Page 1

Deponie Breinermoor Von der Müllkippe zum Entsorgungszentrum Jahre

40

Breinermoor gestern

Interview

Breinermoor heute

Die geschichtliche Entwicklung der Deponie Breinermoor. Zahlen und Fakten zu Abfallmengen. Seiten 4-11

Der Betriebsleiter der Abfallwirtschaft Klaus Anneken und sein Stellvertreter Hans-Peter Körte im Interview. Seiten 12-13

Einblick über den Weg des Abfalls aus dem Landkreis Leer auf die Deponie Breinermoor. Seiten 14-27

1974 Deponie oor 2014 Breinerm


VORWORT

Vorwort

2

Als vor 40 Jahren der Landkreis Leer eine Deponie in Breinermoor anlegen ließ, ahnte kaum jemand, welche rasante Entwicklung die Abfallentsorgung nehmen würde. Auch in Breinermoor fing man lediglich mit einer Waage für Anlieferfahrzeuge, einer Wartungshalle und einem Container an. Allerdings erkannte unser damaliges Amt für Umweltschutz schnell, welche Aufgaben im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge zukünftig zu bewältigen waren. Der Landkreis Leer setzte sich in Niedersachsen an die Spitze der energetischen Nutzung beim Betrieb von Deponien. Er wurde zum Vorreiter bei der Umwandlung von Deponiegas in elektrischer Energie und Wärme. Das Projekt begleitete damals die Hochschule in Braunschweig. Heute sorgen Sonnenkollektoren auf Hallendächern im Entsorgungszentrum noch zusätzlich für Strom. Der reicht aus, um den Jahresbedarf von 20 Haushalten zu decken. In Breinermoor wird heute kein Abfall mehr abgelagert. Ein Ausbau der Deponie hätte zu hohe Kosten verursacht. Der Abfall wird überwiegend in die Grafschaft Bentheim und zu weiteren Entsorgungsanlagen gefahren. Gleichwohl ist Breinermoor die Drehscheibe der Abfallentsorgung im Landkreis Leer geblieben. Abfälle werden dort sortiert, für den Weitertransport vorbereitet oder, wie im Fall von Grünabfällen, an Ort und Stelle wiederverwertet. Im eigenen Werk wandeln wir Grünabfälle zu hochwertigem Kompost um, der sich verkaufen lässt. Das spart Entsorgungskosten.

Das Abfallmanagement in Breinermoor ist ein wesentlicher Baustein, um die Müllgebühren niedrig zu halten. Seit 18 Jahren sind die Gebührensätze im Landkreis Leer stabil. Dies, obwohl die Versiegelung der Deponie in Breinermoor Millionen verschlungen hat und immer noch viel Geld kostet. Dafür wurden in der Vergangenheit Rücklagen gebildet, was den Gebührenzahlern heute zugute kommt. Eine vorausschauende Kalkulation sozial verträglicher Müllgebühren gehört ebenso wie ein bürgernaher Service zu den beiden Kernbestandteilen der Abfallentsorgung im Landkreis Leer. Eine kostenlose Abfuhr von Sperrmüll oder Baum- und Strauchschnitt, wie sie im Landkreis angeboten wird, ist keineswegs selbstverständlich. In Anzeigen, Broschüren, auf Internet-Seiten und ungezählten Veranstaltungen informiert der Abfallwirtschaftsbetrieb über die richtige Trennung von Abfällen und deren umweltgerechte Entsorgung. Dies alles trägt mit dazu bei, dass die Umwelt geschont wird. So bescheinigen Fachleute den Bewohnern des Landkreises ein ausgeprägtes Bewusstsein beim Sortieren von Abfällen. Darauf sind wir stolz, darauf kann vor allem die Bevölkerung selbst stolz sein. Wenn heute in Breinermoor gefeiert wird, so darf von einer 40 Jahre währenden Erfolgsgeschichte gesprochen werden. Breinermoor hat sich von einer Deponie zu einem Entsorgungszentrum entwickelt. Ihr Bernhard Bramlage, Landrat

40 Jahre Breinermoor


INHALT

Die Deponie verfügt am Eingang über eine moderne Anlage für die Müllanlieferung von Privatleuten.

Das Haus des Abfallwirtschaftsbetriebes in der Friesenstraße.

Deponie Breinermoor gestern LANDKREIS LEER Abfallwirtschaftsbetrieb Friesenstraße 33/35 26789 Leer Tel 0800 92524-23 Fax 0491 92524-80 abfallwirtschaft@all-leer.de www.all-leer.de TITELBILD Luftaufnahme des Betriebsgeländes der Deponie Breinermoor

4

Die Geschichte des Mülls Von der Höhle zum Entsorgungspark

6 Geburtsstunde der Deponie Breinermoor 8 Die Deponie sorgte in den 80er Jahren für Arbeitsplätze 10

Auricher Müllnotstand Kein Mülltourismus im Landkreis

Interview 12

Das Entsorgungszentrum als Drehscheibe für Abfälle 3

Deponie Breinermoor Heute 14

Deponie Breinermoor - Alles auf einen Blick

16

Wie gelangt der Müll nach Breinermoor?

18

Vom Müllberg zum Energieberg

20

Einen Deckel für den Müllberg in Breinermoor

22

Kostenlose Sperrmüllabfuhr

24

Aus Grünabfall wird Komposterde

26

Meilensteine des Entsorgungszentrums

20

IMPRESSUM

40 Jahre Breinermoor


Deponie Breinermoor Gestern

Die Geschichte des Mülls – Worin unterscheidet sich der Mensch von der Natur? Durch Müll. Pflanzen und Tiere verursachen zwar auch Abfälle, doch die gelangen in einen natürlichen Kreislauf. Gräser und Blätter werden von Tieren gefressen, deren Ausscheidungen düngen den Boden, der anschließend Bäume und Sträucher gedeihen lässt. Die neuen Pflanzen bilden wiederum die Nahrungsgrundlage für viele Tiere. Dieser Kreislauf setzt sich bis ins Unendliche fort.

Mit den Menschen verhält es sich anders. Ihre Hinterlassenschaften leisten selten einen Beitrag zum Leben von Tieren und Pflanzen. In Höhlen fanden Archäologen Haufen von Knochen, die Jahrtausende überdauert haben. Als die Menschen Städte gründeten, wurde Müll schließlich zu einem Problem und zu einer öffentlichen Angelegenheit. Die „Cloaka Maxima“ in Rom ist das bekannteste Beispiel dafür. In den Abwasserkanal kippten die Römer sowohl Flüssigkeiten als auch feste Stoffe. Im weniger reinlichen Mittelalter und in den Anfängen der Neuzeit gab es eine städtische Müllabfuhr meist nur in Ansätzen. Das Schwein nahm den ersten Platz in der Abfallverwertung ein. Es fraß das, was die Bewohner übrig gelassen hatten. Wer keinen Allesfresser im Stall hatte, warf die Abfälle einfach vors Haus. Städte wie Paris und London waren für ihre üblen Gerüche bekannt. Nicht nur das. Mangelnde Hygiene war oftmals für die Verbreitung von Massenkrankheiten wie Cholera verantwortlich.

