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Prüfstelle Die

für Brandschutztechnik

Nachrichten der Prüfstelle für Brandschutztechnik des Östereichischen Bundesfeuerwehrverbandes

AUSGABE

Brandschutz ist Verantwortung Wer ist wofür haftbar? Die Verantwortung im betrieblichen Brandschutz näher betrachtet ÖNORMEN im Jahr 2013 TRVBs - eine lange Geschichte

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Die Prüfstelle für Brandschutztechnik 2/2013



VERANTWORTUNG IM BRANDSCHUTZ

Verantwortung im betrieblichen Brandschutz - Wer ist wofür haftbar? Im Jahr 1979 brannten in Wien das Kaufhaus Gerngross, die Österreichische Nationalbank, und das Hotel am Augarten. Während bei den Bränden des Kaufhauses und der Nationalbank „nur“ Sachschäden, die allerdings beträchtliches Ausmaß erreichten, zu verzeichnen waren, kamen beim Brand des Hotels am Augarten 25 Menschen ums Leben, 17 wurden – zum Teil schwer verletzt. Ing. Ernst-Georg Klammer tation des „Brandschutzbeauftragten“ in der Wr. Gesetzgebung angesehen werden. Aber schon zum damaligen Zeitpunkt war klar: Der „vertretende“ Brandschutzbeauftragte brauchte das entsprechende Pouvoir, eine „Eigenberechtigung“. Darüber hinaus war – wie man auch aus dem Feuerpolizeigesetz im Weiteren ableiten konnte, eine Haftung zur ungeteilten Hand vorhanden. Und genau mit diesen Haftungen und Verantwortungen im Brandschutzwesen wollen wir uns hier befassen, wozu jedoch grundsätzlich festzustellen ist, dass hierzu in Österreich bislang keine faktische Judikatur vorhanden ist, woraus sich Näheres ableiten ließe. Um es krass auszudrücken: Die nachfolgend dargelegte Meinung ist bislang mehr oder weniger die Privatmeinung des Verfassers. Brand Kaufhaus Gerngross 1979

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llen diesen Bränden war gemeinsam, dass sie auf die eine oder andere Art Maßstäbe überschritten: Bei dem Kaufhaus und der Bank wurde klar, dass die Größen der Objekte, bauliche und Nutzungsänderungen sowie die zunehmende Ausrüstung mit gebäudetechnischen Anlagen das Risiko gesteigert hatten. Der Brand des Hotels machte auf schreckliche Weise deutlich, dass der Einzug von Kunststoffen ins Bauwesen bislang einfach zu wenig Berücksichtigung gefunden hatte.. INITATIVEN ALS FOLGE DER EREIGNISSE

In Folge dieser Ereignisse gab es viele Initiativen in der Legislative, der Verwaltung und im Normenwesen. So wurde in Wien unter anderem die „Hotelkommission“ ins Leben gerufen, die alle Wiener Beherbergungsstätten perlustrierte und z.T. sehr einschneidende Sicherheitsmaßnahmen vorschrieb. Ähnliche Maßnahmen wurden aber nicht nur in der Bundeshauptstadt, sondern österreich-

weit, im zeitlichen Umfeld eigentlich in ganz Europa durchgeführt. Überall hatte man gleichermaßen erschreckende Erfahrungen machen müssen. Unter den gesetzlichen Initiativen ist – im Hinblick auf den Titel dieses Artikels – insbesondere eine Novellierung des Wr. Feuerpolizeigesetzes hervorzuheben. Im § 10, Abs. 2, ist seitdem festgelegt, dass der Inhaber einer Baulichkeit, die wegen ihrer Lage, Beschaffenheit oder ihrer Verwendung im Brandfall besonders gefährdet ist oder durch eine größere Anzahl von Personen gefährdet werden kann, besondere Behördenauflagen zur Sicherheit zu erfüllen habe. Die Eigentümer sind verpflichtet, die Einhaltung der aufgetragenen Maßnahmen laufend selbst oder durch einen von ihnen der Behörde gegenüber namhaft gemachten eigenberechtigten Bevollmächtigten zu überprüfen und allfällige Mängel sofort zu beseitigen... Diese Textierung kann als erste Manifes-

