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Notwendige Blutzuckermessungen nicht gefährden! Jüngste Entwicklungen in der Diabetesversorgung in der Schweiz gefährden die Qualität des Diabetes-­ Selbstmanagements und könnten langfristig zu massiven Mehrkosten im Gesundheitswesen führen.

PJA. Innerhalb der letzten beiden Jah-

re wurden die Höchstvergütungsbeträge für Teststreifen und Geräte um 30% und mehr gekürzt. Kurzfristig führt dies zu einschneidenden Auswirkungen auf die Versorgungsqualität der Betroffenen, und mittel- bis langfristig zu wahrscheinlich massiv höheren Kosten für die Diabetesbehandlung. Soll in der Schweiz die qualitativ hochstehende Versorgung mit Material zur Blutzucker-Selbstkontrolle abgebaut werden?

Der Wettbewerb spielt In einigen Abgabestellen werden Diabetesbetroffene aufgefordert, Auf­preise aus der eigenen Tasche zu bezahlen oder auf ein Gerät zu wechseln, bei dem die Abgabestelle die angestrebte Marge verdienen kann. Einige Krankenkassen empfehlen

ihren Versicherten, die von Diabetes betroffen sind, den Wechsel auf ein «Billigprodukt» – in der Regel, ohne eine entsprechende Schulung anzubieten. Kurzfristiges Kostensparen zugunsten der Grundversicherung dient als Hauptargument für den Wechsel. Auf den ersten Blick ist dies ein erwünschter Effekt, die Marktkräfte spielen, und in der Versorgung der Diabetesbetroffenen herrscht Wettbewerb.

Kurzfristiges Denken ­verursacht Mehrkosten Erst auf den zweiten Blick und langfristig zeigen sich negative Folgen: Diabetesbetroffene verzichten so auf notwendige Blutzucker-Messungen. Sie wollen Geld sparen oder kommen mit dem neuen Gerät, das ihnen

ohne Schulung abgegeben wurde, nicht klar und messen nicht mehr – oder weniger oft, als sie sollten. Solche kurzfristige Sparübungen führen oft dazu, dass aus Kostengründen einem Betroffenen ein ungeeignetes System abgegeben wird und sind kontraproduktiv. Umso mehr, als dass der Anteil der Kosten für BlutzuckerSelbstmessung an den gesamten Diabeteskosten nur ca. 1,6% beträgt.1

Eine umfassende Schulung ist lebenswichtig Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Betroffene, die regelmässig ihren Blutzucker messen, langfristig rund 30% weniger Diabeteskosten verursachen.2 Blutzuckerwerte, die von Diabetesbetroffenen aber nicht beurteilt werden oder vom

Regelmässig Blutzucker messen? Jetzt eNewsletter abonnieren und gewinnen: www.accu-chek.ch/eNewsletter

1 Swiss Med Wkly 2007; 137545-550; Cost impact of blood glucose self-monitoring, C. Weber, B. Schneider, V. Lodwig, M. V. Holmc, K. Neeser 2 ROSSO Study Group 2005; Self-monitoring of blood glucose in type 2 diabetes and long-term outcome: an epidemiological cohort study, S. Martin, B. Schneider, L. Heinemann, V. Lodwig, H.-J. Kurth, H. Kolb, W. A. Scherbaum

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Tipps für Diabetesbetroffene: 1. Eine Krankenkasse fordert Sie auf, ein bestimmtes Gerät zu wählen Besprechen Sie das Angebot mit Ihrem Arzt oder einer Diabetesfach­ person. Die Krankenkasse kann Sie nicht zu einem Wechsel zwingen. 2. Eine Abgabestelle fordert Sie auf, den Aufpreis aus eigener Tasche zu ­ bezahlen, oder empfiehlt Ihnen eine Alternative ohne Aufpreis Fragen Sie den Verkäufer nach dem Grund. Besprechen Sie das Angebot ­zuerst mit Ihrem Arzt oder der Diabetesfachperson, die Sie und Ihre Bedürfnisse kennen. Lassen Sie sich nicht drängen.

Ihre Meinung interessiert uns!

Die Qualität der Behandlung, innovative Produktepaletten ­gepaart mit der richtigen Unterstützung und Beratung zählen mehr als das kurzfristige Sparpotenzial.

Was haben Sie in den letzten Monaten für Erfahrungen mit Krankenkassen und Abgabestellen gemacht? Wie wichtig sind Ihnen umfassende Dienstleistungen? Bevorzugen Sie den Discounter, oder möchten Sie die Blutzuckertests direkt beim Hersteller beziehen? Auf unserer Website prisma-online.ch haben Sie die Möglichkeit, Prisma Ihre Meinung mitzuteilen.

behandelnden Arzt nicht analysiert werden können, sind nutzlos. Hier setzt die Beratung und Schulung der Diabetesbetroffenen ein, die Ärzte, Diabetesberatungen, einzelne Abgabestellen und Hersteller gemeinsam in den letzten Jahren zu einem wirksamen Diabetes-Selbstmanagement aufgebaut haben und welches heute eine tragende Säule der Diabetesversorgung ist.

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Sorge um die Qualität der Diabetesversorgung Zur Stärkung des Diabetes-Selbstmanagements, das durch die jüngsten Entwicklungen gefährdet ist, haben sich fünf Anbieter von BlutzuckerSystemen unter dem Branchenverband FASMED zu einer Arbeitsgruppe Diabetes-Selbstmanagement zusammengeschlossen und sich in einem Positionspapier auf den folgenden gemeinsamen Nenner verpflichtet: Sie sind bereit, in die Schulung von Fachpersonen und Diabetesbetroffenen zur Stärkung der Selbstkontrolle zu investieren. Sie setzen sich dafür ein, dass in der

Schweiz innovative Blutzucker-Systeme eingeführt werden, ein umfassendes Service- und Leistungspaket angeboten und auch in die P ­ rävention investiert wird. Alle Anbieter, die forschen und innovative Lösungen für das Diabetes-Selbstmana­gement entwickeln, sehen sich als langfristige Partner in der Diabetesversorgung.

Mehr Informationen zum Thema und zur FASMED-Medienmit­ teilung unter Prisma-Online.ch

Prisma_01-2012-D-HA  

http://www.prisma-online.ch/prisma/downloads/prisma-ausgaben/2012/Prisma_01-2012-D-HA.pdf

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