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reformiert Berichte und Bilder aus der Evangelisch-reformierten Kirche

Bin ich das schwarze oder das weiĂ&#x;e Schaf?

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Ein Heft Ăźber die Wahrheit


Foto: Ulf Preuß

Seite 4: Zamirah Rabiya erzählt ihren Bibelvers. Seite 8: Im Dialog: Imam Zekeriyah Erdem und Pastor Johannes de Vries

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Foto: Ulf Preuß

Seite 4 Mein Bibelvers Seite 6 Wahr oder nicht wahr? Das ist hier die Frage! Über das Wesen der Wahrheit Seite 8 Gespräch über die Wahrheit Dialog zwischen einem Imam und einem Pastor

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Seite 16 Reformierter Reisetipp Auf den Spuren von Arp Schnitger Seite 18 Personen / Aktuelles / Impressum Seite 20 Position Was uns Europa heute bedeutet

Seite 11 Es war nicht immer leicht mit ihm

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Seite 12 Die Wahrheit vom entscheidenden Zeitpunkt Die evangelische Diskussion über den Schwangerschaftsabbruch Seite 14 Über Christen und Demokratie

Die Mitgliedszeitschrift ,reformiert’ wird an alle Haushalte der Evangelisch-reformierten Kirche kostenlos verteilt. Möchten Sie auch ,reformiert’ lesen? Tel. 0491 / 91 98 212, E-Mail: presse@reformiert.de Möchten Sie unsere Zeitschrift unterstützen? Spenden Sie auf folgendes Konto: Evangelisch-reformierte Kirche Stichwort: reformiert Sparkasse LeerWittmund IBAN: DE94 2855 0000 0000 9060 08 SWIFT-BIC: BRLADE21LER Spendenquittung wird zugesandt

Titelfoto: George Hiles/unsplash.com


Foto: Ulf Preuß

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Foto: Tim Boelmann/Rheiderlandzeitung

Seite 16: In der Georgskirche in Weener steht die einzige ArpSchnitger-Orgel im Bereich der Evangelisch-reformierten Kirche.

Liebe Leserin, lieber Leser, ich sehe ein graues Schaf! Vielleicht haben die vielen politischen Reden, bei denen jeder den Eindruck gewinnt, es gibt nur noch Schwarz oder Weiß und nichts mehr dazwischen, auch das Schaf verwirrt und beeindruckt. Mich ärgern die Lautsprecher, die mit ihrer vermeintlichen Wahrheit die Welt erklären. Es gibt nur eine Lösung – nur eine Wahrheit – und die wird mit aller Macht in die Öffentlichkeit hinausposaunt. Je lauter, desto besser.

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Manchmal wünsche ich mir etwas mehr Nachdenklichkeit und die Einsicht, dass es auch Grau gibt. So wie bei unserem Schaf.

Seite 18: Das Rheiderland hat eine neue Jugendreferentin.

Darum ein Heft über die Wahrheit, das nachdenklich stimmt. Und das keine Wahrheiten verkündet. Ihr

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Ulf Preuß

Pressesprecher der Evangelisch-reformierten Kirche


Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Altes Testament, Psalm 103, Verse 1 und 2

Diese Psalmverse bilden den Trauspruch meiner Eltern. Pastor Konrad Poets (Nordhorn) hat sie ihnen 1963 für ihren gemeinsamen Weg mitgegeben. Meine inzwischen verstorbene Mutter aus der Grafschaft war evangelisch-reformiert, mein Vater ist Muslim, er stammt aus Palästina und kam 1957 nach Deutschland. Eine ungewöhnliche Verbindung: 1963 besonders - aber auch heute noch. Meine Mutter und mein Vater haben mir diese Psalmverse vorgelebt. Sie haben mich darin bestärkt, mich kirchlich zu engagieren. In dem Vers ist mir die Aufforderung besonders wichtig, nicht zu vergessen, was Gott uns Gutes getan hat. Denn es geht mir gut. Dafür bin ich Gott sehr dankbar. Ich wünsche mir, dass die Welt und alle Menschen dies auch von sich sagen können.

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Zamirah Rabiya (55 Jahre alt) aus Nordhorn wurde von Pastor Konrad Poets getauft und von Pastor Ako Haarbeck konfirmiert. Die Rechtsanwältin und Notarin war zwölf Jahre im Kirchenrat der Nordhorner Gemeinde aktiv. Derzeit ist sie Mitglied des Moderamens des Synodalverbandes Grafschaft Bentheim und hat vor kurzem eine Ausbildung als Lektorin begonnen. Nach deren Abschluss wird sie an der Gestaltung von Gottesdiensten mitarbeiten.


Mein Bibelvers Zamirah Rabiya, Rechsanwältin und Notarin

Foto: Ulf Preuß


T hema

Wahr oder nicht wahr? Das ist hier die Frage Über das Wesen der Wahrheit

Die Wahrheit beschäftigt uns Menschen. Jeden Tag. 58 Prozent der Deutschen lügen täglich, so eine Befragung. Aus ganz unterschiedlichen Motiven. Jeder Tag stellt uns vor die Frage: Bleibe ich bei der Wahrheit – oder ist eine Lüge oder die Unwahrheit der bessere Weg? Und jeden Tag müssen wir uns die Frage stellen, haben wir gerade die Wahrheit gehört, oder waren das Fake News? Auch die Theologie beschäftigt sich natürlich mit der Wahrheit. Dietrich Bonhoeffer wollte zeigen, dass es manchmal nicht so einfach ist zu sagen: Wahrheit ist gut, Lüge ist schlecht!

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Ein Kurz-Quiz - Wahr oder falsch? Frage 1: Martin Luthers Apfelbäumchen Bekannt ist das Wort Luthers: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch mein Apfelbäumchen pflanzen.“ Ein schönes Wort. Es passt zum Reformator, der vor Kaiser und Reich Mut beweist. Aber hat Luther auch das Wort vom Apfelbäumchen gesagt? Nein. Das Wort ist vermutlich erst in den 1930er Jahren entstanden. Der erste belegbare Nachweis stammt von Oktober 1944 aus einem Rundbrief der Bekennenden Kirche in Hessen.


„Das wahrheitsgemäße Wort ist … so lebendig wie das Leben selbst. Wo es sich vom Leben und von der Beziehung zum konkreten anderen Menschen löst, wo die ‚Wahrheit gesagt wird‘ ohne Beachtung dessen, zu dem ich sie sage, dort hat sie nur den Schein, aber nicht das Wesen der Wahrheit.“

Grafik: designagentur projektpartner

Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer (1906 bis 1945) nahm ab April 1933 öffentlich Stellung gegen die nationalsozialistische Judenverfolgung und engagierte sich im Kirchenkampf gegen die Deutschen Christen und den Arierparagraphen im Berufsbeamtengesetz. Etwa ab 1938 schloss er sich dem Widerstand um Wilhelm Franz Canaris an. 1940 erhielt er Redeverbot und 1941 Schreibverbot. Am 5. April 1943 wurde er verhaftet und zwei Jahre später auf ausdrücklichen Befehl Adolf Hitlers hingerichtet.

