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reformiert Berichte und Bilder aus der Evangelisch-reformierten Kirche

2 reformiert 2013 2013M채rz April Mai


„Dort, wo Menschen uns brauchen“ „Gott traut uns zu, solidarisch zu handeln, das Recht der Schwachen

Seite 4 „Manchmal sind wir halbe Psychiater“ Seite 6 „Helfer gegen die Einsamkeit“

und Fremden zu achten und jedem Gerechtigkeit zukommen zu lassen.“ (aus dem Leitbild der Diakonie Deutschland)

Wir laden ein

Evangelischer Kirchentag

Bremische Evangelische Kirche Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg Evangelisch-reformierte Kirche Reformierter Bund

in Hamburg 1. bis 5. Mai 2013 Treffpunkt Ferdinandstraße 2. bis 4. Mai 2013

Treffpunkt

S. 14

Ferdinandstraße

inandstraße Gemeindezentrum Ferd 21 burg, Ferdinandstraße der Ev.-ref. Kirche in Ham

2 2 reformiert 2013

S. 16

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Die Mitgliedszeitschrift ,reformiert’ wird an alle Haushalte der Evangelisch-reformierten Kirche kostenlos verteilt. Möchten Sie auch ,reformiert’ lesen? Tel. 0491 / 91 98 212, E-Mail: presse@reformiert.de Möchten Sie unsere Zeitschrift unterstützen? Spenden Sie auf folgendes Konto: Reformiert, Konto-Nr. 90 60 08 Sparkasse LeerWittmund, BLZ 285 500 00 Spendenquittung wird zugesandt. Titelfoto: Werner Krüper / epd

Seite 8 Diakonie braucht Fachkräfte Seite 10 Stark für andere Diakonische Karte

Seite 12 Von der Ems an den Rhein Reformierter Glaube: „Dienst am hilfebedürftigen Nächsten“ Seite 14 Treffpunkt Ferdinandstraße … zum Hamburger Kirchentag Seite 16 Reformierter Reisetipp: 1800 km auf Spuren von Hugenotten und Waldensern Seite 17 Personen Seite 18 Aktuelles, Impressum Seite 20 Position: „Kein Militär gegen Terroristen“


Berichte und Bilder zur diakonischen Arbeit

Foto: Jörn Neumann / epd

Liebe Leserin, lieber Leser, kürzlich sagte der Fernsehjournalist Johannes B. Kerner in einer ARD-Talkshow, dass es in der Kirche wahnsinnig viele Menschen gibt, die wahnsinnig viele sinnvolle Dinge tun. Er meinte damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Diakonie und Caritas und deren ehrenamtliches wie hauptamtliches Engagement. 435.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten für die Diakonie, bundesweit; 1.800 sind es in der Diakonie der Evangelisch-reformierten Kirche – und dabei sind die ehrenamtlich Aktiven noch nicht einmal mitgezählt. Das sind beeindruckend viele Menschen, die sich für ihre Mitmenschen engagieren: in der Alten- und Krankenpflege, in der Arbeit mit Behinderten, in der Sozialberatung, in den Kindergärten… Das sind Menschen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten, wollte Johannes B. Kerner wohl auch sagen.

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Diese Menschen tragen mit dazu bei, dass der Gehwagen, wie er im Foto oben vor der Tür steht, für so manchen Altgewordenen nicht der einzige Begleiter bleibt. Unsere beiden Geschichten aus der Diakonie in dieser Ausgabe von „reformiert“ zeigen, wie das geht. „Dort, wo Menschen uns brauchen“ – dieser Satz aus dem Leitbild einer diakonischen Einrichtung ist Anspruch und tägliche Herausforderung zugleich.

Ihr

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Ulf Preuß - Pressesprecher der Evangelisch-reformierten Kirche


„Manchmal sind wir Ein Tag mit Irma Tonke Um 18 Uhr beginnt der Abenddienst von Irma

men zu können – und wirkt kraftlos und müde.

Tonke. Ein starker Wind pfeift vom Meer her,

„Wir wissen nie, in welchem Zustand wir unsere

die Regenschauer kommen fast waagerecht hier

Patienten vorfinden“, erzählt sie. „Das ist manch-

in Krummhörn, einem der nördlichsten Zipfel

mal nicht einfach.“ Gerade das Schicksal jüngerer

Deutschlands. „Kein Problem“, sagt die Pflege-

Menschen, die aufgrund einer Krankheit zum Pfle-

assistentin und lacht. „Schlimm war es im Januar,

gefall werden, berührt sie sehr. „Normalerweise

bei Eis und Schnee brauche ich für die Strecken

kann ich nach dem Dienst ganz gut abschalten,

viel länger als normalerweise.“ Fünf Seniorinnen

aber wenn Patienten, die noch ein gutes Stück

und Senioren betreut sie in ihrer Schicht, und die

Leben vor sich haben sollten, im Sterben liegen,

wohnen hier im ländlichen Raum nicht gerade

nimmt mich das auch nach all den Jahren im Be-

um die Ecke.

ruf noch sehr mit.“ Es ist still im Zimmer, nur der

Ihr erster Patient ist Hans Schierke*, ein freund-

Wind pfeift ums Haus. Irma Tonke tätschelt der

licher Herr, der mittlerweile vieles vergisst, nicht

alten Dame die schmale Hand, spricht mit ihr,

aber seine guten Manieren. Ihr Mann sei trotz sei-

während sie routiniert die notwendigen Handgrif-

ner fortschreitenden Demenz sehr lieb, bestätigt

fe erledigt. Ihre Zeit, die sie pro Patient zur Ver-

auch Schierkes Ehefrau Marta*. „Das ist ja nicht

fügung hat, ist genau getaktet. „Die Arbeit selbst

selbstverständlich bei dieser Krankheit.“ Die Pfle-

ist in dieser Zeit gut zu schaffen. Aber wenn die

geassistentin hilft Hans Schierke ins Bad, macht

Leute reden möchten, dann komme ich mit der

ihn fertig für die Nacht, wechselt noch ein paar

Arbeitszeit nicht hin, das ist dann meine Freizeit“,

Worte mit seiner Frau. „Dafür ist nicht jedes Mal

betont Irma Tonke. Aber das Reden sei unver-

Zeit“, bedauert Marta Schierke. „Aber zumindest

zichtbar. „Manchmal sind

für eine herzliche Umarmung reicht es immer.“

wir halbe Psychi-

Dass der Pflegedienst ihr bei der Betreuung hilft,

ater“,

ist eine große Erleichterung für sie. „Noch bin ich

sie.

rüstig, aber ich weiß natürlich nicht, wie lange ich noch so kann“, sagt sie und fügt lächelnd hinzu: „Ich vertraue auf Gott – er weiß, dass ich meine Gesundheit noch brauche.“ Um die nächste Patientin macht Irma Ton-

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ke sich seit einiger Zeit Sorgen. Die alte Dame ist blind und sitzt im Rollstuhl, vor ein paar Tagen fand die Pflegerin sie zusammengesunken sitzend da, das Sprechen fiel ihr sichtlich schwer. Irma Tonke rief den Hausarzt an, weil sie einen Schlaganfall befürchtete. Heute ist die alte Dame gar nicht aufgestanden, sie liegt im Bett, als Irma Tonke eintritt – der Pflegedienst hat grundsätzlich einen Hausschlüssel, um im

