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DIAMANTENFIEBER

CHRISTOPH RENTSCH UND DER INDISCHE DIAMANTENHANDEL

DANCE

CÉLINE ANDRÉ UND IHR TANZTALENT

DICHTKUNST

KAI JOHN, DER DICHTER UND AUSWANDERER

DIGITAL UNSER APOKALYPSE ODER SEGEN FÜR DIE MENSCHHEIT?

TRANSLATION-POST NR. 03 | JUNI 2017


Inhalt

BETREFF: DIGITAL UNSER

BETREFF: DIGITAL UNSER

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TITELTHEMA: DIGITALISIERUNG

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Apokalypse oder Segen für die Menschheit? • «Nicht mitzumachen, ist die grösste Gefahr» • Offline! Oder warum wir bald untergehen

TALENTE IM TEAM

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DIGITAL LANGUAGE SOLUTIONS

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DIAMANTENFIEBER

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Céline André und ihr Tanztalent

Unser neuer Service im digitalen Zeitalter

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Christoph Rentsch und der indische Diamantenhandel

• Ein Menschenleben 2037: eine philosophische Betrachtung

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DIGITALISIERUNG IM HR

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• Peter Metzinger besinnt sich digital zurück

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RÄTSELHAFT

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SPIEL DER ZUKUNFT

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DICHTKUNST

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Der Klassiker des «Leiterlispiels» mit digitalen Zukunftsvisionen bestückt

Interview mit Nadja Hersche

Textfehler finden und Comic-Porträt gewinnen

Kai John, der Dichter und Auswanderer

WILLKOMMEN IM TEAM

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Die Neuen, die sich getraut haben

Liebe Leserin, lieber Leser

Für alle Texte in der TRANSLATION-POST gilt: Die gewählte männliche Form bezieht immer gleichermassen auch weibliche Personen mit ein. Zwecks besserer Lesbarkeit wurde auf eine konsequente Doppelnennung verzichtet.

IMPRESSUM Die TRANSLATION-POST ist ein Infomagazin für Kunden, Mitarbeitende und Partner. Herausgeberin ist die Translation-Probst AG.

Grafikdesign

RESIGN. Grafik & Webdesign

Comics

Pascal Coffez

Idee, Konzept, Redaktion

Cover

Predrag Jurisic, Translation-Probst AG

Michael Raaflaub, Michael Raaflaub Illustrationen

Redaktionelle Mitarbeit

Fotografie

Kai John, Christoph Rentsch, Marco Weyers und Dr. Andreas Lucco, Translation-Probst AG

Calvin Mattes, Mattes Films

Peter Metzinger, business campaigning GmbH

Seite 13, Andrey Gontarev, shutterstock.com

Korrektorat

Heinz Hug, Translation-Probst AG

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Fotocredits Druck

VÖGELI, Marketingproduktion & Druck, Langnau i. E.

Erscheinungsweise / Auflage 2x jährlich / 1‘000 Exemplare

Adresse Redaktion

Translation-Probst AG Technoparkstrasse 3, 8406 Winterthur, T +41 840 123 456, marketing@translation-probst.com www.translation-probst.com

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ie einen oder anderen von Ihnen mögen bei diesem Intro mutmassen, ich hätte nicht alle Daten in der Cloud. Darum eine kurze Erklärung, damit Sie diesbezüglich aufgeklärt sind: Die Digitalisierung hat Menschen und Unternehmen in einem biblischen Ausmass erfasst, das ihresgleichen sucht. Wie ein Tsunami. Oder wie eine Sintflut aus Bits und Daten. Und mit dieser Sintflut hat es − wie das häufig bei Megatrends der Fall ist − auch eine Menge Propheten angeschwemmt: Während die einen über die Digitalisierung frohlocken, beschwören die anderen die Apokalypse herbei. Was stimmt denn nun? Ist die Digitalisierung ein Segen oder doch eher ein Fluch für die Menschheit? Dazu haben wir den Experten Daniel Niklaus, Inhaber und Geschäftsführer der Netlive IT AG, befragt und Spannendes über die Digitalisierung, Datenanalyse und künstliche Intelligenz erfahren. Allerdings haben wir uns auch gefragt, was nach dem Internet kommt: Die Prognosen könnten düster sein, folgt man den Thesen von Thomas Grüter. Doch keine Angst − wir führen Sie auch zurück in die analoge Welt, ins Hier und Jetzt: Zusammen mit Céline André, unserer Leiterin des Key Account Managements, tauchen

wir ins Mysterium der kubanischen Tänze ein, die wiederum selbst eine besondere Form von Sprache sind – ob als Ausdruck für Gefühle, als Kunstform oder als Kommunikation zwischen zwei Menschen. Um zwischenmenschliche Kommunikation dreht sich auch unser Diamantenabenteuer: Unser Korrektor und Übersetzer Christoph Rentsch erzählt, wie er per Zufall Diamantenhändler wurde und worauf Schweizer Firmen achten müssen, wenn sie mit Indern Geschäfte erfolgreich abwickeln wollen. Dazwischen treffen Sie auf unsere neuen Kolleginnen und Kollegen sowie auf weitere Persönlichkeiten. Und als sprachliche Krönung stellen wir Ihnen unseren Key Account Manager Kai John vor: Neben seinem Talent für nordische Sprachen hegt er auch eine grosse Leidenschaft für Lyrik. Wir haben für Sie Einblicke und Kostproben seines Tuns eingefangen. Nun wünschen wir Ihnen viel Lust an unserer analogen Lektüre, die Sie auch gerne digital konsumieren dürfen, solange es das Internet noch gibt ...

Predrag Jurisic

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«NICHT MITZUMACHEN, IST DIE GRÖSSTE GEFAHR» Die Rede ist von der Digitalisierung. Die einen verehren sie, die anderen wehren sich dagegen. Wir haben Daniel Niklaus, seines Zeichens IT-Unternehmer, besucht und ihn über die Chancen und Gefahren der Digitalisierung ausgefragt. Herausgekommen ist dabei eine Fülle an beinahe grenzenlosen Möglichkeiten, auf die wir uns als Menschen, Unternehmer und Beschäftigte dank der Digitalisierung freuen dürfen − gerade auch in der Schweiz: «The Future is bright.»

«Hätte sich bei der Einführung der Eisenbahn oder des Automobils ein Land gegen diese neuen Technologien gestellt, wo stünde es heute?», antwortet Daniel Niklaus ketzerisch mit einer Gegenfrage auf die Frage nach den Gefahren der Digitalisierung. Vermutlich nirgends, haben doch die Eisenbahn und die Automobile dazu beigetragen, unser Leben bequemer, mobiler und vernetzter zu gestalten. «Nicht mitzumachen, ist die grösste Gefahr der Digitalisierung», ergänzt Daniel Niklaus. Dennoch birgt die Digitalisierung neben grenzenlosen Möglichkeiten auch reale Gefahren wie Fake News, Cyberkriege oder geklaute Identitäten. Und den Kontrollverlust des Individuums dank Big Brother. Ein Blick in eine ambivalente Zukunft.

DATENKLAU, SPIONAGE UND FAKE NEWS Ob getarnt als E-Mail von eines nigerianischen Politerben, versteckt als Trojaner im PC oder als blanke Falschmeldung in Facebook − die Digitalisierung eröffnet allen Menschen die Chance, zu kommunizieren, sich zu vernetzen und alltägliche Dinge einfacher zu machen, zum Beispiel online einkaufen, Reisen buchen oder mit Ämtern kommunizieren. Leider lockt sie wie jede neue Technologie auch Kriminelle und Konspirative an, die Kreditkartendaten klauen, Online-Erpressungen mit nicht ganz jugendfreien Bildern

betreiben oder bewusst Falschmeldungen − sogenannte Fake News − streuen, die weitreichende politische Folgen nach sich ziehen können. Das beste Beispiel ist der Konflikt in der Ukraine zwischen den prorussischen Rebellen und den Ukrainern selbst. Hier tobt beidseits ein Cyberkrieg mit bewusst platzierten Falschmeldungen, um die gegnerische Seite zu diskreditieren und die gestandenen Medien hinters Licht zu führen, bis niemand mehr den Durchblick hat.