7 Quelle: Dietrich Bonhoeffer: Ethik, zusammengestellt und herausgegeben von Eberhard Bethge, München 8. Auflage 1975 (1949). S.390

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Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer befasst sich 1943 mit der Frage: Was heißt die Wahrheit sagen? In seinem Text behandelt er die Frage anhand einer ganz praktischen Geschichte: Er berichtet über einen Jungen, der vor der Klasse von seinem Lehrer gefragt wird, ob es wahr sei, dass sein Vater oft betrunken nach Hause komme. Der Junge sagt daraufhin „Nein“, obwohl es stimmt, was der Lehrer durch seine Frage bestätigt haben will. Der Junge „lügt“ also.

Bonhoeffer verteidigt das „Nein“ des Kindes: „Es ist durch die Frage des Lehrers in eine Situation gebracht, der es noch nicht gewachsen ist.“ Und weiter: „Was in der Familie vorgeht, gehört nicht vor die Ohren der Schulklasse. Die Familie hat ihr eigenes Geheimnis, das sie zu wahren hat. Die Lehrer hat die Wirklichkeit dieser Ordnung missachtet.“


Gespräch über die Wahrheit Dialog zwischen einem Imam und einem Pastor Schon vor dem Eingang der Moschee in Schüttorf werden wir freundlich vom Imam der Gemeinde empfangen. Zekeriya Erdem ist seit vier Jahren der Geistliche in der DITIB-Gemeinde. Bei ihm steht Ömer Yagci vom Vorstand des Moscheevereins. Er lebt schon seit Jahrzehnten in Deutschland und spricht fließend Deutsch, im Gegensatz zum Imam. Deshalb übersetzt er an diesem Nachmittag. Auf dem Tisch stehen Getränke und Knabbereien, und das trotz des Fastenmonats Ramadan - türkische Gastfreundschaft. Ich bin mit den beiden verabredet, um mit ihnen und dem Schüttorfer Pastor Johannes de Vries über Wahrheit und Lüge zu sprechen. Was haben der Koran und die Bibel dazu zu sagen und wie haben die Theologen in ihrem Beruf damit zu tun? Na klar, uns Christen und natürlich auch den Juden sind die Zehn Gebote vertraut. Das neunte davon lautet: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten“. Ganz Pastor, legt de Vries das Gebot sofort aus. Es gehe hier in erster Linie gar nicht um die Wahrheit an sich, sagt der reformierte Theologe. „Das 8. Gebot spricht über die Beziehung zwischen den Menschen und wie die Lüge dem Nächsten schaden könne.“ Aber gibt es so ein Gebot auch im Koran? Nicht direkt, meint Imam Erdem, aber auch im Koran werde

die Lüge natürlich verurteilt. Er interpretiert die Sure An-Nahl: „Wer lügt, gehört nicht zu uns.“ Das meine das Gleiche. Und ein Lügner habe nach dem muslimischen Verständnis eine Strafe zu erwarten. Beide Theologen berichten, dass sie im Alltag mit Unwahrheiten oder Lügen konfrontiert werden. „Wenn ich mitbekomme, dass etwas nicht der Wahrheit entspricht, dann versuche ich zu forschen, ob das wirklich eine Lüge und wo die Quelle der Unwahrheit ist,“ beschreibt der Imam. Menschen gegenüber, die oft oder sogar immer die Unwahrheit sagen, verhalte er sich neutral. Aber er verurteile sie nicht und gehe auf Distanz. Seelsorgerliche Nähe sucht Zekeriya Erdem bei denen, bei denen er vermutet, dass sie gezwungen sind zu lügen, aus welchen Gründen auch immer. Auch hier sucht Erdem nach den Gründen für das Fehlverhalten. Auch für den Pastor kommt es auf die Situation an. Natürlich verstehe er sich nicht als Wächter der Wahrheit. Johannes de Vries meint: „Es gibt Menschen, die lügen zum Nachteil eines anderen. Da frage ich mich, warum macht er das? Und ist ihm bewusst, dass er die Unwahrheit sagt?“ Er würde hier versuchen, gesichtswahrend zu korrigieren. Menschen hingegen, die versuchen, sich herauszureden, die sich selber ins bessere Licht

Die Wahrheit wird euch frei machen. 8

Neues Testament, Evangelium des Johannes, Kapitel 8, Vers 32

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Ein Kurz-Quiz - Wahr oder falsch? Frage 2: Zwinglis Helm Im Schweizer Landesmuseum wird der Helm gezeigt, den der Reformator Huldrych Zwingli trug, als er 1531 in die Schlacht zog – nicht als Feldprediger, sondern als Soldat. Zwingli fiel, „tapfer kämpfend“, so wird berichtet. Wenig später wird Zwinglis Leichnam an der Wasserkirche in Zürich beigesetzt. Die ganze Stadt ist versammelt und betrauert ihren berühmtesten Sohn. Ist es so gewesen? Nein. So war es nicht. Der ehrenvolle Abschied ist eine Erfindung unseres Quizmasters. Das Ende Zwinglis war ein anderes. Zwingli wird auf dem Schlachtfeld schwer verwundet. Als er sich weigert, die (katholische) Beichte abzulegen, ersticht man ihn. Sein Leichnam wird gevierteilt und verbrannt. So ging man mit Ketzern um. Und auch der angebliche Helm Zwinglis gilt inzwischen als Fälschung seiner Gegner.


„Der Leser hat einen Anspruch darauf, die Wahrheit zu erfahren“ Reiner Goeritz - Redakteur beim Nordbayerischen Kurier in Bayreuth Wahrheit ist für mich das, was wirklich, objektiv und nachvollziehbar ist. Als Journalist versuche ich, das tatsächliche Geschehen zu ermitteln und neutral darüber zu berichten. Die persönliche Meinung soll in einem Bericht nicht erscheinen, sondern höchstens in einem ausgelagerten Kommentar zu dem Thema. Auch wenn eine Geschichte vielleicht mit kleinen Ungenauigkeiten spannender wäre, darf nur das geschrieben werden, was objektiv nachweisbar ist. Der Leser hat einen Anspruch darauf, die Wahrheit zu erfahren. Dies ist Motivation genug. Allerdings scheitert das Bemühen manchmal, wenn „gemauert“ wird und sich keine objektiven Quellen auftreiben lassen.

