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reformiert Berichte und Bilder aus der Evangelisch-reformierten Kirche

EIN

DAUERL AUF 3 reformiert 2021 Mai Juni Juli


Foto: Axel Pries

Seite 8: Für Jan Diekena ist das Hinternet auch ein auch ein lebendiger Draht zur fernen Heimatgemeinde. Seite 11: Wie leben die Menschen in Lavender Hill (Südafrika) mit dem Corona-Virus?

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Seite 4 Mein Bibelvers Seite 6 Kurz vor dem Ziel? Seite 8 Ein Espresso Trost aus dem Hinternet Hilfe nicht nur die Zeit der Corona-Pandemie

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Seite 11 Seit Corona ist der Hunger schlimmer geworden Bericht aus der Partnerkirche in Südafrika

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Foto: Silke Colquhoun

Seite 14 Wie aus einer Notlage Zukunftsweisendes entstehen kann Reformierte feiern 450 Jahre Emder Synode Seite 16 „Es ist mir eine Freude gewesen“ Kirchenpräsident Martin Heimbucher geht Ende Juli in den Ruhestand Seite 18 Personen / Aktuelles / Impressum Seite 20 Position Lengericher Protest gegen Grundwasserentnahme

Die Mitgliedszeitschrift ,reformiert’ wird an alle Haushalte der Evangelisch-reformierten Kirche kostenlos verteilt. Möchten Sie auch ,reformiert’ lesen? Tel. 0491 / 91 98 212, E-Mail: presse@reformiert.de Möchten Sie unsere Zeitschrift unterstützen? Spenden Sie auf folgendes Konto: Evangelisch-reformierte Kirche Stichwort: reformiert Sparkasse LeerWittmund IBAN: DE94 2855 0000 0000 9060 08 SWIFT-BIC: BRLADE21LER Spendenquittung wird zugesandt Titelfoto: Jens Schulze


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Foto: Ulf Preuß

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Liebe Leserin, lieber Leser, es ist wie mitten in einem Dauerlauf: Wir sind schon so lange unterwegs, dass sich Erschöpfung breit macht. Wir wollen ins Ziel kommen und wissen aber nicht, wie lange es noch dauert: das Titelbild mit den Läuferinnen und Läufern vom HannoverMarathon als Symbolbild für die derzeitige Corona-Lage.

Foto: Thomas Lohnes/epd-Bild

Seite 16: Er geht Ende Juli in den Ruhestand: Kirchenpräsident Martin Heimbucher. Seite 19: Die Reformierte Jugend engagiert sich für die Seenotrettung auf dem Mittelmeer.

Zwei lange Geschichten beschreiben in dieser Ausgabe, wie Menschen durch diese Zeit bislang gekommen sind. In der Gemeinde Hinte und darüber hinaus haben sie sich digital vernetzt. In Südafrika zeigen sich die sozialen Folgen der Pandemie noch viel deutlicher. Es gibt aber noch andere Themen in diesem Heft: Vor 450 Jahren wurde in Emden einer der Grundpfeiler für die Reformierte Kirche gelegt: Lesen Sie auf den Seiten 14 bis 15 über die Emder Synode von 1571. Kirchenpräsident Martin Heimbucher geht Ende Juli in den Ruhestand. Auf den Seiten 16 und 17 erzählt er, warum das Amt für ihn eine Freude war. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre. Ihr

Ulf Preuß

Pressesprecher der Evangelisch-reformierten Kirche

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Brüder und Schwestern, ihr seid zur Freiheit berufen! Aber benutzt eure Freiheit nicht als einen Vorwand, um eurer menschlichen Natur zu folgen. Dient euch vielmehr gegenseitig in Liebe. Neues Testament, Brief des Paulus an die Galater, Kapitel 5, Vers 13

Ich habe mir diesen Bibelvers als meinen Konfirmationsspruch ausgesucht. Seine Bedeutung wurde mir aber erst später deutlich.

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Mit der Zeit hat mich dieser Vers unterbewusst geleitet und mir verdeutlicht, dass es wichtig ist, Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit zu akzeptieren. Die Worte „Dient euch gegenseitig in Liebe“ stellen das besonders heraus. Mir ist es wichtig, jedem Menschen mit einem Lächeln und Offenheit zu begegnen. Mein Bibelvers macht mir bewusst, dass Menschen sich freundlich und auf Augenhöhe gegenübertreten sollen. Jeder Mensch hat es verdient, respektvoll behandelt zu werden. Ich glaube, dass dieser Vers eine Grundeinstellung von mir widerspiegelt und mich fortlaufend prägt, als Studentin und als Teamerin in der Jugendarbeit.

Foto: Ulf Preuß


Mein Bibelvers Maxi Harmel, Studentin

Maxi Harmel (20) lebt in Münster und studiert Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule NRW. Sie ist die stellvertretende Vorsitzende des landeskirchlichen Jugendausschusses und vertritt den Synodalverband Emsland/ Osnabrück in der Landesjugendkonferenz. Seit Mai ist sie berufenes Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Am meisten Freude bereiten ihr aber, so sagt sie, die ehrenamtliche Arbeit in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften und die vielfältigen Aufgaben als Teamerin in der Reformierten Kirche.

Maxi Harmel über ihren Bibelvers bei YouTube Evangelisch-reformierte Kirche


THEMA

Wolfgang Wagenfeld (70) Veenhusen • ehemaliger Geschäftsführer des Diakonischen Werkes der Evangelisch-reformierten Kirche Corona verlangt uns einiges ab. Selbst Gottesdienste können nicht oder nur sehr eingeschränkt gefeiert werden. Da ist es sehr schön, dass Gemeinden und Landeskirche uns sehr abwechslungsreiche Online-Gottesdienste ermöglichen. Ruth und ich haben gleich ein Ritual entwickelt: Nach dem Sonntagsfrühstück ein längerer Spaziergang und danach Gottesdienst feiern zu Hause mit Laptop. Und so ganz nebenbei komme ich auch mal wieder in verschiedene Gemeinden und Gotteshäuser unserer Kirche - wenn auch nur virtuell.

Lea Geurtz (13) Konfirmandin aus der Gemeinde Hannover Klar, all das mit Corona ist unglaublich nervig. Aber es ist nicht alles schlecht. Ich, zum Beispiel, bin ein sehr großer ‚MARVEL‘-Fan. (MARVEL: Universum rund um Superhelden wie z.B. Iron Man, Spider-Man, Captain America usw.) Nach einem Jahr Pause, ohne Filme, kamen jetzt die ersten Serien (‚Wanda-Vision‘ und ‚The Falcon and the Winter Soldier‘) raus, und es hat mich unglaublich glücklich gemacht, jeden Freitag eine neue Folge zu sehen.

