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mozartnews No.3 – Januar 2011

„Wunderbar sensibel“

Lauma Skride: Klavierkonzert Es-Dur KV 271 30. Januar 2011 Kurhaus Wiesbaden 17:00 Uhr Gastiert in Wiesbaden: Lauma Skride (Klavier)

konzert– programm W. A. Mozart Sinfonie Es-Dur KV 132 Joseph Haydn Sinfonie Nr. 52 c-Moll W. A. Mozart Klavierkonzert Es-Dur KV 271 (Jeunehomme) Ausführende: Sinfonietta Köln (Leitung Cornelius Frowein) Solistin: Lauma Skride (Klavier) Einführungsvortrag: 16:00 Uhr

„Wunderbar sensibel, mit herrlichen Klangfarben, immer wieder auch mit hochvirtuosem Elan“ sei das Spiel von Lauma Skride, wie es ihr der Bayerische Rundfunk in einer Rezension attestiert.

2007 spielte Lauma Skride den Klavierzyklus „Das Jahr“ von Fanny Hensel bei SONY ein und wurde für diese Aufnahme mit dem Echo-Klassik Preis als beste Nachwuchskünstlerin geehrt.

Kombiniert mit einer brillanten Technik sind dieses die Eigenschaften, mit denen es Lauma Skride gelingt, als Solistin wie als Kammermusikerin gleichermaßen auf den wichtigsten nationalen und internationalen Podien zu begeistern.

1982 in Riga als jüngste von drei Schwestern einer lettischen Musikerfamilie geboren, begann Lauma Skride im Alter von fünf Jahren Klavier zu spielen und wurde wenig später Schülerin von Anita Paze an der Musikhochschule Emil Darzins in Riga. Abschließend studierte sie in der Klasse von Prof. Volker Banfield an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Insbesondere für ihre Interpretationen des deutschen klassischen und romantischen Repertoires wird Lauma Skride, seit 2008 Trägerin des Beethoven-Ringes, geschätzt: Zu den Dirigentinnen und Dirigenten, mit denen Lauma Skride arbeitet, gehören Andris Nelsons, Kristjan Järvi, Anu Tali, Muhai Tang, John Storgards, Pedro Halffter, Yan Pascal Tortelier und Cornelius Meister.

Seit ihrem elften Lebensjahr nahm Lauma Skride an zahlreichen internationalen Wettbewerben teil (u.a. Maria Canals in Spanien und Cleveland International Piano Competition USA) und wurde mehrfach ausgezeichnet.


„musikistkulturauftrag“ Ein Gespräch mit Wolfgang Hainer über Jugendförderung, Marketing und private Fördergelder

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Seit rund 50 Jahren finanziert die Mozart-Gesellschaft Wiesbaden ihre Konzerte ausschließlich aus privaten Mitteln - Firmen-Partnerschaften, Ticketeinnahmen, Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Unter dem Motto “Wir bewegen etwas in der Stadt” und dem Titel eines “Kultur-Partners” geht die Gesellschaft jetzt gezielt auf die Wiesbadener Geschäftswelt zu. Und entwickelt weitere Ideen für ihre Arbeit, um für private Gönner und Förderer attraktiv zu werden. Das gesamte Förderkonzept finden Sie auf der Seite www.mozartwiesbaden.com

Die Mozart-Gesellschaft will die Jugendförderung ausbauen – als einen ihrer wichtigen Eckpfeiler für die Zukunft. Was heißt das konkret? Unser Ziel muss es einmal sein, junge Menschen für Kultur und klassische Konzerte zu gewinnen. Das Ziel teilen wir mit vielen anderen Kultureinrichtungen. Zu unserer Bildungsgesellschaft gehört der Kulturauftrag zwingend dazu. Die Möglichkeiten der Mozart-Gesellschaft sind hier naturgemäß begrenzt, weil wir neben den Konzerteinnahmen alleine auf private Mittel angewiesen sind. Aber unsere Familienkonzerte, die wir im letzten Jahr ins Leben gerufen haben, finden beste Resonanz. Wir wollen auch die Kooperation mit den Wiesbadener Schulen verstärken, etwa mit einer Anzahl an Freitickets für jedes Konzert… Das aber ist ja nur der eine Pfeiler… Ja. Uns ist genauso wichtig, dass wir jungen Künstlern eine Konzertmöglichkeit geben mit den besten Orchestern und den

besten Dirigenten - jungen Künstlern, die gerade an der Schwelle zu einer internationalen Karriere stehen. In dieser Phase, das weiß man, ist das Konzertieren mit immer wieder neuen Partnern das Wichtigste. Wir laden junge Ensembles ein, etwa das Spohr-Ensemble, das Tecchler-Trio und junge Gesangs-Solisten; oder wir freuen uns auf Pianisten, die vor einer großen Karriere stehen, wie jetzt die Lettin Lauma Skride. In 2011 wird das LandesjugendsinfonieOrchester Hessen bei uns gastieren. Auch das sind junge Künstler, die bereits auf einem äußerst hohen Niveau spielen. Nun haben Sie den Mozart-Preis auf Eis gelegt, der ja gerade der Förderung junger Künstler dienen sollte. Wir haben ihn unterbrochen, das stimmt, hoffen aber, so schnell wie möglich eine neue Form dafür zu finden. So ein Projekt kostet viel Geld, das der Mozartgesellschaft zur Zeit nicht zur Verfügung steht. Es wäre sehr schön, wenn wir private Förderer für einen solchen Preis gewinnen könnten. Die Maßnahmen, die Sie vorhin genannt haben, mögen alle richtig sein – so richtig „sexy“ sind sie aber nicht…