rücken oder ein Versäumnis nicht zugeben wollen, könne er gut überhören und ignorieren. Aber bietet der Glaube Orientierung für die Wahrheit und sind gläubige Muslime und Christen deshalb wahrhaftiger als Nichtgläubige? Ja, meint Erdem, weil Muslime an das Jenseits glauben. Dort müssten sie Rechenschaft über ihr Leben ablegen. Aber natürlich gebe es auch Nichtgläubige, die ehrlich sind. Für de Vries sind es eher die eigene Frömmigkeit und die Spiritualität, die einen Menschen wahrhaftiger machen können, „aber nicht notwendiger machen“. Lügen und die Unwahrheit sagen komme für ihn oftmals aus einer inneren Schwäche heraus. „Allerdings spielt für die meisten Christen der Gedanke über eine Rechenschaft keine Rolle“, so de Vries. „Zu mei-

nen Konfirmanden sage ich, wenn wir über das Thema Wahrheit sprechen: „Mit der Lüge kippt ihr Gift ins Leben.“ Wer über Wahrheit und Lüge spricht und auch predigt, der sieht sich auch dem Anspruch ausgesetzt, selbst wahrhaftig zu sein. Das sehen beide Theologen gleichermaßen. Imam Zekeriya Erdem verweist für sich auf ein Wort des Propheten Mohammed im Koran: „Warum sagt ihr Sachen, die ihr selber nicht befolgt?“ Johannes de Vries formuliert den Anspruch an sich selbst so: „Mein Motiv ist die Christusähnlichkeit, von der ich mir wünsche, dass sie in meinem Leben immer deutlicher wird.“ Dass andere einen hohen Anspruch an ihn in seinem Amt haben, könne er durchaus nachvollziehen. Von Günter Plawer

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Ömer Yagci aus dem Vorstand des DITIB-Moscheevereins Schüttorf, Imam Zekeriya Erdem und Pastor Johannes de Vries von der Evangelisch-reformierten Gemeinde Schüttorf.

Foto: Ulf Preuß


„Jeder Mensch hat seine eigene Wahrheit“ Susanne Galsterer, Mediatorin aus Erlangen Ich bin dazu erzogen worden, im Reden und Handeln strikt wahrhaftig zu sein, auch wenn das ein hoher Anspruch ist. In meinem Beruf als Mediatorin und Coachin sehe ich, dass jeder Mensch seine eigene Wahrheit hat. Bei Paargesprächen zeigt sich, wie unterschiedlich Sichtweisen sein können und wie dadurch eskalierende Strukturen entstehen. Authentisch und verlässlich zu sein sind Werte, die für mich mein Leben bestimmen. Ich verfolge sie, auch wenn ich immer wieder einmal schwach bin und meiner Richtschnur auch einmal nicht folgen kann. Das kostet Kraft, macht mich jedoch zu der, die ich sein möchte.

Fake News Als Fake News werden manipulativ verbreitete, vorgetäuschte Nachrichten bezeichnet, die sich überwiegend im Internet, insbesondere in sozialen Netzwerken und anderen sozialen Medien verbreiten. Zunehmend wurde Fake News auch zu einem politischen Schlagwort und Kampfbegriff. Der Rechtschreibduden, der den Begriff 2017 aufnahm, definiert ihn als „umgangssprachlich für in den Medien und im Internet, besonders in den Social Media, in manipulativer Absicht verbreitete Falschmeldungen“. Fake News gehören inzwischen zum Alltag: Nach Angaben des Statistik-Portals statista.de gaben 2017 fast 70 Prozent der Befragten an, dass ihnen innerhalb der letzten zwölf Monate Falschmeldungen aufgefallen sind. Fast jeder vierte Deutsche gibt an, jeden oder fast jeden Tag auf Fake News zu treffen. Fast 70 Prozent der Befragten meinen 2019, dass sich die Anzahl der Falschmeldungen noch erhöht hat. Leider geben die Untersuchungen nicht an, wie sich die Fake News auf soziale Netzwerken oder Internet und die klassischen Medien verteilen.

Prawda – Die Wahrheit Die wohl bekannteste russische Zeitung ist „Die Wahrheit“. Jahrzehntelang war die „Prawda“ – übersetzt Wahrheit - das Zentralorgan der kommunistischen Partei. Sie hatte in ihren besten Zeiten eine Auflage von elf Millionen Exemplaren. Ihren Ursprung hat die Zeitung in der Zeit vor der Oktoberrevolution 1917, als sie als Publikation der Revolutionäre erschien. Die Prawda wurde 1996 eingestellt, inzwischen gibt es verschiedene Nachfolgeblätter.

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Es war nicht immer leicht mit ihm! Klaus Bröhenhorst über die Wahrheit am Grab Darf man von Toten schlecht reden? Dürfen die Angehörigen das im Trauergespräch? Die Pastorin oder der Pastor das bei der Beerdigung? Dass man von Toten nur gut reden soll, ist eine Sitte, die schon aus der Antike stammt. Vermutlich hatte man Angst, dass die Toten als Geister sich rächen könnten. Also hieß die allgemeine Regel: De mortuis nihil nisi bene – über die Toten nur Gutes. Sehr oft ist das ja auch ein guter Grundsatz und spricht für ein weites Herz. Bei denen, die wir hinaustragen, wollen wir nicht auch noch nachtragend sein. Wir wissen: Er oder sie war auch nur ein Mensch. Zudem funktioniert unser Gedächtnis so: Bei einem halbwegs normalen Lebenslauf erinnern wir uns im Laufe der Zeit fast nur noch an das Gute derer, die vor uns gestorben sind. Wie aber ist es, wenn ein arger Menschenschinder gestorben ist? Der Quälgeist der Familie? Oder jemand, der die Energie seiner Nächsten restlos aufgebraucht hat? Dann darf nicht geschönt werden. Dann gilt der Satz: Die Wahrheit wird euch frei machen. Wenn mehr oder weniger alle erleichtert sind, muss der, der das Wort ergreift, keine Trauer unterstellen, die nicht da ist. „Es war nicht immer leicht mit ihm“, darf dann durchaus laut gesagt werden. Bei aller Höflichkeit – man sollte schon Abschied nehmen von dem, der als toter Mensch in der Mitte der Gemeinde ist, und von keinem anderen.

Foto: Jan Fragel

Freilich: Eine Beerdigung im Namen Jesu wird sich vor letzten Urteilen hüten. Der Erweckungsprediger Remmer Janßen soll mal bei einer Beerdigung auf den Sarg geklopft und gesagt haben: Er brennt schon! Ein solches Urteil aber steht niemandem zu. Der Reformator Johannes Calvin ist da behutsamer. 1564 schreibt er an Renata von Ferrara über den ermordeten Herzog de Guise, einen argen Hugenotten-Schlächter: „Indessen ihn geradezu verdammt zu nennen, ist zu weit gegangen, wenn man nicht ein sicheres, untrügliches Merkmal für seine Verwerfung nennen kann. Denn es ist nur ein Richter, vor dessen Stuhl wir alle Rechenschaft abzulegen haben.“ Klaus Bröhenhorst war bis 2018 Pastor der evangelisch-reformierten Gemeinde Hildesheim.