„Klar, all das mit Corona ist unglaublich nervig. Aber es ist nicht alles schlecht“, sagt Lea Geurtz

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Foto: Christian Daum/pixelio.de

Foto: Jens Schulze

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Bastian van der Veen (33) Altenpfleger im Pflegeheim HAUS HILTEN, Neuenhaus Der Zusammenhalt innerhalb des Teams ist gewachsen. Man hat für die Bewohner*innen als direkte*r Ansprechpartner*in eine größere Bedeutung, da die sozialen Kontakte sehr eingeschränkt sind. Das Gefühl der Gemeinschaft wächst. Wir sind nicht allein – und wir sorgen dafür, dass sich niemand alleine fühlt. Auch die vielen Grußkarten, Zuwendungen in Form von Blumen oder kreative Grüße per Videoaufnahmen dienen zur Aufheiterung aller in den Einrichtungen. Auch rücken die Berufe der Pflege mehr ins gesellschaftliche Bewusstsein.


THEMA

KURZ VOR DEM ZIEL Was ist eigentlich das Ziel? Dass die Impfquote bei 75 Prozent liegt? Dass ich endlich wieder reisen darf? Dass auch die Kinder und Jugendlichen durch eine Impfung geschützt sind? Dass wir wieder in der Kirche singen dürfen? Dass auch die Länder auf der Südhalbkugel ausreichend Impfstoff bekommen? Und was machen wir am Ziel? Tief durchschnaufen, dass wir durchgehalten haben? Uns bei denen bedanken, die uns durch den Dauerlauf getragen haben? Und endlich mal wieder unsere Freundinnen und Freunde umarmen?

„Die freudenhell werdenden Gesichter der Jubilare sind unbezahlbar“, berichtet Herbert Sperber

Foto: Ole Cordsen

Foto: thruthseeker08 - pixaby.com

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Herbert Sperber (57) Pfarrer in Marienheim bei Ingolstadt Unser Seniorenkreis durfte nicht zusammenkommen. Sonst wurde immer gratuliert und gesungen. Nun sind die beiden Leiterinnen immer auf dem Weg, beim 5er oder runden Geburtstag, laden mich manchmal ein mitzukommen. Und dann stehen wir mit Abstand an der Haustür. Wir verlesen ein paar kleine Gedanken, überreichen ein kleines Präsent. Und ich singe mit Gitarre ein Geburtstags- und ein Wunschlied. Die freudenhell werdenden Gesichter der Jubilare sind unbezahlbar.


THEMA

Ein Espresso Trost aus dem Wie eine Initiative der Kirchengemeinde Hinte Gläubigen nicht nur durch Er lebt aktuell in Baden-Württemberg, sie in Niedersachsen. Er ist selbstständig, sie arbeitet als Krankenschwester. Was Jan Diekena und Britta Eggert bei aller Verschiedenheit eint, ist ihre Teilnahme an einem innovativen Angebot ihrer heimatlichen Kirchengemeinde: dem Hinternet. Hinter diesem Spiel mit den Worten Hinte und Internet verbirgt sich die Erfolgsgeschichte eines Versuchs, in Corona-Zeiten auf digitalem Weg dennoch lebendige Verbindung zu den Gemeindegliedern zu halten, ihnen evangelische Gedanken, Trost, Halt und Unterhaltung zu vermitteln. Diese beiden Menschen gehören dazu, und ihre Erfahrungen zeigen: Das Hinternet könnte zukunftsweisend sein. So sieht es Jan Diekena, für den die Plattform mehr ist als ein Ruf aus der Heimat im ostfriesischen Osterhusen, während er mit seiner Familie berufsbedingt weit entfernt im Süden lebt. Die Botschaften aus dem Hinternet sind für ihn der Draht zu einer Glaubens- und Wertegemeinschaft, auf deren Beständigkeit er setzt – in einer sich ständig wandelnden Gesellschaft. Er zückt

das Smartphone, das in der Hand des stattlichen Mannes noch einmal handlicher und kleiner wirkt, aber die notwendige Technik enthält. Mit ein paar Wischern übers Display öffnet er die App bis zu den Botschaften, für die er sich gerne Zeit nimmt. Dabei sieht der 46-Jährige sich durchaus als nüchternen Mann mit einem durch BWL-Studium und Selbstständigkeit geordneten Weltbild. Aber bei ihm wirken auch die Wurzeln in der Heimat, gestärkt durch die ehrenamtliche Mitarbeit unter anderem im Kirchenrat. Das Hinternet ist für ihn nicht nur Seelsorge-Hilfe, sondern auch lebendige Brücke zur heimatlichen Kirchengemeinde, die dem Familienvater immer wichtig war. „Egal wo ich gewesen bin, habe ich den Kontakt gehalten.“ Jahrelang hat er online das Kirchenblatt gelesen, aber das Hinternet bietet nun Entscheidendes mehr: „Ich habe mir immer Interaktion gewünscht. Etwas Lebendiges und etwas zum Schmunzeln.“ Mit den Beiträgen, die als Audio- oder Videodateien auf seinem Smartphone ankommen, setzt er sich irgendwo hin, will sie bewusst aufnehmen: „Ich nehme mir die Zeit, wirklich zuzuhören.“

„Ich habe mir immer Interaktion gewünscht. Etwas Lebendiges und etwas zum Schmunzeln,“ sagt der Familienvater Jan Diekena.

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Fot0: Axel Pries

Fot0: Ulf Preuß

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Jörg Martens (47)

Posauenchorleiter in Simonswolde

Anfangs habe ich in der Corona-Zeit genossen, wie alles zur Ruhe gekommen ist. Nach sechs bis acht Wochen kam dann in mir das Gefühl auf, dass mir gerade Bläserarbeit doch sehr fehlt. So habe ich begonnen, mit meinen Jungbläsern über Zoom-Konferenzen Proben abzuhalten. Die Kids waren heilfroh, und so ging es auch dem großen Chor. Als im Herbst die Outdoor-Proben aufgrund der Temperaturen nicht mehr möglich waren, war die Probenarbeit erst mal wieder zu Ende. Nach einigen Wochen habe ich dann mit Einzelproben angefangen. Alle Bläser waren heilfroh, dass man wieder zumindest zu zweit spielen konnte. Und Gott sei Dank fangen wir Ende Mai wieder mit allen Proben an. Man kann daran gut erkennen, wie wichtig allen Bläserinnen und Bläsern das wöchentliche Proben ist und Zeit miteinander zu verbringen.


THEMA

Hinternet die Corona-Pandemie hilft Manchmal antwortet er auch direkt auf Fragen an die Gemeinde, beteiligt sich aktiv am Austausch. Es ist eine kleine Auszeit, ein Moment nur für ihn. „Wie ein Espresso!“ sagt Britta Eggert und lacht: „Stark, kurz und effektiv.“ So kommt eine Hinternet-Botschaft bei ihr an, meint die 50-jährige Mutter dreier Kinder und winkt mit dem Smartphone, das ihr den Zugang verschafft. Britta Eggert ist seit Jahren in kirchlicher Arbeit aktiv. Nicht direkt in ihrer Wohnort-Gemeinde Hinte, aber nebenan in Emden, und mit der Begründerin vom Hinternet, der Pastorin Steffi Sander, ist sie gut bekannt. Gottesdienste, Konfirmanden-Arbeit, Aktionen: Auf solche Begegnungen mit Gott und der Gemeinde muss auch sie jetzt verzichten. Sie genießt deshalb die Botschaften, die sie via WhatsApp mehrmals die Woche erhält: eine bunte Mischung aus Texten, Liedern, Lyrik, Gebeten, gelesen und als Bild, oftmals sogar bewegtes Bild. Manchmal zum Mitmachen, häufig zum Schmunzeln, immer treffend, findet Britta Eggert. „Es ist eine lebendige Quelle dessen, was ich jetzt vermisse.“ Dieses Medium, so fasst die

Fot0: Axel Pries

„Kurz und stark: wie ein Espresso!“ Britta Eggert freut sich über den humorvollen Trost, den das Hinternet ihr via Smartphone vermittelt.

