Mitarbeitern als sehr geringschätzend erlebt, weil sie kein Vertrauen spüren“, erklärt die Gesundheits- und Arbeitspsychologin Dagmar Siebecke vom Düsseldorfer BurnOn-Zentrum, einem Team aus Arbeits- und Gesundheitspsychologen, Arbeitswissenschaftlern und Unternehmensberatern. Führungskräfte seien sich der Wirkung ihres Verhaltens auf Mitarbeiter oft gar nicht bewusst, da werde aus Gedankenlosigkeit oder eigener Überlastung heraus oft vergessen, die Beteiligten ins Boot zu holen. Eine weitere Schwachstelle der Prävention: Manchmal „gießen“ Unternehmen Veranstaltungen zum Stressmanagement auf die Probleme, ohne die Ursachen der Stressbelastung wirklich

zu analysieren. Bei den Beschäftigten errege das häufig Unmut und den Verdacht, mit derlei Maßnahmen solle nur ihre Belastbarkeit erhöht werden, erläutert Dagmar Siebecke. Wichtig sind dagegen Kontinuität und geschickte Kommunikation statt großer Alibiveranstaltungen. Auch bedarf es feinfühliger und diskreter Vermittlung – damit der Mitarbeiter, der sich als belastet outet, nicht fürchten muss, fortan als der ewige „Low Performer“ zu gelten. Die Schwellen zu den Angeboten dürfen nicht zu hoch sein: „Dass auch der Werker aus der Dreischicht an der Maschine nicht mehr ‚riskiert‘, als sich 50 Minuten lang mit einem Fachmann oder einer Fachfrau auszutauschen, ist der besondere Vorteil der Sprechstunde“, meint Jutta Müller-Nübling, Betriebsärztin bei den Wieland-Werken, einem der Unternehmen, die sich am Ulmer Projekt beteiligen. Ein offenerer Umgang mit Arbeitsbelastungen ist – theoretisch – auch im kleinsten Betrieb möglich, gilt aber noch höchst selten als Betriebsressource. Es ist immer noch eher der Stress, der adelt. Da aber gerade leistungsorientierte Menschen burnoutgefährdet sind, müsste das Stressmanagement von Beginn der Berufslaufbahn an mit der Analyse der Arbeitsbedingungen verbunden werden. Denn auf diese Einfluss nehmen zu können, ob durch eigene Courage, mithilfe des Betriebsarztes oder mit anderer Unterstützung, ist der beste Schutz gegen das Ausbrennen. ■

Ulla Gosmann


60 Interview

„Es wird auch in hundert Jahren zu sexuellen Übergriffen in der Therapie kommen“ Sexueller Missbrauch wurde in der letzten Zeit insbesondere in Kirche und Schulen aufgedeckt. Doch auch in der Psychotherapie kommt es zu Übergriffen. Vor nunmehr zwanzig Jahren hat die Fachgruppe Frauen in der psychosozialen Versorgung der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie das Thema „Sexueller Missbrauch in Therapie und Beratung“ aus der Tabuzone geholt. Irmgard Vogt blickt zurück und erläutert, was in der Zwischenzeit erreicht wurde


Interview 61

P S YC H O L O G I E H E U T E 1914 thematisierte Freud bereits in seinen „Bemerkungen über die Übertragungsliebe“ die Gefahr von Abhängigkeiten mit mehr oder weniger erotischer Prägung zwischen Therapeut und Patient. Wie beurteilen Sie die Lage knapp 100 Jahre danach? I RMG A RD VOGT Psychotherapie stellt eine spezifische Form der psychischen Nähe her, muss diese herstellen, damit sie wirken kann, ganz gleich mit welchen Verfahren und Methoden sie arbeitet. Das führt zeitweise zu einer Form von Abhängigkeit der Klientel von den Behandlern und beinhaltet eine große Offenheit, die ein Klient dem Therapeuten oder der Therapeutin entgegenbringt. Es gibt aber auch umgekehrt eine gewisse Abhängigkeit der Behandler vom Klienten. Das hat auf der einen Seite etwas damit zu tun, dass sie ökonomisch von ihren Patienten abhängig sind. Daneben gibt es natürlich auch eine psychische Abhängigkeit: Viele Psychotherapeutinnen und viele Psychotherapeuten erleben ihre Tätigkeit als besonders befriedigend. Daran hat sich seit Freud nichts geändert. Diese Abhängigkeit gehört zu dem Medium, in dem man dort arbeitet; wenn dieses Medium nicht funktioniert, funktioniert die Psychotherapie nicht. P H Die therapeutische Beziehung ist also zwangsläufig geprägt durch Nähe und Intimität. Ist es dann nicht normal und verzeihlich, dass sich auch in einem Behandlungs- oder Beratungsverhältnis in Ausnahmefällen Beziehungen entwickeln können? V O G T Das ist nicht die Aufgabe des Therapeuten oder der Therapeutin. Seine oder ihre Aufgabe ist sehr wohl, NäPSYCHOLOGIE HEUTE