VON DER FUNKTION ABHÄNGIGE VERANTWORTUNG

Bei der Haftung im Brandschutzwesen ist vorerst einmal zwischen der Funktion der einzelnen Organe zu unterscheiden: • „Helfer“, das sind Brandschutzwarte oder Angehörige einer Betriebsfeuerwehr, Brandschutzgruppe oder einer Interventionsgruppe, sind in erster Linie verantwortlich dafür, die ihnen zugewiesenen Auf- gabenkreise ordnungsgemäß zu erfüllen. Natürlich spielen Gesichtspunkte des Arbeitsrechts (z.B. die „Weisungsgebundenheit“) und des Strafrechts (z.B. die „unterlassene Hilfeleistung“) oder beispielsweise die Mittäterschaft an Gefährdungsdelikten (wenn beispielsweise das Aufkeilen von Brandschutztüren toleriert wird) eine Rolle, jedoch würde das im Einzelfall zu beurteilen sein. • Anders sieht es sicher beim „Brandschutzbeauftragten“ und beim Kommandanten einer Betriebsfeuerwehr

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VERANTWORTUNG IM BRANDSCHUTZ

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aus, der damit üblicherweise auch diese „Beauftragtenfunktion“ inne hat. Dies hat seine Ursachen im Wesentlichen darin, dass der Begriff „Beauftragter“ im Lauf der Zeit eine Bedeutungsänderung durchgemacht hat. So gibt es jetzt neben dem Brandschutz-, auch Abfall-, Umweltschutz-, Gift-, Strahlenschutz-, Störfall-, Sicherheits-, Abwasserreinigungs-, Arbeitssicherheits-, Laserschutz- und Gefahrgutbeauftragte. Diese Funktionen sind absolut berechtigt aus der Notwendigkeit, den jeweils zugehörigen Materien die entsprechende Aufmerksamkeit zu schenken, entworfen worden. DELEGATION DER VERANTWORTUNG

Bei der Ernennung der angeführten Beauftragten geht es hauptsächlich um die Gewährleistung der Einhaltung von technischen Verwaltungsrechtsmaterien. Das Verwaltungsstrafrecht kennt deswegen auch den „Beauftragten“ und legt Folgendes fest: • §9(1) Für die Einhaltung der Verwaltungsvorschriften durch juristische Personen, Personengesellschaften des Handelsrechts oder eingetragene Erwerbsgesellschaften ist, sofern die Verwaltungsvorschriften nicht anderes bestimmen und soweit nicht verantwortliche Beauftragte (Abs.2) bestellt sind, strafrechtlich verantwortlich, wer zur Vertretung nach außen berufen ist. • §9(2) Die zur Vertretung nach außen Berufenen sind berechtigt und, soweit es sich zur Sicherstellung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit als erforderlich erweist, auf Verlangen der Behörde verpflichtet, aus ihrem Kreis eine oder mehrere Personen als verantwortliche Beauftragte zu bestellen, denen für das ganze Unternehmen oder für bestimmte räumlich oder sachlich abgegrenzte Bereiche des Unternehmens die Verantwortung für die Einhaltung der Ver- waltungsvorschriften obliegt. Für bestimmte räumlich oder sachlich abgegrenzte Bereiche des Unternehmens können aber auch andere Personen zu verantwortlichen Beauftragten bestellt werden. • §9(3) Eine natürliche Person, die Inhaber eines räumlich oder sachlich gegliederten Unternehmens ist, kann für bestimmte räumlich oder sachlich abgegrenzte Bereiche ihres Unternehmens einen verantwortlichen Beauf-

Brand Hotel Augarten 1979

tragten bestellen. • §9(4) Verantwortlicher Beauftragter kann nur eine Person mit Hauptwohnsitz im Inland sein, die strafrechtlich verfolgt werden kann, ihrer Bestellung nachweislich zugestimmt hat und der für den ihrer Verantwortung unterliegenden klar abzugrenzenden Bereich eine entsprechende Anordnungsbefugnis zugewiesen ist. Das Erfordernis des Hauptwohnsitzes im Inland gilt nicht für Staatsangehörige von EWR-Vertragsstaaten, falls Zustellungen im Verwaltungsstrafverfahren durch Staatsverträge mit dem Vertragsstaat des Wohnsitzes des verantwortlichen Beauftragten oder auf andere Weise sichergestellt sind. • §9(5) Verletzt der verantwortliche Beauftragte auf Grund einer besonderen Weisung des Auftraggebers eine Verwaltungsvorschrift, so ist er dann nicht verantwortlich, wenn er glaubhaft zu machen vermag, dass ihm die Einhaltung dieser Verwaltungsvorschrift unzumutbar war. • §9(6) Die zur Vertretung nach außen berufenen Personen im Sinne des Abs.1 sowie Personen im Sinne des Abs.3 bleiben trotz Bestellung eines verantwortlichen Beauftragten - unbe-

