Issuu on Google+

Europawahl 2014 :: S. 1, 2, 11

Internationales :: S. 6, 11, 14

30

JA

H

R

E

1/14 www.pfadfinderInnen.at

r

ü

h

l

i

n

g

s

A

U

SG

A

B

E

Mein Europa – Meine Wahl

Inhalt Editorial1 Impressum6

Themen Mein Europa – meine Wahl��������� 1 Jung, europäisch, desorientiert..... 2

Im Mai 2014 wird in Europa gewählt. 380 Millionen EU-BürgerInnen sind bei der Wahl des Europäischen Parlaments wahlberechtigt und stellen dabei die Weichen für die nächsten Jahre. In Österreich haben am 25. Mai Menschen ab 16 Jahren das Recht, per Wahlzettel mitzu­bestimmen.

Eine Hemmschwelle ist oft das eigene (Nicht-)Wissen Wer weiß, was das Europäische Parlament und die Kommission genau machen? Und was bitte ist der Unterschied zwischen dem Europäischen Rat und dem Rat der Europäischen Union? Wer sich selbst nicht so gut auskennt, scheut, das Thema mit Jugendlichen zu behandeln. Denen geht es aber ganz genauso, und umso wichtiger ist es,

Editorial Von Terry Pribil 2009 hatten wir unsere Adleraugen schon mal auf das Thema „Europawahl“ gerichtet. Damals lag die Wahlbeteiligung in Österreich bei ca. 46 %, die Frage, wie hoch sie diesmal ausfällt, können wir maßgeblich unterstützen, indem wir unser Umfeld motivieren, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen. Barbara Prammer (Seite 2) geht auch in ihrem Buch „Wir sind Demokratie“ soweit und ruft auf, sich nicht nur an Wahltagen einzumischen. Dafür sorgt z. B. die Bundesjugendvertretung (Seite 1,2), die in ihrer täglichen Arbeit auch die Interessen von uns PfadfinderInnen vertritt. Wie produktiv und engagiert die europaweite Zusammenarbeit der PPÖ ist, zeigen Beiträge wie Scouting 3.0 (Seite 3) oder die Postkartenaktion zum Thinking Day. Wer es als Pinkie nach Kandersteg oder als

das Thema gemeinsam anzugehen. Wer sich nicht auskennt, verliert schnell das Interesse. Wer den Eindruck hat „das betrifft mich doch gar nicht“ noch mehr. Das Wahlverhalten mani­ festiert sich in jungen Jahren Wer als junger Mensch das erste Mal wählen geht, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit weiterhin tun. Und genau darum hat die Europawahl etwas mit den Pfadis zu tun. Denn Politische Bildung findet auch in unseren Heimstunden statt, und zwar ganz anders als in der Schule, ohne Leistungsdruck, mit Platz für Fragen, die woanders vielleicht als „blöd“ abgetan werden würden. UN Jugenddeligierter nach New York schafft, kann durchaus stolz sein (Seite 11). Auch innerhalb der Grenzen von Österreich sind die Pfadis ordentlich in Bewegung, das Bundesthema-Radl hat sich nach mehr als 2000 geradelten Kilometern ein ordentliches Service verdient (Seite 12). Neben dem kuriosen Pfadfinderwissen macht sich Geo diesmal auch Gedanken zur #neckernomination (Seite 14). Zum Herausnehmen gibt’s ein Doppelposter und den Wandkalender zur Gestaltung eurer Pfadiheime und -schaukästen. Von Schaukästen lesen wir auch auf der letzten Seite. Abschließend möchte ich noch anmerken, dass „Styling und Shoppen“ als Angabe von Hobbies in Bewerbungsschreiben nicht förderlich sind. Philipp Blom meint dazu im Falter 1-2/14: „Wählen geht kaum noch jemand, aber shoppen tun wir alle.“ Drehn wir einfach mal alle den Spieß um… Wünsche, Anregungen und Kritik zu dieser Ausgabe sind wie immer willkommen auf redaktion@ppoe.at – Danke allen, die mitgearbeitet haben!

Handeln. Mitmachen. Bewegen. Diese drei Worte bilden den Slogan des Europäischen Parlaments zur Europawahl. Sie klingen wie die Überschrift für ein Unternehmen oder Projekt. Also was jetzt – CaEx oder RaRo, für wen ist das Thema wirklich relevant? Für beide Stufen natürlich! In Österreich gibt es die europaweit einzigartige Situation, dass alle hier lebenden EU-BürgerInnen schon mit 16 Jahren wählen dürfen. Somit betrifft das Thema RaRo unmittelbar, ebenso aber auch CaEx, die zwar jetzt gerade noch nicht wählen dürfen, aber in absehbarer Zeit. Für die CaEx-Stufe gibt es deshalb auch einen eigenen

Behelf „Wählen mit 16“ mit Ideen für Unternehmensimpulse und Aktionen. Für die Auseinandersetzung mit dem Thema gilt Man muss nicht alle Institutionen auf einmal genau überblicken, um zu verstehen, wie wichtig die EU für eine/n selbst ist. Der springende Punkt ist, gerade für Jugendliche den persönlichen Bezug herzustellen. EU, das sind wir. Seit 1995 ist Österreich Teil der EU, seit 2002 verwenden wir die gemeinsame Währung Euro. Somit kennen die meisten der jungen Menschen, die jetzt gerade CaEx und RaRo sind, Österreich gar nicht anders. Freie Grenzen und die gemeinsame Währung sind für sie „schon immer“ Alltag. Europapolitik betrifft uns oft genauso direkt wie Lokalpolitik, z.B. wenn Regelungen für Roa-

mingtarife erlassen werden, die EU-weit gültig sind. Und der Blick auf die Zukunft der EU, gerade im Hinblick auf aktuelle Krisen, beschäftigt uns alle. Fragen wie „Welche EU-Gesetze haben Auswirkungen auf mich persönlich? Was wäre, wenn ich nicht EU-BürgerIn wäre? Was wäre, wenn es die EU nicht gäbe?“ können der Anstoß zu Diskussionen, Unternehmen und Projekten sein. Der Jugendcheck auf jungestimmen.eu durchleuchtet die antretenden Parteien und KandidatInnen darauf, wie sie sich für junge Menschen einsetzen wollen. Die Dialogveranstaltungen der BJV-Kampagne junge.stimmen.für. europa bieten die Möglichkeit, mit KandidatInnen direkt in Kontakt zu treten – es gibt viele Möglichkeiten, das Thema mit CaEx und RaRo aufzugreifen. Und wenn zum Schluss wieder die Frage „Warum denn überhaupt wählen?“ aufkommt, dann gibt es hoffentlich auch viele Antworten darauf: Weil mit der Wahl die Richtung der EU für die nächsten Jahre festgelegt wird. Weil ich da mitbestimmen will. Weil es mein Europa ist. Weil ich EuropäerIn bin. Weil Europa genau mich braucht. Make your choice, or others will make it for you...

Weiterführende Links:

Foto: Mathias Tradinik

Aber was hat die Europawahl denn mit den Pfadis zu tun? Eine Frage, die eigentlich nicht gestellt werden müsste. Wir kennen das PPÖ-Ziel, wo von bewussten StaatsbürgerInnen und eigenverantwortlichen Persönlichkeiten die Rede ist. Gleich in den ersten beiden Absätzen unseres Leitbilds kommen die Schlagworte „Demokratie“ und „gesellschaftspolitische Herausforderungen“ vor. Und mehrere Schwerpunkte laden förmlich dazu ein, sich mit dem Thema Europawahl zu beschäftigen. Aber wie denn jetzt genau? Und wer denn überhaupt?

Foto: BJV Clemens Schneider

Von Johanna Tradinik, Mitglied im Vorsitzteam der Bundesjugendvertretung und GuSp-Leiterin in Wien 7/47

jungestimmen.eu – Die überparteiliche Kampagne der Bundesjugendvertretung mit Infos zur Europawahl, Jugendcheck der Parteien und KandidatInnen, Methoden für Heimstunden u.v.m. youngvoters.eu – League Of Young Voters, die unabhängige Infokampagne des European Youth Forum zur EU-Wahl www.meinewahl2014.eu/ – Welche/r Kandidat/in passt am besten zu mir? (Webseite zur Europawahl 2014 für Jung- und ErstwählerInnen) www.elections2014.eu/de – Zentrale Webseite des Europäi­ schen Parlaments zur Europawahl 2014 www.zukunfteuropa.at – Europainformationswebsite der Bundesregierung zur Europawahl 2014 eu2014.at – Wahlinformations­blog, dessen Redaktion zum Großteil aus SchülerInnen besteht neuwal.at – Politik- und Wahljournal wahlkabine.at – Politik- und Orientierungshilfe

Entwicklungsaufgaben oder Stufenziele ................................... 3 Die Last der Verantwortung.......... 5 A Europe of Opportunities.......... 11 Was macht die PPÖ sexy? Vision2028.................................. 13

Berichte Scouting 3.0 – Das Dschungelcamp für Fortgeschrittene............. 3 rostfrei, GuSp-BuLeiLa 2014......... 4 Theorie trifft Praxis-Fachtagung... 5 Thinking Day 2014....................... 6 Deutschsprachige Konferenz......... 6 Wien, New York und die UN...... 11 Live the Dream! KISC................. 11 „Lasst uns interessante PPÖ-Briefe schreiben“ – 30 JAHRE ppö brief... 16

Infos & Termine Gesucht: Pfadis mit Liebe zur Naturvielfalt.................................. 2 Gedenkfeier Mauthausen............. 4 Pirates of the Styrian BuWiWöLeiLa.. 4 GuSp Grünzeug............................. 4 Fasten your ... Explorer-Belt.......... 5 Mit dem Zug ans Ende der Welt.11 Vermischtes...........................12, 14 Nutzloses Pfadiwissen ................ 14 Gilwellparkgruppe....................... 15 Helfen mit Herz und Hand......... 16

JamboreePoster: letzte Plätze frei! Mittelseite zum Herausnehmen

Bei Unzustellbarkeit bitte zurück an: PfadfinderInnen Österreichs A-1170 Wien, Stöberplatz 12

P.b.b. Verlagspostamt A-1050 Wien, Zulassungsnr. GZ 02Z033410 M

F


ppö brief 1/14

Europawahl 2014

junge.stimmen.für.europa Jugendthemen gehen im Wahlkampf oft unter. Darum gibt es die Kampagne junge.stimmen.für.europa. Organisiert wird die Kampagne von der Bundesjugendvertretung, der überparteilichen Interessenvertretung aller Kinder und Jugendlichen in Österreich. Wir wollen die Wahl für junge WählerInnen interessant und einfacher machen. Denn: nur wer wählen geht, bestimmt auch mit!

Website und Folder Die Kampagne besteht aus mehreren Elementen: Auf der Website www.jungestimmen.eu ist der Jugendcheck zu finden, bei dem wir alle Parteien gebeten haben, Fragen zu jugendrelevanten Themen zu beantworten. Neben Infos zu den SpitzenkandidatInnen bietet die Website auch grundlegende Fakten zur Wahl und Erklärungen zu relevanten Begriffen. Zusätzlich zur Website gibt es eigene Folder zur Kampagne, die Infos und Argumente fürs Wählen bereitstellen und auf die Website sowie auf die Veranstaltungen im Rahmen der Kampagne verweisen. Die Folder können über die Website (gern auch für Gruppen) bestellt werden.

