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EINausBLICK

2017

/ erausnehmen H m zu l e g ie Datensp is en im Landkre Luftbilder Kirch

SchnelLes Internet

VORReiter

Schule+Cloud

Alles wird digital: Arbeit, Lernen und Alltag. Über den Stand der Dinge im Landkreis berichtet dieses Heft.

Das Straßenverkehrsamt steht digital vorne – und mit E-Autos fährt der Landkreis an der Spitze. Seiten 12-13

Schüler arbeiten mit Notebook oder iPad. Wir beschreiben zwei Beispiele aus Leer und Rhauderfehn. Seiten 16-19


EDITORIAL UND LANDRAT

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Der Landrat

Editorial

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, ein Jahr lang bin ich jetzt Ihr Landrat. Zu früh, schon eine Bilanz zu ziehen. Aber ich kann sagen, den Wechsel als Europaabgeordneter in Brüssel ins Kreishaus nach Leer keine Sekunde bereut zu haben. Schule, Wirtschaft, Soziales, Kultur, Verkehr: Die Arbeit für den Landkreis Leer ist vielseitig und reißt nicht ab. Politik ist das Bohren harter Bretter - es mag ein Schlagwort sein, aber im Kern ist es wahr, allein wenn ich an die zähen Verhandlungen über den Wiederaufbau der zerstörten Eisenbahnbrücke bei Weener denke. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist der digitale Wandel, der unseren Alltag und vor allem die Arbeitswelt gründlich verändert. Verhindern können wir ihn nicht. Deshalb versuchen wir, unseren Landkreis fit zu machen für die neuen Aufgaben. In diesem Magazin berichten wir davon.

Der digitale Wandel spaltet die Gesellschaft. Allerdings nimmt die Zahl der Skeptiker ab. Politik und Wirtschaft sind gut beraten, den Anschluss an die digitale Entwicklung nicht zu verlieren. Kreistag und Kreisverwaltung legen deshalb einen Schwerpunkt auf Digitalisierung. Schnelles Internet ist das Ziel aller Mühen und Kosten. Einige Unternehmen und Organisationen im Landkreis setzen sich an die Spitze des Fortschritts. Auf diese Vorbilder und Vorreiter konzentrieren wir uns in diesem Magazin. Wir schildern die grundsätzliche Linie des Landrats und berichten über millionenschwere Breitband-Ausbaupläne. Was viele nicht wissen: Unser Straßenverkehrsamt hat unter Deutschlands Straßenverkehrsbehörden digital die Nase vorn. Wichtig ist, Schulen mit W-Lan und Notebooks zu versorgen. Das Gymnasium Rhauderfehn spielt digital eine Vorreiterrolle, die Berufsbildenden Schulen II in Leer machen mit beim Landespilotprojekt „Bildungscloud“. Ein traditionelles Fahrradgeschäft betreibt einen phänomenalen Internet-Laden, ein landwirtschaftliches Lohnunternehmen arbeitet hochgradig digital, die Kreisverwaltung macht bei Elektroautos eine gute Figur. Auch diesmal stellt EINausBLICK mit Jümme und Westoverledingen wieder zwei Gemeinden vor.

Ihr

Matthias Groote

EINausBLICK 2017


INHALT

SCHWERPUNKT-THEMEN 4 Betriebe, Krankenhäuser, Schulen: Alle rufen nach Bandbreite

WIRTSCHAFT UND BAUEN 6

Viel Geld für Glasfaser

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Das Internet als Chance für den Handel

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Gerade Furche nur mit GPS und RTK-Vermessung

POLITIK UND VERWALTUNG

Digitalisiertes Straßenverkehrsamt: Von links Gerrit de Wall / Leiter Führerschein- und Zulassungsstelle, Timm-Sebastian Kurtz / Sachbearbeiter, Thomas Stamm / Leiter Ordnungs- und Straßenverkehrsamt, Matthias Groote / Landrat des Landkreises Leer, Herbert Buscher / Abteilungsleiter Straßenverkehrsamt.

LANDKREIS LEER Bergmannstraße 37 26789 Leer Tel 0491 926-0 info@lkleer.de www.lkleer.de BÜRO DES LANDRATS/ PRESSESTELLE Tel 0491 926-1149 einausblick@lkleer.de

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Straßenverkehrsamt: Der Aktenkeller ist leer

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Fuhrparkleiter schwört auf E-Autos

Leben und Lernen 16

Bildungscloud des Landes entsteht mit Hilfe der BBS

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Die digitalen Vorreiter vom Fehn

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Kirchen im Landkreis Leer / Datenspiegel 2017

POLITIK UND VERWALTUNG 22

Kreishaus sagt Papierakten ade – alles wird digital

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Traditionell ostfriesisch - auf die Zukunft ausgerichtet

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Es kommen wieder viel mehr Kinder auf die Welt

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Total digital: Kreistag kommt ohne Papier aus

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Organisationsstruktur des Landkreises Leer

IMPRESSUM 32 Impressum 36 Anzeigen

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SCHWERPUNKT-THEMA

Betriebe, Krankenhäuser, Schulen: Der Ausbau des Breitbandnetzes hat Vorrang /

Die Grenzen zwischen digitaler und realer Welt verwischen. Das digitale Zeitalter hat längst den Landkreis Leer erreicht. Für Kreistag und Landrat steht schnelles Internet oben auf der Arbeitsliste.

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1. Landrat Matthias Groote mit täglichem Handwerkszeug, dem iPad. 2. Ohne Glasfaserkabel kein schnelles Internet.

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Als einst die Autos auch in Ostfriesland auf dem Vormarsch waren, hieß es für Politik und Verwaltung: Straßen bauen. Der Staat sorgte für die Grundlagen, dass es - im Wortsinne - rollte. Ähnlich sieht es im digitalen Zeitalter aus, das in rasantem Tempo voranschreitet. Heute geht es um Datenautobahnen. Die digitale Technik in Werkstätten, Fabriken, Maschinen, Autos, Läden, Krankenhäusern oder Touristikzentralen braucht eine leistungsfähige Grundlage. Dabei setzt der Landkreis auf verschiedene Techniken wie Freifunk, LTE, sehr bald auch 5G. Das A und O ist jedoch ein solides Breitbandnetz auf Glasfaserbasis. Glasfaser deshalb, weil sie riesige Datenmengen transportieren kann. Landrat Matthias Groote, seit einem Jahr im Amt, setzt gleich zu Beginn seiner Amtszeit den Breit-

bandausbau für schnelles Internet oben auf seinen Arbeitszettel. Der Kreistag zieht voll mit. „Unsere Firmen rufen nach Bandbreite, Schulen brauchen sie, die Telemedizin funktioniert nur mit schnellem und sicherem Internet“, bringt er es auf den Punkt. Auch der Ruf aus Privathaushalten nach Bandbreite wird lauter. InternetTV nimmt zu, immer mehr vor allem jüngere Menschen streamen Filme und Musik. Aus seiner Zeit als Europaabgeordneter, der oft im Ausland zu tun hatte, weiß Groote um die Bedeutung der neuen industriellen Revolution, der Digitalisierung, dem Internet der Dinge, Industrie 4.0, Handwerk 4.0, um einige Stichworte zu nennen. Und er weiß, dass die Welt nicht schläft. Die Digitalisierung ist längst eingezogen in alle Branchen – nur wird sie noch nicht in allen Betrieben ernst


SCHWERPUNKT-THEMA

Alle rufen nach Bandbreite Landkreis setzt auf die hochleistungsfähige Glasfaser

Alte Handwerkstechnik Die Glasfaser entspringt, der Name deutet darauf hin, einer Handwerkertechnik aus dem 18. Jahrhundert, als Glasbläser in Thüringen erstmals so genanntes Feen- oder Engelshaar zur Dekoration herstellen. Später wird Glasfaser in einer Glasfabrik als Rollenware produziert. Sie ist ein hervorragender Lichtleiter. Diese Fähigkeit dient vielen technischen Anwendungen. In der digitalen Technik gewinnt Glasfaser seine überragende Bedeutung unter anderem als Lichtwellenleiter in Glasfasernetzen zur optischen Datenübertragung. Dies macht im Vergleich zu elektrischer Übertragung erheblich höhere Bandbreite möglich. Das heißt: Es können mehr Informationen pro Sekunde übertragen werden. Zudem ist das übertragene Signal unempfindlich gegenüber elektrischen und magnetischen Störfeldern und ist abhörsicher. Glasfaser ist dem Kupferkabel weit überlegen.

genommen. Sie arbeitet längst im Alltag, nicht nur in Waschmaschinen und Kaffeeautomaten. Die Grenzen zwischen der realen und digitalen Welt verwischen. Der Einzelhandel kurbelt mit E-Commerce den Umsatz an - oder jammert über die Konkurrenz des

„Unsere Firmen rufen nach Bandbreite, Schulen brauchen sie, die Telemedizin funktioniert nur mit schnellem und sicherem Internet“ Online-Handels, fortschrittliche Handwerker sind auf Online-Marktplätzen zu Hause, moderne Firmen gewinnen neue Kunden über Social-Media-Plattformen oder Landwirte wappnen sich mit elektronischen Geo-Daten gegen Wetter, Erosion oder Schädlinge.

