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reformiert Berichte und Bilder aus der Evangelisch-reformierten Kirche

2 reformiert 2012 M채rz April Mai

Musik inspiriert!


„Musik inspiriert“ „Die Musik hat mich zum Wiedereintritt in die S. 8

Kirche getragen.“

„Musik inspiriert mich, seitdem ich S. 9

im Chor singe.“

Seite 4 Lernen an einem wundervollen Instrument Seite 6 Wie entsteht der Gänsehauteffekt? Seite 8 Wo ist der Weg zur Ewigkeit Seite 10 Innerlich berührt Seite 11 „O du fröhliche“ zu Ostern ...

Seite 12 Schon gehört, dass ... Seite 14 „Lass die Kirche im Dorf“ S. 15

Foto: Ulf Preuß

Seite 15 Reformierter Glaube: Der Psalter Seite 16 Reformierter Reisetipp: „Marburg ist eine Universität“

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S. 16

Gemälde: Peter Janssen der Ältere, 1902

Die Mitgliedszeitschrift ,reformiert’ wird an alle Haushalte der Evangelisch-reformierten Kirche kostenlos verteilt. Möchten Sie auch ,reformiert’ lesen? Tel. 0491 / 91 98 212, E-Mail: presse@reformiert.de Möchten Sie unsere Zeitschrift unterstützen? Spenden Sie auf folgendes Konto: Reformiert, Konto-Nr. 90 60 08 Sparkasse LeerWittmund, BLZ 285 500 00 Spendenquittung wird zugesandt. Titelbild: Björn Buder

Seite 17 Personen Seite 18 Aktuelles, Impressum Seite 20 Position: Armut trotz Wirtschaftswachstum


Berichte und Bilder zum Jahr der Kirchenmusik

Foto: Gerold Meppelink

Liebe Leserin, lieber Leser, Musik berührt, Musik ergreift, Musik reißt mit, Musik tröstet, Musik lobt, Musik feiert, Musik inspiriert ... Wann waren Sie zuletzt in einem Konzert in einer Kirche oder haben im Gottesdienst laut mitgesungen?

Bläser aus Gildehaus bei Eiseskälte auf dem Weg zum Mühlenberg bei Gildehaus. Hier findet im Juli das Landesposaunenfest statt.

Musik gehört in die Kirche. Von der Trommelgruppe bis zum Gitarrenkreis. Vom Kirchenchor bis zum Kammerorchester. Von der Orgel bis zur E-Gitarre. Zum Zuhören oder zum Mitmachen. Musik inspiriert einfach - das ist Grund genug, die Kirchenmusik mit einem Themenjahr zu feiern – „Gottesklang“ heißt das Themenjahr 2012 in den evangelischen Kirchen in Deutschland, und sie feiern damit die Bedeutung der Musik in den Kirchen der Reformation. Das ist auch Grund genug, die Musik der Kirche zum Thema in „reformiert“ zu machen.

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Besonders begrüßen möchte ich hier unsere neuen Leserinnen und Leser in Braunschweig, Göttingen und Hamburg. Durch den Beitritt der drei Kirchengemeinden zur Landeskirche erhalten Sie ab dieser Ausgabe ebenfalls die „Berichte und Bilder aus der Evangelisch-reformierten Kirche“. Ihnen und allen anderen wünsche ich eine inspirierende Lektüre und einen sonnigen Frühling. Ihr

Ulf Preuß - Pressesprecher der Evangelisch-reformierten Kirche

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Lernen an einem wundervollen Zwei 18-Jährige werden Organistinnen

Bild links: Frauke Tüchsen und Judith Riefel-Lindel Bild rechts: Judith Riefel-Lindel und Hilke Baumann

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Die letzte Note ist gespielt, der letzte Ton

nisten.“ Mehr als 30 Schüler und Schülerinnen

verklungen. Es ist der Moment, an dem sich ein

von ihr spielen mittlerweile regelmäßig im Got-

glückliches Lächeln auf das Gesicht von Judith

tesdienst, begleiten die Gemeinde. So wie Hil-

Riefel-Lindel legt. „Schön“, sagt sie und nickt,

ke Baumann. Eine Freundin nahm die Leeranerin

„sehr, sehr schön.“ Riefel-Lindel steht in der

einfach mal mit zum Unterricht. Der Beginn einer

evangelisch-reformierten Kirche in Leer-Loga und

Leidenschaft. „Damals war ich acht“, sagt sie.

hält für einen Moment inne – so, als ob sie den

Zehn Jahre und ungezählte Übungsstunden spä-

Zauber des Augenblicks noch einmal zurückholen

ter sitzt die Leeranerin noch immer an der Orgel.

will. Dann richtet sie sich an Hilke Baumann, an

Mit Begeisterung. „Es war am Anfang spannend,

ihre Schülerin, die das Notenheft schließt und ein

ein Instrument zu lernen, das sonst nicht so viele

letztes Mal über die Tasten der Orgel streicht. „Es

spielen“, erinnert sie sich und ergänzt: „Mich hat

wird gut werden“, sagt Riefel-Lindel und meint

direkt zu Beginn fasziniert, das man dabei Hän-

damit das Orgelspiel der 18-Jährigen während des

de und Füße gleichzeitig benutzen muss.“ Genau

kommenden Gottesdienstes. Und Riefel-Lindel

diese Faszination ist bis heute geblieben. Seit

muss es wissen. Denn seit mehr als 20 Jahren

zwei Jahren begleitet sie mittlerweile regelmäßig

gibt die gebürtige Amerikanerin, die jetzt in den

den Gottesdienst in der evangelisch-reformierten

Niederlanden lebt, Orgelunterricht in Ostfriesland

Kirche. „Etwas aufgeregt ist man natürlich vor

– um für mehr Nachwuchs an einem wie sie es

jedem Auftritt“, sagt sie, „allerdings bin ich mit

nennt „wundervollen Instrument“ zu sorgen.

der Zeit auch schon deutlich ruhiger geworden.“

Unterstützt wird das Projekt von der Evange-

Doch etwas Lampenfieber gehöre dazu, umso

lisch-reformierten Kirche. „Das ist ein ganz tolles

schöner sei nämlich das Gefühl am Ende eines

Angebot“, sagt sie. „Es gibt viel zu wenig Orga-

Gottesdienstes, genau dann, wenn das letzte


Instrument

„Wenn ich eine längere Zeit nicht an der Orgel gesessen habe, dann fehlt es mir sehr.“

