Page 1

zum Themenjahr Reformation – Bild und Bibel

reformiert Berichte und Bilder aus der Evangelisch-reformierten Kirche

Mach dir selbst ein Bild r e d l i B

n

e h c a m

e

Leut

Das passt ins Bild!

Bild d i r deine Meinu ng

1 reformiert 2015 2013Dezember Januar Februar


Foto: Annele Rewerts

Seite

4

Seite

6

Foto: Andre Berends

Zum Themenjahr 2015: Seite 4 Wenn Bethlehem in der Krummhörn lebendig wird In Jennelt machen alle mit bei der Weihnachtsgeschichte Seite 6 Reformierter Glaube „Du sollst dir kein Bildnis von Gott machen!“ – weil … Seite 8 Bilder in der Kirche: „Das ist zu viel“ Historische Fresken entzweien in den 1960er Jahren die Reformierten in Nordhorn

2 1 reformiert 2015

Seite 10 Fotografieren im Gottesdienst Pro & Contra Die Mitgliedszeitschrift ,reformiert’ wird an alle Haushalte der Evangelisch-reformierten Kirche kostenlos verteilt. Möchten Sie auch ,reformiert’ lesen? Tel. 0491 / 91 98 212, E-Mail: presse@reformiert.de Möchten Sie unsere Zeitschrift unterstützen? Spenden Sie auf folgendes Konto: Evangelisch-reformierte Kirche Stichwort: reformiert Sparkasse LeerWittmund IBAN: DE94 2855 0000 0000 9060 08 SWIFT-BIC: BRLADE21LER Spendenquittung wird zugesandt Titelgrafik: Designagentur projektpartner

Seite 12 Lazarus Marokko liegt vor der Tür des reichen Mannes Europa Reformierte Kirchen kritisieren Flüchtlingspolitik und wollen engere Zusammenarbeit Seite 14 Psychiatrische Nachsorge ist Beziehungsarbeit Diakonisches Werk in der Grafschaft Bentheim unterstützt psychisch Kranke Seite 16 Singt dem Herren neue Lieder Sein Lob wird euch entflammen: Psalmenmelodien neu arrangiert Seite 18 Personen / Aktuelles / Impressum Seite 20 Position: Mehr Hilfe für Flüchtlinge


Seite

10

16

Seite

Foto: Paskee / shutterstock.com

Foto: Karl-Heinz Krämer

Reformation – Bild und Bibel 500 Jahre Lukas Cranach der Jüngere 4. Oktober 1515 – 25. Januar 1586 Liebe Leserin, lieber Leser, der 500. Geburtstag von Lukas Cranach dem Jüngeren, bildet den Anlass: „Reformation - Bild und Bibel“ heißt das Themenjahr 2015 der Evangelischen Kirche in Deutschland. Bild und Bibel – bei uns Reformierten setzt das sofort Ideen frei: Klar – ums Bilderverbot muss es dabei gehen. −− Zählen doch wir Reformierte zusammen mit Orthodoxen und Anglikanern die Zehn Gebote anders als die Katholiken und Lutheraner. Nach dem Heidelberger Katechismus bildet bei uns der Satz „Du sollst dir kein Bildnis machen“ den Auftakt des Zweiten Gebots. In Martin Luthers Zehn Geboten kommt er gar nicht vor. −− Verbannten doch die reformierten Reformatoren zur Reformationszeit Bilder und Skulpturen aus den jetzt evangelisch-reformierten Kirchen. −− Sachlich und nüchtern sind unsere Kirchräume bis heute ausgestattet.

Und so geht es in dieser Ausgabe ums Bilderverbot - aber auch um andere Zugänge zum Thema Bibel und Bild. Unter den Überschriften „Bilder machen Leute“ – „Mach dir selbst ein Bild“ – „Das passt ins Bild“ und „Bild dir deine Meinung“. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre, eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr.

3 1 reformiert 2015

Ihr Ulf Preuß

Pressesprecher der Evangelisch-reformierten Kirche


Wenn Bethlehem In der Kirchengemeinde Jennelt machen alle Nein, der Esel will definitiv nicht nach Bethlehem. Störrisch zieht er in die andere Richtung, während die Schafe unablässig blöken, obwohl eigentlich gerade der Chor dran ist. Das Krippenspiel in Jennelt bei Greetsiel lebt auch vom Improvisationstalent der Laienschauspieler, denn hier sind Ochs und Esel sozusagen live auf der Bühne. Seit zwei Jahren wird hier in der Krummhörn, ganz im Nordwesten Deutschlands, die Weihnachtsgeschichte lebendig. Längst hat die Aufführung auch Fans in den Nachbargemeinden gefunden.

Fotos: Annele Rewerts, Otto Damaske

„Bis vor einigen Jahren haben die Kinder der Kirchengemeinde traditionell ein Musical zum vierten Advent aufgeführt“, erklärt Pastor Siek Postma. „Aber es blieb immer weniger Zeit für die aufwendigen Proben – unter anderem, weil Schulen und Kindergärten ebenfalls ein breites Programm in der Vorweihnachtszeit anbieten.“ Im Kindergottesdienst-Team um Pastor Postmas Frau Elke entstand schließlich die Idee, ein generationenübergreifendes Projekt ins Leben zu rufen, das nicht zu viel Zeit der Akteure in Anspruch nehmen sollte. „Direkt vor der Kirche liegt unser Dorfplatz mit der alten Schule und dem Pavillon – ein Ensemble, das sich gut als Bühne eignet. Und schon war klar: Wir erzählen die Weihnachtsgeschichte, und zwar mit echten Tieren“, erinnert sich Elke Postma. Gerade der Gedanke, ein Projekt für Jung und Alt zu machen, ist dem Pastorenehepaar wichtig. „Wir müssen wegkommen von den separaten Angeboten. Frauenkreis, Kindergottesdienst, Seniorengruppen – das alles ist gut, aber die Generationen entfremden sich voneinander.“ Im November 2012 startete die Organisation zur ersten Aufführung: Das Kindergottesdienst-Team gewann Kinder, Jugendliche und Erwachsene für die Idee, die Gemeinde fragte Landwirte, ob sie ihre Tiere zur Verfügung stellen würden, ein Erzähler, der durch die Geschichte führt, wurde gesucht. „Das Stück selbst wird pantomimisch aufgeführt. Das hat den Vorteil, dass niemand Text lernen muss, und löst außerdem das Verstärker- und Mikrofon-Problem im Freien“, sagt Siek Postma.