In unserem Landkreis sind wir schon einige Schritte vorangekommen. Die Stadt Leer ist eine kleine IT-Hochburg. Hier gibt es ein gutes Dutzend kleiner und mittlerer Unternehmen, die in der IT-Branche sehr gut mitmischen. An der Kreisberufsschule ist in der digitalen Bildung einiges im Gange. Auch das SoftwareNetzwerk Leer e.V., ein Bündnis erfolgreicher Software-Unternehmen, des Landkreises und der Stadt Leer, sucht gemeinsam nach IT-Talenten. Ein Energie- und Telekommunikationskonzern wie die EWE bietet gute Anknüpfungspunkte, allein wenn man daran denkt, welche Rolle ein intelligentes Stromnetz, bekannt auch als Smart Grid, spielen wird, um die Energiewende erfolgreich vollenden zu können. Aber der breite Mittelstand, der unsere Wirtschaft trägt, muss noch

Tempo machen, sagen alle Fachleute. Für eine kleine Elektrofirma oder für einen Klempner ist es aber gar nicht so einfach, sich dem Thema Smart Home zu stellen und regelmäßig Mitarbeiter zur Qualifizierung zu schicken. Dabei bietet Leer beste Möglichkeiten. Denn bei den Berufsbildenden Schulen hat der Landkreis ein „Experimentierhaus“ für 1,8 Millionen Euro gebaut - mit Technik auf neuestem Stand. Weit und breit einmalig. Der Breitbandausbau beschäftigt den Landkreis stark. Er ist zuvorderst zwar Sache der Netzbetreiber - aber weil er sich in schwach besiedelten Gebieten nicht rechnet, jedoch genauso notwendig ist, springen Landkreis, Kommunen, Bund und Land finanziell ein.

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WIRTSCHAFT UND BAUEN

Viel Geld für Glasfaser Es geht um nicht weniger als um den „Eintritt ins Gigabit-Zeitalter“

Der Landkreis klotzt beim schnellen Internet. Er investiert in den nächsten anderthalb Jahren fast 40 Millionen Euro in den Ausbau mit Glasfaser.

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Es geht um nicht weniger als um den „Eintritt ins Gigabit-Zeitalter“, sagt Landrat Matthias Groote. Deshalb investiert der Landkreis Millionen in den Ausbau eines leistungsfähigen Breitbandnetzes. Er schöpft dabei bis zum Anschlag die Fördertöpfe des Bundes und des Landes aus und setzt auf die Dienste des Kommunikationsund Energiekonzerns EWE AG, bei dem er neben der Stadt Leer einer der kommunalen Anteilseigner ist. Dem Landrat ist eines wichtig: „Unsere Städte und Gemeinden ziehen mit, greifen tief in die eigene Tasche.“ Der Sprecher der Bürgermeister, Günter Harders aus Ostrhauderfehn, macht klar, dass die hohen Ausgaben gerechtfertigt sind: „Schnelles Internet gehört zur allgemeinen Infrastruktur wie Kindergärten und Einkaufsmöglichkeiten.“ Nicht zu vergessen die Möglichkeit, in kleinen Dörfern die medizinische Versorgung mit Telemedizin zu sichern. Landrat Groote wertet die Digitalisierung auch organisatorisch auf. Er hat das Amt für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Beschäftigung zu einem Amt für Digitalisierung und Wirtschaft umformiert. „Damit sind wir einer der ersten Landkreise in Deutschland, wenn nicht der erste, der die Bedeutung des Zukunftsthemas mit einem eigenen Amt unterstreicht“, sagt Groote. Die gewohnte Arbeit der Wirtschaftsförderung „läuft ganz normal weiter“. Das neugeformte Amt unterstützt Unternehmen auf dem Weg in die Digitalisierung. EINausBLICK 2017

Der aktuelle Breitbandausbau sieht 9.600 Anschlusspunkte in 134 Gebieten vor. Rechnerisch erhalten damit 11.500 Haushalte einen Glasfaseranschluss. Dafür haben der Landkreis und seine Städte und Gemeinden mit der EWE einen Vertrag geschlossen. Der Landkreis zahlt dem Unternehmen einen Zuschuss von knapp 20 Millionen Euro, so dass die Investitionssumme fast 40 Millionen beträgt. Die 20 Millionen des Landkreises setzen sich aus 11,2 Millionen vom Bund und zwei vom Land zusammen. Bleiben 6,7 Millionen, die sich Landkreis und die Kommunen teilen.

„Wer nicht massiv in Glasfaser investiert, organisiert die Abwanderung von Fachleuten und Firmen“ Diese Finanzierung erfolgt nach dem „Wirtschaftlichkeits-Lückenmodell“. Das heißt: Für einen Anbieter, hier die EWE, rentiert sich der Ausbau in dünn besiedelten Gebieten nicht, deshalb zahlt der Staat den Zuschuss. Warum setzt der Landkreis auf die zunächst teurere Glasfaser statt auf Kupferkabel? Die Antwort: Glasfaser ist dem Kupferkabel weit überlegen und lässt Bandbreiten bis in den Gigabitbereich zu. Kupferkabel werden den wachsenden Datenmengen bald nicht mehr gerecht. „Glasfaser ist eine Investition in die Zukunft“, sagt Groote.

Das Breitbandprojekt bevorzugt Schulen und Gewerbegebiete – und, für viele vielleicht überraschend, Ortsrandlagen und kleinere Siedlungen. Dahinter steckt eine strategische Überlegung: In den Ortskernen verbuddeln Anbieter wie EWE oder Telekom wegen der vielen Abnehmer ohnehin Glasfaser, was die EWE für zusätzlich 3.000 Haushalte auch schon angekündigt hat. Wenn Ortsränder dank Förderung und Ortskerne ohnehin versorgt sind, bleiben dazwischen Wohngebiete übrig, die künftig für EWE & Co. deshalb wirtschaftlich interessant sind, weil Glasfaser bereits am Ortsrand liegt. Die digitale Infrastruktur bleibt auf Jahre eine vorrangige Aufgabe. Es geht nicht nur um Kabel. Denn nicht jedes verstreut stehende Haus kann Glasfaser erhalten. Die Landwirtschaft bleibt teilweise auf Richtfunk angewiesen. 4G/LTE und GPS - alles denkbar und möglich. Am Horizont schimmert schon der künftige Mobilfunk-Standard 5G, der riesige Datenmengen rasend schnell überträgt. Damit lassen sich sogar 3-D-Filme auf das Smartphone streamen. Auch selbstfahrende Autos brauchen 5G. Soweit ist es noch nicht. Aber Kreistag und Kreisverwaltung sind überzeugt, dass sich die hohen Investitionen bald auszahlen. Oder wie Harald Krebs, Chef der Wirtschaftsförderung, es ausdrückt: „Wer nicht massiv in Glasfaser investiert, organisiert die Abwanderung von Fachleuten und Firmen.“


SCHWERPUNKT-THEMA

Breitbandprojekt in Zahlen Glasfaser ist besser als Kupferkabel. Landrat Groote (Zweiter von links) mit Markus Gewinn, Andrea Sope und Kay-Uwe Sobeck, alle Amt für Digitalisierung und Wirtschaft.

11.500

40

Haushalte

40 Mill. Euro Investition: 20 Mill. EWE, 11,2 Mill. Bund, 2 Mill. Land Niedersachsen, 6,7 Mill. Landkreis/Kommunen

11.500 Haushalte im Landkreis ohne Borkum werden neu mit Glasfaserleitungen versorgt

134

Millionen Euro

67.000 Ausbaugebiete

7 Anschlusspunkte

67.000 Anschlusspunkte gibt es im Landkreis ohne Borkum (Stand April 2017)

Glasfaserausbau in 134 Gebieten im Landkreis Leer

84.000

84.000 Bürger werden zukünftig im Landkreis einen schnelleren Internetzugang nutzen können

Bürger

Amt für Digitalisierung und Wirtschaft Harald Krebs (Amtsleiter) Friesenstraße 26 26789 Leer Tel 0491 926 1262 harald.krebs@lkleer.de www.lkleer.de/breitbandversorgung


WIRTSCHAFT UND BAUEN

Das Internet als Chance Radonline: Ein Traditionsunternehmen öffnet mit einem Online-

Der Online-Handel braucht schnelles Internet. 50 Megabit pro Sekunde reichen bald nicht mehr. In wenigen Jahren könnten 100 Mbit/s schon zu wenig sein, gibt man bei RADONLINE zu bedenken.

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1. Onno Oltmanns leitet mit Bruder Andreas die Firma. 2. Blick ins große Lager für Fahrräder und Zubehör. 3. Online-Handel ist auch analog: Verpacken und verschicken.

