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Der Himmel

† Geschäftsbericht 2010


4 | Vorwort: Die Schöpfungsgeschichte - Monologe einer höheren Instanz 6 | Hierarchie der Engel 8 | Die Erzengel 12 | Die Seele - Anatomie des Denkens 15 | Wieviel Platz ist noch im Himmel? - Tabellarischer Verlauf der Mitgliederzahlen 17 | Mortalität

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I

m Anfang schuf ich den Himmel und die Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der

Tiefe; und mein Geist schwebte über den Wassern.Und ich sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. Und ich sah das Licht, daß es gut war; und ich schied das Licht von der Finsternis.Und ich nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag. Undich sprach: Es werde eine Wölbung mitten in den Wassern, und es sei eine Scheidung zwischen den Wassern und den Wassern! Und ich machte die Wölbung und schied die Wasser, die unterhalb der Wölbung von den Wassern, die oberhalb der Wölbung waren. Und es geschah so. Und ich nannte die Wölbung Himmel. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein zweiter Tag. Und ich sprach: Es sollen sich die Wasser unterhalb des Himmels an einen Ort sammeln, und es werde das Trockene sichtbar! Und es geschah so. Und ich nannte das Trockene Erde, und die Ansammlung der Wasser nannte er Meere. Und ich sah, daß es gut war. Und ich sprach: Die Erde lasse Gras hervorsprossen, Kraut, das Samen hervorbringt, Fruchtbäume, die auf der Erde Früchte tragen nach ihrer Art, in denen ihr Same ist! Und es geschah so. Und die Erde brachte Gras hervor, Kraut, das Samen hervorbringt nach seiner Art, und Blume, die Früchte tragen, in denen ihr Same ist nach ihrer Art. Und ich sah, daß es gut war. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein dritter Tag.

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Schöpfungs geschichte Monologe einer höheren Instanz

Und ich sprach: Es sollen Lichter an der Wölbung des Himmels werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie sollen dienen als Zeichen und [zur Bestimmung von] Zeiten und Tagen und Jahren; und sie sollen als Lichter an der Wölbung des Himmels dienen, um auf die Erde zu leuchten! Und es geschah so. Und ich machte die beiden großen Lichter: das größere Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht und die Sterne. Und ich setzte sie an die Wölbung des Himmels, über die Erde zu leuchten und zu herrschen über den Tag und über die Nacht und zwischen dem Licht und der Finsternis zu scheiden. Und ich sah, daß es gut war. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein vierter Tag. Und ich sprach: Es sollen die Wasser vom Gewimmel lebender Wesen wimmeln, und Vögel sollen über der Erde fliegen unter der Wölbung des Himmels! Und ich schuf die großen Seeungeheuer und alle sich regenden lebenden Wesen, von denen die Wasser wimmeln, nach ihrer Art, und alle geflügelten Vögel nach ihrer Art. Und ich sah, daß es gut war. Und ich segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt das Wasser in den Meeren, und die Vögel sollen sich vermehren auf der Erde! Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein fünfter Tag.

Und ich machte die wilden Tiere der Erde nach ihrer Art und das Vieh nach seiner Art und alle kriechenden Tiere auf dem Erdboden nach ihrer Art. Und ich sah, daß es gut war. Und ich sprach: Laßt uns Menschen machen in unserm Bild, uns ?hnlich! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen! Und ich schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. Und ich segnete sie, und ich sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen! Und ich sprach: Siehe, ich habe euch alles samentragende Kraut gegeben, das auf der Fläche der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an dem samentragende Baumfrucht ist: es soll euch zur Nahrung dienen; aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebende Seele ist, habe ich alles grüne Kraut zur Speise gegeben. Und es geschah so. Und ich sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag.

Und ich sprach: Die Erde bringe lebende Wesen hervor nach ihrer Art: Vieh und kriechende Tiere und wilde Tiere der Erde nach ihrer Art! Und es geschah so.

