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reformiert Berichte und Bilder aus der Evangelisch-reformierten Kirche

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Foto: Wolfgang Zwanzger / shutterstock.com

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Foto: Miriam Richter

Vom Geld der Kirche Seite 4 Vom Geld der Kirche Gespräch mit einer Theologin und einem Finanzfachmann Seite 8 Die getanzte Kollekte In Afrika ist das Spendensammeln ein fröhlicher Teil des Gottesdienstes Seite 10 Fundraising heißt auch Beziehungspflege Nürnberger Gemeinde will 100.000 Euro einsammeln

Seite 12 2 : 1 für … Ghana gegen Deutschland: 21. Juni 2014 in Fortaleza Seite 14 Europäisch-afrikanische Jugendbegegnung Drei Wochen im Sommer mit jungen Erwachsenen aus vier Nationen Seite 16 Reformierter Glaube Die Reformierten und der Kapitalismus Seite 17 Personen

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Die Mitgliedszeitschrift ,reformiert’ wird an alle Haushalte der Evangelisch-reformierten Kirche kostenlos verteilt. Möchten Sie auch ,reformiert’ lesen? Tel. 0491 / 91 98 212, E-Mail: presse@reformiert.de Möchten Sie unsere Zeitschrift unterstützen? Spenden Sie auf folgendes Konto: Evangelisch-reformierte Kirche Stichwort: reformiert Sparkasse LeerWittmund IBAN: DE94 2855 0000 0000 9060 08 SWIFT-BIC: BRLADE21LER Spendenquittung wird zugesandt Titelbild: Rob Marmion / shutterstock.com

Seite 18 Aktuelles Seite 19 Impressum Seite 20 Position: Nein zu aktiver Sterbehilfe


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Foto: André Coetzer / shutterstock.com

Foto: privat

„Und wenn ihr mit fremdem Gut nicht treu gewesen seid, wer wird euch dann euer eigenes geben?“

Lukas 16,12

Liebe Leserin, lieber Leser, 38,5 Millionen Euro umfasst der Jahreshaushalt der Evangelisch-reformierten Kirche, der Landeskirche. Da sind die Haushalte der 145 Kirchengemeinden und der neun Synodalverbände noch nicht mitgerechnet. Viel Geld, das aus den Kirchensteuermitteln der 183.500 Mitglieder zusammenkommt. Nicht viel Geld, wenn man bedenkt, dass der teuerste Fußballspieler des FC Bayern München, der Spanier Javier Martinez, 40 Millionen Euro gekostet haben soll. Ganz elegant sind so zwei Themen dieser „reformiert“ miteinander verbunden: Wir reden und schreiben vom Umgang mit dem Geld: zum einen, weil in den letzten Monaten am kirchlichen Umgang mit dem Geld enormes öffentliches Interesse herrschte. Stichwort Limburg. Zum anderen, weil es immer auch mal wieder gesagt werden kann, welche vielfältigen Aufgaben in unserer Gesellschaft die Kirchen wahrnehmen.

Und wir schreiben etwas über Fußball: weil die Fußballweltmeisterschaft ab dem 14. Juni wieder Millionen Menschen in ihren Bann ziehen wird. Auch Sie? Ghana gegen Deutschland heißt es am 22. Juni – ein Grund, einen Blick in das Land unserer Partnerkirche in Westafrika zu werfen. Besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen die Geschichte auf den Seiten 8 und 9: auch sie zum Thema Kirche und Geld – aber ganz anders. Ich wünsche Ihnen einen guten Sommer.

Ihr Ulf Preuß

Pressesprecher der Evangelisch-reformierten Kirche

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Vom Geld der Kirche Gespräch mit einer Theologin und einem Finanzfachmann

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Antje Donker ist Pastorin für Verstreute Reformierte und Theologische Referentin der Evangelischen Schwerhörigenseelsorge in Deutschland

Gerhard Plenter ist Abteilungsleiter für Haushalt und Finanzen im Landeskirchenamt in Leer

Gibt die Bibel eigentlich Orientierung, wie mit Geld umgegangen werden soll? Antje Donker: Es mag vielleicht erstaunen: An ganz vielen Stellen in der Bibel ist von Geld die Rede. Die Bibel ist ein Buch aus dem Leben für das Leben. Es geht um gerechten Lohn, um Schulden und Schuldenerlass, um die Gefahren des Reichtums, aber auch um Steuern und Zölle. Im Umgang mit den der Kirche anvertrauten Geldern gilt für mich bis heute ungebrochen der Grundsatz, den Paulus an die Gemeinde in Korinth formuliert: „Wir sind darauf bedacht, dass alles seine Richtigkeit hat, nicht nur vor dem Herrn, sondern auch vor den Menschen.“

Was sind für Sie als Finanzchef Grundregeln für den Umgang mit Geld? Plenter: Wir als Kirche müssen mit dem uns anvertrauten Geld verantwortlich umgehen. Es muss uns täglich bewusst sein, dass es nicht unser Geld ist, das wir verwalten. Besondere Sorgfalt ist gefordert. Transparenz ist auch wichtig. Wer Kirchensteuern zahlt, muss nachvollziehen können, was wir mit dem Geld machen.

Mit welchem Bibelwort können Sie denn gut arbeiten? Gerhard Plenter: Mich beeindruckt immer wieder die alttestamentliche Geschichte von Joseph. Ihm gelang es durch eine kluge Vorratspolitik, Ägypten durch eine Hungersnot zu führen. Sein Grundsatz war einfach, aber wirksam: In sieben reichen Jahren legte er ausreichend Korn für sieben arme Jahre zurück.

Klar ist aber, ohne Geld geht es nicht? Donker: Geld gehört seit Jahrtausenden zum Leben dazu. Als Christen sind wir zwar nicht von dieser Welt, wohl aber leben wir in dieser Welt. Geld an sich ist weder gut noch böse. Wohl aber gibt es einen guten oder einen schlechten Umgang mit Geld. Plenter: Wir müssen die laufende, aktuelle Arbeit finanzieren können. Die Menschen, die bei uns arbeiten, müssen angemessen bezahlt werden. Wir müssen aber auch, das ist mir ganz wichtig, an die Zukunft denken. Wir müssen mit dem uns anvertrauten Geld so wirtschaften, dass wir die künftigen Pensionszahlungen begleichen können und die kirchlichen Gebäude in ihrem Bestand erhalten können. Es kann keine Devise sein, alles Geld, über das wir verfügen, direkt auszugeben. Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit sind zwei wichtige Stichworte. Fortsetzung Interview Seite 7


„Wir sind darauf

473 Konzerte

8 hauptamtliche Kirchenmusiker

bedacht, dass alles seine Richtigkeit hat,

3.863

nicht nur vor dem

Sänger + Bläser in Chören

Herrn, sondern auch vor den Menschen.“

160 nebenamtliche Kirchenmusiker

2. Kor. 8,21

Die Kirche finanziert mit ihrem Geld Menschen, die in der Kirche arbeiten, die für die Kirche arbeiten und damit ihren Dienst am Menschen tun. Sechs Grafiken zeigen unterschiedliche kirchliche Handlungsfelder – und was die Kirche dort macht. In der Kirche: So gestalten die 141 Pastorinnen und Pastoren 3.072 Kindergottesdienste und 8.357 Gottesdienste im Jahr – zu denen 530.700 Besucher kommen. So steht es in der aktuellen Statistik der Evangelischen Kirche in Deutschland, die diese Daten von allen Landeskirchen sammelt. Oder: Die acht hauptamtlichen und rund 160 nebenamtlichen Kirchenmusiker arbeiten mit 3.863 Sängern und Bläsern in den unterschiedlichen Chören zusammen – und zu den 473 Konzerten in den Kirchengemeinden kamen im Jahr 2012 56.459 Besucher.