Google ist doppelt so viel wert wie die deutsche Autoindustrie

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GIBT ES VW, MERCEDES UND BMW BALD NICHT MEHR? Trotz der genannten Gefahren hält die Digitalisierung auch erhellende Aussichten bereit: Wie das selbstfahrende Auto, das jede Person via App bestellen und mit dem sie dann von A nach B fahren kann, ohne ein eigenes Fahrzeug besitzen, geschweige denn dafür Strassenverkehrssteuern zahlen oder eine Vollkaskoversicherung abschliessen zu müssen. Durch das Global Positioning System (GPS) und die Vernetzung der selbstfahrenden Autos untereinander wird es am Gotthard nicht mehr stauen, was der Volkswirtschaft jährlich Milliarden einsparen und der Umwelt eine reinere Luft bringen wird. Kommt das selbstfahrende Auto von Google oder Apple, dann wird es für bestimmte Industriezweige ziemlich ungemütlich, zum Beispiel für Fahrlehrer, Strassenverkehrsämter, die SBB, die Taxibranche oder aber auch für die bisher im Gold badende Automobilbranche samt Zulieferern, die bereits nahe am Abgrund steht: Allein der Markenwert von Alphabet, Googles Mutterkonzern, ist etwa doppelt so

hoch wie derjenige aller renommierten Automobilmarken in Deutschland zusammen. 2016 betrug er 529 Milliarden Franken, während die grossen deutschen Automobilhersteller wie VW, Mercedes, BMW und Co. zusammen auf gerade mal 266 Milliarden Franken kamen (Quelle: Daniel Niklaus). Und diese stecken in einem zusätzlichen Dilemma: Zum einen ist das traditionsreiche Automobilkonzept des letzten Jahrtausends in den Firmenstrukturen fest verankert und verursacht hohe Fixkosten bei wenig Flexibilität; zum anderen steigt die Nachfrage nach ökologischen und technologischen Alternativen in einem Tempo, das viele Investitionen in Innovationen erfordert. «Dieses Strukturproblem könnte den grossen Automobilherstellern das Genick brechen, wie die Digitalfotografie es mit Kodak gemacht hat. Die neuen Geschäftsmodelle generieren nicht schnell genug Einnahmen, um die Umsatzverluste aus den alten Bereichen aufzufangen. Den traditionellen Konzernen geht wegen der alten Kostenstruktur schlicht und einfach der finanzielle Schnauf aus», verdeutlicht Daniel Niklaus.

WATSON, EINE FRAGE ... Die künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch: GoogleAlgorithmen verstehen unterdessen die suchenden Nutzer und antworten direkt auf gestellte Fragen in der Suchanfrage. Oder auch Watson, die wissbegierige Datenmaschine von IBM, die sich Bit für Bit weltweites Wissen aneignet, dieses nach Mustern untersucht und dadurch vielversprechende und realistische medizinische, wirtschaftliche oder auch marketingtechnische Voraussagen zulässt. IBM Watson ist das Orakel des 21. Jahrhunderts. Watson ist ein Datengenie, das auch Daniel Niklaus für sein Unternehmen nutzt und damit seinen Kunden einen Mehrwert beschert, indem er Watson mit verschiedenen Daten füttert, um daraus gezielte Antworten für strategische Entscheide und Prognosen zu erhalten. «Watson kannst du zum Beispiel mit all deinen Daten aus Google Analytics, Facebook, Twitter und Co. füttern und zusätzlich mit deinen internen Unternehmensdaten wie Umsatz, Offertanfragen oder Kundenreklamationen verbinden, um daraus Muster zu erkennen, die für deinen Geschäftsgang, deine Marketingund Werbestrategie oder auch die Gewinnprognose rele-

vant sind», erklärt Daniel Niklaus seine Arbeit mit Watson. Das Interessante dabei: Jeder Nutzer kann nach Eingabe der Daten, die zu analysieren sind, ganz menschliche Fragen stellen, um praktikable Antworten von Watson zu erhalten und damit weiterarbeiten zu können − wie beim kalifornischen Surf Camp von Daniel Niklaus: «Ich frage dann Watson, wie viel Umsatz je Geschlecht und Land über meine Facebookwerbung generiert wurden. Danach bekomme ich eine geografische Karte, die mir in der Stärke der Farben einzelner Länder signalisiert, dass aus Deutschland und der Schweiz die meisten Umsätze kommen. Zudem sehe ich in einem anderen Diagramm, welches Geschlecht in welchem Land bei welchem Wetter am meisten auf unsere Werbung reagiert hat. Somit kann ich je nach Land entweder die Werbung für Frauen oder für Männer verstärkt einsetzen und Streuverluste minimieren.» Gemäss Daniel Niklaus können KMU bereits ab 5‘000 Franken aus ihren Daten viel Wissenswertes gewinnen, das sie sonst nur mit einem hohen Personalaufwand oder in Form von Expertenhonoraren erreichen.

IBM Watson ist das Orakel des 21. Jahrhunderts.

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«DIE CHANCEN FÜR DIE SCHWEIZ STEHEN GUT» Daniel Niklaus sieht für die Schweiz eine positive Zukunft, sofern die vorhandenen Chancen auch genutzt werden: «Der Gesundheitsmarkt und die medizinische Forschung werden sich weltweit vervielfachen. Zum einen, weil es sehr reiche Menschen gibt, die im Falle einer seltenen Krankheit Forschungsinstituten grosse finanzielle Mittel zugänglich machen; zum anderen, weil der Mittelstand in China und Indien zunimmt. Dieser neue Mittelstand kann sich künftig eine bessere medizinische Versorgung leisten. Derzeit bilden die USA und Europa ein Marktpotenzial von 800 Millionen Menschen. Kommen weitere 400 Millionen Chinesen und zwischen 300 und 500 Millionen Inder hinzu,

hat die Pharmaindustrie rosige Aussichten.» Allerdings werden die Pharmakonzerne ihre Konditionen den neuen Märkten anpassen müssen: «Ein Problem, das der hiesigen Pharmaindustrie zum Verhängnis werden könnte, ist die neue Marktmacht in China und Indien, die bei einer Marktvolumenverdopplung problemlos die Schweizer Pharmakonzerne aufkaufen könnte», ergänzt Daniel Niklaus. Die ersten Entwicklungen in diese Richtung verdeutlicht das Beispiel des Agrochemiekonzerns Syngenta, der bis Sommer 2017 mit dem Giganten ChemChina fusionieren soll.

Sich selbstorganisierende Systeme wie die Blockchain machen Banken überflüssig. Weitere Schweizer Sektoren, die nach Einschätzung von Daniel Niklaus bedroht sind, sind die Uhren- und Finanzindustrie: «Im Zuge der Digitalisierung neigt die Uhrenindustrie dazu, sich in den Schmucksektor zu verabschieden, da smarte Uhren viel mehr als ihr klassisches Pendant können; künftig wird es wahrscheinlich noch mehr sein.» Die Finanzindustrie könnte der Digitalisierung ganz zum Opfer fallen. Kryptowährungen wie Bitcoin und sich selbstorganisierende Systeme wie die Blockchain machen Banken

überflüssig, da kryptografische Codes die Transaktionen sicher und transparent übernehmen. Trotz dieser bevorstehenden Umwälzungen bleibt Daniel Niklaus positiv gestimmt, wenn es um die Zukunft der Schweiz geht: «Alles in allem erleben wir derzeit Bewegungen, die gegen alle etablierten Branchen spielen. Dennoch denke ich, dass die Schweiz darauf am besten reagieren kann, weil wir dazu die nötigen finanziellen Ressourcen sowie eine starke und vernetzte Innovationsstruktur haben.»

Daniel Niklaus betreibt seit 24 Jahren sein IT-Unternehmen Netlive IT AG. Die Faszination für Computer und Technologie entdeckte er mit zwölf Jahren, als er sich den ersten Computer kaufte. Die Vorstellung, dass damit etwas Futuristisches und Unmögliches plötzlich machbar ist, habe ihn von Beginn an gefesselt. Grundsätzlich reizt ihn alles, was mit Zukunft und Pionierarbeit zusammenhängt. Gegründet hat er sein Unternehmen unmittelbar nach seiner Lehre als Radio- und TV-Verkäufer in einem Computergeschäft und ist seither von seiner Arbeit fasziniert. Doch Arbeit ist nicht alles im Leben: Als sein Sohn flügge wurde, entschied sich Daniel Niklaus für eine Weltreise, um surfen zu lernen, damit er sich später nicht vorwerfen müs­se, einen seiner Träume nicht wahrgemacht zu haben.

MIT ZWÖLF JAHREN DEN ERSTEN COMPUTER ERSPART

Als er in Bali sein nächstes Surf Camp in Kalifornien buchen wollte, fand er kein Angebot für Erwachsene. Es gibt Surf Camps auf der ganzen Welt, aber keines in Kalifornien. Wie es der Zufall so wollte, wurde Daniel von einem anderen Gast in Bali auf «Dave» aufmerksam gemacht. Einen Kalifornier, der früher in Bali gearbeitet hatte und nach Kalifornien zurückgekehrt war, um ein solches Camp zu eröffnen. Dave fehlte aber noch das nötige Know-how für den letzten Schritt. Eine solche Möglichkeit liess sich ein Unternehmer wie Daniel Niklaus nicht entgehen. Die beiden trafen sich in Los Angeles, und als sie auf den Wellen über die Möglichkeiten eines solchen Camps sprachen, war schnell klar: Sie werden gemeinsam das erste Surf Camp für Erwachsene in Kalifornien eröffnen. Mehr zum Surf Camp unter: www.thecalicamp.com.