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Oltmanns - eine alteingesessene Firma, 1907 in Emden gegründet, seit 1958 auch in Leer. Ein Synonym für Fahrräder. Die Tradition lebt, hindert aber nicht am Aufbruch zu neuen Ufern. Die Brüder Andreas und Onno Oltmanns, Inhaber in vierter Generation, verlegten den Fahrradhandel von der Innenstadt an die Stadtgrenze in den Ortsteil Nüttermoor. Dort handeln sie immer noch mit Fahrrädern, aber in viel größerem Stil - in der „BikeArena“. Aber nicht nur dort. Die Bike-Arena ist nicht alles. „Vor sieben Jahren standen wir vor der Frage, ob wir das Internet als Übel oder als Chance sehen“, erzählt Onno Oltmanns. Die Brüder entschieden sich gegen das Übel und ergriffen die Chance. Ihre Antwort heißt „Radonline“. Das Internet ist der virtuelle Laden, die analoge Basis, ein geräumiges Lager, steht wenige hundert Meter hinter der Bike-Arena. www.radonline.de führt schnell in die weite Welt der Fahrräder und

ihrer Zubehörteile. Ein Fahrrad am PC oder Tablet zu konfigurieren - kein Problem. Die Bestellung abschicken auch nicht. Sie in Leer zusammenzubauen auch kein großes. Tausende Einzelteile und Fahrräder warten im natürlich computergesteuerten Lager bereit zum Versand oder Einbau. Der

„Vor sieben Jahren standen wir vor der Frage, ob wir das Internet als Übel oder als Chance sehen“ Versand läuft professionell über Hellmann, GLS, Hermes oder DHL. Die Zahlungsarten entsprechen internationalem Standard. Während manche Einzelhändler sich immer noch sogar vor einer einfachen Girocard scheuen und nur Bares akzeptieren, setzt Oltmanns mit Pay Pal, Amazon payments, CommerzFinanz, Visa und Mastercard moderne Systeme ein. Das kommt nicht von


WIRTSCHAFT UND BAUEN

für den Handel Fahrradgeschäft die Tür zu mehr als 100.000 neuen Kunden ungefähr, denn auch aus dem Ausland kaufen Kunden ihr Fahrrad in Leer, auffällig viele aus England. Insgesamt verzeichnet Radonline mehr als 100.000 Kunden, in Worten: mehr als einhunderttausend. 95 Prozent von ihnen leben in Deutschland. Berlin ist ein Schwerpunkt, aber auch aus strukturschwachen ostdeutschen Gebieten stammen Käufer. Dort gibt es offensichtlich zu wenige stationäre Händler mit ausreichenden Angeboten. Multi-Channel im Handel und im Marketing, also der Einsatz und die Kombination von virtuellen und analogen Vertriebswegen, ist für Oltmanns kein Fremdwort. Ein Beispiel: Ein Kunde aus der Krummhörn liest eine Anzeige in der Zeitung oder im Internet, fährt in die Bike-Arena, lässt sich beraten und bestellt später im Internet. Fahrräder zusammenbauen und verschicken ist Handarbeit. Alles andere ist bei Oltmanns weitgehend digitalisiert. Bis zu sieben überwiegend

deutsche Firmen sind am gesamten Verkaufsvorgang beteiligt. Deshalb ist ein Unternehmen wie Radonline hochgradig auf ein stabiles und leistungsfähiges Netz angewiesen. Kurze Lieferzeiten sind das A und O. „Wir konkurrieren mit Amazon“, sagt Torsten Krämer, Projektmanager bei Radonline. Seit die EWE das Gewerbegebiet in Eisinghausen aufgerüstet hat, sind die Verbindungen besser geworden. Aber vorher gab es öfter Probleme, die auch auf ein „Hickhack“ zwischen den Providern zurückzuführen waren. Für Torsten Krämer ist absehbar, dass die heute noch als recht gut geltende Geschwindigkeit von 50 Mbit/s nicht mehr lange ausreicht. „In fünf Jahren sind selbst 100 Mbit/s eher zu wenig“, schätzt er.

Radonline: Kurz und knapp Radonline ist ein FahrradOnline-Shop und eine Marke der Bike-Arena Oltmanns. Inhaber sind Andreas und Onno Oltmanns in Leer. Die Abteilung beschäftigt elf Mitarbeiter und zwei Praktikanten, unter ihnen einen jungen Mann aus Syrien, der nach Deutschland geflüchtet ist. Den beruflichen Hintergrund der Mitarbeiter beschreibt Projektmanager Torsten Krämer so: „Klassische Fachkräfte mit digitaler Affinität.“ Es sind Einzelhandelskaufleute, Mechaniker und ein Steuerfachgehilfe. Seit kurzem gibt es als Ausbildungsberuf den Kaufmann im E-Commerce.

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WIRTSCHAFT UND BAUEN

Gerade Furche nur mit GPS und RTK Funklöcher hemmen die Arbeit auf den Feldern / Kein Schlepperfahrer ist ohne

Auch auf dem Land ist eine ordentliche digitale Infrastruktur ohne Alternative. Wir zeigen am Beispiel des landwirtschaftlichen Lohnunternehmens Frieling GmbH in Kleinoldendorf, wie sehr es darauf ankommt.

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Kleinoldendorf ist eine von 19 Ortschaften der Gemeinde Uplengen. Gut 250 Einwohner. Aber ist das Dorf noch so klein, eines hat es mit der Stadt gemeinsam: Ohne schnelles Internet verliert es den Anschluss. Und weil das Grundgesetz vorschreibt, überall für gleichwertige Lebensverhältnisse zu sorgen, hat jedes Dorf einen Anspruch auf digitale Bandbreite. Unabhängig vom Anspruch: Es besteht die wirtschaftliche Notwendigkeit. Die Landwirtschaft ist digital fortgeschritten, weiter als mancher Handwerker. Das gilt auch für Kleinoldendorf und insbesondere für das landwirtschaftliche Lohnunternehmen Frieling GmbH, das dort zu Hause ist. W-Lan, GPS oder RTK-Funksystem gehören zum Alltag im Betrieb, der weitgehend online organisiert ist. Ohne iPad verlassen die Schlepperfahrer nicht den Hof. Zu ihrem Verdruss

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sind ihnen Funklöcher nicht fremd. „Wir haben zu viele Ecken ohne Netz“, sagt Agrarservicemeister Garrelt Eihusen, der gemeinsam mit Jann-Dieken Frieling die Geschäfte des Unternehmens führt. Das hemmt die Arbeit. Sie beginnt stets im Büro: Dort ruft ein Landwirt

„Wir haben zu viele Ecken ohne Netz“ an und ordert einen Auftrag, zum Beispiel Unkraut auf einem Maisfeld zu bekämpfen. Der Auftrag wird elektronisch erfasst. Ist der Bauer bereits Kunde, dann ist das Feld, das bearbeitet werden soll, im Computer dokumentiert. Dazu gehören auch bereits früher erfolgte Einsätze und eingesetzte Mittel - wo, wie, wann und was, sogar der Name des Fahrers, alles wird festgehalten. Je nach

Stärke der Unkräuter bestimmt der Computer die Menge und Zusammensetzung der Mittel. „Pflanzenschutz ist ein heikles Thema“, weiß Garrelt Eihusen. Wann darf man welche Mittel einsetzen, lautet stets die Frage. Das Pflanzenschutzamt kontrolliert. Frieling arbeitet mit den Behörden zusammen, um die gesetzlich vorgeschriebenen Spritzaufzeichnungen zu dokumentieren. Dass die Fahrer digital zur richtigen Fläche navigiert werden, versteht sich von selbst. Um dort passgenau arbeiten zu können, ist Hilfe von oben nötig - sprich Funk in irgendeiner Art. Letztlich geht es wie in uralten Zeiten um die gerade Furche, nur dass sie heutzutage sehr schmal und flach ist und eng beieinander liegt. Im Büro hat Frieling dank W-Lan kein Verbindungsproblem, aber auf dem Feld hakt es nicht selten mit


- Vermessung iPad unterwegs

digitaler Unterstützung. Dort ist er auf GPS (Global Positioning System) angewiesen, ein satellitenbasiertes Ortungssystem. Satelliten dienen zur Standortbestimmung. Sie senden stetig ihre Position und die genaue Uhrzeit aus. Ein GPS-Empfänger, zum Beispiel ein Smartphone, kann aus diesen Daten seine Position berechnen. Dazu muss er jedoch das Signal von mindestens vier Satelliten empfangen. Probleme entstehen, wenn der Sichtkontakt zu den Satelliten gestört wird. Dann versagt das System oder wird ungenau. Selbst ein wolkiger Himmel stört bereits den Empfang. Deshalb braucht Frieling zusätzlich die RTK-Vermessung, um GPS gut nutzen zu können. Die RTK-Vermessung (Real Time Kinematic) ist ein Verfahren der Geodäsie zum Aufmessen oder Abstecken von Punkten

mit Hilfe von satellitengestützten Navigationssystemen wie GPS. Dabei werden Genauigkeiten von ein bis zwei Zentimeter erreicht. Abgesehen von den Vorteilen hat GPS Grenzen, die bei einem Einsatz bedacht werden müssen: So dürfen vor allem keine Funklöcher vorhanden sein. Das Mobilfunknetz - oder UKW, Langwelle oder 2-Meter-Netz - muss funktionieren. Dass es jederzeit vom US-Militär abgeschaltet werden kann, vernachlässigen wir hier mal. Grundsätzlich gilt jedoch: Mit GPS und RTK kann Frieling präzisionsgenau düngen, aussäen oder den Boden bewirtschaften. Das spart Zeit, Kosten und schont die Umwelt. Aber es setzt eine gute digitale Infrastruktur voraus. Zurzeit hapert es stellenweise an ausreichenden Signalstärken. „Das führt zu großen Abständen beim Drillen“, sagt Garrelt Eihusen.

