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Ausgabe 2018 | € 7,90

2018

top 5 Die Besten in der Euregio Maas-Rhein

Kulinarisches

Dreieck

Aachen – Maastricht – Lüttich Ausgehen, Einkehren, Genießen!

Über 900 Gastro-Adressen im Dreiländereck

150 Restaurants

aktuell getestet

Küche, Service, Ambiente


GastroEditorial

Liebe Leserinnen und Leser!

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Übrigens: Wir haben für ­ den ­­­Gastro­Guide ­­Euregio ein ­komplett neues Layout ­entwickelt – frisch und ­übersichtlich!

eit der letzten Ausgabe des ­G astroGuide Euregio ist viel ­passiert: Wir gehören nun zum Medienhaus Aachen und sind mit unserem Verlag in die Dresdener Straße umgezogen. Auch die Gastronomie im Dreiländereck ist in ständigem Wandel, wir haben weit über 100 Adressen neu in unser Magazin ­aufgenommen, darunter so v­ ielversprechende Neueröffnungen wie das Sabero von Nico und Sonja Boreas in ­Roermond. Es ist schließlich nicht ­alltäglich, dass ein international renommierter Zweisternekoch sein neues Restaurant in der Nachbarschaft aufmacht – kein Wunder also, dass innerhalb kürzester Zeit die Wochenenden auf Monate ausgebucht waren. Interessante Neuigkeiten – Jo Grootaers vom „Altermezzo“ wurde vom Guide Michelin mit einem Stern und als „Best young chef Benelux 2018“ ausgezeichnet – haben wir aber nicht nur in der Spitzenküche zu vermelden. In Aachen gibt es gleich mehrere aufsehenerregende Neueröffnungen: Das Restaurant YI punktete mit seiner Fusion aus französischer und traditionell chinesischer Küche auch gleich bei „Mein Lokal, dein Lokal“, der Twentyfive Steakclub setzt neue gastronomische Maßstäbe im Aachener Südviertel und in Karl’s Wirtshaus am Markt gibt es im touristischen Epi­zentrum

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jetzt zünftige Brauhausgerichte, der Zeitgeist lässt grüßen. Natürlich gibt es auch weniger schöne Meldungen, zum Beispiel hat ein Restaurant, das wir für unsere „top5 – Die Besten in der Euregio“ vorgesehen hatten, kurz vor Drucklegung geschlossen, so dass wir kurzfristig umdisponieren mussten. Macht aber nichts, es gibt genug Restaurants, die unsere Testerinnen und Tester begeisterten und die wir Ihnen ans Herz legen können. Wir haben die Euregio Maas-Rhein auch dieses Mal wieder kritisch unter die Lupe genommen und festgestellt, dass sich das Dreiländereck durch seine unglaubliche Vielfalt und sein Bekenntnis zum „terroir“, den Produkten der Region, auszeichnet. Sowohl in der Produktion als auch in der Gastronomie spielen Regionalität und Nachhaltigkeit eine große Rolle, wie unsere Beiträge zu „Bier“, „Brot“ und der „Generation W“ zeigen. Gutes Essen, Genuss und Savoir vivre gehören hier im Dreiländereck einfach zum Lebensgefühl, deshalb nehmen wir Sie mit der neuen Ausgabe unseres ­G astroGuide Euregio gerne wieder mit auf Entdeckungstour durch Deutschland, Belgien und die Niederlande. Viel Vergnügen bei Ihren kulinarischen Erkundungen wünscht

Belinda Petri Chefredakteurin


GastroInhalt 01 Editorial 02 Inhalt / Impressum 04 Top 5 – Unsere ­Besten

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GastroKritiken – Die großen Tests 16 Restaurant YI Gaumenchoreographie 18 Twentyfive Steakclub Feels like Großstadt 20 Antoine – ­ eigensinnige Küche Wohnzimmer-Resto 22 De Vork van Luc ­Bellings Spitzenleistung mit ­leisen Tönen 24 Kasteel TerWorm ­Kontinuität ist Trumpf 26 NOVO – New Dining Erquickende Aromen

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GastroMagazin

28 ­Nachbarschaftsbesuch Testertreffen im ­Brouw­lokaal in Gulpen 30 Immer das passende Bier Die Gulpener Brauerei 32 Brot backen ist eine Kunst Handwerkliche Bäcker­eien im Drei­ländereck 36 W wie Wirtschafts­faktor Die Generation W und ihr Netzwerk

GastroNews

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38 Sterne in der Euregio 2018


GastroInhalt 38 Kulinarische ­Neuigkeiten aus dem ­Dreiländereck

GastroService – Tests & Profile

62 Wie wir testen 64 Spitzenküche 72 Bürgerlich /Regional 87 Französisch /­Belgisch 103 Italienisch 111 Mediterran 120 A siatisch 127 International/­Crossover 142 Feste feiern

54 top 5

Anhang

159 Register Alle ­Restaurants ­alphabetisch & nach Städten sortiert 166 Übersichtskarte & ­Verkehrsanbindung 168 Bildnachweis

Die Besten

im Dreiländer­eck 2018

Wir haben für Sie getestet!

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Unsere Testerinnen und Tester waren in der ganzen Euregio ­Maas-Rhein unter-

Impressum

wegs und haben mehr

GastroGuide Euregio 16. Ausgabe | Juni 2018

als 150 Restaurants ­besucht, getestet und

Verlag print’n’press Verlag GmbH Dresdener Str. 3, 52068 Aachen Tel. +49(0)241/9450-111 Fax (Red.) +49(0)241/9450-180 E-Mail: gastro@p-n-p.de Geschäftsführerin: Alexandra Behle www.p-n-p.de

bewertet. Unsere ­liebsten ­Empfehlungen, die Top 5, finden Sie ab Seite 4.

Druckerei Weiss-Druck GmbH & Co. KG Hans-Georg-Weiss-Str. 7, 52156 Monschau Verantwortlich i.S.v. §8 Landespressegesetz NRW Verantwortlich für den Inhalt: Belinda Petri, Dresdener Straße 3, 52068 Aachen Tel. +49(0)241/9450-122, bep@p-n-p.de Verantwortlich für den Anzeigenteil: Karoline Drechsel, Dresdener Straße 3, 52068 Aachen Tel. +49(0)241/9450-123, kd@p-n-p.de

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GastroTop 5

Die Besten im Dreiländereck Das Ranking unserer Top 5, der Besten in der Euregio Maas-Rhein, wird jedes Jahr mit Spannung erwartet. Wir machen uns die Auswahl nicht leicht, jeder Testbericht wird ­kritisch überprüft, jeder Vorschlag diskutiert. Letztlich ergeben sich unsere E ­ mpfehl­ungen aus der Euphorie unserer Testerinnen und Tester und ihrer Bewertungen – aber auch „knallharte“ Parameter wie Sympathie, Kreativität und Originalität des Restaurants und seines Teams beeinflussen unsere Auswahl. Mit dem jährlich verliehenen „Gastro­ Award“ würdigen wir zudem ganz besondere Restaurants und Gastronomen, auch hier wird ein großer Teil der Entscheidung mit dem Herzen getroffen. Diese Lokale möchten wir Ihnen nämlich ganz besonders ans Herz legen und wünschen viel Vergnügen bei der ­kulinarischen Erkundung des Dreiländerecks! Übrigens: Alle Restaurants finden Sie auch unter www.GastroGuide-Euregio.de