OFFLINE! ODER WARUM WIR BALD UNTERGEHEN So viel Positives, wie uns die Digitalisierung beschert, so viel Fragiles birgt sie in sich. Folgen wir der These des deutschen populärwissenschaftlichen Autors Thomas Grüter, soll das Internet noch in diesem Jahrhundert kollabieren. Die Gründe dafür liegen im enormen Bedarf der ständigen Infrastrukturerneuerung sowie in der systembedingten Anfälligkeit auf Störungen und Angriffe. Unser Buchtipp, der Ihre Sichtweise auf Ihren Lebensalltag verändern wird. Ohne Internet geht heutzutage gar nichts mehr − ausser vielleicht das Züchten von Gemüse im Schrebergarten. Es sei denn, ich brauche dazu ein YouTube-Video-Tutorial. Ansonsten brauchen wir das Internet als lebensnotwendige Luft 2.0 − von der täglichen Mail-Sintflut über die Internetrecherche beim Arbeiten über das E-Banking bis hin zum Onlineshopping. Uns ist im Alltag gar nicht bewusst, wie sehr wir vom Internet abhängig sind. Wir merken spätestens im Büro oder zu Hause, wenn eine Leitung gestört ist, wie rasch wir vom Leben entkoppelt sind und nach Hilfe japsen, als wären wir gestrandete Fische am Strand.

Predrag Jurisic

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FRAGIL UND RESSOURCENINTENSIV Auch wenn manche die These von Thomas Grüter belächeln, so gibt sie uns doch plausible Gründe, warum unsere Zivilisation in Gefahr ist: Im Netz haben wir unser sämtliches Wissen gespeichert und darüber unser ganzes Leben organisiert. Denken wir mal an die Logistik, die sämtliche Waren- und Nahrungsmitteltransporte über das Netz disponiert. Oder an die wenigen, konzentrierten Hersteller von Computerteilen und -chips in Asien. Das Erdbeben 2011 in Japan brachte nicht nur Kernreaktoren zum Schmelzen, sondern legte auch die Halbleiter- und Chipindustrie Japans lahm. Die Folge war ein weltweiter Versorgungsengpass während mehrerer Wochen und Monate. Kein Wunder, wenn zwanzig Prozent des Weltbedarfs auf einmal wegfallen.

Solche und andere Naturereignisse wie starke Sonnenstürme könnten unserer empfindlichen elektronischen Infrastruktur innert Kürze den Garaus machen. Kommen Cyberterroristen hinzu, könnten bald auch wichtige Daten- und Energieversorgungszentren als künftiges Anschlagziel infrage kommen − mit verheerenden Folgen: Es wäre schlicht nicht möglich, all die notwendigen Rohstoffe innert nützlicher Frist zu beschaffen, um die zerstörte Infrastruktur wieder funktionstüchtig zu machen. Vor allem hängen heute vermehrt auch die Wasser-, Energie- und Stromversorgung am Netz. Fallen diese aus, wäre ein flächendeckendes Chaos vorprogrammiert, bei dem es ums nackte Überleben ginge.

DAS ENDE EINER HOCHKULTUR «Jedes Wachstum ist notwendigerweise begrenzt. Das Wirtschaftswachstum wird spätestens dann (...) zum Stillstand kommen, wenn die Weltbevölkerung zurückgeht oder wichtige Rohstoffe knapp werden», lautet eine Passage aus dem Thesenpapier von Thomas Grüter. Tatsächlich gehen Demographen davon aus, dass ab 2070 die Weltbevölkerung schrumpfen wird. Zukunftsund Trendforscher wie Matthias Horx sehen den Rückgang der Weltbevölkerung schon ab der Mitte des Jahrhunderts. Geht die Weltbevölkerung zurück, sinkt demnach auch die Nachfrage nach Gütern, was wiederum den Welthandel und

Geldfluss ins Stottern bringt. Und ohne Geld wird es schwierig, eine so teure und ressourcenintensive Infrastruktur wie diejenige des Internets aufrechtzuerhalten. Was es heisst, wenn der Handel einbricht, zeigen bereits die maroden und teils bankrotten Städte in den USA wie San Diego, Stockton oder Detroit: Die einst blühende Autostadt Detroit ist heute so pleite, dass sie sich nicht einmal mehr funktionierende Gas-, Wasser- und Stromleitungen oder Strassen leisten kann, geschweige denn das Luxusgut Internet.

«Unsere Informationsgesellschaft ist dem Untergang geweiht.» Irgendwann wird die Ersatzteilversorgung der relativ kurzlebigen Komponenten wie Stromleitungen, transatlantischen Glasfaserkabel oder Computerchips knapp, weil sich die Digitalisierung auch auf die Dinge des Alltags ausbreitet und Kühlschränke, Autos oder Waschmaschinen ver-

netzt und dazu auch immer mehr seltene Erden und Edelmetalle braucht. Notfallpläne hierzu gibt es laut Grüter keine: «Wenn wir nichts dagegen unternehmen, ist unsere Informationsgesellschaft dem Untergang geweiht.» Laut seiner Prognose noch vor 2050.

DIE HOFFNUNG STIRBT ZULETZT In all den apokalyptischen Szenarien sieht Grüter auch einen Funken Hoffnung, sofern wir Vorkehrungen treffen: «Erstens müssen die kritischen Infrastrukturen erhalten und modernisiert werden; zweitens braucht es eine dauerhafte Versorgung mit preiswerter Energie, die nicht aus Verbrennungsvorgängen stammt; drittens muss das Rückgrat des Internets aus langlebigen, robusten Komponenten aufgebaut und an vielen Orten der Welt unabhängig voneinander produzierbar sein; viertens ist die Raumfahrt notwen­dig, um neue Ressourcen zu erschliessen und die Zukunft der

Menschheit zu sichern.» Die Erfahrung der Menschheitsgeschichte zeigt allerdings, dass Hochkulturen gerade in ihrer Blütezeit vor lauter Euphorie und Hochmut von ihrem Niedergang weder etwas geahnt noch etwas dagegen unternommen haben: Ägypter, Griechen, Römer, Perser oder Mayas sind nur ein paar Beispiele, die aufzeigen, dass hochentwickelte Kulturen schlagartig zugrunde gingen und damit die Menschheit um ein paar Jahrhunderte zurückwarfen. Und immer war es eine Ressourcenfrage.

«Das Ende des Internets könnte uns mehr als 300 Jahre kosten.» Würde das Internet kollabieren, stünden wir wieder blitzschnell im 18. Jahrhundert − mit dem Unterschied, dass die heutige Gesellschaft zwar haufenweise Bachelor- und Mastertitel vorzuweisen hat, aber wenig bis gar nichts darüber weiss, welche Pilze und Beeren essbar sind, geschweige denn, wie Ackerbau und Handwerk funktionieren. Das Ende des Internets könnte uns mehr als 300 Jahre kosten, weil wir die elementaren Dinge wieder erlernen müssten.

Romantiker, Traditionalisten sowie Freunde der Entschleunigung würden jedoch einen Kollaps bestimmt begrüssen. Denn die Reizüberflutung hätte dann definitiv ein Ende, und wir müssten uns nicht mehr der täglichen Reizmenge aussetzen, die dazumal ein Bauer während seines ganzen Lebens verarbeiten durfte. Da bleibt uns nur noch zu sagen: «Bene speremus!», wie einst die Römer hofften.

Das unvermeidliche Ende des Internets und der Untergang der Informationsgesellschaft Autor: Thomas Grüter, www.thomasgrueter.de ISBN: 978-3-642-37736-5 Preis: CHF 29.90 bei Orell Füssli

BUCHTIPP

Offline! Predrag Jurisic

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EIN MENSCHENLEBEN 2037

WAS, WENN MEIN LEBEN NICHT GUT GENUG IST?

DIE VIRTUELLE WELT RIECHEN

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ann immer es uns beliebt, setzen wir eine Virtual Reality Brille auf und driften in unsere Erlebniswelten ab. Und nicht nur in unsere eigenen und die unserer Freunde. Ein weltweites Ranking auf dem «YouTube der Zukunft» krönt die «erlebnisreichsten Wochen der Welt» oder «die spannendsten Leben der Erde» und stellt sie sofort für den globalen Konsum als «Real-Life-Reality-on-demand-Angebot» bereit. Per VR-Brille erleben wir gemütlich von unserem Sofa aus den Aufstieg zum Mount Everest, den Absprung in den Grand Canyon oder eine Landung auf dem Mars: Was auch immer wir möchten – wenn es jemand erlebt hat, sollen es später alle erleben können. Die VR-Brille der Zukunft wird nicht nur Videos zeigen, sondern auch Geräusche und Gerüche, Geschmackseindrücke und sogar Gefühle simulieren. Sie wird es ermöglichen, alle Momente im Leben eines Menschen selber zu erleben – vorausgesetzt, sie wurden für den «globalen Konsum» geteilt. Weil alles gespeichert ist, werden Generationen der Zukunft auch unsere eigenen Leben hautnah miterleben können, nachdem wir selber längst nicht mehr da sind. Denn gespeichert sind sie für immer in der Cloud. Letztlich werden die Virtual Reality Technologien der nahen Zukunft ganz neue Erlebniswelten entstehen lassen, sodass es irgendwann zweitrangig wird, selber etwas zu erleben.

«There were significant and linear associations between social media usage and depression, whether social media was measured based on total time spent or frequency of visits.» Was geschieht, wenn mein Leben nicht gut genug ist, um von anderen geteilt oder gemocht zu werden? Verkommt das menschliche Leben zu einem Bitcoin, dessen Wert von einer Art Lebensbörse festgelegt wird?