Frauke Tüchsen

Lied gespielt ist. „Das ist einfach toll“, erzählt die 18-Jährige: „Es macht unheimlich viel Spaß.“ Doch Spaß allein reicht nicht aus - bei weitem nicht. Denn wer Orgelspielen lernen möchte, benötigt viel Disziplin. „Das geht nicht von heute auf morgen“, sagt Judith Riefel-Lindel. Durchhaltevermögen und Ehrgeiz, Fleiß und Geduld seien unabdingbar. „Wer im Gottesdienst spielen möchte, muss mindestens vier bis fünf Jahre üben“, erklärt die Expertin, deren jüngste Schülerin acht und die älteste 65 Jahre alt ist. Und für die Lehrerin ist es wichtig, dass sie selbst von Dorf zu Dorf fährt, dass die Schüler in ihren Heimatorten spielen können und keine weiten Reisen zum Unterricht haben. Sie sagt: „Die Schwelle, überhaupt mit dem Orgelspiel zu beginnen, ist so deutlich niedriger.“ Seit neun Jahren ist mittlerweile Frauke Tüchsen dabei. Wie Hilke Baumann kam auch sie über eine Freundin zum Orgelspielen. „Die Freundin hörte später auf, ich blieb dabei“, sagt die 18-jährige Leeranerin, die am Anfang fleißig zu Hause am Keyboard übte. Später ging es dann in die Kirche, kam das Pedal an der Orgel hinzu. Bis zu fünfmal in der Woche greift die junge Frau in die Tasten, spielt zirka einmal im Monat im Gottes-

Fotos: Sebastian Bete

dienst. „Wenn ich eine längere Zeit nicht an der Orgel gesessen habe, dann fehlt es mir sehr“, sagt sie. „Es macht viel Spaß, die Gemeinde zu begleiten.“ Die 18-Jährige ist jedoch nicht nur in Leer aktiv, sondern spielt auch in Ihrhove. Und Orgel ist nicht gleich Orgel. Wer in einer Kirche brilliert, kann in der anderen böse scheitern. „Es gibt so viele Unterschiede, man muss sich erst einmal an die jeweilige Orgel gewöhnen“, sagt die Leeranerin. Und dazu gehört eine Menge Zeit und Einsatz. Davon, dass die beiden 18-Jährigen jede weitere Orgel-Hürde nehmen werden, ist Judith Riefel-Lindel fest überzeugt. Sie sagt: „Die beiden spielen wirklich ganz toll.“ von Sebastian Bete

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Wie entsteht der Ein Gespräch mit dem Kirchenmusiker Warum rührt Musik den Menschen überhaupt an, und wie rührt sie ihn an? Musik ist in der Lage, die unterschiedlichsten Stimmungen des Menschen direkt zum Ausdruck zu bringen, noch bevor sie sein reflektierendes Bewusstsein erreicht haben. Wir haben oftmals einen ganz unmittelbaren Zugang zur Musik, fühlen uns erfreut, getröstet, angeregt, aufgeregt oder entspannt, wenn wir Musik hören. Musik kann das Spannungsverhältnis der verschiedenen Stimmungen nachzeichnen, ihre Bewegtheit und ihren ständigen Wechsel, dem wir eben nicht äußerlich gegenüberstehen, sondern in den wir selbst mit eingebunden sind. Das spricht den Menschen ganz unmittelbar in seinen tiefsten Schichten an. So kann in der Musik die Leichtigkeit des Kinderspiels hörbar werden ebenso wie die Schwere der Trauer, die Melancholie und das Unerfüllte genauso wie die stolze Freude und ein erhebendes Erweitert-werden. Kann Musik das Göttliche transportieren? Wo die Worte enden und wir an die Grenze des Sagbaren gelangen, beginnt die Musik. Ihr ist es möglich, etwas hörbar, fühlbar und in diesem Sinne auch verstehbar zu machen, was unsere Verstandestätigkeit übersteigt. In dieser Offenheit entsteht Raum für das Transzendente.

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Das reine Reden von Gott gelangt dort an eine

Was kennzeichnet die Orgel als besonders be-

Grenze, wo sich das Transzendente einer exakten

deutendes Instrument der Kirchenmusik?

begrifflichen Fassung und einer verstandesmäßi-

Für den religiösen Ritus gibt es vor allem zwei

gen Einordnung entzieht. Hier tut das Reden gut

Gründe, die die Orgel qualifizieren: Zum einen

daran, über sich selbst hinaus zu weisen – und

kann die Orgel alle Klangfarben nachzeichnen und

das geschieht, in dem es zur Dichtung wird - oder

imitieren. Register wie Streicher, Bläser, Flöten,

zur Musik. In der Musik kann das Transzendente

Zimbel oder Zungenpfeifen geben die Fülle eines

anders zu Erscheinung gelangen, da die Musik

ganzen Orchesters wieder. Die Orgel kann nahezu

selbst Vollkommenheit ist – in ihrer harmoni-

alle Facetten des Klanglichen darstellen. So kann

schen Gesetzmäßigkeit, ihrer rhythmischen Struk-

sie sowohl den lauten Jubel hervorbringen wie

turiertheit und ihrer melodiösen Fügung. So ist

auch die sanfte Beruhigung oder die herzzerrei-

Musik selbst ein Abbild des Göttlichen, ohne oder

ßende Klage und ist so in der Lage, die Fülle

noch bevor sie von Gott redet.

des religiösen Empfindens darzustellen. Dass sie die Kirchenmusik so dominiert, liegt eben an dieser Vielschichtigkeit, die sie sowohl als Soloins-


Gänsehauteffekt? und Musiktherapeuten Matthias Michalek freien Improvisation). In der Therapie wie auch in der Kirchenmusik können Menschen diese Bereicherung und Erfüllung eines gemeinsamen Musizierens erleben, wobei im therapeutischen Kontext das Moment des Hinführens zu eigener Gestaltung, zum Selbstentwurf stärker im Vordergrund steht. Die schönste Erfahrung im gemeinsamen Spiel ist wohl, dass über alle Unterschiede hinweg eine Gemeinsamkeit entstehen kann, in der die Individualität weder untergeht noch im Vordergrund steht: Das Eigene wird aufgehoben und getragen von der Musik selbst. Hat Ihre Arbeit als Musiktherapeut Sie als Kirchenmusiker verändert? Ja, auf verschiedene Weise. Im Studium zum Musiktherapeuten habe ich mich freigespielt. In der freien Improvisation, wie ich sie in der Musiktherapie erlernt habe, konnte ich für mich gewinnen, ganz meiner musikalischen Intention zu folgen, ohne auf stilistische Reinheit oder kompositorische Vorgaben zu achten. Ich kann so viel mehr Facetten zum Ausdruck bringen. Die Bedeutung des Singens wiederum habe ich aus der chorleiterischen Tätigkeit wertschätzen gelernt, was ich wiederum in meine therapeutiFoto: privat

sche Arbeit einbeziehen kann; denn das Singen ist der unmittelbarste musikalische Ausdruck des

trument, wie auch optimal als Begleitinstrument

Menschen. Zudem hat mich die therapeutische

qualifiziert. Zudem kann sie durch ihre klangliche

Arbeit gelehrt, Musik als eine existenzielle Aus-

Fülle große Kirchenräume optimal ausfüllen.

drucksweise des Menschen zu wertzuschätzen,

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die es ihm ermöglicht, Zugang zu sich selbst, seiHat das Musikmachen in der Gemeinschaft eine

nen Gefühlen und Gedanken zu gewinnen. Das

andere Wirkung als das alleinige Musizieren?