Was ist Wahrheit?, fragt Pilatus und beendet damit das Verhör Jesu. Neues Testament, Evangelium des Johannes, Kapitel 18, Vers 38

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Ein Kurz-Quiz - Wahr oder falsch? Frage 3: Choral vor dem Untergang Eine der ergreifendsten Szenen im Film „Titanic“ ist die, als die Bordkapelle kurz vor dem Untergang des Schiffes den Choral „Näher, mein Gott, zu Dir“ (Nearer my God to Thee) spielt. Nicht nur in der Verfilmung aus dem Jahr 1997 erklingt das Lied. Auch ältere Filmfassungen bieten diese Szene. Hat die Kapelle den Choral tatsächlich angestimmt in der Nacht des 14. auf den 15. April 1912? Man weiß es nicht. Die Mitglieder der Kapelle sind alle mit dem Schiff untergegangen. Und die Geretteten berichten unterschiedlich. Manche meinten, die Kapelle habe am Ende eine Walzermelodie gespielt: Songe d´Automne (Dream of Autumn).


Die Wahrheit vom entscheidenden Die evangelische Diskussion über den Schwangerschaftsabbruch Wann ist ein Mensch ein Mensch? Diese philosophische, religiöse, medizinische, ethische Frage steht häufig am Anfang einer Diskussion um Schwangerschaftsabbrüche. Und je nachdem wie sie beantwortet wird, gestaltet sich das Ergebnis der Diskussion. Jede Seite beansprucht für sich, die Wahrheit zu kennen. Aber welche „Wahrheiten“ stehen im kirchlichen Rahmen eigentlich im Raum? Die Gesellschaft sollte alles tun, um einer (werdenden) Mutter zu ermöglichen, ein Kind großzuziehen. Die Entscheidung für oder gegen eine Schwangerschaft aber ist eine sehr persönliche, die es zu respektieren gilt. Das ist, kurz gefasst, Konsens in der evangelischen Kirche. Gerade der sehr konservative Flügel der Protestanten aber hält dagegen. Dies zeigte sich etwa 2018 bei der Diskussion über den Paragrafen 219a, ob gynäkologische Praxen zukünftig offensiv informieren dürfen, dass sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Das konservative evangelische Magazin „idea“ bezeichnete damals die Ärztin Kristina Hänel, die für dieses Recht vor Gericht zog, als „Abtreibungsärztin“. Sie „verniedliche“ den Eingriff. Zitiert wurde der Vorsitzende des Vereins „Hilfe zum Leben“, Reinhard Klein: „Aus unserer Sicht ist ein Informationsrecht kein Menschenrecht, sehr wohl aber das Recht auf Leben.“ Bei jedem Schwangerschaftsabbruch werde ein Mensch getötet. Die Abbruch-Gegner berufen sich hier unter anderem auf den Vers aus dem Alten Testament, Jeremia 1,5: „Ehe ich dich im Mutter-

leib bildete, habe ich dich erkannt, und ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt“. Dem widerspricht die US-amerikanische lutherische Theologin Nadia Bolz-Weber – und kontert ebenfalls mit einem Bibelzitat (Genesis 2,7): „Da formte Gott, der HERR, den Menschen, Staub vom Erdboden, und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.“ Erst mit dem ersten Atemzug, so ihre These, entstehe ein Mensch. Offensichtlich trifft sie einen Nerv: Mit ihren provokativen Predigten füllt Bolz-Weber riesige Hallen. Doch die Autoren Anna Lutz und Nicolai Franz widersprechen ihr im evangelischen „Medienmagazin PRO“ vehement: Die Bibelstelle beschreibe nur den Schöpfungsakt des ersten Menschen, betonen sie. „Kein Mediziner würde behaupten, das Leben eines Menschen beginne [erst] mit dem ersten Atemzug.“ Diese Interpretation sei „die religiöse Verkehrung einer biologischen Tatsache“, schreiben sie weiter. Die Kommentare zu Bolz-Weber im Internet sind ein wahrer Shitstorm: „Jährlich werden allein in Deutschland über 100.000 Tötungen an Babys vorgenommen. Sie, Frau Bolz-Weber, sind daran mitverantwortlich“, heißt es da, und: „Das kommt dabei heraus, wenn sich jeder und jede eine ‚Theologie‘ nach eigenem Geschmack zusammenbastelt“, bis hin zu dem Vorwurf, erst die Frauenordination habe zu „solchen Verirrungen“ führen können. Bolz-Weber schockiert die Abtreibungsgegner noch mit einer weiteren Aussage:

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Ein Kurz-Quiz - Wahr oder falsch? Frage 4: Karl Barths Geburtshilfe 1929 hat Karl Barth in Deutschland bereits einen Namen. In diesem Jahr wendet sich Elisabeth Rühmkorf an Barth. Sie ist schwanger von einem verheirateten Mann – und das als Tochter eines Superintendenten! Barth reagiert praktisch: Elisabeth Rühmkorf zieht von Norddeutschland nach Dortmund. Dort bringt sie ihr Kind zur Welt und adoptiert das als „Findelkind“ registrierte Baby. Barth tauft es und wird gleichzeitig Pate. Das Kind heißt Peter und wird später ein bekannter Schriftsteller. Stimmt die Geschichte? Ja, sie stimmt. Alles nachzulesen in einem Artikel von Peter Schütt (FAZ vom 23.6.2018).


Zeitpunkt

„In meinem Beruf ist die Wahrheitsfindung entscheidend“

Als junge Frau habe sie selbst abgetrieben, gibt die Theologin zu. Eine wacklige Beziehung, kein Geld, trockene Alkoholikerin – das schienen ihr keine guten Voraussetzungen, um Mutter zu werden, erzählt sie in ihrem Buch „Shameless“. Sie räumt ein, nach dem Eingriff psychisch am Boden gewesen zu sein – nicht aber, weil sie eine Sünde begangen, sondern weil sie gewusst habe, dass sie dieses Kind geliebt hätte. Mit einem konsequenten Nein zu Schwangerschaftsabbrüchen mache sich die Kirche „zum Komplizen frauenfeindlicher Strukturen“, warnt die Politikwissenschaftlerin und Journalistin Antje Schrupp in einem Kommentar zum Abtreibungsverbot: Der Schwangerschaftsabbruch sei in allen patriarchalen Gesellschaften strafbar. Dahinter stehe jedoch nicht die Sorge um alles Lebendige, „sondern der Wunsch, die weibliche Fruchtbarkeit zu kontrollieren.“ Lässt sich zwischen all diesen Positionen „die Wahrheit“ finden? Wohl kaum. Es bleibt eine persönliche Interpretation. Der EKD-Vorsitzende Heinrich Bedford-Strohm sagt ganz klar: „Es muss möglich sein, eine profilierte Meinung in so einer Sache zu vertreten, auch wenn ich an dieser Stelle anderer Meinung bin.“ Mit diesen Worten stellte er sich vor die „chrismon“-Chefredakteurin Ursula Ott, die sich für die Abschaffung des „Abtreibungs-Werbeverbots“-Paragrafen 219 a ausgesprochen hatte.

