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mozartnews No.2 – November 2010

Mozarts Klavierkonzert Nr. 20 d-Moll 14. November 2010 Kurhaus Wiesbaden 17:00 Uhr Gastiert in Wiesbaden: Das Tecchler-Trio mit Benjamin Engeli (rechts) Klavier, Esther Hoppe, Violine, und Maximilian Hornung, Violoncello

konzert– programm Franz Xaver Richter Adagio und Fuge g-Moll W. A. Mozart Klavierkonzert Nr. 20 d-Moll KV 466 L.v. Beethoven - Konzert für Klavier, Violine und Violoncello C-Dur op. 56 Ausführende: Mainzer Kammerorchester, Tecchler-Trio, Dirigent: Hubert Buchberger Einführungsvortrag: 16:00 Uhr

Welch eine Kombination: Ein junges Trio, dabei, die Welt zu erobern; ein erfahrenes, hochsensibles Orchester, ein inspirierender Dirigent. Sie alle stehen für einen Konzertabend der Extraklasse: Das Tecchler-Trio, das Mainzer Kammerorchester und Hubert Buchberger. Wir unterhielten uns mit Benjamin Engeli vom Tecchler-Trio, der auch als Solist das Klavierkonzert von Mozart spielen wird.

Das ist ja eine spannende Kombination am 14.11. im Kurhaus Wiesbaden, Herr Engeli. Sie sind Solist bei Mozarts Klavierkonzert d-moll und gleichzeitig wichtiger Teil Ihres Trios bei Beethovens Tripelkonzert - in EINEM Konzert. Ausnahme oder neuer Trend? Das ist sicher eher die Ausnahme. Normalerweise treten wir geschlossen als Trio auf. Ich denke aber, die Kombination der Werke passt sehr gut zusammen, daher bin ich zuversichtlich, dass das Programm als Ganzes überzeugt.

Kaum ein Werk ist in der Musikgeschichte so häufig eingespielt wie Mozarts Nr. 20. Wie interpretieren SIE das Werk? Wo bringen Sie eigene Akzente ein? Diese Frage beantworte ich ungern selber, ein Aussenstehender könnte das viel besser formulieren. Ich möchte mich nicht einordnen müssen zwischen Clara Haskil und, sagen wir mal: Fazil Say. Ganz generell kann ich sagen, dass ich eigentlich nie bewusst eigene musikalische Akzente setze, sondern ein Werk möglichst “original” wiedergeben möchte. Dass mit der Arbeit


an einem Stück eine ganz eigene Interpretation entsteht, versteht sich von selbst, das muss ich gar nicht forcieren.

Innerhalb dieser Zeit haben Sie sich weltweit einen Namen gemacht. Wie hat das Trio die letzten drei Jahre erlebt?

Welche Komponisten lieben Sie? Auf wen wollen Sie sich als Solist in den nächsten Jahren konzentrieren?

Der Preis beim ARD-Wettbewerb hat uns enorm Auftrieb gegeben, was Konzerte in Deutschland betrifft. Vieles ist einfacher geworden. Es war auch für uns persönlich sehr wichtig, das Selbstvertrauen ist natürlich nach so einem Erfolg grösser als vorher. Gleichzeitig geht das Leben weiter, wir können uns nicht auf Lorbeeren ausruhen und müssen versuchen, immer besser zu werden. Ausserdem entwickelt sich jeder von uns auch individuell weiter. Mittlerweile haben Esther und Maximilian wichtige Positionen in Orchestern übernommen, ich unterrichte an der Hochschule in Basel, und seit kurzem ist unsere Geigerin auch Mutter.

Johannes Brahms ist wahrscheinlich der Komponist, der mir am nächsten ist. Daneben gibt es natürlich noch viele andere. Ein grosses Projekt, das jetzt auf mich zukommt, sind die Goldbergvariationen von Johann Sebastian Bach, die ich im März aufführen werde. Eine beglückende und beängstigende Aussicht zugleich. Haben Sie Vorbilder? Wer beeindruckt Sie, Herr Engeli? Pianistisch gesehen bin ich fasziniert von Krystian Zimerman, Grygory Sokolov oder Dinu Lipatti. Dazu kommen noch Musiker wie Bernard Haitink, Claudio Abbado und natürlich das Universalgenie Leonard Bernstein. 2007 hat das Tecchler-Trio den 1. Preis im ARD-Musikwettbewerb gewonnen.

