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EINausBLICK

2016

015/16 Datenspiegel 2 reis“ hlen im Landk Luftbilder „Mü

bernhard bramlage - landrat von 2001 - 2016 Eine Ära endet. Landrat Bernhard Bramlage geht in den Ruhestand. Er leitete die Kreisverwaltung in einer wechselvollen Zeit. Wir skizzieren markante Ereignisse in Wort und Bild. Seiten 4-19


EDITORIAL UND LANDRAT

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Der Landrat

Editorial

Niemals geht man so ganz… - ein Lied, das mir in diesen Tagen durch den Kopf geht. Zugegeben etwas sentimental. Die Arbeit wird mehr vom Kopf bestimmt, doch beim Abschied regiert das Herz. Das ist gut so. Aus dem Lied darf keiner schließen, dass ich mich mit dem Ruhestand nur scheibchenweise aus der Kreisverwaltung verabschiede. Keine Sorge. Den Zeitpunkt des Abschieds habe ich lange vorher selbst bestimmt. Aber ich wünsche mir schon, dass ich nach so vielen Jahren die eine oder andere Spur hinterlassen und jüngeren Kollegen etwas Wissen und Können weitergegeben habe. Mein Nachfolger Matthias Groote, dem ich eine glückliche Hand wünsche, trifft auf hoch motivierte und loyale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich habe allen Grund, mich herzlich bei ihnen zu bedanken. So gesehen geht man niemals so ganz.

Es sind bewegte 15 Jahre, die Landrat Bernhard Bramlage an der Spitze des Landkreises Leer steht. Nationale und europäische Verwerfungen schlagen sich im politischen Alltag an der kommunalen Basis nieder – wie die Finanz- und Wirtschaftskrise Ende des vorigen Jahrzehnts oder jüngst das Flüchtlingsproblem. Aus einer Krise wächst auch das Maritime Kompetenzzentrum (Mariko). Damals steht die traditionsreiche Seefahrtschule auf der Kippe. Unmittelbaren Einfluss hat die vom Bundestag beschlossene „Agenda 2010“: Der Landkreis darf sich selbst um Langzeitarbeitslose kümmern, gründet das Zentrum für Arbeit und hat damit Erfolg. Bramlages erste Zeit steht im Zeichen der bereits eingeleiteten Haushaltssanierung - eine wichtige Voraussetzung, um einen beträchtlichen Investitionsrückstand im Schulbau auszugleichen. Auch die Restaurierung der Evenburg und ihres Parks zu einem architektonischen und kulturellen Kleinod kostet Zeit, Geld und Mühe. Daueraufgabe bleibt der demografische Wandel mit seinen Folgen für die Sozialpolitik. Ein eigenes Kapitel ist die Erfolgsgeschichte des Klinikums. Darüber und über andere markante Ereignisse der Ära Bramlage erzählt dieses Magazin.

Ihr

Bernhard Bramlage

Rückblick - 15 Jahre Landkreis Leer


INHALT

SCHWERPUNKT 4 Das politische Vermächtnis 6

Persönliches im Interview

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Klettern aus dem Finanzloch

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Keiner bleibt zurück

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Eine Bilanz wechselt die Farbe

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Integration: Taten statt Worte

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ZfA: Selbst ist der Landkreis

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Bildung auf neue Füße stellen

POLITIK UND VERWALTUNG

Landrat Bernhard Bramlage mit Tanja Haacke und dem kleinen Max.

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Mühlen im Landkreis Leer / Datenspiegel 2015/16

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Was macht eigentlich der Kreistag?

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So ist die Verwaltung aufgestellt

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Prominente Begegnungen

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Bunde baut Barrieren ab

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Uplengen setzt Akzente

Kultur LANDKREIS LEER Bergmannstraße 37 26789 Leer Tel 0491 926-0 info@lkleer.de www.lkleer.de BÜRO DES LANDRATS/ PRESSESTELLE Tel 0491 926-1149 einausblick@lkleer.de

Viel ist in den vergangenen 15 Jahren im und beim Landkreis Leer passiert. Alles Relevante kann in diesem Magazin nicht aufgeführt werden. Eine Auswahl von interessanten und ein-

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Wir machen Kultur

IMPRESSUM 22

Impressum

34 Anzeigen

schneidenden Ereignissen zeigt daher ein Zeitstrahl symbolisch auf den folgenden Seiten (S. 4 bis 19) am unteren Rand des Magazins.

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Helfende Hände.

Bildungs-Campus: Geländekauf perfekt.

OP im Klinikum Leer.

Herzensanliegen und Herausragende Projekte der vergangenen 15 Jahre an

Allein ist auch der beste Landrat machtlos, aber ohne fähigen Kopf an der Spitze kommt auch der beste Kreistag nicht voran. Hier listen wir eine Reihe von bemerkenswerten Projekten aus den vergangenen 15 Jahren auf und bewerten sie. Siehe da, ohne zu übertreiben: Der Landkreis Leer kann sich sehen lassen.

2001

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Die Erneuerung des Kreiskrankenhauses Leer ist durch Inbetriebnahme des Bettenhauses nach zwei Jahren Bauzeit im Mai größtenteils abgeschlossen. Investition: rund 40 Millionen Mark.

Über den Tag hinaus denken, nicht nur auf den schnellen Erfolg schielen, sondern Geduld haben, und wenn man einen Plan im Detail dreimal umplanen muss: Landrat Bernhard Bramlage zählt zu den Menschen mit langem Atem. „Immer schauen, wo die Entwicklungen sind“, lautet einer seiner Grundsätze. Ein Beispiel dafür ist der demografische Wandel, auf den der Landkreis Leer sehr früh reagierte. Er begann vor knapp zehn Jahren als einer der ersten überhaupt damit, zu den voraussehbaren Folgen der alternden Gesellschaft strategische Konzepte und politisch abgestimmte Ziele zu entwickeln. Das Ziel: Die kommunale Infrastruktur dem steigenden Anteil älterer Menschen anpassen. Auch die Wirtschaft muss sich auf den Wandel einstellen. Betroffen sind der Alltag aller Menschen, das Leben vor allem in den Dörfern, der Arbeitsmarkt, die Sozialsysteme oder die Schulstrukturen. Die erste Problemwelle des demografischen Wandels ist der Fachkräftemangel, die zweite die Pflege. Deshalb stehen Bildungs-, Wirtschafts- und Sozialpolitik oben auf der Tagesordnung. „Die Wirtschaft steht und fällt mit Fachkräften“, sagt Bramlage. Dafür braucht der Landkreis ein breit gefächertes Schulwesen. „Jedes

Studienangebot ist wichtig“, lautet sein Credo. Deshalb kämpft er für die Berufsakademie Ostfriesland, die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie, die Seefahrtschule, das Maritime Kompetenzzentrum, das Studienseminar für angehende Gymnasiallehrer und die Volkshochschule. Deshalb gibt der Kreistag Jahr für Jahr Millionen für Schulen aus, macht jungen Fehntjern im Gymnasium in Rhauderfehn das Abitur möglich und richtet in Moormerland eine Integrierte Gesamtschule ein. Er baut die beiden Berufsbildenden Schulen in Leer praktisch neu, ergänzt sie um ein Experimentierhaus, wo Schüler und Berufspraktiker sich für den digitalen Wandel und für die Energiewende wappnen können. Der Kreistag vergibt Stipendien für Medizinstudenten, die sich nach dem Studium für einige Jahre als Ärzte im Landkreis verpflichten. Auch das ist ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel. Einen großen Wurf verspricht sich der Landrat vom geplanten BildungsCampus, zweifellos eines seiner Lieblingskinder. Es soll seinen Platz finden zwischen den beiden Gymnasien in Leer, auf dem Gelände, das bisher die EWE genutzt hat. In zähen Verhandlungen hat der Landkreis dort jüngst „auch das letzte Grundstück gekauft“, berichtet Bramlage.

Bernhard Bramlage wird im September zum Landrat des Landkreises Leer gewählt. Rüdiger Reske, zuvor Städtischer Direktor in Delmenhorst, wird im November zum Ersten Kreisrat ernannt (Bild: 2 v.l. B. Bramlage, r. Landrat A. Schaeder).


Am Schifffahrtssimulator im Mariko.

Familienpolitik steht obenan.

Kleines Fest im großen Park.

ein langer Atem einigen Beispielen / Kultur ist ein Stück Heimat

Einen großen Wurf verspricht sich der Landrat vom geplanten Bildungs-Campus. denten in bestehenden Häusern auf dem Campus eingerichtet werden. Indirekt tragen auch Projekte gegen den Fachkräftemangel bei, die unter Familienfreundlichkeit laufen. Frauen und Männer müssen Familie und Beruf unter einen Hut bringen können – nur so besteht, vor allem für Frauen, die Chance, nach Kinderzeit oder Elternpflege wieder in den Beruf einzusteigen oder überhaupt einen Beruf zu lernen. Landkreis und Kommunen geben viel Geld aus für Krippen und Kin-

dergärten. Bei den Berufsbildenden Schulen unterhält der Landkreis sogar eigens eine moderne Kita für Schülerinnen mit Kindern, damit diese ihre Ausbildung beenden oder beginnen können. Der Anteil der Frauen in der Arbeitswelt liegt im Landkreis Leer deutlich unter dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Das ändert der Landkreis mit mehreren Aktionen und Projekten. Sozial-, Struktur- und Arbeitsmarktpolitik in einem Atemzug: Die Rede ist von den Krankenhäusern, die im Landkreis Leer auch wirtschaftlich gesund sind. Die Weiche für die Gesundung des Kreiskrankenhauses, wie das Klinikum in Leer bis vor einigen Jahren hieß, hat der Kreistag früh gestellt, als er es schuldenfrei machte. Seitdem macht das Klinikum Gewinne, die es strategisch klug investiert. Das Klinikum entspricht modernen medizinischen Ansprüchen. Dank seiner wirtschaftlichen Stärke hat es das Krankenhaus Rheiderland in Weener und das Inselkrankenhaus Borkum vor dem Aus gerettet. Bramlage hofft, dass die Stadt Leer einer weiteren Entwicklung des Klinikums baurechtlich keine Steine in den Weg legt – und auch dessen Rolle als Arbeitgeber würdigt. So zahlt es gute Tarife und hat im Haustarif sogar die Unkündbarkeit der Mitarbeiter verankert.