Frida Sander, Polizeirätin in Leer

Von Anke Brockmeyer

Altes Testament, Psalm 43, Vers 3

Wahrheit ist in meinen Augen Voraussetzung für ein lebenswertes Miteinander. Es ist aber nicht erforderlich, deshalb jede Wahrheit auch auszusprechen. Die Wahrheit gibt meinem Beruf als Polizeibeamtin einen Sinn: Um für Gerechtigkeit zu sorgen, ist die Wahrheitsfindung entscheidend. Oftmals spielen gerade die nicht offensichtlichen Fakten eine erhebliche Rolle, um die Verhaltensweisen von Menschen nachvollziehen zu können. Innerhalb gewisser Schranken stehen aber natürlich allen Menschen Geheimnisse zu. Wenn jedoch Grenzen überschritten werden, sodass anderen weh oder Unrecht getan wird, muss man die Wahrheitsfindung mit großem Eifer betreiben.

Sende dein Licht und deine Wahrheit. 13 3 reformiert 2019

Bild links: Die evangelischlutherische US-Pastorin Nadia Bolz-Weber aus Denver (Colorado)

Archivfoto von 2016 / Thomas Lohnes /epd)

Foto: Christian Dietsch / epd)

Bild rechts: Etwa 5.000 christliche Abtreibungsgegner haben im September 2018 in Berlin mit einem „Marsch für das Leben“ gegen Schwangerschaftsabbrüche protestiert. Die Demonstration des Bundesverbandes Lebensrecht stand unter dem Motto „Menschenwürde ist unantastbar. Ja zu jedem Kind - Selektion und Abtreibung beenden“.


„Wahrheit herauszufinden ist eine Kernaufgabe“ Michael Benndorf, ehemaliger Präsident des Oberverwaltungsgerichts Sachsen-Anhalt Wahrheit ist für mich die korrekte, unverfälschte und nicht auf Manipulation oder auf Stimmungsmache ausgerichtete Darstellung eines Sachverhalts (keine Fake News!). Und die Wahrhaftigkeit von Menschen: Aufrichtigkeit, Authentizität und Ehrlichkeit. Wahrheit, also der wirkliche Sachverhalt, war in meinem Beruf als Richter die wichtigste Grundlage für gerechte Entscheidungen. Leider neigen die Menschen dazu, es mit der Wahrheit nicht genau zu nehmen, wenn sie sich mit wahren Angaben belasten könnten. Diese herauszufinden ist eine Kernaufgabe für Gerichte. Da treibt uns Richterinnen und Richter einfach der Wille zu einer gerechten Entscheidung. Das kostet Kraft und erfordert eine gewisse Beharrlichkeit.

Über Christen und Demokratie Herr Reuter, müssen Christen eigentlich Demokraten sein? Christen waren nicht immer Demokraten und sie sind es nach wie vor nicht überall, aber hier und heute müssen sie es sein. Die Demokratie ist zwar keine Heilsveranstaltung und schon gar keine christliche Staatsform. Sie hat viele Mängel, aber als Gemeinwohlordnung müssen wir für sie streiten. Das gilt insbesondere angesichts der aktuellen Bedrohung der liberalen Demokratie durch Rechtspopulismus und Rechtsnationalismus. Lässt sich Ihre Haltung auch biblisch begründen? Von einer biblischen Begründung der Demokratie würde ich nicht sprechen, denn die liberale Demokratie ist ein Projekt der Moderne. Die biblischen Texte enthalten keine staatstheoretischen Überlegungen. Immerhin kennt das Alte Testament eine königskritische Tradition und betont die Machtbegrenzung des durch den Volkswillen eingesetzten Herrschers (vgl. 5. Mose 17,14-20). Für die frühchristlichen Gemeinden war die Mitgestaltung des Politischen nicht im Blick. Es gibt aber eine Nähe der Demokratie zum christlichen und reformatorischen Menschenbild. Das Prinzip der Menschenwürde etwa lässt sich mit der Gottebenbildlichkeit des Menschen begründen. Darin

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Das 9. Gebot

Bei der Zählung der Gebote gibt es im Judentum und in den christlichen Kirchen unterschiedliche Traditionen. In den anglikanischen, reformierten und orthodoxen Kirchen gilt das das Bilderverbot „Du sollst dir kein Bildnis machen“ als zweites Gebot. In der lutherischen und römisch-katholischen Tradition fällt dieses Gebot weg. Daher ist das Gebot über das Lügen im Heidelberger Katechismus das neunte, in Luthers kleinem Katechismus das achte Gebot.

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wurzelt die Anerkennung der Freiheit und Gleichheit aller Menschen. Ein weiteres demokratienahes Grundelement ist das Ernstnehmen der Fehlbarkeit des Menschen, nicht nur der Regierenden, sondern ebenso der Regierten. Dem entspricht die in demokratischen Verfassungen vorgesehene institutionalisierte Machtkontrolle. Und dass die politische Herrschaft im demokratischen Staat nicht von oben ausgeübt, sondern von den Bür gern selbst getragen wird, entspricht der reformatorischen Hochschätzung des weltlichen Berufs, was unter heutigen Bedingungen politische (Mit-) Verantwortung einschließt. Die Kirche ist ja viel älter als die Demokratie wie ist es denn mit deren Verhältnis? Lässt sich benennen, ab wann sich die Kirche klar zur demokratischen Gesellschaft bekannte und wie kam es dazu? Eine offizielle Zustimmung zur freiheitlichen Demokratie durch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) erfolgte tatsächlich erst 1985 mit einer Denkschrift zu diesem Thema. Ein wichtiger Grund für diese Verspätung war die deutsche Teilung: Man wollte lange Zeit vermeiden, dass vom Kirchenbund der DDR eine entsprechende Loyalitätserklärung zur eigenen „Volksdemokratie“ erwartet würde. Faktisch hat aber schon seit den 1970er Jahren ein verstärktes Engagement evangelischer Christen für neue gemeinwohlori-

entierte Formen von Protest und Partizipation zur demokratischen Kultur beigetragen. Wie hilfreich sind denn in Ihren Augen Äußerungen von kirchenleitenden Personen, wenn sie sich – wie vor kurzem geschehen – im Zuge der Europawahl für ein demokratisches Europa einsetzen? Diese Voten sind zu begrüßen, denn das Friedensprojekt Europa ist dringend auf mehr demokratische Legitimation angewiesen. Das gilt umso mehr, als Umfragen zufolge die Anhänger von rechtspopulistischen und europakritischen Parteien eine stärkere Wahlbereitschaft zeigen als die schwerer zu mobilisierende politische Mitte.

Foto: privat

Unter der Überschrift „Müssen Christen Demokraten sein?“ hat der Münsteraner Theologieprofessor Hans-Richard Reuter im Herbst 2018 vor der Reformierten Konferenz Bentheim/ Steinfurt/Tecklenburg referiert.

