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FINANCE

vor einigen Jahren schon Lloyd Blankfein, seines Zeichens Chef von Goldman-Sachs, seine Angestellten, Boni nicht gleich in materielle Sachwerte zu verwandeln. In ihrem Sinne und dem der Bank. Bitte. Die Sprache ist dabei jedoch nur von den weitund weltbekannten Luxusgütern. Sprich: Rolex gleich teuer. Brioni gleich teuer und exklusiv. Und Lamborghini teuer, exklusiv und verdammt schnell. Stattdessen hegt man die Liebe zum Detail und offenbart sich untereinander als superreich, indem man eben unauffällige Applikationen, unscheinbare Accessoires und versteckte Diamanten trägt. Ein schlichter Zeitmesser, stark limitiert, zeugt beispielsweise nicht nur von Geld, sondern von Sach-

verstand und dem Wissen, wie das Reich der Reichen heute mit seinem Wohlstand umgeht. Oder aber teure Edelstücke, wie die so bekannten Schuhe mit der roten Sohle, werden in Kombination mit Kleidungsstücken von Mango, H&M & Co. getragen.

Man bleibt reich, Stealth Wealth ist daher im Grunde nichts anderes als das Bio der elitären Menschenkinder. Politisch korrekt und ein Zeichen dafür, dass man Bescheid weiss. Und das ist vollkommen in Ordnung. Wirklich. Denn jeder soll leben, wie er will und wie er kann. Denn warum verzichten, wenn das Geld vorhanden ist? Ehrlich, würde man selber auch machen, wenn man könnte. Zudem ist es für den Normalsterblichen irgendwie auch ziemlich entspannend, nicht ständig den Reichtum anderer unter die Nase gerieben zu bekommen. Und das gilt übrigens auch für den Status von WhatsApp. Der kann gerne exklusiv sein, muss aber nicht jeden Tag neu angepasst werden.

The luxurious way of life I 211

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