Wolfgang Hainer, Vorsitzender der MozartGesellschaft Wiesbaden

Klassische Musik wird nie auf einen breiten Massengeschmack treffen, und es wäre der falsche Weg, mit Marketing-Mätzchen krampfhaft „jugendlich“ sein zu wollen. Der Schweizer Musiker Benjamin Engeli hat das einmal sehr schön ausgedrückt: Es muss immer eine innere Bereitschaft da sein, sich von Musik berühren zu lassen. Das ist etwas, was Eltern und Bildungseinrichtungen leisten müssen. Wir sind eben nicht nur ein Technologie-Standort, sondern haben auch ein großes Kultur – und Musikerbe zu wahren.

Noch einmal zu den Maßnahmen, die Sie im Kopf haben… Wir werden in den nächsten Jahren auch das ein oder andere Experiment angehen – warum sollte nicht ein hochbegabter Jugendlicher auch frühzeitig einmal in ein Orchester integriert werden, warum nicht ein „Werkstatt-Konzert“ stattfinden, warum nicht Mozart einmal experimentell aufgeführt werden? Warum nicht Patenschaften übernehmen für begabte junge Künstler? Wir wollen auch andere spannende Orte für Konzerte finden – wobei das Wiesbadener Kurhaus immer wichtigster Aufführungsort bleiben wird. Und wir werden schauen, welche Brücken wir zu anderen Kultursparten finden können – der Malerei, der Architektur, der Literatur, der Bildhauerei. Woher sollen denn die Gelder für solche Projekte kommen – wo in Zeiten knapper Kassen an allen Ecken und Enden der Kultur gespart wird? Wir sind angewiesen auf das Bürgerengagement in seinem besten Sinn. Durch ihre Eintrittsgelder fördern uns unsere Konzertbesucher und Abonnenten ja bereits. Unsere Mitglieder zahlen Mitgliedsbeiträge. Dafür gebührt Ihnen großer Dank. Über den Fonds von Margot Nay, die uns vor vielen Jahren einen namhaften Betrag zur Verfügung gestellt hat, konnten wir viele Jugend-Projekte realisieren. Wir würden uns freuen, wenn sich weitere Wiesbadener Bürger zu einem solchen Engagement eingeladen fühlen. Es geht um die lebendige Musik-Tradition in unserer Stadt. Die Mozart-Gesellschaft versteht sich seit fast 50 Jahren als wichtiger Eckpfeiler dieser Tradition. Wir wollen mit unserem ganzen ehrenamtlichen Engagement dafür sorgen, dass das so bleiben kann.


Sprössling aus Bayern... 200 Jahre und doch ganz neu: Der Konzertflügel 362.854 Er trägt bei Schimmel die Seriennummer 362.854, wiegt rund 535 Kilo, hat 20 Tonnen Zugkraft auszuhalten und kostet heute 115.000.- Euro. Es sind beeindruckende Zahlen, doch ein großer Konzertflügel erzählt seine Geschichte nicht über nackte Zahlen. Das beeindruckende Instrument, auf dem die Pianistin Lauma Skride am 30. Januar das Klavierkonzert von Mozart spielen wird, würde wohl erzählen, dass sein Leben vor rund 200 Jahren dicht am Großen Arber, der höchsten Erhebung im Bayerischen Wald, begonnen hat. Dorther, überwacht, gehütet und gepflegt von der Bayerischen Forstverwaltung, kommt das Tonholz für alle Flügel des Hauses Schimmel. Als kleiner Sprössling, der später als Flügel Nummer 362.854 durch die Welt reisen wird, durchbrach er die graue Erde noch vor den Napoleonischen Kriegen, als es das Wort Waldsterben noch nicht gab, und als die Klavierkonzerte Mozarts gerade erst komponiert waren. Nur langsam durfte er wachsen, dicht mussten die Jahresringe sitzen, nur dann wird es erstklassiges Holz.

Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt, die neues Material auf immer bessere Resonanz und optimale Schwingungsbreiten testeten; die handgemachte Walkverfahren für die Filzherstellung wieder ausgruben, um dem neuen Flügel ein absolutes Gleichmass der Hämmer zu garantieren; und die den Hämmern die beste Merino-Wolle verpassten, die aufzutreiben war, um einen schnellen Anschlag und den klarsten nur denkbaren möglichen Ton zu gewährleisten; die Mahagoni-Holz in elf Lagen um ihn herum legten, und die nun, als er Anfang diesen Jahres zum Flügel wurde, nur zwei Prozent

seines Holzes für den Resonanzboden benötigten. Ob die Nummer 362.854 als grandioser Botschafter deutscher Klavierbaukunst durch die Welt reisen oder einem Klavierliebhaber den Abend verschönern wird, dass freilich ist noch offen. Ebenso, welcher Künstler ihn spielen, wer seine großartigen Klangfarben zum Leben erwecken wird. Und manchmal ist es einfach schön, in einem Konzert die Augen zu schließen und sich mit der Musik in jene Zeit hineintreiben zu lassen, als nicht nur die Musik selber, sondern auch das Holz für Instrumente entstand, die uns heute grandiose Aufführungen in allen Konzertsälen der Welt ermöglichen. Versuchen Sie es mal.

Dort, mitten in den dichten Fichtenwälder, auf einer Höhe zwischen 1200 und 1400 Metern hat er gestanden, der junge Baum, in dem über die Jahrhunderte das Holz wuchs für den Resonanzboden des gewaltigen Schimmel-Konzert-Flügels. Für jenen Resonanzboden, der dafür sorgt, dass der Konzertflügel 280, eines der größten jemals in Serie gefertigte Instrumente, in jeder Konzerthalle dieser Welt “trägt”. Sein jahrhundertelanges Wachstum alleine, sein tapferer Kampf gegen Borkenkäfer, Herbst- und Winterstürme alleine jedoch hätten nie ausgereicht, aus ihm einen Star in der Musikszene zu machen. Denn parallel waren es die Klavierbaumeister in Braunschweig, die Holzfachleute, die Computerspezialisten, die Ingenieure und Künstler, die Physiker der Deutschen

Der Flügel, den Lauma Skride am 30. Januar spielt, wird vom Hause Schimmel in Braunschweig in Zusammenarbeit mit dem Pianohaus Porth (Wiesbaden) zur Verfügung gestellt.


ein klang, eine einheit

Die Sinfonietta Köln unter Leitung von Cornelius Frowein ist ein gern gesehener Gast bei der Mozart-Gesellschaft Wiesbaden. Das Kammerorchester wurde 1984 gegründet und gehört heute zu den profiliertesten Ensembles seiner Art. Insbesondere mit Interpretationen der Musik Mozarts und seiner Zeitgenossen beschreitet die Sinfonietta Köln einen viel beachteten Weg, der die besondere musikalische Ästhetik der Zeit in den Vordergrund rückt und zu einer Synthese aus dem traditionellen Klangbild und der Wiedergabe auf Originalinstrumenten führt. Zum Repertoire gehören Werke der Romantik ebenso wie Musik des 20. Jahrhunderts.

Namen & Nachrichten Auf der Mitgliederversammlung der Mozart-Gesellschaft im Dezember 2010 wurden neue Mitglieder in den Vorstand gewählt, der jetzt wie folgt aussieht: Wolfgang Hainer, Berlin (Vorsitzender), Frau Anni Fichte, Wiesbaden Karlheinz Rees, Wiesbaden, Michael Mollenhauer (Wi), Schatzmeister Hartmut Wedell, Wiesbaden/Usingen * Das kleine Mozart-Archiv in der Geschäftsstelle, das vor allem auf einer Spende unseres Mitglieds Herrn Eckhard Fuhr beruht, wird derzeit erschlossen. Wir werden regelmäßig über kleine “Pretiosen” aus diesem Archiv auf der Internetseite www. mozartwiesbaden.com berichten. Wer sich die Werke einmal direkt anschauen möchte,

kontaktiert gerne die Geschäftsstelle Frau Juliane Schmidt unter 0611 - 30 50 22. * Für die Verteilung der MozartNews, die künftig regelmäßig erscheinen, suchen wir Freiwillige, die wir mit Konzertkarten belohnen möchten. Es geht vor allem um die Verteilung der Flyer vor bzw. nach anderen Konzerten in Wiesbaden, Mainz und Frankfurt. Auch sonstige Ideen für die Auslage der MozartNews sind herzlich willkommen. * Geschäftsstelle und Kontakt: Frau Juliane Schmidt, mozartwiesbaden@aol.com, Telefon: 0611 - 30 50 22. Tickets und Abonnements Frau Sibylle Bialucha, Telefon: 0611-90 16 979. tickets@mozartwiesbaden.com

nächste konzert-termine* 13. März 2011, 11 Uhr Spohr-Ensemble, Werke von Boccherini, Schönberg und Mozart 20. März 2011, 17 Uhr Philharmonisches Staatsorchester Mainz, Leitung: Catherine Rückwardt, Werke von Mozart und Mahler – Solistin: Mareike Braun, Mezzosopran (zum 100. Todestag von Gustav Mahler) 27. November 2011, 17 Uhr Mainzer Kammerorchester mit Werken von Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert

* alle Konzerte finden im Kurhaus Wiesbaden statt.

Karten für das Konzert am 30. 01. 2011 erhalten Sie unter Tel. 0611 - 90 16 979, online über www.mozartwiesbaden.com oder an der Abendkasse.

Mozart News No3  

Advertising classical concert at January 30th 2011 Kurhaus Wiesbaden, 5pm.

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