Der schwierige Abstieg vom Müllberg

Einwohnerzahl

1976

1982

142.364

142.115

1988 143.388

Landkreis Leer

190.252 1.339 17 1.322

4

176.650 1.232

39 1.193 103.353 726 Gesamtmenge Abfälle in t in kg pro Einwohner

Abfälle Verwertete Abfälle in kg pro Einwohner Beseitigte Abfälle in kg pro Einwohner

nicht bekannt nicht bekannt

Legende Die Entwicklung der Einwohnerzahl im Landkreis Leer von 1976 bis 2012 Verwertete Abfälle pro Einwohner im Verhältnis zur Gesamtabfallmenge Beseitigte Abfälle pro Einwohner im Verhältnis zur Gesamtabfallmenge


Deponie Breinermoor Gestern

– Von der Höhle zum Entsorgungspark Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts gewann die öffentliche Gesundheit stark an Bedeutung. Man begann zwischen Abwässern und festen Abfallstoffen zu unterscheiden. Kotwagen fuhren durch die Städte, Mülleimer nahmen Asche, Küchen- und Gartenabfälle auf.

„Seit 40 Jahren wird im Entsorgungszentrum Breinermoor der gesammelte Abfall sortiert und für eine Wiederverwertung vorbereitet.“ Der meiste Müll wurde überwiegend in planlos angelegten Deponien vergraben: rein ins Loch, Boden darüber. Mit der „Chemisierung“ des Mülls verbot sich jedoch eine sorglose Beseitigung durch „Verbuddeln“. Plastikverpackungen, Farben und industrielle Rückstände wurden als Bedrohung für die Gesundheit und die Umwelt empfunden.

1972 verabschiedete der Bundestag mit dem Abfallbeseitigungsgesetz ein Regelwerk, das erstmals bundesweit galt. Damals gab es nahezu in jeder Kommune Müllkippen, in denen alle Arten von Abfällen vergraben wurden. Ziel des ersten Abfallbeseitigungsgesetzes war, die unkontrollierten Lagerstätten zu schließen und durch zentrale, geordnete Anlagen zur Abfallbeseitigung zu ersetzen. 1986 verschärfte der Gesetzgeber das Abfallbeseitigungsgesetz. Wiederverwertung heißt heute das primäre Ziel. Der perfekte Wiederverwertungskreislauf der Natur wird für die Menschheit zwar immer eine Utopie bleiben, doch kann man sich ihr annähern. Ein Schritt in diese Richtung ist das Entsorgungszentrum in Breinermoor. Seit 40 Jahren wird dort der gesammelte Abfall sortiert und für eine Wiederverwertung vorbereitet. Bis 2005 wurden Abfälle dort auch deponiert.

2000 1994

161.425

2006

2012

165.347

165.168

152.063 Welche Abfälle wurden verwertet? 1976

1982

1988

ƒƒnicht bekannt

ƒƒAltpapier ƒƒAltglas ƒƒAltmetall

ƒƒAltpapier ƒƒAltglas ƒƒAltmetall

1994 ƒƒAltglas ƒƒAltpapier ƒƒAltmetall ƒƒBauschutt ƒƒGrünabfälle ƒƒLeichtverpackungen

2006

2000 ƒƒAltglas ƒƒAltholz ƒƒAltpapier ƒƒAltmetall ƒƒBauschutt ƒƒGrünabfälle ƒƒLeichtverpackungen

ƒƒAltglas ƒƒAltholz ƒƒAltpapier ƒƒAltmetall ƒƒBauschutt ƒƒDrank ƒƒGrünabfälle ƒƒLeichtverpackungen

118.995 783

2012 ƒƒAltglas ƒƒAltholz ƒƒAltpapier ƒƒAltmetall ƒƒBatterien ƒƒBauschutt ƒƒDrank ƒƒElektroschrott ƒƒGrünabfälle ƒƒheizwertreiche Abfälle ƒƒKunststoffe ƒƒLeichtverpackungen ƒƒSortierreste ƒƒTextilien

108.070 669 74.521 451

164 619

82.505 500

171 498 139 312 382 118

5


Deponie Breinermoor Gestern

Geburtsstunde Eine Geschichte, die sich im Nachhinein als Erfolg erweist, hat bekanntlich viele Väter. Beim Entsorgungszentrum Breinermoor ist das nicht anders. Einer der Großväter saß in Bonn. Der Bundestag verabschiedete 1972 das Abfallbeseitigungsgesetz. Es stellte die Entsorgung des Mülls auf eine neue organisatorische Basis. Zuvor wurde der Abfall meist in planlos angelegten Müllkippen vergraben. Allein im Landkreis Leer sind an die 100 amtlich erfasst. Konkretisiert wurde das 24 Buchstaben umfassende Bundesgesetz ein Jahr später durch ein Bandwurm-Konstrukt: dem Niedersächsischen Ausführungsgesetz zum Abfallbeseitigungsgesetz.

6

Die beiden Gesetze mögen zwar unschön klingen, doch erwiesen sie sich als Segen. Sie stellten die Weichen für eine Professionalisierung und umweltverträgliche Müllentsorgung. 1972 gab der Präsident des früheren Regierungsbezirks Aurich – der Bezirk war mit Ostfriesland identisch - bei der Technischen Universität Hannover ein Gutachten für die künftige Müllbeseitigung Ostfrieslands in Auftrag. Daraus ging hervor, dass nur Großdeponien geeignet seien, die neuen gesetzlichen Anforderungen für die Lagerung und die Wiederverwertung von Müll zu erfüllen. Vier bis sechs Standorte für Deponien in Ostfriesland kamen in Betracht. Es wurden schließlich aber nur zwei angelegt: Breinermoor im Landkreis Leer und Großefehn im Landkreis Aurich.

40 Jahre Breinermoor

Die städtische Verwaltung ging davon aus, dass sie auf jeden Fall Standort für eine Deponie sein würde. In der Kreisstadt fiel weitaus mehr Müll an, als in den anderen Städten und Gemeinden des Landkreises. Leer unterhielt zwar bereits eine größere Müllkippe an der Seeschleuse und eine weitere an der Sägemühlenstraße, doch deren Aufnahmefähigkeit war begrenzt. Außerdem lag die Halde bei der Schleuse am falschen Platz. Die Stadt wollte dort ein drittes Hafenbecken ausheben. Das Projekt setzte die Verwaltung allerdings nie um. Das Gutachten der Technischen Universität Hannover sah als Standort für eine Deponie in Leer eine Fläche östlich von Loga zwischen der B 75 (heute B 436) und der Leda vor. Dagegen sträubte sich die Verwal-

tung. Baurat Rolf Buhr machte vor allem städtebauliche Gründe geltend: Leer wolle sich künftig in Richtung Logabirum ausdehnen und benötige die Wiesen als Bauland. Die Stadtverwaltung schlug zwei Alternativstandorte vor: bei Steenfelde und südlich des Entlastungspolders zwischen der Bundesstraße 70 und der Bahnlinie Rheine-Emden in Breinermoor.