in der Krummhörn lebendig wird mit bei der Weihnachtsgeschichte Schnell sprach sich das Vorhaben herum – kein Wunder in einem kleinen Ort mit 370 Einwohnern, von denen 350 der reformierten Gemeinde angehören –, und immer mehr Menschen boten ihre Hilfe an. Kostüme konnten geschneidert werden, Beleuchter und Techniker kamen hinzu. „Nicht nur jene Gemeindemitglieder, die der Kirche ohnehin eng verbunden sind, machen hier mit, sondern auch ganz viele andere“, freut sich der Pastor. Die Begeisterung ist für ihn ganz einfach zu erklären: „Dieses Stück im Freien zu erleben, ist schon etwas Besonderes. Und die Zuschauer sitzen mitten im Geschehen. Die Geräuschkulisse, die Atmosphäre ist einfach anders als in der Kirche.“ Lässt sich das Schauspiel der Weihnachtsgeschichte überhaupt mit dem Bilderverbot der reformierten Kirche in Einklang bringen? Eine Frage, der Pastor Postma ganz gelassen gegenübersteht. „Bei jeder Geschichte, die erzählt wird, entstehen Bilder im Kopf. Wir Pastoren arbeiten in unserer Predigt ganz gezielt mit Bildern. Allerdings muss uns immer wieder bewusst sein, dass Bilder von Vorläufigkeit geprägt sind und deshalb immer wieder neu überprüft werden sollten.“ Doch die Frage nach den Bildern ist gleichzeitig die Frage nach der gesellschaftlichen Entwicklung. „Die Kinder konzentrieren sich immer weniger auf längere gesprochene Texte“, ist die Erfahrung von Elke Postma. „Hinzu kommt, dass wir mehr Begriffe erklären müssen, wenn wir im Kindergottesdienst biblische Texte vorlesen. Ein Krug beispielsweise, ein Prophet, eine Witwe – das sind Wörter, mit denen viele Kinder nichts mehr anfangen können.“ Eine Geschichte zu erleben, indem man als Schauspieler oder Zuschauer ein Teil davon wird, ist dagegen mit einer besonderen Faszination verbunden. Nach zwei erfolgreichen Aufführungen macht die lebendige Weihnachtsgeschichte in diesem Jahr allerdings eine Pause. Doch auch das ist Teil einer Erfolgsgeschichte, die von einem aktiven Gemeindeleben erzählt. Mit vielen Eigenleistungen wird zurzeit die aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche restauriert. „Ursprünglich hatten wir mit

Eigenleistungen im Gegenwert von 20.000 Euro gerechnet – mittlerweile sind wir bei 50.000 Euro. Wir sind stolz auf dieses Engagement, aber wir möchten unsere Gemeindemitglieder nicht noch mehr belasten, sondern uns allen in den nächsten Monaten ein langsameres Gemeindeleben gönnen“, betont der Pastor. Nächstes Jahr ziehen Maria und Josef aber auf jeden Fall wieder in den Stall in Jennelt. Um eine Geschichte zu erzählen, deren Bilder nicht nur im Kopf entstehen, sondern durch ein ganz besonderes Miteinander in einer kleinen Gemeinde. von Anke Brockmeyer

Bilder

machen Leute

5 1 reformiert 2015

Foto: Simone Werner-Ney-fotolia.com


„Du sollst dir kein Bildnis Der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand (Psalm 121, 5)

Ich bin der Herr, dein Arzt (2. Mose, 15, 26)

…, denn der HERR wird dein ewiges Licht sein, und die Tage deines Leidens sollen ein 6 1 reformiert 2015

Ende haben. (Jesaja, 60, 20)

... du dir gar kein Bild von Gott machen kannst! Jeder Mensch hat Bilder von Gott im Kopf, auch wir Reformierte. Es sind Zerrbilder. Gott abbilden oder beschreiben, das ist nicht möglich, ohne dass etwas von Gottes Art und Wesen auf der Strecke bleibt. Da ist der alte Mann mit dem weißen Haar und dem gütigen Blick, der hoch droben über dem Sternenzelt schwebt. Mit diesem Bild vom „lieben Gott“ kann der zornige, der eifernde Gott nicht beschrieben werden. Und umgekehrt: Das Bild vom strafenden und wütenden Richtergott ist allein auch nicht wahr. Ein ebenfalls gut bekanntes Hartmut Smoor über Bild legt Gott auf die männliche Sprachfigur fest. Alle wissen, dass Gott weder männlich, noch weiblich, noch irgendeine Sache, ein Neutrum ist. Diesem Umstand können unsere Sprache und unsere Vorstellung nicht gerecht werden. Wir Menschen sprechen unsere Sprache und die ist nicht die Sprache Gottes. Und was wäre das für ein erbärmlicher Gott, der nirgends anders herkommt als aus meinem Kopf, aus meinen Gedanken, meinen Träumen oder Schreckgespensten? Ein Götze wäre das, ein Abgott, der sterben wird, so wie der Glaube an den Weihnachtsmann, den Osterhasen und den Klapperstorch sich mit dem Heranreifen des erwachsenen Menschen auflöst. Also: Du kannst Dir kein Bildnis von Gott machen! Die Bilder, die Du Dir machst, sind bestenfalls Spiegelbilder von Dir.

Reformier

Mach Dir


von Gott machen!“ - weil ... …. du dir kein Bild von Gott machen sollst. Gott will Dein Gott sein - nicht gebunden daran, wie Du ihn Dir vorstellst. Gott sichert uns in 2. Mose 3 zu: „Ich bin mit Dir! Du brauchst sonst niemanden und nichts anderes! Ich rede mit Dir und sage Dir das befreiende Wort, das Du Dir nicht selbst sagen kannst, das Dich herausruft aus Deinen Vorurteilen, Deinen Ängsten, Deinen Bildern!“ Also: Wir sollen nicht wissen, wie Gott aussieht. Wir sollen hören, dass und wie uns Gott ansieht. Gott kann nicht aus Dir kommen, sondern will zu Dir kommen.

ter Glaube

…. du dir kein Bild von Gott das Bilderverbot zu machen brauchst. Gott hat sich festgelegt, nicht in Bildern, sondern in lebendiger Geschichte mit wirklichen Menschen. Gott hat sich in Treue gebunden an sein Volk Israel. Letztlich hat Gott in Jesus Christus gezeigt, wo und wie ihn keine menschliche Vorstellung vermutet: Inmitten von Menschen mit Einschränkungen; auf der Straße im Staub zusammen mit denen, die wir eher meiden; unter Verbrechern und Huren konnte man den Sohn Gottes antreffen. Schließlich hing er am verfluchten Kreuz. Wir suchen Gott in der Höhe und finden ihn in der Tiefe. Wir stellen uns Gott in unseren Bildern vor als mächtig und wir finden ihn am Galgen: ohnmächtig, geschlagen, bespuckt, gequält, gefoltert. Also: Gottes Sohn am Kreuz. Dieses Bild vernichtet ein für alle Mal unsere Gottesbilder, auch die in unserem Kopf.

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jesaja, 66, 13)

Der HERR wird König sein immer und ewig. (2. Mose, 15, 18)

Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den

selbst ein Bild

ich hoffe. 7 (Psalm 91,2)

1 reformiert 2015

Hartmut Smoor ist seit Juli 2014 persönlicher Referent von Kirchenpräsident Martin Heimbucher. Zuvor war er lange Jahre Pastor der Evangelischreformierten Kirchengemeinde Meppen-Schöninghsdorf.