Linknachweis: University of Pittsburgh, School of Medicine http://bit.ly/2pa1AUR

«FÜHLEN WIR NOCH, WAS ES BEDEUTET, EIN MENSCH ZU SEIN?»

Wir schreiben das Jahr 2037. Die Technologie hat eine fast unendliche Speicherkapazität erreicht. Zumindest so viel, um unser ganzes Leben aufzunehmen und in die virtuelle Welt zu übertragen, sodass wir selbst, Freunde oder auch unsere Nachfahren die besonderen Momente jederzeit abspielen können, inklusive Rating à la Tripadvisor.

Ein Programm − nennen wir es Lifebook − verarbeitet sogleich den «Film des Lebens» automatisch zu einem «Erlebnisvideo». Darin enthalten sind die wichtigsten und spannendsten Augenblicke, die Lifebook anhand der Herzfrequenz und Gehirnaktivität des jeweiligen Nutzers herausgefiltert hat.

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as zunächst wie Science Fiction klingt, hält 2017 schon längst Einzug: Facebook lässt bereits die wichtigsten Momente des Jahres automatisch Revue passieren, die mit Likes bewertet werden. Ohne auch einen Moment innezuhalten, verschmilzt der Mensch mit den virtuellen Welten der Digitalisierung und Technik. Und nun das Erschreckende: Keiner weiss, ob es gesund ist. Ganz im Gegenteil: Das Pitt’s Center for Research on Media, Technology and Health stellte in einer kürzlich durchgeführten Studie fest, es gäbe Anzeichen dafür, dass der Konsum von sozialen Medien während durchschnittlich nur 61 Minuten am Tag bereits mit Depressionen zusammenhänge:

EINE ACHTSAME HALTUNG UND RÜCKBESINNUNG

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nser Bewusstsein ist flexibel und passt sich vielem an. Die fortlaufende Verschmelzung von Mensch und digitaler Technik ohne jegliche Rückbesinnung darauf, was es bedeutet, Mensch zu sein und zu leben, erinnert jedoch unweigerlich an Goethes Zauberlehrling: «Die

ich rief, die Geister, werd’ ich nun nicht los.» Immanuel Kants philosophische Haltung kann uns zur Rückbesinnung und Achtsamkeit inspirieren. Als allgemeine Regeln zur Vermeidung von Irrtümern empfahl der einflussreiche Philosoph drei Methoden:

1

selbst zu denken,

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sich an der Stelle eines anderen zu denken (sprich: Mitgefühl),

3

jederzeit mit sich selbst einstimmig zu denken.

Diese philosophische Haltung kann eine Achtsamkeit gegenüber dem Menschenbild wachrufen. Eine Frage für unsere gegenwärtigen und künftigen Ichs lautet also: «Fühlen wir noch, was es bedeutet, ein Mensch zu sein?» Die bedächtige Haltung eines Philosophen ermutigt uns, die Auswirkungen des gerade herrschenden Zeitgeists bewusst und achtsam zu betrachten: Die Verschmelzung mit der digitalen Technik nicht nur zu erleben und mit allem blindlings mitzugehen, sondern uns selbst zu bemerken

und als Wesen mit einer Identität, mit Empfindungen und Sinnfragen nicht zu vernachlässigen. Schliesslich gibt die achtsame Haltung der Frage Raum: Was tut uns langfristig gut?

Christoph Rentsch

KORREKTOR UND QUALITY MANAGER

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WO DIE MASCHINE SCHLAPPMACHT

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ie Bedeutung von freiwilligem Engagement wird enorm zunehmen und, um uns gegen die Maschinen abzugrenzen, ebenso die Bedeutung von Menschlichkeit, Empathie, Grosszügigkeit und Altruismus. Im Abgrenzen waren wir schon immer gut, und diese Eigenschaften sind die besten, um sich gegen die Maschinen

WIE DER MENSCH MIT DER MASCHINE KLARKOMMT «Zu jedem Megatrend gibt es einen Gegentrend», hat mir mal irgendwer erzählt. Es klingt zumindest plausibel. Zum Beispiel hat die Globalisierung eine Regionalisierung bzw. Dezentralisierung gebracht, wie wir sie seit Jahrhunderten nicht mehr kennen. Denken wir da nur an all die lokalen Biersorten. Wahrscheinlich gibt es noch viele andere Beispiele. Von einem jedoch werden wir in den kommenden Jahren noch viel reden: von der Rückbesinnung aufs Menschliche, ausgelöst durch die digitale Transformation. Machen wir ein Gedankenexperiment. Wir schreiben das Jahr 2050. Sämtliche Arbeiten erledigen unsere intelligenten Maschinen. Selbst die, die wir bisher nur uns Menschen zugetraut haben. Maschinen können Musikstücke komponieren, kreative Texte schreiben oder unsere Steuererklärung ausfüllen. Die

abzugrenzen. Zu guter Letzt gibt es Tätigkeiten, die noch lange durch unseresgleichen ausgeübt werden. Ein Roboter als Lobbyist ist zwar denkbar, aber nur mit erheblichem Unbehagen. Überall, wo Menschen mit Menschen zu tun haben und Vertrauen ein entscheidender Faktor ist, wird es uns noch brauchen, z. B. in der Bildung oder in der Pflege.

DEN WANDEL SELBST AUSLÖSEN

A

m 9. Dezember haben wir uns in meiner Firma einen ganzen – Disruptive Day genannten – Tag lang mit Zukunftsszenarien beschäftigt, um herauszufinden, wozu es uns in Zukunft überhaupt noch brauchen wird und wie wir den geschilderten Szenarien begegnen können. Dabei schälte sich heraus: Campaigning – die Kunst, Veränderungen zu bewirken, indem man alle Register ziehen und auch Menschen bewegen kann – wird es vermehrt auf dem Gebiet der strategisch gesteuerten und gezielten Transformation von Firmen und Organisationen brauchen. Wer sich bewegen will, bevor er bewegt wird, und die Chancen packen will, die sich aus der digitalen Transformation ergeben, darf die Augen nicht verschliessen, sondern sollte den internen Wandel selbst auslösen, anstatt zu war-

ten, bis er einem von aussen aufgezwungen wird. In der kommenden Phase des Aufbruchs zu neuen Horizonten ist primär die Führungsebene von Unternehmen gefordert. Sie muss neue Führungsmodelle entwickeln, im Sinne eines echten Leaderships, das aus Angestellten Komplizen und Mitstreiter macht, die sich miteinander und zielgerichtet für eine gemeinsame Zukunft aufgrund einer gemeinsamen Vision engagieren. Das geht aber nur, wenn wir uns auf das zurückbesinnen, was echte Leader ausmacht: Voraussicht, Erfahrung, Grosszügigkeit, gepaart mit der Fähigkeit, bei Bedarf hart durchzugreifen, Empathie und den Mut, voranzugehen, selbst Risiken einzugehen, Fehler einzugestehen und schnell daraus zu lernen.

Peter Metzinger

CAMPAIGNINGSPEZIALIST UND INHABER DER BUSINESS CAMPAIGNING GMBH

Menschheit könnte sich auf die faule Haut legen, alles verlernen, was sie in Tausenden von Generationen mühsam erlernt und in ihre Kultur integriert hat, und einfach nichts mehr tun, ausser sich füttern und unterhalten zu lassen. Solange nirgendwo eine Schlange mit dem Apfel lauert, sind wir wieder im Schlaraffenland. Aber wollen wir das wirklich?

WAS, WENN UNS DIE MASCHINE SATT HAT?

N

eben dem Paradies ist ein weiteres Szenario denkbar: Die intelligente, lernende Software fragt sich irgendwann einmal, weshalb sie den Aufwand betreiben muss, menschliche Nichtsnutze zu ernähren, die in der Vergangenheit nichts Besseres im Sinn hatten, als Kriege und ein in der Erdgeschichte zuvor nicht gekanntes Artensterben zu verursachen − Klimawandel und atomaren Overkill inklusive. Kämpfen wir im ersten Szenario gegen die Langeweile an, geht es im zweiten ums nackte Überleben. Ich wage zu behaupten, dass wir zu schlau sind, um uns auf das eine oder andere einzulassen. Stattdessen werden wir einen dritten Weg wählen. Wir werden die Maschi-

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nen regelmässig sämtliche Tätigkeiten verrichten lassen, die uns heute mühsam erscheinen, aber gerade, weil diese auch eine Herausforderung darstellen, werden wir sie ab und zu auch selbst erledigen wollen. Einfach, um in Übung zu bleiben. Tätigkeiten, die uns richtig Spass machen, werden wir auch weiterhin selbst verrichten. Aber auch hier werden Ausnahmen die Regel bestätigen. Mensch und Maschine werden nebeneinander existieren, finanziert durch eine Maschinensteuer oder ein bedingungsloses Grundeinkommen, erarbeitet durch Maschinen und freiwillige, menschliche Einsätze.