56.459 Konzertbesucher EKD Statistik 2012

4.065 Kinder

256 Mitarbeiter

43 Kindertagesstätten

Und in der Diakonie: Die 43 evangelischreformierten Kindertagesstätten werden von 4.065 Kindern besucht – und 256 Erzieherinnen und Erzieher betreuen sie dort. 636 Pflegekräfte sorgen für 2.088 hilfsbedürftige Menschen in den Altenheimen und Behinderteneinrichtungen und über die Pflegedienste. Daten des Diakonischen Werkes, 2014


8.357 Gottesdienste

50

10

Cent

2

4,6 Mio. Euro

Cent

Cent

gesamte Baumittel

2,6 Mio. Euro kirchliche Baumittel

50 10 Cent 2

Cent

Cent

141 Pastoren

11 Kirchensanierungen 2010 - 2014

3.072

530.700

Kindergottesdienste

2 Mio. Euro Baumittel von Dritten

50 10 Cent 2

Cent

Cent

Gottesdienstbesucher EKD Statistik 2012

Daten der Evangelisch-reformierten Kirche, 2014

3.233

2.088

Freizeitteilnehmer

betreute Menschen

621 Teamer

16 Pflegedienste, Altenheime und Behinderteneinrichtungen

204 Freizeiten

636 Besch채ftigte

Daten des Diakonischen Werkes, 2014

Daten der Evangelisch-reformierten Kirche, 2013


Was denken die Kirchenmitglieder? Werden Sie, Frau Donker, schon mal nach dem Gottesdienst gefragt, was mit dem kirchlichen Geld geschieht? Donker: Ja, natürlich fragen mich immer wieder Menschen, was wir eigentlich mit dem Geld machen. Und ich bin der Meinung, die Steuerzahler haben ein Recht darauf zu erfahren, was mit ihrem Geld geschieht. Und was antworten Sie dann? Donker: Ich sage dann, das meiste Geld kostet die Person, die jetzt vor Ihnen steht. Etwa 70 Prozent der kirchlichen Ausgaben sind Personalkosten: für Pastorinnen und Pastoren, für Musiker, für Jugendreferenten, ein geringer Teil notwendigerweise auch für die Verwaltung. Und der zweite große Batzen fließt in das Gebäude hinter mir, die Kirche oder das Gemeindehaus, also die Orte, an denen christliche Gemeinschaft gelebt werden kann. Plenter: Mir wäre dabei wichtig zu betonen, was die Kirchensteuer ist: Sie ist ein Solidarbeitrag leistungsfähiger Kirchenmitglieder. Mit ihr zahle ich nicht für empfangene Leistungen, sondern ermögliche kirchliche Arbeit generell. So lassen sich zum Beispiel die Schuldnerberatung oder Schwangerenberatung nur über eine Solidargemeinschaft durchführen, sie können gar nicht kostendeckend angeboten werden. Und das gilt für viele Angebote, hinter denen die Kirche steht. Donker: Genau das hatte auch Paulus im Sinn: „Im jetzigen Zeitpunkt möge euer Überfluss ihren Mangel aufwiegen, damit auch ihr Überfluss euren Mangel aufwiege, so dass es zu einem Ausgleich kommt …“ (2. Kor. 8.14).

Die kirchlichen Finanzen stehen im Blick der Öffentlichkeit, die oft auch kritisch darauf schaut. Welche Vorkehrungen sind denn bei uns getroffen, dass der verantwortungsbewusste Umgang mit dem Geld sichergestellt ist? Plenter: Zunächst mal gilt der Grundsatz, dass alle kirchlichen Ausgaben von Gremien beschlossen werden, in denen von den Kirchenmitgliedern gewählte Vertreter sitzen: Auf der Gemeindeebene entscheidet der Kirchenrat oder das Presbyterium über den Haushaltsplan für die Kirchengemeinde; auf der landeskirchlichen Ebene entscheidet die Gesamtsynode. Dann gilt: Alle Ausgaben werden von Dritten geprüft. Landeskirchliche Rechnungsprüfer überprüfen die Kassen der Kirchengemeinden, und die Landeskirche wird von eigenen Rechnungsprüfern und vom Rechnungsprüfungsamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) geprüft. Und zuletzt: Alle Ausgaben werden in Haushaltsplänen öffentlich gemacht und können dort nachgelesen werden. Wichtig ist obendrein: Für alle Ausgaben gilt das Vier-Augen-Prinzip. Kein Kirchenmitarbeiter kann eine Ausgabe alleine tätigen. Donker: Und diese Regeln gelten auch für die kirchlichen Sammlungen, die Kollekten, die wir jeden Sonntag im Gottesdienst einsammeln. Immerhin kommen da jedes Jahr fast 400.000 Euro zusammen. Für die Kollekten gilt: Immer zwei Personen müssen das Geld zählen. Und: diese Einnahmen dürfen nur für den Zweck verwendet werden, für den gesammelt wurde. Außerdem muss öffentlich bekannt gegeben werden, wieviel Geld gesammelt wurde: im Gottesdienst oder durch den Gemeindebrief.

Vielen Dank für das Gespräch. Interview: Ulf Preuß

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Foto: Norddeutsche Mission

Die getanzte Kollekte In Afrika ist die Spendensammlung ein fröhlicher Teil des Gottesdienstes

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Sonntag, elf Uhr in Deutschland. Wie nebenbei, fast verschämt wirkend, werfen die Gottesdienstbesucher ihren Kollektenbeitrag in den Klingelbeutel. Ob sie viel geben oder wenig, das soll nach Möglichkeit niemand mitbekommen. Ganz anders in Ghana oder Togo. Der Kollektentanz ist hier und in einigen anderen Staaten Afrikas fester Bestandteil des Gottesdienstes. Nicht selten wird vier-, fünfmal um eine Spende für verschiedene Projekte gebeten, begleitet von Musik treten die Gemeindeglieder vor und legen ihren Beitrag in große Schalen. „Die Ersten gehen los, nach und nach entsteht eine große Prozession. Allen gemeinsam ist der Stolz, etwas abgeben zu können – im doppelten Wortsinn das Vermögen zu haben, teilen zu können. Diese Grundhaltung ist beeindruckend“, schildert Jan Janssen, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, seine Impressionen von Gottesdienstbesuchen in Ghana. Ob man nur mit dem Finger zur Musik schnipst, locker die Hüften schwingen lässt oder tatsächlich ausgelassen tanzt, ist allerdings auch in Afrika eine Frage des Temperaments. Der Kollektentanz folgt keiner festen Choreografie. „Einige tanzen richtig mit, andere schlendern – es ist ein sehr heterogenes, buntes Bild“, ist die Erfahrung von Matthias Lefers. Der evangelisch-reformierte Pastor aus Neermoorpolder im Landkreis Leer war im Januar in Ghana und hat viele dieser Gottesdienste mitgemacht. „Man merkt den Menschen an, dass sie mit Rhythmus, mit Musik aufgewachsen sind, ihre ganze Haltung und Bewegung strahlt eine gro-