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1. Ackerbau wird heute in vielen Bereichen digital gesteuert. Das Lohnunternehmen Frieling braucht große Bandbreite. 2. AutoTrac-Lenksystem: Damit sind die Fahrer der mächtigen Schlepper immer im Bilde. 3. Geschäftsführer Garrelt Eihusen in seinem hochdigitalisierten Büro in Kleinoldendorf.

11 Kurzporträt Frieling GmbH 1973 begann Jann-Dieken Frieling mit einer Häckslerkolonne in Uplengen. In den folgenden Jahren wuchsen die Leistungen kontinuierlich. 1996 übernahm Frieling zusätzlich einen Betrieb in Dobritz (Sachsen-Anhalt). Das Unternehmen bildet junge Menschen zur Fachkraft Agarservice aus.

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POLITIK UND VERWALTUNG

Straßenverkehrsamt: Zulassungen und Abmeldungen von Fahrzeugen weitgehend digital /

Das Straßenverkehrsamt des Landkreises hat technisch bei vergleichbaren Behörden in Deutschland mit die Nase vorn. Es führt die Akten elektronisch. Eine Folge der konsequenten Digitalisierung: Lästige Wartezeiten schwinden.

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Die Messlatte liegt hoch. „Niemand braucht künftig noch Urlaub zu nehmen, weil er zum Straßenverkehrsamt muss“, nennt Landrat Matthias Groote den Anspruch, den die Bürger ans Straßenverkehrsamt stellen können. Nun, so lang wie vor Jahren dauern Wartezeiten schon heute nicht mehr. Vor allem Online-Kunden sind klar im Vorteil. „Wer wartet, hat selber schuld“, sagt Gerrit de Wall. Er leitet die Führerschein- und Zulassungsstelle im Straßenverkehrsamt in Leer. Tatsächlich ist das Straßenverkehrsamt die am weitesten digitalisierte Abteilung der Kreisverwaltung. Es bearbeitet auch die Bußgeldangelegenheiten und Anträge auf Großraum- und Schwerlasttransporte. Hohe Fallzahlen sind der Grund, warum der Landkreis die Digitalisierung im Straßenverkehrsamt vorantreibt. Allein bei der Zulassung registriert das Amt fast 300.000 digital erfasste Vorgänge. Hinzu kommen 50.000

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Bußgeldbescheide jährlich. Auch die Besucher- und Kundenzahl beeindruckt: 60.000 im Jahr. Die Menge an amtlichen Vorgängen lässt sich mit Computern, Interund Intranet, Verlinkungen, Schnittstellen und digitalisierten Formularen viel schneller bearbeiten als mit Hand, Papier und Kuli. Das Straßenverkehrs-

„Niemand braucht künftig noch Urlaub zu nehmen, weil er zum Straßenverkehrsamt muss“ amt automatisiert, was möglich ist, führt die Akten elektronisch. „Unser Aktenkeller ist leer“, sagt Gerrit de Wall. Technisch hat das Straßenverkehrsamt bei den Behörden in Deutschland die Nase mit vorn. Das spricht sich herum. So referiert de Wall auf der CeBit in Hannover, der weltgrößten Messe für Informations-

technik, über Fragen der digitalisierten Verwaltung, und Kollegen reisen von weither nach Leer, um zu sehen, wie`s geht. In Leer kann der Kunde eine Bußgeldanhörung digital hinter sich bringen, gerichtsfest abgesichert mit einer elektronischen Signatur. Sein Wunschkennzeichen kann er schon seit Jahren online reservieren oder einen verlässlichen Termin vereinbaren - nehmen wir an für zehn Uhr. Der erste Aufruf im Amt nach zehn ist seine Nummer. Vorgänge kann er zu Hause vorbereiten, komplett zu jeder Zeit einwerfen, eine Nummer ziehen und die Handynummer eingeben. Er wird per SMS informiert, wenn die Sachen fertig sind. Die Zulassungsstelle kümmert sich um die An- und Abmeldung von Fahrzeugen, teilt Kurzzeitkennzeichen zu oder trägt technische Änderungen ein. Sie nimmt auch Versicherungs-


POLITIK UND VERWALTUNG

Der Aktenkeller ist leer Über 300.000 digitalisierte Vorgänge / 60.000 Besucher und Kunden im Jahr 123 1. Anita Engberts-Boelen überreicht einer Kundin neue Autonummernschilder. 2. Das Gerät kann Kennzeichen scannen und die zugehörigen Plaketten mit den Codes von der Plakette und der Zulassungsbescheinigung Teil I. Zudem wird auch die Gültigkeit des Kennzeichens überprüft. Es erkennt, ob es sich um ein tatsächlich vergebenes Kennzeichen handelt. 3. Zahlen am Automaten – im Straßenverkehrsamt selbstverständlich.

bestätigungen (EVB) in elektronischer Form an. Das Amt listet auf der Homepage genau auf, welche Unterlagen der Kunde im jeweiligen Fall mitbringen muss. Hält er sich daran, geht es zügig - bei Neuzulassung, Halterwechsel, Standortwechsel, Außerbetriebsetzung, Antrag auf Kurzzeitkennzeichen, Wiederzulassung, technischen Änderungen oder Namens- oder Adressänderung. Zum Kraftfahrtbundesamt in Flensburg steht seit fünf Jahren eine Standleitung. Alle Papiere, die nötig sind, hält Leer in seinem Programm vor. Digital fortgeschritten ist auch die Bearbeitung des Schwerlastverkehrs, der für den Transport eine Sondererlaubnis braucht. Sie läuft über eine Internet-Plattform. Der Spediteur beantragt dort eine Fahrstrecke. Alle beteiligten Behörden - auf langen Strecken sind es etliche - äußern sich zum Antrag. Wird er genehmigt, kann

der Spediteur ihn im Laptop verwalten oder ausdrucken. Der Ausdruck wäre dann das einzige Stück Papier im gesamten Vorgang. Die Abmeldung ist schon weitgehend online möglich. Neuerdings muss man auch nicht mehr persönlich erscheinen, wenn man dasselbe Fahrzeug wieder anmeldet - in der Regel ein Motorrad, das über Winter eingemottet wird. Die letzte Stufe ist absehbar: Die komplette Online- Zulassung aller Kraftfahrzeuge.

Straßenverkehramt Herbert Buscher (Abteilungsleiter) Ringstraße 26 26789 Leer Tel 0491 926 1401 herbert.buscher@lkleer.de Führerschein- und Zulassungsstelle Gerrit de Wall (Sachgebietsleiter) Tel 0491 926 1410 gerrit.dewall@lkleer.de www.lkleer.de/auto-verkehr

Kurz und knapp: Straßenverkehrsamt Das Straßenverkehrsamt, ausgegliedert vom Kreishaus an die Ringstraße in Leer, ist der publikumsintensivste Teil der Kreisverwaltung. Es gehört organisatorisch zum Ordnungsamt und firmiert deshalb als Ordnungs- und Straßenverkehrsamt.

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POLITIK UND VERWALTUNG

Fuhrparkleiter Batterien treiben bereits die Hälfte der Auto-Flotte

Die Kreisverwaltung setzt aufs Elektroauto. Auf kürzeren Strecken steht es bereits heute seinen Verbrennungsgeschwistern nicht nach. Der Landkreis Leer ist mit seiner E-Flotte ein Vorreiter.

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1. Elektromobilität - der Pfeil zeigt nach oben. 2. Fuhrparkleiter Frank Luitjens an einer Stromtankstelle auf dem Hof des Landkreises.

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Viele reden von elektrisch angetriebenen Autos - die Kreisverwaltung handelt. 31 seiner Dienstautos fahren mit Batterie und tanken Strom. Mehr als die Hälfte des Fuhrparks. „Damit sind wir Vorreiter“, stellt Frank Luitjens fest. Er leitet den Fuhrpark und fährt den Landrat. Luitjens hat sich anderthalb Jahre intensiv mit der Elektromobilität beschäftigt. Autofabriken besucht, sich auf Messen informiert, mit Autohändlern verhandelt, Fachleute zu Rate gezogen, sich über Ladesäulen schlau gemacht und Herstellerangaben über Reichweiten persönlich auf Praxistauglichkeit getestet. Dann war er soweit, dem damaligen Landrat Bernhard Bramlage zu sagen: „Elektromobilität kann ich mir für uns vorstellen.“ Eine Kreisverwaltung eignet sich tatsächlich für E-Autos. Für sie fällt das technisch noch nicht ganz über-

wundene Reichweitenproblem kaum ins Gewicht, denn die Autos bewegen sich in der Regel innerhalb des Landkreises. Der Anspruch der Verwaltung an ein E-Auto ist eine Reichweite von mindestens 200 Kilometern mit einer Batterieladung. Bei neueren Modellen liegt die realistische Reichweite im Nahverkehr schon bei 280 Kilometern. Die Hersteller bringen mehrere Ladestecker-Typen auf den Markt. Der Landkreis lässt sich aber nur auf Typ 2 ein, der europäischem Standard entspricht. Zudem muss eine Schnellladung bei 22 kW in einer bis anderthalb Stunden möglich sein. Gefordert wird auch, dass der verbrauchte Strom mit dem Energieversorger kWh-genau abgerechnet werden kann. Für kurze Strecken ist ein E-Auto ideal. Auch nach Borkum fährt der Landkreis ausnahmslos elektrisch. Dort