Was reizt Sie an Beethovens Tripelkonzert, mit dem Sie in Wiesbaden konzertieren – ein ja eher vernachlässigtes Stück? Ich finde es ein wunderschönes, spielfreudiges und positives Werk, ich kenne kein entspannteres und von den musikalischen Verläufen her unproblematischeres Stück

Hubert Buchberger, Professor für Kammermusik an der Hochschule für Musik in Frankfurt, ist immer wieder Gast bei der Mozart-Gesellschaft. Am 14.11. dirigiert er Mozarts Klavierkonzert Nr.20 d-Moll und Beethovens Tripelkonzert. Die Fachpresse würdigt ihn nicht nur als Dirigent, sondern auch das Buchberger-Quartett, das er 1974 ins Leben rief. Vor allem die Einspielung aller Streichquartette von Joseph Haydn zu dessen 200. Todestag 2009 fand äußerst positive Aufnahme bei den Musikliebhabern. Der Dirigent: Hubert Buchberger

von Beethoven. Es ist allerbeste Unterhaltungsmusik, wunderbar frisch und lebendig. Wir spielen es immer wieder mit sehr viel Lust und freuen uns auf jede Aufführung. Es gibt natürlich ein paar schwierige Aspekte, beispielsweise das Zusammenspiel untereinander und mit dem Orchester, oder die Balance zwischen Klavier und Streichersolisten. An diesen Dingen kann man immer weiter arbeiten. Können Sie mit dazu beitragen, dass auch wieder jüngeres Publikum in die Konzertsäle geht? Sehen Sie dafür überhaupt eine Chance? Eine schwierige Frage. Manchmal vermisse ich ein bisschen den Respekt gegenüber dem Publikum, das in Konzerte geht. Immer hört man die Klage, “die Jungen gehen nicht mehr ins Konzert” - wobei ich nicht sicher bin, ob das jemals anders war. Als älterer Konzertbesucher muss man sich ja fast entschuldigen, dass man auch zu denen gehört, die zum hohen Durchschnittsalter beitragen. Es gibt ja zahlreiche Bemühungen von Institutionen, wie junges Publikum in die Konzertsäle geholt werden kann. Meiner Meinung nach wird dabei klassische Musik oft zu billig verkauft, die Leute kommen wegen der abschliessenden Party mit DJ, die Beethoven-Sinfonie zu Beginn hört man sich dann halt auch noch an. Ich bezweifle, dass das nachhaltig ist. Eine Idee, wo man ansetzen könnte, wäre bei den interaktiven Medien. Live-Streams von Konzerten im Internet, eine Tecchler Trioapp für’s iPhone, solche Dinge könnten


Das Mainzer Kammerorchester wurde 1955 von Prof. Günter Kehr gegründet, der es bis zu seinem Tod 1989 geleitet hat. Es hat die ganze Welt bereist, rund 150 LPs und CDs produziert. Unter der künstlerischen Leitung von Volker Müller hat sich das Mainzer Kammerorchester neue Ziele gesetzt. Interpretationen werden meist unter der Leitung der Konzertmeister erarbeitet. Solisten kommen in der Regel aus den eigenen Reihen, und Ensemblemitglieder werden in interessante Projekte eingebunden.

ein erster Berührungspunkt mit klassischer Musik für junge Menschen sein. Man kann aber niemanden zu seinem Glück zwingen. Wer nicht offen dafür ist, sich auf emotionale und intellektuelle Weise im Konzert berühren zu lassen, muss von mir aus auch nicht im Saal sitzen. Wo will das Trio hin? Wo liegt der musikalische Anspruch? Der Anspruch ist einfach: wir wollen immer so gut wie möglich sein. Es gibt nichts Unbefriedigenderes, als wenn man nach

einem Konzert das Gefühl hat, nicht sein Bestes gegeben zu haben. Das ist natürlich nicht messbar und verändert sich auch mit den Jahren. Konstant geblieben ist das Ideal von der Balance zwischen solistischem und kammermusikalischem Anspruch. Ein Klaviertrio, das aus drei Solisten besteht, findet selten zu schlüssigen Interpretationen, und ein Ensemble, wo die einzelnen Spieler keine solistische Ausstrahlung haben, wirkt schnell einmal blass. Man muss blitzschnell wechseln können zwischen diesen beiden Welten und manchmal auch beides gleichzeitig sein. Was die Zukunft