ße Würde aus.“ Der Gottesdienst sei von einer großen Lebendigkeit geprägt. Zur Nachahmung in Deutschland empfohlen? Lefers winkt ab. „Die Deutschen bewegen sich nicht so frei, und im Gottesdienst sind sie es erst recht nicht gewohnt. Ich verstehe die Begeisterung derjenigen, die das in Afrika erlebt haben. Dort ist es normal – hier würde es schnell aufgesetzt wirken.“ Das sieht auch Janssen so. „Die Christen in Afrika sind ausdrucksstark, wir gehen mit unserem Glauben eher verhalten um. Ihre Art, den Gottesdienst zu gestalten, steht aber nicht im Gegensatz zu unserer, sie entspricht einfach einer anderen Lebenswelt.“ Während in Deutschland die Kollekte eine untergeordnete Rolle spielt, weil hier Kirchensteuer gezahlt und nur zusätzlich für einzelne Projekte oder Institutionen gespendet wird, ist sie in den christlichen Kirchen Afrikas von zentraler Bedeutung. Von diesem Geld werden Kirchen und Pastoren bezahlt, diakonische Dienste, Einzelprojekte. Eine feste, zuverlässige Einnahmequelle gibt es nicht. „Die Pastorinnen und Pastoren werden zwar von der Gesamtkirche eingestellt, aber die Gemeinden müssen den größten Teil ihres Gehalts aufbringen. Das bedeutet, die Gemeinden müssen viel tun“, erklärt Antje Wodtke, Pressesprecherin der Norddeutschen Mission. Nicht selten treten


Foto: Miriam Richter

Aus zwei Gottesdiensten in Ghana. Auf den Kollektenkästen (Bild links) ist zu lesen: Donation, Sunday, Monday, Tuesday usw.

die Gemeindeglieder in Gruppen gegeneinander an mit dem Ziel, die größere Spende zu sammeln. Besonders beliebt sind die Wochentagsgruppen. Hier tun sich jeweils die Gottesdienstbesucher, die am gleichen Wochentag geboren sind, zusammen. „Häufig treffen sie sich sogar vorher und entwickeln richtige Strategien, wie ihr Wochentag bei der Kollekte gewinnen kann“, so Wodtke. Der Geburts-Wochentag ist ausgesprochen wichtig in Afrika, oft sogar Teil des Namens. Prominentes Beispiel: Kofi Annan, ehemaliger Generalsekretär der Vereinten Nationen, dessen Vorname „der an einem Freitag Geborene“ bedeutet. Einmal im Monat gibt es eine besondere Kollekte, die „Silver-Collection“. Der Name ist Programm: An diesem Tag sollen keine Kupfermünzen, sondern Silbergeld in der Kollekte landen. Wer wenig Geld hat, darf auch selbst gekochtes Essen, Feldfrüchte oder ein lebendiges Huhn mitbringen und versteigern lassen. „Die Menschen empfinden ihren Glauben als Bereicherung, als Reichtum – deshalb ist es für sie selbstverständlich abzugeben“, sagt Jan Janssen. Daneben zählt auch ein rein wirtschaftlicher Aspekt: „Die Menschen wissen, dass von ihrer Spende alle Leistungen bezahlt werden müssen“, erklärt Antje Wodtke. „Entsprechend viel – im Verhältnis zu ihrem Einkommen – ge-

ben sie.“ Das heißt aber auch: Die Gottesdienste müssen gut besucht sein. Nur dann werden die Spendenschalen gefüllt. „Die Pastoren sind sehr kreativ und probieren Neues aus, um die Gemeinde zu begeistern. Was nicht ankommt, wird recht schnell wieder aufgegeben“, hat Matthias Lefers in Ghana erfahren. Als die Missionare vor rund 180 Jahren aufbrachen, um das Wort Gottes nach Afrika zu bringen, hatten sie sich sicher keine Gottesdienste mit Tanz und Trommeln vorgestellt. Norddeutsch schlicht sollte es zugehen in der Kirche. Erst nach und nach haben die Menschen ihre Kultur auch in die Gottesdienste einfließen lassen, erzählt Lefers. „Allerdings gibt es auch konservative Stimmen, die anmahnen, die Gottesdienste seien zu unruhig“, sagt er. Doch die Kultur eines Landes macht nicht vor Kirchentüren halt. „Viele wichtige Feste in Ghana und Togo wie Hochzeiten oder Beerdigungen sind mit Tanz und Rhythmus verbunden. Da lag es nah, das auch in den Gottesdienst mit zu übernehmen. Außerdem möchte man, dass möglichst viel Geld zusammenkommt. Wenn die Gottesdienstbesucher sitzen bleiben und ein Klingelbeutel herumgegeben wird, passiert das nicht“, erklärt Anja Wodtke. Der Gottesdienst wird hier tatsächlich gefeiert, Musik und Tanz gehören untrennbar dazu. von Anke Brockmeyer

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Fundraising heißt auch Nürnberger Gemeinde will 100.000 Euro einsammeln Wer Nürnberg mit dem Zug besucht und vom Bahnhof in die mittelalterliche Altstadt läuft, kommt an St. Martha vorbei – und übersieht die Kirche. Eine Häuserreihe nach hinten versetzt, ist das Portal der von außen unscheinbaren Kirche nur durch einen schmalen, immer schattigen Hof zu erreichen. Umso prunkvoller jedoch eröffnet sich im Kircheninneren ein vollständig erhaltener Zyklus gotischer Glasfenster. „Der sucht in ganz Süddeutschland seinesgleichen“, schwärmt Gemeindepfarrer Dieter Krabbe. Jetzt wird die 1385 geweihte Kirche umfassend saniert. Das Volumen der Sanierungsarbeiten beläuft sich auf immerhin 1,5 Millionen Euro. Dass sie nach nur drei Jahren Vorlauf beginnen, ist nicht nur dem großzügigen Zuschuss des Synodalverbands Bayern mit 600.000 Euro zu verdanken, sondern dem umfassenden und ehrenamtlich gemeisterten Fundraisingprogramm in St. Martha. Walter Przibilla ist Kirchmeister der Evangelisch-reformierten Gemeinde in Nürnberg. 100.000 Euro will er von Spendern für die Sanierung einsammeln. Für jeden Euro, den er bis zu dieser Schwelle eintreibt, legt der Synodalverband einen