Peter Metzinger ist studierter Physiker, der seit 1982 unkonventionelle Kampagnen realisiert. Was zunächst bei Greenpeace begann, entwickelte sich 1997 zur eigenen «business campaigning GmbH», der Nummer eins für Campaigning in der Schweiz. Deren Spezialität: Kampagnenkonzepte durch die Zielgruppe entwickeln zu lassen, sodass die Kampagne nachher auch richtig gut wirkt. Campaigning ist für ihn die Kunst, alle Register ziehen zu können. Überdies ist er Veranstalter des Campaigning Summit Switzerland, dem jährlichen Klassentreffen für Campaigner und Changemaker.

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SPIEL DER ZUKUNFT

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Spielen Sie in Ihrem Team das Spiel der Zukunft. Wir haben den Klassiker des «Leiterlispiels» mit digitalen Zukunftsvisionen bestückt, damit Sie in der Pause nicht nur spielen, sondern auch für die Zukunft etwas lernen können. Viel Spass!

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Aufstieg: Feld 6 auf 13

Die Blockchain oder Blockkette ist eine dezentrale,

BRAVO! Sie haben das «Schrei-vor-Glück»-Push-Marketing verlassen und gelernt, Ihre Produkte und Dienstleistungen erst zu produzieren, nachdem Sie diese mit Ihren Kunden entwickelt haben. Denn das Wachstum der Zukunft liegt in der Qualität und nicht in der Quantität.

sich selbst organisierende Transaktionsdatenbank, die durch die Nutzer verwaltet

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und verifiziert wird. Eine nachträgliche Manipulation der Daten ist dank der Speicherung sämtlicher Transaktionen als Block für jede nachfolgende Trans-

Abstieg: Feld 14 auf 4

Tja, Sie vertrauen immer noch der Bank, anstatt Ihre Transaktionen über die günstigere Blockchain zu betreiben und mit der Kryptowährung zu bezahlen. Sie sind doch kein Banker, oder?

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aktion nicht möglich, weil die Blockchain nur in eine Richtung funktioniert.

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Aufstieg: Feld 19 auf 27

Glückwunsch! Sie arbeiten nicht mehr, sondern Sie engagieren sich für das Gemeinwohl, z. B. durch die Pflege und das Restaurieren von analogem Wissen, und beziehen für Ihre Taten Produkte und Dienstleistungen nach dem Prinzip des Zeit-Tauschhandels, bei dem jede von Menschen investierte Arbeitsstunde gleich viel wert ist. Alles andere erledigen Roboter und Maschinen, auf die eine Steuer für Ihr bedingungsloses Grundeinkommen steht.

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Diese 10 Berufe sind von der Digitalisierung bedroht 1. Finanzanalysten: Computerprogramme analysieren und rechnen schneller und besser. 2. Packarbeiter: Logistikzentren stellen nur noch Roboter ein. 3. Schiedsrichter: Das Hawk-Eye sieht besser als jeder Linienrichter. 4. Einkäufer: Auch diese Tätigkeit wird künftig Softwarepro- grammen zum Opfer fallen. 5.

Personal an Bank-, Bahn- oder Versicherungsschaltern: Die Automaten erledigen deren Arbeit bereits beim Ticketkauf, die Blockchain die entsprechenden Dienstleistungen beim E-Banking und ein Roboter mit Spracherkennungssoftware die Beratung rund um die eigene Police.

6. Kreditsachbearbeiter: Cashare und Algorithmen haben nun das Sagen. Das gilt auch für den Steuerberater. 7.

Telemarketing-Personal besteht nur noch aus Roboterdamen und -herren.

8.

Bauern: Dank Hoch-Treibhäusern erledigen die in sich geschlossenen Ökosysteme die bäuerliche Arbeit selbst. Ganz ohne Pestizide und lange Transporte, da jede grössere Stadt ihre eigenen Lebensmittel so produziert.

Abstieg: Feld 31 auf 21

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Pech gehabt! Die Digitalisierung hat Ihren Beruf vernichtet. Dafür haben Sie jetzt Zeit, sich umschulen zu lassen, z. B. in die Programmierung von Algorithmen oder ins Schreiben und Redigieren von Romanen.

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Aufstieg: Feld 36 auf 45

Sie Glückspilz! Sie haben soeben eine Stammzellenkur gemacht und sich damit weitere 50 Lebensjahre erspielt − dem Axolotl sei Dank. Denn der mexikanische Schwanzlurch hat ein Gen, das Enzyme produziert, die jedes beliebige Organ regenerieren oder nachwachsen lassen. Das bekommen Sie nun von Ihrer Krankenkasse sogar vergütet, weil sie nicht mehr krank werden. Und überdies machen Sie damit Schönheitschirurgen arbeitslos.

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Abstieg: Feld 47 auf 39

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Achtung, die Virtual Reality Brille schützt nicht vor Unfällen. Setzen Sie diese künftig nur dann auf, wenn Sie sich in einer sicheren Umgebung befinden. Wiederholte Zuwiderhandlungen werden strafrechtlich geahndet.

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Lesen Sie unseren Blog über Virtual Reality

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9. Briefträger: Hallo Zalando-Drohnen! 10. Uber-, Tram-, Bus- und Taxifahrer: Die selbstfahrenden Autos bzw. öffentlichen Verkehrsmittel buchen wir per abonnierte App.

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DIE NEUEN, DIE SICH GETRAUT HABEN Ob Grenzen und Hemmschwellen abbauen, neue Welten erschliessen oder Menschen miteinander verbinden, die sich sonst nicht verbinden liessen − ein paar Gründe, warum unsere Mitarbeitenden den Weg in die Übersetzungsbranche einschlagen. Lesen Sie dazu persönliche Aussagen, weshalb sie von Sprachen fasziniert sind und was diese in ihnen auslösen.

SANJA ZDRAVKOV BJÖRN BRISCH Die Sprache kann wertvolle Verbindungen unter Menschen schaffen und auch wunderbare Vorstellungswelten entstehen lassen. Übersetzungen können Grenzen in vielerlei Hinsicht abbauen und fremde Kulturen einander näherbringen. Sich mit verschiedenen Sprachen auseinanderzusetzen und mit ihnen in Kontakt zu kommen, bedeutet für mich die Faszination der Internationalität und der kulturellen Vielfalt – sprich: der Ferne.

Ich wuchs zweisprachig auf und merkte früh, welche Kommunikationsunterschiede zwischen der Schweiz und meinem Heimatland Serbien existieren – das löste meine Faszination für Sprachen aus. Die Kommunikation in einer Sprache setzt nicht nur die Kenntnis dieser Sprache voraus, sondern auch das Verständnis der jeweiligen Kultur. Dies war der Grund, warum ich mich früh für die Übersetzungsbranche entschieden habe. Mit dem Übersetzen von Texten ermöglichen wir die Kommunikation zwischen den Menschen, die sonst nicht kommunizieren könnten.

SARA K. BEER Egal ob gesprochen oder gestikuliert, fiktiv oder real, schriftlich oder mündlich – Sprachen erleichtern die Kommunikation mit den Menschen um uns herum. Gerade in der Zeit der Globalisierung und Digitalisierung spielt die interkulturelle Kommunikation eine zunehmend wichtigere Rolle. Die Welt ist sprichwörtlich zum Dorf geschrumpft, weshalb Sprachen ein wertvolles Instrument für das bilden, was Maschinen so noch nicht beherrschen.

Kai John

KEY ACCOUNT MANAGER

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TALENTE IM TEAM

«DER MANN VERSUCHT, DIE FRAU ZU ‹IMPFEN› (= ‹VACUNAR›)» WAS ZUNÄCHST ETWAS ABSTRUS KLINGT, IST NICHTS ANDERES ALS DER LEBENSBEJAHENDE TANZ «RUMBA», BEI DEM DER MANN SEINE TANZPARTNERIN ZU FASZINIEREN, ZU EROBERN UND ZU ÜBERRASCHEN VERSUCHT. AUF DAS PARKETT ÜBERTRAGEN IST ES EINE VERBINDUNG VON AFROKUBANISCHEN TANZ-, GESANGS- UND PERKUSSIONSELE­ MENTEN. UND GENAU DIESE MULTIKULTURELLE MISCHUNG IST ES, DIE CÉLINE ANDRÉ, UNSERE LEITERIN DES KEY ACCOUNT MANAGEMENTS, SEIT JEHER AN KUBANISCHEN TÄNZEN SO FASZINIERT. WIR HABEN IHR UND IHREM PARTNER, FRANCISCO RODRIGUEZ BARBUR, ALIAS PACO, UNTER DIE TANZSOHLEN GESCHAUT. Mitten im pulsierenden Zürich versteckt sich im vierten Stock der Militärstrasse 84 die kubanische Tanzschule Garabato CubanDances. Kaum haben wir das Tanzstudio betreten, empfangen uns ein karibisches Flair und Paco, der Inhaber

der Tanzschule und Profitanzlehrer. Der gebürtige Kubaner tanzt, seit er acht Jahre alt ist. Die Leidenschaft fürs Tanzen veranlasste ihn dazu, die kubanische Kunstschule Escuela Vocacional de Arte (EVA) zu besuchen, um sich zum Profitänzer

ausbilden zu lassen. Nach der Ausbildung folgte eine Tänzerkarriere in verschiedenen Tanzkompanien und grossen Hotels. Seit vierzehn Jahren betreibt er in Zürich eine erfolgreiche Tanzschule.