* Name geändert

Notfall immer hereinkom-

sagt


halbe Psychiater“ - Pflegeassistentin Weiter geht‘s, wieder über die sturmgepeitschte Landstraße, zum nächsten Patienten. Stärker könnte der Kontrast zur bedrückenden Stille bei der vorherigen Patientin kaum sein. Jürn Gersema braucht zwar Pflege, dennoch scheint er vor Lebendigkeit zu strotzen. Viele Jahre hat er im Männerchor gesungen, und wenn Irma Tonke kommt, stimmen die beiden ein Liedchen an, während sie ihn versorgt. Schon wird das Haus von seiner klaren, volltönenden Stimme erfüllt. Seine Frau Tini lächelt. „Wie gut, dass wir die Pflege haben, sonst hätte mein Mann ins Heim gemusst“, sagt Tini Gersema. „Und wir haben kein Auto – ich hätte ihn nicht regelmäßig besuchen können.“ Dreimal am Tag kommt der Pflegedienst; wenn die Gersemas ansonsten Hilfe brauchen, springen die Nachbarn ein. „Ich allein könnte das nicht mehr alles leisten“, sagt die quirlige alte Dame, die ebenso lebhaft wirkt wie ihr Mann, aber körperlich mittlerweile auch an ihre Grenzen

Foto: Hinrich Janssen

stößt. Als Irma Tonke die Tür hinter sich zuzieht, ist Jürn Gersemas Gesang noch auf der Straße zu hören. Lächelnd

INFO

geht die Pflegeassistentin zu ihrem Wagen. Auf sie warten noch zwei Patienten, ehe sie Feierabend hat. Und morgen früh um sechs Uhr geht es wieder los. Es ist ein anstrengender Job, aber Irma Tonke hat sich ganz bewusst für die ambulante Pflege entschieden. „Ich wollte immer im sozialen Bereich arbeiten“, erzählt sie. „Und in diesem Beruf kann ich den Menschen helfen, solange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben.“

In der Seniorenpflege wird zwischen Pflegefachkräften und Pflegeassistenten unterschieden. Nur die Fachkräfte dürfen die sogenannte Behandlungspflege leisten, also ärztlich verordnete Maßnahmen umsetzen, Medikamente geben und ähnliches, während die Assistenz bedeutet, körperliche Pflege, etwa Waschen, Rasieren, Ankleiden, zu übernehmen. Acht Pflegefachkräfte und 25 Pflegeassistentinnen beschäftigt der Diakonieverbund Hinte/Krummhörn/Wirdum. Sie arbeiten zwölf Tage am Stück, haben dann zwei Tage frei. „Wir achten darauf, dass unsere Patienten möglichst immer von den gleichen Kräften versorgt werden“, betont die Pflegedienstleiterin Maike Iderhoff-Netz. Ein fester Stamm an Mitarbeitenden, die schon

von Anke Brockmeyer

seit Jahren dabei sind, mache dies möglich. Nicht nur die optimale Pflege, auch die Zwischenmenschlichkeit sei ihr wichtig, so die Pflegedienstleiterin. „Schließlich sind wir in kirchlicher Trägerschaft – das verpflichtet.“ Jeden Patienten individuell zu behandeln und so zu arbeiten, dass die Patienten sich wohlfühlen, sei eine der Grundvoraussetzungen ihrer Arbeit, so IderhoffNetz.

Mehr als nur Pflege: Wenn Irma Tonke bei Jürn Gersema ist, stimmen die beiden oft gemeinsam ein Lied an – das verbindet auf besondere Weise. Foto: Anke Brockmeyer


„Helfer gegen die Einsamkeit“ Die Gemeinde in Leipzig setzt seit über 60 Jahren auf Besuchsdienste Gerade für betagte Menschen sind die tra-

Heute, über 60 Jahre später, ist der Dienst für

ditionsreichen Besuchsdienste der Evangelisch-

die Leipziger Gemeinde noch immer von großer

reformierten Kirche in Leipzig ein Draht zur

Bedeutung. Auch die Struktur - also die Auftei-

Außenwelt. Was in den 50er Jahren mit der Ver-

lung nach Bezirken - hat sich erhalten. „Bei uns

teilung von Hilfspaketen gegen die Nachkriegs-

verhungert zwar niemand mehr und erfrieren

armut begann, ist heute oft Hilfe gegen Ein-

muss auch keiner, aber diese andere Not, diese

samkeit. Doch es mangelt an Nachwuchs. Dabei

Vereinsamung ist da“, sagt Seitz. Gerade viele äl-

lohnt sich der Dienst am Nächsten, finden alle,

tere Menschen freuten sich über den Besuch, be-

die mitmachen.

sonders dann, wenn die Familie weiter weg woh-

„Zum 80. Geburtstag 250 Gramm Kaffee, eine

ne. Andere wiederum seien zunächst skeptisch.

Dose Fisch und eine Tafel Schokolade übergeben.“

„Gerade neue Mitglieder, die von außen zugezo-

Die akribischen Notizen über ein verschenktes

gen sind, kennen so was nicht“, sagt Tilitzki. Ein

Lebensmittelpaket spiegeln nicht nur ein Stück

vorab verschickter Brief soll die Neuankömmlinge

entbehrungsreiche Nachkriegsgeschichte wider.

deshalb auf den Besuch vorbereiten.

Sie stehen auch exemplarisch für den Start ei-

„Der Grundgedanke ist, dass wir ein Stück

ner besonderen Idee. Denn mit der Vergabe von

Gemeinde zu den Gemeindemitgliedern bringen

Nahrung und Kohle begann 1953 eine Neuord-

wollen, die aus unterschiedlichen Gründen den

nung der diakonischen Arbeit in der Leipziger Ge-

Weg in die Kirche nicht schaffen“, sagt Tilitzki.

meinde. „Wir haben aus der Schweiz Hilfspakete

Manche seien beruflich angespannt, anderen

bekommen, die mussten verteilt werden“, erklärt

wiederum falle das Gehen schwer. Mindestens

Diakonie-Vorsteherin Ingrid Seitz. Gleichzeitig

zweimal im Jahr werden die Mitglieder besucht.

galt es, den Kontakt zu den Gemeindemitgliedern

„Wenn man merkt, dass jemand einsam ist oder

wieder aufzubauen. Viele waren als Flüchtlinge

nicht mehr rauskommt, da besucht man den noch

aus Schlesien gekommen. „Und die mussten wie-

öfter.“ Jeder Diakoniehelfer kommt so auf etwa

der gesammelt werden“, erklärt Helga Tilitzki, die

80 Dienste im Jahr. Besonders ballt sich Arbeit in

das Amt der Vorsteherin bis 2009 ausgeübt hatte.

der Adventszeit, wenn jedem Mitglied im Bezirk

„Viele wussten gar nicht, dass es eine reformierte

ein Besuch abgestattet wird.

Kirche in Leipzig gab.“

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Trotz des Zeitaufwands empfinden viele Helfer

Die Zugezogenen waren für die Gemeinde wich-

ihre Arbeit als bereichernd. „Es ist ein Geben und

tig, denn die Zahl der Mitglieder war nach dem

Nehmen“, sagt Tilitzki. Diakoniehelferin Isabelle

Zweiten Weltkrieg stark gesunken. Viele Leipziger

Berndt schätzt an den Treffen auch die Begeg-

hatten sich aus wirtschaftlicher Not heraus gen

nung unterschiedlicher Generationen. Gerne wird

Westen begeben, der Kirchengemeinde drohte

auch der Erfahrungsschatz geteilt, etwa bei dem

sogar Insolvenz. Aus dieser Not heraus wurde die

Thema Haushalt. „Da steckt manchmal eine rich-

Idee des Diakoniehelfers geboren. Seine Aufgabe:

tige Altersweisheit dahinter.“ Als kleine Stütze für

Menschen in ihren eigenen Heimen zu besuchen,

die manchmal auch schwierigen Zusammenkünfte

um so den Kontakt zur Gemeinde aufrecht zu er-

dienen Hilfszettel für die Gesprächsführung. Ein

halten und den Bedürftigen Hilfe zukommen zu

Berichtsbogen gibt zudem Auskunft über die Eck-

lassen. Um die Arbeit zu erleichtern, wurde die

daten des Gemeindeglieds, wie etwa zum Famili-

Stadt in Bezirke aufgeteilt. Jeder Diakoniehelfer

enstand, der Anzahl der Kinder oder dem Wunsch

bekam ein Gebiet mit bis zu 25 Gemeindemitglie-

nach geistlichem Beistand. So können die Helfer

dern zugeteilt.

und auch Pfarrerin Elke Bucksch schnell auf den neuesten Stand gebracht werden.