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Fotos: David Ganek

weiteren darauf. Dass Przibilla und das Presbyterium ihr anspruchsvolles Ziel erreichen, dafür haben sie sich von Frank Landheer aus dem Landeskirchenamt beraten lassen. Landheer wird von Gemeinden aus der ganzen Republik angefragt und bietet seine Unterstützung bei Fundraisingprojekten an. Für ein ganzes Wochenende reiste Landheer aus Leer an, um auf einem Fundraisingseminar mit der Gemeinde ein Programm zu erarbeiten - ganz schön viel Aufwand für eine Kirche, an der Stadtbesucher sonst häufiger vorbei als hinein gehen. Eigentlich ist es kaum erklärungsbedürftig, weswegen St. Martha von Nürnbergern und Besuchern normalerweise übersehen wird: Ihre Größe reicht längst nicht heran an die großen Stadtkirchen St. Sebald und St. Lorenz, ihre Ausgestaltung vermisst den Prunk einer Frauenkirche, auf deren Balkon das Nürnberger Christkind den Christkindlesmarkt eröffnet. Und doch ist die einzige reformierte Kirche in Nürnberg etwas ganz Besonderes: Ihre Glasfenster aus den Jahren 1390 bis 1410 wurden von den reichsten der Nürnberger Patrizierfamilien gestiftet, erzählt Kirchmeister Przibilla. „Im Jahre 1526 wurde St. Martha im Zuge der Reformation entsakralisiert.“ Sie diente fortan den Meistersingern von Nürnberg, allen voran Hans Sachs, als Probe- und Aufführungsraum – eine Tradition, die heute noch fortlebt, wenn die Musikhochschule hier probt. Im Jahre 1800 wurde St. Martha dann der Evangelisch-reformierten Gemeinde zur Nutzung als Kirche übergeben, so Przibilla weiter. „Der prächtige Steinaltar wurde aber an St. Lorenz abgegeben, zugunsten eines Abendmahlstisches. “ Heute ist auch der aus dem Kirchraum ausgelagert. „Die Glasfenster haben wir zur Aufarbeitung zu einer Fachfirma nach München geschickt“, listet Przibilla auf: „Die Kirchenbänke werden abgeschliffen, lackiert und instand gesetzt.“ Denn St. Marthas 628-jährige Geschichte hat ihre Spuren hinterlassen: Die Schäden an der Bausubstanz sind beträchtlich und schon für den Laien erkennbar. Ein bloßer Blick nach oben zeigt Risse. Wer eine steinerne Wendeltreppe – ihre Grundfläche ist kaum größer als ein Tisch in einem Café – hinaufsteigt, gelangt zum dringend sanierungsbedürftigen Dachgebälk. Baufachmann


Beziehungspflege Thomas Pickl ist Mitglied des Presbyteriums und übernimmt die Bauherrenvertretung. Er zeigt den Schädlingsbefall, Feuchtigkeitsschäden und gebrochene Balken. Bei einem verheerenden Luftangriff auf den Nürnberger Hauptbahnhof am Morgen des 21. Februars 1945 hatte das Dach einen kleinen Treffer abbekommen – seit den Reparaturarbeiten im Jahr nach dem Angriff wurde hier nichts mehr gemacht. „Allein die Kosten für das Dach belaufen sich auf 400.000 Euro“, weiß Przibilla. Finanziert wird ein Teil davon auch durch alte Dachziegel: Die wurden abgenommen, als Kerzenständer zum An-die-Wand-Hängen aufgearbeitet und werden nun für 150 Euro vertrieben. Ein Kalender mit Impressionen der eindrucksvollen Glasfenster kann auch erworben werden. „Ideen, die allsamt aus dem Presbyterium kommen“, weiß Landheer aus dem Landeskirchenamt zu berichten: „Mich hat so begeistert, dass das ganze Presbyterium beim Fundraisingseminar mitgemacht hat und dass sich so viele Ehrenamtliche kreativ einbringen.“ Aber Fundraising ist mehr als bloßes Geldeintreiben, meint der Kirchmeister, der auch stellvertretender Vorsitzender des Presbyteriums ist: „Fundraising heißt auch Beziehungspflege – die Spende soll ja kein einmaliger Kontakt zur Gemeinde sein.“ Die Stifternamen werden in der Kirche zugänglich gemacht, es soll eine eigene Eröffnungsveranstaltung nur für Stifter und Gemeinde geben. Auch im Gemeindebrief wird der Baufortschritt begleitet – wer spendet, der soll schließlich wissen, was mit dem Geld geschieht. Przibilla und das Presbyterium haben alle Anlieger der Straße angeschrieben, an der die Kirche steht. Am meisten beeindruckt hat ihn der Notar von gegenüber, der sonst mit der Gemeinde eigentlich nichts zu tun hat. Der habe nämlich geschrieben, so Przibilla: „Ich schaue jeden Tag aus meinem Bürofenster auf Ihre wunderschöne Kirche, und wenn die jetzt noch schöner wird - ich überweise Ihnen 1.000 Euro.“ Kein Wunder, dass die Umbauarbeiten kaum begonnen haben und Przibilla sein Spendenziel schon zu zwei Dritteln erreicht hat. von David Ganek Pastor Dieter Krabbe mit Kirchmeister Walter Przibilla auf der Baustelle in St. Martha

„Durch unser Fundraisingprogramm wird die Gemeinde in ihrem Umfeld neu wahrgenommen.“


Foto: Zentilia/shutterstock.de

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2:1 für ... Ghana gegen Deutschland: 21. Juni 2014 in Fortaleza Am 21. Juni tritt bei der Fußball-WM in Brasilien die deutsche Nationalmannschaft gegen Ghana an. Vor dem Spiel ein Interview mit Francis Amenu, dem Moderator der Evangelical Presbyterian Church, Ghana. Sie ist in der Norddeutschen Mission Partnerkirche der Evangelisch-reformierten Kirche.

Herr Moderator, wann haben Sie das letzte Mal einen Ball geschossen? Ostermontag 2007. Ich habe in meinem damaligen Kirchenkreis das österliche Gemeindefest eröffnet, und dazu gehörte der Anstoß eines Fußballspiels.

erregen, auch dauerhaft – und das unabhängig von sozialem Status, Geschlecht, ethnischer ZuDeutschland Belgien gehörigkeit, Hautfarbe, geographischer Herkunft, kulturellem Hintergrund, politischer Haltung, akademischer Bildung, Glaubenszugehörigkeit und anderen Dingen.

Welche Rolle spielt Fußball in Ihrem Land? Fußball spielt eine bedeutende Rolle in Ghana, ein großartiges Spiel zur Erholung und Entspannung. Fußball dient als einigender Faktor, stärkt das Nationalgefühl, und das ist positiv in einem Land wie Ghana mit so vielen verschiedenen Volksgruppen. Fußball verringert Spannungen zwischen politischen Gegnern, Feinde werden zu Freunden. Während großer Fußballturniere freuen sich Frauen darüber, dass ihre Männer zeitig von der Arbeit nach Hause kommen, um gemeinsam mit der Familie die Spiele zu sehen. Das stärkt die familiären Beziehungen. Die Fußballer, die bei großen Mannschaften spielen, werden in die Lage versetzt, mit einem Teil ihres Einkommens sozioökonomische Entwicklungsprogramme und –projekte in ihren Heimatgemeinden zu unterstützen.