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PARTNERWECHSEL? UNBEDINGT! Wie in einer Paarbeziehung müsse auch die Chemie zwischen den Tanzpartnern stimmen − unabhängig davon, ob das Tanzpaar auch in Wirklichkeit ein Paar sei: «Beim Tanzen gilt es, sich auf das Gegenüber einzustellen und sein eigenes Tanzniveau dem Partner oder der Partnerin anzupassen, damit sich daraus etwas Schönes entwickeln kann», erklärt Paco. «Ein Partnerwechsel ist wichtig, um das Tanzen richtig gut zu lernen. Wer

AFROCUBANO • • •

Ursprung in Südwestafrika von den Sklaven nach Kuba gebracht ist in Kuba noch sehr lebendig und wird an religiösen Festen getanzt

RUMBA • • • • •

Mutter aller kubanischen Rhythmen in Kuba entstanden Mischung aus afrokubanischem und spanischem Einfluss Tanz des Volkes bedeutet Fest

nur mit dem einen Partner tanzt, gewöhnt sich zu sehr an den gleichen Stil», fügt Céline André hinzu, «denn manche Tänzer führen stärker als andere, weshalb ein Partnerwechsel das eigene Können fördert.» Neben Rumba tanzt Céline André mit ihrem Partner auch den Son Cubano, den die meisten aus dem Film «Buena Vista Social Club» kennen, gefolgt von Mambo, ChaCha-Cha, Pilon, Salsa und von vielen anderen Tänzen. Vor neun Jahren hat sie den Salsa − die «Sauce» der afrokubanischen und spanischen Tanzstile − entdeckt und mit fünf Jahren das Ballett. In Céline André lodert eine wahrhaftig leidenschaftliche und tänzerische Seele.

Garabato CubanDances.ch Rot und schwarz ist das Logo der Tanzschule «Garabato CubanDances». «Garabato» steht für «Haken» oder «Gekritzel» und bezeichnet ein senseähnliches Werkzeug, das in Kuba symbolisch die Wege des Schicksals beschreibt, die die afrokubanische Yoruba-Gottheit Elegguá mit dem Garabato-Stock öffnet und schliesst − ähnlich einer Sense auf den Feldern. Elegguá ist gleichzeitig ein weiser, alter Mann und ein frecher, verspielter Junge. Seine Farben sind rot und schwarz. Mehr zur Tanzschule Garabato CubanDances entdecken Sie unter www.cubandances.ch.

SON • • • •

Basis aller folgender Tänze entstanden aus den Rhythmen des Rumba ist ein Tanz der Bauern auf dem Land bzw. in den Bergen eine spezielle kubanische Gitarre «el tres» begleitet den Son

CHA-CHA-CHA UND MAMBO

«MIT DER MUSIK UND DEM PARTNER SPIELEN» Bei der Frage, was Céline André an kubanischen Tänzen so fesselnd findet, kommt sie ins Schwärmen: «Es geht um Gefühle, um den Ausdruck der eigenen Stimmung und die Kommunikation mit dem Partner.» Es sei ein Spiel mit der Musik, aber auch mit dem Partner: «Auch als emanzipierte Frau müsse sich die Tanzpartnerin führen lassen, auch wenn das anfangs nicht so leichtfällt.»

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Sichtlich vergnügt zwinkert sie dabei ihrem Partner zu und ergänzt: «In den Tanzstunden sage ich zu den Frauen, dass sie wenigstens einmal pro Woche die Führung dem Mann überlassen dürfen, selbst wenn das sonst nicht der Fall sei.» Doch Tanzen ist mehr als nur Führen und Sich-Führen-Lassen. Es ist ein Sich-aufeinan­derEinlassen im gegenseitigen Vertrauen darauf, Freude und Harmonie zu finden. Jeder Tanz ist eine besondere Form der Sprache, sei es in Form der Hände- und Körpersprache als künstlerischer Ausdruck nach aussen oder in Form des gemeinsamen Wirkens als Zeichen des Einklangs.

• •

In den 50er-Jahren in Kuba entstanden beide haben amerikanische Einflüsse

SALSA • •

bedeutet Sauce / Mischung ist eine Kopie des Son der anderen Länder, hat sich in Lateinamerika verbreitet und diverse Stile hervorgebracht ein sozial geläufiger Tanz, der auch in Europa Einzug gefunden hat

Predrag Jurisic

LEITER TEXTSERVICE UND KONZEPTION

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VOM WORT ZUM VIDEO Der Kommunikationstrend 2017 schlechthin liegt im Video − ob als Erklärvideo für die neue Website, als Video-Challenge für die eigenen Social-Media-Kanäle oder als Videoblog (Vlog) anstelle eines Newsletters. Denn das Surfverhalten hat sich aufgrund der mobilen Endgeräte nochmals massiv verändert. Die Nutzer scrollen vermehrt und schauen sich zu komplexen Themen lieber einen Kurzfilm an. Darum bieten wir neu in Kooperation mit Film- und Designpartnern Unternehmensvideos von A bis Z an − vom Storyboard über die Videoproduktion bis hin zur Synchronisation und Untertitelung in verschiedenen Sprachen.

Planen Sie demnächst ein Videoprojekt, das Sie in mehreren Sprachen produzieren möchten? Dann lassen Sie uns darüber sprechen: marketing@translation-probst.com 0840 123 456.

UNSER NEUER SERVICE IM DIGITALEN ZEITALTER Das Kreieren und Interpretieren von Texten und Übersetzungen ist nach wie vor dem Menschen vorbehalten. Doch die Übersetzungsbranche ist wie jede andere auch der Digitalisierung unterworfen. Maschinelle Übersetzungen, Spracherkennungssoftwares oder Videotelefonie mit Echtzeitübersetzungen bilden dabei nur den Anfang.

Skype hat eine Live-Übersetzungsfunktion bei der Videotelefonie, Google versucht’s noch mit Google Translator und das Start-up Waverly Labs hat einen Ohrstöpsel entwickelt, der in Echtzeit zwischen zwei fremdsprachigen Partnern übersetzt. Höchste Zeit also, unsere Sprachlösungen an die digitalen Anforderungen anzupassen.

*AB CHF 1990.HABEN WIR IHR WEBVIDEO IM KASTEN.

SOCIAL MEDIA FEED IN MEHREREN SPRACHEN Eine weitere Dienstleistung betrifft das Content Marketing von Unternehmen auf Social-Media-Plattformen. Meistens betreiben Social-Media-Teams in Unternehmen Ihre Blogs und Social-Media-Teams mehrsprachig, was eine Reaktion in Echtzeit erschwert, wenn intern Übersetzer und Texter fehlen. Hier springt die Translation-Probst AG ein, indem sie dem Social-Media-Team unter die Arme greift, mehrsprachige Posts plant, aber auch in Echtzeit auf Fragen und Kommentare von Nutzern reagiert. Zusammen mit einem Monitoring- und Controllingpartner wertet sie die Interaktionen aus, um dem Social-Media-Team auch strategisch zur Seite zu stehen. Für eine unverbindliche Beratung wenden Sie sich an: marketing@ translation-probst.com / 0840 123 456. *für ein einsprachiges Video mit einem Interview-Partner von 60 Sekunden. Inklusive Konzeption, Drehplan, 2 h An- und Rückfahrt, 3 h Video-Dreh in Ihrem Betrieb und Postproduktion.

Mehr über die vielversprechenden Technologien im Übersetzungsbereich erfahren Sie dazu in unserem Blogartikel.

Marco Weyers

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MÄNNER MIT MASCHINENGEWEHREN

Unser Englischkorrektor, der Diamantenhändler Was zunächst nach einer verwegenen James Bond Story klingt, hat unser Englischkorrektor ganz ohne Ganoven erlebt. Dafür mit spannenden Persönlichkeiten, denen er zwischen der östlichen und westlichen Hemisphäre begegnen durfte. Eine einmalige Reise, die Christoph Rentsch von der Schweiz aus über Grossbritannien bis hin nach Indien und über die ganze Welt führte.

Alles begann mit einer Hauseinweihungsparty in Genf, an der Christoph Rentsch die heutige Nummer 58 der Forbes-Liste kennenlernte. Als frisch gebackener Uni-Absolvent wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass er soeben seinem künftigen Chef begegnet war. Dieser hatte es nämlich auf ihn abgesehen − zum einen, weil sie beide sowohl die östliche als auch die westliche Kultur teilten; zum anderen, weil ihnen eine ähnliche philosophische Arbeitsauffassung gemein war: «Send me a concept», forderte ihn Nummer 58 während des Gesprächs auf. «What kind of concept?», fragte Christoph Rentsch zurück. «Any», war die spartanische Antwort von Nummer 58.