Foto: JackF-fotolia.com


Bilder in der Kirche: Historische Fresken entzweien in den 1960er

Ein Streit hat die reformierte Kirchengemeinde Nordhorn Mitte der 1960er Jahre aufgewühlt, ja geradezu erschüttert. Bei einer Renovierung des mehr als 500 Jahre alten Sandsteinbaus der Alten Kirche waren an den Wänden des Chorraums Fresken aufgetaucht. Sie stammen aus der katholischen Zeit der Kirche und zeigen unter anderem die Verteidigung des Christentums in Jerusalem, eine Auferstehungs-Allegorie sowie mehrere Apostel. Auch ein Bild der Burg Bentheim ist zu erkennen.

8 1 reformiert 2015

Während einige Gemeindeglieder in den Darstellungen einen kunsthistorisch bedeutsamen Fund sahen, waren sie für andere einfach nur unerträglich. Ein menschliches Abbild in einer reformierten Kirche? Die doch stets das Wort in den Mittelpunkt stellt? In einer erbittert geführten Diskussion, die deutschlandweit starke Aufmerksamkeit erhielt, setzten sich zunächst die Gegner durch. Die Bilder wurden abgedeckt. Erst seit einer weiteren Renovierung zur Jahrtausendwende liegen sie frei und sind seitdem für jeden Besucher der Alten Kirche zu sehen. Die Aufgabenliste des Architekten Gäbelein aus Diepholz vom 6. April 1965 lässt bereits erahnen, dass die Kirche bei einer Renovierung von ihrer katholischen Vergangenheit eingeholt wird. Nach ihrer Weihe 1445 hatten die Katholiken 99 Jahre das Sagen. Dann übernahmen die Lutheraner die Kanzel und gaben sie 1589 an die Reformierten ab. Der Kirchenmaler Peter aus Levern zwischen Osnabrück und

Minden teilte 1965 in Gäbeleins Bericht mit, dass die Kalkschichten auf den Wänden vorsichtig zu entfernen seien, „da anzunehmen ist, dass alte Malereien oder Fassungen vorgefunden werden.“ Wohl wissend, dass er es mit bildscheuen Reformierten zu tun hat, empfahl er frühzeitig: „Eine Sicherung eventuell freigelegter Malereien sollte auf alle Fälle vorgenommen werden, selbst wenn sie wieder überstrichen werden sollten.“ Am 6. Juli 1967 war es dann tatsächlich soweit: Kirchenmaler Peter entdeckte „Rudimente von Bildern, die zwar unter der jetzigen Farbe vermutet, aber von keinem lebenden Gemeindeglied je gesehen wurden“, berichteten die Grafschafter Nachrichten. Und in der Grafschafter Tagespost verkündete Pastor Konrad Poets erfreut: „Kunsthistorisch Wertvolles wird bei der Renovierung natürlich nicht wieder übermalt, sondern in seiner natürlichen Schönheit erhalten bleiben und wirken.“ Diese Meinung teilte allerdings nicht jeder. Katholische Bilder in unserer Kirche? Die Reformierten begannen eine intensive Diskussion, die im Herbst 1967 ihren Höhepunkt finden sollte. Ein Gemeindeglied wandte sich mit einem Brief an den Landeskirchenrat in Leer und warnte vor einer Spaltung. Kirchenrat und Pastor Poets seien für den Erhalt der Fresken – 90 Prozent der Gemeindeglieder aber „mit aller Schärfe dagegen“. Der Schreiber stellte fest: „Wir als Kirchenbesucher wollen unsere Kirche so behalten wie sie war. Wir sind keine Katholiken, sondern Reformierte.“

Das passt


„Das ist zu viel“ Jahren die Reformierten in Nordhorn

Das sah der Landessuperintendent ähnlich. In einem Schreiben vom 25. September 1967 empfahl er dem Kirchenrat und Pastor Poets mit Verweis auf den Heidelberger Katechismus, „das Gewissen der ,Schwachen‘ ernstzunehmen, die nach wie vor in den Bildern in gottesdienstähnlichen Räumen einen Verstoß gegen die klare Weisung des Wortes Gottes sehen“. Man könne dem Landeskonservator die gefundenen Bilder mitgeben. Sollte dieser womöglich aus Kostengründen darauf verzichten, „dann sollten wie seinerzeit in Schüttorf gute fotografische Aufnahmen von den Gemälden gemacht und die Gemälde selbst wieder konserviert und überstrichen werden.“ Der Bezirkskirchenrat in Schüttorf schloss sich der Auffassung aus Leer an und fand in einem Brief vom 12. Oktober 1967 deutliche Worte. Bei den ApostelBildern handle es sich um die Darstellung von Heiligen, die in der katholischen Kirche ihren legitimen Platz hätten. Aber bei den Reformierten? „Auch wenn wir bereit sind, auf dem Altar der Kunst alle möglichen Opfer zu bringen, das ist zu viel. Heiligenbilder haben in einer reformierten Kirche keinen Platz.“ Hier zeige sich die Trennung zu den Katholiken, meinte der Bezirkskirchenrat und schrieb: „Auf diese Mauer hinzuweisen, gehört mit zu einem verantwortlichen ökumenischen Gespräch.“ Zu diesem Zeitpunkt hatten die Nordhorner bereits eine Entscheidung getroffen. Die Vereinigten Gemeindeorgane lehnten am 3. Oktober 1967 mit einer deutlichen Mehrheit von 36 zu 9 Stim-

men den Antrag von Pastor Poets ab, die Bilder zu restaurieren, eine Zeitlang offen zu lassen und dann über ihre Zukunft zu beraten. Stattdessen entschloss man sich mit ähnlicher Mehrheit, die Bilder zwar zu sichern, sie aber dann mit Japanpapier zu verdecken. Nordhorn rückte in dieser Zeit in den Fokus zahlreicher Medien, bundesweit. Sogar das Fernsehen war in der Stadt. Zur „Tünch-Justiz“ hatte jeder eine Meinung. „Bilderstürmer wollen Apostel unter Seidenpapier verstecken“, tadelte die Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Auch trudelten Briefe von Menschen ein, die der Streit nicht kalt ließ. Fast alle Zuschriften waren geprägt von Unverständnis über so viel vermeintliche Ignoranz und Rückständigkeit. Aller Protest war umsonst: Die Fresken wurden – wie beschlossen – fachmännisch aufbereitet und abgedeckt. 1999 standen die Nordhorner ein weiteres Mal vor der Frage, wie sie mit den nicht zu sehenden Bildern umgehen wollen. Erneut stand eine Renovierung an. Und nun war die Meinung anders: Mit einer klaren Mehrheit von vier Fünfteln entschied man sich, die Fresken zu zeigen. Für Pastor Werner Bergfried ein ökumenisches Zeichen – und er ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Wir sind so gut befreundet, dass wir es uns erlauben können, historische katholische Elemente in unserer evangelischen Kirche zu zeigen.“