Viele gläubige Fußballspieler bekreuzigen sich vor dem Spiel. Irritiert Sie das? Ja, einige Fußballspieler bekreuzigen sich jedes Mal vor dem Spiel, um die Wurzeln ihres christlichen Glaubens zu zeigen. Das irritiert mich überhaupt nicht, weil es meiner Meinung nach zeigt, dass sie bei der Aufgabe, die vor ihnen liegt, auf die zuverlässige Hilfe von Gott und Jesus Christus zählen. Die Fähigkeiten der Spieler kommen von Gott, der Quelle allen Segens in unserem Leben. Die christliche Gemeinschaft sollte die Geste der Spieler als Preisung der Ehre Gottes sehen.

Was ist für Sie das Faszinierende am Fußballsport? Fußball hat die Fähigkeit, große Mengen von Menschen anzuziehen, ihre Aufmerksamkeit zu

Gana

Süda

Deutschland

Belg

Wie geht das Spiel am 21. Juni zwischen Ghana und Deutschland aus? Das Spiel wird eng werden. Der Bessere wird 2 zu 1 gewinnen. Meine Gebete und Hoffnungen gehen dahin, dass Ghana und Deutschland die Gruppenphase überstehen und in die K.-o.-Runden einziehen werden. von Ulf Preuß

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INFO Francis Amenu ist seit acht Jahren Moderator (leitender Theologe) der Evangelical Prebyterian Church of Ghana (EP Church), seine Amtszeit dauert noch bis zum Sommer. Von den 22 Millionen Einwohnern Ghanas sind etwa 60 Prozent Christen, darunter mehrheitlich Evangelische. Zur EP Church gehören etwa 160.000 Christen in 800 Kirchengemeinden. Im Ghana gibt es noch zwei weitere reformierte Kirchen: die Presbyterian Church of Ghana und die Global Evangelical Church. Alle drei sind Mitglied der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen. Foto: Ulf Preuß


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Europäisch-afrikanische Jugendbegegnung Drei Wochen im Sommer mit jungen Erwachsenen aus vier Nationen Zum ersten Mal organisiert die Evangelisch-reformierte Kirche in diesem Sommer die internationale christliche Jugendbegegnung CAP. Dabei treffen sich 40 junge Erwachsene aus Südafrika, Ruanda, Belgien und Deutschland vom 25. Juli bis 15. August – eine Woche im Kloster Möllenbeck im Weserbergland und zwei Wochen im Kloster Frenswegen bei Nordhorn. Das CAP-Programm wurde 1983 als Begegnung zwischen Belgien und Südafrika unter dem Namen KAP - „Kameraden - Arbeiders - Partners“ gegründet, heute stehen die Buchstaben für Comrades - Artisans - Partners. Antje Bracht (25), Theologiestudentin in Göttingen, war vor zwei Jahren Begegnungsteilnehmerin in Ruanda, mit zehn anderen deutschen Teilnehmern. In diesem Jahr organisiert sie das Treffen zusammen mit der gebürtigen Südafrikanerin Esther von Twardowski und dem neuen Ökumene Pastor Thomas Fender. Frau Bracht, was ist das Besondere an der CAPBegegnung? Das Besondere ist vielleicht, dass es eigentlich eine ganz normale Freizeit ist – nur eben mit Menschen aus vier verschiedenen Ländern! Da ist alles gleich doppelt so spannend. Was können Sie zum Programm sagen, gibt es einen festen Rahmen? Ja, nicht nur unser Oberthema „Seeds of Love and Freedom“, sondern auch die Tradition des CAP gibt einen Rahmen für die drei Wochen. So beschäftigen wir uns an zwei Tagen in der Woche mit Themen wie Landgrabbing oder wie wir unseren Glauben nutzbar machen können für ein Leben in Freiheit. Zwei andere Tage in der Woche sind für das Mitwirken in sozialen Projekten vor Ort reserviert. Da helfen wir dann zum Beispiel bei der Vorbereitung eines Frühstücks für Bedürftige oder legen einen Gemüsegarten für einen Kindergarten an. Umfangreich ist das Freizeitprogramm: mal eine Stadtrallye in Münster,

CAP-Begegnung in Runanda 2012 Antje Bracht (2 v.l. Bild unten)

ein Fußballturnier, eine Paddeltour auf der Weser und und und. Wir planen gerade sehr eifrig. Deutschland

Belgien

Gana

Auch wenn es einen festen Rahmen gibt: Das Programm wird sehr vielfältig! Wie kommunizieren die Teilnehmer,Gana die alle unter-Südafrika Deutschland Belgien schiedliche Landessprachen haben, miteinander? Wir sprechen Englisch miteinander, aber man merkt schon, dass es für alle die zweite Sprache ist. Als wir nach Ruanda gefahren sind, hatten einige von uns Bedenken, wie das mit der Sprache Deutschland funktionieren wird. Aber man merkt ganz schnell, wie einfach die Kommunikation funktioniert. Alle sind offen und bereit zu helfen, wenn einem das Wort mitten im Satz mal nicht einfällt.

Südafrika

Ruanda

Ruanda

Deutschland

Belg

Belgien

Gan

Was haben Sie persönlich aus der letzten Begegnung in Ruanda mitgenommen? Da gibt’s so viel… Das Wichtigste ist, dass es wirklich eine Begegnung war. Wir haben miteinander gelacht, aber auch nachgedacht. Vertreter aus vier Ländern geben sich gegenseitig einen Einblick darin, wie ihr Land funktioniert, wie die Menschen in dem Land denken. Gerade im Gespräch unter Ländern, die ganz unterschiedliche und bemerkenswerte Geschichten haben, denkt man danach über vieles anders nach. Ich habe aus der Begegnung persönlich mehr mitgenommen als nach einem normalen Sommerurlaub.

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von Ulf Preuß

INFO

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Interessierte junge Erwachsene im Alter von 17 bis 26 Jahren können sich noch anmelden. Die Teilnahme kostet 150 Euro, darin sind Übernachtung, Verpflegung und Programm enthalten. Für die erste Woche, die außerhalb der niedersächsischen Ferien liegt, wird eine Schulbescheinigung ausgestellt. Informationen und Anmeldung bei: Evangelisch-reformierte Kirche, Sabrina Mammen, Tel.: 0491/9198 210, Mail: sabrina.mammen@reformiert.de. www.reformiert.de/internationalejugendbegegnung.html


REFORMIERTER GLAUBE

Die tüchtigen Reformierten Klaus Bröhenhorst ist Pastor der Evangelisch-reformierten Gemeinde Hildesheim, Mitglied im Beirat „reformiert“ und regelmäßiger Autor für „reformiert“.

