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Liebe Leserin, lieber Leser, Anfang der Siebzigerjahre war die Wachstumswelt noch weitgehend in Ordnung. Der Aufschwung der Nachkriegszeit schien, von Konjunkturdellen abgesehen, immer weiterzugehen. Die Gesellschaften pflegten einen immer runder werdenden Mittelstandsbauch. Konservative Wissenschaftler wie Helmut Schelsky sprachen despektierlich von der «nivellierten Mittelstandsgesellschaft». Das Thema Ökologie war nur ein Nischenthema für Minderheiten wie Tierschützer. Das änderte sich mit dem intellektuellen Paukenschlag des Club of Rome im Jahr 1972. Das Team um den jungen Wissenschaftler Dennis Meadows vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) publizierte die wegweisende Studie «Grenzen des Wachstums». Schon der Titel stand im Kontrast zum Zeitgeist. Das Buch entwickelte sich trotzdem zum Bestseller für eine junge Generation, die den blauen Planeten Erde zum ersten Mal aus dem All sehen konnte und die Gefährdung des ökologischen Gleichgewichts auf die gesellschaftliche Agenda setzte.

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Und wie sieht heute die Situation aus? Auf den ersten Blick könnte man die These wagen, die Voraussagen des Club of Rome sind krachend gescheitert. Es gibt doch heute immer noch Wachstum. Die ganze Welt freut sich aktuell über eine brummende Konjunktur mit steigenden Wachstumszahlen und Aktienkursen. Der zweite Blick sieht aber ganz anders aus. Trotz vieler Erdgipfel, wie dem von Rio aus dem Jahr 1992, als der Begriff Nachhaltigkeit seine neue Bedeutung bekam, und verschiedener Klimagipfel, zuletzt im November 2017 in Bonn, sind die Grenzen des Wachstums Realität geworden. Die Zeichen des Überschiessens sind erkennbar und nachweisbar. Bei einer Veranstaltung von AQ Investment, einer Tochter der Aquila Capital, im Hotel Widder im April 2017 in Zürich belegte dies Meadows eindrucksvoll. Das physische Wachstum, so wie wir es aus dem fossilen Zeitalter kennen, fällt langsam zusammen. Offensichtliche Symptome des klassischen Wachstums sind massive Umweltverschmutzung und die schwindenden Ressourcenvorkommen. Es stellt sich nur die Frage, ob wir eine harte oder weiche Landung erleben müssen oder hinbekommen. Das war der Ausgangspunkt für einen Themenschwerpunkt, den wir auf den folgenden Seiten präsentieren. Es geht konkret um die Frage, was die Finanzbranche tun kann, um hier lenkend einzugreifen. Früher waren es nur wenige private Kunden, die ihre Anlagestrategie, neben klassischen Indikatoren, auch auf ökologische und soziale Konsequenzen abklopften. Inzwischen ist das Thema im Mainstream angekommen. Grosse institutionelle Anleger wie die Swiss Re haben einen Strategiewechsel eingeleitet. Es gibt auch gute Botschaften.

Georg Lutz Live e

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Chefredaktor kmuRUNDSCHAU g.lutz@rundschaumedien.ch www.kmurundschau.ch

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