Cucina del Mondo, Heerlen

Spitzenküche La Becasse Unsere Tester empfehlen die Einführung der Rubrik „warm­ herzigstes Sternerestaurant weit und breit“. Im La Becasse versteht man den besten Geschmack aus allen Zutaten herauszuholen. Hanbrucher Str. 1, 52064 Aachen, Test Seite 58

Cucina del Mondo Sternekoch Servais Tielman beweist mit neuem Menü-Konzept und gewagtem Interieurdesign, dass Tradition und Innovation bestens zusammenpassen. Laanderstraat 27, 6411 Heerlen, Test Seite 61

Hotel Zur Post Chefkoch Eric Pankert begeistert mit dem „Mid-Week-Dining“Menü, bei dem er immer wieder Produkte aus der Region in seine herrlichen Kreationen einarbeitet. Hauptstr. 39, 4780 St. Vith, Test Seite 59

Sabero Nico und Sonja Boreas bereichern die Euregio Maas-Rhein durch einen „absolute topper“, ihr Sabero macht Roermond zum Hotspot für Gourmets. Roerkade 39, 6041 KZ Roermond, Test Seite 62

De Vork van Luc Bellings Luc Bellings verzichtet auf den Glamour und Stress der Zwei­ sterne-Gastronomie und geht neue Wege: ehrliche Küche auf Top-Niveau, Gerichte mit einer klaren Aussage, ohne Chichi. Luikersteenweg 366, 3500 Hasselt, Große Kritik Seite 22/23

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GastroKritiken

Gaumenchoreographie Restaurant YI – Das neueröffnete Restaurant am Seilgraben startet mit

D ungewöhnlicher Crossoverküche durch. TEXT: ASTRID KRUMWIEDE | FOTO: PETER HINSCHLÄGER

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rangenhimmel, Kokosschaum, ­samtige Mousse von ­Auberginen, Feldsalat oder Blutwurst, geschmacks­explosive Essenzen. Eine ­Choreographie aus Konsistenzen und ­Texturen, geschmacklichen Pirouetten höchster Präzision und Harmonie, vollendet im Pas de deux des Weins. Feiner kann es kaum gelingen, Kunst eben oder „YI“. Das Restaurant YI bereichert seit August 2017 Aachens gastronomische Szene auf höchstem Niveau. Was auch immer das Team um Küchenchef Hamid Heidarzadeh, der sein Können zeitgenössischer Nouvelle cuisine deutsch-französicher Provenienz bei Sternekoch Herbert Brockel erwarb, Souschef Dennis Kasprzak sowie die Köche Jason Stephan und Chong Zhang, Experte für regionale Spezialitäten der chinesischen Küche, in ihrem Mikrokosmos in Einklang für Gaumen und Auge bringen, ist virtuos und doch geerdet, verspielt und doch klar in der Basis. Auf der Karte kommt das reduziert daher, zum Beispiel: Wachtel/Süßkartoffel/ Curry/Kokos oder Bratkartoffelessenz/ Öcher Puttes/Nashi-Birne, so bleibt Raum für Assoziationen, Reminiszenzen und Neuland und ist erstaunlich berauschend in der Ausführung. Jede Speise ist ein perfekt abgestimmter Vielklang der Ingredienzien und optischen Inszenierung. Das äußerst aufmerksame Team des YI sorgt im schwelgerischen Ambiente nicht nur für perfekten Service und umsorgt dezent seine Gäste, sondern gibt unaufdringliche Erläuterungen zum jeweiligen Gang. Bleiben wir mal beim Öcher Puttes. Ein Teller mit mikroskopisch kleinen gerösteten Kartoffelcarrés, die Bratkartoffelessenz wird aus einer gusseisernen Teekanne auf dem Teller angegossen. Dazu ein Streifen selbstgebackenes, geröstetes Brot als Träger für Tupfer von Puttes-Mousse, mildem Wasabi und knusprigen Petersilienblüten. Ach ja, das Auge sucht die Nashi-­ Birne, die Zunge findet sie: vollendet.

So hat auch die Schwarzwurzel in der Küche Metamorphosen durchlaufen, bis sie in Begleitung von Grosenkohl (doch, doch, das heisst so) und Senfsaat auf getrockneter Milchhaut schwebt. Jeder einzelne Gang ist eine Landschaft, eine Farbstudie, eine filigrane geschmackliche Exkursion. Wir beginnen diesen Ausflug mit einem Glas Champagner, sinken in die komforta­ blen Fauteuils und lassen das Ambiente auf uns wirken: Ein interessanter Stilmix, der die gediegene Atmosphäre eines Salons im Shanghai der 20er Jahren vermitteln möchte. Schnell sind wir uns bezüglich des 7-Gänge-­ Menüs für 110 Euro einig. Die perfekte Wahl für einen besonderen Abend mit Muße und Neugier. Der Gruß aus der Küche: eine minimalis­ tische Fingerfood-Trilogie aus Krustentier-­ Panna cotta – nicht ganz elegant zu fingern, einem wackeren Türmchen aus Granatapfel­ essenz und gebeiztem Lachs sowie ein Steckrübenpraliné. Zur Überraschung folgt als Amuse bouche noch gedämpfte Wan Tan mit Pouladenbrustfüllung. Grillardeau-Austern mit Mousse von ­Feldsalat, das Granatapfelsorbet mit kandierten schwarzen Oliven und Maldon-­ Salzblüten, Rindertatar mit gestocktem Eigelb und Imperial-Kaviar, Wachtel an einer Essenz mit Nuance von Rübenkraut, Skrei mit Edamame, Miso, geröstetem Tofu und Passepierre-­A lgen oder der perfekte Lammrücken mit Auberginen-Mousse, Wasabi-Krokant und Waldpilzen, ein Karotte-Kakao-Vanille Dessert, Käsespezialitäten... ein wahrlich rauschender Reigen. Alle Gänge komplett und kompositorische Finessen en détail sind einfach unbeschreiblich, gilt es denn unbedingt noch die tragende Geschmacksallianz in den Blick zu rücken: das Weinsortiment. Bezüglich der exquisiten, teils poetischen Weinkarte benötigen wir fast einen Kompass. Aber keine Sorge. Es gibt ein begleitendes Wein­ arrangement für 70 Euro. Wir verzichten