POLITIK UND VERWALTUNG

schwört auf E-Autos des Landkreises an / Ausbau der Ladestationen warten Schnellladesäulen am Bahnhof und am Krankenhaus auf leere Batterien. Für längere Fahrten außerhalb des Landkreises bietet sich ein HybridFahrzeug an, eine Mischung aus Batterieantrieb und Verbrennungsmotor. Wenn die Batterie erschöpft ist, springt der alte Benziner in die

Für kurze Strecken ist ein E-Auto ideal. Auch nach Borkum fährt der Landkreis ausnahmslos elektrisch Bresche. Das gilt zum Beispiel für den Dienstwagen des Landrats. Mitarbeiter der Kreisverwaltung haben sich an das neue Fahrgefühl im E-Auto gewöhnt. „Die anfängliche Skepsis ist gewichen“, sagt Frank Luitjens. Mit dem „Tanken“ gibt es keine Probleme. Auf dem Parkplatz des

Landkreises hat die EWE bereits 2014 die ersten Ladesäulen gebaut. Im Jahr darauf stieg die Zahl der Säulen in der Stadt Leer und in Westoverledingen bereits auf 15. Aus einem Bundesförderprogramm erhält jetzt jede Gemeinde im Landkreis eine Ladesäule, ausgenommen die Samtgemeinde Jümme, die einen eigenen Weg geht. Autofahrer können sich kinderleicht bei einer Ladesäule anmelden. Das war nicht immer so, denn zunächst brauchten sie für jeden Anbieter eine eigene Chipkarte. Sehr umständlich. Heute funktioniert die Anmeldung mit einem einzigen Chip. Auch per SMS oder Handy-App fließt der Strom. Das erste E-Auto im LandkreisFuhrpark war ein „Smart“ mit einer Reichweite von 100 Kilometern, drei Monate später folgten zwei Renault-

„Zoe“. Die mittlerweile auf 31 Vollelektro- und Hybridautos gewachsene Flotte des Landkreises stammt aus einem Renault-Werk, von BMW, Audi und Daimler-Benz („Smart“). Umweltfreundlich sind sie allemal. Das beweist ein Blick auf den CO2Wert. Im Oktober 2012 hatten die damals insgesamt 48 Autos, alle mit Verbrennungsmotor, einen durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 128 Gramm. Heute unterhält der Landkreis 62 Autos, davon gut die Hälfte mit E-Antrieb. Durchschnittlicher CO2Ausstoß: 72 Gramm.

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LEBEN UND LERNEN

Bildungscloud des Landes entsteht mit Landkreis bringt seine Schulen mit W-Lan und Notebooks nach und

Die Digitalisierung der Schulen ist dem Landkreis als Schulträger lieb und teuer. Und die Berufsbildenden Schulen II in Leer beteiligen sich an einem landesweiten Pilotprojekt.

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Die Schulen brauchen schnelles Internet. Gerhard Dirks, Leiter der IT, nennt die Marschroute: „Wir bringen W-Lan in die Schulen.“ Das ist viel Aufwand für die Haupt-, Ober-, Real-, Berufs- und Förderschulen, für die Gymnasien und für die Gesamtschule. Ein Access Point pro Klasse soll es schon sein. Die Fachleute aus der Landkreis-IT installieren Router, Server, Leitungen und Computer in den Schulen und betreuen sie. Elektronische interaktive Wandtafeln, so genannte White Boards, sind Standard, manche Lehrer bevorzugen die Arbeit mit Beamern. W-Lan ist an vielen Schulen installiert. Allerdings unterscheiden sich die Bandbreiten - von langsam bis gut. Als gut gelten 100 bis 200 Mbit pro Sekunde. In vielen Schulen gibt es EDVRäume sowie Laptop-Klassen. Hier können die Schüler die Notebooks im Unterricht nutzen, dürfen sie allerdings nicht mit nach Hause nehmen. Die Zukunft sieht wohl so aus, dass jeder Schüler seinen eigenen Computer mit zur Schule bringen wird. Das Zauberwort heißt „Bring your own device“ BOYD. Der elternfinanzierte Computer wird den Schüler dann sechs Jahre durch die Schule begleiten (siehe Bericht über das Gymnasium Rhauderfehn Seite 18). „Lernen an jedem Ort und zu jeder Zeit“. Dieses Ziel setzt sich der Landkreis, wie Schulamtsleiter Gerhard Wessels sagt. Und fügt hinzu: „Dafür braucht man Volumen.“ Anders ausgedrückt: Schnelles Internet, mehr Bandbreite. In der Praxis bedeutet das nach den Worten von Wessels: „Wir

müssen den Flaschenhals Breitband vor jeder Schule größer machen.“ Das ist ein zähes Geschäft. Der Landkreis schiebt es mit seiner BreitbandInitiative jetzt an. Ganz im Sinne des Schulamtsleiters: „Wenn wir vorne sein wollen, müssen wir investieren.“ Dabei fängt der Landkreis nicht bei null an. Am Anfang richtete er einzelne Computerräume ein, die er Schritt für Schritt ausbaute. Heute gehören Computer in vielen Klassenzimmern zum Alltag. Es kostet viel Geld, die Schulen auf den digitalen Stand der Zeit zu bringen, neben der Breitband-Infrastruktur. Seit mehreren Jahren stellt

„Lernen an jedem Ort und zu jeder Zeit“ der Landkreis deshalb gut 200.000 Euro dafür in den Haushalt, reine Sachkosten. Allein die Ausstattung mit W-Lan verschlingt je nach Lage 20 bis 40 Euro pro Schüler, zusätzlich 25 Euro für Verkabelung. Schulneubauten werden automatisch mit W-Lan bedacht, Altbauten nach Bedarf und Nachfrage modernisiert. Die Nachfrage hängt auch vom Bewusstsein der Lehrer ab. Die einen drängen stark, andere stehen dem Einsatz digitaler Medien zurückhaltend gegenüber. Aber IT-Leiter Gerhard Dirks „spürt den Generationswechsel bei den Lehrern“. Neben den Gymnasien in Leer und Rhauderfehn sind die Berufsbildenden Schulen digital vorne dabei, auch die Integrierte Gesamtschule Moormerland kommt beim digitalen Unterricht voran.


SCHWERPUNKT-THEMA

Hilfe der BBS nach auf Vordermann Die BBS II und teils die BBS I machen sogar mit bei der Entwicklung einer Niedersächsischen Bildungscloud. Das Kultusministerium hat die Initiative „n-21: Schulen in Niedersachsen online“ beauftragt, diese Bildungscloud auf die Beine zu stellen. Es geht dabei um pädagogische und technische Inhalte. 25 Schulen in ganz Niedersachsen machen mit. Lehrer, Schüler und Schulträger definieren die schulischen Anforderungen, die dann wissenschaftlich überprüft werden. Das Ministerium will Erfahrungen sammeln, wie Schüler und Lehrer digital gewinnbringend zusammenarbeiten können und so der neuen Welt gerecht werden. Der jeweilige Schulträger sorgt für die technischen Voraussetzungen. Das Projekt startete im vorigen Februar und dauert zwei Jahre.

Schulamt Gerhard Wessels (Amtsleiter) Turnerweg 1 26789 Leer Tel 0491 926 1385 gerhard.wessels@lkleer.de www.lkleer.de/schule

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1. Schulzentrum Collhusen: Robotik im Unterricht für Mohamed Jean Othman, Nico Haskamp und Niklas Bollmann mit Lehrer Andreas Olberding. 2. Super W-Lan-Empfang in der Kreisrealschule Overledingerland in Rhauderfehn. 3. Englischstunde mit Lehrer Philipp Federkeil im Schulzentrum Collhusen.

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LEBEN UND LERNEN

Die digitalen Vorreiter Gymnasium Rhauderfehn: Notebook für alle ab

E-Books als Schulbuchersatz auf 18

Probe, Notebookeinsatz beim Mathe- und Physikabitur. Schule nutzt auch eine umfassende Informations- und Kommunikationsplattform.