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chon lange wird darüber diskutiert, wieviele Engel es wohl geben mag. In Anbetracht der unüberschaubaren Engelzahl liegt es nahe, Ordnung in die Himmelsscharen zu bringen. Das Ordnungssystem, dem im Westen am häufigsten gefolgt wird, ist in einer im 6. Jahrhundert erschienenen Schrift von Dionysios Areopagita niedergelegt. Er selbst räumt ein, dass seine Einteilung der Engel in ein System nur ein Hilfsmodell ist, in dem er nach besten Kräften alles zusammengefasst hat, was aus den heiligen Schriften bekannt ist.

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Dionysios schreibt: „Wie viele Ordnungen der Engel es gibt, wie sie beschaffen sind und in welcher Weise die Hierachien sich vollenden, das, so meine ich, weiß einzig das dahinter stehende, göttliche Urprinzip...“. Die erste Sphäre nennt man auch ‚Triade der oberen Engelchöre’, die zweite Sphäre ‚Triade der mittleren Engelchöre’ und die dritte Sphäre ‚Triade der unteren Engelchöre’. Nun wollen wir uns aber die einzelnen Gruppen etwas genauer ansehen. Fangen wir mit den Seraphim an. Sie sind der ranghöchste Chor der Engel, deren Name sich aus dem hebräischen

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„saraph“ ableitet, was „brennen“ bedeutet. Deshalb werden sie auch die ‚Brennenden’ oder die ‚Entflammer’ genannt, deren Licht so hell strahlt, dass die Sterblichen darin verbrennen würden. Diese Engel der Liebe, des Lichts und des Feuers – dessen Gesang den Urklang des Universum symbolisiert – umschweben Gottes Thron. Sie absorbieren das Licht Gottes und reflektieren es zum nächsten Chor der Engel. Die Seraphim haben sechs Flügel. Zu ihren regierenden Fürsten zählen Seraphiel und Metatron. Die machtvollen Cherubim sind der zweithöchste Engelchor. Laut dem Alten Testament bewachen sie den Garten Eden. Sie reflektieren Gottes Wissen und Weisheit, ihr Name bedeutet „Fülle der Weisheit“ oder „Übertragung der Erkenntnis“. Die Cherubim haben vier Flügel, welche die vier Elemente symbolisieren. Ebenso wie die Elementargeister beeinflussen diese Engel Geschehnisse in der Natur. Zu ihren regierenden Fürsten zählen Kerubiel und Ophaniel. Die Throne sind die Engel der Lebensenergie und des kosmischen Willens. Im Hebräischen heißen sie ‚Gagallin’, was soviel bedeutet wie ‚großes Rad’. Das Rad symbolisiert den ewigen Kreislauf von Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt. Ferner deutet die Bezeichnung ‚Thron’ darauf hin, dass

diese Engel in direkter Nähe zu Gott sind und ihn stützen. Sie haben großen Einfluss auf die Lebensenergie des Menschen und können seinen Willen zum Guten wenden. Ihre regierenden Fürsten sind u.a. Tzaphiel und Oriphiel. Die Herrschaften regeln die Pflichten der unter ihnen stehenden Engelklassen. Sie sind von majestätischer Würde – weshalb sie oft mit Zepter dargestellt werden – jedoch herrschen sie keinesfalls tyrannisch. Die Energie der Herrschaften, die auch als ‚Kyriotes’ bezeichnet werden, ist reine Gnade. Sie verzeihen alles und bringen die göttliche Gnade auf die Erde. Zu ihren regierenden Fürsten zählen Zadkiel, Zachariel und Terathel. Die Mächte sind verantwortlich für die Zyklen aller Sterne und Planeten im Universum. Sie regieren alle Naturgesetze und sind von daher auch verantwortlich für alle Wunder, die diese Gesetze brechen. Sie werden auch als ‚Dynameis’, was ebenfalls ‚Kräfte’ bedeutet und ferner als die Leuchtenden bezeichnet. Die Mächte werden von Erzengel Michael regiert und haben Ähnlichkeit mit den Schutzengeln, denn ebenso wie diese unterstützen sie das Gute und helfen in Notsituationen. Zu ihren Regenten gehören außerdem u.a. Barbiel, Sabrael und Hamaliel.