karrieremässig bringt, davon lassen wir uns gerne überraschen. Bisher hat es ja mit dieser Einstellung sehr gut geklappt. Auf welche Aufnahmen oder Einspielungen dürfen wir uns 2011 freuen? Wir haben kürzlich zwei Klaviertrios des jungen deutschen Komponisten Tobias PM Schneid aufgenommen, die werden nächstes Jahr zusammen mit brandneuen Solowerken für Violine und Klavier erscheinen. Dies wird bestimmt unsere bisher spannendste Einspielung!

der erzherzog Das Tripelkonzert C-Dur op.56 von Beethoven gehört aus unterschiedlichen Gründen zu den leider vernachlässigten Stücken des Komponisten - zum einen wegen der immer wieder behaupteten formalen Verwandtschaft zum barocken Concerto grosso, obwohl es vielmehr eine Spielart der Sinfonia concertante darstellt, zum anderen wegen der Tatsache, dass die solistischen Parts unterschiedlich ausgestaltet sind. Das hängt damit zusammen, dass Beethoven den Klavierpart der Technik von Erzherzog Rudolf anpassen wollte, dem es auch gewidmet ist. Beethoven hat das Tripelkonzert in zeitlicher Nachbarschaft zu so berühmten Werken wie der Eroica, der Waldstein-Sonate und der Appassionata geschrieben... W. Hainer Gesamter Text unter www.mozartwiesbaden.com

Die Mozartgesellschaft Wiesbaden, seit 45 Jahren fester kultureller Teil des Musiklebens in der Landeshauptstadt, finanziert sich ausschließlich über Konzerteinnahmen, Spenden sowie private und Sponsoren-Gelder.

Wir freuen uns, dass das Konzert am 14. November von der UBS (Niederlassung Wiesbaden) unterstützt wird und danken der Bank dafür ganz herzlich. Allen Gästen der UBS wünschen wir ein schönes Musikerlebnis.

Als ersten “Wiesbadener Kulturpartner 2011” begrüßen wir das Pianohaus Porth. Kulturpartner sind ausgewählte Wiesbadener Geschäfte, die das Kultur- und Musikleben in der Satdt fördern möchten. Piano Porth gehört zu den großen Traditionshäusern und vertritt erstmals in Wiesbaden das Haus Bösendorfer.


freundenmusikschenken

... mit Konzert-Gutscheinen zu Weihnachten! Machen Sie anderen zu Weihnachten eine Freude mit Konzert-Gutscheinen für das Jahr 2011 mit freier Auswahl des Konzerts. Oder überraschen Sie Ihr jüngstes Date, feiern Sie Verlobung mit Mozart, erinnern Sie sich an Jugendzeiten. Für einen wunderbaren Konzertabend im Kurhaus Wiesbaden gibt es immer einen Anlass. Am 14. November finden Sie uns vor dem Konzert ab 13 Uhr im Kurhaus Wiesbaden. Oder rufen Sie einfach an: 0611-30 50 22.

Ihre Mozart-Gesellschaft Wiesbaden

nächste konzert-termine*

14.11. ab 1300 Uhr im Kurhaus Wiesbaden

23. Januar 2011, 11 Uhr Familienkonzert; Mainzer Kammerorchester und jugendliche Solisten 30. Januar 2011, 17 Uhr Sinfonietta Köln, Werke von Haydn und Mozart, Leitung: Cornelius Frowein; Solistin: Lauma Skride 13. März 2011, 11 Uhr Spohr-Ensemble, Werke von Boccherini, Schönberg und Mozart 20. März 2011, 17 Uhr Philharmonisches Staatsorchester Mainz, Leitung: Catherine Rückwardt, Werke von Mozart und Mahler (zum 100. Todestag von Gustav Mahler) * alle Konzerte finden im Kurhaus Wiesbaden statt.

Karten für das Konzert am 14.11.2010 erhalten Sie unter Tel. 0611-30 50 22, online über www.mozartwiesbaden.com oder an der Abendkasse.


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