Dialog und Workshops Höhepunkte der Kampagne werden die Dialogveranstaltungen und die

Workshops sein, die in vier verschiedenen Bundesländern stattfinden: 3. 4. Pfadfinderhaus Salzburg 10. 4. Pförtnerhaus Feldkirch 23. 4. Karmeliterhof Graz 30. 4. Workshop im ifp wienXtra, Dialogveran- staltung im Haus der EU Bei den Dialogveranstaltungen kommen junge WählerInnen und KandidatInnen der Parteien auf Augenhöhe ins Gespräch und diskutieren jugendrelevante Fragen zur EU. Am selben Tag findet vormittags jeweils ein Workshop für MultiplikatorInnen aus der außerschulischen Jugendarbeit statt, bei dem es darum geht, neue Methoden auszuprobieren und Erfahrungen auszutauschen. Zudem werden Angebote für junge Menschen zum Thema Europapolitik vorgestellt. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos! Genaue Infos und Anmeldemöglichkeiten finden sich auf der Website.

sind. Darüber hinaus bietet es für alle, die mehr über Demokratie wissen möchten, eine Fülle an Informationen. „Eine handliche Anleitung zum Verständnis der Politik“ (Der Standard) „Aus Sicht der Praktikerin, ohne parteipolitische Brille … warum sich die Bürgerinnen und Bürger einmischen sollten –

Last but not least: Österreich ist europaweit das einzige Land, in dem junge Menschen bereits ab 16 Jahren wahlberechtigt sind. Was viele nicht wissen: in Österreich dürfen auch unter 18-jährige Staatsbürger­ In­nen anderer EU-Mitgliedsstaaten an der EU-Wahl teilnehmen. Auch darauf legt junge.stimmen.für.europa wert und lässt junge WählerInnen aus anderen EU-Ländern zu Wort kommen. junge.stimmen.für.europa ist außerdem Teil der pan-europäi­schen junge WählerInnen-Kampagne League of Young Voters (www.youngvoters.eu).

Mach mit! Wir freuen uns, wenn wir dich bei einer unserer Veranstaltungen treffen, du auf der Website oder auf Facebook (facebook.com/bjvpage) vorbeischaust und junge Menschen in deinem Umfeld motivierst, an der EU-Wahl teilzunehmen.

Foto: PPÖ/Paul Kubalek

Wenn am 25. Mai die Europä­ ische Union zu den Wahlur­ nen ruft, dann haben unsere RaRo – und alle gleichaltrigen Jugendlichen, die in Österreich leben – ein besonderes Privileg: Sie dürfen schon mit 16 Jahren wählen. Eine Vorreiterrolle Österreichs? Immer wieder werden Zweifel am Wahlalter laut. Mangelndes Wissen um politische Strukturen wird jungen Menschen vorgeworfen, ebenso zu geringe Reflexion der eigenen Meinung. Eines ist richtig: Die Wahlbeteiligung ist unter 16- bis 18-Jähri­ gen nicht höher als beim Rest der Bevölkerung. Ein gemeinsames Europa wird aber weit weniger infrage gestellt als bei Älteren. Das ist wenig verwunderlich, denn die Jugendlichen haben ihr ganzes Leben in Österreich als Teil der EU verbracht. Und ihr erstes eigenes Taschengeld haben sie auch schon in Euro ausgezahlt bekommen.

Identifikation nicht gleich Zustimmung

Das freut Autorin und Verlag: Die Schülerinnen und Schüler am Sperlgymnsium in Wien haben Barbara Prammers „Wir sind Demokratie“ zum Buch des Monats Juni 2013 gewählt. Eine schöne Auszeichnung für dieses Buch, das sich ja vor allem an engagierte junge LeserInnen wendet, die sich mit der österreichischen Demokratie auseinandersetzen und wissen wollen, wie sie funktioniert.

Nach einer repräsentativen Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) im Jänner 2013 unter SchülerInnen meinen 69 %, dass ihnen die EU „zahlreiche Chan-

cen bietet“. Laut einer anderen Umfrage der ÖGfE fühlen sich auch 72 % der SchülerInnen als EU-BürgerInnen. Aber Identifikation ist nicht automatisch Zustimmung. Gerade für junge Menschen ist der (sichtbare) Bezug zur eigenen Lebensrealität besonders wichtig. Und der fehlt allzu oft. Die Europäische Union mit ihren komplexen Strukturen und einem veritablen Transparenzdefizit stellt Jugendliche, die sich politisch einbringen möchten vor eine große Herausforderung. Eine hohe Wahlbeteilgung kommt nicht bei gleichzeitiger Unwissenheit, wie die eigene Stimme wirkt.

Partizipation und Politische Bildung Wir PfadfinderInnen leben Partizipation in den Altersstufen und mit den Jugendräten auch im Verband. Die Wahl des Europäischen Parlaments, dem Gremium, dass über die EU-Gesetze abstimmt und eine Kontrollfunktion wahrnimmt, ist da ein kleiner, aber umso wichtigerer Beitrag der politischen Teilhabe außerhalb der Pfadis. Denn anders als weitverbreitet angenommen, haben auch kleine Länder ein wichtiges Wort in der EU mitzureden. Dafür sorgt die „degressive Proportionalität“, oder einfacher: Kleinere Staaten haben verhältnismäßig zur Bevölkerung mehr Abgeordnete als große Staaten. Gerade als PfadfinderInnen können wir von unserer Jugend als kritisch und engagiert sprechen. Es liegt an uns, sie für europäische Themen und die Auswirkungen auf ihren Alltag zu sensibilisieren und einen Beitrag zur politischen Bildung zu leisten.

(aus www.edition-ausblick.at/ gallery/wir-sind-demokratie)

Gesucht: PfadfinderInnen mit der Liebe zur Naturvielfalt

Biodiversität und Bewegung

* ist Young Correspondent und Wiener Landesjugendratsleiter. Er studiert Germanistik und verbringt sein letztes Jahr als Rover bei der Wiener Pfadfindergruppe 13.

vote@16 und Europa

und das nicht nur an Wahltagen.“ (KURIER) „Lust auf Demokratie“ (Wiener Zeitung)

Demokratie ist unverzichtbar und ohne Alternative. „Sie geht uns alle etwas an“, sagt Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. Deshalb möchte sie zur Teilnahme an der Demokratie ermuntern.

Was im Parlament passiert und wozu es Parteien braucht. Warum Politik wichtig und oft beschwerlich ist. Wie Wählen funktioniert und warum wir uns nicht nur an Wahltagen einmischen sollten. „Wir sind Demokratie“ ist als Einstiegshilfe gedacht. Es wendet sich an Menschen, die heuer zum ersten Mal wahlberechtigt

Österreichs Jugend steht vor der Wahl

von Julius Tacha

Wir sind Demokratie

Dieses Buch erklärt Demokratie

Jung. Europäisch. Desorientiert.

Foto: BJV Clemens Schneider

2

Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit von Umweltdachverband und den PPÖ wird für ein Nachfolgeprojekt nach PfadfinderInnen gesucht, die Methodenwerkzeug und Inhalte zum Thema Biodiversität & Jugend gemeinsam mit ProjektpartnerInnen von Naturschutzjugend, Naturfreundejugend und Alpenvereinsjugend für Kinder- und JugendleiterInnen erstellen möchten. Aus einer Vielzahl von Angeboten kannst du zB. einen Forscherrucksack befüllen, der auch unseren Kinder- und Jugendgruppen für die Erforschung der eigenen Umwelt zur Verfügung gestellt wird. Wenn du dir vorstellen kannst, das Thema Biodiversität für Kinder und Jugendliche methodisch aufzubereiten und „erlebbar“ zu machen, melde dich bitte im Bundesverband unter bundesverband@ppoe.at.

Freches Frühstück: „Der Wahlbrunch“ zur Europa-Wahl Bist du auf der Suche nach Programm zur Europa-Wahl? Oder nach Aktionen, um zum Wählen zu motivieren? In Wien veranstaltet der Landesjugendrat am 25. Mai (Heim der Pfadfinder/innengruppe 17/47, 10 bis 13 Uhr) bereits zum zweiten Mal einen Wahlbrunch. Jung- und ErstwählerInnen treffen sich am Vormittag um nach der Wahl gemeinsam zu

frühstücken. Bei der Aktion, die sich auch wunderbar in deiner Rotte, Gruppe oder deinem LV veranstalten lässt, können sich die Jugendlichen in gemütlicher Atmosphäre über Wahl und EU austauschen. Wie beim Wahlbrunch zur Nationalratswahl wird es in Wien auch diesmal wieder ein Tippspiel geben: Wer mit seinen Prognosen den erreichten Prozent der Parteien am nächsten liegt, gewinnt!


ppö brief 1/14

Ausbildung

www.pfadfinderInnen.at

3

Entwicklungsaufgaben oder Stufenziele Foto: © jan@schiefermair.com

Die Bundesausbildung sowie die Bundesstufenarbeitskreise beschäftigen sich seit einiger Zeit intensiv mit einer Materie, die für das Verständnis unserer Arbeit als PfadfinderleiterInnen essentiell ist: Den Entwicklungsaufgaben von Kindern und Jugendlichen in ihren jeweiligen Altersstufen. * ist Assistentin der Bundesbeauftragten für Ausbildung

von Astrid Aichinger

Was ist das denn nun wieder, eine Entwicklungsaufgabe? Da müssen wir jetzt doch leider kurz ein wenig theoretisch werden: Eine Entwicklungsaufgabe ist ein von der Gesellschaft oder von der Altersgruppe selbst auferlegtes Lernfeld (Wissen, Fertigkeiten und

Was ist eine Entwicklungsaufgabe? Eine Entwicklungsaufgabe ist ein von der Gesellschaft oder von der Altersgruppe selbst auferlegtes Lernfeld (Wissen, Fertigkeiten und Einstellungen), das zur Bewältigung von realen Anforderungen in verschiedenen Bereichen des Lebens notwendig ist. Entwicklungsaufgaben sind psychisch und sozial vorgegebene

Einstellungen), das zur Bewältigung von realen Anforderungen in verschiedenen Bereichen des Lebens notwendig ist. Konkret heißt das, dass Entwicklungsaufgaben jene Fähigkeiten sind, welche die Gesellschaft, die Umgebung, die soziale Gruppe etc. von einer Person in einem bestimmten Alter erwartet zu erreichen. Also z.B. dass ein Wichtel lesen kann, dass ein Späher seine eigene Meinung sagen kann usw.

Lernfelder bei den Pfadis Wir LeiterInnen bieten den Kindern und Jugendlichen im Rahmen unserer Tätigkeit bei den PPÖ Lernfelder, in denen sie diese Entwicklungsaufgaben bearbeiten können. Erwartungen und Anforderungen, die an eine Person in einem bestimmten Lebensabschnitt gestellt werden.

Was ist ein Lernfeld? Lernfelder sind didaktisch begründete, aufbereitete Handlungsfelder, die komplexe Aufgabenstellungen zusammenfassen, die in handlungsorientierten Lern­ situationen bearbeitet werden.