Fortsetzung auf Seite 10

„Wie ein Espresso!“, sagt Britta Eggert, Mutter dreier Kinder und lacht: „Stark, kurz und effektiv.“

Fot0: Philipp Eifler

Fot0: Philipp Eifler

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Jugendarbeit trotz(t) Corona Internet und Social Media haben auch bei den jungen Menschen in der Reformierten Kirche einen Schub erhalten. Der Osnabrücker Jugendreferent Philipp Eifler ist ganz begeistert, wie intensiv sich eine Gruppe Ehren- und Hauptamtlicher seit etwa einem Jahr engagiert, um für die Jugendarbeit der Kirche eine gemeinsame Internetplattform und Social-Media-Kommunikation auf den Weg zu bringen. Im Herbst wird der gemeinsame Webauftritt der Reformierten Jugend online gehen – und dabei alle Angebote für Jugendliche in der Landeskirche und in den Synodalverbänden bündeln.

Zum Glück, so Philipp Eifler, gab es 2019 das KonfiCamp: „Da haben sich ganz viele Teamer kennengelernt – und kommunizieren jetzt in der Pandemie, gut vernetzt, ganz selbstverständlich miteinander.“ Er freut sich auch über den Erfolg von OnlineSpielaktionen. Die Rheiderländer Jugendreferentin Steffi Steguweit habe diese über die Plattform Discord in den Jugendgruppen eingeführt. Überhaupt meint Philipp Eifler, dass alle Angebote zu einem konkreten Anlass in der Corona-Zeit gut laufen.

Jugendgottesdienst mit der neuen Jugendreferentin TEN SING Startertag mit Abstand im August 2020 in der Osnabrücker Jugendkirche.


THEMA Fortsetzung von Seite 9

INFO Das Hinternet: eine Erfolgsgeschichte Gleich zu Beginn im ersten Lockdown am 25. April 2020 startete die Pastorin Steffi Sander mit ihren Kollegen in Hinte das Projekt Hinternet, um den Gemeindegliedern ihrer sieben Gemeinden in der „verordneten Einsamkeit“ Trost und Nähe spenden zu können. Die Initiatorin nutzt dabei eine Funktion der Chat-Plattform WhatsApp so, dass dabei die einzelnen Mitglieder anonym sind und sich nur direkt mit ihr vertraulich austauschen können. Zum Start hatte sie bereits 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelt – auch weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus. Die Idee kam an: Ein Jahr später sind es 420. Die älteste Teilnehmerin ist 90 Jahre alt, die jüngsten sind die Konfirmandinnen und Konfirmanden. Rund 170 Beiträge aus dem „evangelischen Hinter Stübchen“ sind bislang entstanden. Sie sei selbst überrascht, sagt Steffi Sander und schmunzelt: „Das Hinternet ist hinterkonfessionell, hinteraktiv und hoffentlich noch weit über die Coronazeit hinaus hinteressant.“

gläubige Ostfriesin zusammen, vermittele Spiritualität und Gottes Nähe auf unangestrengt humorvolle Weise. Als Ersatz für die althergebrachte Seelsorge möchte sie das Hinternet gar nicht sehen: „Die echte menschliche Begegnung sollte nicht abgelöst werden.“ Aber ihr ist aufgefallen, dass dieses Medium den Zugang zur Gemeinde vereinfacht, „vielleicht, weil es so niedrigschwellig einlädt“. So kann sie sich vorstellen, es als Ergänzung auch über die Corona-Pandemie hinaus beizubehalten. „Das ist eine prima Plattform. Man erfährt voneinander, man ist miteinander.“ Auch Jan Diekena denkt längst über die Corona-Pandemie hinaus. Er sieht im Hinternet den Anfang für einen neuen Weg der Kirche, meint der Mann, der erklärt, dass er die biblische Geschichte nicht wörtlich, aber als Botschaft von Nächstenliebe und Respekt als einen „Wertekorridor“ gerne annimmt. „Die alte Kirche sollte sich auf die neuen Medien einlassen.“ Von Axel Pries

„Die alte Kirche sollte sich auf die neuen Medien einlassen“, sagt Jan Diekena.

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Foto: Ulf Preuß

Foto: Ulf Preuß

3 reformiert 2021

„Einmischen“ Die Evangelisch-reformierte Kirche hat sich mit einem eigenen Positionspapier in die Zukunftsdiskussion der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eingeschaltet. Das vom kirchenleitenden Moderamen veröffentlichte Papier trägt die Überschrift „Einmischen“. In ihm formuliert die reformierte Kirchenleitung „Konkretionen und Zuspitzungen“ zu den „Zwölf Leitsätzen zur Zukunft einer aufgeschlossenen Kirche“, die die EKD-Synode im Herbst 2020 verabschiedet hatte. „reformiert weitergedacht“ lautet der Untertitel: „Wir wollen damit die Diskussion über die Zukunft der Kirche weiter anregen“, so Kirchenpräsident Martin Heimbucher.

www.reformiert.de/ nachricht/ einmischen.html


THEMA

CORONA in Südafrika Die Infektionslage ist derzeit entspannt, der Hunger ist aber schlimmer geworden Als Deutschland die dritte Infektionswelle erlebte und die Bundesnotbremse einführte, konnten Südafrikaner sich längst wieder in Restaurants mit Freunden treffen. Sie dürfen – mit Mundnasenschutz und „social distancing“ - zum Friseur, in die Kirche, Boutiquen, Fitnessclubs und zur Schule. Denn trotz der gefürchteten südafrikanischen Virus-Variante war die Infektionsrate im April 2021 so stark gesunken, dass einige Kliniken leere Covid-Stationen hatten. Warum, ist nicht klar. Vielleicht, weil Südafrikas Bevölkerung jung ist (Durchschnittsalter 28 Jahre) und viele bereits Covid-Antikörper haben. Außerdem herrscht strenge Maskenpflicht (auch draußen), und der erste Lockdown im März 2020 war einer der härtesten der Welt. Andererseits ist das staatliche Gesundheitswesen marode, das Impfprogramm stockend und die Rate der HIVund TB-Vorerkrankungen hoch. Dazu lebt die Mehrzahl beengt und in Armut, so dass Abstandhalten schwierig ist. „Es gab schon immer viele, die nicht genug zu essen haben. Aber seit Corona ist der Hunger