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he herzustellen, auch eine sogenannte therapeutische Allianz, für deren Qualität der Therapeut auch verantwortlich ist. Wir wissen mittlerweile aus der Forschung sehr genau, dass diese Allianz mit zu den zentralen Wirkmechanismen in der Psychotherapie zählt. Das heißt aber nicht, dass man über bestimmte Grenzen hinausgehen kann. Die Grenzen sind definiert, die kann man nicht beliebig interpretieren. Und eine der Grenzen ist, dass Sie sich als Behandlerin oder als Behandler nicht mit einer Klientin oder einem Klienten sexuell einlassen. Das beginnt schon bei der Frage: Wann dürfen die Therapeuten mit ihrem Patienten oder ihrer Patientin einen Kaffee trinken gehen? P H Wann darf man? VO G T Diese Frage ist in den verschiedenen Therapieschulen unterschiedlich beantwortet und hängt auch vom Setting ab. Es gibt Settings, in denen Sie das sinnvollerweise gar nicht vermeiden können. Wenn Sie in einem stationären Bereich arbeiten, wird es Situationen geben, wo Sie dem gar nicht ausweichen können. Aber es gibt andere Situationen, in denen dies sicherlich eine Grenzverletzung ist. Wenn sich ein Psychoanalytiker mit seiner Patientin zum Kaffee verabredet, geht das in meiner Sicht tendenziell in Richtung einer Grenzverletzung. P H Die Patientin, die sich hilfesuchend an einen Psychotherapeuten wendet und von diesem sexuell missbraucht wird: Wie häufig kommt dieses Szenario in der Realität vor? VO G T In unserer Studie, die wir Anfang der 1990er gemacht haben, lagen die Antworten der Befragten bei ungefähr 1 bis 1,5 Prozent. Ich glaube aber, dass es eine große Grauzone gibt. Ich

gehe davon aus, dass der Anteil der Patienten und Patientinnen, die sexuelle Übergriffe in der Therapie oder Beratung erlebt haben, zwischen einem und fünf Prozent liegt. Christiane Eichenberg von der Universität Köln geht auf der Grundlage von Patientenangaben von 300 Fällen pro Jahr in krankenkassenfinanzierten Verfahren aus; wenn man andere Angaben berücksichtigt, kann man möglicherweise mit bis zu 600 Fällen im Jahr rechnen. Man muss hier jedoch die Erhebungsmethoden berücksichtigen, die durchaus problematisch sind. De facto sind die empirischen Daten zur Häufigkeit des sexuellen Missbrauchs in der Psychotherapie wenig verlässlich. P H Wie ist das Geschlechterverhältnis unter den missbrauchten Patienten? V O G T Nach Christiane Eichenberg liegt es bei 70 Prozent Frauen und 30 Prozent Männern. Die gängigste Konstellation dabei ist: Männlicher Therapeut missbraucht weibliche Patientin. Sehr wahrscheinlich entfallen wenigstens zwei Drittel der Fälle auf diese klassische heterosexuelle Konstellation. Das letzte Drittel verteilt sich auf alle anderen Konstellationen, also auf Therapeutin/Klient sowie Therapeutin/Klientin und Therapeut/Klient. Es gibt Hinweise darauf, dass sexuelle Übergriffe von weiblichen Therapeuten auf männliche Klienten etwas häufiger vorkommen, als wir bislang angenommen hatten; allerdings liegen dazu wenig verlässliche Daten vor. P H Die Psychoanalytikerin Thea Bauriedl sagte einmal, vielleicht sei es für eine Frau leichter als für einen Mann, die abstinente Haltung gegenüber Patienten konsequent durchzuhalten. Ist das so?