ist sowohl im rituellen Zusammenhang wichtig,

Natürlich kann es erfüllend sein, für sich alleine zu musizieren, genauso wie wir mit uns selbst

wie etwa im Gottesdienst, als auch im emotionaltherapeutischen, wie in der Trauerbewältigung.

im Gespräch sein können. Und doch bedeutet es eine ganz andere Erfüllung, in Dialog zu treten

Interview: Ulf Preuß

mit einem Gegenüber. Auch im Musikalischen entsteht im idealen Falle ein Dialog: Der Mitmusizierende ist dabei entweder Ergänzung und Unterstützung (im Chor oder bei der Begleitung eines Instruments) oder Kontrapunkt (wie etwa in der

Matthias Michalek (47) studierte Kirchenmusik an der Folkwang Hochschule in Essen. Sein Studium der Musiktherapie an der Uni Witten-Herdecke schloss er 1994 ab und arbeitet seitdem in einer eigenen Praxis in Oberhausen. In einer evangelischen Kirchengemeinde in Essen leitet er einen Chor und spielt Orgel. www.kepianer.de


Wo ist der Weg zur Ewigkeit Jugendchor macht Musik- und Tanztheater für verstorbene Kinder

Foto: Björn Buder

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Zum Abschluss ihrer Probe im Gemeindehaus

als ein halbes Jahr vor dem Bremer Kirchentag.

in Neuenkirchen bei Bremen singen „Die Lerchen“

Abends bei einem Glas Wein entwickelten Hau-

das Regenbogenlied. Mit dem ersten Takt des Lie-

ke Scholten und Karin Grabenhorst die Idee,

des wandelt sich die fröhliche Proben-Stimmung

auf dem Kirchentag ein Musik- und Tanztheater

in große Ernsthaftigkeit. Das Regenbogenlied

aufzuführen. Zuvor hatten sie sich über die ge-

stammt aus dem Musik- und Tanztheater „Siris

meinsame Gestaltung eines Trauergottesdiens-

Reise“, das sich mit dem Tod von Kindern aus-

tes für ein verstorbenes Kind kennen gelernt.

einandersetzt und das die Jugendlichen bei den

Grabenhorst ist Trauerbegleiterin und für den

Kirchentagen in Bremen und München aufgeführt

Bundesverband Verwaiste Eltern aktiv, Scholten

haben. Zuvor sangen die 20 Jugendlichen Lieder

gestaltete mit seinem Jugendchor „Die Lerchen“

wie „Tears in heaven“ und auch ein Beatles-Med-

den Gottesdienst musikalisch. Kurze Zeit danach

ley.

schrieb die „Lerchen“-Sängerin Katharina Wag-

„Siris Reise“ ist das größte Projekt, das Kir-

ner ein eigenes Lied. „Wo sind all die kleinen

chenmusiker Hauke Scholten (41) und seine ju-

Seelen?“ entstand aus ihren Erlebnissen mit dem

gendlichen Sänger bislang gestemmt haben.

Trauergottesdienst. Dieses Lied gab wichtige

Scholten ist seit elf Jahren im VIII. Synodalver-

Inspirationen für die Geschichte, die Karin Gra-

band tätig und leitet nicht nur verschiedene Ju-

benhorst dann schrieb: die Geschichte von „Siris

gendchöre und Chorprojekte, sondern spielt auch

Reise“. Sie handelt von Siri, einer kleinen Seele,

regelmäßig sonntags die Orgel. Das besondere

die sich auf die Suche begibt, um die Ewigkeit

an „Siris Reise“ ist, so meint Hauke Scholten,

zu finden. Auf ihrem Weg trifft sie unter anderem

dass die Jugendlichen nicht ein fertiges Musik-

den Ozeanfisch, der auf der Suche nach Gott ist,

stück aufführen. Sie haben es gemeinsam über

und die Wüstenblume, die den Sinn des Lebens

mehrere Monate mit ihrem Chorleiter, mit der Pä-

ergründen möchte.

dagogin und Therapeutin Karin Grabenhorst und dem Theatermacher Alexander Hauer entwickelt. Es begann im Sommer 2008, etwas mehr

Ende 2008 stand die Geschichte, und am ersten Wochenende im Januar 2009 kamen der Chor, die Autorin, die Komponisten der Orchestermusik


„Ich singe bei den Lerchen, weil wir wie eine große Familie sind.“ Katharina Wagner, 17 Jahre

„Musik inspiriert mich, seitdem ich im Chor singe.“ Rick Meyer, 17 Jahre

Das Singen mit Hauke hat schon im Kindergarten immer Spaß gemacht – und dann musste ich einfach dabei bleiben.“ Dana Neumann, 18 Jahre

und der Theatermacher zu einem ersten Workshop zusammen. Im Laufe der nächsten Monate gemeinsamer Arbeit entstanden neue Lieder für den Chor, Tanzeinlagen wurden einstudiert, die Flöte als Instrument für den Wind kam dazu, Kostüme wurden entwickelt – und erst unmittelbar vor dem Kirchentag war das Stück fertig. Premiere war am 22. Mai im Bürgerhaus Vegesack vor vielen Kirchentagsbesuchern. Inzwischen ist das Ensemble neun Mal aufgetreten, zuletzt beim Neujahrsempfang des Kinderhospizes Löwenherz

Foto: Björn Buder

Aufführung von Siris Reise im November 2009 in Schwanewede bei Bremen Foto: Björn Buder

in Syke bei Bremen. „Zunächst war die Auseinandersetzung mit

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Kindern, die gestorben sind, für uns alle im

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Chor eine ganz neue Erfahrung“, erzählt Hauke Scholten. „Natürlich sind bei den Proben auch oft Tränen geflossen.“ Der ganze Chor sei aber daran gewachsen und alle hätten sich gegenseitig gestärkt. Das gemeinsame Projekt, zu diesem Thema ein Musik- und Tanztheater zu entwickeln, habe alle bereichert und ihnen neue Perspektiven

Chorprobe der „Lerchen“ im Gemeindehaus in Neuenkirchen mit Chorleiter Hauke Scholten (rechts)

eröffnet. von Ulf Preuß www.siris-reise.de

Foto: Ulf Preuß


Innerlich berührt Rolf Klanke aus Nordhorn findet über die Musik zurück zur Kirche Bach, immer wieder Bach. Erzählt Rolf Klanke

ab. „Damit hatte das nichts zu tun. Ich hatte mich

von seiner Verbindung zur Kirchenmusik, dann

schon länger mit dem Gedanken getragen“, er-

fällt früher oder später der Name eines der wich-

zählt er. Er habe damals den Spagat zwischen

tigsten deutschen Komponisten. Eher früher. „Jo-

Glauben und Wissen einfach nicht mehr leisten

hann Sebastian Bach ist für mich der Größte“,

können. Besser sei es ihm danach nicht unbe-

sagt der 70-jährige Nordhorner. Er klickt sich am

dingt gegangen, räumt er nach einigem Grübeln

Bildschirm seines Computers durch iTunes. „Muss

ein: „Ich war trotzdem der Meinung, ich hätte

ich mal vorspielen“, sagt er mit seiner sonoren

richtig gehandelt.“ Rolf Klanke hält nach seinem

Bass-Stimme und sucht „Singet dem Herrn ein

Austritt aus der Kirche die Verbindung zur Ge-

neues Lied“. Gefunden. Rolf Klanke schließt die

meinde – über die Musik. Sie begleitet ihn von

Augen. Aus den Lautsprechern erklingt die Bach-

Kindesbeinen an.

