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THE FAT

DUCK

CULINARIUM

Es war einmal eine winzige alte Kneipe, untergebracht in einem alten Cottage aus dem 16. Jahrhundert in Bray, einem Vorort von Maidenhead in der Grafschaft Berkshire in England. Mit Heston Blumenthal zog ein komplett neues Konzept in die urigen Räume ein. Sie bekam den Namen «The Fat Duck». Blumenthal hatte von Anfang an die Vision, etwas Märchenhaftes zu zaubern.

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The Fat Duck

Die Fat Duck fliegt wieder!» Anfangs servierte Blumenthal kleinere Speisen, ähnlich einem französischen Bistro. Aber schon zu diesen Zeiten blitzte der zukünftige Charakter durch. Blumenthal experimentierte so lange an seinen «Triple Cooked Chips» herum, bis diese knusprig blieben. Leider ging sein Plan nicht auf, und das Restaurant stand kurz vor dem Bankrott. Blumenthal setzte alles, was er besass, auf eine Karte, und nach vier Jahren wurde er 1999 mit seinem ersten Michelin-­ Stern belohnt. Bereits 2004 war «The Fat Duck» mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet und eines von nur drei Restaurants im Vereinigten Königreich, die diese Anerkennung genossen. Der Höhenflug ging weiter, und im selben Jahr belegte das Restaurant den zweiten Platz unter den 50 besten Restaurants der Welt, im Jahr darauf folgte die Auszeichnung als bestes Restaurant der Welt!

The Fat Duck – Namensgebung

2014 schloss Blumenthal die «Fette Ente» und ging für ein halbes Jahr mit Sack und Pack nach Melbourne / Australien, wo er in einem neuen «The Fat Duck», welches später «Dinner» heissen sollte, weiterkochte. Diese vorübergehende Schliessung des Standortes Bray führte dazu, dass das Restaurant für den Guide Michelin 2016 nicht mehr bewertet werden konnte und damit seinen 3-Sterne-Status verlor, den es im Folgejahr aber wiedererlangte. Die «Dicke Ente» nahm ihren Höhenflug nach einer Komplettsanierung im September 2015 wieder auf. «Es ist das Ehrgeizigste, was ich jemals gemacht habe, aber es ist auch das Aufregendste», so Blumenthal. Blumenthal möchte seine 42 Gäste nicht nur zum Essen einladen, sondern auf eine «Reise». Bei Ankunft erhält der Gast keine nüchterne Menükarte, sondern eine Art Karte mit so rätselhaften Namen von Speisen wie «Kann ich Geld für den Eismann haben?», die Geschichten aus Kindheitserinnerungen hervorrufen sollen. Berühmte Gerichte mussten einer ganz neuen Philosophie weichen: das erste personalisierte, humanisierte Restaurant-Erlebnis.

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