Hierarchie der Engel

Die Aufgabe der Gewalten besteht darin, die himmlische Sphäre vor allen negativen Einflüssen der irdischen Sphäre zu schützen. Sie werden deshalb oft mit Schwert und Donnerkeil dargestellt. Sie halten die Welt im Gleichgewicht und kämpfen fortwährend gegen die Dämonen. Verlorene Seelen können sie auf den Himmelspfad führen. Sie spiegeln das Verlangen wider, dem Bösen zu widerstehen und Gutes zu tun. Von ihnen erschallt wohl auch der Ruf „Wache auf “, den wir manchmal brauchen, um unsere Richtung zu ändern. Camael und Verchiel gehören zu den Gewalten.

die geistige Energie und das Bewusstsein. Gemeinsam mit den Schutzengeln bestärken sie die Verantwortlichkeit des Einzelnen und können sich unauffällig in die Angelegenheiten der Menschheit einmischen. Außerdem sollen sie die Religionen auf den Pfad der Wahrheit führen. Einer der regierenden Fürsten dieses Chores ist Cerviel.

Die Fürstentümer leiten die irdischen Regenten, Führer, Völker, Gemeinschaften und in ihrer Obhut stehen auch größere Städte auf Erden. Sie werden auch Archai oder Urkräfte genannt und repräsentieren das Denken,

gien. Die Namen der Erzengel enden alle auf die sumerische Silbe „el“, was so viel wie „strahlen“ oder „leuchten“ bedeutet, aber auch „Gott“ heißen kann. Im Alten Testament und den Apokryphen werden Michael, Gabri-

Die Erzengel sind die Boten Gottes, die den Menschen Botschaften und Verkündigungen bringen. Sie sind dem Menschen sehr nahe und verfügen gleichzeitig über enorme Ener-

el und Rafael als die drei wichtigsten Erzengel erwähnt. Zu ihnen kommen noch Uriel, Jophiel, Zadkiel und Samael, sie alle zusammen werden den sieben Himmeln zugeordnet. Im Islam heißen die vier Erzengel Gabriel, Michael, Azrael und Israfel. In der Kabbala werden zehn Erzengel erwähnt, die den zehn Emanationen im Baum des Lebens entsprechen – Metatron, Raziel, Tzaphqiel, Tzadqiel, Khamael, Rafael, Haniel, Michael, Gabriel und Sandalphon. Die Engel der letzten Ordnung stehen der Menschheit am nächsten und haben am meisten mit menschlichen Angelegenheiten zu tun. Die Bedeutung ‚Himmelsbote’ trifft besonders gut auf sie zu, da sie nicht nur den Kontakt zwischen den Menschen und Gott, sondern auch zwischen Menschen und den Engeln der höheren Engelsphären herstellen. Was zählt, ist die eigene Verbindung zu den Engeln. Das traditionelle Wissen ist wichtig, denn es kann gute Impulse geben. Unser Schicksal können diese Engel nicht beeinflussen und dennoch, je häufiger wir um ihre Hilfe bitten, umso glücklicher ist unser Los. Es ist gut, sich in meditativer Weise mit ihnen zu beschäftigen und eigene Erfahrungen zu sammeln!

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Die erste Sphäre:

Die zweite Sphäre:

Die dritte Sphäre:

Engel, die als himmlische

Engel, die als himmlische

Engel, die als himmlische

Berater dienen:

Verwalter dienen:

Boten dienen:

1. Seraphim

4. Herrschaften

7. Fürstentümer

2. Cherubim

5. Mächte

8. Erzengel

3. Throne

6. Gewalten

9. Engel

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Michael Er gilt als der mächtigste Erzengel, dessen Name „Wer ist wie Gott“ bedeutet. Er ist der Fürst des Lichts und verbindet den Menschen mit seinem göttlichen Ursprung. Michael trägt die Seelen der Verstorbenen sanft ins Himmelreich. Er kämpft gegen das Böse und die Dämonen und wird oft mit Schwert und Rüstung dargestellt. Auch mit zwei Waagschalen ist er häufig zu sehen, mit welcher er die guten und bösen Taten der Verstorbenen gegeneinander abwägt. Auf Michael’s Energie sollten wir uns konzentrieren, wenn wir das Gute in uns selbst stärken wollen. ie Erzengel sind die zweite Engelskategorie. Das Element der Erzengel ist der Regen, der das verkörpert was sie tun, heilen und reinigen. Sie haben in ihren weißen Flügeln blaue Spitzen, der an das schöne blau des Himmels erinnert. Das besondere an den Erzengeln ist, das ihre Flügelenden leuchten, dieses Leuchten ist die Liebe Gottes, die eine heilende Wirkung hat. Erzengel sind sehr ausdauernd und ihr Totem ist der Wolf. Als Botschafter überbringen sie Nachrichten und Gedanken an andere Engel oder Menschen.

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Gabriel Sein Name bedeutet „die Macht Gottes“ oder auch „die Kraft Gottes“. Er ist der Engel der Verkündigung. So verkündete er Maria, dass sie den Sohn Gottes gebären werde und Zacharias, dass seine Frau Elisabeth Mutter von Johannes dem Täufer werde. Somit ist er auch der Engel der Geburt und der Hoffnung. Zu seiner Aufgabe gehört es, die ungeborenen Seelen der Kinder durch die Schwangerschaft bis zur Geburt zu geleiten. Er wird oft mit einer weißen Lilie, dem Symbol der Reinheit und Spiritualität dargestellt. Gabriel ist außerdem der Mondenergie zugeordnet.

Die Erzengel

Raphael Sein Name bedeutet „Gott heilt“ oder „Heiler Gottes“ und somit ist er der Engel des Heilens, aber auch der Wissenschaft und des Wissens. Auf vielen Bildern ist er mit einer mit heilendem Balsam gefüllten Phiole dargestellt. Er begleitet den Menschen in schwierigen Zeiten und schützt Reisende und kranke Menschen. Er vertreibt Hoffnungslosigkeit und Mutlosigkeit. Er hat viel Sinn für Humor und ist ein amüsanter Begleiter und Führer auf dem Weg durchs Leben. Raphael gilt als der zugänglichste aller Engel, da er sich den Suchenenden besonders leicht offenbart.

Uriel Sein Name bedeutet „Feuer Gottes“ oder „Gott ist mein Licht“ und kommt aus dem Hebräischen. Er ist der Engel der Prophezeiung und Offenbarung. Uriel ist dem Element Erde zugeordnet und gilt als der Engel, der den Menschen göttliche Geheimnisse offenbart. Sein Zeichen ist der zuckende Blitz und er wurde ausgesandt, um Noah vor der drohenden Sintflut zu warnen. Er kann blitzartig Inspirationen und Erkenntnisse vermitteln. Er wird oft mit einem Buch oder einer Schriftrolle, den Symbolen für die Gesetze Gottes, abgebildet. Uriel repräsentiert einen der wichtigsten Engelaspekte: Er verbindet den Menschen mit dem göttlichen Licht.

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Jophiel Sein Name bedeutet „Gott ist meine Wahrheit“. Er ist der Engel der Erleuchtung, Weisheit und Beständigkeit. In seinem Wesen liegt die Weisheit und die aufopfernde Geduld. Strebenden, unaufhörlich suchenden und kämpfenden Seelen ist Erzengel Jophiel ein starker, unerschütterlicher Halt, der sich dann zur Verfügung stellt, wenn ein Anliegen diesbezüglicher Art an ihn herangetragen wird. Das bezieht sich sowohl auf geisteswissenschaftliche Fragen, als auch auf ganz konkrete, irdische Probleme, die nach einer geeigneten Lösung verlangen. Er ist auch an der Seite derer, die sich dazu aufgefordert fühlen, zum Wohl der Menschheit Entdeckungen, Erfindungen oder Erneuerungen zu erforschen und die als Pioniere auf ihrem Gebiet stark gefordert sind, da ihnen Entmutigung, Selbstzweifel und Erniedrigung oftmals nicht erspart bleiben. Mit seiner leuchtenden Fackel stellt er sich auch stets hilfreich neben Verleumdete und Hintergangene, die in sich mit tiefster Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit zu kämpfen haben.