Motette von 1724. „Ist das nicht herrlich?“

Im Wohnzimmer setzt sich Rolf Klanke gerne an seinen Flügel. Der 70-Jährige hat vor mehr als 50 Jahren die Musik von Johann Sebastian Bach für sich entdeckt.

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Im Wohnzimmer seines Elternhauses steht ein

1990 zieht der gebürtige Osnabrücker von

Klavier. Mit zehn, elf Jahren beginnt Rolf Klan-

Bramsche nach Nordhorn und arbeitet als Lehrer

ke Unterricht zu nehmen. Einmal in der Woche

an der Frensdorfer Schule. Er heiratet seine Frau

bringt ihm der Musiklehrer des Osnabrücker The-

Erika, 1993 wird Tochter Johanna geboren. Er tritt

aters bei, die passenden Tasten zu drücken. „Mit

in die reformierte Gemeinde ein. Den Turm der Al-

Kirchenmusik hatte das nichts zu tun“, erinnert

ten Kirche am Markt kann er von seinem Arbeits-

sich der 70-Jährige und hat noch die Operetten-

zimmer aus sehen. Bei den Reformierten fühlt

klänge im Ohr. Er besucht den Kinderchor St.

sich Rolf Klanke, der 2006 pensioniert wurde,

Paulus, nimmt am Kindergottesdienst teil, wird

wohl. Die in der Grafschaft Bentheim am weites-

konfirmiert. An einem Karfreitag um 1960 kommt

ten verbreitete Konfession komme ihm am ehes-

Rolf Klanke mit der Passionsmusik von Johann

ten entgegen, erklärt der frühere Lutheraner. Er

Sebastian Bach in Berührung – ein Schlüsseler-

schätze die „Kirche von unten“, in der das Wort

lebnis. Seine Melodien werden für ihn zu einem

wichtig ist. Den Ausschlag dafür, ein Teil dessen

Markenzeichen protestantischer Kirchenmusik.

zu werden, habe jedoch nicht das gesprochene,

„Bach bleibt sachlich, aber berührt innerlich“,

sondern das gesungene Wort gegeben, sagt er:

sagt er. Auf ihn fokussiere sich seine Liebe zur

„Die Musik hat mich zum Wiedereintritt in die Kir-

geistlichen Musik.

che getragen.“

Rolf Klanke singt und musiziert für sein Leben

Mitte der 1970er Jahre hatte Rolf Klanke die

gern. Er ist Mitglied verschiedener Chöre, arbeitet

Konfession aufgegeben. Steuern sparen? Er winkt

im Ausschuss für Kirchenmusik in der Landeskirche und greift gelegentlich in Gottesdiensten auch selbst in die Tasten – „wenn Not am Mann ist“. Und dazu kommt es häufiger als ihm eigentlich lieb ist. „Uns bricht die Gemeinde weg“, sagt er. Rolf Klanke macht sich dafür stark, dass die reformierte Gemeinde in Nordhorn auch in Zukunft einen professionellen Kirchenmusiker beschäftigen kann, und betont: „Wir brauchen die Musik als Bindeglied zwischen Kirche und Gemeinde.“ von Andre Berends

Foto: Andre Berends


Wir wollen alle fröhlich sein Foto: Renate Kalloch/pixelio

in dieser österlichen Zeit denn unser Heil hat Gott bereit‘ Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobet sei Christus, Marien Sohn Evangelisches Gesangbuch, Lied 100

„O du fröhliche“ zu Ostern ... Osterlieder haben im Vergleich zu Weihnachts-

„Wir wollen alle fröhlich sein“, stimmt das 100.

liedern einen Nachteil: Sie sind längst nicht so

Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch an und

bekannt – nicht mehr. Heilig Abend ist am 24.

wird „in dieser österlichen Zeit“ gesungen.

Dezember. Der Tag steht fest, an dem voller Weih-

Beide Lieder vermitteln die gleiche Grundstim-

nachtsfreude „O du fröhliche“ gesungen wird.

mung: Fröhlichkeit. Beide Lieder sind Ausdruck

Aber Ostern? Jedes Jahr an einem anderen Wo-

von einer ausgelassenen Feier des Lebens. Zu

chenende irgendwann im Frühling. Und dann die

Weihnachten das Leben, das sich im Kleinen in

Lieder. Gibt es so ein „O du fröhliche“ zu Ostern

die Welt traut. Und zu Ostern das Leben, das

überhaupt?

von Gott mit aller Macht ins Leben zurückgerufen wird. von Matthias Lefers Pastor in Neermoorpolder

INFO Übrigens, Ostern ist in diesem Jahr am 8.-9. April – Gottesdienst feiert jede Gemeinde. Näheres unter: www.reformiert.de/gemeinden

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Schon ... dass „Deutschland und Nederland singen“?

... dass der Krummhörner Orgelfrühling

Nach dem Vorbild der niederländischen Fernseh-

vom 2. bis 6. Mai stattfindet?

sendung „Nederland singt!“ kommen am 30. Juni

In sieben Konzerten erklingen die historischen

mehr als 70 Bläser aus vier Bläserchören nach

Orgeln in sieben Kirchen der Landschaft westlich

Weener. Begleitet werden sie an der Orgel vom

von Emden. Das Motto des Festivals lautet in die-

niederländischen Organisten Wim Westerman und

sem Jahr „Heimat und Ferne“, erstmals liegt die

der Solosängerin Beata Strecker. Alle Besucher

künstlerische Leitung bei Torsten Laux. Eröffnung

sind herzlich eingeladen, viele Lieder in nieder-

ist am 2. Mai um 18.00 Uhr in der Kirche in Uttum,

ländischer und deutscher Sprache mitzusingen.

Abschluss am 6. Mai in Hinte. www.krummhoerner-orgelfruehling.de

... dass die Orgel der Kirche in Rysum 555 Jahre alt wird? Sie ist damit die älteste bespielbare Orgel der Welt. Die Gemeinde des kleinen Krummhörner Dorfes feiert ihre Orgel in diesem Jubiläumsjahr von April bis November mit vielen Veranstaltungen. www.rysum.reformiert.de ... dass die Gemeinde Borssum an der Grundschule eine Musik-AG am Nachmittag anbietet? Die Kirchengemeinde hat dazu mit der Schule einen Kooperationsvertrag geschlossen. Ehrenamtliche übten im vergangenen Schuljahr im Rahmen des Ganztagsschulangebots ein Kindermusical ein, in diesem Jahr bieten sie Gitarrenunterricht an, an dem 20 Kinder teilnehmen. ... dass im Jugendchorprojekt “We are the world” Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren sich entdecken und ausprobieren?