schadet der Fälle des §7 - strafrechtlich verantwortlich, wenn sie die Tat vorsätzlich nicht verhindert haben. • §9(7) Juristische Personen, Personengesellschaften des Handelsrechts und eingetragene Erwerbsgesellschaften sowie die in Abs.3 genannten natürlichen Personen haften für die über die zur Vertretung nach außen Berufenen oder über einen verantwortlichen Beauftragten verhängten Geldstrafen, sonstige in Geld bemessene Unrechtsfolgen und die Verfahrenskosten zur ungeteilten Hand. HAFTUNG

Wie aus dem Verwaltungsstrafgesetz ableitbar – vergleichbare Haftungen können aber auch aus Arbeitsaufträgen und Dienstanweisungen erwachsen – wird einem „Beauftragten“ eine besondere Verantwortung zugewiesen, die zumindest für verwaltungsrechtliche Angelegenheiten gilt. Kommt es durch Nichteinhalten der Verwaltungsvorschriften zu einem strafrechtlich relevanten Tatbestand (z.B. zu einer fahrlässigen Gemeingefährdung, vielleicht sogar im Zusammenhang mit Personenschäden), so hat diese Haftung sicher auch strafrechtliche


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Konsequenzen, an die dann wiederum zivilrechtliche Schadenersatzansprüche und Schadenersatzversagungen der Versicherungen geknüpft werden können. Wenn man die „Eigenberechtigung“ eines Beauftragten ins Kalkül zieht, ist es zumindest diskutierbar, ob ein „einfacher“ ArbeitnehmerInnen-Rechtsschutz wirklich ohne Murren die Rechtsvertretungskosten für Fehler bei der Tätigkeit übernehmen wird. Deswegen erscheint es bei einer Beauftragtenfunktion wirklich überlegenswert, eine hierfür maßgeschneiderte und kostengünstige Versicherung gesondert abzuschließen. VERANTWORTUNGSBEREICHE

Obwohl es den Rahmen dieses Artikels bei weitem sprengen würde, dürfen hier noch die einzelnen Verantwortungsbereiche dargelegt und Strategien gegen das „Überbleiben“ aufgezeigt werden:

Brand Kaufhaus Gerngross 1979

ARBEITSRECHTLICHE VERANTWORTUNG

Natürlich ist ein in einem Arbeitsverhältnis stehender Beauftragter seinem Arbeitgeber auch verantwortlich, die im Rahmen des Arbeitsvertrages vereinbarten Leistungen ordnungsgemäß zu erbringen. Mit der Ernennung zum Beauftragten wurde ihm sozusagen die Weisung gegeben, den Beauftragtenverpflichtungen ordnungsgemäß nachzugehen. Wenn anschließend für einzelne Punkte abweichende Weisungen gegeben werden, wie z.B. „vorübergehende“ Lagerungen in einem Fluchtweg zu tolerieren, dann kommt der Beauftragte in die „Zwickmühle“: Welchen der sich widersprechenden Aufträge hat er denn nun zu erfüllen? Den ursprünglichen, seinen Beauftragtenverpflichtungen nach dem „Stand der Technik“ und nach bestem Wissen und Gewissen nachzukommen, oder den neuen, meist auf ein konkretes Thema bezogenen abweichenden Auftrag?