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Beim langen Marsch zum digitalen Unterricht hat die Europaschule Gymnasium Rhauderfehn schon eine weite Strecke hinter sich. Um es mit einem Bild zu sagen: Sie reitet in der Region voran. „Kollegium und Schüler sind eingespielt und gehen wie selbstverständlich mit den elektronischen Hilfen um“, sagt Schulleiterin Ulrike Janssen. So müssen Eltern ihren Kindern ab dem siebten Schuljahr zwar auch noch einiges Arbeitsmaterial in Papierform kaufen, vor allem aber ein Notebook. Eingesetzt wird es in nahezu allen Fächern. Ein einfaches Gerät, zumeist getrieben vom WindowsSystem, Preis ab 200 Euro, bewährt sich seit sieben Jahren, nachdem die

Gesamtkonferenz den Umstieg auf die Neuen Medien beschlossen hatte. Bei Bedarf greift der Förderverein der Schule Eltern beim Kauf unter die Arme. Die Kosten relativieren sich, weil Schüler den rund 100 Euro teuren Taschenrechner sparen können. Dessen Aufgaben übernimmt das Notebook. Hier und da ersetzt das EBook das herkömmliche Schulbuch – das schafft Platz in den Schultaschen. Auch dies ist auf dem Fehn gängige Praxis, an den meisten Schulen aber noch Zukunftsmusik: Notebookeinsatz beim Mathe- und beim Physikabitur. Die Schule macht mit digitaler Hilfe den Alltag überschaubarer – und


LEBEN UND LERNEN

vom Fehn 7. Schuljahr ist Pflicht

nutzt die speziell für Schulen entwickelte Informations- und Kommunikationsplattform IServ. Sie entsprang 2001 in einer Braunschweiger Schule dem Wettbewerb „Jugend forscht“

„Kollegium und Schüler sind eingespielt und gehen wie selbstverständlich mit den elektronischen Hilfen um“ und wurde später professionell ausgebaut. Alles, was in der Schule verwaltet werden muss, läuft über diese einfach zu bedienende Plattform: Schulinterner Datenaustausch, Vertretungspläne, Klassenarbeitstermine,

Kommunikation oder Raumreservierung. Die Schüler wählen sogar ihre Arbeitsgemeinschaften über IServ. Es ist eine Art schulinternes Intranet. „Digitale Schule braucht natürlich stabiles und schnelles Internet“, lässt Ulrike Janssen keine Zweifel. Daran haperte es eine Zeit lang. Schon die Fehlersuche erwies sich als langwierig, bevor Provider und der Landkreis als Schulträger für Besserung sorgen konnten. Letzterer hat vor einigen Jahren seine Schulaufgaben gemacht und W-Lan für 25.000 Euro installiert. 1000 Computer, von denen einige hundert gleichzeitig laufen, brauchen eben viel digitale Power.

1. Gymnasium Rhauderfehn: Unterricht mit Notebook in Klasse 7.

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2. Kilian Noormann mit seinem Notebook für die Schule.

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Logabirum Bรถhmerwold

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GroĂ&#x;e Kirche, Leer

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POLITIK UND VERWALTUNG

Kreishaus sagt Papierakten E-Government steht vor der Tür / Digitalisierte Verwaltung erspart

IT-Fachleute des Landkreises regeln peinlich genau den Zugriff auf Akten und sorgen für Datenschutz.

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Aus Sicherheitsgründen speichern sie Daten nur auf eigenen Servern.

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1. Auf dem Weg zum digitalen Kreishaus. 2. Papierakten ade: Thorsten Clausing von der IT der Kreisverwaltung betreut das riesige Projekt D3 - das Dokumentenmanagement System (DMS) der Firma d.velop.

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Die Digitalisierung ist nicht plötzlich vom Himmel gefallen. Sie schlich sich langsam in technische Geräte und machte sich breit in Betrieben, Verwaltungen und privaten Haushalten. Zunächst von vielen Menschen kaum wahr-, geschweige ernst genommen. Bis sie jetzt mit rasanter Geschwindigkeit voranschreitet, Arbeit und Alltag umkrempelt. Gerhard Dirks, Leiter der Informations-Technik (IT) in der Kreisverwaltung, datiert den bewussten Einzug der elektronischen Datenverarbeitung in die Kreisverwaltung auf das Jahr 1989: „Von da an haben wir uns gezielt mit der EDV beschäftigt.“ Heute sind ausnahmslos alle Arbeitsplätze des Landkreises mit der EDV verbunden, insgesamt 1100. Hinzu kommen die 54 Kreistagsabgeordneten, die alle

mit iPads arbeiten und elektronisch ihre Unterlagen einsehen und nutzen. Die Verwaltung lernt nach und nach, alte Arbeitsmethoden und -gewohnheiten über Bord zu werfen. Der Bundestag hat bereits 2013 das so genannte E-Government-Gesetz verabschiedet, das zwar nur für Bundesbehörden gilt, aber analog auch in den Ländern beschlossen und auf Landkreise, Städte und Gemeinden übertragen wird. In einigen Jahren soll das digitale Kreishaus Wirklichkeit sein. Letztlich geht es vor allem darum, den Bürgern einen elektronischen Kanal zur Verwaltung zu öffnen, damit sie nicht wegen jeder Kleinigkeit zur Behörde rennen müssen. Alle Arbeitsabläufe werden digitalisiert, damit Bürger den Verwaltungskram


ade – alles wird digital Bürgern den Gang zur Behörde / Künftig Formularserver von zu Hause am Computer erledigen können und so Zeit sparen. In diesem Sinne steht die Kreisverwaltung vor einem großen Schritt: Sie führt einen Formularserver ein, über den Bürger und Verwaltung interaktiv handeln können.

„Wir müssen alle unsere Dienstleistungen auch digital anbieten“ Landrat Matthias Groote beschreibt die Zukunft so: „Wir müssen alle unsere Dienstleistungen auch digital anbieten. Dazu gehört die elektronische Aktenführung.“ Das bedeutet für den Bürger: „Er kann im Netz sehen, wie weit sein Antrag bearbeitet worden ist.“ Die Umstellung bedeutet für die

Verwaltung einfach beschrieben: Abschied von Papierakten, alles wird digital. Gerhard Dirks sieht die Aufgabe seiner IT-Gruppe darin, die Verwaltung fit zu machen für die Digitalisierung. Dabei dreht sich alles um ein Dokumenten-Managementsystem auf digitaler Basis. Das Kreishaus sagt den Aktenbergen ade. Das papierlose Büro hält Einzug. 18 IT-Mitarbeiter kümmern sich darum - einige von ihnen sind studierte Informatiker, andere haben den Beruf an einer beruflichen Fachschule gelernt. Hinzu kommen sechs Auszubildende. Die Hardware steht weitgehend. Für die IT-Fachleute steht die Frage im Vordergrund, wie sie den Zugriff auf Daten regeln und für optimalen Datenschutz sorgen. So speichert die

Kreisverwaltung keine Daten in einer Cloud, sondern vertraut auf eigene Server in brandgeschützten und stark gesicherten eigenen Räumen. Alles streng geregelt. Unter strenge Regelung fällt auch, dass Mitarbeiter nur Daten einsehen können, mit denen sie bei ihrer Arbeit direkt zu tun haben. Software kauft der Landkreis von Fachfirmen. Programme zu schreiben für 170 Fachgebiete würde ein Heer von Spezialisten voraussetzen. Die IT-Gruppe unterstützt die Mitarbeiter in EDV-Fragen und führt neue Mitarbeiter in die Materie ein. Sie sorgt auch für die EDV in den Außenstellen und den kreiseigenen Schulen. Die Außenstellen sind über Richtfunk verbunden. Die Verwaltungsgebäude sind mit W-Lan ausgestattet.

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Traditionell ostfriesisch - auf die Zukunft Vom Selbstverständnis der Samtgemeinde Jümme / Im Tourismus sieht der neue Verwaltungschef noch Luft

An der Spitze der Samtgemeinde steht ein Bürgermeister, der bisher als Staatsanwalt gearbeitet hat. Jümme ist nicht auf Rosen gebettet, aber es lässt sich dort gut leben und auch arbeiten.

Vom Oberstaatsanwalt zum Bürgermeister: Johann Boelsen.

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ausgerichtet nach oben

Samtgemeinde Jümme Die Samtgemeinde Jümme hat seit gut einem Jahr einen neuen Bürgermeister. Das ist insofern etwas Besonderes, weil dieser bis dahin etwas ganz anderes gemacht hatte. Johann Boelsen arbeitete als Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Aurich. Jetzt leitet der Sozialdemokrat die Geschicke Jümmes. Das Metier ist ihm nicht fremd, denn er gehörte vor seiner Wahl jahrelang dem Samtgemeinderat an.

Die Samtgemeinde muss den Euro schon mal umdrehen, bevor sie ihn ausgibt Neben Hesel ist Jümme noch die einzige Samtgemeinde im Landkreis Leer. Ihr gehören die Gemeinden Detern, Filsum und Nortmoor an, jeweils mit eigenem Profil. Detern widmet sich dem Fremdenverkehr, in Filsum laufen im Rathaus die Fäden zusammen und Nortmoor ist auf die Kreisstadt Leer ausgerichtet. Mittelständische Betriebe prägen die Wirtschaft plus Bünting, dem größten ostfriesischen Arbeitgeber, der in Nortmoor zu Hause ist. Immer noch spielt die Landwirtschaft in Jümme

eine bedeutende Rolle, auch das Baugewerbe und die Logistikbranche sind nennenswert vertreten. Ein Blick auf die Homepage der Samtgemeinde verrät, wie sie sich selbst versteht - als „traditionelles Ostfriesland“ und als „Region mit Zukunft“. Da ist dann Johann Boelsen gefragt. Er arbeitet unaufgeregt in seinem bescheidenen Büro im Rathaus, das er von seinem angesehenen Vorgänger Wiard Voss fast eins zu eins übernommen hat. „Jümme ist nicht auf Rosen gebettet“, versucht Boelsen gar nicht erst, eine Scheinkulisse aufzubauen. Die Samtgemeinde muss den Euro schon mal umdrehen, bevor sie ihn ausgibt. Aber ein Grund zur Klage ist das nicht. Das Gewerbegebiet Nortmoor direkt an der Anschlussstelle zur Autobahn 28 ist auf 37 Hektar mit 20 Unternehmen und 400 Arbeitsplätzen bis zum Anschlag belegt. In Filsum gibt es noch ein kleines Gewerbegebiet. Ein neues auszuweisen, ist nicht so einfach. „Wir haben Potenzial ohne Ende“, sagt Boelsen, aber Grundstücke sind knapp. Platz gäbe es in Jümme genug, aber die Landwirte brauchen ihr Land in der Regel selbst und verkaufen deshalb nur zögerlich. Jümme