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Einmal pro Woche üben sie in Emden: ursprüngliche Gospelmusik bis Rap, vorgegebene Sätze und selbstgeschriebene Texte. Chorleiterin Birgit Zuther-Hindriksen arbeitet mit „erstaunlich talentierten und engagierten Kids“. ... dass die die Alte Kirche in Nordhorn ab Mai ... dass im Juli ein Landesposaunenfest in Gilde-

zur „Musik zur Marktzeit“ öffnet?

haus stattfindet?

Jeden Samstag bis in den Herbst organisiert Kir-

Seit 125 Jahren besteht der älteste Posaunenchor

chenmusikerin Margret Heckmann in der Kirche

in der Evangelisch-reformierten Kirche in Gilde-

neben dem Wochenmarkt kleine Konzerte: Chor-

haus. Anlässlich dieses Jubiläums lädt die Posau-

musik, Bläsermusik, Orgelmusik, dargeboten von

nenarbeit vom 6. bis 8. Juli zum einem Bläserfest

Jungen und Alten von Profis und Nachwuchskräf-

auf den Mühlenberg bei Gildehaus. Mehr als 500

ten. Nach der Musik lädt die Gemeinde zu einer

Bläser werden erwartet. Ein Höhepunkt ist der

Tasse Kaffee im Turm.

Auftritt von German Brass. www.blaeserarbeit.reformiert.de

INTERNET


gehört, ... ... dass am Gymnasium in Verden/Aller Psalmen

... dass am 6. Juli zum dritten Mal in Celle das

im Religionsunterricht erklingen?

Konzert „Musik der Religionen“ stattfindet?

Lehrerin Ruth Kahlke-Kuipers lässt Schüler in der

An den Konzertabenden treten christliche, jüdi-

Oberstufe Raps zu Psalmen entwickeln – und

sche und êzidische Musiker auf. Die Reihe begann

dann auch singen. Als die Schüler das Thema

2010 und 2011 in der evangelisch-reformierten

Gottesdienstgestaltung im Unterricht behandel-

Kirche, in diesem Jahr ist das Êzîdische Kulturzen-

ten, haben sie eine Motette zu Psalm 98 geschrie-

trum in Celle Veranstaltungsort. Gefördert wird

ben und anschließend vorgetragen.

das Konzert durch das Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“. www.reformiert-celle.de ... dass Jugendliche und ihre Eltern „Möllenbeck rockt“ erfanden? Sie wollten in der Gemeinde auch mal was für Jugendliche machen. Im letzten Jahr kamen 500 Besucher ins Winterrefektorium des Klosters. Die Musik kommt von jugendlichen Nachwuchsbands, darunter die Bigband des Gymnasiums. Im Spätsommer 2012 folgt das nächste Festival. ... dass jedes Jahr mehr als 200 Kinder am Musikfestival „Klassik für Kinder“ der Gemeinde Leipzig aktiv teilnehmen und etwa 1500 zuhören? Dabei können sie selber musizieren, einfach nur wie Konzertbesucher zuhören, professionellen

Gemeinde Synodalverband Kerngebiet

Musikern begegnen und für selbst komponierte Musik ein Podium finden. Kantorin Christiane Bräutigam hat das Festival entwickelt, um Kinder auf den „großen Schatz der Musik“ neugierig zu machen. Das Festival findet in diesem Jahr vom 28. bis zum 30. September zum siebten Mal statt. www.klassik-fuer-kinder-leipzig.de ... dass der gemeinsame Chor aus Tábor und Bayreuth die Grenzen zwischen Tschechien und

... von Klampfen mit Herbert?

Deutschland überwinden half?

Einmal im Monat treffen sich Musiker und Sänger,

Die Gemeinde aus Bayreuth hat mit diesem EU-

um mit Pastor Herbert Sperber in der Jugendkirche

geförderten Projekt ihre Partnerschaft zur tsche-

Osnabrück Musik zu machen. Von den Beatles bis

chischen Partnergemeinde gestärkt. Von Mai bis

Pink, mit Gitarren und Bongos, immer mit großer

Juli 2011 haben sich neu zusammengestellte Chöre

Lust an der Musik und dem Kultabschlusslied „Im

in beiden Orten auf die gemeinsame Begegnung

Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen“.

vorbereitet. Mehr als 100 Menschen kamen dann

www.jugendkirche-osnabrueck.de

zum Begegnungsabend im Juli und saßen zum ersten Mal deutsch-tschechisch bunt gemischt an

www.reformiert.de

den Tischen. www.bayreuth.reformiert.de

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„Lass die Kirche im Dorf“ Reformierte Kirche will Entwicklung auf dem Land fördern

Jann Schmidt

Ottmar Ilchmann

Karin Mansholt

Die Evangelisch-reformierte Kirche will den

Ditzumerverlaat, stellte den eingeleiteten Wandel

ländlichen Raum nicht aufgeben. Kirchenprä-

vom bäuerlichen Familienbetrieb zum industriell

sident Jann Schmidt sagte bei einer Tagung für

produzierenden Agrarbetrieb infrage. Die Land-

Kirchenälteste in Emden, dass eine neue Dorfkul-

wirtin Karin Mansholt und der Landwirt Ottmar

tur geschaffen werden müsse. Der demografische

Ilchmann sprachen von einer Landwirtschaft im

Wandel und der Strukturwandel in der Landwirt-

Abseits. Mansholt berichtete über soziale Aus-

schaft stellten das Dorfleben vor besondere He-

grenzung, die Mitglieder von Bauernfamilien er-

rausforderungen. Schmidt sagte: „Es muss ein

leben würden. Ilchmann sieht die Landwirtschaft

neues Dorf her, ein Dorf, in dem sich die Men-

zwischen den Fronten der weltmarktfähigen Prei-

schen neu zusammenfinden, die jetzt dort leben.“

se und hohen Standards in Pflanzen- und Tier-

Reichlich Orientierung hierfür biete die biblische

schutz, die zunehmend von den Verbrauchern

Botschaft mit Werten wie Nächstenliebe und Hilfe

eingefordert werden.

ohne Gegenleistung.

Nach Auffassung von Kirchenpräsident Schmidt

Um die Entwicklung auf dem Land zu stärken,

ist die Frage der Dorfentwicklung für die Evan-

hatte die Evangelisch-reformierte Kirche Kirchen-

gelisch-reformierte Kirche besonders relevant.

räte und Presbyteriumsmitglieder aus allen Kir-

Etwa 100 der 146 Kirchengemeinden seien Dorf-

chengemeinden zu einer Fortbildung in die Jo-

gemeinden im ländlichen Raum. „Wir brauchen

hannes a Lasco Bibliothek eingeladen. Unter dem

unbedingt die Kirche im Dorf“, forderte er. Ge-

Motto „Lass die Kirche im Dorf“ ging es vor mehr

nauso wichtig seien aber die Menschen, die „vom

als 60 Teilnehmern um Themen wie Auswirkungen

Geist Gottes erfüllt sind, die an Wunder glauben

des demografischen Wandels auf den ländlichen

und sich durch negative Prognosen für die Dörfer

Raum und Veränderungen der bäuerlichen Pro-

nicht entmutigen lassen“.