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Richtigerweise wäre der Auftraggeber auf diese Diskrepanz und auf die korrekte Vorgangsweise hinzuweisen - es empfiehlt sich aus Beweisgründen, dies schriftlich zu machen und eine Gegenzeichnung als Bestätigung einzufordern. Weitere vorprogrammierte Missverständnisse ergeben sich aus dem Umstand, dass in der Arbeitsstättenverordnung und in der TRVB O 119 klare „Mindestumfänge“ der Aufgaben eines Brandschutzbeauftragten festgelegt sind. In der Praxis trägt aber vieles in der Firma die Worte „Brand“ oder „Feuer“ im Namen, so zum Beispiel die „Brandschutzklappe“ oder die „Brandrauchentlüftung“. Ist deswegen der Brandschutzbeauftragte automatisch verpflichtet, alle Brandschutzklappen nach einer Brandmelderauslösung rückzustellen, insbesondere, wenn dies mit erheblichem Arbeitsaufwand verbunden ist, weil es keine zentrale Rückstellmöglichkeit gibt? Prinzipiell ist dies eine Sache der Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Beauftragtem. Nachdem dies aber bislang nirgendwo festgelegt war, mussten viele Brandschutzbeauftragte bisher mühsam im Lauf der Übernahme ihrer Tätigkeiten erst entsprechende Regelungen etablieren. Mittlerweile gibt es in der TRVB O 119 zumindest Richtzeitwerte, die allerdings angesichts des zunehmenden Formal-, Verwaltungs- und Dokumentationsaufwandes leider schon überholt erscheinen V E R WA LT U N G S - , STRAFZIVILRECHTLICHE VERANTWORTUNG

Gegebenheiten im Zuständigkeitsbereich). • Die Pflege des eigenen Wissens und Könnens, wozu im Wesentlichen die persönliche Fort- und Weiterbildung gehören. • Und zu dieser ordnungsgemäßen Durchführung gehören auch die enge Zusammenarbeit mit den sonstigen mit der Arbeitssicherheit beauftragten Organen sowie die Weitermeldung von Mängeln und Missständen an den beauftragenden Arbeitgeber. Oft wird zum letztgenannten Punkt ins Treffen geführt, dass insbesondere die Fristsetzungen für die Beseitigung von Mängeln eine schwierige Angelegenheit wäre. Die Überlegung, dass natürlich jeder Missstand oder Mangel sofort behoben werden müsste, stimmt. Allerdings muss dies nicht zum Aufeinanderprallen von Justament-Standpunkten führen. Üblicherweise können für bestimmte Übergangszeiten, die aus wirtschaftlichen Unumgänglichkeiten notwendig oder sinnvoll erscheinen, auch Ersatzlösungen getroffen werden. Diese Ersatzlösungen werden meist in regelmäßigen Kontrollgängen, besonderer Aufmerksamkeit der Beschäftigten, einer Verstärkung der ersten Löschhilfe und vergleichbaren organisatorisch-personellen Maßnahmen liegen, die auch kostenmäßig bezifferbar sind. So lassen sich Maßnahmen in wirtschaftliche Relation setzen und auch argumentieren.

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Diese drei Verantwortungsbereiche sind eng miteinander verschränkt und wurden in ihrer Bedeutung schon dargelegt. Sie können sich auch erinnern, dass hier eine eigene Rechtsschutzversicherung empfohlen wurde. Der Verfasser dieses Artikels müsste hier aber einschränken: Bei halbwegs ordnungsgemäßer Durchführung der Beauftragten Arbeiten sollte sich eigentlich kein Anhaltspunkt für solche Verantwortungen ergeben. Zu diesen Aufgaben gehören in methodischer Hinsicht: • Die Wahrnehmungen der Aufgaben eines bzw. einer Brandschutzbeauftragten nach dem aktuellen Stand der Technik (im Wesentlichen ergibt sich dieser aus der AStV, der TRVB O 119 und den

Brand Kaufhaus Gerngross 1979

Das Wichtigste im Sinn Ihrer Rechtssicherheit dabei ist: ARBEITEN SIE ORDENTLICH! DOKUMENTIEREN SIE ALLES VOLLSTÄNDIG UND NACHVOLLZIEHBAR!

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NEUE REGELWERKE - ÖNORMEN

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Neue Regelwerke 2013 Teil 2 - ÖNORMEN Folgenden ÖNORMEN bezüglich anlagentechnischem Brandschutz sind kürzlich erschienen, werden derzeit erarbeitet bzw. ist mit einem Erscheinen 2013 zu rechnen Dipl.-Ing. Wilfried Pausa ÖNORM F 3052 ALARMÜBERTRAGUNGSSYSTEME BEREITS ERSCHIENEN