schlimmer geworden“, sagt Shireen Poggenpoel (53) aus dem Arbeiterviertel Lavender Hill. „Viele Nachbarn haben ihre Jobs verloren und kein Geld für Lebensmittel. Einige haben staatliche CovidHilfe (350 Rand/20 Euro im Monat) erhalten, aber damit ist Schluss. Bei uns klingelt dauernd jemand und bittet um Essen. Am Wochenende kochen wir immer mehr, damit wir etwas abgeben können.“ „Uns geht es besser als vielen anderen“, sagt Shireen, die bei ihrer 25-jährigen Tochter Lisa, deren Mann Dylan (26) und Söhnen Brady (3) und Mason (6) in einem kleinen Haus wohnt. Am Ende ihrer Straße fangen zwar schon die Wellblechhütten an und um die Ecke stehen schäbige Mietskasernen, aber sowohl sie als auch Tochter und Schwiegersohn haben gute Jobs. Lisa arbeitet weiterhin im Homeoffice an ihrem Laptop im winzigen Wohnzimmer, wo die Kinder oft daneben auf dem Handy spielen oder fernsehen. Der Ältere geht wegen der Covidregeln nur jeden zweiten Tag in die Kita und der Jüngere zur Vorsicht gar nicht, weil er früher Lungenprobleme hatte.

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„Es gab schon immer viele, die nicht genug zu essen haben. Aber seit Corona ist der Hunger schlimmer geworden“, sagt Shireen Poggenpoel.

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Fotos: Silke Colquhoun

3 reformiert 2021

Berendine Hüsemann (66) Mitglied im Frauenausschuss, Nordhorn „Der Weltgebetstag ist nicht ausgefallen, aber er war ganz anders als all die Jahre zuvor. Digital waren wir verbunden mit Frauen aus aller Welt. Unter dem Motto „Worauf bauen wir?“ habe ich das tiefe Gottvertrauen und die Dankbarkeit der Frauen aus Vanuatu gespürt, die auch mich bewegt hat. Und besonders schön war das Singen der Weltgebetstagslieder mit Bea Nyga im Livestream, die ein Gefühl der Solidarität widerspiegeln.“


THEMA Fortsetzung von Seite 11

Wohnblöcke im Township Lavender Hill bei Kapstadt Shireen Poggenpoel mit ihrer Tochter Lisa und Enkel Mason in ihrem Wohnzimmer.

Shireen ist bei der örtlichen Hilfsorganisation New World Foundation für die Nachmittagsbetreuung angestellt. „Vor Corona haben wir 50 Schulkinder betreut, nun sind es über 90. Sie kommen gern, weil wir zusammen basteln und Hausaufgaben machen“, sagt sie. „Außerdem gibt es ein Sandwich und Obst. Wir haben jetzt drei Gruppen, um den nötigen Abstand einzuhalten. Bei den Kleineren klappt das nicht immer: Die Maske rutscht runter oder sie umarmen mich.“ Weil alle so eng zusammenleben, ist die Ansteckungsgefahr größer als in den reicheren Wohnvierteln. Für Südafrikaner mit eigenem Garten, Pool und großem Haus mit Weinkeller war selbst der totale Lockdown erträglich, als niemand sein Grundstück verlassen durfte (auch nicht zum Joggen oder Gassi gehen), bis auf Supermärkte alles geschlossen war und völliges Alkoholverbot herrschte. In Lavender Hill war diese Zeit beängstigend. Die Arbeitslosenrate stieg an, Lebensmittel wurden knapp, in den engen Wohnungen brodelten Langeweile und Gewalt. Und dann erlebte Shireen eine böse Überraschung: „Mein Bruder hat

mich mit Covid ansteckt. Insgesamt zwölf Familienmitglieder waren krank, darunter auch meine 70-jährige Mutter“, sagt sie. „Ich fühlte mich furchtbar - körperlich und seelisch. Mein Schwager brauchte Sauerstoff, aber niemand von uns ist gestorben. Ich habe viel zum Herrn gebetet, meine Familie zu beschützen.“ Ihre Gemeinde der Uniting Reformed Church Lavender Hill hatte auf Online-Gottesdienste und Bibelkreise umgestellt und ebenfalls für sie gebetet. Offiziell sind rund 55.000 Südafrikaner an Covid gestorben, aber die wirkliche Zahl wird höher geschätzt. Am Kap ist es herbstlich und eine dritte Infektionswelle droht, aber die meisten fürchten mehr um ihre wirtschaftliche Existenz als sich anzustecken. „Wir bemühen uns um Normalität,“ sagt Shireen. „Ich habe bereits Covid und Krebs überwunden und blicke nach vorn, nicht zurück. Bessere Zeiten werden kommen. Gott wird uns leiten.“ Von Silke Colquhoun

„Auch rücken die Berufe der Pflege mehr ins gesellschaftliche Bewusstsein“, sagt Bastian van der Veen.

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Foto: Ulf Preuß

Foto: Jens Schulze

3 reformiert 2021

In der Stille angekommen In der Stille angekommen, werd ich ruhig zum Gebet. Große Worte sind nicht nötig, denn Gott weiß ja, wie’s mir geht. In der Stille angekommen, leg ich meine Masken ab. Und ich sage Gott ganz ehrlich, was ich auf dem Herzen hab. Danken und loben, bitten und flehn, Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit offnen Augen sehn. Reden, hören, fragen, verstehn. Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit seinen Augen sehn. In der Stille angekommen, schrei ich meine Angst heraus. Was mich quält und mir den Mut nimmt, all das schütt ich vor Gott aus. In der Stille angekommen, nehm ich dankbar, was er gibt. Ich darf zu ihm „Vater“ sagen, weil er mich unendlich liebt. Danken und loben, bitten und flehn, Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit offnen Augen sehn. Reden, hören, fragen, verstehn. Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit seinen Augen sehn.

Text: Christoph Zehendner Musik: Manfred Staiger, Felsenfest Musikverlag, Wesel


INFO SÜDAFRIKA IN ZAHLEN Bevölkerung rund 60 Mio, 81% schwarz, 11% „coloured“ und indisch, 8% weiß COVID (7. MAI 2021) Gesamtfälle 1,59 Mio (DEU 3,5 Mio) Genesungen 1,51 Mio (DEU 3,14 Mio) Neuinfizierungen (7-Tage-Durchschnitt) 1631 Todesfälle 54.620 (DEU 84.425) COVID-IMPFUNG Nur 380.000 von 1,5 Mio im Gesundheitswesen Tätigen geimpft (Johnson & Johnson) Ziel: bis Feb. 2022 40 Mio Impfungen, zunächst Senioren, Vorerkrankte, Heimbewohner, systemkritische Berufe Impfstoffe: J&J, Pfizer, Moderna sind bestellt; interessiert an Sinopharm, Sputnik GESUNDHEITSDATEN 62,5 Jahre Lebenserwartung bei Männern 68,5 Jahre Lebenserwartung bei Frauen 16% sind krankenversichert 84% nutzen staatliche Gesundheitsversorgung oder zahlen Arztbesuche privat Fotos: Silke Colquhoun

„Nach dem Sonntagsfrühstück einen Spaziergang und danach Gottesdienst feiern zu Hause mit Laptop“, erzählt Wolfgang Wagenfeld. Foto: Jens Schulze

Foto: Jens Schulze

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150.000 Euro Sondermittel gab es 2020 aus einem Corona-Fonds für die Kirchengemeinden.