66 Philosophie

Was uns tröstet Eine große Enttäuschung, ein herber Verlust, ein schmerzhafter Abschied. Was auch immer die Gründe für unser Bedürfnis nach Trost sein mögen, trostreich ist alles, was seelische Energie in Bewegung bringt: Reden, Schreiben und Lesen, die Arbeit an einer Aufgabe oder sinnliche Erfahrungen ■

Wilhelm Schmid


Philosophie 67

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I L L U S TR AT I O N E N : C L A U D I A AH L E R I N G

iesen Schrei hörte die ganze Stadt. Ein Wohnhaus stürzte bei einer Gasexplosion in sich zusammen. Im Haus war der 13-jährige Sven mit seinem Hund Bobby, die Eltern irgendwo anders. Zahlreiche Helfer tragen Stein für Stein den Trümmerhaufen ab, in dem, wie Sensoren anzeigen, noch ein Herz schlägt. Aber es ist das Herz des Hundes, der unverletzt geblieben ist. Den entsetzlichen Schrei stößt die Mutter aus, die nach endlos langen Stunden des Wartens vor den Trümmern davon erfährt. Das Ende jeder Hoffnung. Das Gesicht des Vaters bleibt stumm, versteinert. Als beide gemeinsam über die Trümmer steigen, um ihren toten Sohn zu sehen, legt sie den Arm um ihn, und eine Anwohnerin sagt, vielleicht seien Frauen eben doch stärker, wenn man sehe, wie sie ihn noch tröste. Aber viel-

P S YC H O L O G I E H E U T E

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leicht hält sie einfach nur fest, was ihr geblieben ist, und sie finden beide keinen Trost. Es kann keinen Trost geben in der grenzenlosen Leere, die der Verlust eines geliebten Menschen hinterlässt. Es hat keinen Sinn mehr weiterzuleben. Im unvorstellbaren, untröstlichen Schmerz ist ein Mensch irgendwelchen Gedanken und wohlmeinenden Worten, die ihn trösten sollen, nicht mehr zugänglich. Das Leben steht still, es gibt keine Zukunft mehr. Dass das Leben in einer solchen Situation nicht einfach weitergeht, ist der innigen Beziehung zum Toten geschuldet, die jetzt nicht einfach endet. Vielleicht ist später irgendwann der richtige Zeitpunkt für Trost gekommen, der ein Weiterleben ermöglicht, vorausgesetzt, dass ein Mensch überhaupt Trost finden will. Er könnte auch darauf verzichten wollen: Ist nicht jetzt erst das Leben in seiner abgründigen Tiefe auszumessen? Wohl aus diesem Grund meinte Rilke, „aller Trost ist trübe“ (Die Briefe an Gräfin Sizzo, Brief vom 6. Januar 1923). Vielleicht nicht wirklich aller Trost, aber derjenige, der auf Ablenkung und Zerstreuung setzt und damit das klare Wasser des

Leids trübt, das den Blick in die Tiefe erlaubt. Trost ist trübe, wenn er die Trauer unterdrückt und übertölpelt. Sobald die Trauer aber ihre Zeit hatte, kann es darum gehen, nach Trost zu suchen, und dies nicht nur angesichts des Todes, sondern in vielen Situationen des Lebens. Schon das Kind, das sich weh getan hat, verlangt nach Trost und fühlt sich getröstet, wenn sein Schmerz ernst genommen und irgendwie „behandelt“ wird. Diesen Trost hält es für so bedeutsam, dass es einen alleinstehenden Menschen besorgt fragen kann: „Und wer tröstet dich?“ Die Erfahrungen, die ein Mensch von klein auf mit dem Getröstetwerden macht, seine Fähigkeit, sich beispielsweise mit Fantasiewelten selbst zu trösten, aber auch sein Schmerz, ungetröstet zu bleiben, fügen sich zu seiner „Trostgeschichte“ (Irmtraud Tarr: Trost). Davon hängt es ab, ob und wie jemand in seinem Leben Trost findet, wenn etwas schmerzt, etwa ein Misserfolg, eine Missachtung durch andere, eine Enttäuschung, ein Liebeskummer oder eine Trennung von einem geliebten Menschen. Menschen scheinen unter allen Wesen diejenigen zu sein, die am meisten des Trostes bedürfen, eine Besonderheit, die mit den Eigenschaften ihrer Seele, ihres Geistes zu tun haben muss. Vermutlich sind Menschen mehr als andere Wesen imstande, die ontologische Differenz zwischen der Wirklichkeit des Lebens und seinen Möglichkeiten wahrzunehmen: Dass nicht alles, was möglich ist, wirklich wird, und dass selbst das, was wirklich wird, selten den Möglichkeiten entspricht. Nach Trost verlangt ebenso der schmerzliche Abschied von einer liebgewordenen Wirklichkeit, die ein Mensch zugunsten neuer Möglichkeiten hinter sich lässt. Und der Abschied von vermeintlichen oder tatsächlichen Möglichkeiten, auf die er zugunsten einer bestimmten Wirklichkeit bewusst verzichtet oder weil er den Mut zu erforderlichen Veränderungen nicht aufbringt. Trost braucht aber vor allem die Erfahrung der Tragik, der Unausweichlichkeit, die Menschen bewusst