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Jede Speise ist ein perfekt ­abgestimmter Vielklang darauf und waren ob des oenologischen Chefnavigators in Person von Stefan Lange in besten Händen. Wein ist seine Passion. Lange war auf verschiedenen Kontinenten unterwegs und Sommelier in Shanghai. Stets ausgestattet mit verschiedenen Weinen und spritzigen Aperçu über Herkunft, Auktionen und Besonderheiten segelt er elegant an unseren Tisch, bringt durch Kostproben eine Prise frischer Inspiration und Philosophie mit und begleitet uns wohldosiert durch den Abend. Mundet beim Kosten ein Wein noch etwas dominant, subtil oder gar rauchig, weil ungefiltert, ist Verlass, dass er mit der jeweiligen Speise eine großartige Liaison eingeht. Stefan Lange versteht sich als Gastgeber des YI, vermittelt dies in seiner begeisternden Art und ist ein Meister gastlicher Beratung. Somit bietet das YI ein Gesamtkonzept, dass rundherum – und das gilt ebenfalls für das angemessene Preis-Leistungsverhältnis – einen höchst genüssliches Erlebnis bietet. Es ließe sich sicherlich hier und da etwas ­k ritische Mousse auftupfen, diese würde aller­ dings als Petitesse schnell dahinschäumen. Seit März bietet YI auch „Lunchtime at YI“ an. ein 3-Gänge-Menü inklusive Mineralwasser und Kaffee für 38 Euro oder à la Carte. Nachtrag: Als Gastgeberin fungiert ­inzwischen Antje Schindler. Küche: +++++ Service: ++++ Ambiente: ++++


Restaurant YI Seilgraben 39 DE-52062 Aachen Tel. +49-(0)241-99761555 https://yi-aachen.de Ă–ffnungszeiten: Di - Sa 12-14.30 + 18-21 Uhr, So + Mo Ruhetag ______________ Hamid Heidarzadeh


GastroSpezial

Immer das passende Bier Gulpener Brouwerij – Ein erfolgreiches Familienunternehmen TEXT: RUDI ZINS | FOTOS: GULPENER BROUWERIJ

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onntag, 10. September 2017, ein warmer, sonniger Spätsommertag. 200 gut gelaunte Menschen in grünen und roten T-Shirts haben sich zwischen den über drei Meter hohen Gerüsten mit den sattgrünen Hopfenranken versammelt: Heute ist Hopfenernte. Die einen fahren auf einem Hubwagen durch die Reihen und schneiden in schwindelnder Höhe die Seile ab, an denen sich die Hopfenpflanzen emporgerankt haben, andere laden die abgeschnittenen Pflanzen auf Transportwagen, wieder andere sorgen für den Abtransport. Am Nachmittag, wenn die Ernte eingebracht ist, wird das mit einem großen Volksfest gefeiert: Bier vom Fass, Leckeres vom Grill, eine Schäfer-Vorführung und vieles mehr. Wir sind nicht in der Hallertau, dem weltgrößten Hopfenanbaugebiet, sondern immer noch in der Euregio, ganze 20 Kilometer von Aachen entfernt, in Reijmerstok. Jedes Jahr findet hier mit vielen Freiwilligen bei Roger Wouters, dem einzigen Hopfenbauer der Niederlande, das große Hopfenfest statt. Eine der interessantesten Brauereien der Niederlande Gulpen kennt man als Kleinstädtchen, das man auf dem Weg nach Maastricht passiert.

Manche haben vielleicht schon einmal die Brauerei wahrgenommen, aber wer weiß schon, dass hier eine der interessantesten Brauereien der Niederlande ihren Sitz hat? 1825 begann die Geschichte der Gulpener Brauerei mit obergärigem Bier, das im „Grote kuip“ (großem Kübel) für 80 Gulden verkauft wurde. Bis heute wird das Unternehmen in achter Generation als Familien­ betrieb geführt. Erstaunlich, wenn man sieht wie es kleinen Brauereien in den letzten Jahrzehnten ergangen ist. Im Kampf mit den Billigangeboten der Brauereikonzerne und abnehmenden Bier-Lust der Verbraucher konnten viele kleine Brauereien sich auf Dauer nicht behaupten, auch die Brau­ tradition in Aachen fand mit der Schließung der Degraa-Brauerei 1989 ein Ende. Riesige Konzerne entstanden, zurzeit führt Anheuser-Busch Inbev die Liste an mit über 400 Mio. Hektolitern Jahresproduktion und 22 % Marktanteil am Weltbierkonsum. Unabhängig, nachhaltig, lecker In dieser schwierigen Marktsituation hat dieGulpener Brauerei schon sehr früh erkannt, dass sie als kleine Brauerei mit 120.000 Hekto­litern Jahresproduktion weder über Masse noch über den Preis konkur-

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rieren können, sondern sich über andere Alleinstellungsmerkmale profilieren müssen. Jan-Paul Rutten, der jüngste Nachkomme der Gründerfamilie, betreibt zusammen mit seiner Schwester Maartje die Brauerei als unabhängigen Familienbetrieb. „De Vrije Brouwer“, so nennt sich die Gulpener Brauerei seit einigen Jahren, und Freiheit bedeutet in diesem Fall, unabhängig von Konzerninteressen konsequent die eigenen Vorstellungen und Visionen durchzusetzen. Jan-Paul Rutten sagt: „We moeten op de eerste plaats de onafhankelijke familiebrouwerij blijven die op duurzame wijze de lekkerste kwaliteitsbieren met Limburgse grondstoffen brouwt.“ (Wir müssen in erster Linie die unabhängige Familienbrauerei bleiben, die auf nachhaltige Weise die leckersten Qualitätsbiere mit Limburger Grundstoffen braut.) Regionalität: Ein Gewinn für beide Seiten Die wichtigsten Ziele der Betriebsphilosophie sind in einem Satz zusammengefasst: Nachhaltigkeit (Duurzaamheid), Regionalität und Qualität! Im Jahr 2014 wurde die Brauerei als vorbildlichster Betrieb der Niederlande von der Organisation Maatschappelijk verantwoord Ondernemen mit dem MVO-Award ausgezeichnet. Vieles ist