Hauptsächlich sind es Frauen im Rentenalter, die sich dieser Aufgabe noch mal annehmen. Trotz-

Dabei könnten beide Seiten von den Besuchen profitieren, ist sie überzeugt.

dem quälen die Gemeinde auch Nachwuchssorgen.

Dennoch: Der gute Ruf der Gemeinde sorgt da-

„Neue Kräfte für das Ehrenamt zu gewinnen, ist

für, dass das Einzugsgebiet immer größer wird.

schwierig“, erklärt Seitz. Waren zu den Anfangszei-

Es umfasst nicht nur Leipzig, sondern auch nahe

ten des Besuchsdienstes rund 60 Diakoniehelfer im

gelegene Kleinstädte wie Wurzen, Grimma und

Einsatz, sind es heute nur noch etwa 35. „Das liegt

die Nachbarstadt Halle. „Viele wollen, selbst

auch einfach an der schnelllebigen Zeit“, glaubt

wenn sie bis nach Hannover oder Berlin ziehen,

Gemeindemitglied Isabelle Berndt. „Viele finden ja

hier Gemeinde-Mitglied bleiben“, erzählt Tilitzki.

schon keine Zeit für ihre eigene Familie, wie sollen

„Aber dort besuchen wir sie dann natürlich nicht

sie da noch Zeit für Fremde aufbringen?“ Hinzu

mehr“, sagt sie und lacht.

komme der Wunsch, sich seine Träume zu verwirklichen, zu reisen, seinen Hobbies nachzugehen.

von Stephanie Höppner

Foto: Jens Schulze / epd


Diakonie braucht Fachkräfte Pflege und Gesundheit als Wachstumsbranchen Fachkräftemangel in sozialen Berufen? Das Stich-

sozialen Berufen aus, und zwar sowohl für akade-

wort Fachkräftemangel fällt immer, wenn es um

mische als auch nicht-akademische Berufstätige.

die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt geht. In der Regel geht es dabei um Ingenieurinnen und

Und in einer Region, also in der Grafschaft Ben-

Ingenieure, um Facharbeiterinnen und Facharbei-

theim und im Emsland, der Raum für den Sie

ter in technischen Arbeitsfeldern. Die Diakonie

zuständig sind?

wirbt aber auch schon seit einiger Zeit für so-

In unserer Region ist die Beschäftigungsent-

ziale Berufe. Fragen an den Leiter der Agentur

wicklung insgesamt seit dem Jahr 2000 positiver

für Arbeit für die Grafschaft Bentheim und das

als in Gesamtdeutschland: Wir verzeichneten im

Emsland, Hans-Joachim Haming.

Agenturbezirk Nordhorn, also für das Emsland und die Grafschaft Bentheim, ein Beschäftigungs-

Herr Haming, wie sieht es bei den sozialen Beru-

wachstum von 12,4% gegenüber 2,0% im Bun-

fen aus, bei Krankenpflegerinnen und Kranken-

desdurchschnitt. Auch für die Zukunft zeigen die

pflegern, in der Altenpflege, in der Arbeit mit Kin-

Prognosen eine höhere Wachstumserwartung für

dern und Behinderten? Gibt es Fachkräftemangel

die Gesamtbeschäftigung auf. Eine Zunahme der

schon heute und wie sieht es in den kommenden

sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung hat-

Jahren aus?

ten und erwarten wir auch im Bereich der Pflege-,

Noch gibt es keinen generellen oder bundes-

Gesundheits- und Sozialberufe: Im Emsland wa-

weiten Fachkräftemangel, aber die von Ihnen

ren hier im Juni 2012 13.300 Menschen beschäf-

genannten Berufsfelder gehören neben den tech-

tigt, das sind 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

nischen Berufen zu den Wirtschaftszweigen mit

In der Grafschaft waren 5.250 Arbeitnehmerinnen

hohen Fachkräftebedarfen, die nicht oder nicht

und Arbeitnehmer in diesem Bereich beschäftigt,

ausreichend gedeckt werden können. Gerade in

was einen Zuwachs von 3,1 Prozent bedeutet. Die

den Pflege- und Gesundheitsberufen besteht ein

Zuwachsraten der Zukunft hängen natürlich auch

hoher und weiter wachsender Bedarf an gut aus-

stark davon ab, ob es eine ausreichende Anzahl

gebildeten Kräften - allein schon durch die demo-

von Menschen gibt, die sich für diese Berufe ent-

grafische Entwicklung. Unsere Gesellschaft wird

scheiden.

immer älter und entsprechend nimmt auch der

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Bedarf an Pflegedienst- und Betreuungsleistun-

Heißt das, die Aussichten, in den kommenden

gen zu.

Jahren in einem sozialen Arbeitsfeld eine sichere Stelle bekommen zu können, sind gut?

Können Sie Zahlen nennen, mit denen die Bundesagentur für Arbeit rechnet?

Da bin ich mir ganz sicher. Gut ausgebildete Fachkräfte vor allem in der Kranken- und Alten-

In den letzten zehn Jahren ist die Beschäfti-

pflege sowie in den medizinischen Berufen wer-

gung in den Gesundheits- und Pflegeberufen

den keine Schwierigkeiten haben, einen Arbeits-

bundesweit um ein Fünftel gewachsen; allein von

platz zu finden. Das gilt für die Region, aber auch

Juni 2011 bis Juni 2012 um 2,6 Prozent. Insgesamt

darüber hinaus.

waren über 3,5 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Bereich Gesundheits- und So-

Welche Anforderungen kommen aus Ihrer Sicht

zialwesen beschäftigt. Der Arbeitsmarktmonitor

auf beide Seiten zu: auf zukünftige Arbeitneh-

der Bundesagentur für Arbeit weist bundesweit

mer und auf die Arbeitgeber, also in erster Linie

für alle Regionen in Deutschland hohe Bedarfe

Wohlfahrtsverbände wie Diakonie und Caritas,

an Fachkräften in den Pflege-, Gesundheits- und

aber auch private Anbieter?


Arbeitgeber müssen sich immer mehr auf den Wettbewerb um die besten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen einstellen. Neben einer angemessen Vergütung sind hier vor allem neue Teilzeitmodelle zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefragt, aber auch kontinuierliche Ausbildung, Weiterbildung und Förderung von Personal. Gerade in der Pflege spielen auch Fragen des betrieblichen Gesundheitsmanagements eine nicht unwesentliche Rolle, sind die körperlichen sowie psychischen Belastungen in diesem

Foto: Jürgen Lüken / GN

Berufsfeld doch besonders hoch. Arbeitnehmer sollten vor allem flexibel sein, und das nicht nur in räumlicher Hinsicht. Die

INFO

Anforderungen in der Arbeitswelt ändern sich schnell, einmal Gelerntes ist nicht in Stein ge-

www.soziale-berufe.com

meißelt. „Lebenslanges Lernen“ sollte kein leeres

Das Internetportal der Diakonie Deutschland

Schlagwort bleiben, sondern gelebt werden.

bietet Orientierungshilfen bei der Berufswahl, Stellenanzeigen, Praktikumsangebote und Dis-

Welche Ursachen sehen Sie für den prognosti-

kussionsforen. Dazu gehört auch die facebook-

zierten Fachkräftemangel, bezogen auf die sozi-

Seite www.facebook.com/SozialeBerufe.

alen Berufe? Soziale Berufe steuern einen wertvollen Bei-

Szenenwechsel

trag zu einer sozialen Gesellschaft bei. Leider er-

Einmal im Jahr organisiert das Diakonische Werk

fahren die Menschen, die in diesen Berufen arbei-

der Evangelisch-reformierten Kirche zusammen

ten, immer noch zu wenig Anerkennung. Dieser

mit anderen das Kurzpraktikum Szenenwechsel.