1. Juli 1974 - Gründung der Deponie Breinermoor Der Vorschlag Breinermoor stieß auf offene Ohren. Das Niedersächsische Landesamt für Bodenforschung ließ Probebohrungen vornehmen. Das Ergebnis der Prüfung fiel positiv aus: Die Beschaffenheit der Erdschichten


Deponie Breinermoor Gestern

der Deponie Breinermoor

In den 70er Jahren entluden schwere Laster Tonnen von Müll direkt auf der Deponie in Breinermoor.

erfüllte die neuen Anforderungen an die Lagerung von Müll. Auch wenn die Stadt Leer den Anstoß für den Standort Breinermoor gegeben hatte, und sie einen Gutteil des Weges bei der Planung begleitete, so war es doch klar, dass nicht sie, sondern der Landkreis Leer Träger der Deponie sein würde. Dem behagte dieser Gedanke anfangs ganz und gar nicht. Müllentsorgung sei eine ureigene Aufgabe der Gemeinden, ließ er Vertretern des Regierungsbezirks in Aurich wissen. Bis auf Leer und Borkum hatten sich die Kommunen im Landkreis zum Müll-Zweckverband zusammengeschlossen, der sich seit Mai 1966 um das Sammeln und Befördern von Müll kümmerte. In Schreiben an die Landkreisverwaltung setzten sich Bunde,

Moormerland, Weener, Hesel und Ostrhauderfehn für die Fortführung des Zweckverbands ein. Der Regierungspräsident jedoch war anderer Ansicht: Laut neuem Gesetz müssten die Landkreise in Niedersachsen die Aufgaben der Zweckverbände übernehmen. Mit Wirkung vom 1. Januar 1975 wurde der Landkreis Leer schließlich gesetzlicher Träger der Abfallbeseitigung. Er beauftragte ein Unternehmen mit der Durchführung der Müllabfuhr im Kreisgebiet – mit Ausnahme des Stadtgebiets Leer. Dort führte die Stadt die Müllabfuhr in dem bisherigen Umfang fort. Die Trägerschaft für die künftige Deponie in Breinermoor übernahm der Landkreis Leer schon früher. Der Entscheidung des Kreisausschusses datiert vom 4. Juni 1973.

Zusammengefasst

1972 Zu diesem Zeitpunkt gab es ca. 100 Müllkippen im Landkreis Leer 1972 Abfallbeseitungsgesetz verab schiedet: Zwei Standorte für Deponien in Ostfriesland, Breinermoor - Landkreis Leer, Großefehn - Landkreis Aurich geplant. 1973 Landkreis Leer übernimmt Trägerschaft für die Deponie Breinermoor. 1974 Am 1. Juli 1974 Gründung der Deponie Breinermoor 1975 Landkreis Leer wird gesetzlicher Träger der Abfallbeseitigung im Kreisgebiet.

40 Jahre Breinermoor

7


Deponie Breinermoor Gestern

Die Deponie sorgte in den 80er Jahren für Arbeitsplätze Abfallentsorgung ist heute eine Wissenschaft für sich. Davon war im Geburtsjahr des heutigen Entsorgungszentrums noch nicht viel zu spüren. Man fing mit einem Bauwagen an, bis eine Wartungshalle mit einem kleinen Verwaltungstrakt fertiggestellt war. „Belege für bezahlte Gebühren wurden noch von Maschinen mit Kurbelbetrieb ausgedruckt“, erinnert sich der stellvertretende Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs, Hans-Peter Körte, an die Kindertage der Deponie. Die Geschichte des Bergs von Breinermoor begann am 1. Juli 1974. Die ersten Laster entluden Müll am neuen Standort. Der Landkreis war zwar Träger der Deponie, doch mit dem Betrieb beauftragte er ein privates Unternehmen aus Leer: Evert Heeren. So verfuhr der Landkreis noch bis 2005, als die letzten Abfälle abgelagert wurden. Auf Heeren folgte die Ihrhover Firma

Müsing, danach kam die Firma Dübas aus Kirchlinteln. Auch wenn der Betrieb der Deponie in privater Hand blieb, so legte der Landkreis die Rahmenbedingungen fest und bewerkstelligte den Ausbau. Er war auch der Ideengeber für die Müllbeseitigung. So sorgte er dafür, dass in den 80er Jahren mittels einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme Wert-

ZUsammengefasst

Die Sensibilisierung für die Umwelt gab der Deponie in Breinermoor weitere Schwungkraft. Sie stieg nach und nach zu einem Entsorgungs zentrum auf:

8

1976 Die Umstellung der Müllentsorgung von Tonnen auf Säcke ging ebenfalls auf den Landkreis zurück. Das System hatte er sich beim ehemaligen Landkreis Hannover abgeschaut. Im ländlichen Bereich des Landkreises wird seit dem 1. Januar 1976 Abfall in Säcken gesammelt. Ein Jahr später folgte auch die Stadt Leer. 1978

stoff-Sortierer eingestellt wurden, die Metallteile aus dem Müll holten. Das schonte nicht nur die Aufnahmekapazität der Deponie, sondern nützte auch dem Arbeitsmarkt. Im Landkreis Leer hatten die Arbeitslosenzahlen damals beängstigende Werte erreicht. In den 80er Jahren betrug die Arbeitslosenquote im Bezirk Leer rund 25 Prozent – der Höchstwert in der Bundesrepublik.

Es wird ein Altautosammelplatz gebaut, es folgten eine Verbrennungsanlage für Hospitalmüll und ein Zwischenlager für Krankenhausabfälle (von 1981 bis 1990 bzw. 1998) Weiterhin wurde im Landkreis Leer erstmals Altglas eingesammelt. Seither stehen in Städten und Gemeinden Container, in die Verbraucher separat Weiß-, Grün- und Braunglas werfen können.

1 2 3 4 5 6 40 Jahre Breinermoor

1982 Der Landkreis führte die erste mobile SchadstoffSammlung ein. Farben, Lacke, Altöl, Leuchtstofflampen, Batterien und Medikamente können heute von den Bürgern jeweils in Betrieben, Geschäften, Drogerien sowie Apotheken abgegeben werden. Von dort werden diese Stoffe abgeholt. 1982 war ebenfalls ein wichtiges Jahr für die Abfallentsorgung im Landkreis Leer. Um nicht weiterhin ohne Not ganze Wälder für Zeitungen, Büropapier oder Verpackungen abholzen zu müssen, wird Altpapier gesondert eingesammelt und wieder aufbereitet. 1991 Der Landkreis lässt den Strauchschnitt abfahren. 1992 Zurück in den Verwertungskreislauf gelangt auch Bauschutt. Der Landkreis baute dafür einen speziellen Platz.

1. Mitarbeiter der GMA sortieren den Müll. 2. Fahrzeuge der GMA vor der Halle der Abfallsortieranlage auf der Deponie. 3. Anlieferung des Mülls in den Anfangsjahren auf der Deponie. 4. Mit einem Raupenfahrzeug wird der Müll aufgeschichtet und verdichtet. 5. Bis 1975 wurde im Landkreis Leer der Müll in Tonnen gesammelt. 6. Mit einfachen Maschinen wurde anfänglich die Komposterde gesiebt.


9


Deponie Breinermoor Gestern

Auricher Müllnotstand - Kein Müll Anfang der 90er Jahre wusste der Landkreis Aurich nicht mehr wohin mit seinem Müll. Die Deponie in Großefehn war fast voll. Einen Ersatzstandort im eigenen Verwaltungsbezirk gab es nicht. Im Nachbarkreis Leer, in Breinermoor, war hingegen noch Platz. Der Leeraner Kreistag sperrte sich zunächst. Breinermoor sollte nicht zur Müllkippe Ostfrieslands werden. Schließlich sprach der Präsident der Bezirksregierung Weser-Ems ein Machtwort. Man könne die Bevölkerung aus dem ostfriesischen Nordkreis nicht auf ihrem Dreck sitzen lassen. Leer musste Auricher Müll abnehmen. Wenn auch zunächst zähneknirschend.