GastroSpezial schon erreicht: Um lange Transportwege zu vermeiden, kauft die Gulpener Brauerei Rohstoffe nicht auf dem Weltmarkt zu günstigsten Preisen ein, sondern in der direkten Umgebung. Schon 1996 gründete sich die Kooperative „Triligran“, ein Zusammenschluss von 30 Bauern aus der Region, die inzwischen 100 % des verwendeten Braugetreides für Gulpener liefern, ein Gewinn für beide Seiten: Ehrliche Preise für die Lieferanten und ausgezeichnete Qualität für die Brauer. An dieser Stelle kommt nun auch Bauer Roger Wouters wieder ins Spiel, der auf vier Hektar Anbaufläche schon 70 % des gesamten Hopfens für die Brauerei liefert. Das Wasser zum Brauen kommt, durch natürliche Mergelschichten gereinigt, aus dem eigenen Brunnen. In diesem Jahr soll ein neues Sudhaus gebaut werden, das ganz ohne fossile Brennstoffe auskommt. All das ist sehr positiv und der Biertrinker (und die Biertrinkerin) freut sich sicher, wenn das Bier umweltfreundlich und von zufriedenen Mitarbeitern produziert wurde, aber auch der umweltbewussteste Bierkäufer wird die Wahl seines Getränks kaum ausschließlich davon abhängig machen. Doppelt so viele Aromen wie Wein Die wichtigste Frage ist natürlich immer: Schmeckt es? Hier hat sich in den letzten Jahren ein Wandel abgezeichnet. Während Bier lange den Ruf eines preiswerten, aber einfachen Massengetränks hatte, haben sich anspruchsvolle, handwerklich gebraute Biere, nicht zuletzt auch aufgrund der aus den USA nach Europa schwappenden CraftBeer-­Bewegung, auch für den Gourmet als Alternative zum Wein durchgesetzt. Experten behaupten sogar, dass Bier mit 6.000 bis 8.000 Aromen mehr als doppelt so viele Aromen wie Wein hat. Kaffee, Schokolade, Lakritz, Brotrinde, Heu … die Liste der zu entdeckenden Aromen ist schier unendlich. Die Gulpener Brauerei bietet eine so breite Palette von Bieren an, dass tatsächlich für jeden Geschmack etwas dabei ist. Das normale Gulpener Pilsener entspricht am ehesten einem deutschen Pils – mein Favorit, das Château Neubourg in der edlen blauen Flasche ist dagegen ein wenig bitterer und aromatischer, seit 2015 wurde es mehrfach zum besten Pils der Niederlande gewählt. Es gibt drei obergärige Klosterbiere: Gerardus Tripel mit feinen Noten von Kardamom, Koriander, Sternanis und Zimt, Gerardus Dubbel, dunkel mit Karamelltönen und das frische, leicht bittere Gerardus blond.

Zu jeder Jahreszeit das passende Bier Bier war immer auch ein Saisonprodukt, und so gibt es zu jeder Jahreszeit auch das passende Bier: im Frühjahr das malzige Lentebock, im Sommer Korenwolf (Feldhamster), ein Vierkorn-Weißbier mit Koriander und Orangenschalen, im Herbst das bittersüße Herfstbock mit Anklängen von Fruchtsirup und Kräutern, und schließlich im Winter der Wintervrund, kräftig und gleichzeitig fein mit Tönen von Süßholz und Wacholderbeeren. Drei Bio-Biere werden mit Gerste und Hopfen aus 100 % biologischem Anbau gebraut, das Ur-Weizen, das Ur-Pilsener und mein Lieblings-Gulpener, das Ur-Hop, ein Bier, das sein wunderbar charakteristisches Hopfenaroma durch „Kalthopfung“ („Dryhopping“) erhält. Da dabei auch die Haltbarkeit erhöht wird, wurde dieses Verfahren zuerst in England bei dem für die indischen Kolonien bestimmten Bier benutzt, daher der Name „Indian Pale Ale“ (IPA). Seit 2017 bringt Gulpener regelmäßig besondere Biere in Zusammenarbeit mit Craft-Brauereien heraus, und schließlich noch vier „Specials“, ein wenig experimentelle Biere, von denen besonders das „Mestreechs Aajt“ zu erwähnen ist. Dieses leicht säuerliche Bier reift ein Jahr in Eichenholzfässern und gärt spontan mit Naturhefen,

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ein Verfahren, das es sonst nur noch beim belgischen Gueuze gibt. Für Experimente sind die Gulpener immer offen, so hat man im vergangenen Jahr Bier in gebrauchten Rotweinfässern vom Weingut St. Martinus in Vijlen reifen lassen, um einen ganz besonderen Geschmack zu kreieren. Seit Dezember 2016 gibt es das Brouwlokaal, einen wunderbaren Biergarten, einen Bierladen, ein „Biertheater“ für Präsentationen, eine „Geschmacksbibliothek“ mit über 100 internationalen Bieren, eine „Microbrouwerij“ (Mikrobrauerei) und einen Gewölbekeller, in dem ausgedehnte Bierproben stattfinden. Auf einer sehr informativen Führung erfährt man alles über die Brauerei und kann diverse Biere probieren. Übrigens: Die Buslinie 350 hält vor der Tür und bringt Sie anschließend sicher nach Aachen zurück. Gulpener Bierbrouwerij Rijksweg 16, 6271 AE Gulpen Tel +31-(0)43-4507575 www.gulpener.nl Gulpener BrouwLokaal Rijksweg 19a, 6271 AE Gulpen Tel. +31-(0)43-205 0066 www.gulpenerbrouwlokaal.nl mo-so 11-22 Uhr


GastroNews

STERNE

in der

2018 D 

ie Verleihung von Sternen, Punkten, Hauben und Co. ist für ambitionierte Köche und Köchinnen nicht nur eine Auszeichnung ihrer Kreativität und ihres Könnens, sie bedeuten auch den Aufstieg in die gastronomische Königsklasse Auf deutscher Seite ü ­ berwiegt Kontinuität: Jeweils ein Michelin-Stern geht an das Restaurant „La Becasse“ (Gault&Millau 17/20 ­Punkte), das „St. Benedikt“, „Bembergs Häuschen“ und das „St. ­Jacques“ (Gault&Millau 17/20 Punkte). Für Überraschungen hingegen sorgte die Veröffentlichung des Guide Michelin in Belgien: Zwei Sterne für „La Source – La Butte aux Bois“, ein Stern für „De Vork van Luc Bellings“. Ein junger Aufsteiger aus Tongeren liessen das Gegrummel der Wallonen, dass die Aufmerksamkeit des Restaurantführers wohl wieder eher im Norden Belgiens liege, schnell verstummen: Jo Grootaers Verteilung der Sternerestaurants vom „Altermezzo“ in Tongeren sorgte D: 300 mit einem neuen Stern dafür, dass Tongeren B: 144 nun die einzige Stadt in Belgien mit drei Sterne NL: 108 lokalen ist, außerdem wurde er als „Best young chef Benelux 2018“ ausgezeichnet. Beim belgischen Gault&Millau erhielt Arabelle Meirlaen die höchste Punktzahl (18/20 Punkte), gefolgt von „Le Coc aux Champs“ (17 Punkte). Aufsteiger sind das „Quadras“ und das „Lucana“. Zu den Entdeckungen des Jahres gehört neben Jo Grootaers (Altermezzo) auch das Restaurant „De Stadt van Luijck“. In Südlimburg hingegen lagen Jubel und Enttäuschung ganz eng beieinander: Während sich Robin van Bunt und sein Team vom „De Leuf“ über die erneute Auszeichnung mit einem Stern freuen konnten, werden Margo Reuthen und Pedro Kools vom „Da Vinci“ in Maasbracht wohl an dem Verlust eines Sterns und der „Degradierung“ auf einen Stern zu knabbern haben. Das Jahr 2018 wird auf jeden Fall spannend: vielversprechende Restaurant-Neueröffnungen, z. B. das „Sabero“ in Roermond und zahlreiche Chefs, die ambitioniert auf Sternekurs gehen, nicht nur die „Generation W“ steht in den Startlöchern, auch in der Region Belgisch-Limburg haben wir einige talentierte Chefs auf dem Radar. (bep)

★★ 2 Sterne

• Hostellerie Vivendum – Dilsen

Belgien • Slagmolen – Opglabbeek • L a Source – La Butte aux Bois – Lanaken (Neu)