Umstand, gepaart mit einer niedrigen Vergütung,

In den Herbstferien können Schülerinnen und

hohen körperlichen und psychischen Belastun-

Schüler eine Woche lang soziale Berufe kennen

gen sowie ungünstigen Rahmenbedingungen wie

lernen.

Lage und Verteilung der Arbeitszeit, führt dazu,

www.szenenwechsel-info.de

dass diese Berufe sowohl für junge Menschen im Berufswahlprozess als auch für erwachsene Be-

Freiwilligendienste

rufswechsler weniger attraktiv erscheinen - mit

Eine gute Möglichkeit, soziale Arbeitsfelder

der Folge, dass andere Berufe den Vorzug erhal-

kennen zu lernen, bieten das Freiwillige Sozi-

ten. Auch hier sind Arbeitgeber und Berufsver-

ale Jahr und der Bundesfreiwilligendienst. Für

bände gefragt, attraktive Beschäftigungsanreize

die Einrichtungen der Evangelisch-reformierten

zu schaffen und das Image der sozialen Berufe

Kirche übernimmt die Diakonie in der Grafschaft

zu verbessern.

Bentheim die Koordination. Sie kann pro Jahr etwa 100 Freiwilligen einen Platz in einer sozia-

Interview: Ulf Preuß

len Einrichtung anbieten. www.diakonie-grafschaft.de/de/html/1021.freiwilligendienste.html

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Stark für andere Projekte für Arbeitslose Mit Schulungen und anderen Projekten fördert „Arbeit und Soziales“ die Integration von Jugendlichen und Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt. Im letzten Jahr erlangten 60 Jugendliche und Langzeitarbeitslose die Beschäftigungs- und Ausbildungsfähigkeit. In den Projekten kooperiert Arbeit und Soziales mit dem Jobcenter, der EU und der Evangelischen Erwachsenenbildung. Arbeit und Soziales des Synodalverbands Südl. Ostfriesland Großstr. 42-46, 26789 Leer www.synodal-iv.de Altenzentrum Das Altenzentrum Rheiderland bietet vollstationäre Pflege, Kurzzeitpflege, betreutes Wohnen, Altenwohnungen und Wohnen mit Service für gut 90 Menschen. Im Haus gibt es einen Frisörsalon und ein Fußpflegestudio. 60 Pflegekräfte sind für die Pflege, rund 60 Ehrenamtliche für Teedienst, Kiosk und weitere Betreuung zuständig. Altenzentrum Rheiderland GmbH Mühlenstr. 10 a, 26826 Weener www.altenzentrum-rheiderland.de Sozialberatung Ein breites Beratungsangebot in sozialen Fragen bietet das Diakonische Werk des Synodalverbands Grafschaft Bentheim. Familien, Senioren, Schwangere, Migranten, Jugendliche gehören zum Adressatenkreis. Evangelisch-reformiertes Diakonisches Werk Grafschaft Bentheim Geisinkstraße 1, 48527 Nordhorn www.diakonie-grafschaft.de Psychiatrische Nachsorge

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Das Wohnheim „Dat Hus“ und die Tagesstätte „TASte“ in Nordhorn betreuen etwa 40 Personen mit psychischen Erkrankungen. Die Kranken sind dort stationär untergebracht oder werden begleitet und betreut, um später einen geregelten Alltag leben zu können. Evangelisch-reformiertes Diakonisches Werk Grafschaft Bentheim Geisinkstr. 1, 48529 Nordhorn www.diakonie-grafschaft.de Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Das Eylarduswerk in Gildehaus bietet ein umfassendes Angebot für Kinder, Jugendliche und deren Familien im Rahmen öffentlicher Erziehungshilfen. Dazu gehören Wohngruppen, Schulen, ein Bauernhof, umfangreiche Therapieangebote und mehr. Zur Zeit nehmen 700 Kinder und Jugendliche Erziehungshilfen in Anspruch. Eylarduswerk Gildehaus - Diakonische Kinder-, Jugend- und Familienhilfe e.V. Teichkamp 34, 48455 Bad Bentheim www.eylarduswerk.de

INFO Diese zehn Einrichtungen sind Beispiele für diakonische Angebote in der Evangelisch-reformierten Kirche. Weitere Informationen und bei Fragen zu konkreter Hilfe: Diakonisches Werk der Evangelisch-reformierten Kirche Wolfgang Wagenfeld Tel.: 0491 / 91 98 203 diakonie@reformiert.de www.diakonie.reformiert.de


- Diakonische Karte Wohnungslosenhilfe Für 50 Wohnungslose in Emden und Umgebung ist der Tagesaufenthalt in Emden eine Anlaufstelle. Jeden Tag werden etwa 30 Mahlzeiten ausgegeben. Die Praxis AKUT bietet medizinische Versorgung an. Nebenan gibt es eine Übernachtsgelegenheit. Tagesaufenthalt des Synodalverbands Nördl. Ostfriesland Hansastraße 2, 26723 Emden www.whnw.de/whnw Betreuung und Pflege Ambulante Betreuung und Pflege, ein Medikamentenlieferservice, betreutes Wohnen, Organisation von Einkaufs- und Ausflugsfahrten bilden das weite Spektrum des Diakonievereins Rekum. Zwei Gemeindeschwestern, Helfer und Erzieherinnen sind dort tätig. Der Verein arbeitet eng mit der Kirchengemeinde zusammen. Evangelischer Diakonieverein Rekum e.V. Pötjerweg 73, 28777 Bremen www.rekum.reformiert.de/diakonieverein.html Hilfe für Schwangere

Gemeinde Synodalverband Kerngebiet

Der Verein „Hilfe für Schwangere“ in Celle bietet ehrenamtliche Beratung, Begleitung und praktische Hilfe an. Rund 200 schwangere Frauen fragten im letzten Jahr in dieser besonderen Lebenssituation Hilfe nach. Sie können dort Schwangerschaftskleidung und Babyausstattung ausleihen. Hilfe für Schwangere e.V. Hannoversche Str. 59, 29221 Celle www.hfscelle.de/ Second-Hand-Kleidung Die Kleiderstube in Bovenden bietet in ihrem Ladenlokal gebrauchte Kinder- und Erwachsenenkleidung an. Einkaufen darf hier jeder. 24 Ehrenamtliche betreiben das Geschäft. Synodalverband Plesse - Diakonisches Werk Göttinger Str. 38 a, 37120 Bovenden www.diakonischeswerk-plesse.reformiert.de Kindergarten Eine Krippengruppe und zwei Kindergruppen sind im Kindergarten Spatzennest in Bad Grönenbach zu Hause. Zehn Erzieherinnen sind für etwa 70 Kinder zuständig. Das Mittagessen wird im Haus zubereitet. Grundschulkinder können nach der Schule und in den Ferien betreut werden. Seit kurzem darf er sich „Kneipp-Kindertagesstätte“ nennen. Kindergarten der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Bad Grönenbach Fuggerstraße 29, 87730 Bad Grönenbach www.reformiert-badgroenenbach.de/html/kindergarten.html

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Von der Ems an den Rhein Johann Weusmann ist neuer Vizepräsident der

geprägt habe, fällt ihm als erstes die schwierige

Evangelischen Kirche im Rheinland. Deren Sy-

finanzielle Lage der Landeskirche zu Beginn sei-

node wählte den 48-Jährigen Anfang Januar als

ner Amtszeit ein. Als Vizepräsident zuständig für

Leiter der Abteilung für Recht und Politik und Lei-

den Bereich Haushalt und Finanzen habe er zahl-

ter der Kirchenverwaltung. Seit 1. März ist er im

reiche, schmerzhafte Einschnitte und Kürzungen

Landeskirchenamt in Düsseldorf tätig. Weusmann

mitverantworten müssen. Inzwischen aber sieht

war acht Jahre lang als Vizepräsident leitender

er die Evangelisch-reformierte Kirche gut aufge-

Jurist der Evangelisch-reformierten Kirche. Ein

stellt und erkennt an einigen Stellen auch wieder

Rückblick.