10

40 Jahre Breinermoor

Im März 1993 rollten die ersten Mülllaster mit 16 Tonnen Ladungen von Aurich nach Leer. Freundlich begrüßt wurden die Mülltransporter nicht. Mit einem Traktor sperrte der Ortsvorsteher von Breinermoor eine Seite der viel befahrenen Straße. Der Stau auf der Bundesstraße erreichte eine Länge von zehn Kilometern. „Kein Mülltourismus im Landkreis Leer“ lautete die Widerstandsformel. Nachdem der erste Protestrauch verflogen war, gewannen kühle Rechner wie der damalige Leiter


Deponie Breinermoor Gestern

tourismus im Landkreis des Amtes für Abfallwirtschaft beim Landkreis, Edzard Müller, die Oberhand. Er witterte ein Geschäft. Mehr Müll in Breinermoor spart Geld, weniger kostet Geld, lautete die gewitzte Rechnung. Das klingt für den Laien im ersten Augenblick verrückt, doch der Fachmann setzt dem eine gnadenlos plausible Kalkulation entgegen: Die Fixkosten für einen Betrieb wie Breinermoor – Personal und Maschinenpark – betragen 80 Prozent.

Kommt weniger Müll auf die Deponie, steigen die Kosten pro Tonne. Wer also Gebühren niedrig halten möchte, braucht Müll bis zur Kapazitätsgrenze. Und so lautete schließlich die Devise im Landkreis Leer: „Freie Fahrt auf der Bundesstraße 70 für Auricher Müll.“ Im Februar 1997 schlossen die Landkreise Leer und Aurich im Rittersaal der Haneburg einen Müllvertrag. Der Landkreis Leer stellte in Breinermoor bis 2005 Platz für Auricher Müll zur Verfügung. Von dem Vertrag profitierten beide: Die Auricher wurden ihren Müll los, die Leeraner durften sich über stabile Gebühren freuen.

Kurzinfo Angelieferter Müll aus dem Landkreis Aurich Von März 1993 bis April 2005: 410.488 t Entwicklung der Gebühren für die Anlieferung von Abfällen im Landkreis Leer Jahr ab 1974 ab 1982 ab 1983 ab 1988 ab 1991 ab 1992 ab 1993 ab 1994 ab 1995 ab 1997 seit 2002

Gebühren 5,00 DM/t 4,00 DM/t 7,50 DM/t 10,50 DM/t 50,00 DM/t 65,00 DM/t 100,00 DM/t 136,00 DM/t 166,00 DM/t 176,00 DM/t* 90,00 Euro/t

* 176,00 DM = 89,99 €

11

Heute wird der Abfall mit modernsten Müllfahrzeugen eingesammelt.

40 Jahre Breinermoor


Interview

Das Entsorgungszentrum als Dreh

Interview mit Klaus Anneken, seit 2009 Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes im Landkreis Leer, und seinem Stellvertreter Hans-Peter Körte. Dr. Gerwin Gräfe (re.) im Gespräch mit Klaus Anneken (li.) und Hans-Peter Körte.

12

In Breinermoor wird kein Restmüll mehr deponiert, ist das Entsorgungszentrum überhaupt noch notwendig? Anneken: Oh ja. Breinermoor ist und bleibt die zentrale Drehscheibe für die Abfallentsorgung im Landkreis Leer und ist zentraler Bestandteil der Entsorgungssicherheit. Hier wird der gesammelte Müll aus dem Landkreis angeliefert und sortiert. Je nach Art des Abfalls wird der Müll anschließend zur Deponierung nach Wilsum in die Grafschaft Bentheim gebracht oder an anderer Stelle zur Wiederverwertung aufbereitet. Im Entsorgungszentrum Breinermoor bleibt also kein Müll mehr. Anneken: Genau. Breinermoor kann man auch als Startpunkt von verschiedenen Entsorgungswegen bezeichnen. Von dort aus werden Holz, Papier, Kunststoffe und Metalle zu Abnehmern transportiert, die die Wertstoffe wieder aufbereiten.

40 Jahre Breinermoor

Dafür bekommen Sie Geld? Anneken: Rohstoffe sind heutzutage knapp, insbesondere Metall ist begehrt. Dafür lassen sich gute Preise erzielen. Die Erlöse tragen wiederum dazu bei, die Gebühren niedrig zu halten. Körte: Seit 18 Jahren sind die Gebühren im Landkreis Leer stabil. Dazu hat natürlich auch die steigende Nachfrage nach Rohstoffen beigetragen. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als es für Altpapier keinen Pfennig gab. Heute schreiben wir die Leistungen ab einer bestimmten Höhe europaweit aus und können so gute Preise erzielen. Wo geht das Altpapier heute hin? Anneken: Zu Klingele nach Weener. Dort wird es zu Kartonpappe verarbeitet. Körte: Auch wenn wir zum Teil europaweit ausschreiben, so kommen die Abnehmer wegen der Transportkosten doch aus der Region. Die Firmen befinden sich in einem Umkreis von etwa 50 Kilometern. Zu unseren Partnern zählt zurzeit zwar auch ein Unternehmen mit Stammsitz in Augsburg, doch werden die Abfallstoffe in der Region verarbeitet.


Interview

scheibe für Abfälle

Im Profil Klaus Anneken Betriebsleiter Abfallwirtschaftsbetrieb und Geschäftsführer der ALL Container-Service GmbH Ausbildung zum Speditionskaufmann, Studium der Betriebswirtschaftslehre FH Fulda, Führungspositionen im Entsorgungsunternehmen GMA bis 2007, Aufsichtsratsmitglied beim Entsorgungsunternehmen AWG, Wilhelmshaven bis 2009, Vertriebsleiter Fa. Nehlsen, Ndl. Nord-West bis 2009, seit 2009 Betriebsleiter beim Abfallwirtschaftsbetrieb, seit 2010 Geschäftsführer der ALL Container-Service GmbH.

Hans-Peter Körte stv. Betriebsleiter Abfallwirtschaftsbetrieb und Geschäftsführer der ALL Container-Service GmbH Ausbildung zum gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienst beim Landkreis Leer, Sachbearbeiter für wasser-, deich- und straßenrechtliche Angelegenheiten sowie Sachgebietsleiter. Seit 1995 stv. Betriebsleiter beim Abfallwirtschaftsbetrieb, seit 2001 Geschäftsführer der ALL Container-Service GmbH.

Können Sie beziffern, wie viel Müll wiederverwertet wird? Anneken: Heute geht nur noch ein geringer Teil auf eine Deponie. Die Wiederverwertungsquote beträgt bei uns 76 Prozent. In diesem Prozentsatz enthalten sind allerdings auch Stoffe, die nicht wieder aufbereitet werden können und verbrannt werden. Aber selbst die Verbrennung hat eine ökologische Komponente. Sie dient der Erzeugung von Energie und Wärme. Wie ausgeprägt ist die Sortiermoral bei den Verbrauchern im Landkreis Leer? Anneken: Die ist erfreulich hoch. Ein bisschen schreiben wir das auch auf unsere Fahnen. Wir betreiben intensiv Öffentlichkeitsarbeit, informieren im Internet oder durch Broschüren, wo Verbraucher Problemmüll wie zum Beispiel alte Farbeimer schnell und bequem loswerden. Körte: Ein anderes Beispiel ist Sperrmüll, den wir kostenlos abholen lassen. Dadurch wird verhindert, dass sich alte Schränke oder Stühle irgendwo am Wegesrand wiederfinden. Auch der Preis für Restmüllsäcke ist darauf ausgelegt, dass die Leute ihren Müll legal entsorgen. Ist der Preis zu hoch, besteht die Gefahr, dass der Müll irgendwo im Graben landet.