Der Volksmund spricht von Bramlage gern als „Mr. Evenburg“. Nicht zufällig. Er hat das heruntergekommene Schloss zu einem Herzensanliegen gemacht. Heute ist es ein Schmuckstück, ein Ort der Kunst und Kultur, der Erholung und Muße und auch des Tourismus. Nicht zu vergessen „Das Kleine Fest im großen Park“. Auf der Kultur-Liste stehen noch das Kunsthaus als Hort ostfriesischer bildender Kunst, die Ehemalige Jüdische Schule als Kultur- und Gedenkstätte und das „Theater an der Blinke“ als Ort festlicher, feierlicher oder fröhlicher Unterhaltung. Bramlage besitzt ausgeprägtes Interesse am kulturellen Profil des Landkreises. Sein Motiv: „Die Menschen müssen sich mit der Heimat identifizieren, die Kultur ist dafür ein Schlüssel.“ Er ist überzeugt: „Wir brauchen kulturelles Leben, das festlich stimmt.“ Dazu ist ein Rahmen wie das Theater nötig. Bramlage weiß, dass „man dies nicht jedem vermitteln kann“. Manche würden für das Geld lieber Schlaglöcher flicken. Er hält sich lieber an seinen Vor-Vorgänger, Oberkreisdirektor Peter Elster, der skeptischen Kreistagsabgeordneten gesagt hat: „Ihr werdet später nicht daran gemessen, wie viele Fahrradwege ihr gebaut habt, sondern was ihr für die Kultur getan habt.“

Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder und Ministerpräsident Sigmar Gabriel (beide SPD) eröffnen das 476 Meter lange und 223 Millionen Euro teure Emssperrwerk in Gandersum. Die Pumpen des Bauwerks können bis zu 100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde flussaufwärts bewegen.

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2002

Der Campus ist für ihn Stadt- und Regionalentwicklung vom Besten, „eine einmalige Chance und Option für Stadt und Landkreis Leer“. Er hält es für überschaubar und für finanzierbar. Der erste wichtige Schritt ist getan: Die Planungssicherheit über Eigentum. Später kann der Landkreis es eventuell wieder verkaufen. Jetzt geht es darum, konkrete Ziele zu formulieren und nach und nach zu konkretisieren. Als Startschuss, der die Ernsthaftigkeit sichtbar macht, sollen Wohngemeinschaften für Stu-


SCHWERPUNKT

„Ich war richtig gerne Landrat“ Ideen immer auf Machbarkeit durchdenken / Kommunalverwaltung als Berufung

Bernhard Bramlage plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen eines Landrats. Ein Projekt übrigens hätte er in seiner Amtszeit noch gerne umgesetzt. Welches, verrät er in diesem Interview. Die Fragen stellte Bernhard Fokken. Frage: Politik bedeutet ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich. Fühlen Sie damit auch die Arbeit eines Landrats treffend beschrieben? Bramlage: Ja. Als Landrat kann man nicht auf Sicht fahren, sondern muss langfristig denken und dann das Ziel konsequent ansteuern. Dem Landrat kommt zugute, dass er nicht von Wahl zu Wahl denken muss. Wie muss man sich ‚langfristiges Denken‘ in der Praxis vorstellen? Man darf nicht der Versuchung unterliegen, Augenblicksbedürfnisse zu befriedigen, schon gar nicht mit Geld. Für mich galt immer Infrastruktur, Infrastruktur und noch mal Infrastruktur. Arbeitsplätze, Bildung, Verkehr, Wirtschaftsförderung, Klinikum oder auch Kultur.

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Gute Ideen sind das eine, sie in die Tat umzusetzen, das andere. Ohne die Politik, also ohne den Kreistag, kann auch ein Landrat nicht viel machen. Wie ist Ihr strategischer Ansatz, die Politik mit ins Boot zu bekommen?

2003

Um es salopp zu sagen: Ich jage nicht alle naselang eine neue Sau durchs Dorf. Sondern überlege lange, wie ich Ziele präzisiere, um sie dann mit meinen Mitarbeitern weiter zu entwickeln, ehe ich sie der Politik vorstelle.

Halbgare Vorschläge habe ich nie gemacht. Hilft uns dieser Plan weiter, ist er finanzierbar? Das sind entscheidende Fragen.

nicht bauchgesteuert handelt. Das führt meiner Meinung eher zur Antwort auf die Frage nach Wahlerfolgen. Erfolg hin oder her.

Steht diese Strategie in einem Lehrbuch der politischen Verwaltung?

Das Kreishaus ist kein Ponyhof, der Landrat muss auch Ärger und Kritik einstecken. Hat Sie das belastet?

Keine Ahnung, ich kenne keines. Mein erster Chef, der damalige Oberstadtdirektor Dr. Cromme in Delmenhorst, hat mich sehr gefördert, fast jeden Freitag nach Dienstschluss mit mir sehr offen Probleme diskutiert und mich im Amt in viele politische Bereiche schnuppern lassen. Er war ein großer Langfristdenker. Ein Vorbild. Sie hatten bei Ihren drei Landratswahlen eine deutliche bis hochgradige Mehrheit der Bürger im Rücken. Worauf führen Sie die Wahlerfolge zurück? Die Super-Wahlergebnisse haben mich natürlich in meiner Arbeit bestärkt – auch darin, hin und wieder Dinge zu sagen, die nicht jeder hören wollte. Wichtig ist, vorher zu sagen, was man will und was nicht. Nebenbei: Dabei habe ich auch sehr schnell gelernt, dass man mit der Wahrheit am weitesten kommt, auch wenn sie unbequem ist. Das allein erklärt aber nicht die Wahlerfolge … nein, aber zum Teil schon. Manche schätzen mich ja als dröge ein, was ich für fehlinterpretiert halte. Ich stufe mich eher als sachlichen Arbeiter ein, der

Es mag viele verwundern. Ich habe mich nur wenig geärgert, und ich konnte immer gut schlafen – bis auf eine Ausnahme: In der Zeit des Neubaus der Jann-Berghaus-Brücke, obwohl der Landkreis dafür gar nicht zuständig war. Aber unflätige Beleidigungen sprengten jedes Maß. In Ihrer ganzen Amtszeit gab es im Kreistag keine absolute Mehrheit. Sie mussten sich also immer mit mehreren Fraktionen abstimmen. War das schwierig? Nein. Die Verwaltung und ich hatten eine breite Rückendeckung des Kreistags. Das Vertrauen der Politik in die Verlässlichkeit der Verwaltung ist stark ausgeprägt. Die Politik ließ uns arbeiten, aber wenn ein Limit gesetzt war, mussten wir auch liefern. Das hat geklappt. Sie haben immer in der Kommunalverwaltung gearbeitet. Hat es Sie nie gejuckt, diese Schiene mal zu verlassen? Einmal vor sehr langer Zeit habe ich kurz damit geliebäugelt, ins Kran-

Eine neue Schule entsteht. Viele Eltern und die Gemeinden Rhauderfehn und Ostrhauderfehn haben lange gekämpft: Im Sommer kommt die Genehmigung vom Kultusministerium in Hannover für ein eigenes Gymnasium auf dem Fehn.


Fachbereichsleiterrunde: v.l. Dieter Backer, Rüdiger Reske, Harald Krebs, Hiltrud Péron, Bertus Baumeister, Horst Rohlfs, Jenny Daun, Bernhard Bramlage.

kenhauswesen einzusteigen. Aber Kommunalverwaltung ist für mich Berufung. Das begann schon im Referendariat in Konstanz, wo ich nach den Pflicht-Stationen Kommunalverwaltung und Regierungspräsidium mir auch als Wahlstation die Kommunalverwaltung ausgesucht habe, so dass ich neun Monate am Stück kommunal gearbeitet habe. Ich hatte dabei das Glück, dass mein Chef lange ausfiel – und er hat mich, natürlich in Absprache, die Arbeit machen lassen. Davon habe ich immer profitiert. Gibt es eigentlich ein Projekt, das Sie vor der Pension noch gern abgeschlossen hätten? Ja, den Bildungs-Campus. Ich hoffe und wünsche, dass er ein Erfolg wird. Der Bildungs-Campus wird ein Segen für den Landkreis. Sie ziehen jetzt einen Strich unter Ihre 15 Jahre an der Spitze des Landkreises. Was schreiben Sie darunter?

Ein Leben für die Kommunalverwaltung Bernhard Bramlage – über Delmenhorst und Northeim nach Leer. Bernhard Bramlage stammt aus Friesoythe, wo er am 23. Juni 1949 geboren wurde. Er ist verheiratet mit Edith Bramlage, geb. Kuppek. Das Ehepaar hat zwei Söhne und fünf Enkel. Er besucht die Volksschulen in Atter und Osnabrück und macht am Gymnasium Carolinum in Osnabrück das Abitur (1968). Nach dem Grundwehrdienst in Rheine studiert er Rechtswissenschaften an der Universität Bielefeld. Nach dem 1. Staatsexamen absolviert er das Referendariat in Konstanz am Bodensee und legt dort das 2. Staatsexamen ab. Parallel arbeitet er als wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität Konstanz. Von 1979 bis 1983 leitet er das Rechtsamt der Stadt Delmenhorst, steigt auf zum Stadtrat (Wahlbeamter), ehe er 1986 zum Stadtdirektor und Vertreter des Oberstadtdirektors gewählt wird. 1993 wechselt er nach Northeim und arbeitet dort bis 1997 als Stadtdirektor. 1997 wählt der Kreistag in Leer ihn zum Ersten Kreisrat. Dieses Amt übt er bis 2001 aus. 2001 kandidiert er als Landrat des Landkreises Leer und wird mit 51,7 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang gewählt. Seine Wiederwahl erfolgt 2006 (67,7 Prozent) und 2014 (76,5 Prozent). Am 31. Oktober 2016 scheidet er aus eigener Überzeugung wegen seines Alters aus dem Amt aus. Bramlage gehört der SPD an. Zu seinem Nachfolger wird am 11. September der Europaabgeordnete Matthias Groote, SPD, gewählt.

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Seit Januar bietet der Landkreis SMS bei Schulausfall an. 2016 haben sich rund 30.000 registriert, vorwiegend per App.

Lückenschluss A 31 im Dezember - erstmals freie Fahrt von Bottrop bis Emden. Die A 31 ist die erste Autobahn in Deutschland, die regional, grenzüberschreitend und privat mitfinanziert wurde und damit zehn Jahre früher als von Land und Bund vorgesehen fertig gestellt wurde.