duktionsbedingungen. Der Landbeauftragte der Evangelisch-reformierten Kirche, Pastor Jürgen van Wieren aus Jürgen van Wieren Foto: Richard Semik / shutterstock.com

Von Ulf Preuß


Reformierter Glaube Klaus Bröhenhorst über den Genfer Psalter

Pilgerlieder des wandernden Gottesvolkes „Mein ganzes Herz erhebet dich, vor dir will ich mein Loblied singen“ Ich komme aus der westfälischen Landeskirche und kannte den Genfer Psalter nicht. Ich habe ihn mir aber „erobert“. Natürlich kannte ich Psalmlieder. Ich kannte Luthers Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“, mit dem er Psalm 46 in eigene Worte fasst. „Ein feste Burg“ - ein Psalmlied? Gewiss! Aber ich wusste das nicht. Erst recht kannte ich den Genfer Psalter nicht, habe ihn dann aber kennen gelernt, als ich „zu den Reformierten“ kam. Einige Melodien waren mir ohnehin vertraut. Die von Psalm 66: „Jauchzt alle Lande, Gott zu Ehren“ oder die von Psalm 134: „Lobt Gott, den Herrn der Herrlichkeit“. Andere Melodien waren schnell gelernt. Mein Lieblingspsalm ist Psalm 138: „Mein ganzes Herz erhebet dich, / vor dir will ich mein Loblied singen.“ „Hits“ sind die Psalmen nicht. Keine Gassenhauer. In adeligen Kreisen waren einige Melodien als Chansons bekannt. Dem Volk aber wurde nicht aufs Maul geschaut. Vielmehr haben beauftragte Männer, Spitzenkräfte ihrer Zeit, Texte geschrieben und Melodien komponiert. Fünf Namen sind in diesem Zusammenhang zu nennen: Clément Marot und Theodor Beza als Dichter, Louis Bourgeois, Pierre Davantès und Guillaume Franc als Komponisten. Fünf Namen nur? Zunächst ja. Das macht auch die Geschlossenheit des Genfer Psalters aus, der 1562 in Genf in vollständiger Bereimung aller 150 Psalmen und mit 125 Melodien in einer Auflage von 30.000 Exemplaren erscheint. Auch heute gehört der Psalmengesang in den evangelisch-reformierten Gottesdienst. Was mir wichtig ist, ist die „Gedächtnisspur“, die sich mit dem Genfer Psalter verbindet. Viele, „die aus der großen Trübsal kommen“ (Offenbarung 7, 14), haben die Psalmen gesungen: Pierre Durant, als er 1732 den Scheiterhaufen betritt; Claude Goudimel, der 1572 in der Bartholomäusnacht stirbt. Die Psalmen – im 16. Jahrhundert geradezu unglaublich populär - sind heute nicht mehr unmittelbar eingängig. Aber sie sind immer noch „mitgängig“. Sie sind Pilgerlieder des wandernden Gottesvolkes und beginnen stets mit einer langen Note – Zeit zu überlegen, wohin mein Leben führt.

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Klaus Bröhenhorst, Pastor in Hildesheim, ist Präses des X. Synodalverbandes und regelmäßiger Autor in „reformiert“. Foto: Ulf Preuß


REFORMIERTES REISEZIEL

„Marburg ist eine Universität ... ... andere Städte haben eine.“

Marburg blieb für die Reformierten wichtig. 1884 gründete sich am geschichtsträchtigen Ort

Hoch über dem Lahntal thront das Marburger

Marburg der Reformierte Bund, der Dachverband

Landgrafenschloss, in dem heute repräsentative

der Reformierten in Deutschland, heute mit Sitz

Orte der Universität untergebracht sind. Der hes-

in Hannover.

sische Landgraf Philipp der Großmütige (1504-

Die sehenswerte Marburger Altstadt ist, wie

1567) errichtete sie im Jahre 1527 als protestanti-

kaum ein anderer Ort, von ihrer Lage geprägt. Sie

sche Universität. Unter Landgraf Moritz wurde die

wurde am Schlosshügel, um ihn herum und zur

Universität 1605 reformiert, als dieser sich zum

Flussseite bergab zur Lahn hin gebaut. Jung und

Calvinismus bekannte. Viele lutherische Profes-

dynamisch erscheint die Stadt am Hügel heute

soren wechselten daraufhin nach Gießen an die

mit ihren etwa 79.000 Einwohnern, von denen

Universität, die 1607 als lutherischer Gegenent-

ein Viertel Studenten sind.

wurf gegründet wurde. Bis zum Ende der kon-

Besondere Akzente setzen die evangelisch-

fessionellen Ausrichtung 1866 blieb die Philipps-

reformierte Universitätskirche im gotischen Stil

Universität reformiert.

mit ihrer neuartigen Farbgestaltung in Grau und

1529 fand an der Universität das Marburger

Rot und die ebenso gotische Elisabethkirche (von

Religionsgespräch statt. Auf Drängen des Land-

1283), die auf dem Grab der heiliggesprochenen

grafen kamen unter anderen Martin Luther und

thüringischen Landgräfin Elisabeth errichtet wur-

Huldrych Zwingli im Marburger Schloss zusam-

de. Wie eine Oase im studentischen Stadtgetüm-

men, um einen letzten Verständigungsversuch zu

mel verspricht der zentral gelegene alte Botani-

wagen, der schließlich an der Abendmahlsfrage

sche Garten mit seinen idyllischen Grünanlagen

scheiterte.

und dem alten Baumbestand Erholung und Ruhe. von Nadine Kaminski

INFO Marburg Tourismus und Marketing Pilgrimstein 26 35037 Marburg Tel.: 06421 / 99 12-0 E-Mail: mtm@marburg.de www.marburg.de

Marburger Schloss (oben), Marburger Universitätskirche (unten)

Private Stadtführungen Gerhard Riebeling, Försterweg 15 35039 Marburg, Tel.: 06421-67691 Universitätskirche Dietrich Hannes Eibach (Pfarrer) Liebigstraße 35, 35037 Marburg Tel. 06421 23745 E-Mail: eibach@universitaetskirche.de www.universitaetskirche.de


Claudia Link

Neue Pastorin der Gemeinde Bovenden

Neue Hausleiterin der Familienferienstätte Blink-

bei Göttingen

füer auf der Nordseeinsel Borkum Sie leitet die Einrichtung des Diakonischen Werkes seit Anfang des Jahres. Die 45-jährige Pädagogin ist Nachfolgerin von Christian Schäfer, der die Insel nach neun Jahren verlassen hatte. Link ist bereits seit 2006 für die Familienferienstätte tätig. Bislang war sie für die Seminarangebote

PERSONEN

Jenny Robbert

und Kinderbetreuung zuständig. Die 46-jährige Theologin wurde am 15. Januar mit großer Mehrheit gewählt und am 12. Februar in

Ernst Wißmann

ihr Amt eingeführt. Robbert war zuvor als Oberin

Ehemaliger Pastor der Gemeinde Lingen/Ems

im Vorstand des Diakonischen Werks Schwäbisch

Ernst Wißmann ist Ende Januar in den Ruhestand

Hall tätig, davor war sie Gemeindepastorin in

getreten. Der 63–Jährige gebürtige Lingener war

Nordhorn.

fast 20 Jahre in seiner Heimatstadt tätig. Zuvor war er neun Jahre Gemeindepastor in Herbishofen

Bianca Spekker

im Allgäu und langjähriger Gefängnisseelsorger

Neue Pastorin der Kirchengemeinden Papenburg

in der JVA Memmingen. Wißmanns Arbeit ist eng

und Mitling-Mark (Niedersachsen)

verbunden mit dem Jugendfreizeitheim Baccumer Mühle, dessen Renovierung und Zukunftssicherung er in den letzten Jahren betrieben hat.