Klar, dass wir nicht alle Entwicklungsaufgaben abdecken können oder auch wollen: Lesen lernen Kinder in der Schule und nicht bei den Pfadis. Und das ist auch gut so. Aber „die eigene Meinung sagen“ und das „Erreichen einer altersgemäßen Selbständigkeit“ unterstützen wir sehr wohl z.B. im Rahmen des Patrullenlebens. Grundsätzlich müssen alle Kinder und Jugendliche diese Entwicklungsaufgaben abarbeiten, auch wenn sie nicht bei den Pfadis sind. Und genau darum geht es bei der aktuell laufenden Bearbeitung dieses Themas: Zu definieren wo genau wir Pfadis welche Lernfelder anbieten und welche Entwicklungsaufgaben wir damit unterstützen. Ganz im Sinne der Mission der PfadfinderInnen: Durch non-formale Lernformen zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu selbstverantwortlichen Individuen beizutragen.

Und was ist jetzt mit den Stufenzielen? In den Stufenzielen ist aktuell zu lesen, was ein Kind oder Jugendlicher während seiner oder ihrer Zeit

in der Stufe erreicht haben soll, um in die nächste Stufe überstellt zu werden. Es stellt sich jedoch die Frage, wie wir mit Kindern und Jugendlichen umgehen, die dieses Ziel nicht erreichen wollen oder können. Bleibt ein Wichtel für immer und ewig in dieser Stufe, weil es die konkrete Wirklichkeit aufgrund ihrer individuellen persönlichen Voraussetzungen nicht erfassen kann? Was tun wir mit einem Explorer, der die altersgemäße Selbständigkeit nicht erreicht hat? Was ist mit einem Rover, der nicht aus dem Glauben heraus seine Aufgaben in Familie, Beruf und Gesellschaft erfüllt? Dürfen diese Kinder und Jugendlichen überstellt werden? Laut geltenden Formulierungen in unserer Verbandsordnung hätten sie das Ziel nicht erreicht. Unser aktuell gewählter Ansatz von absoluten Stufenzielen steht damit nicht nur der gelebten Praxis entgegen, sondern auch einem wesentlichen Aspekt der Pfadfinderbewegung: Der Scout Method, die sich ganz stark auf ein spezielles Element bezieht: Der persönlichen Weiterentwicklung. Im besten Fall gilt es nämlich mit jedem Kind oder jeder/n Jugendlichen in jeder Stufe

ein persönliches Entwicklungsziel zu vereinbaren und gemeinsam einen Weg zu finden, es zu erreichen. Das bereits in den Startlöchern stehende neue Erprobungssystem der GuSp geht sehr stark in diese Richtung. Aber wie ist das nun, wenn jedes Kind und jede/r Jugendlicher seine eigenen Ziele hat? Wie können wir daraus denn dann überhaupt ein Stufenziel formulieren, das für alle gilt? Die Antwort ist wohl: Das können wir nicht und müssten wir auch gar nicht. Wir sollten uns klar sein, dass wir für jede Stufe aber sehr wohl festhalten müssen, welche Entwicklungsaufgaben relevant sind und welche Lernfelder wir anbieten wollen, um deren Bearbeitung zu ermöglichen und dies mit unseren Methoden unterstützen.

Weg vom Stufenziel, hin zum pädagogischen Auftrag Ein neuer Ansatz würde daher ein Stufenziel durch einen pädagogischen Auftrag an uns LeiterInnen ersetzen: Wir wollen in unserer Tätigkeit Kinder und Jugendliche dabei unterstützen ihre altersgemäßen Entwicklungsaufgaben zu bearbeiten und die persönliche, individuelle Weiterentwicklung jeder/s Einzelnen fördern.

Scouting 3.0 – Das Dschungelcamp für Fortgeschrittene Kann oder vielmehr darf man eines der wichtigsten Projekte von WOSM/Europa auf dem Gebiet des Trainings mit einer deutschen Trash-TV-Show in Verbindung bringen? Man muss!! Die Schlacht im Dschungel ist geschlagen, Larissa doch nicht Kaiserin geworden, der Klopeinersee weltberühmt in Deutschland, und ich muss versuchen ein wirklich spannendes, aber auch sperriges Projekt zu beschreiben - dumm gelaufen. keine Kakerlaken im Gewand, keine Ekel-Cocktails – aber ganz viel Arbeit für die Zeit danach: Immer zwei Teams bekamen die Aufgabe ein Konzept für ein eLearning-Modul zu einem vorgegebenen Thema zu erstellen: Wir wählten Holland und Evaluation.

Von Andreas Furm-Hazivar, Bundesbeauftragter für Gruppenleiter

Casting Vor fast zwei Jahren rief WOSM/ Europa die europäischen Verbände auf, an einem gemeinsam Projekt teilzunehmen, welches sich zur Aufgabe machen sollte, das Training von JugendleiterInnen der PfadfinderInnen auf neue – virtuelle – Beine zu stellen: Scouting 3.0. Ziel war es Grundlagen für europaweites eLearning bei den PfadfinderInnen zu schaffen und die aktuellen Anstrengungen der Verbände zu bündeln. Letztendlich meldeten sich acht nationale PfadfinderInnenverbände. Als nationaler Projektkoordinator (ich hatte mich in einem beinharten PPÖ-internen Casting erfolgreich gegen niemanden durchgesetzt) ging es ans Casting der ProjektmitarbeiterInnen: mit Biggy Magerl, Ina Warneke, Georg Rosensteiner, Philipp Lehar, Christian Pirker, Paul Medek, Sascha Niedermeier und Wolfgang Sassik fand sich ein buntes, motiviertes Team aus vier verschiedenen Bundesländern mit vielfältiger Erfahrung im Bereich eLearning.

Erste Tage im Camp Im Laufe der nächsten Wochen lag dann irgendwann das Skript auf dem Tisch: ein detaillierter Pro-

Abwahl

jektplan mit Zielen, Meilensteinen und Aufgaben bis Ende 2014. Mittels Skype-Konferenzen und regem Emailverkehr innerhalb des AT-Teams und innerhalb der nationalen Projektkoordinatoren machten wir die ersten Schritte. Bald wurde klar: So ein Dschungelcamp ist nicht leicht: viele verschiedene Menschen aus vielen verschiedenen Ländern mit unterschiedlicher Arbeits- und Sichtweise, mit unterschiedlichen Zielen und Rahmenbedingungen. Das virtuelle und asynchrone Arbeiten hat auch so seine Tücke. Trotzdem schafften wir es, unsere Anforderungen an

eine eLearning-Plattform zu definieren, wobei das AT-Team nach Möglichkeit versuchte, die Anforderungen die sich aus dem Projekt „Ausbildung Neu“ ergeben könnten, zu antizipierten.

Dschungelprüfung Die erste Dschungelprüfung kam nach ca. einem halben Jahr Projektlaufzeit (so lange hätte die im TV nie auf ihren großen Auftritt gewartet): Das erste echte Treffen von VertreterInnen der einzelnen Verbände in Belgien. Die Prüfung stellte sich als harmlos heraus,

Ein Projekt dieser Länge und Größenordnung bedeutet für den Einzelnen, die Einzelne auch immer ein besonderes Maß an Durchhaltevermögen und natürlich kann man nicht zwei Jahr lang durchgehend per Email und Skype am Ball bleiben. Daher wählten sich einzelne Teammitglieder zwischenzeitlich immer wieder mal raus („Ich bin ein gestresster Jugendleiter, holt mich hier raus!“) und machten Urlaub im Luxushotel – die meisten lies der virtuelle Dschungel aber nicht los und sie kamen wieder.

Kurz vor dem Ende Aktuell kann das Projekt einiges vorweisen: Wir haben eine eLearning-Plattform, die von allen teilnehmenden Verbänden genutzt werden kann – wir sind aufgerufen, sie mit Leben zu füllen. Wir haben vier Konzepte für eLearningModule, die wir in den nächsten Wochen noch auf dieser Plattform umsetzen werden. Wir sind dabei, ein Konzept zu erstellen, wie wir auch andere Verbände für die-

se Plattform begeistern können. Das virtuelle Dschungelcamp von WOSM/Europe geht weiter.

Medienkritische Sicht Ja klar, so ein Dschungelcamp hat natürlich auch viele Kritiker, und eLearning bei den Pfadis finden viele einfach nur skurril und wünschten uns statt vor dem Tablet in den Dschungel (Ach so, da ist der Dschungel also wieder gewünscht.). Aber Scouting 3.0 soll ja nicht Scouting 1.0 oder 2.0 ablösen. Scouting 3.0 ist nicht die neueste Windows-Version, die mit allen anderen, vorigen endgültig Schluss macht, sondern soll eine Ergänzung, ein sinnvolles Add-on sein. Auch zukünftige LeiterInnen in Ausbildung werden noch auf echten Seminaren lernen, ihre ersten Erfahrungen als LeiterInnen im geschützten Rahmen ihrer PfadfinderInnengruppe machen, und auch das Bücherlesen ist ihnen weiterhin gestattet.


4

ppö brief 1/14

BJR, Stufen: WiWö, GuSp

Gedenk- und Befreiungsfeier Mauthausen 10./11. Mai 2014 in Linz (Heim Gruppe Linz 2) und Mauthausen

Hast du Zeit, im Vorhinein Nachforschungen über deine Gruppe anzustellen? Gesucht: Gab es deine Gruppe zur Zeit des Nationalsozialismus schon? Wenn ja, was ist damals passiert? Wurde sie aufgelöst oder etwa in die Hitlerjugend eingegliedert? Wann? Gab es jemanden, der/die im Untergrund weiterhin Pfadfinderarbeit gemacht hat? … Vor Ort werden wir gemeinsam alle gesammelten Infos in den Workshop einbeziehen. Je mehr verschiedene Gruppengeschichten mitgebracht werden, desto interessanter wird es.

Interessante Links Bericht der Bundesjugendvertretung zur letztjährigen Gedenkund Befreiungsfeier:

Grünzeug

Unbedingt mitnehmen: • Hemd & Halstuch • Isomatte (Unterlagsmatte) • Schlafsack • Hauspatschen • Kleidung, Toilettebeutel, Persönliches Kosten Es fällt ein Beitrag von EUR 15,– (bitte bar mitbringen!) für Verpflegung, Unterkunft, Workshops und Transport nach Mauthausen an, den wir dank Unterstützung vom Bundesverband relativ günstig halten können. Die An- und Abreise ist selbst zu organisieren. Anmeldung Bitte schick deine Daten bis spätestens 21. April 2014 an Elli Alberti (bjrw@ppoe.at): Inkl. Name, Geburtsdatum, E-Mail-Adresse, Te­le­ fon­nummer, Gruppe (+ Land), Spezielle Ernährung, Anmerkungen. Hinweis: Wenn du unter 18 Jahre alt bist, muss eine erwachsene Begleitperson (zB deinE LeiterIn oder einE ältereR RaRo) dabei sein. Es ist auch möglich, nur am Sonntag teilzunehmen wenn du am Samstag keine Zeit hast. Wir treffen dich in Mauthausen, nehmen dich von Linz aus mit oder du fährst von Wien nach Mauthausen mit dem BJV-Bus. Melde dich dafür bitte ebenfalls bei Elli.