2004

Ich bin richtig gerne Landrat gewesen.


SCHWERPUNKT

Wie man Hoffnungslosigkeit vertreibt Haushalt und Finanzen: Aus finanzieller Depression zu großen Investitionen

Durch Nacht zum Licht – der Landkreis ist in den 90er Jahren finanziell am Ende. Dann rappelt er sich auf und stellt beachtliche Dinge auf die Beine. Er kann seit Jahren wieder investieren.

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„Hoffnungslos“ antwortet Bernhard Bramlage, als ihn Anfang 1997 bei seiner Vorstellung als Erster Kreisrat ein Mitglied des Kreisausschusses fragt, wie er sich denn die Entwicklung des Haushaltes vorstelle. Ende 2016 liegen die Kassenkredite wahrscheinlich bei Null und die Nettoneuverschuldung bei knapp fünf Millionen. Die Finanzen des Landkreises sind solide geworden. Zwei Beamte, die mit ihm über die Jahre zusammenarbeiteten, sind Ex-Kämmerer Bertus Baumeister, seit 2015 im Ruhestand, und der Landrats-Büroleiter Dieter Backer. Sie erinnern sich lebhaft an das Jahr 1997, als Bramlage unter Landrat Andreas Schaeder begann. Der Landkreis litt unter einer finanziellen Depression. 150 bis 200 Millionen D-Mark musste der Kämmerer an Kassenkrediten leihen, um den Betrieb aufrecht zu halten. Die Misere war drittgesteuert: Hohe Arbeitslosigkeit, dadurch hohe Sozialhilfekosten, der Balkankrieg trieb viele Flüchtlinge ins Land. Doch Schaeder und Bramlage wollten die Flinte nicht ins Korn werfen. Ihr erstes Gesundungsrezept hieß „Hasiko“, die Abkürzung für Haushaltssicherungskonzept. Dahinter versteckt sich unter anderem das Ziel, die Nettoneuverschulung mittelfristig gegen Null zu drücken – die Voraussetzung für Investitionen, die damals schwer möglich waren. „Wir konnten so eine

formale Haushaltssperre vermeiden“, sagt Baumeister. Ein erster Lichtblick war ein Urteil des Staatsgerichtshofs Bückeburg. Demnach musste das Land finanzschwachen Kommunen einen Ausgleich für Soziallasten zahlen. Der Landkreis Leer konnte sich erstmals 2001 über einen ausgeglichenen Etat freuen. Er verkaufte einige Klötze am Bein oder gliederte aus – wie das Altenheim Heisfelde zum Regiebetrieb, das er jedoch als Altenpflegestandort sicherte. Auch der Meierhof in Loga kam unter den Hammer. Die Zeit bis 2005 diente und dient bis heute der Konsolidierung. Zum Glück sanken die Zinsen, was die Finanzierung erleichterte. Das war auch nötig, denn die Schul-Infrastruktur lag am Boden. Dies zu beheben hatte Vorrang, und die Verbesserung dieser Infrastruktur ist immer noch ein sehr großes Thema. Dieter Backer zitiert einen Leitsatz von damals: „Wir brauchen keine Erker und Zinnen auf der Evenburg, so lange es in den Schulen leckt.“ In diesen Jahren pflegte die Verwaltung engen direkten Kontakt mit dem Innenministerium. Die Beamten aus Hannover kamen sogar in die Schulen, um sich ein Bild zu machen. Der Erfolg: Sie bewilligten dem Landkreis eine Kreditermächtigung und Komplementärmittel von 30 Millionen Euro. Der Antrag auf Schulsanierung

lautete insgesamt auf 200 Millionen. Die guten investiven Schulden stiegen, die schlechten für den Unterhalt der Gebäude sanken. Die Finanzkrise 2008/09 und die dadurch hervorgerufene Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank hat den Landkreis Millionen an Zinsen erspart. Hinzu kamen Konjunkturpakete, von denen die Berufsbildenden Schulen und das Theater an der Blinke profitierten. Auch die Kompletterneuerung der Evenburg konnte der Landkreis stemmen – durch ein kluges Finanzkonzept, mit viel EU-Geld. Das Klinikum war 2004 ein Sorgenkind, brauchte Jahr für Jahr einen Betriebskostenzuschuss von einer Million Euro. „Das hat Bramlage herausgefordert“, urteilt Baumeister. Der Kreistag entschuldete das Klinikum mit zehn Millionen Euro, von da an ging’s bergauf. Innerhalb der vergangenen 15 Jahre entstand eine neue Klinik, und die Krankenhäuser Weener und Borkum wurden vor der Pleite gerettet. Mit Bramlage verbinden Baumeister und Backer auch die Kultur. Evenburg, Kunsthaus, Theater an der Blinke und Ehemalige Jüdische Schule. Das Fazit der beiden Beamten über den scheidenden Chef: „Er hat viel angepackt und umgesetzt, war immer fit im Thema, reizte alle Finanzierungsmöglichkeiten aus und scheute sich nicht, ein großes Rad zu drehen.“

2005

1. Neue Mensa IGS Moormerland, 2. Landkreis hält Straßen in Schuss, 3. Klinikum in frischem Glanz, 4. Architektonisches Kleinod: Evenburg

Seit Januar ist der Landkreis Leer für die Langzeitarbeitslosen zuständig. Sein Zentrum für Arbeit hat diese Aufgabe mit 68 anderen Gebietskörperschaften erstmals vom Bundeswirtschaftsministerium anstelle der Agentur für Arbeit übertragen bekommen.

Rettung der Seefahrtschule in Leer: Bürger, Politik, Verwaltung und Wirtschaft kämpfen erfolgreich für den Erhalt der150 Jahre alten Seefahrtschule.


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Im März wählt der Kreistag die damals 32-jährige Jenny Daun als erste Frau zur Leiterin des Dezernats „Planen, Bauen, Umwelt“ der Kreisverwaltung.

21. April: Gründung der Wachstumsregion Ems-Achse. Mitglieder sind die Landkreise Leer, Emsland, Aurich, Wittmund, Grafschaft Bentheim und die Stadt Emden. Anfang August 2016 kann die Ems-Achse das 500. Mitglied begrüßen.

Das Rheiderland-Krankenhaus ist im Sommer gerettet. Das Klinikum Leer übernimmt die Geschäftsführung und soll das stark kriselnde Haus in eine sichere Zukunft führen.

2006

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SCHWERPUNKT

Jung und Alt: Soziales: Frühkindliche Bildung

Familienhebammen, Sprachförderung, Kitaplätze für alle – das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Angebote für Kinder. Am anderen Extrem, am Ende der Alterskette, geht es darum, den besten Weg für Senioren auf der letzten Lebensetappe zu finden. Der Landkreis Leer setzt Zeichen, wie an einigen Beispielen deutlich wird.

Mehr Menschen als je zuvor werden älter als früher. Das hat schöne Seiten, bringt aber auch schwierige Aufgaben mit sich. Sie zu meistern ist zunächst Sache der älteren Menschen und deren Angehörigen – aber auch der Politik, Verwaltung, WohlfahrtsOrganisationen und privaten Wirtschaft. Stichworte sind Pflegeberatung, ambulante Pflegedienste, Alten- und Pflegeheime – kurz „Pflege“ genannt. Der demografische Wandel beschränkt sich jedoch nicht nur auf den älteren Teil der Bevölkerung. Eine Folge ist ein bestehender, zumindest drohender Fachkräftemangel. Er soll unter anderem dadurch gelindert werden, dass mehr Frauen arbeiten. Familie und Beruf unter einen Hut bringen, heißt deshalb ein Gebot der Stunde. Das verlangt Krippen, Kindergärten, Ferienprogramme und Ganztagsschulen. Und weil kein Kind zurückbleiben soll, weil auch Kindern aus sozialschwachen Familien ein Weg ins spätere Leben geebnet werden soll, setzt der Landkreis gleich bei der Geburt an. Dieser Ansatz zieht sich durch die gesamte Amtszeit von Landrat Bramlage.

Beispielhaft sind die Familienhebammen, die 2001 mit ihrer Arbeit begannen. Sie sind mittlerweile fest angestellt bei der Tochtergesellschaft des Landkreises, LeeWerk-WISA, einem anerkannten Jugendhilfeträger. Im Jahr 2015 haben sie 153 Familien betreut. Anfangs standen den Familienhebammen 30 Wochenstunden zur Verfügung, heute sind es 135. Ab 2017 werden es 150 Wochenstunden.

Der demografische Wandel beschränkt sich nicht nur auf die Älteren. Zusätzlich zur klassischen Hebammenarbeit bieten die Familienhebammen an elf Standorten im Landkreis regelmäßig Sprechstunden an. Bereits als Erster Kreisrat führte Bramlage die Schuleingangsuntersuchungen durch Ärzte des Gesundheitsamtes wieder ein. Dadurch wurden Schwächen der Kinder früh erkannt. So auch, dass viele Kinder große Sprachschwierigkeiten hatten. Eine Konsequenz daraus war 2006 das zunächst als Modellversuch angelegte Sprachförderprogramm „Mukel“. Dieses Angebot findet im

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2007

Mutter und Kind haben Grund zur Freude.

Erdmantjes: Kinderbetreuung an den BBS.

Offiziell ist die Fusion der Sparkassen Leer-Weener und Wittmund in die Sparkasse LeerWittmund mit dem Betrieb ab 1. Januar.

26. März 2007: Spatenstich für das Interkommunale Gewerbegebiet Rheiderland. Am Ausbau der Gewerbeflächen beteiligen sich der Landkreis Leer, die Städte Leer und Weener sowie die Gemeinden Bunde und Jemgum.