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Camael

Zadkiel Er verdeutlicht mit seinem Namen das „Wohlwollen Gottes“. Zadkiel wird oft als Herr des fünften Himmels und des Chores der Fürstentümer bezeichnet. Nach der jüdischen Überlieferung war er der Engel, der Abraham am Berg Moriah in dem Arm fiel, als dieser seinen Sohn Isaak opfern wollte. Er hilft uns, das irdische Recht mit der göttlichen Gerechtigkeit in Einklang zu bringen, und ist der Schutzpatron der Rechtsanwälte und Richter. Bildlich wird er als königliche Gestalt in Lila und Purpur mit einer Aura oder Flügeln in strahlendem Königsblau dargestellt.

Sein Name bedeutet „Gott ist mein Ziel“. Als Herr des Krieges und des Mars, des Planeten der feurigen Leidenschaft, spielt er in der Überlieferung der Engel eine zwiespältige Rolle, denn ihm werden sowohl düstere als auch lichte Charakter- eigenschaften zugeschrieben. Als Samael wurde er sogar mit Satan gleichgesetzt, während ihn Enoch als einen von Gottes Liebesengeln beschreibt. Als Menschen sind wir in den Kampf um Selbstbestimmung verstrickt. Die Selbstbejahung, die dafür erforderlich ist, kann Konflikte mit sich bringen. Camael lehrt uns, mit diesen Konflikten umzugehen, indem er hilft, kämpferische Aggression in sanfte Kooperation zu verwandeln. Er kann uns auch Strenge und Mut verleihen, wenn wir Opfer von Aggressionen werden. Er hilft uns nicht, unsere Feinde zu erschlagen, unterstützt uns jedoch dabei, uns vor ihnen zu schützen, und zeigt uns, was sie uns lehren wollen. Er ist ein großer Lehrer und Beschützer und verleiht uns die Tapferkeit und Bestimmtheit, um alle Hindernisse zu überwinden. Camael wird als große Gestalt in Rot,

„Gott hat seinen Engeln befohlen, dich zu beschützen, wohin du auch gehst. Sie werden dich auf Händen tragen, damit du nicht über Steine stolperst“ (Altes Testament, Psalm 91, 11).

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ie Seele verleiht dem Menschen seine Persönlichkeit. In der Person sind Seele und Leib eins. Die Seele braucht den Leib, um sich bewusst zu machen, um wahrgenommen zu werden und sich mitzuteilen. Dazu benützt sie die Sprache, die dem Menschen als einzigem Lebewesen eigen ist. Was sind das aber für Vermögen, die dem Menschen seine Persönlichkeit geben und seine Sprache ermöglichen?

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Aristoteles beschreibt den Geist als die Kraft der Seele, welche denkt und Vorstellungen bildet. Nach Kant hat alles im Reich der Zwecke einen Preis, der Mensch aber ist Zweck an sich selbst. Er hat keinen Preis, er hat Würde. Wir können also davon ausgehen, dass die Seele die drei Seelenvermögen Würde, Geist und Gnade besitzt, die Augustinus Sein, Wissen und Liebe nannte. Man kann sie als Spiegelbild der Dreifaltigkeit Gottes betrachten: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Ähnlich wie die Dreifaltigkeit Gottes ist auch die Seele nicht einfach aus diesen drei Seelenvermögen wie aus Einzelteilen zusammengesetzt, vielmehr ergeben sich die Einzelteile aus dem Ganzen. Man kann dies an einem