Sabine Mellies-Thalheim Neue Pastorin der evangelisch-reformierten Gemeinde Wolfsburg-Gifhorn-Peine Die Gemeinde wählte die 51-jährige Theologin Die 37-Jährige ist am 12. Februar von den Ge-

einstimmig, am 11. Dezember wurde sie in ihr Amt

meinden gewählt worden. Sie war zuvor Pastorin

eingeführt. Mellies-Thalheim stammt aus der Lip-

in den Gemeinden Melle (Osnabrücker Land) und

pischen Landeskirche, sie war zuvor Pastorin der

Groß-Midlum (Ostfriesland).

reformierten Gemeinde Pivitsheide in Detmold.

Ilse Hedwig Naudé

Ann-Kathrin Sommerfeld

Ilse Hedwig Naudé ist tot. Die aus Österreich

Neue stellv. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft

stammende Witwe des Anti-Apartheid-Aktivisten

der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej)

Christiaan Beyers Naudé starb am 29. Dezember mit 99 Jahren in einem Altenheim in Johannesburg (Südafrika). Beyers Naudé war Pfarrer der weißen reformierten Kirche Südafrikas und wurde von ihr nach seiner Abkehr von der Apartheids-Ideologie entlassen. 1984 übernahm die Evangelisch-reformierte Kirche Beyers Naudé als Ruheständler, um ihm und seiner Frau ein Einkommen zu sichern.

Ann-Kathrin Sommerfeld

Foto: aej

Die 25-jährige Theologiestudentin wurde auf der Mitgliederversammlung der Dachorganisation der evangelischen Jugend als eine von drei Stellvertretern gewählt. Die aej vertritt die Interessen von etwa 1,2 Millionen junger Menschen.

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AKTUELLES

Kunze kommt zum Kirchentag Der Musiker Heinz Rudolf Kunze ist der Stargast

40 Freizeiten und Bildungsseminare für Jugendliche

des Ostfriesischen Kirchentags. Der Deutschrock-

Über 40 Freizeiten und Seminare für Jugendliche und junge Erwachsene bietet die Evangelischreformierte Kirche im Jahr 2012 an. Im aktuellen Freizeitplaner finden sich klassische Ferienfreizeitangebote, Bildungsseminare und internationale Begegnungen. Erstmals bietet die Evangelischreformierte Kirche eine internationale Jugendbegegnung im zentralafrikanischen Ruanda an. Im Sommer 2012 treffen sich dort drei Wochen lang junge Erwachsene aus Südafrika, Ruanda, Belgien und Deutschland. Der Prospekt steht in allen Pfarrämtern zur Verfügung, Bestellungen unter

Sänger wird am 14. Juli abends auf dem Auricher

jugend@reformiert.de.

Marktplatz ein Konzert geben. Der sechste Kir-

www.reformiert.de/freizeiten-und-seminare.html

chentag in der Region findet vom 13. bis 15. Juli 2012 zum zweiten Mal in Aurich statt. Er steht un-

Chagall-Bilder zum Exodus

ter dem Motto „Vertrauen wagen - Ik bün bi di“.

Im Landeskirchenamt in Leer wird am 10. März

Die Veranstalter erwarten etwa 15.000 Besucher.

die Ausstellung „Marc Chagall – Bilder zur Bibel“

www.okt-2012.de

eröffnet. Gezeigt werden 23 Original-Lithografien des jüdischen Künstlers zur Exodus-Geschichte

Erinnerung an Widerstand

sowie eine Auswahl seiner Bilder zur Bibel. Sie

Das Gemeindehaus der Kirchengemeinde WeenerHolthusen soll nach ihrem ehemaligen Pastor Hermann Steen benannt werden. Die CDU in Weener forderte die Gemeinde auf, damit den Widerstand des Pastors zur Zeit des Nationalsozialismus zu würdigen. Steen (1899 bis 1980) gehörte zu den Mitbegründern der Bekenntnisgemeinschaft in der Landeskirche. Der Rheiderländer Gedenkgottesdienst am Holocaust-Gedenktag am 27. Januar

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dieses Jahres erinnerte an sein Wirken.

Jugendfreizeit für null Euro Die Jugendarbeit im Südlichen Ostfriesland bietet in den Sommerferien eine Treckingfreizeit für null Euro an. Nach Angaben von Jugendreferent Olaf Hennings führt die 14-tägige Reise in die Pfalz, wo die Jugendlichen in der freien Natur in Zelten übernachten werden. Die Kosten für die Verpfle-

Mose verkündet die Worte des Herrn, New York 1966

gung sollen durch kleine Arbeiten verdient wer-

stammen aus der Sammlung der Stiftsfrau Christa

den. Um die Fahrkosten niedrig zu halten, reist

Kraemer. Zur Eröffnung spricht Christina Greven-

die Gruppe mit dem Regionalzug. Hintergrund der

brock von der Kunsthalle Emden. Die Ausstellung

Null-Euro-Freizeit sei der Gedanke, auch Jugend-

ist bis zum 15. April zu den Öffnungszeiten des

lichen mit niedrigem Einkommen die Mitfahrt zu

Landeskirchenamtes in der Saarstraße zu sehen.

ermöglichen.

Führungen sind auf Anfrage möglich.


McAllister soll nach Abschiebung helfen

Große Kirche wiedereröffnet

Der niedersächsische Ministerpräsident David

Nach mehr als einem Jahr Bauzeit ist die Große

McAllister soll eine sechs Jahre zurückliegende

Kirche in Leer am 26. Februar wieder eröffnet wor-

Abschiebung rückgängig machen. In einem Brief

den. Für etwa 700.000 Euro wurde der Innenraum

an ihn bittet der Präses des Synodalverbands Grafschaft Bentheim, Heinz-Hermann Nordholt, sich des Falls des 46-jährigen Kurden Adnan Coban und seiner Familie anzunehmen. Nordholt will die Entscheidung der Ausländerbehörde des Landkreises, den Familienvater in die Türkei abzuschieben und von seiner Familie zu trennen, nicht hinnehmen. „Abschiebungen, bei denen Familien getrennt werden, darf es nach unserer Überzeugung nicht geben“, beklagt er. Das humanitäre Augenmaß dürfe in der Ausländerpolitik nicht verloren gehen.