Fotos: Andre Berends

9 1 reformiert 2015

von Andre Berends

ins Bild! Foto: ilkefoto-fotolia.com


Fotografieren im PRO es hengemeinde Neermoorpolder ist In der Evangelisch-reformierten Kirc tesh erlaubt, während eines Got per Kirchenratsbeschluss grundsätzlic ahmen zu machen. dienstes Fotos oder auch Filmaufn art ist es wichtig, dass ihr Handeln Für Kirchengemeinden in der Gegenw erst wahrgenommen werden. Dadurch und ihr Leben in der Öffentlichkeit – gerecht, dass ihre Veranstaltungen werden sie dem eigenen Anspruch zu , öffentliche Veranstaltungen sind insbesondere die Gottesdienste – endass sie nicht etwa religiöser Bud denen alle willkommen sind – und ten Türen für ausgewählte Leute stat zauber sind, der hinter verschlossen mung findet natürlich auch durch findet. Und diese öffentliche Wahrneh hliche Leben dokumentieren. Fotoaufnahmen statt, die das kirc n als Repräsentant der Kirche Mensche Ganz persönlich möchte ich nicht s wie die Hochzeit oder die Taufe eine einen wichtigen Tag in ihrem Leben esten Menschen – mündige Gemeind Kindes vermiesen. Denn für die mei eile von bestimmten Ereignissen mittlerw glieder wohlgemerkt – sind Fotos rbot ezu unmöglich ist, ein Fotografierve so selbstverständlich, dass es nah tesDurch Fotos, die während des Got plausibel zu machen. Im Gegenteil: n Kirche nachher vielleicht sogar ihre dienstes gemacht werden, findet die n. sche Weg in das Wohnzimmer der Men beals Pastor und als Liturg die Rahmen Mir ist es dabei wichtig, dass ich eld piel mit dem Hochzeitspaar im Vorf dingungen vorgebe, diese zum Beis s das tes trage ich dann Sorge dafür, bespreche. Während des Gottesdiens . wird eingehalten eine bestimmte Würde der Liturgie

10 1 reformiert 2015

Matthias Lefers Pastor der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Neermoorpolder

Bild dir dei Fotos: MNStudio-fotolia.com Yvonne Gotthardt Karl-Heinz Krämer bahram7-fotolia.com konstan-fotolia.com


Gottesdienst? CONTRA

e Leer ist lisch–reformierten Kirchengemeind In den Gottesdiensten der Evange t gestattet. das Fotografieren oder Filmen nich der en das Fotografieren und Filmen in Selbstverständlich spricht nichts geg lang so , mag so schön die Kirche auch sein Kirche. Sie ist kein heiliger Raum, Kireine ist t und nach dem Gottesdiens und bedeutend ihre Geschichte. Vor rRaum wie andere auch, der für unte ein che nach reformiertem Verständnis sind s Foto n. zerte, genutzt werden kan schiedliche Veranstaltungen, z.B. Kon dann kein Problem. h während der Gottesdienste? Bleibt die Frage, warum nicht auc Gotr er ist auch zu schützen. Denn ein Der Gottesdienst ist öffentlich, abe men kom n eines Kirchenraums. Mensche tesdienst verändert den Charakter n die höre e, en, beten, suchen Gottes Näh im Namen Gottes zusammen, sing besinnen … biblische Botschaft, möchten sich Gotonderen Zeit wird, so wird auch der Wie der Gottesdienst zu einer bes dieser in den , zu einem heiligen Ort. Wer tesdienstraum zu einem besonderen tliche iens esd gott r Filme gemacht, leidet das Zeit und an diesem Ort Fotos ode Geschehen. r Andacht s sich Gottesdienstbesucher in ihre Ich weiß aus Rückmeldungen, das handy Foto and seine Kamera oder sein gestört fühlen, wenn mal wieder jem auspackt und benutzt. ne schon. diese Haltung zeitgemäß? – Ich mei Keine Fotos im Gottesdienst - ist , kann hen mac stets und überall Bilder zu Denn wo es zum Lebensstil gehört, en. icht tesdienst auf Fotos zu verz es durchaus ein Gewinn sein, im Got Uwe Wiarda Pastor der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde in Leer

ine Meinung

11 1 reformiert 2015


Lazarus Marokko liegt vor der Tür des reichen Mannes Europa Reformierte Kirchen kritisieren Flüchtlingspolitik und wollen engere Zusammenarbeit

Flüchtlingslager im Norden des Irak

Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voller Schwären und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären (Lukas 16, 19-21). „Der reiche Mann heute ist Europa, und an seiner Tür liegt Lampedusa oder Marokko“, sagt Pfarrer Samuel Amedro, Präsident der evangelisch-reformierten Kirche in Marokko.

Foto: Paskee / shutterstock.com

12 1 reformiert 2015

Amedro sprach kürzlich auf einer Konferenz zum Thema Migration und Asyl in Hannover, zu der der Reformierte Bund Vertreter von reformierten Kirchen an den Grenzen Europas eingeladen hatte. Amedro berichtete von Flüchtlingen aus vielen Teilen Afrikas, die aus Not und Elend, aus religiöser oder politischer Verfolgung über Marokko versuchen nach Europa zu kommen und dies oft mit ihrem Leben bezahlen. „Es gibt eine zynische Partnerschaft: Die EU gibt Marokkanern ein Visum und Marokko akzeptiert dafür, dass es die aus Europa ausgewiesenen Afrikaner aufnimmt. Doch hier will sie niemand haben, genauso wenig wie in Europa“, sagt Amedro. In Italien, wo 2014 bislang mehr als 150.000 Flüchtlinge und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum ankamen, haben protestantische Kirchen ein Zentrum auf der Insel Lampedusa eingerichtet, um Flüchtlingen zu

helfen und Informationen über ihre Situation zu veröffentlichen. 30.000 Mitglieder zählt die reformierte waldensische Kirche in Italien. „In unserer Kirche ist es unstrittig, dass wir Flüchtlinge unterstützen. Das hat auch mit unserer Geschichte als Hugenotten zu tun“, sagt Paolo Naso, Koordinator des Programms „Being Church together“. Naso kritisiert das Ende der italienischen Seerettungsmission „Mare Nostrum“, durch die Tausende von Flüchtlingen vor dem Ertrinken im Mittelmeer gerettet wurden. Italien habe die Kosten in Höhe von monatlich 9,3 Millionen Euro alleine tragen müssen. „Die europäische Solidarität hat versagt. Umso wichtiger ist die Solidarität zwischen unseren Kirchen“, so Naso. Griechenland ist angesichts von massiven Lohn- und Rentensenkungen, hoher Arbeitslosigkeit und einer Zunahme von Kindersterblichkeit und Depression „kein Paradies für Flüchtlinge“,