ÖNORM F 3051 AUSWERTEZENTRALEN (AWZ) BEREITS ERSCHIENEN

In dieser Norm werden die Anforderungen an Auswertezentralen für den Anschluß von Brandmeldeanlagen an alarmannehmende Stellen geregelt. Diese Auswertezentralen befinden sich üblicherweise in den Alarmzentralen der alarmannehmenden Stellen. Es werden die technischen Anforderungen ebenso wie solche an die Darstellung der Alarme normiert. Diese Norm ist europaweit (wie meistens) einmalig und soll v.a. den alarmannehmenden Stellen (Feuerwehren) eine sichere und normierte Darstellung einlaufender Alarme angeschlossener Brandmeldeanlagen garantieren. Es sei erwähnt, daß bereits zwei Anbieter von Alarmübertragungssystemen ihre Auswertezentralen positiv nach dieser ÖNORM geprüft haben. Mehr dazu auf: www.prüfstelle.at Service / Regelwerke / Prüfberichte/Ablaufdaten

Auch wieder europaweit einmalig definiert diese ÖNORM Anforderungen an Alarmübertragungssysteme, also die gesamte Kette vom Sender beim Teilnehmer, Alarmübertragung in der „Wolke“, Alarmcenter des Systembetreibers bis zur Auswertezentrale bei der alarmannehmenden Stelle. Die Norm basiert auf den Anforderungen der ÖNORM EN 54-21. Auch hier gibt es bereits zwei positiv geprüfte Alarmübertragungssysteme. Es ist zu hoffen, daß sich die alarmannehmenden Stellen zukünftig verstärkt dieser Normen bedienen werden. ÖNORM F 3076 PROJEKTIERUNG, INSTALLATION, INBETRIEBNAHME UND INSTANDHALTUNG VON ALARMÜBERTRAGUNGSSYSTEMEN ERSCHEINT DEMNÄCHST

Diese Norm der Normenserie F 307x legt ebenso wie die anderen Normen dieser Serie einerseits Anforderungen an die Errichtung, speziell Instandhaltung, von Alarmübertragungssystemen und andereseits Kompetenzkriterien für die einzelnen Phasen der Errichtung eines Alarmübertragungssystems fest und damit die Möglichkeit einer akkreditierten Zertifizierung für Errichter von Alarmübertragungssystemen. Als spezielle Besonderheit sei erwähnt, daß aus Kostengründen für den Betreiber von Brandmeldeanlagen die Instand-

haltung der Geräte beim Betreiber durch die Instandhaltungsfirma der Brandmeldeanlage (nach spezieller Schulung durch den Alarmübertragungsssystembetreiber) und Zertifizierung möglich sein wird, sodaß diese Tätigkeiten im Zuge der nstandhaltung der Brandmeldeanlage durchgeführt werden können. ÖNORM F 307X SERIE IN AUSARBEITUNG

Sämtliche bisher erschienenen und gültigen Normen dieser Serie (F 3070 Brandmeldeanlagen, F 3071 - Gaslöschanlagen, F 3072 - Sprinkleranlagen, F 3073 - Sauerstoffreduktionsanlagen und F 3074 - Elektroakustische Notfallsysteme) werden derzeit überarbeitet. Es erfolgt eine grundsätzliche Auftrennung in eine Grundnorm (ON F 3700) und Einzelnormen F 307x. In der Grundnorm F 3700 werden die Zertifizierungserfordernisse einheitlich für alle brandschutztechnischen Gewerke dargelegt , in der Normenserie F 307x nur mehr die Erfordernisse für die Instandhaltung behandelt werden. Hiedurch wird einerseits ein einheitliches Anforderungsprofil inklusive identer Definitionen erreicht und andererseits bereits eine Vorarbeit für die zu erwartende EN über Anforderungen an Firmen, die sicherheitstechnische Anlagen errichten, die derzeit im CEN/CENELEC TC 4 erarbeitet wird, geleistet. . TEIL 3: BERICHT AUS DER EUROPANORMUNG ERSCHEINT IN AUSGABE 3/2013


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TRVBs - EINE LANGE GESCHICHTE

TRVBs – eine lange Geschichte Am Brandschutzsektor Österreichs sind die Technischen Richtlinien Vorbeugender Brandschutz nicht mehr wegzudenken. Das war vor knapp 40 Jahren nicht der Fall. Mag. (FH) Pamela Hniliczka und Dipl.-Ing. Wilfried Pausa DIE GRÜNDUNG