Gestaltungsspielraum.

Als Johann Weusmann vor acht Jahren von Süd-

Zu diesem Gestaltungsspielraum gehörte auch

afrika, wo er als Regierungsberater tätig war, ins

die Erweiterung der Evangelisch-reformierten Kir-

Landeskirchenamt nach Leer kam, blieb ihm nicht

che um neue Gemeinden. Weusmann handelte

viel Zeit durchzuatmen. Auf die Frage, was die

in vielen Gesprächen kirchenrechtlich aus, was

acht Jahre Arbeit im Landeskirchenamt besonders

Kirchenpräsident Schmidt mit dem Angebot der

Reformierter Glaube Dietmar Arends über die Diakonie Diakonie bezeichnet in der Evangeli-

bei „Dienst“ im Neuen Testament zunächst

schen Kirche den vielfältigen Dienst am

viel umfassender gebraucht wird für jegli-

hilfebedürftigen Nächsten. Diakonie ist da-

chen Dienst in christlicher Gemeinde.

bei – so sagt es die Evangelische Kirche in

Prägend für die reformierte Tradition ist

Deutschland (EKD) in ihrer Grundordnung

das Amtsverständnis Johannes Calvins: Für

von 1948 – „Wesens- und Lebensäußerung

ihn ist das Amt der Diakone eines der vier Leitungsäm-

„Dienst am hilfsbedürftigen Nächsten“

ter in der Kirche. Er beruft sich

dabei

insbesondeder Kirche“. Ursprünglich bezeichnet das

re auf die Einsetzung der Armenpfleger

griechische Wort diakonia insbesondere

in der Urgemeinde in Jerusalem. Dieses

den Dienst bei Tisch. Seine besondere Prä-

Amt wurde eingesetzt, als deutlich wurde,

gung erfährt der Begriff Diakonie dadurch,

dass die Jünger diese Aufgabe nicht neben

dass sich Jesus Christus selbst in diesem

dem Dienst der Verkündigung wahrneh-

Zusammenhang als „Diener“ bezeichnet.

men konnten. Aufgabe der Diakone ist für

„Ich aber bin unter euch wie ein Diener“

Calvin insbesondere die Armen- und die

(Lukas 22,27). Der Dienst am Nächsten

Krankenfürsorge. Das Amt der Diakone hat

geschieht so in der Nachfolge Jesu, wo-

sich in manchen reformierten Gemeinden


Foto: Ulf Preuß

„vollen synodalen Gemeinschaft“ an freie evangelisch-reformierte Gemeinden angestoßen hatte. Mit dem Beitritt der Großstadtgemeinden Braunschweig, Göttingen und Hamburg schloss dieser Prozess Ende 2011 ab – und die Landeskirche hatte seitdem etwa 8.000 Mitglieder mehr. Nicht abschließen kann Weusmann das juristische Kapitel Johannes a Lasco Bibliothek. Noch immer sind zahlreiche Verfahren offen und er

Mit ins Rheinland nehmen wird er seine Be-

meint, dass dies auch noch mehrere Jahre andau-

geisterung für das Land Südafrika, mit der er in

ern wird. Froh ist er allerdings, dass es gelungen

der Evangelisch-reformierten Kirche viele anste-

ist, die reformierte Spezialbibliothek in Emden

cken konnte. Und aus der heraus auch das Globa-

nach dem Verlust des größten Teils des Stiftungs-

lisierungsprojekt mit der südafrikanischen Part-

kapitals neu aufstellen zu können.

nerkirche URCSA entstand. Dessen Ergebnis, die

Johann Weusmann an einem seiner letzten Arbeitstage am Schreibtisch in Leer

gemeinsame Erklärung, wie aus kirchlicher Sicht auf die Herausforderungen der Globalisierung zu Dietmar Arends ist Pastor für Diakonie und Ökumene der Evangelisch-reformierten Kirche und Vorsitzender des Diakonischen Werkes.

reagieren ist, wird jetzt im Herbst bei der Vollversammlung des ÖRK in Südkorea behandelt. Allerdings hat die rheinische Kirche nicht so intensive Verbindungen nach Südafrika, den Kontakt zum Sozial- und Trainingszentrum New World Found-

bis heute neben dem der Kirchenältesten erhalten.

ation bei Kapstadt will Weusmann aber halten. Anders als in Leer wird er in Düsseldorf bei

Auch in der Art, wie das Diakonische

einer mitgliederstarken evangelischen Kirche

Werk in der Evangelisch-reformierten Kir-

tätig sein. Mit 2,8 Millionen Mitgliedern ist sie

che verfasst ist, findet es seinen Ausdruck,

die zweitgrößte in Deutschland, zur Evangelisch-

dass Diakonie und Kirche untrennbar zu-

reformierten Kirche gehören 188.000 Mitglieder.

sammengehören. Das Diakonische Werk

Sehr ähnlich ist im Rheinland die Kirchenordnung,

ist nicht als Verein organisiert wie in fast

auch hier gilt die presbyterial-synodale Ordnung

allen anderen Kirchen der EKD, sondern

mit viel Verantwortung und Gestaltungsspielraum

bildet einen Teil der verfassten Kirche und

auf Gemeinde- und Kirchenkreisebene. Mit Weus-

steht somit unter der Leitung der Gesamt-

mann wechselt ein profilierter Reformierter von

synode. Einen grundlegenden Beitrag zum

der Ems an den Rhein, er selbst sagt von sich:

Verständnis des diakonischen Handelns

„Ich gehe als Reformierter ins Rheinland und ich

liefert die jüdische Tradition: Dort wird das

bleibe auch reformiert.“

soziale Handeln als Ausdruck der Gerech-

Die Evangelisch-reformierte Kirche verliert ei-

tigkeit verstanden. Zuwendung zum hilfe-

nen deutschlandweit und darüber hinaus ge-

bedürftigen Menschen geschieht nicht als

schätzten Kirchenjuristen. Sie wird den Posten

Almosen, sondern im Suchen nach sozialer

Weusmanns nach der Wahl eines neuen Kirchen-

Gerechtigkeit, die in Gottes Gerechtigkeit

präsidenten oder einer neuen Kirchenpräsidentin

gründet.

neu besetzen.

von Dietmar Arends

von Ulf Preuß

13 2 reformiert 2013

Ein Audiobeitrag dazu: www.reformiert.de/weusmann-nach-duesseldorf.html


Wir laden ein

tag Evangelischer Kirchen

Kirche Bremische Evangelische Kirche in Oldenburg Evangelisch-Lutherische Kirche e iert form h-re lisc nge Eva Reformierter Bund

Treffpunkt

in Hamburg 1. bis 5. Mai 2013 aße Tref fpunkt Ferdinandstr 2. bis 4. Mai 2013

Café, Kultur, Diskussion, Gottesdienst, Vom 1. bis 5. Mai findet in Hamburg der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Er steht in

Treffpunkt

Ferdinandstraße

diesem Jahr unter dem biblischen Motto „Soviel du brauchst“ (2. Mose 16,18). Wieder erwarten die Veranstalter mehr als 100.000 Teilnehmer. An insgesamt 400 Orten in Hamburg wird Kirchentag sein. Messegelände und Congress Centrum sind das Herz mit dem „Markt der Möglichkeiten“, vielen Veranstaltungen und Ausstellungen. Darüber

andstraße 1 trum Ferdin en andstraße 2 ez d n ei Gem burg, Ferdin am H in e ch ir K der Ev.-ref.

hinaus werden Veranstaltungsräume und Plätze in der ganzen Innenstadt und auch in der HafenCity bespielt. Die Kirchentagsgäste werden am 1. Mai um 17.00 Uhr mit vier Eröffnungsgottesdiensten begrüßt. Auf dem Rathausmarkt, auf der Reeperbahn, am Strandkai und am Fischmarkt werden insgesamt über 90.000 Menschen erwartet.