Kirche in Ungarn. Sie zählt einige Tausend Mitglieder und ist für diese im Jahre 2006 gestartete Arbeit auf finanzielle Hilfe von Partnerkirchen aus Deutschland und England angewiesen. „Schulen müssen Flüchtlingskinder aufnehmen, aber niemand spricht Fremdsprachen. Wir helfen mit Sprachkursen und Beratung“, sagt Kanizsai-Nagy. Von 15 000 Asylsuchenden wurden nach ihren Angaben 2013 in Ungarn 200 anerkannt, der Rest muss das Land verlassen. Für Samuel Amedro ist die entscheidende Frage: „Sind wir bereit zu teilen?“. Wenn nicht, werden sich seiner Überzeugung nach die Migranten sehr bald bei uns mit Gewalt die Dinge nehmen, die sie zum Leben brauchen. „Aber ich habe gute Nachrichten für Euch: Wenn wir sie akzeptieren wie wir es sollten, dann werden wir in derselben Weise komplett verändert wie meine Kirche.“ Die vor 100 Jahren in Marokko von Franzosen gegründete, reformierte Kirche war beinahe eingeschlafen – heute besteht sie fast vollständig aus Christen zwischen 17 und 30 Jahren aus aller Welt. 20 Prozent davon sind illegale Migranten, die angesichts der Abschottung Europas zunehmend versuchen, in Marokko zu bleiben und denen die Kirche Schutz und Hilfe bietet. Amedros Appell: „Habt keine Angst vor dieser Veränderung!“

Asylbewerber aus Syrien und dem Irak verlassen nach einer Andacht die Lagerkapelle im ehemaligen Grenzdurchgangslager Friedland (Foto von 2012). In Friedland bleiben die Asylbewerber im Durchschnitt drei Monate Nikos Stefanides, Direktor des Hilfsprogramms „Helping Hands“ der reformierten Kirche in Griechenland

von Joachim Göres

wie Pastor Nikos Stefanides sagt. Er ist Direktor des Hilfsprogramms für Flüchtlinge „Helping Hands“, das medizinische Hilfe, kostenlose Kleidung und Essen, Sprachkurse sowie die Beratung von Asylsuchenden anbietet. Früher standen dafür 40.000 Euro im Monat zur Verfügung, jetzt ist es nur noch ein Viertel dieser Summe. „Die Spenden sind weniger geworden. Aber die Unterstützung durch unsere Gemeinden ist immer noch groß, im Gegensatz zur allgemeinen Stimmung in der Bevölkerung gegenüber Flüchtlingen“, sagt Stefanides. Er rechnet mit mehr als 30.000 Flüchtlingen in diesem Jahr in Griechenland, drei Mal so viel wie 2013. „Wir mieten Wohnungen für Flüchtlinge an. Für sie alleine ist es fast unmöglich, eine Wohnung zu finden, auch wir haben große Probleme angesichts vieler Vorurteile“, sagt Dóra Kanizsai-Nagy, Leiterin der Flüchtlingsmission der reformierten

Foto: Jens Schulze / epd

Foto: Joachim Göres

INFO Keiner der reichen Staaten war im vergangenen Jahr unter den Hauptaufnahmeländern für Flüchtlinge. An erster Stelle stand Pakistan (rund 1,6 Millionen Flüchtlinge) vor dem Iran und Libanon (jeweils 860.000), Jordanien (640.000), der Türkei (610.000) und Kenia (535.000). In Deutschland stellten in diesem Jahr bislang rund 160.000 Menschen einen Asylantrag.


Psychiatrische Nachsorge ist Diakonisches Werk in der Grafschaft Bentheim

„Jede Psychose hat ihre eigene Geschichte. Wichtig ist, dass die Krankheit nicht überhand nimmt.“

Fotos: Ulf Preuß

Frank Schneider an seinem neuen Arbeitsort

14 1 reformiert 2015

*Namen geändert

Im vergangenen Sommer hat er sein Fachabitur absolviert und wartet zurzeit darauf, dass sein Praktikum in der Stadtbücherei Nordhorn beginnt. Der 32-jährige Frank Schneider* lebt seit zehn Jahren im Wohnheim „Dat Hus“, das das evangelisch-reformierte Diakonische Werk der Grafschaft Bentheim in Nordhorn für psychisch kranke Erwachsene unterhält. Drei Jahre lang stand er jeden Werktag um fünf Uhr morgens auf, fuhr mit dem Bus ins 25 Kilometer entfernt liegende Gronau, wo er im Berufskolleg die Schulbank drückte. „Sprachen liegen mir besonders“, sagt der 32-Jährige, „in Biologie und Mathe habe ich aber Nachhilfe gebraucht.“ Sein Fachabitur legte er dann mit dem Notendurchschnitt 3,3 ab – und gibt auf Nachfrage auch zu, dass er darauf ein bisschen stolz ist. Eine schwere Psychose warf ihn aus der Bahn und setzte ihn so außer Gefecht, dass er lange

Zeit klinisch behandelt werden musste. „Dat Hus“ ist inzwischen sein Zuhause geworden, wo er sich wohl fühlt und einem geregelten Alltag nachgeht. Thorsten Fischer* ist 30 Jahre alt und kommt seit drei Jahren in die Tagesstätte TASte für psychisch Kranke, die nur ungefähr 500 Meter von Dat Hus entfernt liegt, in einer Straße in Nordhorn mit ansehnlichen Villen in der Nachbarschaft. Fünf Tage in der Woche, von 8.30 Uhr bis 16.00 Uhr: Jetzt ist er so weit, dass sich für ihn neue Perspektiven eröffnen. Fischer steckt erkennbar voller Tatendrang und freut sich, dass er ab dem Sommer in Osnabrück in eine Einrichtung ziehen kann, wo er zunächst eine medizinische Reha absolvieren wird, um anschließend auf eine Ausbildung vorbereitet zu werden. Er will etwas Musikalisch-Künstlerisches machen, was er in den drei Jahren in der TASte auch schon ausprobiert hat. Hier entdeckte er nämlich seine musikalischen Ambitionen in einer Trommelgruppe,


Beziehungsarbeit unterstützt psychisch Kranke seine künstlerischen Fertigkeiten bei Holzarbeiten und bei der Arbeit am PC. Und alle Vorgespräche mit den Kostenträgern sind erfolgversprechend – auch dort glaubt man an Thorsten Fischer. So bekommt er die Rehabilitation bezahlt und wird bald hoffentlich seinen Lebensunterhalt eigenständig bestreiten können. An diesem Morgen sitzen Frank Schneider und Thorsten Fischer gemeinsam mit ihren Betreuerinnen, Lena Gülker, der Leiterin des Wohnheims Dat Hus, und Hanna Kossen-Eilders, Leiterin der Tagesstätte TASte, sowie Volker Hans (Ev.-ref. Diakonisches Werk Grafschaft Bentheim) und Wolfgang Wagenfeld (Diakonisches Werk der Evangelisch-reformierten Kirche) zusammen im Kaminraum von Dat Hus. Es gibt Kaffee und Kekse und es ist beeindruckend, wie offen die beiden über ihren Lebenslauf, ihre Krankheit, aber auch über ihre Chancen berichten, die sie beide unbedingt ergreifen wollen. Und Lena Gülker und Hanna Kossen-Eilders vermitteln den Eindruck, dass sie an die beiden glauben. „Psychiatrische Nachsorge ist Beziehungsarbeit“, sagt KossenEilders und diese Beziehung scheint in Nordhorn zwischen den Pädagoginnen und ihren Klienten zu funktionieren. Seit 25 Jahren engagiert sich das Diakonische Werk in der Grafschaft Bentheim in der Hilfe für psychisch erkrankte Menschen. Nachdem das Grafschafter Klinikum eine psychiatrische Abteilung erhielt, wurde zunächst die stationäre Wohnbetreuung „Dat Hus“ errichtet, wo heute 17 Personen leben können. Sie ist die „Keimzelle der psychiatrischen Nachsorge“, so Lena Gülker. Bei