++ Stefan Magerl verlässt den GuSp-Bundesarbeitskreis. Nach vielen Jahren des Engagements, der Diskussionen und der unerschütterlichen Überzeugung für die GuSp Stufe zieht es Stefan zu neuen Herausforderungen und Aufgaben in die Bundesausbildung. Auch wenn es für uns einen ganz großen Verlust bedeutet, so freuen wir uns auf die weitere Zusammenarbeit und wünschen ihm auf seinem weiteren Weg alles Liebe und Gute. Dein GuSp Bundesarbeitskreis! ++ Nach dem BuLeiLa ist vor dem BuLeiLa. Nach grandiosen Tagen in Trofaiach Ende Februar findet das nächste GuSp BuLeiLa im Sommer 2015 in Wien statt. Wir freuen uns schon!! ++ Neue PIK8 Derzeit entwickelt der Bundesarbeitskreis eine neue Programmideenkartei. Vor allem beim Sammeln von Heimstundenprogramm, Ideen für Stationen, Lager oder Workshops hoffen wir auf breite Unterstützung von GuSpLeiterIn­nen aus ganz Österreich. Mehr dazu demnächst von deinen Landesbeauftragten. ++ Pilotphase „Schritt für Schritt“ Die Weiterentwicklung des GuSp Erprobungssystems befindet sich noch bis Jahresende in der Pilotphase. Über 350 GuSp aus sieben Bundesländern beteiligen sich daran. Wir freuen uns schon darauf die Erkenntnisse und Erfahrungen einfließen zu lassen und wünschen allen beteiligten GuSp noch viel Spaß beim Ausprobieren.

Ahoi ihr Freibeuter, die ihr das Glück habt unter der gelben Flagge zu segeln! In wenigen Monaten ist es soweit und wir beginnen mit unserem Beutezug auf Terra Styria. Vom 28. bis 30. August wollen wir von unserem Hafen im Pfadizentrum

Leibnitz die Gegend unsicher machen und vorallem eine Menge Spaß haben. Also lichtet eure Anker und segelt mit uns einem tollen Wi-

Wö-BuLeiLa 2014 entgegen. Alles Nähere erfahrt ihr unter: http:// piratesofthestyrian.webs.com/   Gut Pfad, eure BuLeiLa Crew.

Schmankerln aus der „rostfreien“ GuSp-BuLeiLa-Gerüchteküche Von Florentine Frantz und Johanna Pucker, Mitarbeiterinnen im GuSp-Team des Landesverbands Steiermark Alle eineinhalb Jahre veranstalten die Landesbeauftragten für Guides und Späher in Österreich das GuSp-BundesleiterInnenlager. Dieses Jahr fand es unter dem Motto „Rostfrei 2014“ von 21.-23.02.14 in Trofaiach an der steirischen Eisenstraße statt. 82 GuSp-LeiterInnen aus Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark und Vorarlberg verbrachten ein gemeinsames Wochenende, an dem fleißig neue Handwerke erlernt, neue Zünfte gegründet, Workshops besucht, Schlitten gefahren, Schneeburgen gebaut und wilde Schneeballschlachten geschlagen wurden. Wie das so bei Pfadiaktionen ist, wird danach noch gerne darüber geplaudert. Wo auch immer GuSpLeiterInnen zusammen treffen, hört man neue sagenhafte Geschichten über das Rostfrei 2014. Eure BuLeiLa-Reporterinnen haben die Ohren gespitzt und das eine oder andere Gerücht hier für euch gesammelt.

Was am GuSp-BuLeiLa alles passiert sein soll… Eure BuLeiLa-Reporterinnen haben sich das Recht herausgenommen einige Gerüchte in kursiver Schrift zu kommentieren. • S’Buleila war hurogeil. Hier sind sich die Reporterin­nen nicht sicher, ob dieses Gerücht einfach durch den Stilleposteffekt von schlecht lesbarer Schrift ein paar Buchstaben gewonnen bzw. verloren hat oder ob dies ein gängiger Ausdruck des Entzückens

Unterwegs in Trofaiach zur nächsten Station, um die Lehraufnahms-, Gesellen- oder Meisterprüfung für ein neues Handwerk zu bestehen

in bestimmten Regionen Öster­ reichs ist. • Das Trofaiacher Pfadfinderheim wurde extra renoviert, damit genug Platz für so viele GuSp-LeiterInnen ist. Und weil das dann auch nicht ausreichte, wurde noch eine Jurte für die ganz Harten unter uns aufgestellt. • Einige Gangs sollen gegründet worden sein und Bangs veranstaltet haben. • Der Jäger-Workshop war super! Es gab ein breites WorkshopAngebot von Wellness über Langlaufen bis zu Feuerspucken. Ein Jägerworkshop scheint in den Planungsunterlagen aber nicht auf. • Die spontane Gründung von einigen lustigen, kreativen, eigenartigen und teilweise spirituell angehauchten Zünften hat am Samstagabend ihren Höhepunkt erreicht. • Es gibt TeilnehmerInnen, die es geschafft haben sollen zwei Mal sieben Stunden zu schlafen. Also das kann nur ein Gerücht sein, oder?

Foto: © Steirische PfadfinderInnen

Vorbereitung – Wir freu­en uns über deinen Beitrag

www.jugendvertretung.at/themen/ antirassismus-antifaschismus/ aktivitaeten/nachlese-befreiungsfeier-2013.html Mauthausen Komitee Österreich: www.mkoe.at

• Es sollen auch einige WiWöLeiterInnen gesichtet worden sein. • Am nächsten Sommer-BuLeiLa wird eine Winterjacke benötigt und am Winter-BuLeiLa Sonnenschutz. Oder war es doch umgekehrt? • Es ist bekannt, dass GuSpLeiterInnen eine große Vorliebe für Gaffa-Tape haben. Aber am GuSp-Buleila sollen zu später Stunden ganz neue Einsatzmöglichkeiten für Gaffa-Tape gefunden worden sein. Zubehör für viel Spaß: eine Rolle GaffaTape, eine Biertischgarnitur und eine kleine GuSp-Leiterin. • Das nächste GuSp-BuLeiLa findet im Sommer 2015 in Wien statt. Immer wieder hört man auch in diesem Zusammenhang das Wort „Donauinsel“.

Drachenhaft beim Feuerspuck-Workshop

Foto: © Florian Kappe

Programm Eintreffen am Samstag zwischen 13:00 und 14:00 Uhr Samstag Nachmittag: Workshops zu den Themen Rechtsextremismus heute, Euthanasie und PfadfinderInnen im Nationalsozialismus. Samstag Abend: Film zum Thema und gemütlicher Ausklang. Sonntag: Frühstück, aufräumen, Fahrt nach Mauthausen (wird organisiert) In Mauthausen: Jugendgedenkmarsch, Gedenkund Befreiungsfeier, Besichtigung des KZ-Museums wenn möglich. Danach Transport zum Bahnhof bzw. zum Heim Linz 2. Ende, Heimfahrt: ca. 16:00 Uhr


ppö brief 1/14

Stufen: WiWö, CaEx, RaRo

www.pfadfinderInnen.at

5

Fasten your seat belts, please! Die Last der Verantwortung... 2015 wartet die Herausforderung deines Lebens auf dich: Sei dabei beim ersten Explorer Belt der österreichischen Pfadfinder!

Verantwortung zu Übernehmen im Kontext mit freiwilligem Engagement in einer Jugendbewegung stellt einen bedeutenden Themenkomplex dar.

In einer einmaligen Expedition entdecken ausgewählte Ranger und Rover Ungarn, jenseits von Balaton und Paprika – nur mit dem Nötigsten ausgestattet, ohne Netz und doppeltem Boden: Der Explorer Belt 2015 wird Abenteuer pur. Und du kannst mitten drin sein – wenn du hart im Nehmen bist!

Explorer Belt 2015 Wer? PPÖ-Mitglieder zwischen 18 und 25 Jahren Wann? 14. bis 30. August 2015 Wo? Magyarország Mehr Infos auf explorerbelt.ppoe.at

Was ist der Explorer Belt? Der Explorer Belt ist eine Expedition der etwas anderen Art: Im Zweierteam entdeckst du ein fremdes

Land von all seinen Seiten auf eigene Faust. Zehn Tage, 200 Kilometer, zu Fuß, mit vollgepacktem Rucksack. Das ist die körperliche Herausforderung, die dich erwartet. Ausgesetzt an einem unbekannten Ort musst du dich selbst zum Standlager durchschlagen. Auf deinem Weg setzt du zusammen mit deinem Teampartner mehrere selbst erarbeitete Projekte um, lernst die Kultur des Landes kennen und knüpfst zahlreiche Kontakte. Am Standlager präsentiert ihr Ergebnisse und Eindrücke. Krönender Abschluss ist die Verleihung des Explorer Belts, eines speziellen Gürtels, den nur wenige PfadfinderInnen weltweit tragen. Die intensive Zusammenarbeit im Team und die Besinnung auf das Nötigste machen den Explorer Belt zu einer Erfahrung, an die du dich dein Leben lang erinnern wirst.

Die Qual der Wahl Und, aufgeregt? – Na, das wird schon heute Abend. Wieso solltest du denn nicht gewählt werden?! Ja, wieso eigentlich nicht? Immerhin stelle ich mich für die nächsten drei Jahre freiwillig für eine Aufgabe zur Verfügung; das werden die werten Wählerinnen und Wähler doch bitteschön honorieren, oder? Dennoch klopft mein Herz, denn meine letzte Wahl ist schon einige

Jährchen her – Klassensprecherin lautete das damalige hehre Ziel. Nach einigen quälenden Minuten ist es auch schon wieder vorbei – hurra, gewählt! Jetzt kann es also losgehen! Herzklopfen? Wegen einer Wahl? Pah, ich doch nicht… Christa Sieder, vormals Landesbeauftragte für Wichtel in NÖ, ist seit exakt 1. März 2014, 21.14 Uhr, Bundesbeauftragte für Wölflinge.

Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen kann für viele Menschen abschreckend wirken, geht mit der Verantwortung auch ein hohes Maß an Pflichten einher. Gerade im Alter der Ranger und Rover prasselt auf die jungen Erwachsenen eine Fülle von Pflichten (und der damit einhergehenden Verantwortung) ein. Sei es Ausbildung, Beruf, Bundesheer, Zivildienst, Führerschein, eigene Wohnung, erste Wahlen, eigenes Geld verdienen, Selbstständigkeit – kaum ein Aspekt des Lebens wird in dieser Altersphase nicht auf den Kopf gestellt.

RaRo-Methoden Wie reagieren wir nun im Rahmen der Pfadfinderei auf diese gesellschaftlichen Pflichten? Im ersten Moment erscheint es paradox, aber wir setzen dem oben skizzierten gesellschaftlichen Druck wiederum Selbstverantwortung gegenüber. Die Methode des Projektes und das damit einhergehende selbstverantwortliche Führen der Rotte ist ein zentrales Element unserer Jugendarbeit. Auf inhaltlicher Ebene ist unser Stufenmethode „Projekt“ abhängig von einem hohen Maß an Eigenverantwortung innerhalb der Rotte. Dies setzt bereits bei den Impulsen zu Ideenfindung an und wird speziell sichtbar, sobald ein Projekt sich über einen längeren Zeitraum erstreckt und Kontinuität gefragt ist. In diesen Phasen ist es essentiell, dass einzelne RaRo die notwendige Verantwortung für ein Projekt wahrnehmen und tragen. Auch strukturell sind wir in unserer Methodik der Ranger und Rover von der Übernahme freiwilliger Verantwortung abhängig. Die Übernahme eines Rottenamtes wie das des Rottensprechers bzw. Maats beweist, die Bereitschaft Initiative zu zeigen und gleichzeitig ein Stück weit Verantwortung für das Tun der Gemeinschaft zu übernehmen.