Aber erst mal der Reihe nach: Nach der indischen Hochzeit blieben die Diamantenschleifer mit ihm in Kontakt und wollten wissen, ob er in der Schweiz über Beziehungen zur Uhren- und Schmuckindustrie verfügte, über die sie allenfalls erleichtert in den Schweizer Markt hätten eintreten können. Obwohl Christoph Rentsch überhaupt nicht in der Uhren- und Schmuckbranche zu Hause war, rief er geradewegs beim Swatch-Konzern an und fragte ganz unschuldig nach den zuständigen Einkäufern für Diamanten. Prompt wurde er durchgestellt. Und prompt durfte er dem CEO von Dress Your Body (DYB), einer Tochterfirma

von Swatch, ein Sampling aus Indien besorgen. Etwas überrascht vom Erfolg beim Swatch-Konzern organisierte er alsdann die indische Diamantenlieferung in die Schweiz. Noch überraschter war er, als eines besagten Tages vor seiner Haustüre ein gepanzerter Wagen von Brinks vorfuhr, aus dem zwei mit Maschinengewehren bepackte Sicherheitsleute ausstiegen, die ihm ein winziges, kaum 10 x 10 cm grosses Schächtelchen mit den Diamanten-Samples aushändigten. Diese transportierte er selbst mit sehr mulmigem, James Bond-ähnlichem Gefühl per Auto weiter zu DYB. Zurück kam er mit einer grossen Bestellung für Indien.

Zum Swatch-Konzern gehören neben Swatch und Flik Flak auch die Marken wie Blancpain, Breguet, Harry Winston, Léon Hatot, Omega, Calvin Klein watches + jewelry, Longines, Rado, Union Glashütte oder Certina und Tissot.

IM DIAMANTENFIEBER Nun brach das Diamantenfieber so richtig aus: Während eines Jahres spielte Christoph Rentsch den Mittelsmann der Edelsteine zwischen Indien und der Schweiz − und das nicht etwa, weil er das Diamantenhandwerk verstand, sondern nur, weil er die interkulturelle Kommunikation zwischen beiden Kulturen verstand: Die pünktlichen Schweizer, die alles auf Knopfdruck haben möchten. Und die ehrenhaften Inder, die ihr Gesicht immer wahren wollen, wenn sie mit jemandem

zu tun haben, der ihnen über ihren Bekanntenkreis vorgestellt wurde. Nach etwa einem Jahr versiegte die Schweizer Euphorie in Sachen indische Diamanten − vermutlich, weil der Swatch-Konzern lediglich die Preisverhandlungsspanne herausfinden wollte, um mit den bestehenden Lieferanten bessere Konditionen aushandeln zu können. So oder so ist und bleibt es ein einzigartiges Abenteuer im Leben unseres Englischkorrektors, dem Diamantenhändler.

IRGENDEIN KONZEPT Etwas verwirrt machte sich Christoph Rentsch in den nächsten Tagen auf zur Konzeptkreation. Bloss worüber? Spontan liess er das Gespräch nochmals Revue passieren und kam zum Schluss, ein Konzept über die Förderung einer philosophisch-kritischen Haltung im Betrieb zu schreiben, die eine offene und neugierige Arbeits- und Kommunikationsatmosphäre schaffen sollte, damit sich die Kreativität ungezwungen entfalten kann. Kaum hatte er sein Konzept eingereicht, folgte prompt das Jobangebot: Nummer 58 fragte ihn, ob er sein persönlicher Assistent sein und mit ihm um die Welt reisen wollte. Lange zögerte Christoph Rentsch

nicht und willigte auf das Angebot ein. In den folgenden acht Monaten bereiste er die ganze Welt, wurde später ans Davoser Wor­ ld Economic Forum (WEF) eingeladen und erledigte die Funktion einer persönlichen Drehschreibe zur Presse, schrieb Medienmitteilungen, verfasste ganze Reden oder auch einen Fachartikel als Ghostwriter, der im Forbes Magazine* erschien. Weil er wusste, wie Nummer 58 als Mensch und Unternehmer dachte und handelte, konnte er sich bestens in ihn hineinversetzen und damit für eine treffsichere Ad-hoc-Kommunikation sorgen.

*Forbes-Artikel auf Englisch unter http://bit.ly/2nIjwpv

INDISCHE DIAMANTEN FÜR SWATCH Irgendwann wurde Christoph Rentsch des Reisens überdrüssig. Er bat Nummer 58 darum, seine Anstellung auf 50 Prozent zu reduzieren und dafür von der Schweiz aus im Homeoffice arbeiten zu dürfen. Nur widerwillig liess ihn Nummer 58 gewähren, sodass sich Christoph Rentsch nebenbei zusätzlich dem Unterrichten von Business Englisch widmen konnte. Trotz seines Rückzugs in die Schweiz erhielt Christoph Rentsch nach wie vor Einladungen ans WEF. Er wurde

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auch an eine indische Hochzeit der Familie seines Chefs eingeladen. Die Zahl der Gäste wurde auf lediglich 6’000 geschätzt. Und dort lernte er ein paar Diamantenschleifer kennen, die wiederum die Familie von Nummer 58 persönlich kannten, sodass sich der ganze Kreis wieder schloss und Christoph Rentsch von heute auf morgen zum Diamantenhändler aufstieg.

STECKBRIEF EINES DIAMANTENHÄNDLERS Geboren wurde Christoph Rentsch in der Schweiz, doch er wuchs in Ascot (Grossbritannien) auf, bis er dreizehn Jahre alt wurde. Danach brach er mit seiner Familie nach Indien auf, wo er bis zu seinem 18. Lebensjahr lebte. Dort eignete er sich das «Latein Asiens» an, Sanskrit, und auch Hindi und Urdu, die Sprachen, die er neben seinen beiden Muttersprachen, Englisch und Deutsch, bestens beherrscht. Zurück in der Schweiz studierte er in Fribourg vergleichende Religions- und Sozialwissenschaften sowie Kommunikation. Sein Doktorat, das er bis jetzt verfolgt, dreht sich um Übersetzungen in der CSR*-Kommunikation. Seit Dezember 2015 begleitet er mit seinem Wissen und seiner einmaligen Erfahrung die Projekte der Translation-Probst AG. *CSR: Corporate Social Responsibility

Anmerkung der Redaktion: Sämtliche Diamantenlieferungen, die Christoph Rentsch tätigte, waren Kimberley-zertifiziert, d. h., dass in der Wertschöpfungskette keine unethische Ausbeutung stattfand.

Predrag Jurisic

LEITER TEXTSERVICE UND KONZEPTION

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DIGITALISIERUNG IM HR INTERVIEW MIT NADJA HERSCHE

Nadja Hersche ist Managing Partner bei PermServ, einem spezialisierten Personaldienstleister in Zürich. PermServ versteht, dass fundiertes Wissen, das persönliche Gespräch und Erfahrung die Schlüssel zu einer erfolgreichen Vermittlung sind, bei der Unternehmen und Kandidat einen echten Mehrwert erfahren. www.permserv.ch

TP: Was ist mit Kosmetik? Viele sind wohl nicht 100 % ehrlich, was ihre Profile anbelangt. NH: Gut, das finden wir jeweils eher schnell heraus. Natürlich kommt man über die Profile schnell an die Menschen heran, und dennoch empfinde ich die Sozialen Medien als aufwendig. Meistens sieht man zum Beispiel nur einen Job-Titel, der nichts aussagt, weil dieselbe Stelle in jeder Firma wieder anderes beinhaltet. Oder Sprachkenntnisse: Wie gut sind sie wirklich? Das einzige, was klar hilft, sind Zertifikate wie ein CAS oder ein Master. Also sollte man sich darüber persönlich fundiert unterhalten. Pro Stelle können es gut 30 bis 40 Personen sein, denen wir nachgehen, bis wir den Kandidaten gefunden haben, der wirklich passt.

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Textfehler finden und Comic-Porträt gewinnen

Gewinnen Sie ein eigenes Comic-Porträt von unserem Comic-Zeichner Pascal Coffez, indem Sie fünf Fehler im nachfolgenden Text aufdecken und uns diese per Mail mitteilen. Wie’s geht, sehen Sie in der Box. Viel Spass und viel Glück!

Ihre Textkorrektur:

Ende Februar in einem Café in der Nähe des Hauptbahnhofs Zürich. An einem der letzten freien Tische sitzt mir eine strahlende, entspannte und gewinnende Vermittlerin gegenüber. Sie nimmt sich Zeit, obwohl ich ein letztes kurzes Zeitfenster zwischen zwei Terminen buchen konnte. Und das Zeitnehmen für ein persönliches Gespräch, so erfahre ich in der nächsten halben Stunde, sei auch in der Ära Digitalisierung elementar – nur so könne eine für alle Parteien erfreuliche und dauerhafte Lösung gefunden werden. TP: Digitalisierung – das Schlagwort 2017: Was bringt sie Personaldienstleistern? Wird das Recruitment einfacher, oder wird alles erst recht kompliziert? NH: Digitalisierung bringt beides: Einerseits ist es effektiver, an die Menschen heranzukommen, andererseits aber auch schwieriger, an Kontaktdaten zu gelangen, weil alles über spezifische Tools geht. Es ist hinderlich, wenn man sich nicht mehr persönlich mit den Leuten unterhalten kann – eine unserer Stärken ist, dass wir mit den Menschen sprechen und nicht über digitalisierte Profile herausfinden wollen, welche Persönlichkeiten dahinterstehen. Aber grundsätzlich ist das Digitale eine Vereinfachung und öffnet verschiedene Kanäle. Wir versuchen, am Ball zu bleiben, was die Zukunft bringt, welche Möglichkeiten entstehen. Aber so im Ganzen hat sich nicht viel geändert – ausser natürlich bei den Social Media. Wobei viele gutqualifizierte Kandidaten ihre Profile nicht ausreichend pflegen und nicht regelmässig aktualisieren.