positivem Krankheitsverlauf besteht für die Bewohner die Möglichkeit, in die sogenannte Wohntrainingsgruppe umzuziehen, in der fünf Bewohner betreut werden. Die Tagesstätte TASte kam im Jahr 2000 hinzu. Allein schon die Lage der beiden Einrichtungen macht deutlich, dass die Menschen dort nicht isoliert leben oder von der Außenwelt abgeschottet arbeiten. Im Garten der TASte stehen große Skulpturen, die von den Teilnehmern im Rahmen eines Projektes erstellt und nicht nur dort, sondern auf Nachfrage auch in anderen Gärten aufgestellt wurden. Regelmäßig begleiten Teilnehmer der psychiatrischen Nachsorge die Ausstellungen der städtischen Galerie Nordhorn. Dabei entstehen eigene Kunstwerke, die ihrerseits ausgestellt werden. Insgesamt sind beim Diakonischen Werk in Nordhorn 21 Mitarbeiter in der psychiatrischen Nachsorge tätig. Besonders in der Begegnungsstätte „Up´n Patt“, die der TASte angegliedert ist, kommen Hauptamtliche, Psychiatrieerfahrene und Ehrenamtliche aus der Kirchengemeinde zusammen. Auch das gehört zum integrativen Konzept der Arbeit. Als vor einigen Wochen zum 25-jährigen Bestehen des Wohnheims „Dat Hus“ zwei ehemalige Bewohner kamen, fühlten sich Lena Gülker und Hanna Kossen-Eilders in ihrer Arbeit bestätigt. Denn die beiden leben heute nicht nur als Paar zusammen, sondern betreiben erfolgreich eine kleine Firma für alle Arbeiten rund um Haus und Hof.

15

von Ulf Preuß

1 reformiert 2015

Im Kaminraum von „Dat Hus“: Hanna Kossen-Eilders, Lena Gülker, Thorsten Fischer, Volker Hans (Geschäftsführer des evangelischreformierten Diakonischen Werkes Grafschaft Bentheim) und Frank Schneider.


Fotos: Karl-Heinz Krämer

Singt dem Herren Sein Lob wird euch entflammen:

Rolf Bareis, leitender Obmann des Evangelischen Posaunendienstes in Deutschland

Es war ein Fest der Psalmenlieder, das die Evangelisch-reformierte Kirche am Sonntag, 12. Oktober, gefeiert hat. Mehr als 500 Besucher kamen in die Neue Kirche in Emden, um mit dem Landesbläserensemble unter der Leitung von Helga Hoogland Psalmenmelodien der Reformationszeit in einem neuen musikalischen Gewand kennen zu lernen. Zusammen mit dem Nordhorner Chor „capella cantorum“, Landeskirchenmusikdirektor Winfried Dahlke an der Orgel und verschiedenen Solisten stellte das Bläserensemble zehn neu arrangierte Psalmenlieder und ihre Einsatzmöglichkeiten in der Kirchenmusik vor. Die Stücke gehören zu einer Liedersammlung von 17 Psalmenliedern, die der renommierte Kirchenmusiker Michael Schütz für die Evangelisch-

reformierte Kirche neu arrangierte. Unter dem Titel „Sein Lob wird euch entflammen“ entstanden sieben Liederhefte für alle Bereiche der Kirchenmusik: für Chöre, für Bläserensembles, für Orgel, für Gitarre und Schlagzeug und für Bands. Der besondere Charme der neuen Arrangements: Sie nehmen die historischen Melodien auf und erhalten durch Schütz´ Bearbeitung den Klang des 21. Jahrhunderts. Die 150 Psalmen des Alten Testaments wurden im 16. Jahrhundert in Reimform gebracht und mit Melodien versehen. Insbesondere in den reformierten Kirchen haben sie eine besondere Bedeutung und gehören mit ins Gesangbuch. Kirchenpräsident Martin Heimbucher sprach in seiner Begrüßung von einem „Schatz des reformierten Gottesdienstes“.

16

E RCH KI

inklusive Demo -CD

Psalmenmelo dien der Refo rmation popu für Bläser, Ban lär arrangiert d, Chor und Orge l ad lib.

Arrangiert von Michael Schütz in Zusammenarb eit mit Helga Hoog land

EVAN

MIERTE OR

Heft 1 Gesamtpa rtitur

Sein Lob wird euch entflam men

LISCH-REF GE

E RCH KI

LISCH-REF GE

MIERTE OR

EVAN

1 reformiert 2015


Landesposaunenwartin Helga Hoogland mit dem Landesbläserensemble (li) und dem Nordhorner Chor „capella cantorum“ (re)

neue Lieder Psalmenmelodien neu arrangiert Die Liederhefte sind so gestaltet, dass die Liederbücher einzeln und in jeder denkbaren Kombination verwendet werden können. „Es ist möglich, eine Orgel mit einem Schlagzeug zu kombinieren und den Chor von einer Gitarre begleiten zu lassen“, sagte Landesposaunenwartin Helga Hoogland, die das Psalmenprojekt angestoßen hatte. „Die 17 neu arrangierten Psalmen sind der Beitrag der Bläserarbeit zum Reformationsjubiläum 2017“, sagte Hoogland vor den Besuchern. Vor dem Konzert in Emden hatte sie angekündigt, dass die Konzertbesucher zum Mitsingen eingeladen würden. Und das gelang: Die Instrumentalisten und der Chor konnten den Titel der Liederhefte „Sein Lob soll euch entflammen“ so umsetzen,

dass in der Neuen Kirche ein gewaltiger Gesang entfacht wurde. Besonders der zweite Titel „Singt, singt dem Herren neue Lieder“ (Psalm 98) erfüllte den gesamten Kirchraum. In seinem Grußwort lobte Rolf Bareis, leitender Obmann des Evangelischen Posaunendienstes in Deutschland, das Psalmenprojekt. „Sie haben damit ein Werk für alle Kirchenmusiktreibenden in Deutschland geschaffen“, sagte er. Und darunter seien immerhin 125.000 Bläser. Es sei gelungen, den Staub, der manchmal auf den historischen Psalmenmelodien liege, eindrucksvoll wegzumusizieren. von Ulf Preuß

17 1 reformiert 2015

INFO Die sieben Liederhefte sind unter dem Titel „Sein Lob wird euch entflammen“ erschienen. Neben der Gesamtpartitur gibt es Hefte für Bläser, Orgel, Chor mit Klavier, Band, Schlagzeug und Gitarre sowie als Stimmheft in B und Es. Viele der bearbeiteten Psalmen finden sich auch im Stammteil des Evangelischen Gesangbuchs (EG). Die Hefte sind erhältlich im Online-Shop der Evangelisch-reformierten Kirche: reformiert.de/bestellshop.html.