SCHWERPUNKT

Keiner bleibt zurück und Pflege im Alter / Landkreis setzt systematisch an Beisein der Eltern in einer vertrauten und „mukeligen“ Umgebung statt. Es hilft Vorschulkindern, ihre Startchancen in der Schule zu verbessern. Die Lerninhalte wurden auch für Vierjährige angepasst, das Projekt heißt „Mini-Mukel“. Im Laufe der Jahre machten 2.469 Kinder im Vorschulalter bei „Mukel und Mini-Mukel“ mit. Der Anteil der Kinder mit leichten Sprachdefiziten bei Schulbeginn sank von 36,8 Prozent im Jahr 2006 auf 17,3 Prozent im Jahr 2015. Der Landkreis nimmt damit einen Spitzenplatz in Niedersachsen ein. Der Wert frühkindlicher Bildung hat sich auch in Berlin herumgesprochen. So beschloss der Bundestag 1992 einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder ab drei Jahren. Die Kommunen müssen diesem Rechtsanspruch gerecht werden. Im Landkreis Leer gab es trotz Rechtsanspruchs nicht für alle Kinder einen Kindergartenplatz. Landrat Bramlage stand diesem Thema von Beginn an sehr aufgeschlossen gegenüber, so dass in seiner Amtszeit das Angebot deutlich ausgeweitet werden konnte. Auch bei Krippenplätzen für unter Dreijährige gibt es große Fortschritte.

Die Zahlen sprechen für sich: Für 6.906 Kinder zwischen drei und sechs standen vor 20 Jahren 54 Kindergärten mit 3.062 Vormittags- und 992 Nachmittagsplätzen zur Verfügung. Heute gibt es 2.500 Kinder weniger, dafür aber mehr Kindergärten (59). Auf 4.337 Kinder kommen 3.773

Vormittags- und Ganztagsplätze und 870 Nachmittagsplätze, insgesamt 4.643. Das Jugendamt führt die starke Nachfrage nach Kindergartenplätzen vor allem darauf zurück, dass mehr Frauen nach einer „Kinderpause“ wieder arbeiten oder erstmals einen Beruf aufnehmen.

Selbstbestimmt leben im Alter Landrat Bramlage und der Kreistag haben nicht nur zeitig die frühkindliche Bildung, sondern auch die Belange der Älteren ins Auge gefasst. Seit 2000 gibt es eine Ansprechpartnerin für Senioren und ihre Angehörige. Seniorenbeauftragte Heike Diekhoff informiert und berät über Hilfs- und Pflegedienste, praktisch über alles, was mit Pflege zu tun hat. Ihr geht es darum, dass alte Menschen solange wie möglich selbstbestimmt und unabhängig leben können. Sie klärt Probleme und Konflikte und bietet Hilfe zur Selbsthilfe. 2003 stellte der Landkreis einen Pflegebedarfsplan auf. Damals gab es 18 Pflegeheime mit 987 Betten und 22 ambulante Pflegedienste. Heute sind es 25 Pflegeheime, eine geronto-psychiatrische Einrichtung und ein Hospiz. Die Zahl der stationären Plätze stieg auf 1.566, die der ambulanten Pflegedienste auf 31. Der Landkreis Leer hat 2010 einen Pflegestützpunkt und ein Seniorenservicebüro eröffnet. Diese wurden 2015 zum Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen im Landkreis Leer zusammengelegt. Die Nachfrage ist groß.

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Senioren- und Pflegestützpunkt: Gute Tipps für das Leben im Alter.

Dioxin-Skandal: Im Sommer wird Dioxin-Alarm im Deichvorland der Ems zwischen Leer und dem Emssperrwerk in Gandersum ausgelöst. Es müssen 27 Weideflächen gesperrt werden. Schon bald kommen in der Kreisverwaltung Zweifel an den vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit festgestellten hohen Belastungen auf. Es stellt sich nach Monaten heraus, dass ein Labor verfälschte Messergebnisse geliefert hat.

2008

Klassisch: Vater, Mutter, zwei Kinder.


SCHWERPUNKT

Wie nur wenige: Leer schreibt schwarze Zahlen Aus alten Häusern in Leer, Weener und auf Borkum entstanden neue Kliniken

Klinikum in Leer ausgebaut, Krankenhäuser in Weener und auf Borkum vor dem Ruin gerettet – der Landkreis Leer schreibt im Gesundheitswesen eine Erfolgsgeschichte. Und durch die „Gesundheitsregion Landkreis Leer“ soll ein Patientenbus rollen.

2009

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Die meisten Krankenhäuser in Deutschland stecken tief im Minus. Viele werden geschlossen oder privatisiert. Im Gegensatz dazu arbeitet der Unternehmensverbund Klinikum Leer medizinisch auf hohem Niveau und ist wirtschaftlich gesund. „Als eines der wenigen Krankenhäuser im Nordwesten schreiben wir schwarze Zahlen“, sagt Landrat Bernhard Bramlage, Aufsichtsratsvorsitzender der gemeinnützigen GmbH. Mit Geschäftsführer Holger Glienke freut er sich seit Jahren über gute Bilanzen. Neue Kooperationen, neue Räume, neue Aufgaben – diese Losung zieht sich wie ein roter Faden durch die Arbeit. Zum Unternehmensverbund gehören neben dem Klinikum Leer das Krankenhaus Rheiderland in Weener und das Inselkrankenhaus auf Borkum. Das Klinikum in Leer, einst bekannt als Kreiskrankenhaus, ist praktisch neu. Es wurde im letzten Jahrzehnt systematisch erneuert und erweitert, während das Krankenhaus Rheiderland vor der Pleite gerettet und auf solide Füße gestellt wurde. Der Unternehmensverbund rettete auch das Inselkrankenhaus auf Borkum vor dem Aus und hauchte ihm neues Leben ein. Auch die Weeneraner Klinik wurde vollständig modernisiert und das Borkumer Krankenhaus

neu gebaut und zu einem Gesundheitszentrum erweitert. Zwischen 2004 und 2015 investierte das Klinikum 120 Millionen Euro – den Löwenanteil in Leer, aber millionenschwere Summen flossen auch nach Weener und Borkum. Um sich ein Bild vom Ausmaß des Klinikums in Leer machen zu können: Es steht auf einer Fläche in der Größe von drei Fußballplätzen. Das medizinische Spektrum des Klinikums,

Sie versorgen jährlich 20.000 Patienten stationär und 55.000 ambulant. dessen drei Häuser eng zusammenarbeiten, ist umfangreich: Allgemeine und Visceralchirurgie/Proktologie, Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie, Wirbelsäulenchirurgie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Innere Medizin/Gastroenterologie, Kardiologie/Angiologie, Radiologische Diagnostik, Gynäkologie und Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin, Augenheilkunde, Anästhesie und Intensivmedizin sowie Geriatrie. Schwerpunkte des 60-Bettenhauses in Weener sind Gefäßchirurgie und Innere Medizin mit dem Quali-

Landrat Bramlage sorgt dafür, dass im August erstmals das Kleine Fest im Park der Evenburg nach Leer kommt.

fizierten Entzug. Die kleinste Klinik Deutschlands mit acht Planbetten für Innere Medizin auf Borkum sichert die medizinische Grundversorgung der Insulaner und Urlauber. Unter dem Dach gibt es auch eine internistische Fachpraxis als Medizinisches Versorgungszentrum. Am Inselkrankenhaus arbeiten auch Logopäden, Psychotherapeuten und Physiotherapeuten. Zudem ist dort die DRKRettungswache untergebracht, ein Rettungshubschrauber kann starten und landen. Zwei Apartmenthäuser mit 24 Wohnungen bieten ServiceWohnen im Alter. Mit dem Klinikum Leer, dem Krankenhaus Rheiderland und dem Inselkrankenhaus stehen den Menschen im Landkreis neben dem Borromäus Hospital drei leistungsfähige und erfolgreich arbeitende Kliniken mit zusammen rund 400 Betten zur Verfügung. Sie versorgen jährlich 20.000 Patienten stationär und 55.000 ambulant. Als im Landkreis Leer ansässiges Unternehmen ist das Klinikum mit über 1.000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber. Es bildet in elf medizinischen und kaufmännischen Berufen aus. Seit den 60er Jahren ist es Akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover.

Am 21. September wird das Maritime Kompetenzzentrum in Leer eröffnet. Hauptaufgabe der MARIKO GmbH ist die Vernetzung der maritimen Wirtschaft und Wissenschaft vor allem in der Region Ems-Achse.


Aus der Luft werden die Ausmaße deutlich: Das Klinikum des Landkreises in Leer.

Der Patientenbus

Der Landkreis Leer feiert im April sein 125-jähriges Bestehen.

dem Land sind rar. Viele betreiben ihre Praxen in Leer. Die Zahl der alten Menschen über 65 steigt stark in den nächsten Jahren. Eine Verbindung von Haus zu Haus aus den Gemeinden nach Leer wird deshalb wichtiger. Darauf ist der Patientenbus eine Antwort. Das Modellprojekt ist auf die Mitarbeit von Ärzten in Leer angewiesen. Die Kassenärztliche Vereinigung möchte, dass Praxen die Wartezeiten für Bus-Patienten verkürzen, damit diese in einer bestimmten Zeit wieder abgeholt werden können. Der Patientenbus ist eines von vier medizinischen Versorgungsprojekten für die „Gesundheitsregionen“ in Niedersachsen. Das Vorhaben wird während der gesamten einjährigen Laufzeit von Fachleuten beobachtet.

Die Telekom schließt im September ihr Callcenter in Leer. Trotz vorheriger Proteste werden 213 Arbeitsplätze nach Westerstede verlagert.

Das Klinikum in Leer übernimmt im November die Trägerschaft des Borkumer Krankenhauses. Es wird danach als Inselkrankenhaus als 100-prozentige Tochter des Klinikums betrieben.

13

2010

Der Fachkräftemangel macht sich mehr und mehr auch bei Ärzten bemerkbar. Der Landkreis, ausgewiesen als „Gesundheitsregion“, rückt diesem unerfreulichen Zustand gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen zu Leibe. In einem Modellprojekt soll im Herbst dieses Jahres ein so genannter Patientenbus starten. Er bringt Patienten zum Arzt nach Leer, die nicht mehr gut zu Fuß sind, nicht mehr Auto fahren oder sich schwer tun mit dem Busfahren. Vorerst aus Weener, Bunde, Jemgum, Westoverledingen, Rhauderfehn und Ostrhauderfehn. „Die Gesundheitsregion bietet den Rahmen, um neue Ideen zur Gesundheitsversorgung auszuprobieren“, sagte Landrat Bramlage. Ärzte auf


Deutsch lernen steht am Anfang der Integration.

v.l. Annika Bunger und Anna Blazejewska-Kuhn von der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe des Landkreises.