76 Literatur

Hermann Hesse zum 50. Todestag

Der Anwalt des Einzelnen Der Autor von Steppenwolf und Siddharta beeinflusste das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Hermann Hesse, der Sucher und Seelenexperte, fasziniert auch heute noch Millionen ■

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ermann Hesse: eine Jugendliebe? Nicht für jeden. Rocknachtigall Udo Lindenberg zum Beispiel liebt ihn immer noch, feiert ihn in seinem Hesse-Lesebuch als „Sucher nach dem highligen Individuum“ und als maßgeblichen Impulsgeber für sein Leben. Der Schriftsteller Peter Härtling hingegen gestand: „Ich hörte nicht auf, ihn zu lesen, aber in Unterhaltungen wertete ich ihn ab; ich redete über ihn und seine Bücher wie über eine vergangene Liebesaffäre, die einem lächerlich und nicht mehr geheuer ist.“ Im Jubiläumsjahr 2012, zum 50. Todestag, braucht Hesse niemandem mehr peinlich zu sein. Neue Biografien würdigen ihn, jenseits von Kult und Kitschverdacht, als vielseitigen Künstler in einer krisenhaften, von zwei Weltkriegen erschütterten Zeit. Der, pendelnd zwischen Schöpferrausch und Depression, seine Widersprüche nicht leugnet, sondern produktiv zu machen versteht. In den Sehnsüchten und Brüchen des Einzelnen, nicht in der Uniformierung durch Kollektive und Ideologien aller Art, erkennt Hesse die Chance auf Heilung. Ein Zuspruch, der nicht aus der Mode kommt, bestätigt Winfried Hörning, Taschenbuchleiter im SuhrkampVerlag: „Jede Generation findet etwas in seinem Werk, was sie ermutigt und elektrisiert – sei es die Ermunterung zum Eigensinn, zum Engagement oder zur

Selbstbehauptung. Und mehr noch: Seine Bücher haben die Kraft, den Leser durch die Lektüre zu verwandeln. Was die Verkäuflichkeit betrifft: Er ist nach wie vor einer der meistgelesenen deutschen Autoren. Auch daran hat sich nichts geändert. Und dass er Ende der siebziger Jahre wesentlich beliebter gewesen sein soll, ist eine Mär.“ Während Hesse im Nachkriegsdeutschland als Dichter von Gartenlaubenpoesie geschmäht wurde, entdeckten ihn die amerikanischen Vietnamkriegsgegner, Hippies und Blumenkinder als Seelenverwandten. Von den USA schwappte die Hesse-Welle nach Europa zurück. Der revoltierenden Jugend verdankt Hesse ein Comeback, das kein Ende nimmt. Noch heute ist Hesse in Ländern, in denen sich staatliche Macht besonders repressiv gebärdet, ein Lieblingsautor der Unangepassten: im Iran zum Beispiel oder in den arabischen Ländern. Denn Hesse ermutigt auch zu einem undogmatischen, gewaltlosen Zugang zum Religiösen: „Du sollst dich nicht nach einer vollkommenen Lehre sehnen, sondern nach einer Vervollkommnung deiner selbst. Die Gottheit ist in dir, nicht in Begriffen und Büchern.“ Hesse macht Mut, Hesse weist den Weg, offener und unverblümter als die meisten anderen Dichter. Man merkt ihm an, dass er aus einer Missionarsfamilie kommt. Die Gaben seiner Eltern,