Hauptbahnhof

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Treffpunkt Ferdinandstraße Steinto

Europacenter

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Die TIERtorTOUR Kabarett mit Pago Balke Samstag, 4. Mai 20.30 Uhr, Kirchsaal

Treffpunkt Ferdinandstraße Ferdinandstraße 21 20095 Hamburg

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Binnenalster

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Elija Avital Lieder- und Erzählabend Freitag, 3. Mai 20.30 Uhr, Kirchsaal

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KULTUR AM ABEND Schlagwerk Nordwest Trommeln für den Norden Donnerstag, 2. Mai 20.30 Uhr, Kirchsaal

Hasida Landau: Die Stimme der Bibel mit dem Pinsel gesehen Bilder zur hebräischen Bibel Donnerstag – Samstag, 2. - 4. Mai 13.00 bis 22.00 Uhr Kirchsaal des Gemeindezentrums

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Feierabendmahl Freitag, 3. Mai 18.30 Uhr, Kirchsaal AUSSTELLUNGEN 450 Jahre Heidelberger Katechismus Ausstellung des Reformierten Bundes zum Jubiläumsjahr 2013 Donnerstag – Samstag, 2. - 4. Mai 13.00 bis 22.00 Uhr Foyer des Gemeindezentrums

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Frühstück für alle Einmal im Monat treffen sich im Gemeindezentrum Bedürftige. Anlässlich des Kirchentags in Hamburg findet dieses Frühstück öffentlich statt. Samstag, 4. Mai 8.00 bis 10.00 Uhr Foyer des Gemeindezentrums

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Gute-Nacht-Café Donnerstag – Samstag, 2. - 4. Mai 21.00 bis 24.00 Uhr

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pasta & mehr Donnerstag – Samstag, 2. - 4. Mai 18.00 bis 20.00 Uhr

THEOLOGIE „Was brauche ich wirklich?“ Glaube im Alltag Drei leitende Theologen im Gespräch Freitag, 3. Mai 15.00 bis 17.00 Uhr, Kirchsaal

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ESSEN UND TRINKEN Café chez Ferdinand Donnerstag – Samstag, 2. - 4. Mai 13.00 bis 22.00 Uhr

Treffpunkt Ferdinandstraße

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Programmübersicht

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Rathaus

Steinstraße

Gemeindezentrum Ferdinandstraße, Ferdinandstraße 21 20095 Hamburg


Ferdinandstraße Ausstellungen zum Hamburger Kirchentag Beim anschließenden großen Straßenfest, dem

ein, spät abends öffnet ein Gute-Nacht-Café.

„Abend der Begegnung“, wird die gesamte In-

Jeden Abend gibt es ein Kulturprogramm. Am

nenstadt – von Jungfernstieg bis HafenCity - zur

Freitag diskutieren die leitenden Theologen der

Bühne für 200.000 bis 300.000 Besucherinnen

Kirchen zu der Frage „Was brauche ich wirklich? –

und Besucher. Der Schlussgottesdienst am Sonn-

Glaube im Alltag“.

tag, 5. Mai für über 100.000 Teilnehmende, findet

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen im Treff-

unter freiem Himmel im Grünen auf der Festwiese

punkt Ferdinandstraße ist frei, es ist auch keine

im Hamburger Stadtpark statt.

Kirchentagsdauerkarte erforderlich.

Die Evangelisch-reformierte Kirche lädt bei diesem Kirchentag erstmals zusammen mit der Bremischen und der Oldenburgischen Kirche sowie dem Reformierten Bund in einen gemeinsamen

INFO www.facebook.com/TreffpunktFerdinandstrasse www.reformiert.de

Treffpunkt ein. Das Gemeindezentrum Ferdinandstraße der Evangelisch-reformierten Gemeinde Hamburg wird dafür zum „Treffpunkt Ferdinandstraße“. Ein Café und ein italienisches Abendrestaurant laden zum Ausruhen und Austauschen

Freitag • 3. Mai • 15.00 bis 17.00 Uhr • Kirchsaal Drei leitende Theologen im Gespräch

Jan Janssen Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg

Dr. Bernd Kuschnerus

Freitag • 3. Mai • 18.30 Uhr • Kirchsaal Feierabendmahl Kathrin Oxen, Leiterin des evangelischen Zentrums für Predigtkultur (Wittenberg) 1. Korinther 12, 21–27 Die Glieder des Körpers brauchen einander

stellvertretender Schriftführer der Bremischen Evangelischen Kirche

Jann Schmidt Kirchenpräsident der Evangelisch-reformierten Kirche Moderation: Anja Würzberg, Journalistin und Redakteurin (Hamburg) Impulse: Jugend der Evangelisch-reformierten Kirche in Hamburg

Theologie - Predigt

Feierabendmahl 15

Theologie - „Was brauche ich wirklich?“

Glaube im Alltag

2 reformiert 2013

ein Angebot der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, der Bremischen Evangelischen Kirche, der Evangelisch-reformierten Kirche und des Reformierten Bundes

ein Angebot der Evangelisch-reformierten Kirche in Hamburg und des Reformierten Bundes


REFORMIERTES REISEZIEL

1.800 Kilometer auf Spuren von Hugenotten und Waldensern „Reformation und Toleranz“ lautet die Überschrift

wo er sich mit dem Weg der Waldenser aus dem

für das Themenjahr 2013 der evangelischen Kir-

Piemont verbindet. Weiter geht es quer durch die

chen in Deutschland. Diesen beiden Stichworte

Schweiz bis nach Deutschland. Hier durchquert

können den Rahmen bilden für eine „reformierte

der Wanderweg Baden-Württemberg und gelangt

Alternative“ zum Jakobsweg: den „Hugenotten-

weiter bis nach Nordhessen, wo er aktuell in der

und Waldenserpfad“ zwischen den französischen

barocken Hugenottenstadt Bad Karlshafen endet.