Mit diesem Geld haben viele Gemeinden technisches Equipment angeschafft.

Foto: Ulf Preuß


Wie aus einer Notlage INFO Festakt zum Jubiläum 450 Jahre Emder Synode Zeit: Donnerstag, 10. Juni 2021 - 12.00 Uhr Livestream am 10. Juni ab 11.45 Uhr www.reformiert.de und www.emden.de Festvortrag: Prof. Dr. Irene Dingel, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz Grußworte: Dr. Wolfgang Schäuble, Bundestagspräsident; Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der EKD; drs. Jeannette Galjaard, Vize-Präses der Protestantse Kerk Nederland (PKN) Musik: Ensemble Concerto Foscari unter Leitung von Alon Sariel mit Musik aus der Zeit der Emder Synode von 1571

Foto: Archiv Universität Leiden

Johannes Taffinus war zur Zeit der Emder Synode Pastor der französischen Gemeinde in Heidelberg. Er lebte ab 1586 mehrere Jahre in Emden.

Reformierte feiern 450 Jahre Emder Synode Zwischen Flucht und Verfolgung: Als Reformierte in Europa in der Reformationszeit ihre ersten Synoden abhielten, gestaltete sich das alles andere als einfach. Bis ins 17. Jahrhundert hinein wüteten in Europa Glaubenskriege, Protestanten galten in den Niederlanden gar als Ketzer. 2021 erinnert die Evangelisch-reformierte Kirche gemeinsam mit dem Reformierten Bund an ein Ereignis, das trotz aller Widrigkeiten Menschen in ihrem Glauben zusammenbrachte: die Emder Synode. 1571 beschloss sie, als eine der ersten Synoden in der Geschichte der reformierten Protestanten, eine reformierte Kirchenverfassung. Damit legte sie einen wichtigen Grundstein für die Zusammenarbeit in Glaubensfragen bis heute. „Die Emder Synode ist ein erstaunliches Beispiel dafür, wie aus einer akuten Notlage, der Verfolgung und Flucht niederländischer Gemeinden, etwas Zukunftsweisendes entstehen kann: nämlich eine staatsunabhängige Kirchenverfassung“, sagt Kirchenpräsident Martin Heimbucher. Reformierte Christen lebten im 16. Jahrhundert über Europa zerstreut, verteilt auf unterschiedliche Herrschaftsgebiete – mit unterschiedlichen Regeln. Die Niederlande unterstanden damals dem spanischen Statthalter Herzog von Alba. Die Truppen des sogenannten eisernen Herzogs gingen oft brutal gegen Protestanten vor. Tausende Menschen wurden vertrieben, teilweise sogar öffentlich hingerichtet. Viele Protestanten flohen deshalb in Nachbarregionen. Mit der Zeit entstanden dort wallonische und flämische Flüchtlingsgemeinden. Auch Emden wurde im 16. Jahrhundert zu einer Herberge für Glaubensflüchtlinge. Vor diesem Hintergrund wuchs unter Reformierten aus den Niederlanden der Wunsch, grundsätzliche Glaubensfragen zu diskutieren und sich als Glaubensgemeinschaft zu organisieren - über alle Grenzen hinweg: die Geburtsstunde der Emder Synode. Allein schon die Idee eines internationalen Runden Tisches war bahnbrechend. Man denke außerdem an den Aufwand, den so ein Treffen im 16. Jahrhundert bedeutete. Reisen erforderte lange Planungen. Die Straßen waren unwegsam. Zeitzeugen berichteten von Wegelagerern und Seeräubern. In Teilen Europas wütete die Pest.


Zukunftsweisendes entstehen kann Trotzdem gelang es 1571 zur Emder Synode insgesamt 29 Teilnehmer zusammenzubringen – Pastoren und Älteste aus unterschiedlichsten Regionen: von Flandern bis Ostfriesland, vom heutigen Baden bis zur Nordseeküste, mit oft bewegenden Lebensgeschichten. Sowohl der erste Präses der Synode, Gasparus Heydanus, als auch Ko-Organisator Johannes Taffinus mussten fliehen und mehrfach ihren Wohnsitz wechseln. Beide lebten zeitweise in Antwerpen. Heydanus arbeitete dort nach seiner Flucht einige Jahre als einfacher Schuhmachergehilfe, bevor er später als Pastor zunächst nach Frankfurt am Main, danach weiter nach Heidelberg zog. Es sind Geschichten, die verdeutlichen, vor welcher Herausforderung Teilnehmer der Synode standen: eine Kirchenordnung zu schaffen, die reformierte Gemeinden unabhängig von staatlicher Obrigkeit und über Ländergrenzen hinweg verbindet. Am Ende stand ein revolutionäres BeschlussProtokoll aus drei Teilen. Der erste Satz ist uns bis heute in leicht abgeänderter Form in der Kirchenverfassung der Evangelisch-reformierten Kirche erhalten: „Keine Gemeinde soll über andere Gemeinden, kein Pastor über andere Pastoren, kein Ältester über andere Älteste, kein Diakon über andere Diakone Vorrang haben oder Herrschaft beanspruchen.“ Es ist ein Verfassungsmodell, das für die damalige Zeit revolutionär war: ohne Hierarchien, mit gleichberechtigter Beteiligung. Die Emder Synode hatte damit nicht nur Folgen für die niederländische Kirche. Sie ist auch ein frühes Beispiel des reformierten Verständnisses, wie Entscheidungen herbeigeführt werden: in einem „Zusammenspiel von Liberalität und Verbindlichkeit“, sagt Martin Heimbucher: „Sie einigten sich auf den Freiraum einer gewissen konfessionellen Vielfalt und zugleich auf klare Verfahrensregeln für ihre Entscheidungen.“ Im Jubiläumsjahr – 450 Jahre später – erinnern Reformierte deshalb in Deutschland wie auch den Niederlanden an die Emder Synode. Die Johannes a Lasco Bibliothek zeigt vom 6. Juni bis zum 7. November in Emden eine eigene Ausstellung. Am 10. Juni wird ein Festakt in Emden stattfinden – unter Pandemie-Bedingungen in kleinerem Rahmen als geplant, aber als Livestream mitzuverfolgen. Von Isabel Metzger

Foto: Archiv Johannes a Lasco Bibliothek

Die Alte Stadthalle Emden war 1571 der Versammlungsort; das Foto stammt von Anfang des 20. Jahrhunderts.

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In der Großen Kirche in Leer hielt er seine Predigt zum Einstand, hier wird er am 16. Juli verabschiedet.

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INFO Martin Heimbucher wurde im Juni 2013 durch die Gesamtsynode zum Kirchenpräsidenten gewählt. Der promovierte Theologe trat sein Amt am 1. November 2013 an. Der Gottesdienst zur Verabschiedung Martin Heimbuchers findet am Freitag, 16. Juli in der Großen Kirche in Leer statt – wegen der Corona-Pandemie mit begrenzter Besucherzahl. Über die Webseite www.reformiert.de wird er ab 14.00 Uhr im Streaming zu sehen sein.