Fotos: © PPÖ/Stephan Grundei

Foto: © PPÖ/Kathi Schwesig

Von Stephan Grundei, Landesbeauftragter RaRo in Wien, Gruppe 19

Eine weitere Methode bei den RaRo darf in diesem Zusammenhang natürlich nicht unerwähnt bleiben – die Wache. Dabei dreht sich alles darum, RaRo im Rahmen eines Einzelbetreuungsverhältnis während einer, wie eingangs skizzierten, äußerst entscheidungsreichen Zeit ein Stück weit zu begleiten. Wesentliche Faktoren für das Gelingen einer Wache sind die Bereitschaft, sich ehrlich auf die Sorgen und Bedürfnisse der RaRo geistig einzulassen und die Bereitschaft, sich die notwendige Zeit für eine intensive Einzelbetreuung zur Verfügung zu stellen.

Stufenziel Wie lassen sich nun diese Ansätze vereinen? Die Aufgabe für den RaRo-LeiterIn besteht darin die uns anvertrauten jungen Erwachsenen im Rahmen ihrer Pfadfindertätigkeit an Verantwortung zu gewöhnen. Unser RaRo-Stufenziel spricht diesbezüglich eine ziemlich deutliche Sprache: „Wir (die RaRo-Leiterinnen und Leiter) wollen helfen, junge Menschen zu bewussten Staatsbürgern und eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu erziehen, die aus dem Glauben ihre Aufgabe in Familie, Beruf und Gesellschaft erfüllen.“ Nun kann man bei dem Stufenziel über ein-

zelne Formulierungen durchaus geteilter Meinung sein, allerdings steht die zentrale Aussage außer Zweifel, und nicht umsonst steckt da das Wort Verantwortung drinnen.

...die mir anvertraute Jugend... Verantwortung kann einem aber schnell auch zu viel werden bzw. über den Kopf wachsen. Gerade in einem Verband wie den Pfadfindern wird sehr schnell, jungen Menschen sehr viel Verantwortung übertragen. Für die RaRo wird dies oftmals als eine gewisse Ehre verstanden. Zumeist wendet sich diese Sichtweise allerdings schnell, sobald erkannt wird, welche Aufgaben und Pflichten mit dieser Verantwortung einhergehen. Diese Form des Übervorteilens begegnet uns im Rahmen der Pfadfinderei recht häufig. Das gängigste aller Beispiele dafür ist der Übergang von RaRo in die Führung. Im Gegensatz zum Alltag in Rotte, in der bei der Übernahme von Verantwortung noch ein Sicherheitsnetz in Form der RaRo-Leiter eingezogen ist, ist das zu schnelle Überantworten von Führungsverantwortung ein Drahtseilakt ohne Sicherheitsnetz, der der kompletten Gruppe schaden kann. Gezieltes und überlegtes Heranführen an Verantwortung und Begleiten bei der Verantwortung des Führens durch RaRo-Leiter, Stufenführer und GL ist dabei der richtige Weg. (mehr dazu: „Integrier mich, oder verlier mich...“ Gut Pfad 1/13, S. 24/25; www.wpp.at/service/downloads)

Theorie trifft Praxis Dritte Fachtagung „Pfadfinden“ in Mainz.

von Philipp Lehar

Seit mehr als 100 Jahren prägen Pfadfinderaktivitäten das Leben vieler Kinder und Jugendlicher. Doch dieses Lernfeld ist noch wenig erforscht und wird daher häufig unterschätzt. Zum dritten Mal organisierten daher der Pfadfinder-Hilfsfond und die Universität Mainz eine wissenschaftliche Tagung. Von 21. bis 23. 2. 2014 trafen PfadfinderleiterInnen sowie Gildepfadfinder aus dem Praxisfeld auf

Wissenschafter aus verschiedenen Fachbereichen wie Pädagogik, Soziologie und Politikwissenschaft, um verschiedene Aspekte des Pfadfinderalltag zu betrachten.

Tagungsthema „Pfadfinden weltweit. Verortung einer trans­ nationalen Bildungsidee und Jugendbewegung“ Um einen Eindruck zu bekommen hier ein paar Eindrücke: Hartmut Keyler, einer der prominentesten Akteure der deutschen und internationalen Pfadfinderbewegung, unterstützte durch Karikaturen aus eigener Feder seinen Vortrag über die Entwicklung von WOSM und der Pfadfinderei in Deutschland. Annette Scheunpflug von der

Universität Bamberg, selbst lange Jahre aktiv als Pfadfinderin, stellte ihre Forschungen vor, wie Jugendliche in Begegnungsreisen das „Andere und die Weltgesellschaft“ wahrnehmen. Eigentlich wollte sie sich nie wissenschaftlich mit der Pfadfinderbewegung befassen, nun hatte es sie in diesem Forschungsprojekt doch „erwischt“, denn neben anderen führen gerade die Pfadfinder­ Innen viele Begegnungen durch.

schen Pfadfinder und Pfadfinderinnen in Frankreich und Deutschland. An Beispielen zeigten sie auf, dass Pfadfinderei auch heute in Europa zu einem Miteinander der Kulturen beitragen kann. In ihrem Gruppenalltag setzen sie sich

mit der Lebenswelt anderer Bevölkerungsgruppen auseinander. Bei gemeinsamen Veranstaltungen mit laizistischen, christlichen und jüdischen PfadfinderInnen begegnen sich die Jugendlichen auf einer gemeinsamen Ebene. Auch Austausch und Diskussionen kamen nicht zu kurz. Eine Fortsetzung ist für 2016 geplant.

Pfadfinderverbände als interkulturelle Lernorte Cheikh Khaled Bentounes und Mitglieder des Bundes Moslemischer Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Deutschland gaben Einblick in die Pfadfinderarbeit der moslemi-

Hartmut Keyler (Mitte) präsentierte seine Karikaturen zur Entwicklung von WOSM und der Pfadfinderei in Deutschland.

Foto: © Klaus Halke

* ist Landesbeauftragter für Internationales in Tirol und Pfadfinder in der Gruppe Wattens


6

ppö brief 1/14

Internationales, Ausbildung

Thinking Day 2014

Deutschsprachige Konferenz 2014

Über 800 PfadfinderInnen aus Österreich haben an der Post­ kartenaktion teilgenommen und sich mit dem Thinking Day Thema „Schau mal was ich kann“ auseinandergesetzt.

Seit 1969 treffen sich Vertreter der deutschsprachigen Pfadfinder und Pfadfinderinnenverbände zum Austausch, Netzwerken und Diskutieren. Die heurige Konferenz war in den Niederlanden, und zum ersten Mal hat sich auch die Ranger und Rover Stufe zu einem Austausch getroffen.

Von Fabian Bonetti, Landes­ beauftragter für Internationales aus Vorarlberg und GuSp Leiter in Hard Es ist bereits eine gute alte Tradition, dass sich Mitglieder der deutschsprachigen Pfadfinderverbände jedes Jahr zum 22. Februar dem Thinking Day oder Founders Day, wie er bei WOSM heißt, selbst gestaltete Postkarten zu senden, um so an die „Weltweite Verbundheit“ der Pfadfinderbewegung zu erinnern. Im Vorfeld des diesjährigen Thinking Day haben rund 800 Pfadfinder und Pfadfinderinnen aus ganz Österreich Karten gezeichnet, geschrieben, gebastelt oder sonst wie gestaltet, um dann rechtzeitig die Karte in einen Postkasten einzuwerfen. Danach ist wohl vor allem bei den jüngeren Pfadfindern die Aufregung gestiegen: „Von wem werde ich eine Karte erhalten?“ „Was ist da drauf oder was hat man mir geschrieben?“ Die Freude über die erhaltene Postkarte war sicherlich bei allen entsprechend groß

und wer weiß, vielleicht ergibt sich ja aus dieser kleinen Postkarte eine lange Brieffreundschaft. Beim Fotowettbewerb zum Thinking Day Thema „Schau mal was ich kann! Bildung öffnet Türen für Mädchen und Jungen“, den es auch dieses Jahr wieder gegeben hat, hat eine Gruppe aus Wien mit ihrem Foto teilgenommen. (Bei Redaktionsschluss stand noch nicht fest, ob sie diesen gewinnen würden.)

Mehr Infos Wer noch mehr zum Thinking Day wissen möchte oder sich genauer über das Thema informieren will, der kann auf www.thinkingday.de nachschauen und findet dort alle wichtigen Infos rund um den Thinking Day. In diesem Sinne noch ein gutes Pfadijahr, und vielleicht hast auch du jetzt Lust bekommen nächstes Jahr eine Postkarte zu versenden (wenn du nicht so oder so schon eine schreibst).

Ernst Tomaschek wurde von der Bundesleitung das Bundesehrenzeichen in Gold, für seinen langjährigen Einsatz rund um die Pfadfinderfunker und das Jamboree on the Air verliehen. Wir bedanken uns bei Ernst für sein Engagement und wünschen ihm weiterhin alles Gute und 128.

Die Bundesausbildung gratuliert ... ... zur Woodbadgeverleihung 2013 Michael Auer, Oberösterreich Andreas Dietrich, Vorarlberg Franziska Dobler, Vorarlberg Verena Ender, Vorarlberg Franz Felberbauer, Wien Christoph Filnkößl, Oberösterreich Katharina Friedrich-Bösch, Vorarlberg Katrin Herzig, Wien Alois Höller, Oberösterreich Thomas Leber, Steiermark Susanne Leupold, Vorarlberg Wolfgang Linhart, Wien Katharina Mayer-Pistora, Wien Andreas Viechtbauer, Oberösterreich Bernhard Waibel,Vorarlberg

... zum Abschluss der TrainerInnenausbildung 2013 Helga Brandstätter, Niederösterreich Martin Hofer, Südtiroler Pfadfinderschaft Roland Höller, Niederösterreich Verena Freudhofer, Oberösterreich Arno Gerig, Wien Stephan Grundei, Wien Gunther Herzele, Wien Thomas Leber, Steiermark Philipp Lehar, Tirol Eva Raab, Oberösterreich Roland Raab, Oberösterreich Siegfried Schindlmaier, Oberösterreich Richard Siwy, Wien Susanna Stelzer, Steiermark Martin Vettori, Tirol

Von Christoph Mayer, Bundesbeauftragter für Internationales und Pfadfinder aus Maria Enzersdorf-Liechtenstein Der Fokus der heurigen Konferenz lag auf der Pfadfindergruppe. Im Rahmen von Workshops wurden diverse Aspekte der Gruppe behandelt. Von der Weiterentwicklung im Sinne von Wachstum über die Möglichkeiten für Finanzierungen bis hin zu einer einfach zu gestaltenden Pfadi-App waren viele Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten dabei. Die Erkenntnisse der Workshops werden an die Landesleitun-

Teilnehmer/innen von Seiten PPÖ: Gitti und Uli, Bundesleitung, Irene und Christoph, Bundesbeauftragte für Internationales, Susi, Bundesbeauftragte für Ausbildung, RaRo: Anni, Christopher und Öppi.

gen kommuniziert und wir werden uns dort Gedanken machen, was

davon wir auch bei den PPÖ umsetzen können.