Alpen und dem Weserbergland. Dieser Wander-

Dort befindet sich auch das Deutsche Hugenot-

weg wäre ohne die religiöse Intoleranz auf der

ten-Museum. Auf dem langen Kulturwanderweg

einen Seite und die Toleranz auf der anderen Sei-

werden zahlreiche Hugenotten- und Waldenser-

te nicht entstanden. Der gegenwärtig 1.800 km

orte wie Pforzheim, Mühlacker-Ötisheim, Offen-

lange Wanderweg beginnt in Le Poët-Laval im

bach, Frankfurt am Main, Neu-Isenburg, Hanau

Gebiet der Drôme und folgt zunächst dem his-

und Waldensberg eingebunden. Zu zahlreichen

torischen Fluchtweg der französisch-reformierten

dieser Orte sind touristische Einzelprospekte er-

Glaubensflüchtlinge aus der Dauphiné. Diese hat-

schienen, die an dem Logo des Waldenserpfades,

ten infolge der religiösen Intoleranz ihre franzö-

einem hugenottischen Wanderer in hellblauem

sische Heimat verlassen, um in toleranteren pro-

Kreis, zu erkennen sind. Zur Zeit ist der Wander-

testantischen Ländern ihren Glauben frei leben zu

weg auf der deutschen Strecke zwischen Schaff-

können. Der Weg führt dann über Genf, das histo-

hausen und Bad Karlshafen durchgängig mit dem

rische Zentrum des reformierten Protestantismus,

Logo beschildert. Aktuelle Planungen des Vereins „Hugenotten- und Waldenserpfad“ sehen vor, den Hugenotten- und Waldenserpfad in seiner Streckenführung zu erweitern und über Hameln und Braunschweig bis nach Berlin zu führen. Kooperationspartner sind dabei auch die Evangelisch-reformierten Kirchengemeinden vor Ort. In fernerer Zukunft soll auch ein Zweigweg über Hannover, Celle und Lüneburg bis nach Hamburg reichen.

16 2 reformiert 2013

von Andreas Flick

INFO Homepage des Vereins Hugenottenund Waldenserpfad e.V. www.hugenotten-waldenserpfad.eu Routenführer Im Verlag Dr. Lutz Münzer ist auch ein mit gutem Kartenmaterial versehener Routenführer von Bad Karlshafen bis Wiesenfeld erschienen: „Auf Karte aus der Broschüre: „Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser“

den Spuren der Hugenotten und Waldenser“.


Janina von Freymann

Ehrenamtliche Pastorin in Lengerich (Emsland)

Ehrenamtliche in der Gemeinde Lüneburg-Uelzen Die Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen kann für sich in Anspruch nehmen, die klügste deutsche Frau zu sich zu zählen. Janina von Freymann, die im Redaktionsteam des Gemeindebriefs Notizen mitarbeitet, gewann in der TV-Sendung „Der klügste Deutsche 2012“. Unter 10.000 Bewerbern hatte sich die 37-Jährige für die Sendung mit Mo-

PERSONEN

Elke Mengel

derator Kai Pflaume qualifiziert und holte sich im Live-Finale am 27. Oktober 2012 den Titel. Anlässlich des 70. Geburtstags von Elke Mengel hat sich die Lengericher Pastorin Frauke Schäfer für das langjährige ehrenamtliche Engagement der Theologin und Musikerin bedankt. In einer Adventsandacht würdigte sie Mengels musikalisches Engagement, ihren Einsatz für die Ökumene und in der Frauenarbeit. Elke Mengel ist die Ehefrau des ehemaligen Lengericher Pastors und Synodalverbandspräses Alfred Mengel.

Arno Pöker Ehemaliger Oberbürgermeister in Rostock

Simon Froben und Dietrich Meier

Der ehemalige Oberbürgermeister Rostocks, Arno

Präsides ihrer Synodalverbände

Pöker, wird Ältestenprediger in der Gemeinde in Bützow. Der 53-Jährige absolvierte jetzt die zweieinhalbjährige Ausbildung und wurde am 3. Februar eingeführt. Der gebürtige Ostfriese will jetzt vier- bis fünfmal im Jahr auf die Kanzel steigen und predigen. Pöker war von 1995 bis 2004 Chef im Rostocker Rathaus und ist jetzt für ein Schifffahrtsunternehmen tätig.

Manfred Brüning Ehemaliger Pastor der Gemeinde Larrelt Nach den Gemeindewahlen im November haben

Manfred Brüning ist unter die Krimiautoren ge-

die Synodalverbände begonnen, ihre Vorsitzen-

gangen. Drei Jahre nach seinem Ruhestand und

den (Präsides) neu zu wählen. Im Synodalver-

nach mehr als 1000 Predigten veröffentlichte der

band Bayern wurde Simon Froben (links) aus

68-Jährige im November seinen ersten Kriminalro-

Bayreuth erneut Präses. Dem neuen Moderamen

man. Der bibelfeste Kommissar Konnert ermittelt

gehören jetzt mehr Frauen als Männer an. Der

im Fall eines Toten auf einem Autobahnparkplatz

Synodalverband VIII, der Raum zwischen Bremen

in der Nähe von Oldenburg und gerät dabei in

und Bützow in Mecklenburg, bekommt einen

eine Welt voller Brutalitäten. Dem Roman „Gna-

neuen Präses. Die Synode wählte Dietrich Meyer

denlose Engel“ sollen weitere folgen.

(rechts), Pastor in Ringstedt, als Nachfolger für Matthias Wulff, der nicht wieder kandidierte. In den anderen Synodalverbänden fand bis Redaktionsschluss noch keine Präseswahl statt. Ergebnisse auf www.reformiert.de

17 2 reformiert 2013


AKTUELLES

Wahlen prägen erste Tagung neuer Gesamtsynode

beschäftigt, mögliche Kandidatinnen und Kandidaten innerhalb und außerhalb der reformierten Kirche anzusprechen. Sechs Wochen vor der Wahl müssen die Namen veröffentlicht werden, dann können noch aus der Synode heraus weitere Kandidaten benannt werden. Für die Wahl kommt die Synode nach ihrer konstituierenden Sitzung im Mai zu einer Sondersitzung zusammen.

Kirche setzt auf Ökostrom Foto: Ulf Preuß

Die Evangelisch-reformierte Kirche bezieht ab sofort ihren Strom zu großen Teilen aus regenera-

Nach den Gemeindewahlen im Herbst kommt die

tiver Energie. Dazu hat sie einen Rahmenvertrag

Gesamtsynode der Evangelisch-reformierten Kir-

mit dem Ökostromanbieter Naturstrom mit Sitz

che im Mai zu ihrer ersten Tagung zusammen.

in Düsseldorf geschlossen. Neben dem Landeskir-

Die neu gewählten 57 Synodalen tagen vom 22.

chenamt in Leer erhalten derzeit 170 Abnahmestel-

bis 24. Mai in der Emder Johannes a Lasco Bi-

len in den Kirchengemeinden den Strom aus öko-

bliothek. Sie wählen dann einen neuen Präses

logischer Produktion. „Durch den Ökostrombezug

(Vorsitzenden der Synode) sowie die sieben Mit-

vermeiden wir pro Jahr CO2-Emissionen in Höhe

glieder des kirchenleitenden Moderamens. Dem

von über 375 Tonnen“, rechnet Kirchenpräsident

Moderamen gehören kraft ihres Amtes Kirchen-

Jann Schmidt vor. Bei der Auswahl des Stroman-

präsident Schmidt, der oder die neue Präses so-

bieters sei es wichtig gewesen, dass dieser garan-

wie der Vizepräsident oder die Vizepräsidentin

tiere, den Strom zu 100 Prozent aus regenerativen

mit beratender Stimme an.

Energien zu liefern. Der neue Stromanbieter sichere feste Arbeitspreise bis 2015. Dies sei, so Frank

Kirchenpräsidentenwahl am 21. Juni

Landheer, Abteilungsleiter im Landeskirchenamt,

Die Evangelisch-reformierte Kirche wählt am

angesichts allgemein steigender Strompreise für

21. Juni einen neuen Kirchenpräsidenten oder

viele Kirchengemeinden neben dem ökologischen

eine neue Kirchenpräsidentin. Amtsinhaber Jann

Aspekt ein Grund gewesen, sich am Rahmenver-

Schmidt tritt wie berichtet mit seinem 65. Ge-

trag zu beteiligen. Er räumt allerdings ein, dass

burtstag im Oktober 2013 in den Ruhestand. Das

sich noch nicht alle Kirchengemeinden für die Al-

kirchenleitende Moderamen ist derzeit damit

ternative Ökostrom entschieden hätten.