• Cuchara – Lommel

• De Kristalijn – Genk • Altermezzo – Tongeren (Neu) • Magis – Tongeren • De Mijlpaal – Tongeren • L a Villa des Bégards –

Niederlande • Beluga, Maastricht

­Embourg • Héliport Brasserie – Lüttich • Arabelle Meirlaen – Marchin

★ 1 Stern

• Philippe Fauchet – Saint-­

Georges-sur-Meuse • Quadras – Sankt-Vith

Deutschland • L a Becasse – Aachen • St. Benedikt – Aachen-­ Kornelimünster • Bembergs Häuschen – ­Euskirchen • Burgstuben Residenz ­­– ­Heinsberg-Randerath Belgien • JER – Hasselt • De Vork van Luc Bellings – Hasselt (Neu)

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• Zur Post Sankt-Vith • Le Coq aux Champs –

­Soheit-Tinlot • L a Menuiserie – Waimes

Niederlande • Cucina del Mondo – Heerlen • Da Vinci – Maasbracht • Château Neercanne – Maastricht • Tout à Fait – Maastricht • ONE – Roermond • De Leuf – Ubachsberg


Foto: Neusite

Foto: Conrad-Franzen

GastroNews

Gut Marienbildchen

Burgstuben-Residenz

Feine Eifelküche

Gourmet-Erlebnisse

Viele Restaurants werben mit Begriffen wie regional, saisonal oder hausgemacht, aber nur wenige werden diesem Anspruch so gerecht wie das malerisch gelegene Hotel-Restaurant in Roetgen, dem Tor zur Eifel. In der ehemaligen Fuhrmannskneipe Gut Marienbildchen halten Jürgen und Rita Ziemons Kühe, Schweine und Hühner und bereiten daraus etwa das Monschauer Senfsteak oder „Höitkies“, eine feine Kalbssülze. Wiener Schnitzel ist hier tatsächlich noch aus Kalbfleisch und in der Wildsaison gibt es Hirsch und Schwarzwild aus der Eifel. Was sie nicht selbst herstellen können, beziehen die Ziemons von Produzenten der Qualitätsmarke Eifel und haben sich so einen Eintrag im Slow Food-Führer verdient. Wer die exzellente Weinauswahl mit über 200 Positionen erkunden möchte, kann anschließend in einem der liebevoll im Landhausstil eingerichteten Zimmer übernachten.

Die Burgstuben Residenz in Heinsberg-Randerath mit dem Sternerestaurant St. Jacques wurde vor Kurzem von Sternekoch Alexander Wulf und Top-Sommelier Ronny Schreiber übernommen. Die langjährigen Freunde vereinen hier Hingabe, Expertise und Spaß am Entdecken. Alexander Wulf und sein Team kombinieren die französische Küche mit Einflüssen aus aller Welt – aufgrund der Herkunft des Küchenchefs werden viele Gerichte mit russischen Spezialitäten zubereitet. Erlesene Spitzenweine aus dem Weinkeller runden die mehrgängigen Menüs sowie die À-lacarte-Gerichte durch eine exzellente Weinberatung ab. Ob leger oder schick gekleidet – jeder Gast ist willkommen und darf sich auf einen angenehmen Aufenthalt freuen: entspannt und in lockerer Atmosphäre, eben wie unter Freunden. Burgstuben Residenz Feldstraße 50, 52525 Heinsberg-Randerath Tel. +49-(0)2453-306980 www.burgstuben-residenz.de

Gut Marienbildchen Münsterbildchen 3, 52159 Roetgen Tel. +49-(0)2471-2523 www.gut-marienbildchen.de

Sammeltasse

Lebensbegleiter

Typisch Aachen: Die Vapiano Home Cups sind mit der legendären Karlsbüste, hier mit erhobenem kleinem Finger – dem Klenkes bedruckt und nur in der jeweiligen Stadt erhältlich. Gesehen bei Vapiano. Preis 8,50 Euro.

Die Eisenpfanne Mineral B Element des französischen Hersteller De Buyer sorgt für eine gesunde Zubereitung ohne PFOA, PTFE, Keramik oder ­chemische Zusätze. Geeignet für alle Herdarten und mit lebenslanger ­Garantie ist sie bei Sapiens-­Sapiens in Lüttich in verschiedenen Größen erhältlich. Preis ab 32 Euro.

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SPITZENKÜCHE

GastroTests GastroTests

Die Restaurants der Euregio

Les restaurants de l’Euregio | De restaurants in de Euregio

Die Tests Wir haben 150 Restaurants in Deutschland, Belgien und den Niederlanden getestet und hinsichtlich der Küchenleistung, dem Service und des Ambientes bewertet.

Wen testen wir?

Die zu testenden Restaurants werden von der Redaktion ausgewählt, unabhängig davon, ob sie Sterneküche, Newcomer oder Anzeigenkunde sind. Wir versuchen dabei von Ausgabe zu Ausgabe möglichst viel Abwechslung ins Spiel zu bringen, deshalb werden wir bei Neueröffnungen, Wechseln in der Küche oder Konzeptänderungen immer sofort hellhörig.

Wer testet?

+++++ hervorragend ++++ überdurchschnittlich +++ gut ++ ausbaufähig + enttäuschend

Für uns sind etwa 80 Autor/innen zwischen 20 und über 60 Jahren im Einsatz. Das Tester­team setzt sich auch Deutsch, Französisch und Niederländisch sprechenden Menschen zusammen, die allesamt die Leidenschaft für gutes Essen eint. Unsere Autoren/Autorinnen werden umfassend von der Redaktion betreut und jedes Jahr für ihren kosten- und zeitintensiven Einsatz zu einem großen Treffen eingeladen – dieses Mal in die Gulpener Brauerei (Seite 28/29).

Bei der Bewertung geht es bei der Küchenleistung um Zubereitung und Präsentation, beim Service um Kompetenz und Freundlichkeit und bei Ambiente werden unter anderem Architektur, Einrichtung, Tischgestaltung und die Geräuschkulisse berücksichtigt.

Die Küchenkategorien

Die unterschiedlichen Kategorien sind mit Farben gekennzeichnet:

S  pitzenküche (ab Seite 58)

B  ürgerlich/Regional (ab Seite 68)

F  ranzösisch/Belgisch (ab Seite 83)

I talienisch (ab Seite 100)

M  editerran (ab Seite 109)

A  siatisch

Wie testen wir?

Unsere GastroGuide Euregio-Autoren geben sich nicht als Testesser zu erkennen und ­testen anonym. Selbstverständlich zahlen sie ihr Essen selbst, nur so können wir unabhängig als normale, zahlende Kunden urteilen.