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Tetraeder erklären, wie dies Descartes für das Dasein Gottes und Romano Guardini für die Ganzheit des Menschen benutzt haben: An einem Dreieck kann man Fläche, drei Seiten und drei Winkel unterscheiden . Man benötigt aber nicht alle diese „Einzeleile“ um ein Dreieck zusammensetzen. Schon beim Zusammenfügen der drei Seiten ergeben sich die übrigen Elemente von selbst, man braucht sie nicht extra anzufügen. Ebenso kann man drei andere „Einzelteile“ des Dreiecks zusammenfügen, zum Beispiel zwei Seiten und einen Winkel, schon sind die anderen „Einzelteile“ auch da, und zwar auch dann, wenn man sie gar nicht haben wollte. Das eine bedingt das andere. Am besten erklärt sich die Dreifaltigkeit Gottes an uns Menschen selbst: Ein Mensch, der in seiner Familie treubesorgter Vater oder Mutter ist, kann in seinem Betrieb herrischer Bürovorsteher und in seinem Verein das feuchtfröhliche Mitglied sein. Möglicherweise würden seine Mitmenschen aus der jeweiligen Umgebung ihn in den übrigen Bereichen, in denen er täglich lebt, gar nicht erkennen, da sie von den anderen Seiten seiner Persönlichkeit nichts wissen. Und doch ist er immer der gleiche Mensch. Die Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Heiliger Geist, das ist der eine Gott, der All-

mächtige, der eine Allah, der Barmherzige, der eine Jahwe, der Ewige. Er ist immer der Gleiche, der uns nach seinem Bild erschaffen hat, den aber die Menschen seit jeher entsprechend Vermögen, Erkenntnis und Erfahrung in unterschiedlichster Gestalt sehen. Deshalb wurde Gott auch durch die Zeiten hindurch oft genug in unterschiedlichster Weise verehrt. Ähnlich kann man sich die drei Seelenvermögen als Einheit der Seele vorstellen. Im Geist sind die Fähigkeiten der Seele, in der Würde sind ihre Eigenschaften und in der Gnade ist ihr Heil. Der Geist stattet den Menschen mit Wissen aus, die Würde gibt ihm Freiheit und die Gnade Stärke. Die Stärke der Gnade befähigt den Menschen mit seinem Wissen und seiner Freiheit Leid für sich und andere zu ertragen und zu vermeiden. Da die Freiheit dem Menschen aber die Möglichkeit gibt, Gutes ebenso wie Böses zu tun, benützt er oft genug sein Wissen und seine Freiheit, Leid zu bereiten, vor allem wenn er die Stärke der Gnade missachtet. Letztendlich ist er aber seinem Gewissen verantwortlich. Keine Würde ohne Geist, kein Geist ohne Gnade, keine Gnade ohne Würde.

Die Seele

Anatomie des Denkens

„Wer den Sünder bekehrt hat von seinem Irrweg, der wird seine Seele vom Tode erretten und wird bedecken die Menge der Sünden.“ jakob 5,20

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Wieviel Platz ist noch im Himmel?

Albanien 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6

6

Andorra 6 7 7 7 7 6 7 7 7 7

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Türkei 6 7 8 7 8 6 7 8 7

7

Island 7 7 8 7 8 7 7 8 8 7

7

Liechtenstein 7 6 8 6 8 7 6 8 8 6

6

Irland 8 7 9 7 9 8 7 9 9 7

7

Malta 8 8 10 8 10 8 8 10 10 8

8

Luxemburg 8 8 7 8 7 8 8 7 7 8

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San Marino 8 8 9 8 9 8 8 9 9 8

8

Frankreich 9 9 8 9 8 9 9 8 8 9

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Serbien 9 10 8 10 8 9 10 8 8 10

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Schweiz 9 7 9 7 9 9 7 9 9 7

7

Montenegro 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9

9

Norwegen 9 8 9 8 9 9 8 9 9 8

8

Slowakei 10 8 9 8 9 10 8 9 8

8

Österreich 10 9 8 9 8 10 9 8 8 9

9

Spanien 10 9 7 9 7 10 9 7 7 9

9

UK 10 9 9 9 9 10 9 9 9 9

9

Polen 10 9 9 9 9 10 9 9 9 9

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Finnland 10 8 12 8 12 10 8 12 12 8

8

Schweden 10 7 13 7 13 10 7 13 13 7

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Belgien 10 9 9 9 9 10 9 9 9 -

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Griechenland 10 9 9 9 8 10 9 9 8 9