Coaching für Gruppen Ein innovatives Beratungskonzept der niederländischen PfadfinderInnen wurde im Rahmen der deutschsprachigen Konferenz vorgestellt. Erste Erfolge gibt es jetzt bereits nach 2 Jahren.

Von Irene Rojnik, Christoph Mayer und Christopher Callies Ausgangslage: In den letzten Jahrzehnten haben die niederländischen PfadfinderInnen kontinuierlich jedes Jahrzehnt einige Prozent ihrer Mitglieder verloren. Wäre es so weitergegangen, gäbe es in den Niederlanden in rund 100 Jahren keine PfadfinderInnen mehr. Alle Maßnahmen wie neue Uniform und neues Programm habe nicht gegriffen – nach zwei Jahren ist jetzt klar: mit dem neuen Projekt ist die Trendumkehr geschafft – weitere Verluste konnten gestoppt werden. Mit einem kleinen Versuchsprojekt in zwei Gruppen wurde begonnen, um v.a. auch die Skeptiker zu überzeugen, dass das der richtige Weg sei. Dann kam das ok durch die Jahreshauptversammlung. Es wurde mit einer großangelegten Umfrage in allen Gruppen bei Leitern, Eltern und jungen Begleitern gestartet. Dazu wurden statische Daten vom statischen Zentralamt über die Situation von Kinder, über andere Jugendvereine in allen Regionen etc. gesammelt und dieser Umfrage gegenübergestellt. Jeder lokalen Gruppe ist es freigestellt, an dem Projekt teilzunehmen. Bei Interesse findet ein erstes Treffen statt, wo allen MitarbeiterInnen der Gruppe ihre Daten mit einer Analyse der Stärken und Schwächen vorgestellt werden. Insgesamt wurden 12 Kernthemen identifiziert – u.a. Scoutingprogramm, Freiwilligenarbeit, Elternrat, Unterkunft/Material, Finanzen etc.

Im nächsten Schritt wird ein Projektplan durch die MitarbeiterInnen entwickelt, der dann in den nächsten Monaten umgesetzt wird. Begleitet werden sie dabei von einem Coach.

Beratung kostet Geld Das Vierjahresprojekt wurde durch einen Beschluss in der Jahreshauptversammlung angenommen. Fünf Euro pro Jahr zusätzlich von jedem Kind für eine Periode von vier Jahren. Danach würde der Mitgliedsbeitrag wieder reduziert. Nicht alle waren dafür, aber mit 75 % (der 1134 Gruppen mit ca. 80.000 jugendlichen Mitgliedern) wurde das Projekt angenommen. Das größte Argument für das Projekt war ein sehr positiver Testlauf in einigen Gruppen. Finanziert wird mit dem Geld die breitangelegte Studie, sowie 12 Senior-Coaches (3,5 Vollzeitstellen), die die Gruppen bei diesem Prozess begleiten. Unterstützt wer-

den sie von freiwilligen regionale Coaches, die zusätzlich ausgebildet wurden.

Noch ein langer Weg Erste Erfolge werden bereits sichtbar, indem erstmals ein Verlust der Mitglieder gestoppt werden konnte. Zum gesteckten Ziel, einen Marktanteil von 4,7 % in den Niederlanden, ist allerdings noch ein weiter Weg. Das Projekt wurde im Rahmen der deutschsprachigen Konferenz vorgestellt, die seit 1969 jährlich alle deutschsprachigen Pfadfinder und Pfadfinderverbände zu einem Austausch einlädt. Im heurigen Jahr waren die Niederländer mit der Ausrichtung der Konferenz betraut und haben als Schwerpunkt das Thema Gruppenentwicklung gewählt Erstmals hat sich auch die Ranger und Rover-Stufe zu einem Austausch mit den deutschsprachigen Verbänden getroffen (siehe Kasten).

Erste deutschsprachige Ranger und Rover Konferenz Heuer haben sich im Rahmen der deutschsprachigen Konferenz zum ersten Mal auch die RaRo-Beauftragten getroffen. Es waren zehn Teilnehmer aus sechs verschiedenen Verbänden – Deutschland, Luxemburg, der Schweiz und Österreich dabei. Vorrangig war das Kennenlernen der unterschiedlichen Ar-

beitsweisen und die Vernetzung der Stufenverantwortlichen der teilnehmenden Verbände. Für uns war es ein sehr interessantes Wochenende mit sehr vielen neuen Ideen und tollen Anregungen. Aufgrund der positiven Resonanz werden sich die RaRo auch nächstes Jahr wieder an der DSK beteiligen.

ppö brief Impressum Medieninhaber, Verleger und Herausgeber Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs Stöberpl. 12/3-4, 1170 Wien Tel: +43 1 523 31 95 bundesverband@ppoe.at www.pfadfinderInnen.at Redaktion Teresa Pribil| redaktion@ppoe.at Design & Layout Paul Kubalek | grafik.kubalek.at Hersteller Grasl Druck

Anzeigenannahme Monika Zimmerl, Stöberplatz 12/3-4, 1170 Wien Tel: +43 1 523 31 95, E-mail: bundesverband@ppoe.at Danke an Monika Zimmerl für‘s Korrekturlesen! Offenlegung gem. §25 Medienges. Medieninhaber (Alleininhaber): Verein „Pfadfinder und Pfadfinderinnen Öster­ reichs“, Stöberplatz 12/3-4, 1170 Wien. Grundlegende Richtung der Zeitschrift: Der ppö brief ist eine unabhängige Zeitschrift, die alle wichtigen Entwicklungen im Bereich der

Kinder- und Jugendarbeit, vor allem nach pfadfinderischen Gesichtspunkten, beobachtet und kommentiert. Weiters dient sie der Kommunikation zwischen der Verbandsleitung und den Leitungspersönlichkeiten sowie den Freunden und Interessierten an der Entwicklung des Verbandes. Alle Rechte, insbesondere das Recht auf Vervielfältigung, sind dem Herausgeber vorbehalten. Gefördert vom


World Association of Girl Guides and Girl Scouts

oto + Grafik: www.kubalek.at


www.jamboree.at

facebook.com/ATContingent2015

2015 kannst du am Jamboree in Japan selbst sehen, wie groß und vielfältig die Pfadfinderbewegung ist. Du lernst neue Kulturen und Lebensweisen kennen, schließt internationale Freundschaften mit PfadfinderInnen aus der ganzen Welt und erlebst Momente, an die du dich ein Leben lang gerne zurück erinnerst. Wenn du zwischen 14 und 18 Jahre alt bist, nütze die einmalige Chance und sei als Teilnehmer/in im österreichischen Kontingent dabei. Die Anmeldung läuft noch bis 30. Juni 2014. Mehr Infos findest du auf www.jamboree.at

Japanisches Sprichwort


„Ich will euch nur sagen, dass es gefährlich ist, zu lange zu schweigen. Die Zunge verwelkt, wenn man sie nicht gebraucht.“

Pippilotta Viktualia Rollgardina Schokominza Efraimstochter Langstrumpf

www.jugendvertretung.at/kinderrechte

18. Der Schutz und die Rechte behinderter Kinder 19. Das Recht auf Gesundheit 20. Schutz von Heimkindern 21. Versicherungsschutz für Kinder 22. Das Recht auf Erfüllung der Grundbedürfnisse des Kindes 23. Das Recht auf Bildung 24. Bekenntnis zu Grundwerten in der Erziehung der Kinder 25. Rechte der Kinder aus Minderheiten 26. Recht auf Freizeit und Erholung 27. Schutz des Kindes vor Ausbeutung und Kinderarbeit 28. Verbot von harten Drogen und Rauschgift 29. Schutz vor sexuellem Missbrauch 30. Verbot von Kinderhandel 31. Schutz vor Ausbeutung von Kindern 32. Schutz der Kinder, die eine Straftat begangen haben 33. Schutz der Kinder vor Kriegsdienst und Militärdienst 34. Schonung und Schutz von Kindern als Opfer von Gewalt 35. Rechte der Kinder, die eine Straftat begangen haben

KINDER HABEN RECHT(E)! KINDERRECHTE, DIE NIEMAND KENNT, SIND SINNLOS! SAG’S WEITER! DEINE KINDERRECHTE 1. Das Grundrecht auf Leben 2. Recht auf einen Namen, eine Familie, eine Staatsangehörigkeit 3. Recht auf Zusammenführung der Familie, wenn sie sich in verschiedenen Ländern befindet 4. Rechte bei Trennung der Eltern 5. Schutz von Flüchtlingskindern 6. Verbot von Entführung und Verschleppung 7. Das Recht, gehört zu werden 8. Das Recht auf eine eigene Meinung 9. Gedankenfreiheit, Gewissensfreiheit, Religionsfreiheit 10. Das Recht, sich versammeln zu dürfen 11. Das Recht auf eine Privatsphäre 12. Das Recht auf Information 13. Hilfe und Schutz für Eltern 14. Das Verbot von Gewalt gegen Kinder 15. Das Recht auf Fürsorge und Schutz 16. Rechte bei einer Adoption 17. Das Recht auf Asyl

AUSTRIAN NATIONAL YOUTH COUNCIL

BUNDES JUGENDVERTRETUNG

Die Kinderrechte wurden 1989 von den Vereinten Nationen in der UN-Kinderrechtskonvention verankert. Sie gelten für alle Kinder von 0-18 Jahren auf der ganzen Welt. Alle Staaten bis auf die USA und Somalia haben sich mit ihrer Unterschrift dazu verpflichtet, diese Rechte zu verwirklichen.

KINDERRECHTE GEHÖREN IN DIE VERFASSUNG!

Impressum: Österreichische Kinder- und Jugendvertretung, Praterstraße 70/13, A-1020 Wien. Die Bundesjugendvertretung ist Mitglied des Netzwerks Kinderrechte, das 1997 zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention gegründet wurde. Entsprechend den Bestimmungen des BundesJugendvertretungsgesetzes § 10 wird die Arbeit der Bundesjugendvertretung vom Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz finanziell unterstützt.


ppö brief 1/14

11

www.pfadfinderInnen.at

A Europe of Opportunities Wien, New York & die Vereinten Nationen 2014 is an important year in Europe. The European Elections are happening on 22/25th May in the 28 member states. Later in November, the new European Commission will be nominated. It’s high time to have young people’s voice heard.

This is why WOSM European Region has developed, under the recommendation of the Europea Scout Conference a vision of Europe. This vision is called “A Europe of Opportunities” and it is based on the principles of European integration. It focuses on the obligations for Scouting to support European shared values, such as freedom, democracy, rule of law, respect for human rights, tolerance, diversity, solidarity, justice and the tradition of the welfare state. You can read it further on. Throughout the year, many will be the occasions to work with our Scouts on civic education to contribute to making them better citizens. Later in May, all European citizens of the European Union are called upon to elect their new European Parliament. Looking forward to the European Elections in 2014, we remember that civic participation and citizenship education are at the core of our Scouting message, not only in the European Union, but across our entire Region. The Scouting vision we have developed, thanks to the contributions of all NSOs, encompasses the most important issues for Scouting in Europe and suggests how the

situation can be changed. Starting with empowerment of young people, promoting diversity and social inclusion, removing obstacles for Scouting to investing in young people, this document explains the most important issues for Scouting that should be tackled in the future.

von Aleks Semerciyan

Die Bundesjugendvertretung (BJV), die gesetzliche Interessenvertretung aller Kinder und Jugendlichen in Österreich, ernennt jährlich einen jungen Menschen als UNO Jugenddelegierten. Im Jahr 2013 hatte ich dieses Ehrenamt inne, um die Interessen, Wünsche und Sorgen von Jugendlichen auf unterschiedlichen Ebenen zu kommunizieren.