Brigitte Kohn

die beide im Dienste des Herrn viel lesen und schreiben, sind prägend. Aber er verwandelt sie grundlegend. Interesse für die Psychoanalyse statt pietistische Innenschau, Selbstausdruck statt Selbstverleugnung, Gottsuche über kulturelle Grenzen hinweg statt Einschluss in ein Glaubenssystem. Hesses Eltern haben in indischen Missionsstationen gelebt, bevor sie sich in der schwäbischen SchwarzwaldKleinstadt Calw niederlassen. Der Pietismus, eine protestantische Glaubensgemeinschaft, gibt den Takt des Familienlebens vor, und der kleine Hermann, geboren am 2. Juli 1877, ist viel zu lebhaft, um sich darauf einzuschwingen. Seine gestresste Mutter hält zahlreiche gescheiterte Disziplinierungsmaßnahmen im Tagebuch fest, zum Beispiel die Antwort des Fünfjährigen auf den angedrohten Zimmerarrest: „Das hilft euch nicht viel, ich kann da zum Fenster hinaussehen und mich unterhalten.“ Bevor er in die Schule kommt, hat er andere Lehrer: die Bäume, die Wolken, die ihn umgebende Natur. Das gibt ihm Freiheit, das beruhigt ihn, wenn die vielfältigen, aber auch prinzipienstrengen kulturellen Einflüsse des Elternhauses ihn aufwühlen und sein Gewissen belasten. Die seelische Situation eines Kindes im pietistischen Milieu hat Hesse meisterhaft geschildert in der Erzählung Kinderseele: Ein kleiner Junge entwendet PSYC H O LO G I E H EUTE

A ugus t 2012


Literatur 77


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Im nächsten Heft T I T E LT H E M A

Lebensmut in schweren Zeiten Im menschlichen Leben ist die Tugend Mut zum Glück selten gefordert. Sie bleibt meist reserviert für wirkliche Herausforderungen und existenzielle Krisensituationen. Wo wir sonst mit Hartnäckigkeit, Tatkraft oder Tricks weiterkommen, brauchen wir nun mehr. Ängstlich hoffen wir, dass wir dann genügend Mut aufbringen, um zu bestehen. Aber es gibt Wege und Mittel, wie man ihn wecken kann.

Deutscher Selbsthass Mit ihrer Identität als Deutsche haben die Menschen hierzulande auch fast sieben Jahrzehnte nach dem Ende des Naziterrors noch immer große Probleme, wie eine große interkulturelle Studie zeigt. Offenbar färbt das ab: Junge Migranten, die in Deutschland aufgewachsen sind, identifizieren sich deutlich weniger mit dieser Nation als noch ihre Eltern. Die Erklärung der Forscher: Ein Volk, das sich selbst abwertet, wirkt auf Zuwanderer unattraktiv.

Die Macht der Gewohnheit – und wie man sie bricht

Warum Frauen depressiv werden (und Männer nicht wirklich daran schuld sind)

Gewohnheiten bestimmen – und erleichtern unser Leben: Gut, dass wir nicht jeden Tag neu überlegen müssen, wie man Auto fährt, ob man sich die Zähne putzen oder wann man aufstehen will. Aber viele Gewohnheiten machen uns das Leben auch schwer: Gerne würden wir sie loswerden, aber wir sind zu ihren Gefangenen geworden. Rauchen, Übergewicht, Alkoholprobleme, körperliche Trägheit und andere Automatismen sind tief im Verhalten verankert. Fast immer scheitern wir, wenn wir ihnen entkommen wollen. Um Gewohnheiten zu verändern, muss man wissen, wie sie entstehen und worin ihre Macht liegt. Mit diesem Wissen können sie ignoriert, geändert oder ersetzt werden.

Frauen erkranken weltweit doppelt so häufig an Depression wie Männer. Wie kommt es zu diesem Geschlechterunterschied? Bei der Diskussion der Ursachen wird häufig ein wichtiger Faktor übersehen: Viele Frauen, die depressiv erkranken, leiden an und in ihren Beziehungen. Das festzustellen bedeutet aber nicht, den Männern die Schuld zuzuweisen: Im Grunde belastet beide Geschlechter das „Beziehungsdefizitsyndrom“ – mit unterschiedlichen Folgen.

D I E SE P T E M B E R AU SG A B E VON P S YCHOLOGIE HEUTE E RSC H E I NT A M 15. AUG UST

Außerdem: ■ Zwiespalt der Gefühle: Über Liebe, Hass und Hassliebe ■ Auch Autisten brauchen Freunde


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