Bildung: der Schlüssel Von der schweren Aufgabe, Flüchtlingen auf

Bildung, Bildung und noch mal Bildung – und die Anerkennung der Realität: Das sind Voraussetzungen, damit die Integration von Flüchtlingen gelingen kann. Der Landkreis geht diese Riesenaufgabe strategisch an. Er hat aus den Erfahrungen mit den Flüchtlingen vor den Balkankriegen in 14

den 90er Jahren gelernt. Ein eng gestricktes Hilfsnetzwerk arbeitet mit den Flüchtlingen. Groß ist das ehrenamtliche

2011

Engagement vieler Bürger.

Bildung ist der Schlüssel zu einer gelingenden Integration der Flüchtlinge, sagt Bundesbildungsministerin Wanka. Das ist zweifellos richtig, aber genau darin liegt auch das Problem. „Die meisten Kinder haben beim Lernniveau einen Rückstand von drei, vier oder fünf Jahren. Und von den Jugendlichen zwischen 15 und 17 können viele nicht lesen und schreiben“, sagt der Erste Kreisrat Rüdiger Reske. Und fügt hinzu: „Daran arbeiten wir.“ Seine Beobachtungen im Landkreis decken sich mit den Daten des Zentrums für Bildungsökonomik in München. Dessen Leiter Ludger Wößmann stellt fest: „Zwei Drittel der Schüler in Syrien können nur sehr eingeschränkt lesen und schreiben und nur einfachste Rechenaufgaben lösen. Diese Schüler können in Deutschland, selbst wenn sie Deutsch gelernt haben, kaum dem Unterricht folgen.“ Das ist für Rüdiger Reske kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Er will, dass wir die Integration schaffen – und deshalb erkennt er

Das Theater an der Blinke wird Ende Januar nach umfangreichem Umbau eröffnet. Die Kosten betragen 3,3 Millionen Euro.

die Realität an, analysiert sie und zieht daraus Konsequenzen. „Bildung und Ausbildung ist alles“, sagt er. Sie beginnt bei den ganz Kleinen in den Kitas und setzt sich in den Schulen fort. Die Jüngsten haben von Natur aus die besten Chancen, noch vor den Jugendlichen, die zum Teil ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind. Reske bescheinigt den Jugendlichen jedoch eine hohe Lernbereitschaft: „Sie beißen sich richtig ins Lernen hinein.“ Die hohe Flüchtlingszahl hat die Kreisverwaltung zwar überrascht, aber nicht unvorbereitet getroffen. Landrat Bramlage rief im vorigen Jahr schnell einen erfahrenen Stab von professionellen und ehrenamtlichen Helfern ein, der alles Notwendige schnell auf die Reihe brachte: Transport und Versorgung der Flüchtlinge, Räumung und Neueinrichtung von Aufnahme-Gebäuden, ärztliche Untersuchungen, amtliche Registrierung. Innerhalb von 48 Stunden waren die ersten hundert Flüchtlinge nach Borkum in der Jugendherberge unter-

Im Juli eröffnen elf Familienstützpunkte im Landkreis. Sie sind dezentrale Anlaufstellen für Bürger, die passende Betreuungs- und Bildungsangebote suchen.

Der Landkreis nimmt das Stipendienprogramm für Medizinstudierende auf. Mittlerweile werden 32 angehende Ärzte gefördert.


Gesundheitslotsinnen für Menschen mit Migrationshintergrund. Koordinatorin 4.v.r.: Annegret Schmidt, Gesundheitsamt.

zur Integration dem Weg ins neue Leben zu helfen

„Die wertvolle Unterstützung durch Ehrenamtliche ist für die Integration von zentraler Bedeutung.“ Die Logistik lief wie am Schnürchen. Überraschungen blieben trotzdem nicht aus, erinnert sich Reske: „Uns wurden Syrer angekündigt, wir sorgten für arabisch sprechende Dolmetscher. Tatsächlich kamen Afghanen und Iraner, die Paschtu und Farsi sprachen.“ Ein afghanischer Flüchtling mit guten Englischkenntnissen sprang erst mal in die Bresche. Der Landkreis nutzt die Erfahrungen aus den 90er Jahren mit den

vielen Flüchtlingen vom Balkan. Von denen übrigens fast alle den Landkreis wieder verlassen haben. „Sie sind dorthin gezogen, wo sie Arbeit fanden“, sagt Reske. Bereits seit November 2009 beschäftigt der Landkreis eine Integrationsbeauftragte: Anna BlazejewskaKuhn. Sie gehört zur Stabsstelle Frauen- und Familienförderung. Seit Juli 2014 gibt es die Koordinierungsstelle „Migration und Teilhabe“, die vom Land Niedersachsen gefördert wird. Ihre Aufgabe: Menschen mit Zuwanderungsgeschichte Land und Leute näher zu bringen und ihnen den Zugang zur Gesellschaft und möglichst auch in die Arbeitswelt zu erleichtern. Das geschieht auf vielfältige Weise durch Projekte und Fortbildung Hand in Hand mit den Städten und Gemeinden, ergänzt durch ein großes ehrenamtliches Netzwerk aus Integrationslotsen, Paten und Ehrenamtlichen in Vereinen und Verbänden. „Die wertvolle Unterstützung durch Ehren-

Erstmals wird in der Stadt Leer zusammen mit dem Landkreis eine verlässliche Ferienbetreuung für Kinder von berufstätigen Eltern in den Oster-, Sommer- und Herbstferien angeboten. 2016 bieten fast alle Kommunen die Betreuung in allen Ferien an.

amtliche ist für die Integration von zentraler Bedeutung“, sagt Jutta Fröse, Leiterin der Stabsstelle Frauen- und Familienförderung. In Deutschland gibt es kein vergleichbares Projekt. Es wird wissenschaftlich begleitet und läuft im Januar 2017 aus. Jutta Fröse richtet sich darauf ein, dass die Arbeit mit Flüchtlingen ein Schwerpunkt über Jahre bleibt. Landkreis, Bildungsträger, Migrationsberater und Migranten-Organisationen haben einiges zu tun: Sie fördern Sprache und Bildung, verbessern den Zugang zum Arbeitsmarkt, gestalten den Übergang Schule-Beruf, vermitteln kulturelle Kompetenzen, sensibilisieren Verwaltungen für Migrationsfragen, unterstützen ehrenamtliche Netzwerke und beraten Helfer in der Flüchtlingshilfe. Die Volkshochschule bildet regelmäßig Integrationslotsen aus. Sie lernen, wie man Zugewanderte sprachlich, schulisch, beruflich oder gesellschaftlich unterstützt. Die Integrationsbeauftragte ist eingebunden.

Die niederländische Gemeinde Oldambt und der Landkreis Leer schließen im Mai eine Kooperation, Netzwerk No(o)rd, um grenzenlos in der Arbeitsmarktpolitik und Wirtschaftsförderung zusammenzuarbeiten.

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2012

gebracht, mit allem, was dazu gehört, um nur ein Beispiel zu nennen. Ehrenamtliche Helfer leisteten auf Borkum wie anderswo hervorragende selbstlose Hilfe. Bramlage und Reske danken ihnen ausdrücklich: „Ohne sie wären wir aufgeschmissen. Sie leisten bis heute wertvolle Arbeit. Respekt.“


SCHWERPUNKT

Ein Bild aus ZfA-Anfängen: Fit werden für ein neues Berufsleben.

Nach Jahren wieder Kluge Entscheidung anno 2005: Landkreis betreut

Das Zentrum für Arbeit (ZfA) des Landkreises Leer ist eine Erfolgsgeschichte. Es hat überdurchschnittlich viele Langzeitarbeitslose, jung und alt, erstmals oder wieder in Lohn und 16

Brot gebracht. Dafür geht das ZfA neue

2013

und weite Wege.

Die Agentur für Arbeit kümmert sich um die Arbeitslosen – mit Ausnahme der Langzeitarbeitslosen, die ein Jahr und länger als arbeitslos gemeldet sind. Für sie ist das Zentrum für Arbeit (ZfA) des Landkreises Leer zuständig. Dieses Jobcenter gibt es seit 2005. Es ist eine Folge der damaligen Sozialreform der rot-grünen Bundesregierung unter Gerhard Schröder. Die Agenda 2010 ermöglichte es Kommunen, die Langzeitarbeitslosen in eigener Regie zu betreuen oder sie der Agentur für Arbeit zu überlassen. Der Landkreis Leer nahm die Aufgaben selbst in die Hand, die sich aus dem Zweiten Sozialhilfegesetzbuch ergaben. Kreistag und Verwaltung waren sich einig: Das vergrößert den Gestaltungsspielraum für den Landkreis. Passgenaue Arbeitsmarktpolitik kennen wir am besten selbst, wir sind nah am Bürger und kennen wirtschaftliche Hintergründe. Gut ein Jahrzehnt später steht fest: Die vom Landrat Bramlage

forcierte Option war der richtige Weg. Der Kreistag hat klug entschieden. Das bestätigen Zahlen und Fakten. Eike Albrecht, Leiter des ZfA, nennt ein Beispiel: „Wir haben unsere Quote der jungen arbeitslosen Menschen auf eineinhalb Prozent gesenkt.“ Hierbei handelt es sich um die Altersgruppe

„Wir haben die Quote der jungen arbeitslosen Menschen auf eineinhalb Prozent gesenkt.“ 15 bis 24 Jahre. Der Abbau beträgt seit 2007 im Landkreis Leer mehr als 70 Prozent. Zum Vergleich: In Niedersachsen 34, in Deutschland 33 Prozent. Um ein Drittel konnte das ZfA die Zahl der so genannten „erwerbsfähigen Leistungsberechtigten“ nach unten drücken: Von 10.592 anno 2007 auf 7.160 heute (minus 33 Prozent). Vergleich: Niedersachsen minus 19,

An den Berufsbildenden Schulen in Leer geht im Februar ein Krippenprojekt an den Start. Bei den Erdmantjes werden Kinder von Fachkräften und BBS-Schülerinnen betreut, während sich ihre Mütter auf einen Schulabschluss vorbereiten.