WOSM European Region supports all National Scout Organization in developing an External Relations and Funding strategy. Our office in Brussels has 2 full time staff members who can help you to find out more on how we can influence the policy that matters for Scouting (education, volunteering, youth, social inclusion, etc…) and how to design sustainable funding strategies to support Scouting in Europe from local, to regional, to national and international level.

Idealvorbereitung: PfadfinderIn? Pfadfindergrundsätze, Werte sowie die damit verbundenen Lebenserfahrungen prägen einen Menschen in seiner Persönlichkeitswerdung und bereiten einen jungen Erwachsenen ideal auf die vielfältigen Herausforderungen des Lebens vor. Verantwortungsbewusstes Le-

You can find the WOSM Europe Circular 3/2014 featuring ’2014 – A Europe of Opportunities‘ on www.europak-online.net/call-foraction-2014-a-europe-of-opportunities-wosm-esr-circular-32014 If you would like to know more or get involved, get in touch: lgambini@scout.org

* Pfadfinderin der Gruppe Wien 42 und „Winter Pinkie“ im Kandersteg International Scout Centre

von Agnes Kauer

„Bitte alle einsteigen, Scouting Train nach Sibirien fährt ab“

in einem Waggon ein Orchester musizieren. Die Fahrgäste werden international gemischt sein. Die Reise geht über Polen, Belarus, durch Russland zum Baikalsee. Während der Reise wird es Begegnungen mit den PfadfinderInnen in den Durchreiseländern geben. Ein internationales Lager am Baikalsee, einem UNESCO Weltnaturerbe, bildet den Abschluss. Anschließend reisen die Teilnehmenden auf eigenen Wegen weiter oder zurück nach Hause. Am 9. November 2014 werden in Berlin im Rahmen des Gedenkens an den 25. Jahrestag des Mauerfalls die Erlebnisse dieser gemeinsamen Reise der Öffentlichkeit präsentiert werden. Weitere Infos, Bewerbung und Kontakt: www.scoutingtrain.org

Foto: Scouting Train

Von Philipp Lehar, Landes­ beauftragter für Internationales aus Tirol und Pfadfinder in Wattens

Die Waggons werden von internationalen Schaffnerteams geleitet und laden zur Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen aus der Pfadfinderbewegung, der Zeitgeschichte, Nachhaltigkeit und den europäischen Kulturen ein. So wird

Engagement auf internationaler Ebene Ehrenamtliches Engagement für (junge) Mitmenschen ist notwendig und wichtig, egal ob lokal, regional oder international. Die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen weltweit leiden an Hunger, Armut, Krankheit oder an kaum vorhandenen Bildungsmöglichkeiten. Dafür gilt es sich positiv dafür einzusetzen, um Veränderungen herbeizuführen. Auch WAGGGS sowie WOSM, die internationalen Dachorganisationen der PfadfinderInnen, setzen sich weltweit für die Interessen von Kindern und Jugendlichen ein, unter anderem direkt bei der UNO.

Meine Funktionszeit Ich konnte ein Jahr lang an vielen nationalen und internationalen Konferenzen im In- und Ausland teilnehmen. Dabei traf ich zahlreiche Jugendliche, VertreterInnen des Außen- sowie Jugendministeriums, der UNO in Wien sowie NGOs und konnte dabei viele Problemfelder ansprechen und Lösungen diskutieren. Das Highlight meiner Funktionszeit war sicherlich mein Monat (Oktober) in New York, wo ich als Teil der offiziellen diplomatischen Delegation Österreichs an der 68. UNO Generalversammlung teilnehmen konnte. In meiner Rede und den Verhandlungen zur diesjährigen UNO Jugendresolution konzentrierte ich mich insbesondere auf Kinder- und Jugendliche in Konfliktsituationen, die Millennium Entwicklungsziele sowie auf verstärkte Jugendpartizipation. Weitere Informationen (Fotos + Videolink der Rede) findest du auf www.youthdelegate.at, facebook. com/unyouthdelegate.at sowie auf meinem Blog http://unjugenddelegierter.wordpress.com/.

Das hört man hier im Kandersteg International Scout Centre im Berner Oberland sehr oft. Den Traum leben hier alle Pfadfinder und Pfadfinderinnen, die das Centre in den schweizer Bergen besuchen.

PfadfinderInnen aus Ost- und West gemeinsam unterwegs nach Sibirien

Themenwaggons

ben in der Gemeinschaft, Bereitschaft zum Abenteuer des Lebens, sowie insbesondere Weltweite Verbundenheit waren für mich stets die interessantesten Schwerpunkte. Die Vorstellung und das Bewusstsein, dass Millionen PfadfinderInnen in aller Welt die gleichen Grundsätze und Werte vertreten, die allesamt freiwillig einen positiven Beitrag für die Gesellschaft leisten, fand ich seit jeher faszinierend und motivierend.

Live the Dream! – Lebe den Traum!

Mit dem Zug ans Ende der Welt…

400 Ranger/Rover und erwachsene PfadfinderInnen werden am 31. Juli 2014 in Berlin mit einem Sonderzug starten. Sie werden aus Deutschland, Polen, Rumänien, der Ukraine, Russland… kommen – vielleicht auch aus Österreich? 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs soll diese Reise die Chancen eines gemeinsamen Europas aufzeigen, Völkerverständigung und Austausch ermöglichen. Organisiert wird dieses Projekt vom deutschen Bund der Pfadfinder und Pfadfinderinnen gemeinsam mit Pfadfinderverbänden aus Russland, Polen und anderen Ländern. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren: Bei der Schaffnerakademie im November rauchten die Köpfe und neue Freundschaften wurden geschlossen.

* studiert Rechtswissenschaften in Wien. Er durchlief sämtliche Pfadfinderstufen bei der Wiener Gruppe 39 (Ober St. Veit), wo er zuletzt auch als Explorerleiter aktiv war.

Immerhin war es B.P.‘s persönlicher Traum, von dem hier geredet wird. Nach dem ersten Jamboree 1920 wünschte er sich einen Ort für ein „permanentes Mini-Jamboree“, an dem sich Pfadfinder aus der ganzen Welt auch abseits von Großlagern treffen und kennenlernen können. 1923 fand sein guter Schweizer Freund Walther von Bonstetten dann den perfekten Platz in Kandersteg – das erste internationale Pfadfinderzentrum war geboren! Damit dieser Traum noch über 90 Jahre später am Leben bleibt, braucht es neben vielen BesucherInnen auch motivierte Arbeitskräfte. In Kandersteg sind das die „Pinkies“ (Der Name kommt von der pinken Arbeitsuniform). Hellauf begeistert von zwei Besuchen im Zentrum in 2009 und 2010 machte ich mich Anfang Dezember auf in die Schweiz, um drei Monate als Short Term Staff im Centre zu helfen. Mit mir kamen noch sieben andere „Shorties“ an, bereit für unser Pfadi-Abenteuer in den Alpen. Nach der ersten Woche, die voll gepackt war mit Kennenlernen, Training und Spaß, wurden wir acht echte Pinkies und somit offiziell Teil vom Staff, das auch noch aus 18 Long Term Staff besteht. Pinkies kommen aus jedem Winkel der Erde und helfen in jedem Bereich des Centres mit: Putzen und Gäste betreuen

mit einer Australierin und einer Südafrikanerin, Kochen für bis zu 300 Gäste mit einer Dänin und einer Deutschen, Schifahren und Schneeschuhwandern mit Gästen aus aller Welt. Die Tage sind lang hier im Pfadizentrum, aber jede einzelne Sekunde macht Freude und zeigt mir was internationale Pfadfinderei bewirken kann. Persönliche Highlights von meiner Zeit im Kandersteg International Scout Centre sind ganz unterschiedlich. Weihnachten auf 1200 m mit Pfadis aus 16 verschieden Ländern zu feiern war ein besonders schöner Start in meine Zeit hier. Eines der coolsten Erlebnisse war auch ein großes Lagerfeuer mit über 300 Pfadis im meterhohen Schnee bei uns am Lagerplatz, oder auch das Wiedersehen mit einer taiwanesischen Pfadfinderin, die ich im Sommer am Rover Moot in Kanada kennengelernt habe. Unsere Freizeit verbringen wir Pinkies hauptsächlich in den Bergen. Schifahren in Adelboden oder Wengen, Rodeln, Schneeschuhwandern, Langlaufen oder einfach nur ein kurzer Spaziergang den Kander-

fluss entlang, die Umgebung vom Pfadizentrum bietet im Winter alles an, was ein Schneeliebhaber suchen könnte. Falls uns am Abend dann kalt wird, zünden wir uns ein gemütliches Feuer an oder genießen die original finnische Sauna, die am Lagerplatz steht.

Das war sicherlich der Winter meines Lebens… …und meine Zeit hier werde ich nicht so schnell vergessen, genauso wenig wie meine neuen Freunde aus der ganzen Welt. Jetzt wo der Schnee langsam schmilzt, wird es Zeit Abschied zu nehmen und Platz für die neuen „Shorties“ zu machen. Auch sie werden hier die nächsten drei Monate den Traum BiPis gemeinsam mit dem Long Term Staff am Leben halten. Ganz bestimmt komme ich bald wieder um den Traum zu (er)leben – Live the Dream (again)! Hast du Interesse auch freiwillig drei Monate im Kandersteg International Scout Centre zu arbeiten? Nähere Informationen und alles über die Bewerbung findest du hier: www.kisc.ch

Crazy Pinkies

Foto: PPÖ/Agnes Kauer

By Letizia Gambini, Director for External Relations and Funding, WOSM European Region

Rückblick auf ein bewegtes Jahr


ppö brief 1/14

Vermischtes

Mag. Christina Mandl

ON THE RoAD

Persönliche Abschiedsworte

Ein kurzer Zwischenbericht

Von Ing. Kurt Weber, Vizepräsident der Wiener Pfadfinder und Pfadfinderinnen Der Lebenspfad unserer Christl, eines besonders liebenswerten Menschen ist zu Ende. Das Leben eines wunderbaren Menschen, einer herzlichen, tiefsinnigen, engagierten und doch immer sensiblen und feinfühligen Frau.. Persönlich haben wir versucht „so gut wir konnten“, dir schon zu Lebzeiten unser Gefühl, unseren Dank, Anerkennung und Wertschätzung auszudrücken. Wir haben viele lustige, aber auch besinnliche Stunden miteinander verbracht. Oft haben wir gelacht, gesungen, diskutiert oder dir einfach zugehört, wenn du aus deinem Leben, von deinen Erfahrungen, Plänen und Ideen erzählt hast. Du warst bereit Verantwortung in Aus- und Weiterbildung im Landesverband zu übernehmen, stets warst du jedoch tief verwurzelt in deiner Mädchengruppe 6 – Hl. Barbara. Ich erinnere mich an von dir

organisierten Feste und Aktivitäten – herzlich, gemütlich, einfach zum Wohlfühlen, – an die Einweihung eures neuen Pfadfinderheimes, – und an deine strahlenden Augen und dein Lächeln, als ich dich oftmals für deine Verdienste um die Pfadfinderbewegung auszeichnen durfte.