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in den Geldkreislauf einzuspeisen? Und wenn just Glaube macht reich. An Freude. An Trost. An dies geschah - siehe da: Der Kapitalist mit gutem Hoffnung. Bekannt ist das Bild vom Schatz im Gewissen war geboren, bescheiden und erfolgHimmel. Eine krisensichere Anlage, fürwahr. Darf reich, fromm und reich. Glaube auch materiell reich Was sollen wir nun dazu machen? Oder wäre das unansagen? Um mit Lothar Steiger ständig? zu sprechen: Das Körnlein Der deutsche Soziologe Max Wahrheit an Webers These hat Weber (1884 – 1920) meinschon längst ein blindes Huhn te einst, dass es besonders Klaus Bröhenhorst weggepickt. Calvin selbst und die Reformierten verstanden über die Reformierten viele arme (!) reformierte Länhätten, auf Erden reich zu und den Kapitalismus der geben derlei nicht her. Wewerden. Aus Verunsicherung bers Ansicht war denn auch in hätten die Reformierten, die der Fachwelt von Anfang an umstritten. Dennoch Weber für ihre Tüchtigkeit bewunderte, dem Kahat sie Eingang in Lexika-Artikel und Nachschlapitalismus ein gutes Gewissen gegeben. Wie das? gewerke gefunden hat. Bis heute. Und das ist Nun, Weber war aufgefallen, dass etliche Länder das eigentlich Interessante! Was fasziniert Menmit reformiertem Einfluss wirtschaftlich erfolgreischen an dieser These? Warum cher waren als andere. Und er schlussfolgerte, wird ihr „geglaubt“? dass die Erwählungslehre Calvins der innere Ich meine: Weil im Motor dieser Entwicklung war. Grunde jeder Mensch Denn während andere Kirchen so denkt, wie Weihren Gläubigen durch die ber es allein den „objektiv“ wirksamen SaReformierten unkramente eine gewisterstellt: dass Erfolg se Seelenruhe verFoto: Ulf Preuß und Glück freundliche schaffen konnten, Zeichen Gottes sind. kannte der CalviDie Frage ist natürlich: nismus angeblich Darf das? Ist das nicht derlei nicht. Daher platt diesseitig? Droht mussten alle, die da nicht ein „Absausich fragten, ob fen“ im Mammon (Marsie denn wohl von tin Niemöller)? Ist nicht Gott erwählt seien, der reiche Kornbauer im Leben selbst im Gleichnis ein warZeichen und Hinnendes Beispiel? Geweise suchen und wiss. Dass das letzte finden. Lag es da Hemd keine Taschen nicht nahe, den hat, weiß ja jeder. Wie wirtschaftlichen gut gefüllt aber dürfen Erfolg als einen die vorletzten Hemden solchen Hinweis sein? Ich denke, der zu nehmen? Und Apostel Paulus weist war es für die in eine verantwortlisparsamen Calche Richtung, wenn er vinisten zudem sagt: „Ich kann reich nicht geraten, sein, ich kann arm einen eventuelsein. Ich vermag alles len Überschuss durch den, der mich nicht zu verprasFoto: stark macht: Chrissen, sondern soEsther Stosch / pixel io.de tus.“ gleich wieder

Reformierter Glaube


PERSONEN

[1] Achim Detmers wird neuer Generalsekretär des Reformierten Bundes. Er tritt voraussichtlich ab Oktober 2014 die Nachfolge von Jörg Schmidt an, der im Dezember in den Ruhestand geht. Die Generalversammlung des Reformierten Bundes wählte den 48-jährigen Theologen vor Ostern in sein neues Amt. Detmers ist zurzeit noch Rektor des Kirchlichen Fernunterrichts der Mitteldeutschen Kirche in Neudietendorf. Er arbeitete von 2008 bis 2009 schon einmal beim Reformierten Bund. In den zwei Jahren war er Beauftragter für das Calvinjahr 2009. Detmers ist in Ostfriesland aufgewachsen und kommt ursprünglich aus der Evangelisch-reformierten Kirche. [2] Thomas Fender wird neuer Pastor für Diakonie und Ökumene der Evangelisch-reformierten Kirche. Das Moderamen der Gesamtsynode benannte den 48-Jährigen als Nachfolger für Dietmar Arends, der Landesuperintendent der Lippischen Landeskirche wurde. Fender ist zurzeit noch Pastor der Kirchengemeinde Schüttorf, er wird sein neues Amt im Landeskirchenamt in Leer im September antreten. Er ist seit einigen Jahren Vorsitzender des Ausschusses für Partnerschaft und Ökumene und im Aufsichtsgremium des Eylarduswerks in Gildehaus vertreten. Rolf Drewes ist neuer wirtschaftlicher Vorstand der Stiftung Johannes a Lasco-Bibliothek. Der 69-Jährige Pensionär hat seine neue Aufgabe am 1. Mai übernommen. Er ist Nachfolger von Wilhelm Neef, der seit der Wiedereröffnung der Bibliothek im Jahr 2010 als wirtschaftlicher Vorstand amtierte. Drewes war lange Jahre als Regierungsbeamter in Hessen tätig, zuletzt war er erster hauptamtlicher Beigeordneter und Vertreter des Oberbürgermeisters der Stadt Ingelheim am Rhein. Seit 2001 lebt er in Hinte, Ostfriesland, dem Heimatort seiner Frau.

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Foto: privat

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Foto: privat

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[5] Emmanuel Ayedze, neu gewählter Moderator der Evangelisch-presbyterianischen Kirche in Togo, ist zwei Wochen nach seiner Wahl gestorben. Ayedze sei zum Zeitpunkt seiner Wahl am 22. Februar noch von einer langjährigen Krankheit gezeichnet gewesen, zu diesem Zeitpunkt aber voll Hoffnung auf eine vollständige Genesung, teilte die Norddeutsche Mission mit. Der promovierte Theologe sollte sein Amt im Juli antreten. Die Evangelischpresbyterianische Kirche in Togo geht auf eine Gründung deutscher Missionare im 19. Jahrhundert zurück und arbeitet bis heute eng mit der Norddeutschen Mission mit Sitz in Bremen zusammen. Die Evangelisch-reformierte Kirche ist eine der deutschen Mitgliedskirchen. [6] Hartmut Smoor wird persönlicher Referent von Kirchenpräsident Martin Heimbucher. Der 55-jährige Theologe ist zurzeit noch Pastor der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Meppen-Schöninghsdorf. Er wird seine neue Tätigkeit im Juli aufnehmen. Smoor ist seit 2001 in der Gemeinde Meppen-Schöninghsdorf, zuvor war er 13 Jahre lang in Weener tätig. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Söhne.

Foto: Norddeutsche Mission

[3] Walter Herrenbrück, ehemaliger Landessuperintendent der Evangelischreformierten Kirche, ist am Karfreitag 75 geworden. Er war 17 Jahre lang leitender Theologe seiner Kirche. Die Gesamtsynode wählte ihn 1987, mit seiner Pensionierung 2004 schied er aus dem Amt aus. Nach einer Kirchenstrukturreform wurde das Amt des Landessuperintendenten abgeschafft, seine beiden Nachfolger Jann Schmidt und seit Ende November 2013 Martin Heimbucher traten ihr Amt jeweils als Kirchenpräsident an. Vor dem Amtsantritt als Landessuperintendent war Herrenbrück Leiter des Predigerseminars in WuppertalElberfeld. Herrenbrück lebt heute in Nordhorn.