1. September: Eröffnung der Ehemaligen Jüdischen Schule in der Ubbo-EmmiusStraße in Leer.


SCHWERPUNKT

Landrat Bramlage und Staatssekretär Gerd Hoofe starten das Zentrum für Arbeit 2005.

feste Arbeit Langzeitarbeitslose in eigener Regie Arbeit integrieren. Dabei hat das ZfA das vorgegebene Ziel von 2.520 Aktivierungen und 600 Integrationen deutlich übertroffen. Die Wiedereingliederung ist für alle Seiten - Arbeitnehmer, Arbeitgeber und ZfA - oft ein hartes Brot. Denn mit der Dauer der Arbeitslosigkeit sinkt die Wahrscheinlichkeit der Reintegration in den so genannten ersten Arbeitsmarkt. Ungeachtet aller Erfolge bleibt eine hohe Zahl an Menschen, die auf Dauer nicht vermittelbar sind und Geld vom Staat erhalten. Um auch für sie Jobs zu finden, entwickelte das ZfA neue Ansätze der Betreuung und Begleitung, die in einem Aktivzentrum gebündelt werden. Dort geht es unter anderem um Kinderbetreuung, gesundheitliche Beratung und Übungen zu Vorstellungsgesprächen und zur Bewerbung. Selbst Styling-Tipps fehlen nicht. Das Modellprojekt „Leeraner Gesundheitsförderungsprogramm“ rundete die Angebote ab.

3. Mai: Große Wiedereröffnung des Schlosses Evenburg nach jahrelanger Restaurierung.

26. Mai: Das niederländische Königspaar Willem-Alexander und Máxima auf Arbeitsbesuch im Mariko.

Zentrum für Arbeit (ZfA) Eike Albrecht, Leitung Bavinkstraße 23 26789 Leer Tel 0491 9994-0 info@zfa-leer.de www.zfa-leer.de

17

Die Seniorenwohnanlage Heisfelde feiert im Juni ihr 50-jähriges Bestehen; das Frauenhaus besteht seit 25 Jahren.

2014

Deutschland minus 20 Prozent. Albrecht führt dies auf eine besondere Stärke des Landkreises zurück: Er hat über den gesetzlichen Auftrag hinaus mit vielen neuen Projekten zum Beispiel des Bundessozialministeriums und mit eigenem Geld die Integration der arbeitssuchenden Menschen in den Arbeitsmarkt verbessert – deutlich mehr, als es im Bundes- und Landesschnitt gelungen ist. Ein Schlüssel des Erfolgs ist der enge Kontakt zum hilfesuchenden Menschen durch die fachlich versierten Mitarbeiter des ZfA, weil nur so eine umfassende und motivierende Unterstützung auf dem Weg in die Arbeitswelt möglich ist. Als weiterer Erfolg gilt das in Leer forcierte Bundesprogramm „Perspektive 50 plus“, mit dem ältere langzeitarbeitslose Menschen wieder in einen sozialversicherungspflichtigen Job gebracht werden sollten. In sechs Jahren hat das ZfA 2.745 Personen aktiviert, 786 konnte es in eine feste


SCHWERPUNKT

Mit Bildung junge Leute Bildungs-Campus – ein großer Wurf / Informatik auf dem

Bildung ist in aller Munde. Aber sie ist mehr als ein Schlagwort. Die Grundbildung muss stimmen – vom Kindergarten bis zur akademischen Ausbildung. Dafür gibt der Landkreis seit Jahren Millionen von Euro aus. Die Bildungs-Abwanderung junger Leute stoppen – so heißt das Ziel. Dazu kann der geplante Bildungs-Campus in Leer beitragen. Er wäre ein großer Wurf.

2015

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Neu bauen, sanieren und erweitern: Der Landkreis Leer steckt Jahr für Jahr einige Millionen Euro in seine Schulen. Im Jahr 2015 zum Beispiel war es wieder ein Drittel der Gesamtinvestitionen, absolut 6,36 Millionen Euro. Die Berufsbildenden Schulen (BBS I und II) entstehen praktisch neu. Sie sind über lange Zeit eine Dauerbaustelle. Die Sanierung, die 2008 begann, liegt im Zeitplan und wird voraussichtlich ab 2025 abgeschlossen. Der Landkreis und die Gemeinden haben von 2008-2015 die jährlichen Kosten (Landkreis zwei Drittel / Kommunen ein Drittel) gemeinsam getragen. Seit 2016 zahlt der Landkreis allein. Der Landkreis brachte in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten

seine Förder-, Haupt-, Real- und neuerdings Oberschulen ebenso wie die beiden Gymnasien auf Vordermann. In Weener steht aktuell die Zusammenlegung auf einen Standort bevor. Höhepunkte der vergangenen Jahre waren die Gründungen eines Gymnasiums in Rhauderfehn und einer Integrierten Gesamtschule in Moormerland, nach der privaten Freien Christlichen Schule in Veenhusen die erste staatliche Gesamtschule im Landkreis. Weniger spektakulär, aber für die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises von überragender Bedeutung zu Zeiten des digitalen Wandels ist ein Informatik-Schulangebot an den BBS II. Dort startete im August 2015 die Fachschule Informatik mit

24. März: Die wohl größte Kreistagssitzung in Deutschland findet in der Ostfrieslandhalle vor 1.200 Zuhörern statt. Es gibt nur ein Thema: der Masterplan Ems 2050. Der Kreistag stimmt knapp dafür.

dem Abschluss „Staatlich geprüfter Informatiker“. Der neue Schulzweig ist ein berufsbegleitendes Weiterbildungsangebot nach Feierabend. „Es ist im Umkreis von 200 Kilometern einzigartig“, schwärmt Landrat Bramlage. Der mittlerweile pensionierte Schulleiter Wilfried Steenblock, dessen Initiative die Fachschule zu verdanken ist, präzisiert: „Eine vergleichbare Schule gibt es in Niedersachsen nur in Hannover und Braunschweig.“ Das Angebot der Fachschule richtet sich in erster Linie an Informatiker mit einer dualen oder rein schulischen Ausbildung, die ein höheres fachliches Niveau anstreben und sich für weitergehende Fach- und Führungsaufgaben fit machen wollen. „Im interna-

Mitte Oktober werden dem Landkreis Leer innerhalb einer Woche 300 Flüchtlinge zugewiesen. Landrat Bramlage entscheidet sich für eine Notunterkunft in der Jugendherberge auf Borkum.


SCHWERPUNKT

an die Heimat binden Vormarsch / Jährlich Millionen für Berufsbildende Schulen

1.

2.

3.

4.

1. Medienraum im Experimentierhaus der BBS II, 2. Krantechnik im Experimentierhaus, 3. Das Gymnasium Rhauderfehn, 4. Modern: Lernen am Whiteboard.

„Die junge Generation bleibt der Heimat treu, wenn sie hier mit Begeisterung leben, lernen und arbeiten kann.“ Berufen. In der Bautechnik sammelt die BBS II schon seit 30 Jahren beste Erfahrungen. 2014 hat sie zusätzlich eine Fachschule für Gebäudeausrüstung ins Leben gerufen. Für die Fachschule Informatik hat die BBS-Leitung von Anfang an den

Kontakt zur lokalen IT-Wirtschaft gesucht. Leer ist eine Hochburg der Informationstechnik (IT) im Nordwesten. Zwölf dieser Betriebe gehören zum Software-Netzwerk Leer. Deren Vorsitzender Bernd Hillbrands verspricht sich wegen der engen Verzahnung von Bildung und Wirtschaft auch eine Sogwirkung auf Fachkräfte von außerhalb. Landrat Bramlage versichert: „Wir schaffen die Voraussetzungen, damit die Unternehmen vor Ort im Wettbewerb um knappe IT-Fachkräfte mithalten können.“ Dazu trägt auch die Verwaltungsund Wirtschaftsakademie (VWA) seit Anfang dieses Jahres bei – mit einem internationalen Studiengang für Angewandte Informatik. Sie arbeitet mit der „Stenden University of Applied

Sciences“ im niederländischen Emmen und der heimischen Wirtschaft zusammen. Ein großes Rad dreht der Landkreis, unterstützt von der Stadt Leer, mit den Plänen für einen BildungsCampus in Leer. Bisher residierte dort der Energieversorger EWE, der umzieht und dem Landkreis die nötigen Grundstücke verkauft hat. Der Kreistag stimmte der Gründung einer „Akademie Campus Leer GmbH“ zu. Der Bildungs-Campus soll helfen, die Abwanderung junger Menschen zu stoppen. „Deshalb wollen wir ein junges Klima schaffen“, sagt Landrat Bramlage. „Die junge Generation bleibt der Heimat treu, wenn sie hier mit Begeisterung leben, lernen und arbeiten kann.“

Erfreuliches „Jubiläum“: Die Müllgebühren im Landkreis Leer sind seit 20 Jahren nicht gestiegen.

Seit 15 Jahren ist Bernhard Bramlage Landrat des Landkreises Leer. Im Oktober endet seine Amtszeit. Sein Nachfolger wird Matthias Groote.

19

2016

tionalen Vergleich ist der Abschluss einem Bachelor gleichgestellt“, sagt Steenblock. Vergleichbar ist die Fachschule mit der Techniker-Ausbildung in anderen


Mühle Idafehn

Mühle Mitling-Mark

Mühle Holtland Mühle Großoldendorf


Mühle Wynhamsterkolk

Mühle Stapelmoor

Mühle Rhaude

Bilder: Luftbilder Ostfriesland Mühle Logabirum

Mühle Warsingsfehn Mühle Südgeorgsfehn


POLITIK UND VERWALTUNG

Was macht eigentlich der Kreistag?

Der Kreistag kommt regelmäßig im Konferenzsaal des Maritimen Kompetenzzentrums in Leer zu seinen Sitzungen zusammen.

Gemeinde oder Stadt, Landkreis, Land, Bund: So gliedert sich Deutschland. Jede Ebene hat ihre gewählte Vertretung. Gemeinde- oder Stadtrat, Kreistag, Landtag, Bundestag. Für den Landkreis Leer ist der 22

Kreistag die gewählte Vertretung. Was aber macht eigentlich ein Kreistag?

IMPRESSUM

Das Volk im Landkreis hat die 54 Kreistagsabgeordneten und den Landrat am 11. September 2016 neu gewählt. Die Mitglieder kommen im November zum ersten Mal zusammen und repräsentieren ab dann die Bewohner des Landkreises. Nach dem Gesetz sind die Abgeordneten weder Vertreter ihrer Wähler noch der Partei, die sie vorgeschlagen hat, noch ihrer Gemeinden, in denen sie wohnen. Anders gesagt: Sie sind für alle da und sollen ihre Arbeit nach dem Wohl der gesamten Kreisbevölkerung richten. Machen wir es an einem Beispiel fest: Ein Abgeordneter aus Moormerland soll seine Meinung über ein Vorhaben im für ihn weit entfernten Rhauderfehn nicht danach bilden, ob es Moormerland nützt, sondern ob es grundsätzlich sinnvoll ist. Umgekehrt gilt es natürlich genau so. Auch das Parteibuch soll nicht im Vordergrund der Entscheidung stehen.