Fot0: Ulf Preuß


„Es ist mir eine Freude gewesen!“ Kirchenpräsident Martin Heimbucher geht Ende Juli in den Ruhestand Wenn Martin Heimbucher in diesem Sommer in den Ruhestand geht, ist es ein dankbarer Blick, den er auf die vergangenen acht Jahre seines Berufslebens wirft. „Vor meinem Amtsantritt hatte ich großen Respekt dieser Aufgabe gegenüber“, sagt er. „Und auch wenn ich inzwischen super eingearbeitet bin und über ein großes Netzwerk verfüge – den Respekt habe ich nie verloren.“ 2013 hatte er das Präsidentenamt der reformierten Kirche in Deutschland übernommen, eine Aufgabe, die extrem vielfältig ist: Als Präsident ist Heimbucher sowohl theologischer Leiter als auch Verwaltungschef des Landeskirchenamtes in Leer. Zahlen spielen hier eine ebenso große Rolle wie die Verkündigung. „Es ist ein Amt mit einer großen Verantwortung“, sagt er. Mit fast 66 Jahren räumt er seinen Schreibtisch nun für seine Nachfolgerin Susanne Bei der Wieden. Es sei eine Freude gewesen, dieses „kleine, charmante Kirchenamt“ zu leiten, zieht Martin Heimbucher positive Bilanz. Tatsächlich ist die Kirchenverwaltung in Leer mit rund 70 Mitarbeitenden eine der kleinsten unter den Landeskirchen der EKD. „Es ist hier sehr familiär, jeder kennt jeden, das wirkt sich positiv aus. Es herrscht ein schönes Zusammengehörigkeitsgefühl. Auch Neue werden sofort “eingemeindet“, ist seine Erfahrung. Auf ihn selbst trifft das offensichtlich ebenfalls zu: Heimbucher und seine Frau fühlen sich in Leer so wohl, dass sie hier bleiben wollen. Damit hat Martin Heimbucher, der im Südosten der Republik – in Regensburg – geboren wurde, nun ganz im Nordwesten seine Heimat gefunden. „Für uns war eigentlich klar, dass wir im Ruhestand zurück nach Göttingen gehen, wo wir 14 Jahre lang gelebt haben. Die Entscheidung, in Leer zu bleiben, hat uns selbst überrascht“, lacht der Kirchenpräsident. Im Gespräch bleiben, Dinge offen ansprechen ist für Heimbucher einer der wesentlichen Grundzüge guter Zusammenarbeit. Das gilt für die Mitarbeitenden im Kirchenamt ebenso wie für die Gemeinden in ganz Deutschland. „Ich habe alle 140 Pastorinnen und Pastoren besucht, die zu unserer Kirche gehören.“ Zwischen Lübeck und Bayern, zwischen Dresden und der niederländischen Grenze war er unterwegs, in Gemeinden, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Ob im Norden oder im Süden, im engen Verbund oder als Reformierte in der Diaspora bewegen die Gemeinden ganz individuelle Fragen. „Ich habe die Pastorinnen und Pastoren ermutigt, die Gelegenheit zum Gespräch über ihre Themen zu nutzen.“ Denn eines war Martin Heimbucher schon beim Amtsantritt klar: „Fast zehn Jahre lang war ich aus dem Pastorenberuf raus. Das heißt auch, dass ich einiges in der Entwicklung nicht mehr

direkt mitbekommen habe.“ Gleichzeitig macht er deutlich: „Ich bin Pastor – das wird man nicht los.“ In der Wolle gefärbt, nennt er diese intensive Prägung. Der Kontakt sei auch während seiner Arbeit bei der Union Evangelischer Kirchen (UEK) in Hannover eng genug gewesen, um die Stimmungslage der Gemeinden mitzubekommen. Dennoch sei die direkte Kommunikation noch etwas anderes. Vor diesem Hintergrund hat er die Gemeinden auch zum direkten Austausch untereinander ermutigt. „Die Erfahrungen sind sehr bereichernd, da kann eine Gemeinde von der anderen profitieren.“ Wenn Martin Heimbucher im Juli aus seinem Amt verabschiedet wird, geht er in einer Zeit besonderer Herausforderungen. Die Corona-Pandemie hat die kirchliche Arbeit in den vergangenen anderthalb Jahren geprägt. Entscheidungen mussten immer wieder hinterfragt und den aktuellen Entwicklungen angepasst werden. Das Gemeindeleben findet seit März 2020 unter sehr beschränkten Bedingungen statt. „Nicht nur an der Basis, auch im Kirchenamt haben wir uns den Kopf zerbrochen, welche Wege möglich sind“, erzählt der Kirchenpräsident. Was ihn dabei erstaunt hat: „Die Gemeinden lassen sich aus Leer eigentlich nichts sagen. Umso mehr hat es uns gefreut, dass wir ein so positives Feedback auf unsere Empfehlungen bekommen haben.“ Wichtig sei ihm das Signal gewesen, der Pandemie nicht hilflos ausgesetzt zu sein, sondern Gestaltungsmöglichkeiten zu haben. Für die Gemeinden seien die Bedingungen der Pandemie auch ein „unfreiwilliger Lernschub“ gewesen. Mittelfristig werden sie davon profitieren, denn die Kirchen stehen auch nach Corona vor großen Herausforderungen: So wie Martin Heimbucher werden in den kommenden Jahren viele Theologinnen und Theologen der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen – das erfordert erhebliche Umstellungen, nicht nur weil es an Nachwuchs fehlt. „Auch der Letzte merkt inzwischen, dass wir vor diesem Hintergrund neue Wege gehen müssen“, sagt Heimbucher. „Wir stecken mitten in einem Veränderungsprozess.“ Vieles sei hier schon auf den Weg gebracht, zeigt er sich optimistisch. „Die jungen Leute haben einer ganzen Kirche gezeigt, wie die neuen Medien ins Gemeindeleben eingebunden werden können. Da sprießen Pflänzchen, von denen die Kirche insgesamt profitieren wird.“ Und so geht der Kirchenpräsident im Sommer zuversichtlich in den Ruhestand – die nächste Generation ist bereit. Von Anke Brockmeyer


PERSONEN

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Hauke Not wird neuer Pastor der Kirchengemeinde Nordhorn. Wegen der Corona-Pandemie musste die Wahl im Briefwahlverfahren durchgeführt werden. Der 33-jährige Theologe ist zurzeit noch als Seelsorger in Uelsen tätig. Er studierte Theologie in Wuppertal, Marburg und Amsterdam. Sein Vikariat absolvierte er in der Gemeinde Göttingen.

Reiner Rohloff wird neuer Pastor der Gemeinde Brandlecht in der Grafschaft Bentheim. Die Gemeinde wählte den 57-jährigen Theologen jetzt per Briefwahl. Rohloff bleibt weiterhin mit halber Stelle Religionslehrer. Als Studienleiter an der ökumenischen Bildungs- und Begegnungsstätte Kloster Frenswegen scheidet er Ende Mai aus.