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[4] Inka Dohrmann-Westerdijk wird neue Pastorin der Kirchengemeinde Weener. Die Gemeinde wählte die 47-jährige Theologin im März als Nachfolgerin für Sophia Sander, die zum 1. Januar zur evangelisch-reformierten Gemeinde Hameln/Bad Pyrmont gewechselt war. DohrmannWesterdijk arbeitet zurzeit noch als theologische Mitarbeiterin des Synodalverbands Grafschaft Bentheim in Uelsen. Sie beginnt ihren Dienst in Weener am 1. Juni. Die gebürtige Ostfriesin studierte Theologie in Bethel und Göttingen. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter.

Alasdair Heron, ehemaliger Professor für Theologie an der Universität Erlangen, ist tot. Er starb am 7. Mai im Alter von 71 Jahren nach längerer Krankheit in Erlangen. Heron war der letzte Inhaber des reformierten Lehrstuhls. Für die bayerischen Gemeinden war er lange Jahre als theologischer Lehrer und Prediger präsent. Kirchenpräsident Martin Heimbucher nannte Heron einen wichtigen Forscher und Lehrer für die Geschichte der Reformierten Kirche und des reformierten Protestantismus. Heron war Sohn eines Pfarrers der Church of Scotland, geboren wurde er in Murree (Pakistan) und wuchs aber in Schottland auf.

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AKTUELLES

Magazin über Reformationsstadt Emden Ein neues Magazin stellt die Stadt Emden als Ort der Reformation vor. „Das Magazin will historische Inhalte der Reformationszeit verständlich aufzeigen und gleichzeitig Anregungen zur Reiseplanung geben“, sagte Mitherausgeber Marius Lange von Ravenswaay, wissenschaftlicher Leiter der Emder Johannes a Lasco Bibliothek, bei der Vorstellung. Emden erhielt im Herbst 2013 von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) als erste Stadt den Titel „Europäische Reformationsstadt“. Auf 90 Seiten finden sich Artikel, die die Schauplätze und Akteure der ostfriesischen Reformationsgeschichte beschreiben, neben Hinweisen für die Reiseplanung und Texten über das aktuelle Emden. „Wir haben Exemplarisches über die ostfriesische Reformationsgeschichte zusammengetragen“, sagte Klaas-Dieter Voß, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bibliothek und ebenfalls Mitherausgeber. Diese Reformationsgeschichte

Gemeinde schafft Tagesbetreuung für Senioren Die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Georgsdorf hat ihr altes Pastorat zu einem Seniorentreffpunkt umgebaut. Das älteste Haus des Ortes, direkt neben der Kirche gelegen, wird zukünftig von der ökumenischen Sozialstation Emlichheim als Tagesbetreuungstreffpunkt für Senioren genutzt. Auch Demenzkranke sollen hier betreut werden. Insgesamt sind 175.000 Euro in die Restaurierung des Erdgeschosses und in die Dachsanierung geflossen. Das Haus sei jetzt vollständig für die Nutzung als Tagesbetreuungstreffpunkt eingerichtet, so Pastor Gert Veldmann.

Fotos: Ulf Preuß

Sie stellten das Magazin vor: Kirchenpräsident Martin Heimbucher, Wolfgang Jahn (Ostfriesisches Landesmuseum), Wilhelm Neef (Vorstand Johannes a Lasco Bibliothek), Klaas-Dieter Voß (Johannes a Lasco Bibliothek), Marius Lange van Ravenswaay (Vorstand Johannes a Lasco Bibliothek), Oberbürgermeister Bernd Bornemann (Stadt Emden)

Ostfrieslands sei von Beginn an multikonfessionell gewesen, stellte Wolfgang Jahn vom städtischen Ostfriesischen Landesmuseum und dritter Herausgeber des Journals heraus.

18 3 reformiert 2014

Kirchenpräsident Martin Heimbucher betonte bei der Buchvorstellung die europäische Dimension der Reformationsbewegung. Ein Beispiel sei dafür Emden. Deutlich werde das auch am Namensgeber der Emder Bibliothek: Johannes a Lasco habe europäisch gedacht und sich europäisch bewegt. Allein die Orte seines Wirkens zeigten dies: Krakau, Bologna, Basel, Vezprem (Ungarn), London und zweimal Emden. „Reformation, das kann man hier in Emden begreifen, ist keine Bewegung, die allein aus Wittenberg kommt“, sagte Heimbucher. Das Magazin ist in der Evangelischen Verlagsanstalt in Leipzig erschienen, zunächst in einer Auflage von 3.000 Exemplaren. Es gehört in die Reihe „Orte der Reformation“ mit bislang 13 Ausgaben, darunter Magazine über Wittenberg, Eisenach, Heidelberg und Nürnberg, Weitere Orte sollen folgen. Die Publikation kostet 9,90 Euro und ist bundesweit im Buchhandel erhältlich. Titel: Emden. Orte der Reformation. Journal 13, hrsg. von J. Marius Lange van Ravenswaay, Klass-Dieter Voß, Wolfgang Jahn, Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2014

50 Jahre Freiwilliges Soziales Jahr Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. 1964 wurde die gesetzliche Grundlage für diesen Freiwilligendienst gelegt. Derzeit nutzen etwa 51.000 junge Menschen die Chance, sich nach Abschluss der Schullaufbahn zu orientieren und dabei sozial abgesichert zu sein. In Kindergärten, Krankenhäusern oder einer Vielzahl anderer sozialer Einrichtungen leisten sie zudem ihren Dienst an der Gesellschaft. Den Grundstein für das FSJ legte vor 60 Jahren der Rektor der Diakonie Neuendettelsau, als er erstmals zu einem Diakonischen Jahr aufrief. Die Evangelischen Freiwilligendienste, der bundesweite Zusammenschluss evangelischer Träger, sind heute der zweitgrößte Anbieter von FSJ-Plätzen in Deutschland. In der Evangelisch-reformierten Kirche werden die Freiwilligendienste von der Diakonie in der Grafschaft Bentheim koordiniert. www.diakonie-grafschaft.de/de/html/ 1021.freiwilligendienste.html


AKTUELLES / IMPRESSUM

Kirchenschiff nimmt Fahrt auf Mit einem ökumenischen Gottesdienst haben die Kirchen auf der Landesgartenschau in Papenburg ihr Veranstaltungszentrum „Kirchenschiff“ eröffnet. Rund 400 Besucher feierten am 27. April unter dem Motto „Wind, Wasser, Weite“. In ihren Kurzpredigten mahnten der evangelisch-reformierte Kirchenpräsident Martin Heimbucher, der evangelisch-lutherische Regionalbischof des Sprengels Ostfriesland, Detlef Klahr, und der katholische Weihbischof Johannes Wübbe aus Osnabrück die Achtung vor der Schöpfung an. Das „Kirchenschiff“ ist ein schwimmender Ponton auf einem der Seen in dem Park mit zahlreichen Sitzplätzen am Ufer. Bis zum Ende der Landesgartenschau am