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ist zudem im Visier von Landesbehörden, die Ausgleichsflächen für den Masterplan Ems brauchen. Es gibt also mehrere Gründe, warum die Samtgemeinde sich mit neuen Gewerbe- und Baugrundstücken schwer tut. Mit Ausnahme eines geplanten Baugebietes in Nortmoor, auf das Bauinteressenten aus dem Ort und aus Leer ein Auge werfen. Das Rathaus sorgt dafür, dass es sich in Jümme gut leben lässt – und viele hier auch Arbeit haben, obwohl man grundsätzlich von einer Pendlergemeinde sprechen kann. Per Saldo halten sich in Nortmoor die Ein- und Auspendlerzahlen im Gleichgewicht, was vor allem auf das attraktive Gewerbegebiet zurückzuführen ist, in Filsum und Detern ist das Pendlersaldo jedoch negativ. Weiterführende Schulen hält Jümme nicht vor. Trotzdem ist die

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Samtgemeinde attraktiv für Familien. Bauen und wohnen ist bezahlbar, die Grundschulen sind alle auf Ganztagsunterricht ausgerichtet. In allen drei Mitgliedsgemeinden gibt es eine Krippe und einen Kindergarten.

„Ganz Jümme hat viel zu bieten, aber Filsum und Nortmoor werden touristisch gar nicht vermarktet“ Jümme nimmt Bürgerbeteiligung ernst. Zahlreiche Frauen und Männer haben beim Dorfentwicklungsplan mitgemacht, der von einem Planungsbüro ausgearbeitet worden ist. Boelsen: „Es geht uns darum, die Dörfer lebensfähig zu halten.“ In diese Richtung passt, die Freiwilligen Feuerwehren zukunftsfest aufzustellen. Dafür hat die Samtgemeinde einen

Porträt Jümme Die Samtgemeinde Jümme ist mit 6.500 Einwohnern eine der kleinsten Kommunen in Niedersachsen. In ihr haben sich die Gemeinden Detern (2.750 Einwohner), Filsum (2.100) und Nortmoor (1.700) zusammengeschlossen. Der Fluss Jümme gibt der Samtgemeinde den Namen. Hammriche, Deiche, Geest, Wallhecken und Hochmoor prägen die Landschaft. Die Gemeinde Detern setzt stark auf Tourismus mit Ferienhäusern und -wohnungen, Reisemobilstellplätzen, Camping, Pensionen und Urlaub auf dem Bauernhof. Besonderheiten: Die älteste handgezogene Fähre („Pünte“) in Amdorf und die Burg Stickhausen. Die Gemeinde Filsum ist Verwaltungssitz der Samtgemeinde. Neben dem Rathaus ist ein Dorfgemeinschaftshaus größter Treffpunkt der Samtgemeinde. In Nortmoor liegt unmittelbar an der Autobahn mit einer Fläche von rund 37 Hektar das größte Gewerbegebiet in der Samtgemeinde.

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Feuerwehr-Bedarfsplan bei einem Fachbüro bestellt, über den sie dann mit den Feuerwehren sprechen will. Mit Zukunft zu tun hat auch, dass Jümme - neben Zuschüssen - viel eigenes Geld für den Breitbandausbau in die Hand nimmt und Randbezirke berücksichtigt. Mit LTE-Lösungen will sich das Rathaus nicht zufrieden geben, weil sie, so Boelsen, „zu langsam sind“. Einen Arbeitsschwerpunkt will Boelsen auf den Tourismus setzen. Detern mit seiner Freizeit- und Erholungs-GmbH, deren Hauptgesellschafter die Gemeinde Detern ist, spielt die Vorreiterrolle. Die Samtgemeinde hat die Federführung im Tourismus übernommen, „um den Markt besser zu öffnen“, wie Boelsen sagt. „Ganz Jümme hat viel zu bieten, aber Filsum und Nortmoor werden touristisch gar nicht vermarktet.“ Das möchte er gern ändern.

Samtgemeinde Jümme Johann Boelsen (Bürgermeister) Tel 04957 9180-0 gemeinde@juemme.de www.juemme.de

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1. Helga und Heinz Hallberg aus Emmerich machen Urlaub mit dem Wohnmobil in Detern. 2. Stefanie Meyer, medizinische Fachangestellte, kümmert sich um die Patienten des Hausarztes Daniel Zipzer in Filsum. 3. Bünting ist das größte Unternehmen in Jümme, aber auch die anderen zeugen von regem Wirtschaftsleben. 4. Blick von oben auf das große Gewerbegebiet an der Autobahn 28 in Nortmoor.


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Es kommen wieder viel mehr Kinder Ausbau von Kindergärten und Krippen war in diesem Jahr ein Kraftakt /

Eine Gemeinde baut systematisch ihre Stärken aus. Sie tut alles, damit Alt und Jung und Familien gern in Westoverledingen leben. Familienfreundlichkeit ist ein wichtiger Standortfaktor.

Von Jung, wie diese Kinder in der Krippe, bis Alt wie in der Tagespflege - alle unter einem Dach in diesem Haus an der Dorfstraße in Steenfelde. Vieles machen sie gemeinsam: Singen, Basteln, Feste feiern wie Martini oder Nikolaus.

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auf die Welt Familienfreundliche Baupreise

Gemeinde Westoverledingen Jan Brandt aus Ihrhove gibt seinem Heimatort gleich auf den ersten Seiten seines erfolgreichen Romans „Gegen die Welt“ eine überragende Bedeutung - in einem fiktiven Brief an den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder: „Nur wenn wir alle zusammenhalten, wenn sich alle auf dem Planeten Erde verbliebenen Menschen über ektoplasmatische Schaltkreise vernetzen, können wir die totale Invasion, die am 19.9.1999 in Jericho beginnen soll, noch verhindern.“ Ob Schröder seine Finger im Spiel hatte, können wir nur ahnen. Jedenfalls ist Westoverledingens Hauptort Ihrhove, den Brandt wie die alten Plattdeutschen Jericho nennt, von der befürchteten außerirdischen Invasion verschont geblieben. Und zeigt sich so, wie Brandt es schildert: „Ein Dorf in Ostfriesland. Hinter den getrimmten Tujahecken des Neubauviertels blühen die Blumen, in den Auffahrten glänzen frisch gewachste Neuwagen.“ Lebenswerte Beschaulichkeit. Der neue Bürgermeister Theo Douwes hat keine Muße, sich über ektoplasmatische Schaltkreise Gedanken zu machen. Ihn drängen höchst irdische Dinge. Gleich nach

seiner Wahl vor einem Jahr hat er alle Hände voll damit zu tun, neue Plätze in Krippen und Kindergärten zu schaffen. So mussten 90 Kinder bis zu drei Jahren zum 1. August in Krippen untergebracht und betreut werden. Die Gemeinde löste das Problem. An Kindergärten für die Vier- bis Sechsjährigen mangelt es nicht. Sie stehen in Ihrhove, Ihren, Großwolde, Völlenerkönigsfehn, Flachsmeer und Völlenerkönigsfehn. Rund 730 Kinder

„Gute Kitas, wohnortnah, sind für uns ein Standortfaktor“ besuchen die Kitas. Hinzu kommen der private Kinderbauernhof „Swaalvkenüst“ in Esklum und der Kinderspielkreis Völlenerkönigsfehn. Mehr und größere Kitas bedeuten höhere Sachkosten, aber auch mehr Personal. Es sei nicht einfach, genügend Erzieherinnen und Betreuerinnen zu finden, sagt der Bürgermeister. Tatsächlich ist ihre Zahl beachtlich: Ein Drittel der Gemeindemitarbeiter arbeiten in Krippen und Kindergärten. „Gute Kitas, wohnortnah, sind für uns ein Standortfaktor“, sagt Douwes. „Eltern, die uns ihre Kinder anvertrau-

en, können das beruhigende Gefühl haben, dass ihre Kinder gut untergebracht sind.“ Alle Mitarbeiterinnen sind fachlich ausgebildet. Westoverledingen versteht sich als Gemeinde mit Herz für Kinder und Familien. Die Voraussetzungen dafür scheinen zu stimmen, denn es werden deutlich mehr Kinder als in früheren Jahren geboren. Jährlich sind es wieder zwischen 200 und 240. Davor war die Geburtenzahl auf 150 bis 160 eingebrochen. Familienfreundlich sind auch die Baulandpreise, die sich zwischen 45 und 80 Euro je Quadratmeter bewegen. Doch Bauwillige setzen nicht nur auf Neubaugebiete. Immer mehr kaufen Häuser aus den 40er bis 60er Jahren in guter Lage, reißen sie ab und bauen neu. Arbeit für die Jugend hört in Westoverledingen nicht mit dem Kindergarten auf. Alle Grundschulen bieten den Ganztag an, Flachsmeer und Ihrhove haben neue Mensas. Jugendhäuser in Ihrhove und Völlenerfehn bieten Hausaufgabenhilfe, Basteln, Schach, Sport und verschiedene Aktionen an. In Großwolde kümmert sich, gemeindeweit, eine Präventionsfachkraft um junge Leute. Gemeinsam mit

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Jugendlichen arbeitet die Gemeinde an einem Jugendpflegekonzept. Ehrenamtliches Engagement ist in der allgemeinen Sozialarbeit gefragt. So zählen zur Agendagruppe Soziales 25 bis 35 Männer und Frauen, die interessante Angebote wie Besichtigungen oder Ausflüge organisieren. „Sie halten das Miteinander in der Gemeinde stabil“, sagt Douwes. Die Gemeinde beschäftigt einen Seniorenbeauftragten und bereitet einen Seniorenbeirat vor. Im Haus

„Wo(h)lTat“ beim Rathaus treffen sich regelmäßig ältere Menschen. Guter Nachfrage erfreut sich das RepairCafé, in dem Ehrenamtliche Fahrräder, Nähmaschinen oder Küchengeräte reparieren.