Dieser Sperrmüll-Service ist außerhalb des Landkreises Leer nicht überall üblich. Körte: So ist es. Wir überlegen sogar, dieses Angebot aufgrund der demografischen Entwicklung in Zukunft auszuweiten. Immer mehr ältere Leute leben allein und haben niemanden, der ihnen beim Herausstellen von Möbeln hilft. Wir denken daran, einen entsprechenden Service anzubieten. Unsere Philosophie lautet, es dem Verbraucher so einfach wie möglich zu machen, seinen Abfall zu entsorgen. Das ist die beste Strategie gegen eine wilde Müllentsorgung. Der Müllberg von Breinermoor wächst nicht mehr und wird begrünt. Wird daran gedacht, ihn einmal touristisch zu nutzen? Von dort oben ist sogar die MeyerWerft zu sehen. Anneken: Auch ich habe den Blick vom Berg schon ausgiebig genossen, doch für einen dauerhaften Ausflugsort kommt er nicht in Betracht. Der Berg steht auf einem Gelände, das betrieblich genutzt wird. Dort verkehren schwere Laster und Personenwagen mit Anhängern. Das verträgt sich schlecht mit Tourismus. Ich kann mir aber vorstellen, dass ein- bis zweimal im Jahr der Berg für eine Besichtigung freigegeben wird. 40 Jahre Breinermoor

13


Deponie Breinermoor Heute

Deponie Breinermoor -

5 Standorte und Funktionen 1 Müllberg - Endlagerung von Abfällen 2 Mechanische Abfall-Vorbehandlungsanlage - Sortierung von Sperrmüll 3 Abfall-Zwischenlager der Firma Nehlsen 4 Abfall-Umschlaganlage - Lagerung und Abtransport von Hausmüllabfällen 5 Kompostwerk - Verarbeitung von Grünabfall 6 Hauptwaage - Wiegen von Müllfahrzeugen bei Ein- und Ausfahrt 7 Sortieranlage der Firma Nehlsen 8 Verwaltung - Betriebsführung und Lenkung der Abfallströme 9 Private Müllanlieferung - Abgabe von Abfällen 10 Schadstoff-Sammelstelle - Annahme und Sortierung von Sonderabfällen 11 Waage für Privatmüll - Wiegen und Gebührenabrechnung

14

10

40 Jahre Breinermoor


Deponie Breinermoor Heute

- Alles auf einen Blick 1 2 3 6

4 7

Abfallwege Private Abfall-Anlieferung Holz-, Grün-, Papierabfall, Bauschutt, Sperrmüll, Elektroaltgeräte, Sonderabfälle Anlieferung des Hausmüllabfalls Rest-, Grün- und Papierabfall

8

Gewerbeabfall-Anlieferung Sperrmüll, Baustellenabfall, Asbest Grünabfall-Anlieferung Baum- und Strauchschnitt, Gras, Laub

15

9

11

40 Jahre Breinermoor


Deponie Breinermoor Heute

Wie gelangt der Müll nach Breinermoor? Seit dem Jahr 2005 wächst der Berg in Breinermoor nicht mehr. Restmüll geht nach Wilsum in der Grafschaft Bentheim. In Breinermoor wäre zwar noch Platz gewesen, doch die verschärften Umweltauflagen hätten die Lagerung von Restmüll enorm verteuert und damit die Gebühren in die Höhe getrieben. So lässt der Landkreis Leer seinen Restmüll in den Landkreis an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen transportieren. Im Entsorgungszentrum in Breinermoor ist deswegen aber noch lange nicht Schluss.

Im Landkreis Leer fällt im Jahr eine Menge von 82.505 Tonnen Abfall an. Davon sind 46.300 Tonnen Hausmüll, 11.600 Tonnen Sperrmüll, 16.100 Tonnen Gewerbe- und Baustellenabfall und 3.800 Tonnen pflanzliche Abfälle. Dieser Abfall kann überwiegend nicht direkt nach Wilsum gefahren und dort abgekippt werden. Vieles wird im

Landkreis Leer sortiert, vorbehandelt und an Verwertungsanlagen abgegeben. Die Sortierung beginnt bekanntermaßen in den Haushalten: Verpackungen wandern in den gelben Sack, Papier in den blauen, Pflanzen und Rasenschnitt in den grünen und Restmüll in den grauen. Die gelben

Säcke werden von der Firma Heinemann extra abgeholt. Sie werden zu Firmen transportiert, die Kunst- und Verbundstoff sowie leichtes Metall weiterverarbeiten. Die übrigen Säcke holt ein Müllfahrzeug ab, das mit drei Kammern ausgerüstet ist: Eine Abteilung ist für Grünabfälle, eine für Papier und eine für Restmüll. Ange-

16

Schritt 1 Die Bürger des Landkreises sortieren den Müll vor. 40 Jahre Breinermoor

Schritt 2 Anwohner stellen ihre Müllsäcke am Vorabend des Abfuhrtags an die Straße.

Schritt 3 In einem Drei-Kammer-Müllfahrzeug werden Papier-, Grün- und Restabfall getrennt eingesammelt.


Mit einem Drei-Kammer-Müllfahrzeug werden Papier-, Grün- und Restabfall eingesammelt. Für Verpackungsabfall kommt ein weiteres Fahrzeug.

kommen in Breinermoor laden die Laster die Säcke separat in großen Boxen ab: Die grauen Säcke wandern nach Wilsum, das Papier gelangt zur Papierfabrik in Weener, nachdem es

vorher aus den Säcken entnommen und zu Ballen verpresst wurde. Die Grünabfälle bleiben auf dem Gelände und werden in einer Anlage des Abfallwirtschaftsbetriebes zu Kompost umgewandelt. Auf dem weitläufigen Gelände gibt es auch eine Halle, die besonders gesichert ist. Dort werden Gegen-

stände und Flüssigkeiten sortiert und gelagert, die erhebliche Schäden bei Mensch und Umwelt anrichten können: Farben, Lacke, Pflanzenschutzmittel, Medikamente, Leuchtstoffröhren, Thermometer, Altöl und Salpetersäure. Diese Stoffe werden von Fachfirmen entweder wiederaufbereitet (Altöl) oder entsorgt. 17

Schritt 4 In Breinermoor werden die Müllsäcke in verschiedenen Boxen entleert.

Schritt 5 Altpapier wird von der Industrie recycelt, unter anderem von der Firma Klingele in Weener.

Schritt 6 Umweltgefährdende Flüssigkeiten werden in der Schadstoff-Sammelstelle angenommen. 40 Jahre Breinermoor


Deponie Breinermoor Heute

Kurzinfo Gas auf der Deponie (2012) Erfasste Deponiegasmenge 2,1 Mio. m³ Produzierte Strommenge 2,7 Mio. kwh Solarenergie auf der Deponie Auch wenn das Deponiegas weniger wird, so ist Breinermoor nach wie vor ein energetisches Kraftzentrum. Seit August 2011 produzieren 978 Solarmodule rund 112.000 Kilowattstunden Strom. Die Module sind auf 1.700 Quadratmeter Dachfläche verteilt. Die anfallende Menge an Strom reicht, um den Verbrauch von 20 Haushalten zu decken.