Das Sachgebiet 4.3 des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes – auch bekannt als der TRVB-Arbeitskreis - ist das einzige Sachgebiet, welches nicht nur mit Vertretern der Feuerwehren, sondern auch mit Mitgliedern der österreichischen Brandverhütungsstellen besetzt ist. Dieses Gremium hat sich erstmals am 12.11.1974 in Wien zusammengesetzt und die Arbeitsgruppe in dieser Form gegründet. Seither wurden mehr als 200 Sitzungen abgehalten.

nehmen mit der Zentralstelle für Brandverhütung erfolgen bzw. sollen Entwürfe zur Stellungnahme an die Zentralstelle übermittelt werden. Im Einvernehmen mit den Vertretern der Brandverhütungsstellen wurde ein Dringlichkeitskatalog zur Erstellung von Entwürfen für folgende Themen festgelegt und die jeweiligen Sachbearbeiter bestimmt.“ 1.) Errichtung stationärer Löschanlagen bei Lagerung brennbarer Flüssigkeiten 2.) Brandschutz – Hotels 3.) Rechenmethoden zur Festlegung der Brandschutzmaßnahmen 4.) Brandschutz – Schulen 5.) Baurichtlinien für leere und volle Steigleitungen 6.) Brandschutz – Großgaragen

verbände, je ein Vertreter aller 9 Brandverhütungsstellen und der Vorsitzende darin vertreten. Diese Zusammensetzung garantiert die Berücksichtigung der Interessen der Freiwilligen und Berufsfeuerwehren und der Versicherungswirtschaft. In den Arbeitsgruppen werden aber natürlich immer wieder Fachfirmenvertreter zur Mitarbeit eingeladen. Weiters ist je ein Vertreter des Österreichischen Normungsinstitutes und des OIB als Beobachter im TRVB-AK vertreten, um Zweigleisigkeiten zu vermeiden und die erforderlichen gegenseitigen Abstimmungen zu ermöglichen.

WIE VIELE TRVBs AM MARKT?

Insgesamt wurden seither 90 TRVB’s erund überarbeitet, das ist ein Schnitt von 2,4 TRVBs pro Jahr, wovon derzeit 47 gültig sind. 11 wurden durch Veränderungen im Richtlinienbereich (OIB-RL) und anderen Gründen aufgehoben.

Grundsätzlich treffen sich die Mitglieder des Sachgebiets 4.3 fünfmal jährlich, um an der Er- und Überarbeitung der Richtlinien zu arbeiten. Natürlich wird nicht nur bei, sondern vor allem zwischen diesen Sitzungsterminen gearbeitet. Da der TRVB-AK derzeit 25 Mitglieder umfasst, erfolgt die grundsätzliche Ausarbeitung in AGs mit ca. 5-8 Mitgliedern: Der so erarbeitete Vorschlag , der den neuesten Stand der Technik widerspiegeln soll, wird dann im TRVB-AK diskutiert, geändert und beschlossen. So stand schon in einer der ersten Einladungen in den 70er Jahren: „Die Erstellung technischer Richtlinien des vorbeugenden Brandschutzes durch den ÖBFV soll künftig im Einver-

Bei folgenden Richtlinien wurde bisher am meisten überarbeitet und nachjustiert: • TRVB 123 (5x) • TRVB 127 (4x) • TRVB 117 (3x) • TRVB 121 (3x) Die Technischen Richtlinien Vorbeugender Brandschutz gelten heute als Stand der Technik und werden im Behördenverfahren vorgeschrieben. Europaweit sind diese Richtlinien einzigartig und werden in einigen CEE-Ländern 1:1 verwendet und in deren Landessprache übersetzt. DER ARBEITSKREIS

Derzeit setzt sich der TRVB-Arbeitskreis aus 25 Mitgliedern zusammen, so sind je ein Vertreter aller 6 Berufsfeuerwehren, je ein Vertreter aller 9 Landesfeuerwehr-

Die Sitzungstermine und aktuellen Bearbeitungsthemen finden sich laufend auf der eigenen Website www.trvb-ak.at. Unmittelbar nach den Sitzungen werden innerhalb von 2-3 Tagen die Änderungen pro TRVB online gestellt. Zudem sind die neuen Richtlinien 2 Monate zur Stellungnahme kostenlos über diese Online-Plattform verfügbar. Es wird daher empfohlen, jeweils 2-3 Tage nach den Sitzungsterminen auf dieser Website nachzusehen, ob Änderungen bzw. Neuerungen, die für Sie von Bedeutung sind, vorhanden sind.