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(ab Seite 118)

I nternational/Crossover (ab Seite 125)

Feste Feiern (ab Seite 141)


GastroTests

Einteilung nach Regionen Zur besseren Orientierung haben wir die ­Euregio in allen Kategorien nach dem ­gleichen Prinzip aufgeteilt. Deutschland • Aachen

Zentrum & Pontviertel • Aachen Äußere Stadtbezirke • Nordkreis Aachen & Heinsberg • Region Inde/Rur • Eifel

Belgien • Eupen

& Ostbelgien • Lüttich • Wallonie • Hasselt & Belgisches Limburg

Niederlande • Maastricht

• Südlimburg

(NL)

Die Übersichtskarte der Euregio auf Seite 166 dient zur geografischen Einordnung. Am Ende des Heftes ­(Seite 158/159) helfen ein ­alphabetisches Register und ein Ortsverzeichnis bei der Orientierung.

Tipp

Infos auf einen Blick Um Ihnen einen schnelleren Überblick zu bieten, werden wichtige Zusatzinfos über eine Reihe von Icons dargestellt.

Außengastronomie

Restaurant

Musterstraße 12, 52070 Aachen +49-(0)241-12345678 www.gastroguide-euregio.de Di-Fr 10-15 Uhr + 18-24 Uhr, Sa 17-24 Uhr, So 10-15 Uhr, Mo Ruhetag Karten: AE, VC, MC, EC p Sonntags-Brunch (11-15 Uhr) Hier stimmt einfach alles: perfekte Küche, tolles Ambiente, zuvorkommende Bedienung. Das Restaurant ist nicht nur bestens geeignet für ein Dinner zu zweit – auch Gruppen finden im großzügigen Wintergarten Platz … Kartenzahlung

Die akzeptierten Karten sind mit ­folgenden Kürzeln aufgelistet: AE VC MC EC DC JCB pinpas

= American Express = Visa Card = Master Card = EC/Maestro = Diners Club = Japan Credit Bureau = niederländische ­Bankkarte bankcontact = belgische ­Bankkarte

Besuchen Sie un s im Netz: www.GastroGuid e-­ Euregio.de

Preis-Index

Unser Preis-Index bezieht sich auf den D ­ urchschnittswert der Preise für ­Hauptgerichte (ohne Gewähr).

bis 15 Euro 15-25 Euro über 25 Euro

Spezialitäten

p Mit diesem Pfeil weisen wir auf ­Spezialitäten des Restaurants hin.

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Das Restaurant bietet einen ­Außenbereich an.

Barrierefreiheit

Das Restaurants hat Barrierefreiheit ­angegeben. Wir raten ­dennoch zur ­telefonischen Nachfrage!

Brunch

Das Restaurant bietet einen Brunch an.

Frühstück

Das Restaurant bietet Frühstück an.

Neu im GastroGuide

Dieses ­Restaurant hat neu eröffnet oder ist neu im GastroGuide ­Euregio ­aufgenommen. (Siehe auch ­Gastro-News, Seite 38-55.)

Reservierung erwünscht

Das Restaurant bittet um ­Vorabreservierung.

Private Feiern möglich

Das Restaurant kann komplett oder teilweise für Ihre private Feier gemietet werden bzw. ist für Gruppen geeignet.


ITALIENISCH

Italienisch GastroTests

Links: Mediterraneo, oben rechts: Albert 1er, unten rechts: Küchenkräuter

Aachen Zentrum & Pontviertel Al Triangolo Rommelsgasse 2/3, 52062 Aachen +49-(0)241-31704 www.al-triangolo.de mo + do-so 12-15 + 18-22 Uhr, mi 18-22 Uhr, di Ruhetag VC, MC, EC p Carpaccio, Fischgerichte Am Samstagmittag betreten wir das Restaurant gegenüber des Couven-Museums. Inhaber und Chefkoch ist Sergio Mitoli, dessen Heimat Apulien sich auf der Speisekarte vor allem in den Fischgerichten zeigt. Für den Service zuständig ist Frau Mitoli, die uns unseren Wunsch nach einem alkoholfreien Aperitif umgehend mit einem italienischen Bitterano“ erfüllt. Mit Antipasti von der Karte, dem Auberginen-Büffelmozzarella-Turm nach Art des Chefs (Melanzane e Mozzarella die Bufala al Triangolo) steigen wir ein: Der Gesamteindruck ist lecker, auch wenn die Auberginen noch etwas mehr Röstaromen haben könnten. Zur Hauptspeise wählen wir von den Tagesgerichten den Kabeljau alla pizzaiola sowie die Tagliatelle Elena. Das Filet ist frisch, das Fleisch fest und elastisch, die Pizzaiola-Tomatensauce fruchtig, aber auch, dank Kapern und Oliven, würzig. Die Beilagen, Rosmarinkartoffeln und Zucchini, sind perfekt gegart, der Rosmarin knusprig, aber nicht bitter gebraten. Die Tagliatelle Elena schmecken recht salzig, was den Austernpilzen und Champignons in der Sahnesauce aber gut tut. Zum Nachtisch gönnen wir uns noch mal ordentlich Kalorien: Tartufo mit Averna und Zabaione speciale mit flambierten Himbeeren, dessen Herstellung in Blickweite vom Tisch erfolgt. Beide Speisen beglücken unsere Geschmacksnerven. Wir rätseln

staunend, wo man im Winter derart aromatische, frische Himbeeren herbekommt. Zufrieden verlassen wir das Restaurant, nicht zuletzt, weil Frau Mitoli uns auf unsere Rückmeldung zum Essen hin weder die Aperitive noch den abschließenden Espresso berechnet hat. Jederzeit wieder, sind wir uns einig. (cf) Küche: Service: Ambiente:

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Da Salvatore Bahnhofplatz 5, 52064 Aachen +49-(0)241-31377 www.da-salvatore.de di-so 12-14.30 + 18-23 Uhr, mo Ruhetag AE, VC, MC, EC p Fischgerichte, Meeresfrüchte Premiere im GastroGuide Euregio: Ein Doppeltest – zwei Restaurants in einem Test. Das Ristorante Da Salvatore und die Pizzeria La Stazione liegen neben­ einander gegenüber dem Hauptbahnhof in Aachen und werden durch die Brüder Torellini geführt. Sowohl im Ristorante als auch in der Pizzeria kümmern sich die Brüder persönlich um das Wohl der Gäste. Im Ristorante Da Salvatore ist die Atmosphäre sehr familiär. Die eingedeckten Tische laden zu einem genussvollen Essen ein. Die umfangreiche Speisekarte mit Fisch-, Fleisch- und Wildgerichten (in der Saison) sowie die mit Leidenschaft vorgetragenen Empfehlungen des Tages machen die Wahl schwer. Kalbsleber und Schweineschnitzel werden die Favoriten. Die Wartezeit wird durch den Gruß der Küche – verschiedene italienische Brotsorten mit Öl, typischer italienischer Salami und Tomatenchutney verkürzt. Dann kommen auch schon die ansprechend angerichtete Kalbs-