18

40 Jahre Breinermoor


Deponie Breinermoor Heute

Vom Müllberg zum Energieberg Der Berg von Breinermoor lebt. Er produziert Gas. Das entsteht durch biochemische Prozesse von organischen Verbindungen. Im Verlauf von 15 bis 20 Jahren entweichen aus einer Tonne Hausmüll 100 bis 200 Kubikmeter Gas. Es besteht im Wesentlichen aus Methan und Kohlenstoffdioxid. Beide Gase können jenseits bestimmter Grenzwerte extrem schädlich werden. Sie beschleunigen den Treibhauseffekt auf der Erde. Der Landkreis machte aus der Not eine Tugend und packte das Problem energetisch an. Er fackelte die Gase nicht einfach ab, sondern nutzte sie zur Energiegewinnung. Was heute selbstverständlich ist, war in den 70er und 80er Jahren noch Neuland. Der Landkreis Leer befasste sich als erster Deponieträger in Niedersachsen mit dem Ausgasen von Methan und Kohlenstoffdioxid und deren Verwertung. Er nutzte das austretende Gas zur Wärmeerzeugung und heizte damit die Öfen des Verwaltungsgebäudes und die Werkstatt auf der Deponie. Wissenschaftlich begleitet wurde das Vorhaben von der Technischen Universität Braunschweig. Da es sich um ein Pilotprojekt handelte, gab es Zuschüsse vom Land. In Breinermoor sind insgesamt 54 Gasbrunnen in Betrieb. Jährlich fallen rund 2,1 Millionen Kubikmeter Kohlenstoffdioxyd und Methan an. Das abgeleitete Deponiegas wandeln zwei Motoren im Blockheizkraftwerk in elektrische Energie um. Die erzeugte Elektrizitätsmenge ist größer als die Deponie selbst verbrauchen kann, und so wird der überschüssige Strom ins Netz der EWE eingespeist. Das macht sich bezahlt. Seit 2011 sinken die Einnahmen. Grund für den Rückgang der Einnahmen ist der sinkende Ausstoß von Gasen. Die Halbwertzeit von abbaubarem kohlenstoffhaltigem Material liegt bei sechs Jahren. Danach geht die produzierte Gasmenge deutlich zurück. Inzwischen ist der Zeitpunkt gekommen, dass der Landkreis vor einem Technikwechsel bei der DeponiegasVerwertung steht.

2 1 3 4

1. Auf dem Berg von Breinermoor sind 54 Gasbrunnen in Betrieb. 2. In der Schaltwarte werden die Motoren zur Stromerzeugung gesteuert. 3. Zwei Motoren wandeln das Deponiegas in elektrische Energie um. 4. Solarmodule wandeln Sonnenenergie in Strom um.

19

40 Jahre Breinermoor


Deponie Breinermoor Heute

Einen Deckel für den Müll lässt sich bekanntermaßen wiederverwerten. Allerdings nicht alles. Auch in Breinermoor wurde einiges abgelagert. Grundproblem einer jeden Deponie ist Regenwasser. Es sickert durch die Halde und nimmt Schadstoffe auf. Im schlimmsten Fall kann es das Grundwasser verunreinigen. Und so wird das Sickerwasser aufgefangen.

Auf dem Gelände der Deponie gibt es zwei riesige Behälter, in denen sogenanntes Deponie-Sickerwasser gespeichert wird. Früher wurde es direkt in einer Kläranlage am Fuße der Deponie gereinigt. Seit 2012 bringen Tanklaster die belastete Flüssigkeit zu den emsländischen Deponien Dörpen und Venneberg, wo sie gereinigt wird. „Unsere Anlage war veraltet, wir hätten modernisieren müssen, was wiederum viel Geld gekostet hätte“, begründet der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs, Klaus Anneken, den Transport ins Emsland. Außerdem falle immer weniger Sickerwasser an, was eine ökonomisch tragbare Eigenreinigung erschwere. Das langsame Versiegen des Sickerwassers geht auf die Abdichtung des Bergs von Breinermoor zurück. Er bekommt einen Deckel. Der hat allerdings nichts mit einer Kochtopf-Abdeckung zu tun. Der Deckel setzt sich aus mehreren Schichten zusammen. Auf den Müll wird eine 50 Zentimeter dicke Ausgleichsschicht aufgetragen, darüber werden zwei Kunststoffbahnen verlegt. Auf diese

Aufbau des Deckels Bewuchs Oberboden - 30 cm

Sand - 70 cm

20

Dichtungskontrollsystem Kunststoff-Dränelement - 1 cm Kunststoff-Dichtungsbahn - 2,5 mm Ausgleichsschicht - 50 cm

Feinmüll

IMPRESSUM

HERAUSGEBER Landkreis Leer, Der Landrat Abfallwirtschaftsbetrieb Friesenstraße 33 / 35 26789 Leer www.all-leer.de, (V.i.S.d.P.)

REDAKTION UND TEXTE Dr. Gerwin Gräfe, Leer Hans-Peter Körte, Günter Roeden Stand: Juli 2014


Deponie Breinermoor Heute

Müllberg in Breinermoor Bahnen kommt eine 70 Zentimeter starke Sandschicht, in die Kabel mit Fühlern eingelassen sind. Sie sollen Lecks anzeigen. Den Abschluss bildet Mutterboden, auf dem Gras wächst. Die Versiegelung kostet Geld – ein Millionenbetrag. Allerdings belasten die Kosten nicht den heutigen Verbraucher. In der Vergangenheit waren Rücklagen gebildet worden. Außerdem hat der Landkreis von Anfang an auf die Kosten geschaut. Der Sand für die Sandschicht stammt aus einer Sandentnahmestelle auf dem Deponiegelände.

Kurzinfo Investition für die Abdichtung des Deponiekörpers Bau der Kapillarsperre (1998) 998.426 Euro Bau der Oberflächenabdichtung mit Dichtungskontrollsystem Baulos Ost (2010) 2.118.545 Euro Baulos West (2011) 3.037.627 Euro Baulos Mitte (2012/13) 3.873.137 Euro Gesamtinvestition für das Abdichtungssystem 10.027.735 Euro Sickerwassererfassung aus dem Deponiekörper Erfasste Rohsickerwassermenge (2012) 12.068 m3 Fläche der Deponie Breinermoor Deponiefläche: Davon für Müllablagerung: Abfallmenge Abfall gesamt (1976 – 2005)

50,0 ha 21,5 ha 4.099.039 t

Ein Bagger zieht auf dem Berg von Breinermoor mit einem Schleppnetz den Boden glatt.

21

KONZEPTION UND GESTALTUNG Designagentur projektpartner Knollweg 23 26789 Leer info@projektpartner.info www.projektpartner.info

FOTOS Abfallwirtschaftsbetrieb Traute Schönfeld (S.12/13)


Deponie Breinermoor Heute

Kostenlose Sperrmüllabfuhr Der Landkreis bietet einen Service an, der keineswegs selbstverständlich und auch nicht überall verbreitet ist: die kostenlose Abfuhr von Sperrmüll. Eine Anmeldekarte oder ein paar Klicks im Internet genügen, um Möbel, Matratzen, Kühlschränke oder Fernseher abholen zu lassen.