PERSONEN

[1]

Helge Johr ist der neue Vizepräsident der Evangelisch-reformierten Kirche. Die Gesamtsynode wählte den 45-jährigen Juristen im November. Johr erhielt bei seiner Wahl 55 von 58 Stimmen. In seiner Vorstellungsrede sagte Johr: „Kirche muss nach außen hin glaubwürdig auftreten.“ Dies komme auch in ihrer sozialen Verantwortung zum Ausdruck. Sinkende Mitgliederzahlen und damit sinkende Einnahmen benannte er als Herausforderungen für die kommenden Jahre. Der Vizepräsident ist Vertreter des Kirchenpräsidenten und leitender Jurist der Kirche. Er wird für zwölf Jahren gewählt. Seit dem Wechsel des ehemaligen Vizepräsidenten Johann Weusmann zur Evangelischen Kirche im Rheinland im März 2013 war die Stelle unbesetzt. Johr studierte Jura in Hannover und absolvierte später ein Weiterbildungsstudium als Betriebswirt. Zurzeit ist Johr beim Diakonischen Werk der evangelischen Kirchen in Niedersachsen für die Diakoniepolitik zuständig. Ehrenamtlich engagiert er sich in einem evangelisch-lutherischen Kirchenkreis. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Miriam Richter ist neue Pastorin der Bremischen Kirche in Bremen-Neue Vahr. Sie ist Ende Oktober ordiniert und in ihr Amt eingeführt worden. Im Mai wählte die Gemeinde die 32-jährige Theologin auf die zweite Pfarrstelle der Gemeinde. Miriam Richter war bis Ende September als Vertretungspastorin in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Holthusen (Rheiderland) tätig, davor war sie ein Jahr lang persönliche Referentin des damaligen Kirchenpräsidenten Jann Schmidt. [4]

Michael Groothues wird neuer Pastor in den Gemeinden Bunde, Ditzumerverlaat, Landschaftspolder und Wymeer. Die Gemeinden wählten den 55-jährigen Theologen im Oktober. Groothues wird [1]

[3]

Foto: privat

[2]

Foto: privat

[1]

[3]

Reinhild Schinke spielt seit 50 Jahren in der evangelisch-reformierten Gemeinde Schapen die Orgel. Im Rahmen des Erntedankgottesdienstes ehrte die Gemeinde die Kirchenmusikerin aus Schale (Emsland) für ihr Engagement. Finke spielte in Schapen erstmals 1964 im Erntedankgottesdienst – vertretungsweise. Daraus ergab sich eine Dauertätigkeit. 1994 legte sie die C-Prüfung für Orgel und Chor in Münster ab.

[2]

18

damit Nachfolger von Jürgen van Wieren, der im Sommer zur Kirchengemeinde Burg bei Magdeburg gewechselt war. Bis Ende August war Michael Groothues als Militärpfarrer bei der Bundeswehr tätig, nach der maximalen Dienstzeit von zwölf Jahren schied er dort aus und ist seitdem zur Vertretung in der Kirchengemeinde Uelsen (Grafschaft Bentheim) tätig.

Foto: privat

[4]

Foto: Gemeinde Schapen

Foto: Henning Kraft

[1]

Konfis backen „Brot für die Welt“ Jugendliche aus Gildehaus haben sich an der bundesweiten Aktion „5000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt“ beteiligt. Im Oktober und am Samstag vor dem Ersten Advent backten die Jugendlichen aus dem zweiten Konfirmandenjahrgang von Pastor Gerhard Kortmann und Jugendreferentin Antje Wilmink in einer Bäckerei vor Ort sogenannte Erntedankbrote und verkauften diese anschließend am Sonntag im Anschluss an den Gottesdienst und beim Adventsbasar. Der Erlös des Brotverkaufs ist für ein Kinder- und Jugendbildungsprojekt in Ghana bestimmt. Das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ hat die Aktion „5000 Brote - Konfis backen Brot für die Welt“ initiiert und alle Konfirmandengruppen in Deutschland eingeladen, sich daran zu beteiligen. Gewalt gegen Christen in Nigeria In Nigeria sind evangelisch-reformierte Christen Opfer von Terroranschlägen geworden. Ende Oktober überfielen im mittleren Osten Nigerias Terroristen zwei Gemeinden der Christian Reformed Church-Nigeria (CRC-N). Sie töteten dabei 19 Gemeindeglieder, darunter den Pastor der Gemeinde Wukari. Ein weiterer Pastor wurde auf dem Weg zu seiner Farm getötet. Nigerianische Zeitungen vermuten radikale Hirten, sogenannte „Fulani herdsmen“, hinter den Anschlägen. Diese werden von Experten als terroristische Organisation eingestuft, gehören jedoch nicht zur radikal-islamischen Terrorgruppe Boko Haram, die im Norden Nigerias agiert. Der Präsident der Christian Reformed Church, Caleb Ahima, wandte sich mit einem Schreiben an den Nigerianischen Rat der Kirchen, um sich bei der Regierung für ein Ende des Terrors einzusetzen. Der Anschlag der vergangenen Woche sei der siebte Anschlag gegen seine Kirche seit Februar 2013. Kirchenpräsident Martin Heimbucher und der lippische Landessuperintendent Dietmar Arends haben in einem Schreiben


AKTUELLES / IMPRESSUM

[3]

[4]

[2]

Foto: David Ganek

an Ahima den Christen in Nigeria ihre Solidarität ausgesprochen und Fürbitte zugesagt. Sie schrieben, Gott möge den nigerianischen Christen die Kraft schenken, Böses nicht mit Bösem zu vergelten, sondern im Geist Jesu Christi das Böse mit Gutem überwinden. Die CRC-N möge fortfahren in ihrem Engagement im Dialog mit den Muslimen und dem gemeinsamen Eintreten für ein friedlicheres Zusammenleben. [2]

Umweltpreis für Kirchengemeinden Die Evangelisch-reformierte Kirche hat für ihre Kirchengemeinden einen Umweltpreis ausgeschrieben. Der Preis ist Bestandteil des Projektes „Ökumenischer Schöpfungstag 2015“, zu dem die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Niedersachsen aufgerufen hat. Um den Preis können sich Kirchengemeinden oder ökumenische Initiativen mit einem Umweltprojekt bewerben. Mit der Teilnahme verpflichten sie sich obendrein, am 20. September 2015 einen Gottesdienst zum Schöpfungstag zu feiern. Die Evangelisch-reformierte Kirche stellt für den Preis insgesamt 2.250 Euro zur Verfügung, 1.000 Euro für den ersten Platz, 750 für den zweiten und 500 für den dritten. Ansprechpartner in der Evangelischreformierten Kirche ist Thomas Fender, Pastor für Diakonie und Ökumene. www.schoepfungstag 2015.de Gegen verkaufsoffene Sonntage Die vier Kirchengemeinden Bad Bentheims haben sich gegen verkaufsoffene Sonntage in einem örtlichen Einkaufszentrum ausgesprochen. In einem gemeinsamen Brief fordern die altreformierte, die reformierte, die lutherische und die katholische Gemeinde den Stadtrat auf, solche Pläne zu verhindern. „Unser Leben und unsere Leistungsbereitschaft brauchen Ruhezonen“, ist der Brief überschrieben. In Kurorten wie Bad Bentheim gibt es besondere Regelungen für die Sonntagsöffnungszeiten.