Foto: Ulf Preuß

Große Kirche kurz vor Abschluss der Restaurierungsarbeiten

komplett saniert und in den historischen Zustand

Heidelberger Gedankensplitter im Internet

zurück versetzt. Die bislang blau lackierten Bän-

Zum Jubiläumsjahr des Heidelberger Katechismus

Decke ist petrolfarbig gestaltet. Nun stehen nach

hat der Ausschuss für Verstreute Reformierte ei-

Angaben des Kirchenrats die Restaurierung der

nen Internet-Glaubenskurs gestartet. In den „Hei-

Dachlaterne und der mehr als 400 Jahre alten Or-

delberger Gedankensplittern“ wird im Internet in

gel an. www.leer.reformiert.de

ke schimmern nun hölzern, die ehemalige weiße

jeder Woche dieses Jahres ein wichtiges Thema des evangelischen Glaubens in Gedanken, Bil-

Neue Bläser-CD

dern und Texten entfaltet. Der Ausschuss über-

Das Landesbläserensemble der Evangelisch-re-

nimmt dabei das Konzept des Heidelberger Kate-

formierten Kirche hat eine neue CD eingespielt.

chismus, dessen 52 Abschnitte Woche für Woche

Unter Leitung von Landesposaunenwartin Helga

im Gottesdienst behandelt werden können.

Hoogland haben die 15 Musiker in Neuenhaus 36

www.verstreute.reformiert.de

Titel der „Kirchentags- und Jugendlieder“ aufgenommen. Die CD erscheint Ende März, das Lieder-

Drei neue Gemeinden

buch ist weiterhin erhältlich.

Seit Januar gehören zwei neue Gemeinden zur

www.reformiert.de/bestellshop.html

Evangelisch-reformierten Kirche. Die beiden Ge-

Selbstständigkeit der Landeskirche anzuschließen. Neben finanziellen Gründen spielte bei der Entscheidung auch die Stärkung des reformierten Zweigs des Protestantismus eine Rolle. Auch die evangelisch-reformierte Gemeinde Göttingen hatte im November einen Beitritt zur Landeskirche beschlossen. Dieser wird nach einer Übergangsfrist von einem Jahr zum 1.1.2013 vollständig wirksam. Die Mitgliederzahl der Evangelisch-reformierten Kirche wird mit den drei neuen Gemeinden um rund 8000 Personen auf dann 188.000 steigen.

Reformiert: ,reformiert’ ist die Mitgliedszeitung der Evangelisch reformierten Kirche. Herausgeberin: Evangelisch reformierte Kirche, Saarstraße 6, 26789 Leer, www.reformiert.de Verantwortlich: Jann Schmidt Redaktion: Ulf Preuß, Pressesprecher, Tel. 0491 / 91 98-212, E-Mail: presse@reformiert.de Redaktionsbeirat: Klaus Bröhenhorst, Antje Donker, Steffi Sander, Andreas Flick, Jann Schmidt, Burkhart Vietzke, Matthias Lefers, Günter Plawer Konzeption, Gestaltung und Layout: Designagentur projektpartner, Leer, www.projektpartner.info Druck und Vertrieb: SKN Druck und Verlag, Norden www.skn-druck.de Auflage: 130.000 Exemplare

IMPRESSUM

2 reformiert 2012

meinden Braunschweig und Hamburg haben im November entschieden, sich nach jahrelanger

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Wolfgang Wagenfeld ist seit 1993 Geschäftsführer des Diakonischen Werkes der Evangelisch-reformierten Kirche. Für seine Kirche vertritt er die Interessen der Diakonie gegenüber der Politik unter anderem im Dachverband der Diakonie in Niedersachsen

Evangelisch-reformierte Kirche Landeskirchenamt - Saarstraße 6 - 26789 Leer Postvertrieb DPAG Entgelt bezahlt

Fragen an Wolfgang Wagenfeld

Armut trotz Wirtschaftswachstum? Das abgelaufene Jahr war sehr erfolgreich, so die Bilanz der deutschen Politik mit Blick auf den Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Entwicklung. Wie fällt Ihre Bilanz aus? Es ist zunächst erfreulich, dass wieder mehr Menschen in Arbeit sind. Aufgrund meiner Erfahrungen aus der praktischen Sozialarbeit bin ich auch überzeugt, dass fast alle Menschen ihr Leben lieber unabhängig von sozialen Sicherungssystemen gestalten wollen. Dafür ist eine stabile Wirtschaft nun einmal die Grundlage. Sie trägt außerdem auch dazu bei, dass in die öffentlichen Kassen mehr Geld fließt und auch der Staat in allen sozialen Handlungsfeldern leistungsfähiger ist. Das gilt auch für die Kirchen und ihre vielfältigen Aufgaben. Sorge bereitet mir die Frage, ob der Euro den gesamteuropäischen Herausforderungen standhält.

POSITION

Trotzdem gibt es Armut in Deutschland. Bei welchen Menschen ist die Not besonders groß? Nach wie vor gibt es trotz dieses Aufschwungs sehr viele Menschen, etwa drei Millionen, die keine Arbeit haben. Viele von ihnen leben am Rande des Existenzminimums oder bereits jenseits davon. Denn nach wie vor sind Langzeitarbeitslose zu schwer in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Alleinerziehende haben es - auch wegen des schleppenden Ausbaus der Krippenförderung - immer noch schwer, Kindererziehung und Berufsausübung in Einklang zu bringen. An wohnungslosen Menschen geht die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung völlig vorbei. Sehen Sie einen gesellschaftlichen Trend, den Sie gestoppt haben wollen? Laut Bundesstatistik sind so viele Menschen in Arbeit wie noch nie in Deutschland. Dabei darf aber nicht außer Acht gelassen werden, dass ein Großteil der neu geschaffenen Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor liegt, zum Teil unterhalb der Armutsgrenze. Hier gilt es, entsprechendes Problembewusstsein zu schärfen. Es kann doch nicht sein, dass in unserem reichen Deutschland Menschen trotz VollzeitBeschäftigung ihren Lebensunterhalt nicht sichern können. Abhilfe kann ein gesetzlicher Mindestlohn schaffen. Was kann ein Armutsfonds leisten, den das Diakonische Werk 2008 gestartet hat? Mit Spendenmitteln und kirchlichen Geldern lassen sich immer nur Projekte anschieben oder Spitzenfinanzierungen in Projekten abdecken. Manchmal kann in besonders prekären Einzelfällen in Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden und diakonischen Beratungsstellen Nothilfe geleistet werden. Dies gilt auch für den Armutsfonds der Evangelisch-reformierten Kirche. Wir haben bislang Projekte gegen Kinderarmut, in Lebensmittelausgaben und sozialen Kaufhäusern unterstützt. Derzeit wird aus dem Armutsfonds die Unterstützung eines neuen Projektes in der Wohnungslosenhilfe geprüft. Aus dem Armutsfonds konnten so bereits sieben Projekte unterstützt beziehungsweise neu initiiert werden.

reformiert 2.2012  

Musik gehört in die Kirche. Von der Trommelgruppe bis zum Gitarrenkreis. Vom Kirchenchor bis zum Kammerorchester. Von der Orgel bis zur E-Gi...

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