22

Auch wenn dabei die Müllwerker vor den Häusern mit grobem Gerät anrücken, bei der Entsorgung gehen sie ökologisch sensibel vor. Der größte Teil des Sperrmülls wird nämlich recycelt. Je nach Art des Sperrmülls setzen die Entsorger zwei Fahrzeuge ein: In den Kofferwagen kommen alte Elektrogeräte, den klassischen Sperrmüll nimmt ein Hecklader auf. Da die Ladekapazität nur begrenzt ist, werden Der Landkreis holt kostenlos Sperrmüll an den Straßen ab.

Möbel, Metallteile und Matratzen bereits im Hecklader gepresst. Sind die Sammelfahrzeuge voll, fahren sie nach Breinermoor zum Sortieren. Dort tritt zunächst ein Bagger in Aktion. Er lockert den gepressten Müll auf und sortiert ihn grob. Den größten Teil des Sperrmülls machen Holzteile aus. Sie werden von einem Radlader zu Holzhaufen zusammengeschoben. Sperrmüll besteht aber nicht nur aus Möbeln, es befinden sich auch


Deponie Breinermoor Heute

Kurzinfo Sperrmüllmengen im Landkreis Leer: Jahr Elektrogeräte Sperrmüll 2009 2010 2011 2012 2013

563 t 670 t 673 t 700 t 661 t

7.606 t 8.057 t 8.312 t 9.026 t 8.638 t

Gesamtmenge: 3.267 t

41.639 t

23 Ein Bagger sortiert den Müll grob, danach werden feine Teile per Hand aussortiert.

jede Menge andere Materialien darunter wie Kunststoffe und Metalle. Sie auszusortieren, geschieht von Hand. Darum kümmern sich Michael Konopka und seine Kollegen: „Mit der Zeit bekommt man einen Blick dafür, wo unter Holz noch Metall- oder Plastikteile liegen.“ Wichtig sei, so Konopka, dass Baggerführer und Sortierer ein Team bilden: „Dann läuft alles wie am Schnürchen.“

Wiederverwerten lässt sich fast alles. Aus Matratzen werden Dämmstoffe, Kunststoffe dienen als Rohmaterial. Sie werden vor allem aus China nachgefragt. Auch der von Kochtöpfen stammende Edelstahl erzielt heutzutage am Rohstoffmarkt gute Preise. Der größte Teil des Sperrmülls geht als Altholz nach Papenburg in ein Biomasse-Heizkraftwerk, wo es zur Energieerzeugung verbrannt wird. Für Elektrogeräte steht bei der SperrmüllAbfuhr ein Extra-Wagen bereit.


Deponie Breinermoor Heute

Aus Grünabfall wird Carsten Tammen ist gleich doppelt stolz auf das Kompostwerk in Breinermoor: „Wir sorgen für einen kompletten Wiederverwertungskreislauf und stellen nebenher auch noch ein prämiertes Produkt her.“ Bei dem mit einem Gütesiegel ausgezeichneten Stoff handelt es sich um Kompost. „Den produzieren wir vor Ort und verkaufen ihn auch selbst“, stellt Tammen heraus.

1 2 5 3 4

24

Der Leeraner hat Entsorgung von der Pike auf gelernt: „Ich fing 1984 als Auszubildender für Kreislauf- und Abfallwirtschaft an.“ Er war auch dabei, als Ende der 80er Jahre das Kompostwerk aufgebaut wurde. Unter der damaligen Leitung von Dr. Nasrollah Sabounchi machte der Betrieb schnell Fortschritte. Bereits 1993 erhielt der Kompost ein Gütesiegel für gute und gleichbleibende Qualität. Darauf ausruhen können sich die Breinermoorer allerdings nicht. Jedes Jahr kommen Experten und kontrollieren das Produkt. Denn Kompost ist nicht gleich Kompost. „Unser ist garantiert frei von Unkrautsamen“, betont Tammen. Stickstoffträger wie Blätter, Gras und Moos müssen in einem ausgewo-

genen Verhältnis zu kohlenstoffhaltigen Sträuchern stehen. Als Faustregel gilt: zwei Schaufeln Gras, eine Schaufel Grünschnitt. Die Stoffe werden zu 30 Meter langen, acht Meter breiten und etwas mehr als drei Meter hohen Haufen, den sogenannten Mieten, aufgeschichtet. Sechs bis neun Monate dauert es, bis Mikroorganismen ihre Arbeit verrichtet und Gartenabfall in Kompost verwandelt haben. Zwischendurch werden die Mieten bewässert und immer mal wieder umgeschichtet. „Die Bakterien benötigen Feuchtigkeit und Sauerstoff“, erläutert Tammen den Vorgang. Auf bis zu 70 oder 75 Grad heizen sich die Mieten auf. Hohe Temperaturen sind wichtig. „Nur dann sterben Samen des ätzenden Bärenklaus oder die

1. Rasenschnitt kommt in den Sack für Grünabfälle. 2. Im Frühjahr und Herbst holt der Landkreis Baum- und Strauchschnitt ab. 3. In der Sortieranlage werden die Säcke geöffnet und Fremdstoffe aussortiert. 4. Äste und Strauchschnitt kommen in den Schredder. 5. Die geschredderten Äste, Strauchschnitt, Gras und Blätter werden zu drei Meter hohen Mieten aufgeschichtet.


Komposterde Larven der gefürchteten Miniermotte ab“, weiß der Kompostexperte. Rund 9.000 Tonnen Grünabfall verarbeitet das Werk in Breinermoor im Jahr. Daraus entstehen bis zu 5.000 Tonnen Kompost. 40 Prozent des fruchtbaren Bodens wandert in den freien Verkauf. Die Säcke können direkt in Breinermoor oder in Märkten gekauft werden. Die restlichen 60 Prozent nehmen Unternehmen ab, die zum Beispiel Blumenerde herstellen. Dieser Lieferweg tut der Umwelt gut: „Wir tragen so dazu bei, dass nicht so viele Moorflächen für neue Gärten abgebaut werden müssen“, freut sich Tammen.

Carsten Tammen nimmt im deponieeigenen Labor Proben.

Das Labor Die Entsorgung von Abfall ist heute auch eine wissenschaftliche Aufgabe, und so gibt es in Breinermoor ein eigenes Labor. Zuständig dafür ist Carsten Tammen. Er nimmt Proben von Grund- und Oberflächenwasser. Der Berg von Breinermoor ist zwar gerade versiegelt, doch etwas Wasser wird ihm immer noch zugegeben. „Ohne Feuchtigkeit würde der Berg austrocknen und kein Gas mehr produzieren, mit dem wir Strom erzeugen“, erklärt Tammen. Gefragt ist sein Labor auch, wenn Produkte abgegeben werden, die Schadstoffe enthalten können. „Wir dürfen nur Stoffe zur Entsorgung weiterleiten, wenn wir wissen, was drin ist“, sagt Tammen. Sein Labor untersucht auch, ob der Kompost nicht zu salzhaltig ist. Denn mit der Verrottung der Pflanzen steigt auch der Anteil von Salzen im künftigen Kompost. Enthält der Boden zu viel Salz, könnten Pflanzen eingehen. „Das passiert bei unserem Kompost aber garantiert nicht“, ist sich Tammen sicher.

25

mpost eugte Ko ponie erz e D ichnet. r e ze d e f Der au egel ausg si te ü G men. m e nkrautsa ist mit ein frei von U önnen Sie rt e ti n ra a k Er ist g Kompost wertigen Märkten Den hoch erk oder in w st o p m o K im direkt kaufen.


19 1973-

März 1979 Deponie Breinermoor Heute

Meilensteine des

Oktober 1990

Datum Was passierte in Breinermoor?