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Ein Kurz-Quiz - Wahr oder falsch? Frage 5: Albert Schweitzers zentralafrikanischer Gruß 1933 will Propagandaminister Joseph Goebbels für eine Feier im Gedenken an Johann Sebastian Bach den berühmten Urwaldarzt Albert Schweitzer nach Leipzig holen und unterschreibt einen entsprechenden Brief „Mit deutschem Gruß, Joseph Goebbels“. Albert Schweitzer lehnt ab und unterschreibt seine Absage „Mit zentralafrikanischem Gruß, Albert Schweitzer“. Gab es diesen Briefwechsel mit Goebbels tatsächlich? Ja. Die Antwort Schweitzers ist schriftlich zwar nicht belegbar, aber als 1951 der Vorgang in der Frankfurter Paulskirche vom Bundespräsidenten Heuss öffentlich erzählt wird, widerspricht Schweitzer nicht.


REFORMIERTES REISEZIEL

Auf den Spuren In diesem Sommer sind Musikliebhaber eingeladen, auf den Spuren Arp Schnitgers unterwegs zu sein. 300 Jahre nach seinem Tod erinnert das Arp-Schnitger-Jahr an den berühmten Orgelbaumeister. An vielen Orten erklingen seine liebevoll restaurierten Instrumente in Gottesdiensten und Konzerten. Aus dem großen Angebot hier drei Beispiele.

Musiktheater „Gliek un doch heel anners“ Im Rahmen des Festaktes zum 300. Todestag von Arp Schnitger wird das Musik-Theaterstück „Gliek un doch heel anners“ in der evangelisch-reformierten Georgskirche in Weener uraufgeführt. Die Koproduktion der Arbeitsgemeinschaft Ostfriesischer Volkstheater und des Organeums beleuchtet das Leben und Wirken des erfolgreichen Orgelbauers, Landeskirchenmusikdirektor Winfried Dahlke ergänzt die Spielszenen mit konzertanter Orgelmusik. Foto: Jens Schulze Foto: Susasnne Risius

Landeskirchenmusikdirektor Winfried Dahlke vor „seiner“ Arp-Schnitger-Orgel in der Georgskirche in Weener

Weener Die Orgel der evangelisch-reformierten Georgskirche in Weener im Rheiderland ist ein Spätwerk Arp Schnitgers von 1710, an dem bereits seine Söhne mitwirkten. Johann-Friedrich Wenthin ergänzte 1782 die Pedaltürme. Sie ist die einzige Schnitger-Orgel im Bereich der Evangelisch-reformierten Kirche. Die mehrfach restaurierte Orgel erklingt beim zentralen niedersächsischen Festakt am 2. Juni zum 300. Todestag von Arp Schnitger. Georgskirche Kirchplatz 2 26826 Weener www.reformiert.de

INFO Das Organeum und die Arbeitsgemeinschaft der Ostfriesischen Volkstheater verantworten das Musiktheater „Gliek und un doch heel anners“

Aufführungstermine des Musiktheaters: Sonntag, 2. Juni 2019 – 17 Uhr – Georgskirche Weener Sonntag, 16. Juni 2019 – 16 Uhr – Neue Kirche Emden Sonntag, 23. Juni 2019 – 16 Uhr – Dorpskerk Midwolda (NL) Sonntag, 30. Juni 2019 – 16 Uhr – Große Kirche Leer Samstag, 6. Juli 2019 – 16 Uhr – Ludgerikirche Norden Sonntag, 7. Juli 2019 – 16 Uhr – Ludgerikirche Norden

Organeum Das Organeum in direkter Nachbarschaft zur Georgskirche beherbergt 100 historische Instrumente aus sieben Jahrhunderten. Die Orgelakademie bietet Führungen an und organsiert regelmäßige Konzerte und Orgelexkusionen. Norderstraße 18, 26826 Weener, info@organeum-orgelakademie.de Tel 04951 912203 www.ostfriesischelandschaft.de/organeum


ARP-SCHNITGER-JAHR 2019

von Arp Schnitger

Foto: Ludgerigemeinde

Foto: Michael Zapf

Die Arp-Schnitger-Orgel der Ludgerikirche in Norden

Die Arp-Schnitger-Orgel der Jacobikirche

Norden In Norden, der nordwestlichsten Stadt auf dem deutschen Festland, steht Ostfrieslands größte mittelalterliche Kirche. Darin ist die Orgel ist das wertvollste Ausstattungsstück. Sie wurde in den Jahren 1686/87 erbaut. Der charakteristische Klang und die Platzierung in der Kirche, die an ein Schwalbennest erinnert, machen die zweitgrößte in Deutschland erhaltene Schnitger-Orgel zu einem begehrten Anziehungspunkt für Orgelliebhaber.

Hamburg Die Orgel in der Hamburger Hauptkirche St. Jacobi ist die größte erhaltene Schnitger-Orgel und wurde in der Zeit von 1689 bis 1693 erbaut. Das Pfeifenwerk der imposanten Orgel ist weitgehend original. Anfang des 20. Jahrhunderts war hier der Ausgangspunkt der deutschen „Orgelbewegung“.

Bis Ende September musizieren in der evangelischlutherischen Kirche fast jeden Samstagvormittag jeweils von 10.30 bis 11 Uhr Organisten im Wechsel mit Chören und Musikgruppen. Öffentliche Kirchenführungen gibt es von Pfingsten bis Ende September an jedem Donnerstag um 15.30 Uhr.

Kirche St. Jacobi Jakobikirchhof 22, 20095 Hamburg, www.jacobus.de

Ludgeri-Kirche Am Markt 26506 Norden www.norden-ludgeri.de

INFO Arp-Schnitger-Jahr 2019 www.orgeltourismus.de www.hochempor-niedersachsen.de www.orgelstadt-hamburg.de

Jeden Donnerstag (ausgenommen Feiertage) erfüllen ab 16.30 Uhr Orgelklänge das Kirchenschiff.

INFO Orgelakademie Stade Die Orgelakademie Stade lädt zu Orgelexkursionen nach Hamburg und ins Umland ein. Tel 04141 778385 info@orgelakademie.de www.orgelakademie.de Ev. reformierte Gemeinde Hamburge Musik aus derm Umfeld Arp Schnitgers Freitag, 14. Juni 2019, 19.30 Uhr Palmaille 2, 22767 Hamburg

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PERSONEN

[1] Walter Herrenbrück, der ehemalige Landessuperintendent der Evangelischreformierten Kirche hat am Gründonnerstag seinen 80. Geburtstag gefeiert. Er war 17 Jahre leitender Theologe seiner Kirche. Die Gesamtsynode wählte Herrenbrück 1987, mit seiner Pensionierung schied er 2004 aus dem Amt aus. Kirchenpräsident Martin Heimbucher würdigte Herrenbrück: „Seine ebenso noble wie verbindliche Art hat ihm innerhalb und außerhalb unserer Landeskirche Respekt und Dankbarkeit eingebracht.“ Herrenbrück lebt seit seiner Pensionierung in Nordhorn. [2]

Stephanie Engel ist neue Jugendreferentin im Synodalverband Rheiderland. Die 29-jährige Sozialpädagogin hat am 1. April ihren Dienst aufgenommen. Sie ist die Nachfolgerin von Franz Kok, der im Sommer 2018 in den Ruhestand gegangen war. [3]