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Mitmachen: „So schmeckt der Sommer“ Um den „Sommer“ dreht sich alles in der nächsten Ausgabe von „reformiert“, die im Juni erscheint. Zum Sommer gehören Grillabende und auch Gemeindefeste. Darum wollen wir uns von Ihnen auf den Geschmack bringen lassen - und suchen Rezepte. Für den Grill, für das Buffet, für den Topf. Für Grillabende und Gemeindefeste. Bewährt haben sollen sie sich. Schicken Sie uns Ihre Lieblings-Sommerrezepte. Die besten vier stellen wir in der Juni-Ausgabe vor

Ihre Vorschläge schicken Sie bitte per Email an

- und inspirieren damit zum Nachmachen.

die Redaktion: presse@reformiert.de


Rennen für den „Heidelberger“

die Osnabrücker Gemeinde diese Schwerpunkt-

Der Reformierte Bund tritt mit zehn Läuferinnen

kirche, mit regelmäßigen Jugendgottesdiensten

und Läufern als Lauf-Team beim Heidelberger

und speziellen Angeboten für junge Menschen.

Halbmarathon an. Mit dieser Aktion will der Bund

Im Gottesdienst erklangen die schönsten Lieder

im Jubiläumsjahr 2013 auf den Heidelberger Ka-

aus den Jugendgottesdiensten seit der Gründung.

techismus aufmerksam machen. Gleichzeitig sei

Im Rahmen einer Neuausrichtung der Gemeinde-

es für die Teilnehmenden eine schöne Gelegen-

arbeit trennte sich die Gemeinde 2008 von drei

heit, den Ursprungsort des „Heidelberger“ ken-

Kirchen, zentralisierte das Gemeindeleben in der

nenzulernen oder wiederzusehen, heißt es in der

Bergkirche und errichtete in der Friedenskirche

Einladung. Der Reformierte Bund organisiert die

die Jugendkirche. Sie wurde am 11. Februar 2008

Unterkunft, das gemeinsame Lauftrikot und ein

eröffnet.

Begleitprogramm und übernimmt die Anmeldegebühr. Der Halbmarathon startet am 28. April in Heidelberg.

Freizeit- und Bildungsprogramm für Jugendliche Freizeit- und Seminarangebote bilden auch im Jahr 2013 einen

wichtigen Bestandteil der Ju-

gendarbeit in der Evangelisch-reformierten Kirche. Fast 60 Freizeiten und Seminare für Jugendliche und junge Erwachsene finden sich im aktuellen Freizeitplaner, der jetzt veröffentlicht wurde. Dazu gehören klassische Ferienfreizeitangebote, Bildungsseminare und internationale Begegnungen. Landesjugendpastor Bernhard Schmeing bezeichnete alle Angebote als eine Art christliche Gemeinde auf Zeit. Der Freizeit- und Seminarplan ist bei allen Pas-

Jubiläumsschau öffnet am 12. Mai

torinnen und Pastoren in den evangelisch-refor-

In Heidelberg widmet sich eine große Doppel-

mierten Gemeinden erhältlich oder im Landesju-

ausstellung dem Jubiläumsjahr des Heidelberger

gendpfarramt kostenlos zu bestellen:

Katechismus. Sie wird am 12. Mai eröffnet. Unter

Sabrina Mammen: Tel.: 0491 – 9198210

dem Titel „Macht des Glaubens“ beleuchtet das

Mail: jugend@reformiert.de

Kurpfälzische Museum anhand des Katechismus eine Zeit des Umbruchs und der Erneuerung und

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zeigt, wie der reformatorische Geist alle geselldelberg stehen die Kurfürsten, ihre Politik und höfischen Lebensformen im Mittelpunkt. Die Ausstellung zeigt, wie sich die Pfalz im Zuge zahlreicher Konfessionswechsel in der Reichs- und Außenpolitik neu positionierte. Die Ausstellungen dauern bis zum 15. September. www.machtdesglaubens2013.de

Fünf Jahre Jugendkirche Mit einem Festgottesdienst hat die Jugendkirche in Osnabrück am 10. Februar ihr fünfjähriges Bestehen gefeiert. Seit fünf Jahren unterhält

Reformiert: ,reformiert’ ist die Mitgliedszeitung der Evangelisch-reformierten Kirche. Herausgeberin: Evangelisch reformierte Kirche, Saarstraße 6, 26789 Leer, www.reformiert.de Verantwortlich: Jann Schmidt Redaktion: Ulf Preuß, Pressesprecher, Tel. 0491 / 91 98-212, E-Mail: presse@reformiert.de Redaktionsbeirat: Klaus Bröhenhorst, Antje Donker, Andreas Flick, Matthias Lefers, Günter Plawer, Georg Rieger, Steffi Sander, Jann Schmidt, Burkhart Vietzke Konzeption, Gestaltung und Layout: Designagentur projektpartner, Leer, www.projektpartner.info Druck und Vertrieb: SKN Druck und Verlag, Norden www.skn-druck.de Auflage: 130.000 Exemplare

IMPRESSUM

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schaftlichen Ebenen durchdrang. Im Schloss Hei-


Renke Brahms (56) ist seit 2007 leitender Theologe der Bremischen Evangelischen Kirche. 2008 berief ihn der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu seinem Friedensbeauftragten.

Evangelisch-reformierte Kirche Landeskirchenamt - Saarstraße 6 - 26789 Leer Postvertrieb DPAG Entgelt bezahlt

Martin Dutzmann (56) ist seit 2005 Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche. Nebenamtlich ist er seit 2008 auch evangelischer Militärbischof und leitet damit die evangelische Militärseelsorge mit etwa 100 Militärseelsorgern.

EKD-Friedensexperten fordern:

„Kein Militär gegen Terroristen“ Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, lehnt Militäreinsätze gegen Terroristen ab. „Terrorismus ist ein Verbrechen und kein Anlass zum Krieg“, sagte der leitende Theologe der Bremischen Evangelischen Kirche Anfang Februar bei einem Studientag der Bundeswehr in Koblenz. Die Weltgemeinschaft müsse auf die terroristische Bedrohung eher mit einer internationalen Polizei reagieren. Deren Aufbau werde aber bislang eher behindert als gefördert. Der evangelische Militärbischof Martin Dutzmann sprach sich bei der Tagung gegen die gezielte Tötung von Terroristen durch bewaffnete Drohnen aus. „Das ist rechtlich und ethisch nicht hinnehmbar.“ Grundsätzlich halte er unbemannte Luftfahrzeuge nicht für schrecklicher als Raketen oder Kampfflugzeuge. Allerdings müsse genau geprüft werden, ob durch Drohnen die Hemmschwelle für den Einsatz

POSITION

von Gewalt sinkt. Dutzmann, der auch Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche ist, forderte eine Grundsatzdebatte über die deutschen Auslandseinsätze. Er sprach von einem nicht aufzulösenden Dilemma, in dem Soldaten stünden: „Einen Menschen zu töten, macht in jedem Fall schuldig, es kann aber auch schuldig machen, nicht zu töten.“ Bedingungsloser Pazifismus könne nicht alle ethischen Probleme lösen, sagte Dutzmann. Wer das biblische Gebot „Du sollst nicht töten“ bedingungslos einfordere, müsse auch bei anderen Grundsatzfragen am Anfang und Ende des Lebens konsequent bleiben und beispielsweise jeden Schwangerschaftsabbruch ablehnen (epd).

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435.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Diakonie, bundesweit; 1.800 sind es in der Diakonie der Evangelisch-reformierten Ki...