[2] Friedrich Knoop wird neuer Pastor in MeppenSchöninghsdorf. Die Gemeinde wählte den 54-jährigen Theologen jetzt per Briefwahl. Friedrich Knoop war zuletzt bis 2017 Pastor der Kirchengemeinde Lage (Grafschaft Bentheim). 2014 trat der Parteilose als Kandidat der SPD bei der Wahl des Samtgemeindebürgermeisters in Neuenhaus (Grafschaft Bentheim) an. Damals verlor er die Wahl.

[5] Ulrike Litschel, Pastorin der Evangelisch-reformierten Kirche in Hamburg, ist Ende März in den Ruhestand getreten. Sie war dann fast 30 Jahre in der Gemeinde tätig. Ulrike Litschel (65) kam 1991 als Pastorin in die Hansestadt. Bevor sie Theologie in Bochum und Hamburg studierte, hatte sie schon ein Studium der Sozialpädagogik absolviert und zweieinhalb Jahre in diesem Beruf gearbeitet.

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Sebastian Schrap wird neuer Pastor in Canhusen und Loppersum. Die Gemeinde wählte den 35-jährigen Theologen Ende April. Schon seit Oktober 2017 arbeitet er als Seelsorger in den Kirchengemeinden Hinte, Westerhusen und Groß Midlum sowie zur Vertretung in Loppersum und Canhusen.

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Klaus Kuhlmann, Pastor der Gemeinde Braunschweig, ist nach 27 Jahren dort Ende April in den Ruhestand getreten. Der 63-jährige Theologe, der auch eine Ausbildung zum Supervisor hat, wurde 1994 in Braunschweig als Pastor gewählt. Zuvor hatte er neun Jahre die Pfarrstelle für Verstreute Reformierte zwischen Hannover und Bremen inne. [4]

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Holger Lübs wird neuer Pastor in Braunschweig. Die Gemeinde wählte den 53-jährigen Theologen im März. Lübs ist noch als Auslandspfarrer in Barcelona tätig. Holger Lübs stammt aus Magdeburg, vor seinem Theologiestudium absolvierte er eine Ausbildung als Steinmetz. [8]

Friedrich Behmenburg, Pastor der Gemeinde Brandlecht (Grafschaft Bentheim), ist Ende April in den Ruhestand gegangen. Seine Gemeinde verabschiedete den 65-jährigen Theologen und passionierten Musiker mit einem Videogottesdienst am Sonntag, 2. Mai. Behmenburg kam 2008 als Pastor nach Brandlecht, zuvor war er 22 Jahre Gemeindepastor in Schüttorf. [9] Dieter Krabbe, Pfarrer der Gemeinde in Nürnberg, ist am 1. März mit 65 Jahren in den Ruhestand getreten. 1985 kam er als Vikar nach Nürnberg und ist seitdem dort - mit drei Jahren Unterbrechung in Israel. Von 1987 bis 1989 war er als Theologe in der evangelischen Erlöserkirchengemeinde Jerusalem tätig. Danach wählte ihn die Nürnberger Gemeinde zu ihrem Pfarrer.

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Michael Beintker (74), ehemaliger Inhaber des Lehrstuhls für reformierte Theologie an der Universität Münster, ist mit dem KarlBarth-Preis der Union Evangelischer Kirchen ausgezeichnet worden. „Die UEK würdigt das theologische Gesamtwerk Michael Beintkers und sein – mit diesem Werk in außergewöhnlicher Intensität verbundenes – Engagement in Kirche und Gesellschaft“, hieß es. [11] Die Evangelisch-reformierte Kirche trauert um Pastor Friedhelm Stemberg, seit sechs Jahren Mitglied des Moderamens der Gesamtsynode. Stemberg verstarb unerwartet während der Tagung der Gesamtsynode in Emden in der Nacht vom 4. auf den 5. März. Er wurde 61 Jahre alt. Kirchenpräsident Martin Heimbucher sagte anlässlich seiner Beisetzung: „Friedhelm Stemberg fehlt. Er fehlt seinen Angehörigen. Er fehlt in seiner Gemeinde. Und er fehlt auch im Moderamen, unserem gesamtkirchlichen Leitungsgremium. Als ausgebildeter Gemeindeberater brachte er einen nüchternen, systemischen Blick in die Beratungen ein. Er gehörte zu den Vordenkern des gesamtkirchlichen Impulsprozesses.“

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Foto: Britta Brühling

Foto: Gemeinde Nordhorn

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Foto: Privat

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Foto: Gemeinde

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Hamburg

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Foto: Privat

Foto: Privat

Foto: ERK

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Foto: Privat

Foto: Schorsch Rieger

Foto: epd-Bild/Jens Schulze

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Foto: Britta Brühling


AKTUELLES

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Foto: Andrea Enderlein

Die neugewählte Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden

[1] Susanne Bei der Wieden gewählt Neue Kirchenpräsidentin der Evangelischreformierten Kirche wird Susanne bei der Wieden. Die digital tagende Gesamtsynode wählte die 54-jährige Theologin am 4. März. Bei der Wieden erhielt im ersten Wahlgang 46 Stimmen. 14 Synodenmitglieder stimmten für die Braunschweiger Theologin Sabine Dreßler. Synodenpräses Norbert Nordholt gratulierte Bei der Wieden und wünschte ihr für die zukünftigen Aufgaben viel Glück, Ausdauer und Gottes Segen. Nordholt zeigte sich sehr zufrieden über das eindeutige Ergebnis. Das gebe der neuen Kirchenpräsidentin Rückenwind für ihr anspruchsvolles Amt. Susanne Bei der Wieden ist seit 2003 Pfarrerin der evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/Main, diese gehört zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). In der Synode der EKHN nimmt sie seit 2010 das Amt der stellvertretenden Synodenpräses wahr. Von 1999 bis 2003 lehrte sie am Reformierten Seminar für pastorale Aus- und Fortbildung in Wuppertal. Die Amtsübernahme erfolgt Anfang September, der Einführungsgottesdienst in Leer findet am 4. September statt. In der nächsten Ausgabe wird die neue Kirchenpräsidentin ausführlich vorgestellt. Jugend tritt Seenotrettungsbündnis [2] united4rescue bei Die Evangelisch-reformierte Jugend ist vor kurzem dem Bündnis für die Rettung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer, „united4rescue“, offiziell beigetreten. Den Beitritt hatte die Jugendkonferenz im März dieses Jahres beschlossen und eine AG Seenotrettung gegründet. „Wir wollen Kirche sein, die nicht wegschaut“, sagte die Theologiestudentin Tina Yzer anlässlich des Beitritts zum Bündnis. „Wir schütteln den Kopf angesichts des Versagens der Politik und der Menschen in Europa und wollen es nicht verstehen, sondern uns laut dagegenstellen.“ Die Arbeitsgruppe Seenotrettung wolle in der nächsten Zeit durch verschiedene Aktionen für das Thema Seenotrettung sensibilisieren, um es in

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Foto: epd-Bild/Thomas Lohnes

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Archivfoto: Pilipp Eifler

Das Seenotrettungsschiff Sea-Watch 4 im August 2020 auf dem Weg in das Gebiet vor der libyschen Küste.