Der Kreistag ist nur vordergründig mit dem Landtag oder Bundestag vergleichbar. Während Landtag und Bundestag der Legislative angehören, also Gesetze verabschieden, steht dem Kreistag diese Kompetenz nur sehr eingeschränkt bei Satzungen und Verordnungen zu. Weil dies kaum ins Gewicht fällt, gilt der Kreistag nicht

HERAUSGEBER: Landkreis Leer, Der Landrat Büro des Landrats Bergmannstraße 37 26789 Leer www.lkleer.de, (V.i.S.d.P.)

REDAKTION UND TEXTE: fomedia, Bernhard Fokken, Journalist info@fomedia.de, www.fomedia.de

„Als wichtigste Aufgabe beschließt der Kreistag den Haushalt.“ als Parlament, sondern als so genanntes Exekutivorgan. Der Kreistag ist damit Teil der Verwaltung. Man spricht deshalb von kommunaler Selbstverwaltung. Sein wichtigstes Gremium ist der Kreisausschuss. Darin sind alle Fraktionen des Kreistags entsprechend ihrer Stärke vertreten – im Gegensatz zur Landes- und Bundesregierung, die sich nur aus den Regierungsparteien zusammensetzt.

Maike Duis Büro des Landrats einausblick@lkleer.de


Kreistagssitzung: v.l. Erster Kreisrat Rüdiger Reske, Kreistagsvorsitzender Hermann Koenen, Landrat Bernhard Bramlage und Dieter Backer, Büroleiter des Landrats.

Im Kreistag verbietet es sich deshalb eigentlich, von Oppositionsparteien zu sprechen – was in der Praxis jedoch gang und gäbe ist. Als wichtigste Aufgabe beschließt der Kreistag den Haushalt. Darin legt er fest, wofür er das Geld ausgeben möchte. Zuständig ist er zum Beispiel für alle Schulen im Landkreis außer den Grundschulen, die den Städten und Gemeinden gehören. Der Kreis verantwortet zahlreiche Straßen und Radwege. Wichtig ist auch das Klinikum. Aber sogar mit Taxigebühren und Tierseuchenbekämpfung hat der Kreistag zu tun. Feuerschutz, Kreismusikschule, Wirtschaftsförderung, Naturschutz, Alten- und Jugendförderung und Müllabfuhr – das ist nur ein Auszug aus der langen Aufgabenliste. Nicht zuletzt gehören Evenburg, Haneburg, Gut Stikelkamp, Kunsthaus, Ehemalige Jüdische Schule und die Fähre Ditzum-Petkum dem Landkreis und damit in die Zuständigkeit des Kreistags.

IDEE, KONZEPTION UND GESTALTUNG: Designagentur projektpartner Riewert Foelckel, Diplom Designer (FH) info@projektpartner.info www.projektpartner.info

Fachausschüsse bereiten Kreistagsbeschlüsse vor Vorbereitende Arbeit für den Kreistag leisten die Fachausschüsse. Wichtigster Ausschuss ist der Kreisausschuss, in dem wie in allen anderen Ausschüssen die Fraktionen entsprechend ihrer Stärke vertreten sind. Der Landrat sitzt ihm vor. Die Namen einiger Ausschüsse: Schulausschuss für allgemeinbildende Schulen, Finanz- und Prüfungsausschuss, Jugendhilfeausschuss, Soziales, Gesundheit und Sport, Kultur, Umwelt- und Naturschutz, Kreisentwicklung, Demografie und Neue Energien.

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Mehr Informationen unter: www.lkleer.de/Politik-Verwaltung/Kreistag

DRUCK: Druckerei Rautenberg info@rautenberg-druck.de www.rautenberg-druck.de

FOTOS: Jürgen Bambrowicz: 1,5,9,14,27,29,31/ Bernhard Bramlage: 26,27/ Fotolia.com: stokkete 1, Master Sergeant 4, Kzenon 4, Subscription Monthly 10, Frank Gärtner 14, Kurhan 18, rdnzl 40, olesiabilkei 40/ Gemeinde Bunde: 29/ Gemeinde Uplengen: 31/ IGS Moormerland: 9/ Gerd Kaja: 19/ Klinikum Leer: 4,9,13/ Landkreis Emsland: 7/ Landkreis Leer: 4,10,15-19,26,27/ Luftbilder Ostfriesland: 13,21,22/ Klaus Ortgies: 4-12,16-18,22-23,2627,40/ Traute Schönfeld: 2/ Heiner Unkel: 1. Bodo Wolters: 17,18.


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POLITIK UND VERWALTUNG

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Treffen mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier, September 2007.

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Gespräch beim Sommerfest in Hannover mit de Kultusministerin r Niedersächsis Frauke Heiligen chen stadt, August 20 13.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und Landrat Bernhard Bramlage im Gespräch beim Kommando SES „Ostfriesland“, Dezember 2015.

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Ministerpräside nt Stephan Weil (v.l.), Landrat Br Wendt, Vorsitze amlage und Man nder der Wachs fred tumsregion Em s-Achse, August 2013.

Gitta Conneman n, CDU MdB (v.l.) und Landrat Bram Kremp, Deutsche lage mit Franz Jo r Botschafter (N sef L), in der Ehem. Jüd. Schule, April 2014.

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Renate Schmidt, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, informiert sich über Landkreis-Projekte, Juni 2005.

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Komiker Karl Dall, Landrat Bramlage und der Nieders. Ministerpräsident Christian Wulff bei der Feier „125 Jahre Landkreis Leer“, April 2010.

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Landrat Bramlag e trifft die niederländische Königin Beatrix , Juli 2011.

EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann vor der Evenburg beim Jahresempfang des Landkreises Leer, Februar 2008.


POLITIK UND VERWALTUNG

GEMEINDE Bunde

Zuerst Barrieren im Kopf abbauen Bunde versteht sich als barrierefreie Gemeinde / Brennende Frage: Wie halten wir die Dörfer attraktiv?

Barrierefreiheit liegt in der DNA der Gemeinde Bunde. Sie kommt nicht nur Behinderten zugute. Bürgermeister Gerald Sap sieht Barrierefreiheit und demografischen Wandel in einem engen Zusammenhang. 28

Bunde versteht sich seit Jahrzehnten als behindertenfreundliche Gemeinde. Dieses Selbstverständnis rührt her vom früheren PastorenEhepaar Junker und der WeelborgSelbsthilfegruppe. Heute hat der Verein für Körperbehinderte und ihre Freunde im Landkreis Leer seinen Sitz in Bunde, wo er auch eine vorbildliche Wohnstätte unterhält. Um behindertengerecht zu werden, kann man nicht einfach einen Schalter umlegen. „Es ist eine Lebensaufgabe“, stellt Bürgermeister Gerald Sap klar. Bunde hat längst Kanten an Straßen abgesenkt oder Behinderten in öffentlichen Gebäuden die Wege geebnet. „Rollatoren gehören bei uns zum Straßenbild“, sagt der Bürgermeister – und erinnert an Johannes Junker und dessen Ehefrau Helene. Sie hätten immer gesagt: „Wir müssen zuerst die Barrieren im Kopf abbauen.“

Der Bürgermeister unterscheidet zwischen zwei Arten von Behinderungen, auf die sich die Kommunalpolitik einstellen muss: Auf der einen Seite die angeborenen oder durch Krankheit und Unfall verursachten Behinderungen, auf der anderen die Altersgebrechlichkeit. Kommunalpolitiker werden an der Praxis gemessen. Dafür hat Sap mit dem barrierefreien Hallenbad auf dem Mölenland ein gutes Beispiel zur Hand. Dort gleiten Rollstuhlfahrer ins Wasser und werden mit Technik wieder herausgehoben. Aber alle Ansprüche zu erfüllen, ist nicht immer einfach: So wünscht die Rheuma-Liga für ihr Klientel im Hallenbad große Handgriffe, Behinderten-Vertreter plädieren indes für kleine. In die Turn- und Sporthalle in Bunde hat die Gemeinde ebenerdig eine Tribüne für Rollstuhlfahrer als

Wie die Gemeinde Bunde entstand In der Gemeinde Bunde leben gut 7.600 Menschen. Bis einschließlich 1972 waren auch Bunderhammrich, Bunderneuland, Charlottenpolder, Ditzumerhammrich, Heinitzpolder und Landschaftspolder eigenständige Gemeinden. Dann wurden Bunderneuland und Charlottenpolder in den Flecken Bunde eingegliedert, während Bunderhammrich, Ditzumerhammrich, Heinitzpolder und Landschaftspolder der Gemeinde Dollart zugeschlagen wurden. So entstand die Samtgemeinde Bunde mit den fünf Gemeinden Boen, Bunde, Bunderhee, Dollart und Wymeer. Die Gemeinde Bunde in ihrer jetzigen Form entstand am 1. November 2001, als die Samtgemeinde aufgelöst wurde und die ehemaligen Mitgliedsgemeinden zu Ortschaften mit eigenen Ortsvorstehern wurden. EINausBLICK 2016


1.

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3. 1. Wer ein Haus bauen will, findet erschwingliche Grundstücke in Bunde, 2. Beispiel für Barrierefreiheit: die Boenster Straße. Die Fahrbahn wurde schmaler, der Fuß- und Radweg breiter – wegen der dort liegenden Pflegeheime., 3. Bunde punktet mit einem barrierefreien Hallenbad.