Edzard Herlyn, Pastor der Kirchengemeinden Canum, Woltzeten und Freepsum, ist seit dem 1. April im Ruhestand. Herlyn wurde 1992 als Pastor der Gemeinden Canum und Woltzeten gewählt, 2011 wurde ihm auch die Pfarrstelle der Gemeinde Freepsum übertragen. Damit war Herlyn 27 Jahre als Pastor in der Krumm-

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hörn tätig. Zusätzlich war Edzard Herlyn seit 1994 für die Sing- und Chorarbeit in der Evangelisch-reformierten Kirche zuständig. [4]

Julia Kraft wird neue Pastorin der Evangelisch-reformierten Gemeinde Ohne (Grafschaft Bentheim). Die Gemeinde wählte die 32-jährige Theologin am 24. März. Sie war bereits seit Oktober 2016 in Ohne als Pastorin tätig. Zurzeit ist sie in Elternzeit und wird ihre halbe Pfarrstelle in Ohne am 1. September antreten. Sie ist Nachfolgerin von Ulrich Zeidler, der im September 2016 in den Ruhestand ging. [5]

Sabine Ahrens wird neue Pastorin der Evangelisch-reformierten Gemeinde Braunschweig. Die Gemeinde wählte die 58-jährige Theologin am 12. Mai. Ahrens war zuletzt war als Landespfarrerin für Behindertenarbeit und Dozentin für Inklusive Gemeindearbeit in der Evangelischen Kirche im Rheinland tätig.

Verwaltungsfachmann aus Hessen nebenamtlich als Finanzchef für die Bibliothek tätig. Walter Schulz, ehemaliger Direktor der Johannes a Lasco Bibliothek, ist am 22. März in Emden gestorben. Er wurde 63 Jahre alt. Schulz wurde 1993 zum Vorstand der Stiftung Johannes a Lasco Bibliothek berufen. Zu dieser Zeit war er noch Pastor der Evangelisch-reformierten Kirche. 2001 schied er als Pastor aus und wurde bis zu seiner Entlassung 2008 hauptberuflich wissenschaftlicher Vorstand der Bibliothek. Schulz´ Idee war es zu verdanken, dass die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Große Kirche zwischen 1993 und 1995 zum Teil wieder aufgebaut, um eine moderne Bibliothek ergänzt und so zur Johannes a Lasco Bibliothek wurde.

diesem Tag standen in Leipzig 70.000 Demonstranten 8.000 Polizisten und Soldaten gegenüber. „Das Wunder von Leipzig“, erinnerte sich Sievers. An diesem Abend waren vor dem Demonstrationszug die Nicolai-, die Thomas-, die Michaelis- und die reformierte Kirche am Tröndlinring für Friedensgebete geöffnet. [7]

Kerstin Miege wird neue Pastorin der Evangelisch-reformierten Gemeinde Emden. Die Gemeinde wählte die 44-jährige Theologin am 5. Mai. Sie übernimmt eine halbe Pfarrstelle in den Stadtteilen Barenburg und Harsweg. Bislang ist sie noch als Schulpastorin tätig. Sie ist mit Pastor Johannes Miege aus der Gemeinde EmdenBorssum verheiratet. [8]

Rolf Drewes ist als kaufmännischer Vorstand der Johannes a Lasco Bibliothek in Emden ausgeschieden. Der 75-Jährige gab seine Aufgaben aus Altersgründen Ende April ab. Seit 2014 war der pensionierte

Hans-Jürgen Sievers, Pastor der reformierten Leipziger Gemeinde in der Wendezeit, ist am 13. März gestorben. E wurde 75 Jahre alt. Nach dem Mauerfall hat sich seine Gemeinde, die jahrzehntelang in der DDR selbstständig war, der Evangelischreformierten Landeskirche angeschlossen. Sievers erklärte später den 9. Oktober 1989 als den eigentlichen Tag des „Sieges der Revolution“. An

Martin Engels gibt sein Amt als Moderator (Vorsitzender) des Reformierten Bundes im Herbst ab. Berufliche und private Veränderungen veranlassten ihn zu diesem Schritt, gab der 38-jährige Theologe aus Bonn jetzt bekannt. Engels wurde 2015 Nachfolger der langjährigen Moderators Peter Bukowski, seine Amtszeit würde noch bis 2013 dauern. Der Reformierte Bund ist der Dachverband reformierter Kirchen und Gemeinden in Deutschland.

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Foto: Jens Schulze/epd

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Foto: Tim Boelmann/Rheiderlandzeitung

Foto: Ulf Preuß

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Foto: privat

Foto: privat

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Foto: Ulf Preuß

Foto: privat

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Foto: Niemeyer


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Foto: Ulf Preuß

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Marcel Bach und Moritz Engel zeigen Pastor Gerfried Olthuis „civitas“.

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Foto: Ulf Preuß

Jazz: It´s Huldrych Neu arrangierte Musik des Züricher Reformators Huldrych Zwingli feiert beim Dortmunder Kirchentag Premiere. Der Schweizer Komponist und Musiker Yves Theiler hat aus Zwinglis Musik-Nachlass Arrangements aus einer Mischung von Jazz und Crossover komponiert und zu einer CD zusammengestellt. „Zwinglis Musikschaffen wurde bis heute zu Unrecht viel zu wenig Beachtung geschenkt“, meint Theiler. „Seine Lieder haben einen hohen emotionalen Gehalt und Wert für viele Menschen, die die Geschichte der Zürcher Reformation gut kennen.“ Theiler wird seine CD „It´s Huldrych!“ am 22. Juni um 20.30 Uhr mit einem Konzert beim Kirchentag in Dortmund vorstellen. Die CD-Vorstellung ist ein Programmpunkt des Kirchentagszentrums „Jazz für ein Vertrauen“ in der Kirche Lütgendortmund, das vom 20. bis 22. Juni geöffnet ist. Ort: Bartholomäus-Kirche, Theresenstraße 3, 44388 Lütgendortmund [1]

Lernen, anders zu denken Mit einem Workshop-Wochenende für Presbyter und Kirchenälteste hat die Evangelisch-reformierte Kirche ihren Zukunftsprozess fortgesetzt. Vom 3. bis 5. Mai kamen dazu nach 2017 zum zweiten Mal 60 Ehrenamtliche aus den Gemeindegremien in die Evangelische Akademie Loccum. In vier Workshops erhielten sie Impulse für ihre Gemeindearbeit. Anschließend meinte Marianne van Benthem aus Lünne: „Mein Impuls aus Loccum ist: Lernen, anders zu denken“. [2]

Zwingli für 150 Cent Seit Anfang Mai ist die Sonderbriefmarke „Huldrych Zwingli – 500 Jahre Zürcher und oberdeutsche Reformation“ erhältlich. Die Zwingli-Marke erinnert an den Amtsantritt Huldrych Zwinglis als Priester am Großmünster Zürich im Jahr 1519.

