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DRIVE STYLE

Mehr Club-Lounge als Auto-Interieur: der exklusive Fond

Mit insgesamt 4011  Bestellungen hat die Kundschaft der noblen BMW-Tochter ihrer Marke im letzten Jahr das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte beschert. Und das trotz der vorzeitigen Einstellung der letzten Phantom-Generation, die bei aller Traditionsliebe nach 13 Jahren Bauzeit dann doch einmal der Ablösung bedurfte. Weil Luxusgüter der Wiedererkennbarkeit bedürfen, verzichtete Chefdesigner Giles Taylor beim Neuen auf eine unziemlich umfangreiche Umgestaltung der Alu-Karosserie. Erst auf den zweiten Blick nimmt man den höher aufragenden Kühlergrill mit aus den Gründen des Fuss­gängerschutzes versenkbarer Kühlerfigur. In einem Rolls-Royce gelten Monitore und Tasten als Zumutung, als Störenfriede zwischen Hochglanzholz und Schmeichelleder. Deshalb klappen im opulenten Fond – eher Club-Lounge als Auto-­ Interieur – die Bildschirme des Entertainment-­ Systems aus Holzpaneelen in den Vordersitzen aus. Der Drehsteller für das Navi verschwindet in der Mittelarmlehne, und das volldigitale Cockpit verbirgt sich hinter Glasflächen und wird erst beim Einschalten der Zündung sichtbar. Rund 130 Kilogramm Dämmmaterial und sechs Millimeter starke Glasscheiben sperren die Realität aus.

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Bei allem Understatement erhält das Rolls-Royce-­ Flaggschiff natürlich auch einen standesgemässen Antrieb. Den V12-Benziner mit 6,75 Liter Hubraum beatmen neu zwei Turbolader, was bei 571 PS eine Mehrleistung von 111 PS beschert. Die Achtstufen-­ Automatik wählt mit dem Navi vernetzt die Gänge entsprechend des Streckenverlaufs. Eine Stereokamera in der Frontscheibe informiert das auch neu entwickelte adaptive Fahrwerk mit Fünflenker-­ Hinterachse über Temposchwellen und Schlag­ löcher, sodass die Federraten situativ angepasst werden können. Nicht wenige Kunden werden tatsächlich ergriffen sein bei der Übergabe ihres Fahrzeugs, denn der Löwenanteil aller ausgelieferten Phantom werden laut der Erwartungen bei Rolls-Royce das Individualisierungsprogramm durchlaufen: Jedes Fahrzeug wird zum Einzelstück mit Lack, Leder, Intarsien oder Sonder­einbauten entsprechend Kun­ denwunsch. Neu kann ein künftiger Eigner gar seinen Lieblingskünstler ein passendes Objekt für die als Gallery bezeichnete Mini-Vitrine über dem Handschuhfach gestalten lassen. Als Spiegelbild seiner Vorlieben, seines Charakters, seiner Persönlichkeit.

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PRESTIGE Germany Volume 13  

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