Zuschauer nachträglich einbauen lassen, was nicht selbstverständlich ist. Bei Neubauten ist es vorgeschrieben. Barrierefreiheit geht für Sap nahtlos über in den demografischen Wandel. Die Menschen werden immer älter, nicht alle bleiben fit bis zum Lebensende. „Wir müssen unseren Alten das Leben einfacher machen“, sagt er. „Wir müssen mit ihnen reden, damit wir das Richtige für sie tun.“

„Wir müssen mit ihnen reden, damit wir das Richtige für sie tun“ Sap denkt dabei auch an die Bedienung von modernen Kommunikationsgeräten, die dabei helfen können, dass ältere Menschen in den eigenen vier Wänden bleiben können. Auch die Mobilität ist ein Thema. So müssten die Bushaltestellen so eingerichtet werden, dass Rollstuhlfahrer ungehindert in Niederflurbusse gelangen. Ein konkretes Beispiel für Barrierefreiheit ist der Ausbau der Boenster Straße (Kreisstraße 33) in Bunde. Die Fahrbahn wurde schmaler, der Fußund Radweg breiter – wegen der dort liegenden Pflegeheime. Auch bei Baugenehmigungen müssen Behörden Alte und Behinderte im

Auge haben, nicht nur wegen gängiger Zuwege: „Restaurants brauchen heute mehr Platz für Rollatoren als für Kinderwagen, darauf müssen wir achten.“ Der demografische Wandel setzt den Dörfern zu. Wie halten wir sie lebensfähig? Das ist die Frage aller Fragen. Läden und Gaststätten schließen, Ärzte ziehen sich zurück, auch die Kirchen streichen Stellen, was der Ansprache der Älteren nicht förderlich ist. „Wollen die Leute überhaupt noch im Dorf wohnen?“, fragt sich Bürgermeister Sap. Im nördlichen Gemeindeteil zeichnet sich längst eine Abwanderung ab, im Süden in Wymeer sieht es etwas besser aus. Die Einwohnerzahl bleibt konstant. Die vielen gelben Auto-Nummernschilder vor den Häusern deuten den Grund an: Zahlreiche Holländer ziehen in die Gemeinde Bunde um. „So konnten wir unsere Einwohnerzahl halten“, sagt Sap. Er sieht das Glas eher halbvoll als halbleer. Die Gewerbegebiete an den Autobahnen brummen, der Handel ist stabil, der Tourismus auf gutem Weg, die Lebens- und Wohnqualität hoch, Bunde liegt verkehrsgünstig – und wer ein Haus bauen will, findet ein erschwingliches Grundstück. Die kommunale Infrastruktur ist intakt.

POLITIK UND VERWALTUNG Gerald Sap, Bürgermeister Tel 04953 809-0 info@gemeinde-bunde.de www.gemeinde-bunde.de

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AUSeinSICHT 2016


POLITIK UND VERWALTUNG

GEMEINDE Uplengen

Größte Fläche - wenigste Arbeitslose Wie eine 12.000-Einwohner-Gemeinde mit 19 Orten attraktiv bleibt

Sehr ländlich – aber auf Zack. Das lässt sich mit Fug und Recht über die Gemeinde Uplengen sagen. Eines ihrer offenen Geheimnisse: Auch die kleinsten Dörfer haben Qualität. Die Menschen leben gerne dort. 30

Beginnen wir mit einem Superlativ: Die Gemeinde Uplengen ist mit knapp 150 Quadratkilometer an Fläche die größte im Landkreis Leer, mehr als doppelt so groß wie die Kreisstadt. Während sich in Leer auf kleinerem Gebiet fast dreimal so viel Einwohner drängeln, können sich die 12.000 Uplengener vergleichsweise bequem ausbreiten, verteilt auf 19 Ortschaften. Die Weitläufigkeit erklärt auch die 450 Kilometer Gemeindestraßen und -wege. Die Zahlen machen deutlich, warum für Bürgermeister Enno Ennen die Infrastruktur das „überragende Thema“ ist. Er untermauert dies mit weiteren Fakten: 350 Pumpstationen drücken Schmutzwasser zur zentralen Kläranlage nach Remels. 85 Prozent der Haushalte sind angeschlossen, mehr geht nicht, weil zu teuer. „Es war ein 15-Jahres-Programm“, sagt der Bürgermeister.

Der Unterhalt der Straßen und der Kanalisation geht ins Geld, und die 15 Dorfgemeinschaftshäuser fallen auch nicht vom Himmel. Selbst ist der Mann, heißt die Parole. Die Uplengener leisten Hand- und Spanndienste. Mehrere Radwege verdanken ihr Dasein den Eigenleistungen der Bürger. Auch bei Gemeinschaftshäusern packen sie an. So wie vor einiger Zeit in Poghausen, dem Dorf mit 199 Einwohnern, wo viele Bürger eine ehemalige Schweinescheune in ein schmuckes Gemeinschaftshaus verwandelten. Nur mit handfester Bürgerhilfe kann die Gemeinde eine Finanzierung auf die Beine stellen. Die Dörfer müssen attraktiv bleiben, um Abwanderung zu stoppen oder nicht erst entstehen zu lassen: Dieses Ziel steht oben auf dem Zettel des Bürgermeisters und des Gemeinderates. Zwar besteht kein Anlass zur

Orte wie Sand am Meer Zur Gemeinde Uplengen im Nordosten des Landkreises zählen sage und schreibe 19 Ortschaften. Sie heißen Bühren, Großoldendorf, Großsander, Hollen, Jübberde, Kleinoldendorf, Klein-Remels, Kleinsander, Meinersfehn, Neudorf, Neufirrel, Nordgeorgsfehn, Oltmannsfehn, Poghausen, Remels, Selverde, Spols, Stapel und Südgeorgsfehn. Zentraler Ort ist Remels mit gut 3.000 Einwohnern, das andere Extrem ist Kleinsander mit rund 120. Ein Tipp für Auswärtige: Uplengen ist ein Radfahrerparadies. Radler können sich nach einem Knotenpunktsystem orientieren und durch eine höchst abwechslungsreiche und ruhige Landschaft fahren – gekennzeichnet von großen Landschaftsund Naturschutzgebieten, Moor, Heide, Wallhecken und Kanälen. EINausBLICK 2016


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1. Das Ev.-luth. Familienzentrum St. Martin in Remels. Es bietet allen Kindern im Alter von eins bis sechs Jahren Betreuungs-, Bildungs- und Fördermöglichkeiten, 2. Blick von der Autobahnbrücke auf das Gewerbegebiet in Jübberde, 3. Der Badesee in Großsander – ein Erholungsort für Einheimische und Touristen.

Unruhe, denn bis 2030 sagen Fachleute sogar einen leichten Anstieg der Einwohnerzahl voraus. Aber die Gemeinde muss vorbeugen. Sie tut einiges, den Menschen das Bleiben in ihren Orten möglich zu machen, auch wenn bei Älteren eine kleine Vorliebe für Remels festzustellen ist. Dort gibt es Ärzte, Apotheken, Pflege- und Einkaufsangebote und Läden vor der Haustür.

„Wir können auf einen breiten Mittelstand bauen“ Jüngere brauchen Bauplätze in den Dörfern. Dafür sorgt die Gemeinde. Und für Kinder muss sie das komplette Sortiment von der Krippe über Kitas bis zur Grundschule vorhalten. Alle drei Grundschulen in Remels, Hollen und Stapel arbeiten ganztags. In ihren Mensen können Kinder zu Mittag essen. Zur Wirtschaft: Uplengen hat die geringste Arbeitslosen-Quote im Landkreis. Diese ergibt sich daraus, dass der Anteil der Arbeitslosen zu den Erwerbspersonen sich seit Jahren im Kreisvergleich am günstigsten entwickelt hat. Es ist zwar eine Pendlergemeinde, die Landwirtschaft dominiert, aber Handel, Gewerbe und

Industrie halten zahlreiche Arbeitsplätze vor. „Wir können auf einen breiten Mittelstand bauen“, sagt Bürgermeister Ennen. Speditionen, Handwerk, kleine Industriebetriebe – ein solider Branchenmix. Die Betriebe siedeln in fast allen Orten, vor allem jedoch im Gewerbegebiet Remels und im Gewerbe- und Industriegebiet an der Autobahn. Die A28 - bei ihrer Planung als Todesstoß für die Gemeinde gefürchtet – ist ein Gewinnbringer. Remels blühte regelrecht auf. Und an der Autobahn quillt das Industrie- und Gewerbegebiet über. Es liegt sehr verkehrsgünstig. Bürgermeister Ennen sieht noch kein Ende der Fahnenstange. Er hofft auf die Küstenautobahn A20, die bei Westerstede auf die A28 treffen soll: „Dann sind wir noch besser erreichbar.“ Zu einem stabilen Standbein entwickelt sich der Tourismus. Die Urkunde „Staatlich anerkannter Erholungsort“ hängt längst im Rathaus, als fahrradfreundlichste Gemeinde „Best for bike“ wurde Uplengen schon 2005 ausgezeichnet, Natur- und Landschaftsschutzgebiete locken Urlauber, der Naturerlebnispfad in Bühren und der Moorerlebnispfad in Meinersfehn ist bei Einheimischen und Touristen beliebt, was auch für den Badesee Großsander gilt. Da bleibt mancher Euro hängen.

POLITIK UND VERWALTUNG Enno Ennen, Bürgermeister Tel 04956 9117-0 gemeinde@uplengen.de www.uplengen.de

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Kultur

Wir machen Kultur Führungen / Internetplattform und Flyer informieren

Musik, Literatur, Kreativkurse, Kultur-Feste: Der Landkreis Leer hat seinen Bürgern und Gästen viel zu bieten. Das zentrale Konzept „Wir machen Kultur“ liefert seit Anfang 2016 einen Überblick über die vielen Angebote. Einfach www.wirmachenkultur.de anklicken – und es öffnet sich ein großer bunter Strauß der Kultur. Die Internet-Plattform hält Interessierte jederzeit auf dem Laufenden und bietet eine Gesamtübersicht bis ins nächste Jahr. Nutzer können dort nach einer Veranstaltung zu einem bestimmten Datum suchen; sie können aber auch in der erweiterten Suche direkt nach den Rubriken Ausstellung, Konzert, für Kinder, Theater oder Sonstiges filtern.

Die Seite www.wirmachenkultur.de wird von vielen genutzt. Das freut Landrat Bernhard Bramlage: „Wir haben viel getan für die Kultur im Landkreis, es war nur konsequent, sie auch effektiv zu vermarkten.“ Von Comedy bis anspruchsvoller Klassik. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Auch die Veranstaltungsorte können sich sehen lassen: Schloss Evenburg mit Park, Kreismusikschule, Ehemalige Jüdische Schule, Kunsthaus, Theater an der Blinke, Gut Stikelkamp – allesamt im Besitz des Landkreises.

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EINausBLICK 2016 Der EINausBLICK ist eine jährliche Zusammenfassung aktueller Themen aus dem Landkreis Leer.

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