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Slowenien 11 12 12 12 12 11 12 12 -

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Portugal 11 13 13 13 13 11 13 13 13 13

13

Italien 11 12 12 12 12 11 12 12 12 12

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Dänemark 11 10 10 10 10 11 10 10 10 10

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Deutschland 11 10 10 10 10 11 10 10 10 10

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Litauen 11 10 10 10 10 11 10 10 10 10

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Kroatien 12 10 10 10 10 12 10 10 10 10

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Rumä-nien 12 11 10 11 10 12 11 10 10 11

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Monaco 13 8 9 8 9 13 8 9 9 -

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Ungarn 13 12 12 12 12 13 12 12 12 12

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Estland 13 12 11 12 11 13 12 11 11 12

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Lettland 14 14 15 14 15 14 14 15 15 14

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Weissrussland 14 14 13 14 13 14 14 13 13 14

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Bulgarien 14 16 16 16 16 14 16 16 16 16

16

16 15 14 15 14 16 15 14

2008 2007 2006 2005 2004 2003

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2010

Ukraine

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Alle Angaben beziehen sich auf die Altersgruppe ab 21 Jahren. Auf der Folgeseite sind die Zahlen zu 2010 in einer Grafik zusammengefasst.

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Verteilung der Mortalität auf Himmel und Hölle im Jahre 2010.

Folgende Tabelle zeigt die Zahl der Mitglieder des Himmels der Jahre 2000 bis 2010 aus 39 Ländern.

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Verteilung der Mortalität auf Himmel und Hölle im Jahre 2000.

2001

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ter der Königreichsherrschaft Leben empfangen werden. Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es hat eurem Vater wohl gefallen, euch das Königreich zu geben“ . Wie klein wird die Zahl der Königreichsherrscher sein? Werden nur die Apostel und andere frühe Nachfolger Jesu dazugehören? Nein, die Bibel zeigt, dass zu der „kleinen Herde“ mehr Personen gehören werden.

2000

a diejenigen, die in den Himmel kommen, über die Erde herrschen sollen, werden es geprüfte und bewährte Nachfolger Christi sein. Das bedeutet, dass kleine Kinder, die nicht die Gelegenheit hatten, während eines jahrelangen christlichen Dienstes völlig geprüft zu werden, nicht in den Himmel aufgenommen werden. Solche Kinder, die sterben, haben jedoch die Hoffnung, zum Leben auf der Erde auferweckt zu werden. Die Gesamtzahl derer, die in den Himmel kommen, wird klein sein im Vergleich zu den vielen, die auf der Erde un-

2009

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rbeiten Gott und der Teufel zusammen oder gegeneinander? Denn wenn böse Menschen wirklich in die Hölle kommen, müsste ihnen dort nicht vom Teufel auf die Schulter geklopft und gesagt werden, dass sie alles richtig gemacht haben, oder ist der Teufel gar keiner von uns?

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Als Mortalität oder Todesrate wird der Anteil an Personen einer definierten Population bezeichnet, die in einem bestimmten Zeitraum versterben. Die Anzahl der verstorbenen Personen an der Gesamtbevölkerung in einer definierten Zeitperiode wird als Gesamtmortalität bezeichnet, die der an einer bestimmten Krankheit Verstorbenen dagegen als ursachenspezifische Mortalität. Darüber hinaus kann die Mortalität auch auf eine bestimmte Altersgruppe innerhalb der Bevölkerung oder einer definierten Population bezogen werden. Dann wird sie als altersspezifische Mortalität bezeichnet. Beispiele für Mortalität Intrauterine Sterblichkeit oder Fötalsterblichkeit bezieht sich auf die Zeit der Schwangerschaft, sie schließt Fehlgeburten, Totgeburten und Schwangersachaftsabbrüche ein. Frühsterblichkeit der Säuglinge oder Neonatalsterblichkeit