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Prüfstelle

für Brandschutztechnik Staatlich akkreditierte Prüf- und Inspektionsstelle

8x in Österreich Geschäftsführung: Siebenbrunnengasse 21, 1050 Wien Tel.: +43 1 544 12 33, Fax: DW 40 E-Mail: office@pruefstelle.at

Unsere Kompetenzen ... Ihre Vorteile >> Überprüfung und Revision von >> Brandmeldeanlagen >> Brandfallsteuerungen >> Sprinkler- und Gaslöschanlagen >> Berechnung, Überprüfung und Revision von >> Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) >> Druckbelüftungen >> Typenprüfungen von >> Brandmelderzentralen >> Brandmeldesystemen >> Brandfallsteuer- und Einsatzleitsystemen >> Gaslöschsystemen >> Elektroakustischen Notfallsystemen >> Pumpen >> Sauerstoffreduktionssystemen >> Erstellung von Brandschutzkonzepten >> Brandschutzevaluierungen >> Personal für Brandsicherheitswachdienste, u.v.m.

TÄTIGKEITEN IM NICHT AKKREDITIERUNGSFÄHIGEN BEREICH Durch praxiserfahrene Prüfer, welche vor allem im beratenden Sektor und in der Ausarbeitung von Brandschutzkonzepten und Brandschutzevaluierungen tätig sind, können auch die nicht akkreditierungsfähigen Bereiche durch die Prüfstelle für Brandschutztechnik abgedeckt und für Sie zielführend umgesetzt werden. An führender Stelle sind viele unserer Prüfer im anlagentechnischen Brandschutz in österreichischen Normengremien und in der Europanormung tätig. Dies gewährleistet, mit uns als Partner die neuesten Erkenntnisse in der Prüftätigkeit an der Hand zu haben. Unsere Prüfer “beten die Normen nicht herunter”, sie wissen was dahinter steckt und warum gewisse Forderungen aufgenommen wurden. IMPRESSUM:

Außenstelle Burgenland: Leithabergstraße 41, 7000 Eisenstadt Tel.: +43 2682 621 05 - 0 E-Mail: aussenstelle-burgenland@pruefstelle.at Außenstelle Kärnten: Kronen Platz 1/1, 9020 Klagenfurt Tel.: +43 463 420 362 E-Mail: aussenstelle-kaernten@pruefstelle.at Außenstelle Oberösterreich: Stahlstraße 33, Postfach 3, 4031 Linz Tel.: +43 732 6585 9773 E-Mail: aussenstelle-oberoesterreich@pruefstelle.at Außenstelle Salzburg: Karolingerstraße 30, 5020 Salzburg Tel.: +43 662 828 122 - 0 E-Mail: aussenstelle-salzburg@pruefstelle.at Außenstelle Steiermark: Andritzer Reichsstraße 18, 8045 Graz Tel.: +43 316 72 22 25 E-Mail: aussenstelle-steiermark@pruefstelle.at Außenstelle Tirol: Florianistraße 1, 6410 Telfs Tel.: +43 5262 6912 111 E-Mail: aussenstelle-tirol@pruefstelle.at Außenstelle Vorarlberg: Grafenweg 8, 6890 Lustenau Tel.: +43 5577 844 14 E-Mail: aussenstelle-vorarlberg@pruefstelle.at

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Herausgeber, Medieninhaber: Prüfstelle für Brandschutztechnik des österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes Ges.m.b.H, A-1050 Wien, Siebenbrunnengasse 21, Geschäftsführer Dipl.-Ing. Wilfried Pausa, Telefon: +43 1 544 12 33, Telefax: +43 1 544 12 33-40, E-Mail: zeitschrift@pruefstelle.at, FN 148379 f, UID ATU 41970603 Redaktion, Layout, Anzeigenverkauf: Mag. (FH) Pamela Hniliczka, Mobil: +43 664 512 04 37, E-Mail: p.hniliczka@pruefstelle.at Erscheinungsweise: periodisch als kostenlose Online-Zeitschrift Titelbild: © Carola Vahldiek - Fotolia.com


Die Prüfstelle - Ausgabe 2/2013