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Dieser habe „für den reformierten Zweig des Protestantismus eine dem ThesenanFoto: Ulf Preuß schlag Luthers vergleichbare Bedeutung“, sagte Joachim Ochel, Oberkirchenrat aus Berlin. Die Briefmarke wird gemeinsam von der Deutschen und der Schweizer Post herausgegeben. In Deutschland hat sie einen Wert von 150 Cent, in der Schweiz von 85 Rappen. [3]

„Klönschnack und Meer bei Franziskus“ Wie beim letzten Kirchentag in Berlin gibt es auch in Dortmund einen Treffpunkt für Kirchentagsteilnehmer aus der Reformierten, Bremischen und Oldenburgischen Kirche. Der Treffpunkt befindet sich im Klostergarten der katholischen St.-Franziskus-Kirche, etwa 1 km östlich der Innenstadt. In Zusammenarbeit mit der katholischen Gemeinde gibt es dort nordwestdeutsche Gerichte aus der „Ökumenischen Kombüse“. In der Franziskuskirche ist das Zentrum Gottesdienst des Kirchentags untergebracht. Ort: Klostergarten St. Franziskus, Franziskanerstr. 1-3, 44143 Dortmund Zeit: Donnerstag, 20. Mai bis Samstag 22. Mai – 10.30 Uhr bis 19.30 Uhr [4]

Konfi digital Mithilfe einer digitalen Plattform will die Evangelisch-reformierte Gemeinde Nordhorn zukünftig ihren Konfirmandenunterricht gestalten. Auf der Plattform „civitas“ können die Jugendlichen ihren Konfirmandenunterricht eigenständig organisieren. Sie suchen sich aus verschiedenen Themenmodulen selbstständig Veranstaltungen aus und melden sich dazu an. Das Portal gehöre zum neuen Modell des Konfirmandenunterrichts der Gemeinde, so Pastor Gerfried Olthuis. Entwickelt wurde die Plattform von den beiden ehemaligen Berufsschülern Marcel Bach (20) und Moritz Engel (21). Bei-

de betrachten „civitas“ als ihr eigenes StartUp und können sich durchaus vorstellen, dass aus ihrer kleinen Firma mal mehr wird. Für das neue Konfimodell hat die Gemeinde 9.000 Euro investiert. Die Landeskirche unterstützte das Projekt mit 7.200 Euro. [5]

„Da gehör‘ ich hin“ Für 300 Konfirmandinnen und Konfirmanden beginnt zum Ende der Sommerferien das KonfiCamp im Kloster Möllenbeck im Weserbergland. Fünf Tage lang werden Jugendliche aus 22 Kirchengemeinden rund um das Kloster zelten, feiern, beten und mehr über ihre Kirche erfahren. Etwa 100 Teamer gestalten zusammen mit den Jugendreferentinnen und Landesjugendpastor Bernhard Schmeing das Programm unter dem Motto „Da gehör‘ ich hin“. Termin: 9. bis 13. August 2019 www.reformiert.de/konficamp2019.html IMPRESSUM Reformiert: ,reformiert’ ist die Mitgliedszeitschrift der Evangelischreformierten Kirche. Herausgeberin: Evangelisch-reformierte Kirche, Saarstraße 6, 26789 Leer, www.reformiert.de Redaktion: Ulf Preuß (verantwortlich), Pressesprecher, Tel. 0491 / 91 98-212, E-Mail: presse@reformiert.de Redaktionsbeirat: Andre Berends, Klaus Bröhenhorst, Antje Donker, Andreas Flick, Matthias Lefers, Günter Plawer, Steffi Sander, Herbert Sperber, Burkhart Vietzke Konzeption, Gestaltung und Layout: dpp - Designagentur projektpartner, 26789 Leer, www.dpp-leer.de Druck und Vertrieb: SKN Druck und Verlag, Norden, www.skn-druck.de Auflage: 125.000 Exemplare

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Evangelisch-reformierte Kirche Landeskirchenamt - Saarstraße 6 - 26789 Leer Postvertrieb DPAG Entgelt bezahlt

Foto: Ulf Preuß

Das Moderamen der Gesamtsynode v.l.: Ulrike Gschwendtner-Kamper (Mackenrode bei Göttingen), Präses Norbert Nordholt (Schüttorf), Jakobus Baumann (Stapelmoor-Weener), Friedhelm Stemberg (Pastor in Neuenkirchen bei Bremen), Inge Hasebrock (Bad Bentheim), Hans Peltner (Göttingen), Reinhild Gedenk (Pastorin in Emden), Reiner Rohloff (Pastor und Studienleiter Kloster Frenswegen, Nordhorn), Kirchenpräsident Martin Heimbucher, Vizepräsident Helge Johr.

POSITION

14 Tage vor der Europawahl hat das Moderamen der Gesamtsynode der Evangelisch-reformierten Kirche eine Erklärung verabschiedet, die zur Wahl aufruft – und sich grundsätzlich zu Europa äußert. Die zehn Mitglieder des kirchenleitenden Gremiums sprechen sich für die europäische Einheit in ihrer Vielfalt aus, die von einem „respektvollen Miteinander zwischen Menschen unterschiedlicher Religion und Weltanschauung“ geprägt ist.

Das Moderamen erinnert daran, dass die reformierte Konfession bereits in ihren Ursprüngen europäisch orientiert war. Reformierte lebten heute „in versöhnter Verschiedenheit mit anderen Konfessionen zusammen“. Nach dem „Irrsinn der beiden Weltkriege“ sei die europäische Einigung der Nachweis, dass Versöhnung zwischen ehemals verfeindeten Ländern gelingen könne. Entwicklungsbedarf sieht das Gremium noch im Bereich des Sozialen: „Die Idee eines geeinten Europa wird sich bewähren, wenn wir der Nächstenliebe eine soziale Gestalt geben“, heißt es.

In der Erklärung heißt es: „Als Evangelisch-reformierte Kirche widersprechen wir Engführungen des kirchlichen Auftrags, als gäbe es vor Gott irgendeine Rangfolge von Konfessionen oder Nationen.“ Sie wendet sich klar gegen Antisemitismus als „Urform der Fremdenfeindlichkeit“ und wiederspricht auch jeder Islamfeindlichkeit.

Europa komme als wirtschaftlich starkem Kontinent in dieser Welt eine besondere Aufgabe zu. Es müsse einen Beitrag zum Frieden leisten und für mehr Gerechtigkeit sorgen. Dazu gehöre es auch, dass das „Leiden und Sterben tausender Flüchtlinge an den Grenzen Europas und im Mittelmeer“ nicht länger hingenommen werden dürfe.

Foto: Johan Swanepoel shutterstock.com

Was uns Europa heute bedeutet

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3 reformiert 2019  

Vorne auf dem Titelbild sehen Sie ein graues Schaf! Vielleicht haben die vielen politischen Reden, bei denen jeder den Eindruck gewinnt, es...

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