Die Jugendkirche Osnabrück als Konzertlocation: hier im Rahmen des Stadtteilfestes Lichter in den Höfen.

der Kirche wachzuhalten. Neben Tina Yzer gehören elf Ehren- und Hauptamtliche der Gruppe an. Geplant sind derzeit ein Jugendgottesdienst per Livestream aus der Jugendkirche Osnabrück am 29. August sowie eine Podiumsdiskussion ebenfalls per Livestream am 29. Oktober. „Wir sind einerseits sehr froh, nun auch als Jugend ein deutliches Zeichen zu setzen. Andererseits hoffen wir natürlich, dass dies schnellstmöglich nicht mehr notwendig sein muss“, sagte Yzer. Das erneute Kentern eines Bootes vor der libyschen Küste vor kurzem zeige leider das Gegenteil. Tagelang habe niemand auf Hilferufe reagiert, über 100 Menschen seien ertrunken. Bereits im August 2019 hatte sich die Evangelisch-reformierte Kirche an dem Rettungsbündnis mit 15.000 Euro beteiligt. Im vergangenen Jahr hatte das Rettungsbündnis united4rescue die SeaWatch 4 an die Seenotrettungsorganisation übergeben, seit August ist das Schiff im Mittelmeer im Einsatz.

Neufassung der Reformierten Liturgie Für die Gestaltung der Gottesdienste in evangelisch-reformierten Gemeinden wird derzeit ein neuer Leitfaden erstellt. Koordiniert vom Reformierten Bund kümmert sich eine 30-köpfige Fachgruppe um die Neugestaltung der Reformierten Liturgie. Projektleiterin ist die Pfarrerin Judith Filitz aus der Lippischen Landeskirche. Zuletzt erschien die Reformierte Liturgie 1999 neu. In dem Regelwerk für die Gestaltung von Gottesdiensten finden sich Texte zu allen Gottesdienstelementen wie Taufe und Abendmahl, für Trauungen und Beerdigungen sowie Gebetsvorschläge. Neu dazukommen werden die Themen „ökumenischer Gottesdienst“ mit einem englischsprachigen Formular sowie Überlegungen zu digitalen Gottesdienstformaten.

[3] Popkultur und Kirche Im Juni startet in der Osnabrücker Jugendkirche das „Popkirche Festival“ Zusammen mit dem Osnabrücker Verein nia wortmusik holt sie sechs Bands in die Friedenskirche im Osnabrücker Rosenplatzquartier. „Über den Sommer verteilt erwartet die Besucher*innen feinste Pop-, Blues- und Singersongwriter-Musik aus Deutschland und England in besonderer Atmosphäre“, heißt es in der Ankündigung. Neben eingängiger Musik stünden bei den eingeladenen Bands vor allem auch die Texte der selbstgeschriebenen, oft deutschsprachigen Lieder im Mittelpunkt. Das Popkirche Festival wird nun mit knapp 13.000 Euro von der Förderinitiative „Niedersachsen dreht auf“ unterstützt. Die Konzerte finden unter Einhaltung der jeweils geltenden Hygienebedingungen statt. Folgende Bands sind Teil des Popkirche Festivals: KÄT (17.6.), SOBI (8.7.), Karsten Brudy (15.7.), Sarah Brendel (24.9.), Jan Jakob (30.9.), David Lübke (7.10.). www.nia-wortmusik.de

IMPRESSUM Reformiert: ,reformiert’ ist die Mitgliedszeitschrift der Evangelischreformierten Kirche. Herausgeberin: Evangelisch-reformierte Kirche, Saarstraße 6, 26789 Leer, www.reformiert.de Redaktion: Ulf Preuß (verantwortlich), Pressesprecher, Tel. 0491 / 91 98-212, E-Mail: presse@reformiert.de Redaktionsbeirat: Andre Berends, Klaus Bröhenhorst, Antje Donker, Matthias Lefers, Günter Plawer, Steffi Sander, Herbert Sperber, Burkhart Vietzke Konzeption, Gestaltung und Layout: dpp - Designagentur projektpartner, 26789 Leer, www.dpp-leer.de Druck und Vertrieb: SKN Druck und Verlag, Norden, www.skn-druck.de Auflage: 125.000 Exemplare

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Fotos: Günter Fotos: Plawer Günter Plawer

Pastorin Frauke Schaefer sorgt sich um Kirche und Natur. Riss im Putz in der Lengericher Kirche

Lengericher Protest gegen Grundwasserentnahme

POSITION

„Wir sehen Folgen für unsere ganze Natur“

„Es geht um die Bewahrung der Schöpfung für unsere nachfolgenden Generationen“, erklärt die Pastorin der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lengerich/Evmsland, Frauke Schaefer. Die reformierte Kirchengemeinde engagiert sich seit einiger Zeit mit der Arbeitsgemeinschaft „Unser Wasser“ gegen das Fördern von Grundwasser rund um Lengerich durch den Wasserverband „Lingener Land“. Seit Anfang 2020 fördert der Wasserverband bis zu drei Millionen Kubikmeter Grundwasser in diesem Gebiet. Ein Pumpversuch sei das, so der Wasserverband, um zu prüfen, welche Folgen sich für die Umwelt ergeben. Allerdings soll fast die Hälfte des Wassers den Durst der Lingener Industrie stillen, die es als Brauchwasser nutzen will. Dagegen wehrt sich die Arbeitsgemeinschaft, die vornehmlich von betroffenen Landwirten gegründet wurde. Sie befürchten große Nachteile für ihre landwirtschaftlichen Betriebe. Denn wenn durch das Abpumpen der Grundwasserspiegel sinke, stehe weniger Wasser für die Ställe und die Felder zur Verfügung.

Die Kirchengemeinde sieht durch den sinkenden Grundwasserspiegel vor allem ihre 1000 Jahre alte Kirche und die sie umgebenden alten Linden gefährdet. „Wir stellen immer mehr länger und tiefer werdende Risse im Mauerwerk unserer Kirche fest. Putzstückchen fallen immer wieder von den Wänden. Und wenn die wunderschönen Linden ihren festen Stand verlieren, werden sie möglicherweise zu einer Gefahr.“ Schäden seien auch in Privathäusern zu erkennen, so die Pastorin. „Wir als Kirchengemeinde sehen aber auch auf die Folgen für die ganze Natur“, erläutert Frauke Schaefer den Entschluss des Kirchenrates, mit anderen gegen den Landkreis wegen der Genehmigung des Pumpversuchs vor Gericht zu klagen. „Wir müssen unserer Verantwortung gerecht werden.“ Das Verfahren läuft zurzeit. Gutachter haben Messgeräte in der Kirche angebracht, die Schäden werden dokumentiert. Beginn und Ausgang des Verfahrens sind ungewiss. Von Günter Plawer

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3 reformiert 2021  

Es ist wie mitten in einem Dauerlauf: Wir sind schon so lange unterwegs, dass sich Erschöpfung breit macht. Wir wollen ins Ziel kommen und w...

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