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ist eine Untermenge der Säuglingssterblichkeit (1. bis 4. Monat) Perinatale Sterblichkeit ist die Summe von Neonatalsterblichkeit und Fötalsterblichkeit, verschiedentlich vermindert um unterschiedlich lange Phasen des Beginns der Schwangerschaft, nach WHO 22 Wochen. Sie liegt 2006 für Föten von mindestens 1 kg und einen Zeitraum bis 6 Tage nach der Geburt bei 0,3 % (Luxemburg), 0,5 % (Deutschland), 1 % (Frankreich) und 1,5 % (Mazedonien) der Geburten. Sterblichkeit in Deutschland: 1000 Todesfälle auf 100.000 Einwohner pro Jahr = 10 pro 1000. Verkehrssterblichkeit 2004: Tödliche Unfälle pro 100.000 Einwohner pro Jahr: in Deutschland 8,[4] In den Niederlanden 5.[4] Todesfälle durch Blitzschlag in Deutschland: 5 Todesfälle pro 80 Mio Einwohner = 0,006 pro 100.000. Besser als die allgemeine oder rohe Mortalität eignet sich die mittlere Lebenserwartung für den Vergleich unterschiedlicher Regionen, da diese die möglicherweise unterschiedliche altersstrukturelle Zusammensetzung der Bevölkerung ausgleicht. Bezogen auf die Altersstruktur weisen stark unterschiedliche Bevölkerungen auch sehr unterschiedliche Mortalitätsraten auf. Oft wird aus der Mortalität/Jahr für eine Risikobewertung eine allgemeine Sterbewahrscheinlichkeit abgeleitet. Beispielsweise sterben in Deutschland mit 80 Mio Einwohnern etwa fünf Personen pro Jahr an Blitzschlag. Ein Lebensalter von 80 Jahren angenommen, beträgt das Risiko, am Blitzschlag zu sterben, 1:200.000. Entsprechend liegt das Verkehrsunfallrisiko bei 1:150. Schließlich ist das allgemeine Risiko, innerhalb von 80 Lebensjahren zu sterben, 1:1,25.

Mortalität

Litauen Deutschland Italien Portugal Slowenien Griechenland Belgien Dänemark Schweden Finnland Polen UK Spanien Österreich Slowakei Norwegen Niederlande Montenegro Schweiz Frankreich San Marino Luxemburg Malta Irland Liechtenstein Island Türkei Andorra Albanien

11 Luxemburg

Malta

Irland

11 Türkei Andorra Albanien 11 11 11 11 10 10 2% 2% 4% 2% 2% 10 2% 2% 10 2% 10 2% 10 2% 10 2% 10 2% 10 9 2% 9 2% 9 9 2% 9 3% 8 3% 8 8 3% 8 73% 3% 7 3% 6 3% 3% 3% 3% 6 6

Ukraine Bulgarien Weissrussland Lettland Estland Ungarn Monaco Rumänien Kroatien Litauen Deutschland Italien Portugal Slowenien Griechenland Belgien Dänemark Schweden Finnland Polen UK Spanien Österreich Slowakei Norwegen Niederlande Montenegro Schweiz Frankreich San Marino Luxemburg Malta Irland Liechtenstein Island

16 14 Ukraine Bulgarien Weissrussland 14 Ungarn 14 Monaco Rumänien 13 Deutschland Italien Portugal 13 Belgien Dänemark Schweden 13 UK Spanien Österreich 12 Niederlande Montenegro Schweiz 12 11 Luxemburg Malta Irland 11 Türkei Andorra Albanien 11 11 11 11 10 10 2% 2% 4% 2% 2% 10 2% 2% 10 2% 10 2% 10 2% 10 2% 10 2% 10 9 2% 9 2% 9 9 2% 9 3% 8 3% 8 8 3% 8 73% 3% 7 3%

Liechtenstein

Island

4% 4% 4% 3% 3% 3% 3% 3% 3% 3% 3% 3% 3%

Lettland

Estland

Kroatien

Litauen

Slowenien

Griechenland

Finnland

Polen

Slowakei

Norwegen

Frankreich

San Marino

Liechtenstein

Island

Himmel 4% 4% 4% 3% 3% 3% 3% 3% 3% 3% 3% 3%

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Geschäftsbericht - Himmel