[3]

Wiederaufbau vorbereitet Der Wiederaufbau der durch einen Brand zerstörten St.-Martha-Kirche in Nürnberg ist auf den Weg gebracht. Viele Gemeindeglieder wünschen sich eine flexible Nutzung des Kirchraums. Dies ergab ein erster Workshop mit der Gemeinde, in dem diskutiert wurde, nach welchem Konzept die Kirche wieder aufgebaut werden soll. Noch im November werde das Presbyterium entscheiden, ob die Kirche zukünftig eine reine Gottesdienstkirche, eine Konzertkirche, Gemeindekirche oder eine Diakoniekirche werden solle, so Georg Rieger. Der Theologe und Berater koordiniert im Auftrag der Kirchengemeinde den Wiederaufbau der Kirche. Anschließend solle ein Architektenwettbewerb durchgeführt werden. Die Versicherung sicherte der Gemeinde bereits zu, die kompletten Kosten für den Wiederaufbau zu tragen. Bei einem Großbrand im Juni brannte die mehr als 600 Jahre alte Kirche komplett aus. 85 und 20 Jahre: Doppeljubiläum Die Gemeinde Chemnitz-Zwickau hat diesen Herbst ein Doppeljubiläum gefeiert. Im Oktober 1929 gründete sich im Wartezimmer einer Chemnitzer Arztpraxis eine „Freie Vereinigung Evangelisch-Reformierter Glaubensangehöriger in Chemnitz und Umgebung“. Der Oktober 1994 ist die zweite Geburtsstunde der evangelischreformierten Kirchengemeinde ChemnitzZwickau. Zunächst wurden die Reformierten in Chemnitz und Zwickau viele Jahre von Leipziger Pfarrern mit versorgt, 1994 erlangten sie dann die Selbstständigkeit. Wie kaum eine andere Gemeinde erlebten die Chemnitz-Zwickauer die deutsche Geschichte als Zeit fortwährenden Um- und Aufbruchs. Die Gemeinde gehört zum XI. Synodalverband.

Foto: Ulf Preuß

[4]

Emder Bibliothek engagiert sich für Kirchengeschichte Erstmals werden die Originaldokumente der für die weltweite Kirchengeschichte bedeutsamen Synode von Dordrecht im 17. Jahrhundert editiert. Die Johannes a Lasco Bibliothek in Emden stellte jetzt den ersten von insgesamt neun Bänden einer kritischen Ausgabe mit den Akten der Synode vor, die von November 1618 bis Mai 1619 bei Rotterdam tagte. Insgesamt arbeiten derzeit 35 Wissenschaftler aus fünf Nationen an dem Projekt. Die Beschlüsse der Synode zur Kirchenordnung, zu Bibelübersetzungen und zu theologischen Fachfragen seien für viele reformierte Kirchen weltweit heute noch bindend, sagte der niederländische Kirchengeschichtler Herman Selderhuis, Projektleiter und Mitherausgeber. Die Bände erscheinen unter dem Titel „Acta of he Synod of Dordt“ im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht.

IMPRESSUM Reformiert: ,reformiert’ ist die Mitgliedszeitschrift der Evangelischreformierten Kirche. Herausgeberin: Evangelisch-reformierte Kirche, Saarstraße 6, 26789 Leer, www.reformiert.de Redaktion: Ulf Preuß (verantwortlich), Pressesprecher, Tel. 0491 / 91 98-212, E-Mail: presse@reformiert.de Redaktionsbeirat: Klaus Bröhenhorst, Antje Donker, Andreas Flick, Matthias Lefers, Günter Plawer, Steffi Sander, Herbert Sperber, Burkhart Vietzke Konzeption, Gestaltung und Layout: Designagentur projektpartner, 26789 Leer, www.projektpartner.info Druck und Vertrieb: SKN Druck und Verlag, Norden, www.skn-druck.de Auflage: 130.000 Exemplare

19


Evangelisch-reformierte Kirche Landeskirchenamt - Saarstraße 6 - 26789 Leer Postvertrieb DPAG Entgelt bezahlt

Gesamtsynode fördert Flüchtlingsarbeit mit 50.000 Euro

Mehr Hilfe für Flüchtlinge Mit 50.000 Euro will die Evangelisch-reformierte Kirche die Flüchtlingsarbeit in den Kirchengemeinden und Synodalverbänden unterstützen. Die Gesamtsynode hat auf ihrer Tagung im November einen Sonderfond eingerichtet, aus dem Projekte von Kirchengemeinden, Synodalverbänden und diakonischen Einrichtungen unterstützt werden können. Kirchenpräsident Martin Heimbucher sagte vor der Synode: „Weltweit sind 50 Millionen Menschen von Flucht und Vertreibung betroffen.“ Besonders die Kriege im Nahen und Mittleren Osten hätten die gegenwärtige Dramatik vor Augen geführt. Auch nach Deutschland kämen immer mehr Menschen, die auf der Flucht sind. Bereits diese im Vergleich zu anderen Ländern verhältnismäßig kleine Zahl von Flüchtlingen stelle Kommunen und Behörden vor schwer zu lösende Probleme, sagte Heimbucher.

Mit dem Sonderfonds sollen Angebote unterstützt und initiiert werden, die Flüchtlinge willkommen heißen, sie begleiten und ihnen helfen, kündigte der Kirchenpräsident an. Der Vorsitzende des Diakonieausschusses Bernd Roters sagte, es darum „Zeichen der Nächstenliebe zu setzen“. Orientierung biete dabei das biblische Wort „Der Fremde soll bei euch wohnen wie eine Einheimischer; und du sollst ihn lieben wie dich selbst (3. Mose 19, 34)“. Heimbucher betonte, dass die von Flucht und Vertreibung zur Geschichte vieler reformierter Kirchengemeinden gehöre. „Viele Reformierte mussten um ihres Glaubens und um ihres Lebens willen ihre Heimat verlassen und in der Fremde eine Bleibe finden.“ Der Sonderfonds für Flüchtlingsarbeit soll vom Diakonischen Werk verwaltet werden, dort können niedrigschwellig Förderungen beantragt und anschließend schnell ausgezahlt werden.

POSITION

Foto: Dona Bozzi / shutterstock.com

1 reformiert 2015  

Der 500. Geburtstag von Lukas Cranach dem Jüngeren bildet den Anlass: „Reformation - Bild und Bibel“ heißt das Themenjahr 2015 der Evangeli...

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you