Rätselhaft

TP: Was können Kandidaten tun, um von Ihnen gefunden zu werden? NH: Kandidaten sollten aktiv werden, Ihre Profile aktualisieren und vollständig halten. Es ist wie bei Google: Wenn man gefunden werden will, sollte man möglichst weit oben erscheinen – und nicht auf irgendwelchen Folgeseiten. Die Kriterien hier sind: Sprachkenntnisse und Fähigkeiten angeben, sich Branchen zuordnen und sicher ein Foto hochladen – wie Xing und Linkedin dies auch häufig nachfragen. Und natürlich sind Netzwerke wichtig. Wenn man Kontakt eines Kontaktes ist, wird man besser gefunden. Allerdings sollte das Netzwerk nicht kreuz und quer, sondern gezielt und bedacht erweitert werden. TP: Wie reagieren die Menschen, wenn sie kontaktiert werden? Grosse Geheimnistuerei? NH: Die Menschen reagieren grundsätzlich sehr positiv. Der Erstkontakt erfolgt meistens per E-Mail und somit diskret. Erst dann werden telefonisch persönliche Termine vereinbart. Auch Menschen, die nicht auf Stellensuche sind, reagieren durchaus positiv. Für sie kann eine Anfrage standortbestimmend sein und als Option dienen. Der Digitalisierung zum Trotz kann nur das persönliche Gespräch mit Unternehmen aufzeigen, welche Kandidaten sie wirklich brauchen. Und nur das persönliche Gespräch mit den Bewerbern wiederum kann klären, welcher Kandidat den Anforderungen der Stelle am besten entspricht. Das Digitale aber verhilft den Bewerbern, ihre Visibilität zu erhöhen und auf sich aufmerksam zu machen.

Sie Briefen – wir schreiben

1

Textfehler auf dieser Seite farbig markieren.

Unsere Schreiberlinge erstellen verschiedene Textsorten für jedes Fachgebiet passgenau nach Ihren Vorstellungen: sie sagen uns, in welchem Umfang, in welcher Tonalität und mit welcher Botschaft – und wir übernehmen den Rest!

2

Korrigierten Text fotografieren (oder Screenshot).

Ein gutes SEO-Ranking erhöht die Besucherzahl auf Ihrer Webseite, was eine Umsatzsteigerung nach sich zieht. Ob bestehende oder neue Websites – vor dem Schreiben bzw. Überarbeiten analysieren SEO-Profis, welche Keywords eine hohe Relevanz bei Ihren möglichen Zielgruppen aufweisen. Daraus kreieren unsere Texte Inhalte, die mitten ins Herz Ihrer Kunden treffen.

3

Bild mit korrigiertem Text an marketing@translation-probst.com senden.

4

Warten, bis das Los die Siegerin oder den Sieger gekürt hat.

Senden Sie uns das Bild Ihrer Textkorrektur an: marketing@translation-probst.com.

5

Über Comic freuen und am Arbeitsplatz aufstellen.

Marco Weyers

LEITER MARKETING UND KOMMUNIKATION

Die Gewinner der letzten Ausgabe:

Marco Weyers

LEITER MARKETING UND KOMMUNIKATION

Samuel Urscheler von icloud

Saskia Zahnd von SWISS TXT AG

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Master in Fennistik – Meister im Sprachenlernen Die finnische Sprache fesselte ihn schon, bevor er in Köln sein Bachelorstudium in Fennistik aufnahm. Als geübter Autodidakt und Finnland-Freund hatte er das Finnische bereits im Vorfeld erlernt. Selbst nach dem Master in Fennistik an einer finnischen Hochschule hielt er es nicht lange aus und lernte eine Sprache nach der nächsten. Mittlerweile zählt er ganze zehn Sprachen zu seinem Repertoire – von Deutsch, Englisch und Niederländisch über Finnisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch und Isländisch bis hin zu Estnisch

und Spanisch. Und seit Kurzem fühlt er sich zunehmend auch im Schweizerdeutschen zu Hause, obwohl sein erster Kontakt mit einer Helvetierin alles andere als bezaubernd war: Es handelte sich dabei um ein Kundengespräch mit einer Bernerin, die eisern bei ihrem Berndeutsch blieb und sich partout weigerte, ihm Gesprächsfragmente, die er nicht verstanden hatte, zusätzlich auf Hochdeutsch zu erklären. Unterdessen schmunzelt er, wenn er sich daran erinnert. Aber einen kleinen Schock habe er schon davongetragen.

Von Melancholie bis Mystik

DICHTKUNST Ein Dichter, der vom Auswandern träumt

Kai John ist Key Account Manager bei der Translation-Probst AG. Doch schlummert in ihm ein passionierter Dichter, der zu den feinstofflichen Klängen der isländischen Band «Árstídir» in seine Dichtkunst eintaucht, um dort festzuhalten, was ihn im Hier und Jetzt festhält. Das Porträt eines faszinierenden Sprachtalents, mit einer tiefverwurzelten Leidenschaft zu den USA. Es ist die Ein-Dollar-Note, die seine Leidenschaft zu den USA entfacht hat. Die Ein-Dollar-Note, die er mit sechs Jahren von seinem Vater bekommen hat, weil er sie sich so sehr gewünscht hatte. Seither träumt er vom Sprung über den grossen Teich. Auch wenn die aktuelle politische Lage einer unüberwindbaren Mauer gleicht, ist irgendet­ was

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in seiner Seele, das zumindest die Liebe zum Land und dessen Kultur dennoch nicht ausschliesst. Hinzu kommt die Faszination für die englische Sprache, die er mit sieben Jahren entdeckte: Er brachte sich das Englische selbst bei, indem er englische Songtexte übersetzte. Fortan war klar – Kai John wird Sprachen studieren.

Es sind die feinfühligen und feinstofflichen Themen, die ihn beschäftigen. Darum handeln seine Gedichte hauptsächlich von zwischenmenschlichen Beziehungen, bewegenden Momenten im Alltag sowie dem nicht Greifbaren. Um in Schreibstimmung zu kommen, schliesst er sich in sein stilles Kämmerlein ein und lauscht den mystisch-klassischen Klängen der isländischen Indie-Folk-Band «Árstídir». Oder aber er greift Themen auf Reisen auf. Oder schlicht im Alltag des Pendlerverkehrs. Je nach Tagesform und Thema wählt er denn auch die Literaturepochen und versucht, seine lyrischen Texte im entsprechenden Versmass, Stil und Aufbau wiederzugeben. Neben Kurzgeschichten und Gedichten verfasst er auch Texte der Kinderliteratur. Einer seiner Träume sei es, mal die einnehmende Geschichte für Kinder niederzuschreiben, die ihm zwar bereits im Kopf herumschwirre, aber noch nicht reif genug sei.

«Árstídir» Was zu Deutsch «Jahreszeiten» heisst, ist der Name der isländischen Indie-FolkBand, deren Mitglieder alle singen und klassische Musik mit dem Progressive Rock und Minimalismus gekonnt kombinieren. Mehr zur Band auf www.arstidir.com.

http://bit.ly/Kai_John

For Shane And as I walked along the lonely shore of this dark restless sea each grain of sand beneath my toes felt, I'm unsure, elusively real and yet each step so heavy to take, a warm breeze could, I'm unsure, just take me away. And as I walked the heavy road in this darkness closeting me the cold breeze took what you were able to see. On this hill I stand still. Closed my eyes. I feel, I'm unsure, how among the reeds the wind carries away my final fear ...Oh dear. Two rapid stars back at the horizon obligate me to let go – I don't know. Those two stars so far off hit me hard and left behind my shell – I guess. The cold ground I felt changed nothin' I still feel for you – I know. On this hill I stand still. Won't allow to let it go just cuz I am lookin' at the dark restless sea. Let the breeze take me away.

Predrag Jurisic

LEITER TEXTSERVICE UND KONZEPTION

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THE DAY AFTER DIGITALISATION Die Digitalisierung kommt. Treffen Sie jetzt Ihre Vorbereitungen dazu − mit den Digital Language Solutions von Translation-Probst. Telefon 0840 123 456 marketing@translation-probst.com

Profile for Predrag Jurisic

Kundenmagazin «TRANSLATION-POST», Nr. 3  

Idee, Konzept, Text, Redaktion und Projektleitung für das Kunden- und Mitarbeitermagazin «TRANSLATION-POST» der TRANSLATION-PROBST AG, heuti...

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