leber mit zwei Beilagen (Gemüse und Kartoffel-/ Quittenpüree) und hauchdünne Schweineschnitzel mit Tomate/Mozzarella und ­Spaghetti in feiner Tomatensauce. Sowohl die Kalbsleber als auch das Fleisch harmonieren hervorragend mit den Beilagen. Die Zubereitung ist gekonnt. Hier wird Qualität und Frische groß geschrieben, das spiegelt sich im Geschmack wieder. Zum Dessert entscheiden wir uns für eine italienische Käseplatte. Hier kommt eine Auswahl von vier Sorten, die alle hervorragend munden. Ein gelungener Abschluss. In der Pizzeria La Stazione ist die Atmosphäre ganz anders: Wie in einer typischen italienischen Pizzeria gibt es blanke saubere Holztische und wenig Dekoration. Der Schwerpunkt liegt hier auf Pizzen und Pasta. Beides ist sehr zu empfehlen! Die Pizzen haben einen super dünnen Teig, sind mit frischen Zutaten reichlich belegt und in rund oder am Meter zu haben. Die ausgewählte Gorgonzolapizza mit frischem Spinat schmeckt super. Bei den Pastagerichten fällt die Wahl auf Lasagne. Sie wird in einer Auflaufform serviert und ist geschmacklich hervorragend. Ein Wiederkommen lohnt sich auf jeden Fall. Alternativ können hier alle Speisen auch abgeholt werden und damit für einen gemütlichen Abend zuhause sorgen. Warum nicht? (bid) Ristorante: Küche: Service: Ambiente:

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Pizzeria: Küche: Service: Ambiente:

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Piccolo Ristorante Wilhelmstr. 68, 52070 Aachen +49-(0)241-26852 www.piccolo-ristorante.com mo-so 12-14.30 + 18-23 Uhr, sa 18-23 Uhr, di Ruhetag VC, MC, EC, DC p Fischgerichte, Kalbsschnitzel Das Piccolo gibt es seit über 40 Jahren, trotzdem kommen wir zum ersten Mal hierher – und das gleich vorweg: sicher nicht zum letzten Mal! Der Gastraum ist nüchtern und klar eingerichtet, angenehm hell und warm, im Hintergrund läuft italienische Musik von Zucchero, an den Wänden Kunstwerke von Karl von Monschau. Wir sind früh dran und bleiben vorerst die einzigen Gäste, so genießen wir die gleichzeitig sehr persönliche und doch unaufdringliche Aufmerksamkeit des Junior-Chefs. Die Gespräche gingen über das übliche Geplauder hinaus, ob das an gegenseitiger Sympathie oder einfach großer Gastgebererfahrung lag, konnten wir nicht sagen. Während wir uns bei Brot und Oliven der überschaubaren Karte widmen, darf ich einen wunderbar weich-gehaltvollen Primitivo kosten (0,2l / 8,50 Euro), bei dem ich direkt bleibe. Mein gegrilltes Gemüse als Vorspeise (12,50 Euro) wird anstandslos mit Chicorée statt Paprika serviert und ist nicht nur optisch ein Gedicht: aromatisch, lauwarm und noch mit Biss. Ein säuerlich-fruchtiges Johannisbeersorbet mit Wodkaschuss überbrückt erfrischend die Zeit bis zum Hauptgang. Ich bestelle erkennbar hausgemachte Ravioli mit Ricottafüllung und Salbeibutter (14 Euro), schön heiß und reichlich. Mein Begleiter wählt Kabeljau mit gedünstetem Blattspinat, Röstkartoffeln und zwei Saucen (26,50 Euro). Fisch und Spinat sind frisch und pur zubereitet, die Saucen schmecken umso


GastroTests intensiver: Die warme, cremige Senf-Meerrettich-Variante ist prickelnd scharf und würzig, wohingegen die vielen frisch gehackten Kräuter mit Knoblauch in Zitronenöl italienische Kräutergärten vor dem inneren Auge erscheinen lassen. Alles ist so gut, dass wir nichts übrig lassen. Da mein Mann keinen ab­schließenden Limoncello wollte, bekam er ein Tellerchen Panna cotta mit Beerensirup. Ich trinke eigentlich keine Liköre, aber dieser Selbstgemachte war das köstliche zitronig-süß-saure Krönchen eines wunderbaren Essens, das zwar nicht billig, aber un­ bedingt „preis-wert“ war. (sis) Küche: Service: Ambiente:

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Aachen Äußere Stadtbezirke Herr Tutto Eilendorf Von-Coels-Str. 212, 52080 Aachen-Eilendorf +49-(0)241-90071892 www.herrtutto.de di-do + so 11.30-22 Uhr, fr-sa 11.30-23 Uhr, mo Ruhetag EC p Pizza, Pasta Herr Tutto fühlt sich offenbar wohl in der Region – und lässt sich inzwischen an mehreren Orten ein Plätzchen freihalten für einen eventuellen Besuch: Seit März 2017 gibt es auch ein Herr Tutto-Restaurant in Aachen-Eilendorf. Durch die abschüssige Straße sitzt man „unterirdisch“, d. h. im Souterrain, dafür hat man eine tiefergelegte Terrasse vor der Tür, die den Straßenlärm außen vor lässt. Im Inneren ist das Lokal im angesagten Industrial-Style gestaltet und bietet verschiedene Pasta-und Pizza-Varianten, dazu Salate und Fleischgerichte wie Kalbsschnitzel, Hühnchenbrust oder Rumpsteak. Wir entscheiden uns für eine „Baukasten-Pizza“ mit Spinat, Ananas und Artischocken (10,40 Euro) und die hausgemachten „Spaghetti Spinaci e Gamberetti“ mit Garnelen und frischem Spinat in Weißwein-Sahnesauce (12,70 Euro), dazu ein offener Sauvignon Blanc (5 Euro). Zum Abschluss noch eine Portion Tiramisu (5,90 Euro) – mit zwei Löffeln, denn die Hauptgerichte sind gut portioniert, so dass für ein Dessert kaum Platz bleibt. Die Pizza hat einen krossen dünnen Teig und ist gut belegt, der dicke Rand bleibt aber zum Teil liegen, er ist schlichtweg zu „brotmäßig“ und mächtig. Das Nudelgericht findet uneingeschränkten Anklang, die Sauce hat eine feine Weinnote und ist perfekt in ihrer sämigen Konsistenz. Auch das Tiramisu ist prima, da es der eigentlich aufmerksame und freundliche Service zunächst vergessen hatte, gibt es zwei Espressi aufs Haus, das macht das Dessert perfekt. Übrigens: Ab Frühjahr 2018 wird auch in Würselen und demnächst auch in Heinsberg ein Plätzchen für Herrn Tutto freigehalten. (pav) Küche: Service: Ambiente:

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Ristorante Pompei Roermonder Str. 284, 52072 Aachen +49-(0)241-21466 di-so 12-15 + 18-24 Uhr, mo Ruhetag EC p saisonal geprägte Gerichte Klack, klack, klack... quirlige Schaumschlägerei in der Metallschüssel, dazu zarter Vanilleduft und verzückte Mienen der Gäste, die aus grossen Cocktailgläsern Zabalione löffeln. Das macht schon vor dem ersten Blick in die Karte Lust auf‘s Dessert. Der Gruß aus der