Gemeinde Westoverledingen Theo Douwes (Bürgermeister) Tel 04955 / 933 - 0 info@westoverledingen.de www.westoverledingen.de

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1. Politisch sind die Weichen für einen Bahnhaltepunkt in Ihrhove gestellt. 2. „Comfort-Camping“ im Freizeitpark in Grotegaste. Der Park in Emsnähe lockt viele Gäste.

Werbung auf vielen Straßen: Bürgermeister Theo Douwes mit einem Modell.

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In Ihrhove sollen wieder Züge halten Ihrhove soll wieder Bahnhaltepunkt werden. Bürgermeister Douwes peilt 2024 als Datum an. „Wir versprechen uns einiges davon, wenn hier wieder Züge halten“, sagt Bürgermeister Douwes - für Pendler, Schüler, Radtouristen oder Menschen, die in Leer oder Papenburg einkaufen wollen. Der Haltepunkt müsste nicht nur für Arriva-Züge aus den Niederlanden gelten, die zurzeit wegen der zerstörten Friesenbrücke nicht fahren, sondern auch für die Westfalenbahn Münster-Emden – nicht zuletzt wegen des bevorstehenden Neubaus der Ledabrücke bei Leer im Verlauf der Bundesstraße 70.

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Porträt Westoverledingen Die Gemeinde zwischen Leer und Papenburg hat knapp 20.500 Einwohner. Sie besteht aus zwölf Ortsteilen: Breinermoor, Driever, Esklum, Flachsmeer, Folmhusen, Grotegaste, Großwolde, MitlingMark, Völlen, Ihren, Ihrhove und Steenfelde. Mittelständische Betriebe prägen die Wirtschaft. Westoverledingen hat einen hohen Wohn- und Freizeitwert. Neben Arbeit und Ausbildung setzt die Gemeinde auf den Tourismus. Das Rathaus profiliert die Gemeinde als familienfreundlich. Dazu gehört: Günstig bauen und wohnen, gute Schulen und Kitas, sichere Schulwege, professionelle Jugendförderung, Unterstützung des Ehrenamts und vielfältige Sport- und Freizeitmöglichkeiten.


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Total digital: Kreistag Bürger können dem Kreistag im Internet auf

Bürger können jederzeit Einblick nehmen in Unterlagen, Protokolle und Termine des Kreistags. Dafür sorgt das Kreistagsinformationssystem.

So sieht eine Seite des Kreistagsinformationssystems auf dem Bildschirm aus.

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Schon früh hat sich der Landkreis Leer zur elektronischen Verwaltung aufgemacht. Der Weg ist lang, uneben und eher schmal, so dass oft kleine Schritte angemessen sind, um nicht zu stolpern und nicht aus der Puste zu kommen. Aber man kommt voran. Ein gutes Beispiel dafür ist das Kreistagsinformationssystem. Es öffnet allen Bürgern die Tür zur Arbeit des Kreistags, ohne dass sie die Wohnung verlassen müssen. Sie brauchen nur einen Computer. Gleichzeitig ist das Kreistagsinformationssystem eine Hilfe für Kreistagsabgeordnete und Verwaltung. Beide Seiten möchten es nicht missen.

IMPRESSUM EINausBLICK 2017

Machen wir eine kleine Probe aufs Exempel aus Sicht des Bürgers. Zum Beispiel: Er interessiert sich für den „Masterplan Ems“ und was der Kreistag damit zu tun hat. Dazu ruft er die Homepage des Landkreises Leer auf, www.lkleer.de, klickt in der Menüleiste auf „Politik & Verwaltung“ und dort in der sechsten Zeile auf „Kreistagsinformationssystem“. Die Seite öffnet sich. Der Nutzer kann, wenn er möchte, schnell einen Blick in den „Kalender“ werfen, in dem alle Sitzungstermine notiert sind, er kann sich über die zahlreichen „Gremien“ des Kreistags informieren sowie die „Fraktionen“ und die einzelnen „Mandatsträger“ mit Namen und Adressen kennenlernen.

HERAUSGEBER: Landkreis Leer, Der Landrat Büro des Landrats Bergmannstraße 37 26789 Leer www.lkleer.de, (V.i.S.d.P.)

REDAKTION UND TEXTE: fomedia, Bernhard Fokken, Journalist info@fomedia.de, www.fomedia.de Maike Duis Büro des Landrats einausblick@lkleer.de


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kommt ohne Papier aus die Finger schauen / Abgeordnete arbeiten mit iPads Oder er klickt gleich auf „Recherche“ und gibt als Suchbegriff „Masterplan Ems“ ein. Er kann den Suchzeitraum bestimmen, die Suche weiter verfeinern und auf „Vorlagen“, „Sitzungen“ oder „Beschlüsse“ gehen. Die Recherche lässt sich auf bestimmte Ausschüsse beschränken, wenn es nicht der ganze Kreistag sein soll. Der Bürger findet Tagesordnungen und Protokolle - kurz, alles was er über den Masterplan Ems wissen muss, soweit es um den Kreistag geht.

Der Kreistag macht schon seit Jahren papierlose Politik Das Informationssystem ist Teil der elektronischen Verwaltung, wie sie das E-Government-Gesetz des Bundes anstrebt. Wie der Name schon sagt: Alles läuft digital. Der Kreistag macht schon seit Jahren papierlose Politik. Auch die Verwaltung kennt Aktenberge mit Beschlussvorlagen oder Protokollen nur noch aus der Erinnerung oder vom Hörensagen. Elektronische Post ist an der Tagesordnung, alle Sitzungsunterlagen stehen im Internet. Die Abgeordneten haben einen passwortgeschützten Zugang zum Informationssystem. Schon vor zehn Jahren nahm die Verwaltung die Digitalisierung ins Visier. Sie wollte Kosten sparen, denn Papier, Druck und Porto schlagen kräftig zu Buche. Im Herbst 2008 waren die Vorbereitungen gereift. Der Kreistag stimm-

te dem Informationssystem einmütig zu. Das war nicht selbstverständlich, denn damals war das Internet für viele Menschen tatsächlich noch Neuland. Der Weg zur Papierlosigkeit war nach dem Beschluss dann doch noch lang. Die Verwaltung machte sich in Arbeitsgruppen mit dem System vertraut, Schulungen für die Nutzer standen an. Manche ältere Abgeordnete taten sich schwer mit dem Notebook – und weil sie nicht ganz auf Papier verzichten wollten, erhielten sie einen Drucker. Doch am 1. Juli 2009 war es soweit: Die Post wurde für Sitzungsunterlagen nicht mehr gebraucht. In allen Sitzungsräumen im Kreishaus waren W-Lan-Anschluss und ausreichend Steckdosen für die Notebooks installiert worden. Seitdem finden die Abgeordneten ihre Unterlagen im System oder erhalten sie per E-Mail. Im November 2011 folgte der nächste Schritt: Die Umstellung vom Notebook auf das iPad, dem Tablet von Apple, was erneut mit Schulungen verbunden war. Doch die Ausgaben rentieren sich. Das iPad bietet den Abgeordneten mehr Vorteile, weil es handlich ist und sich leicht bedienen lässt. Dank einer SIM-Karte kommen die Abgeordneten überall ins Internet, selbst bei Sitzungen in einer abgelegenen Dorfgaststätte. Der Kreistag ist bei iPads ein Vorreiter – in Ostfriesland, aber auch darüber hinaus. Soweit wie ins Leeraner Kreishaus ist der digitale Fortschritt längst nicht überall eingezogen.

33 Kurzporträt des Kreistags Der Kreistag zählt 54 Abgeordnete, hinzu kommt Landrat Matthias Groote, SPD. Er hat Stimmrecht. Der Kreistag setzt sich aus einer bemerkenswert bunten Fraktionsmischung zusammen. Vermutlich einmalig ist die mit 28 Mandaten stärkste Gruppe, die sich SFGF nennt. Ihr gehören Abgeordnete der SPD (21), von Bündnis 90/Die Grünen (5), der FDP (1)

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und Natascha Bluhm als Einzelmitglied an. Weitere Fraktionen sind die CDU (17), die AfD (3), die AWG (2) und „MOIN/ Die Linke“ (3). Als fraktions-/gruppenloses Einzelmitglied gehört Holger Pieters zum Kreistag. Vorsitzende des Kreistags ist Anja Troff-Schaffarzyk/SFGF. Sie leitet die Sitzungen. Ihre Vertreter sind Paul Foest/CDU und Meta Janssen-Kucz/SFGF.

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