90 80 70

Jahre

November 1973 Juli 1974

Planfeststellung des Deponiestandortes Breinermoor durch den Regierungspräsidenten Aurich Inbetriebnahme des Deponiestandortes Breinermoor

1999

Januar 1975

Juni 1978

März 1979

Übertragung der Zuständigkeit für die Müllabfuhr auf den Landkreis Planfeststellung des Altautosammelplatzes Versuche zur Deponiegasverwertung in Zusammenarbeit mit der TU Braunschweig

November 1989

Januar 1981

Erfassung der Abfalldaten mittels EDV

Januar 1982

Inbetriebnahme eines Bereiches für Privatanlieferer (Containervorplatz)

Jahre

Juni 1985

Inbetriebnahme des Blockheiz-Kraftwerkes zur Verstromung von Deponiegas

1985

Versuche zur Sickerwasser-Reinigung mit der Umkehrosmose in Zusammenarbeit mit der TU Braunschweig

August 1987

Dreimonatiger Bau der Versuchsanlage zur Sickerwasser-Reinigung mit Begleitung der TU Braunschweig

1999

November 1988

Oktober 1989

Januar 1990

1979

Oktober 1990

Plangenehmigung zur Einrichtung einer Schadstoffsammelstelle in Breinermoor

1982

Kompostierung getrennt erfasster Grünabfälle in offenen Mieten

Aufbereitung von verwertbaren Stoffen (Abfallbörse) Inbetriebnahme der „Sack plus Sack“-Sortieranlage in Breinermoor durch die GMA

März 1991 Reinigung des erfassten Sickerwassers durch eine deponieeigene Sickerwasser-Kläranlage

Jahre

September 1991

Versuchsanlage zur Komposterzeugung in Breinermoor

Februar1993

„RAL Gütezeichen Kompost“ für den Leeraner Kompost

März 1993

November 1993

Januar 1994

Restabfall-Anlieferungen aus dem Landkreis Aurich

Inbetriebnahme eines neuen Deponiegas- und Sickerwasser-Erfassungssystems Gründung des Abfallwirtschaftsbetriebes (Eigenbetrieb)

Januar 1994

Mechanische Sortierung von Holz, Metall, Kunststoff, Elektroschrott, Altreifen und Bauschutt aus Sperrmüll und hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen

August 1994

Abdeckung von ca. 1,2 ha Westböschung der Deponie mit PEHD-Platten und Bau einer Kleidichtungsschürze an der Nord- und Ostseite der Deponie

1993 Juni 1995

November 1995

40 Jahre Breinermoor

Sechsmonatiger Bau von ca. 3,5 ha temporärer Abdichtung mit Bentonitmatten Inbetriebnahme des Kompostwerkes Inbetriebnahme der Doppelwaage (Hin- und Rückwiegung)

93

26

2011

2


994 -2014 Entsorgungszentrums

Datum Was passierte in Breinermoor?

August 1996

August 1996

Inbetriebnahme der Verdichteranlage und der Fackel zur Deponieentgasung

Bau einer Dichtungsschürze im südwestlichen Bereich der Deponie

Versuche zur Optimierung der biologischen Reinigungsstufe der Sickerwasser-Kläranlage bis Januar 1997 Inbetriebnahme von 2 Gasmotoren zur Deponiegasverwertung

November 1997

Fünfmonatiger Bau eines 500 m³ Sickerwasserspeichers an der Südseite der Deponie (Altmüllkörper Süd)

April 1998

Errichtung von 2 ha Kapillarsperre mit Kapillarblockbahn zur Abdichtung der Deponie (EU-Live Projekt)

Juni 1999

Neubau eines 3.000 m³ Sickerwasser-Speichers inkl. Verrohrung und Pumpwerk

1973

Oktober 1999

November 1999

Inbetriebnahme der neuen Schadstoff-Sammelstelle

März 2000

Genehmigung der Aktivkohle-Adsorptionsanlage und Einleitungserlaubnis für gereinigtes Abwasser

Inbetriebnahme der mechanischen Abfallvorbehandlungs-Anlage

1997

Juli 2002

2003

April 2005

Mai 2005

Juni 2006

Sechsmonatiger Bau des Wiegehauses auf dem Containervorplatz Temporäre Abdichtung der Ostseite des Deponiekörpers

Umstellung der Sickerwasser-Behandlungsanlage (Ultra-Infiltrationsanlage) Einstellung des Ablagerungsbetriebes (Stilllegung) Transport der Restabfälle in die Grafschaft Bentheim zur Aufbereitung in der MBA Wilsum und zur anschließenden Ablagerung auf der Deponie Wilsum

Mai 2007 Bau einer betrieblichen Abdeckung (1,8 ha) mit einer Kunststoff-Dichtungsbahn April 2009

Inbetriebnahme der Sortieranlage für Grünabfälle

27

Jahre

Jahre

Dezember 1996

90 2000

April 1998

Juni 1996

2002

Oktober 2009

2010

Inbetriebnahme der Abfallumschlag-Anlage

Dreijähriger Bau der Oberflächenabdichtung mit Dichtungskontroll-System Baulos Ost – 3 ha Baulos West – 8 ha Baulos Mitte - 9 ha

Mai 2005 2011

Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf mehreren Gebäuden im Entsorgungszentrum Breinermoor

988

1998 1977 Deponie Breinermoor Heute

40 Jahre Breinermoor


Mehr Infos unter: www.all-leer.de

Der Berg von Breinermoor „Ostfriesland ist platt wie ein Pfannkuchen. Man kann schon morgens sehen, wer einen mittags besucht“, wird gerne von Auswärtigen über die flache Landschaft im Nordwesten Deutschlands gefrotzelt. Ganz so eben ist Ostfriesland nun aber doch nicht. Ein paar Hundert Meter von der Stadtgrenze Leers entfernt an der Bundesstraße 70 fällt eine mit Gras überwachsene Erhebung ins Auge: der Berg von Breinermoor. Er bringt es auf beachtliche 30 Meter und bildet damit den höchsten Punkt Ostfrieslands. Die Erhebung von Breinermoor hat das Zeug zu einer Touristenattraktion. Bei guter Sicht lässt sich von dort oben beobachten, wie die Kreuzfahrtschiffe der Meyer-Werft die Halle verlassen und die Ems abwärts Richtung Küste geschleppt werden. Wie jedermann weiß, ist der Berg von Breinermoor jedoch keiner Laune der Natur entsprungen, sondern einem Problem, das den heutigen Wohlstandsgesellschaften unter den Nägeln brennt: Wohin mit dem Abfall? „Zum Entsorgungszentrum Breinermoor“ lautet seit 40 Jahren die Antwort im Landkreis Leer.

Abfallwirtschaftsbetrieb Friesenstraße 33/35 26789 Leer Tel 0800 92524-23 Fax 0491 92524-80 abfallwirtschaft@all-leer.de

All140710-5000

www.all-leer.de

©

Landkreis Leer

40 Jahre Breinermoor  

Als vor 40 Jahren der Landkreis Leer eine Deponie in Breinermoor anlegen ließ, ahnte kaum jemand, welche rasante Entwicklung die Abfallentso...

40 Jahre Breinermoor  

Als vor 40 Jahren der Landkreis Leer eine Deponie in Breinermoor anlegen ließ, ahnte kaum jemand, welche rasante Entwicklung die Abfallentso...

Advertisement