Programm für Orgelfreunde Das Organeum in Wenner hat sein neues Jahresprogramm vorgestellt. Der Veranstaltungskalender der Orgelakademie Ostfriesland umfasst 160 Orgelkonzerte, Exkursionen und Fortbildungen im ostfriesischen Raum und darüber hinaus. Die Orgelveranstaltungen sind in der Broschüre sowohl thematisch als auch chronologisch sortiert. Winfried Dahlke, Direktor des Organeums und Landeskirchenmusikdirektor der Evangelisch-reformierten Kirche, wies besonders auf die neun Orgelexkursionen hin. Sie führten zu den Orgeln der Region, aber erstmals als größere Reisen darüber hinaus. Neu im Programm ist das Fortbildungsangebot „Musik im Gespräch“. Auf der neu er-

Lesen in Gottes Welt Mit einem Medienpaket zum Schulanfang regen die evangelischen Kirchen zum ersten selbständigen und Lesen und Mitsingen an. In dem Paket befinden sich in einer Schultüte ein Erstlesebuch zu dem Liedtext „Halte zu mir guter Gott“, eine CD mit weltlichen und geistlichen Kinderliedern sowie eine Elternbroschüre, die Impulse zu Gestaltung des religiösen Lebens in der Familie gibt. Entwickelt hat das Medienpaket das Evangelische Literarturportal, dort ist es in 10er Einheiten zum Preis von 2,50 Euro pro Schultüte erhältlich. Bestellen können Kindertagesstätten und Kirchengemeinden. www.eliport.de

Illustr ier Katja Ge t von hrmann

Foto: Imma Schmidt / Landesgartenschau

Foto: Ulf Preuß

Das Kirchenschiff bei der Landesgartenschau

Winfried Dahlke an der Ahrend-Hausorgel im Organeum

19. Oktober werden dort mehrmals täglich Gottesdienste, Andachten, Konzerte und Lesungen angeboten.

worbenen Ahrend-Hausorgel würden nun Orgelwerke in Gesprächskonzerten vorgestellt. Das Organeum mit Sitz in Weener wird gemeinsam von der Ostfriesischen Landschaft, der Evangelisch-reformierten Kirche und das Stadt Weener getragen.

www.kirche-auf-der-landesgartenschau.de/ Reformiertes Welttreffen 2017 in Erfurt Die nächste Generalversammlung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen wird 2017 in Deutschland tagen. Dies entschieden die 30 internationalen Kirchenvertreter des Exekutivausschusses der Weltgemeinschaft auf ihrer Zusammenkunft Mitte Mai in Hannover. Im Jahr des Reformationsjubiläums sollen die mehreren Hundert Delegierten aus 108 Staaten verschiedene Orte der Reformation besuchen. Schlusspunkt ihrer Reise werde am 25. Juni eine gemeinsame Abendmahlsfeier in Wittenberg sein, verbunden mit einem „Ruf zur christlichen Einheit“, berichtete der Präsident der WGRK, Jerry Pillay. Außerdem wählte der Exekutivausschuss den Kanadier Chris Ferguson zum neuen Generalsekretär. Er tritt sein Amt im August an.

www.organeum-orgelakademie.de Restaurierte Orgel für Möllenbeck Die Restaurierung der Orgel in der Klosterkirche Möllenbeck ist abgeschlossen. Die Gemeinde feierte die Inbetriebnahme am 24. Mai mit einem Konzert mit Landeskirchenmusikdirektor Winfried Dahlke. Christian Wilhelm Möhling errichtete das Instrument 1844 für 1.000 Thaler. 1917 wurden 122 Pfeifen für Kriegszwecke beschlagnahmt. Rund 500 Pfeifen blieben erhalten.

IMPRESSUM Reformiert: ,reformiert’ ist die Mitgliedszeitschrift der Evangelischreformierten Kirche. Herausgeberin: Evangelisch-reformierte Kirche, Saarstraße 6, 26789 Leer, www.reformiert.de Redaktion: Ulf Preuß (verantwortlich), Pressesprecher, Tel. 0491 / 91 98-212, E-Mail: presse@reformiert.de Mitarbeit an dieser Ausgabe: Sven Kramer Redaktionsbeirat: Klaus Bröhenhorst, Antje Donker, Andreas Flick, Matthias Lefers, Günter Plawer, Steffi Sander, Burkhart Vietzke Konzeption, Gestaltung und Layout: Designagentur projektpartner, 26789 Leer, www.projektpartner.info Druck und Vertrieb: SKN Druck und Verlag, Norden, www.skn-druck.de Auflage: 130.000 Exemplare

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Evangelisch-reformierte Kirche Landeskirchenamt - Saarstraße 6 - 26789 Leer Postvertrieb DPAG Entgelt bezahlt

Kirchen eröffnen Woche für das Leben

Nein zur aktiven Sterbehilfe Bei der Eröffnung der Woche für das Leben haben die beiden großen Kirchen ihr Nein zu aktiver Sterbehilfe bekräftigt. Das Leben sei ein Geschenk, „das uns von seinem Beginn bis an das Ende heilig ist“, betonte der evangelische sächsische Landesbischof Jochen Bohl am 7. Mai in einem ökumenischen Gottesdienst in Erfurt. Der katholische Bischof von Hildesheim, Norbert Trelle, erklärte, Auftrag der Christen sei es, die Menschen im Sterben zu begleiten. „Wir dürfen uns nicht durch eine Hilfe zur Selbsttötung von ihnen abwenden, sondern müssen uns ihnen zuwenden“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in seiner Predigt. Mit der „Woche für das Leben“ wollen die Kirchen „für die Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit menschlichen Lebens in allen seinen Phasen“ sensibilisieren. Die Aktionswoche soll das Bewusstsein für den Wert und die Würde des Lebens schärfen. Sie fand in diesem Jahr vom 7. bis 10. Mai statt.

gung schwerkranker Menschen hervor. Die Hospizdienste sprächen, so Bohl, „von der Hochschätzung des menschlichen Lebens in bewegender und unmissverständlicher Weise“. Die Humanität einer Gesellschaft zeige sich nicht zuletzt im Umgang mit den Sterbenden, betonte er. Bohl bedauerte, dass es in der Gesellschaft auch Kräfte gebe, die die Sterbehilfe befürworten. Die gesetzlichen Regelungen in Ländern wie Belgien, den Niederlanden oder der Schweiz, wo die Unterstützung des Suizids legal ist, bezeichnete der evangelische Landesbischof als falsch. Der Hildesheimer Bischof Trelle ergänzte, Deutschland solle sich durchaus von anderen Ländern „markant unterscheiden“. Auf auf einer anschließenden Podiumsdiskussion gab es auch andere Stimmen. Der Gründungsintendant des Mitteldeutschen Rundfunks, Udo Reiter, plädierte für das Angebot eines „Notausgangs“ am Ende des Lebens, über dessen Nutzung jeder selbstbestimmt entscheiden könne. (mit epd)

Bohl, der auch stellvertretender Ratsvorsitzender der EKD ist, hob die Bedeutung der palliativen VersorBischof Norbert Trelle (Bistum Hildesheim)

Foto: Zimmermann / Bistum Hildesheim

Foto: Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

POSITION

Landesbischof Jochen Bohl (Ev.-Lutherische Landeskirche Sachsens)

3 reformiert 2014  

38,5 Millonen Euro umfasst der Jahreshaushalt der Evangelisch-reformierten Kirche. Wir reden und schreiben vom Umgang mit dem Geld: zum eine...

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