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WATCHES & JEWELLERY

Piaget

feiert. Cocktails standen hoch im Kurs, war der damals erhältliche Alkohol doch oft von so schlechter Qualität, dass er ohne kreative Zutaten kaum geniessbar war. Neu an den Flüsterkneipen war, dass sie, im Gegensatz zu den einstigen Saloons, auch von Frauen besucht wurden. Oft waren dies die extravaganten «Flapper», wie die damaligen selbstbewussten Damen genannt wurden, die mit Pagenschnitt und Zigarette in der Hand als Typus in die Geschichtsbücher eingehen sollten. Als ­Rebellion gegen die Prohibition und im Zuge des neu erhaltenen Frauenwahlrechts und damit neuen Selbstbewusstseins kamen die übergrossen Cocktailringe in Mode. Als flamboyante Zeichen der Freiheit standen sie als Symbol für den Exzess und eine hedonistische Lebensweise. Kühn, übergross und meistens an der rechten Hand getragen – und daher offensichtlich kein Ehering – waren sie also höchstwahrscheinlich mit dem Geld einer Frau gekauft und standen damit für deren Unabhängigkeit.

Im Wandel der Zeit Waren die Cocktailringe der 1920er oft sehr wertvoll aus Platin oder Gold mit Diamanten oder Edelsteinen, wie Smaragde und Saphire, kamen im Laufe der Zeit auch Kreationen aus bunten Halbedelsteinen und formal neue und abstraktere Interpretationen auf. In den 1950er und 1960er Jahren galt der Cocktailring als übliches Accessoire für Frauen an gesellschaftlichen Anlässen wie Cocktailpartys, aber auch für einen Restaurant- oder den Opernhausbesuch. In den Dekaden der 1960er und 70er Jahre kam der imposante Ring etwas aus der Mode, um in den Achtzigerjahren sein Comeback zu feiern. Bis heute sind die übergrossen Ringe noch fester Bestandteil in den Kollektionen der meisten exklusiven Schmuckmarken. Und zu einem minimalistisch-modernen Look getragen, hat der legendäre Ring auch bis heute nichts von seiner beeindruckenden Wirkung verloren.

The luxurious way of life I 101

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