Küche mit Oliven, Peperoni, knackigen Radieschen, schmalen Pizza-Streifen, Bruschetta und Pizza­ brötchen mit Aufstrich beruhigt schmackhaft den ­ersten Hunger. Küche und Service liegen seit Jahren in den Händen der Brüder Di Rita und deren Ehefrauen, ein engespieltes Team! Unsere Freunde sind seit Jahren Stammgäste und brauchen keine Bedenkzeit: Filetto al Pepe verde und Calamari fritti mit drei köstlichen Saucen. Gegrillte Calamari – das erinnert mich an Sternstunden in kleinen Strandrestaurants am Mittelmeer – und trifft geschmacklich genau ins Erinnerungszentrum: zart, feinster Aromen-Mix von Meeresfrucht, Olivenöl, Salz, dezent bleibende Röststoffe... hmmmm! Unser Tisch füllt sich: überbackene Artischocken, Pizza mare (mit viel „mare“: Fisch, Muscheln, Oktopus, Krabben), Carpaccio von Roter Bete (feine Kombi mit frischer Minze), Büffelmozzarella, ein Steinbutt-Filet mit Bratkartoffeln und feinen Gemüsen, Schweineschnitzelchen in Salbeibutter, Pasta mit Lachs und Zuccini. Jedes Gericht zeichnet sich aus durch fein abgestimmte aromatische Kicks, die die Hauptakteure auf den Tellern präzisieren und „schmücken“. Apropos „Schmuck“: die schön gerahmten Bilder von Fresken aus dem alten Pompeii sind ein angenehm zurückhaltender Hinweis auf die Namensgebung, da weiss man, wo man is(s)t! Zu den Dolce: Trotz der Eingangs-Verlockung durch die Zabaione entscheide ich mich für eine Cassata, eher selten in Restaurant-Karten zu finden und bei soviel bisher erlebter italienischer Authentizität vielversprechend. Wieder ein Treffer! Das Stück geschichtete Eistorte mit kandierten und frischen Früchten wirkt ganz sonnig auf dem Teller – am Nikolausabend. Ach, den Wein habe ich noch gar nicht erwähnt: die umfassende Auswahl ist natürlich italienisch dominiert; wir haben uns ganz auf die Empfehlung des Padrone verlassen – es passt! Ganz ehrlich: ich war schon kurz danach wieder im Pompeii – nicht nur wegen der Zabaione. Und jetzt suche ich Begleitung für „Pesce Misto Alla Griglia per due Person“: verschiedene Fischsorten , gegrillt, mit Bratkartoffeln, Gemüse, Salat und drei verschiedenen Saucen... (dko) Küche: Service: Ambiente:

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Nordkreis Aachen & Heinsberg Pipavido Roermonder Str. 174, 52134 ­Herzogenrath-Kohlscheid +49-(0)2407-80191 www.pipavido.de di-do 11.30-15 + 17.30-22.30 Uhr, fr+sa 11.30-15 + 17.30-23 Uhr, so 11.30-22.30 Uhr, mo Ruhetag keine Kartenzahlung p Pizza, Pasta Wir haben ein „Heimspiel“ und besuchen die Lieblings­pizzeria am Ort: Da wir dort fast immer die wirklich hervorragende Pizza essen, verzichten wir diesmal (fast schweren Herzens) darauf und wenden unser Augenmerk auf die reichlichen Alternativen, welche die Speisekarte (auch Vegetarier werden fündig) und die ständig wechselnde Tagestafel bieten. Eine Tischreservierung ist in dem kleinen, eng bestuhlten, aber gemütlichen Lokal immer em­pfehlenswert, auch wenn die große beheizbare Außenterrasse in Betrieb ist. Wir sitzen bequem an einem der hohen Tische und haben beste Aussicht auf das quirlige Geschehen. Die Pizza geht wie vom laufenden Band aus dem Ofen und beglückt sowohl die Tischgäste sowie die nicht enden wollende Schlange wartender Pizzaabholer. Der permanente Ansturm wird vom Personal souverän und freundlich bewältigt. Zum Essen: Die Bruschette (4 Euro) sind etwas zu üppig, aber mit sehr lecker marinierten Tomatenwürfeln belegt. Wäre den Weißbrotschiffchen eine längere Röstzeit gegönnt gewesen, hätten sie die „Last“ des Belags getragen. So essen wir die Bruschette nicht stilecht auf der Hand, sondern greifen zum Besteck. Beim Insalata Scampi (11 Euro) garnieren frisch gebratene Scampi und Champignons dekorativ das frische Salatbeet mit Rucola und Kirschtomaten. Das Olivenöl-Balsamico-Dressing überzeugt alleine nicht und wir würzen mit der sizilianischen Steinsalz-Basilikum Mischung aus der bereitgestellten Mühle nach. Die Tageskarte offeriert Tagliatelle Zafferano: Frische Bandnudeln baden mit gebratenen Champignons, Hähnchenfleisch und etwas zu lang mitgegarten Kirschtomaten in einer leichten Safransauce. So schmeckt es auf Sizilien! Meine Begleitung ist äußerst zufrieden mit den Cannelloni Speciali

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(8,50 Euro), die Nudelröllchen sind mit Fleischsauce, Spinat, Schinken und Ei gefüllt und mit Käse überbacken. Die Portionen sind alle reichlich bemessen, so dass wir auf die Dolci, die ausschließlich auf der Tagestafel offeriert werden, verzichten. Beim Bezahlen an der Theke (nur Barzahlung möglich!) werden uns freundlich Grappa und Limoncello offeriert. Wen das quirlige Geschehen und die Lautstärke nicht stören, kann hier zu einem günstigen Preis-Leistungsverhältnis solide italienische Küche genießen. Wir kommen bestimmt wieder … aber vielleicht dann doch wieder Pizza…? (mwe) Küche: Service: Ambiente:

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Region Inde/Rur L’Osteria Fehlender Feld 4, 52353 Düren +49-(0)2421-5915444 www.losteria.de mo-sa 11-24 Uhr, so 12-24 Uhr EC p Pasta, Pizza Im Industriegebiet vermutet man nicht unbedingt einen „gastronomischen Hotspot“, die L‘Osteria in Düren ist durchaus ein Publikumsmagnet. Die „Mutter aller L’Osterien“ wurde 1999 in Nürnberg eröffnet, das simple Rezept hat sich bewährt: frische italienische Küche in lässigem Ambiente, gigantisch große Pizzen, die über den Tellerrand hinausragen und ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis (Haupt­speisen: 10-15 Euro), inzwischen gibt es in zahlreichen Städten Ab­leger, auch für Aachen ist eine L‘Osteria in Planung. Von außen ein schlichter Kasten, überrascht die Dürener L‘Osteria innen mit atmosphärischem Interieur, das sich aus Landhausund Industrie-D­esignelementen zusammensetzt. Die Crew ist auf Zack und weiß, dass sich der Laden am Abend noch füllen und die Tisch z. T. mehrfach besetzt sein werden. Die Karte bietet – hübsch illustriert – die Klassiker „Pasta e Pizza“, es gibt ein wöchentlich wechselndes Menü, außerdem verschiedene Salate und Antipasti sowie „Dolci“. Wir entscheiden uns

GastroGuide Euregio 2018  
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