Das wird mir fehlen Du hast dich stets bemüht, die Werte und Inhalte unserer Pfadfindergemeinschaft vorzuleben und an Jüngere weiterzugeben, du warst aufgeschlossen für neue Ideen und du hast Traditionen und Feiern gepflegt und weiterentwickelt. Einfach getreu unserem Wahlspruch: „Allzeit Bereit“, wenn man dich um Hilfe, Rat und Unterstützung bat und für viele von uns ein großes Vorbild. Deine Zuneigung, Offenheit, Toleranz, Religiosität, Herzlichkeit und Liebe waren einzigartig und haben Spuren hinterlassen. Du wirst – in unseren Herzen und Gedanken – immer mitten unter uns sein.

und viele Souvenirs der besuchten Gruppen am Rucksack und am RAD. Die Abzeichen kommen am Ende alle auf eine große ON THE RoAD-Fahne.

Das Rad, das im Rahmen des Bundesthemas „Bewegung“ durch Österreich tourt, hat wahrlich schon Großartiges erlebt. Hier eine sehr unvollständige Auflistung von Abenteuern ON THE RoAD: • Zur Halbzeit schon mehr als die Hälfte der Distanz geradelt • über 150 besuchte Gruppen, Lagerplätze und Events • Oberösterreich, Niederösterreich, Wien und Burgenland abgeradelt • Teile von Salzburg und der Steiermark erkundet • mehr als 2000 geradelte Kilometer • unzählige aufwändige, kreative und erfolgreiche Gruppen­ aktionen • positive Resonanz über die österreichischen Grenzen hinaus • mediale Aufmerksamkeit durch viele Zeitungsberichte • viele kreative Logbucheinträge

Die Fotos hier auf diesen beiden Seiten haben bisher die meisten

Fotos: © PPÖ

12

Das RAD im Rad

We want you! Du möchtest gerne von unseren Pfadfinderlosen lächeln? Professionelles Fotoshooting im Oktober in Wien für unsere Pfadfinderlotterie, Fahrtkosten aus ganz Österreich werden ersetzt. Bitte schick deine Bewerbung mit zwei aussagekräftigen Fotos von dir bis 30. August an lotterie@ppoe.at, falls du noch nicht volljährig bist, auch eine Zustimmungserklärung deiner Erziehungsberechtigten. Wir suchen auch Kids und Jugendliche für unser Shooting, bitte erzähl in deiner Gruppe von dieser Gelegenheit! Das Lotterieteam.

Religionen verändern Europa – Europa verändert Religionen

Monsignore Leopold Strandl war Priester, offen für alle Menschen, weit über die Bezirksgrenzen hinaus, mit einem großen Herzen für die Jugend. 1927 in Wien geboren, widmete er sich nach Abschluss der Berufsschule für Gartenbau und der Maturaschule dem Theologiestudium. 1956 wurde er zum Priester geweiht und nach einigen Jahren als Kaplan und Dekanatsjugendseelsorger war ab 1965 als Religionslehrer tätig. Im gleichen Jahr

konnte ihn Johann Petrak für die Jugendarbeit der Wiener Pfadfinder in Simmering begeistern Er nahm diese Aufgabe so ernst, dass er sich auch der Pfadfinderausbildung stellte. 1971 wurde Leopold im Einvernehmen mit der Erzdiözese zum Landeskuraten bestellt und fast gleichzeitig zum Kolonnenfeldmeister der KOL XI gewählt. 2004 beendete Leopold seine Aufgabe als Landeskurat. Für seine Verdienste um die Jugend wurde er neben der höchsten Auszeichnung, welche die Pfadfinder und Pfadfinderinnen in Österreich zu vergeben haben, dem silbernen Steinbock, auch mit dem goldenen Ehrenzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet Lieber Leopold, in unseren Herzen hast Du einen Logenplatz und wir bitten Dich auch in Zukunft, von einer anderen höheren Stelle aus, Deine schützende Hand über uns zu halten.

Von Pfr. Wolfgang König, evangelischer Bundeskurat Wenn religiöse Ideen in neue Kulturlandschaften eindringen, verändern sie nicht nur diese Kultur, vielmehr werden sie durch neue Umgebungen selbst stark verändert. Im Christentum begann dieser Prozess schon in biblischer Zeit. Paulus stammte zwar aus Kleinasien, aber das gehörte damals zum klassischen Griechenland und somit zu Europa. Er formte aus der erzählenden Theologie des “Alten Testamentes“ ein logisch aufgebautes Denksystem, wie es uns z.B. im Römerbrief begegnet. Anders hätte er Christentum den Athenern und Korinthern nicht vermitteln können. Ein weiteres Beispiel ist die Veränderung der Gebetshaltung. Aus den geöffneten Armen des Beters, welcher die Fülle der Gnade empfängt, wird im mittelalterlichen Europa die demütige geschlossene Gebetshaltung. Sie drückt aus, ich möchte ein Diener Gottes sein der auf Gerechtigkeit und Gnade hofft. Am deutlichsten zeigt sich die Veränderung einer Religion beim Eindringen in neue Kulturräume

Foto: cc Flickr Springm_Markus

Msgr. Leopold Strandl

am lokalen Brauchtum. Als Beispiel nehme ich die vorösterlichen Palmbuschen, welche vor allem in Salzburg und in Oberösterreich besonders schön gestaltet werden. Sie bestehen aus zumeist 7 verschiedenen immergrünen oder früh blühenden Zweigen, welche auf langen Haselstecken montiert werde. Je nach Gegend werden den verschiedenen Zweigen unterschiedliche Kräfte zugeordnet. Diese Buschen werden in die Äcker gesteckt um dem Boden zu sagen, so kräftig soll deine Saat erblühen, so fruchtbar sollst du sein und vor Unwettern sollst du geschützt sein. Die christlichen Missionare

verbanden diesen FruchtbarkeitsZauber mit der Erzählung vom Einzug Jesu in Jerusalem. Dort wurde Jesu gleich einem Herrscher mit Palmzweigen begrüßt. Beide Ereignisse fallen in den Frühling. Also feierte man nördlich der Alpen Palmsonntag mangels Palmzweige mit den hier wohl vertrauten immergrünen Buschen. Sie heißen nun Palmbuschen und werden, mit christlichem Weihwasser gesegnet, wieder in alter Tradition auf die Äcker gesteckt und zusätzlich im „Herrgottswinkel“ und am Dachboden aufgestellt um vor Unwettern zu schützen. Protestanten haben sich lange gegen dieses Brauchtum in ihren Kreisen gewehrt. Es ist nicht biblisch und es zeigt, dass man neben dem Vertrauen auf Gott auch auf vorchristlichen Schutzzauber zugreifen darf. Aber in den letzten Jahren beobachte ich, dass in immer mehr evangelischen Gemeinden am Palmsonntag diese immergrünen Palmbuschen am Abendmahlstisch liegen und von den Gläubigen gern mit nach Hause genommen werden. Lokales Brauchtum ist doch stärker als streng durchdachte Theologie. Fröhliche Ostern!


ppö brief 1/14

Vision2028

www.pfadfinderInnen.at

13

Was macht die PPÖ sexy? Diese Frage stand neben vielen anderen am Anfang der Überlegungen zur Zukunft der PPÖ. Um Schritte nach vorne zu machen, brauchen wir Visionen. desländern und dem Forum verknüpft und zu Themenbereichen zusammengefasst. Die Themenbereiche wurden wiederum im Onlineforum Vision2028 veröffentlicht, und mittlerweile von mehr als 200 Forumsteilnehmer/innen bewertet und kommentiert.

Von Uli Gritsch, Bundesleiter und Projektleiter Vision2028

Hoch über Neunkirchen

„gefällt mir“-Klicks auf Facebook bekommen. Folgst du ON THE RoAD schon? www.facebook.com/ PPOeOnTheRoad Souvenirsammlung

Eine Vision ist ein wesentlicher Schritt vor der Umsetzung einer Idee. Eine Vision ist ein Wegweiser und „Leuchtturm“ im Alltag. Seit Oktober 2013 arbeiten die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs an ihrer Vision für die Pfadfinderbewegung 2028.

Visionsworkshops in den Bundesländern Eine Vision als Grundlage für strategische Leitlinien

Von Oktober 2013 bis Anfang Jänner 2014 haben mehr als 150 Personen in allen neun Bundesländern sich an einem Visionsworkshop beteiligt und Ihre persönlichen Vorstellungen zur Zukunft der Pfadfinderbewegung in Österreich in kleineren und größeren Gruppen diskutiert und zusammengefasst.

Aus diesen vielen Themenfeldern werden wir in den nächsten Wochen die Leitsätze der Vision 2028 entwickeln und den verschiedenen Verbandsgremien präsentieren. Diese Leitsätze werden ein Bild in die Zukunft beschreiben, eine klare Orientierungshilfe für die Pfadfinderbewegung in Österreich

Onlineforum und Zukunftsworkshop

Vision2028 Infos Aktuelle Informationen zur Vision2028 findest Du auf unserer Website www.ppoe.at, auf Facebook und im Onlineforum https://ppoe.ypart.eu/milestone/100

Foto: © PPÖ

ON THE RoAD meets Tom Turbo

Parallel haben im Onlineforum Vision2028 viele interessierte Leiter/innen über 40 Vorschläge entwickelt und diskutiert. In einem großen Zukunftsworkshop am 18. Jänner 2014 haben sich dann mehr als 60 Personen aus den verschiedensten Verbandsgremien der PPÖ getroffen und ihre persönlichen Ideen mit den Ideen aus den Bun-

in Zeiten, in denen sich die Herausforderungen und Randbedingungen ständig ändern. Um diese Vision zu erreichen ist es dann notwendig, strategische und operative Ziele zu entwickeln und Meilensteine zur Umsetzung festzulegen. Wir werden uns genau ansehen, welche Schritte notwendig sind, um diese Ziele zu erreichen, wir werden die Organisation verbessern, bestehende Werkzeuge ausbauen und neue strategische Felder bearbeiten. Strategien und Ziele müssen immer wieder angepasst werden. Mit der Vision2028 wollen und werden wir aber die Leitlinien für die Weiterentwicklung der PPÖ in den nächsten 15 Jahren festlegen. Bei den nächsten Schritten im Rahmen der Umsetzung der Vision2028 ist es uns wichtig die Meinung möglichst vieler Pfadfinder/ innen einfließen zu lassen.

Die PPÖ in Bewegung – auch das On the road-Fahrrad hat einen Abstecher gemacht

Die PPÖ wollen in Bewegung bleiben und du bist ein Teil dieser Bewegung. Hilf uns die Vision2028 umzusetzen!

INT. LANDESLAGER DER SALZBURGER PFADFINDER UND PFADFINDERINNEN 3. - 13. AUGUST 2014 – BAD HOFGASTEIN

Wo fahrt Ihr hin auf Sola? Noch keine Idee oder keinen Lagerplatz? Lust auf Action, Natur und jede Menge Pfadis? Kommt zu uns aufs Wurzl‘14 – wir haben noch Restplätze! melden!

online an ll e n h c s h c o n t Jetz

f dich! u a s n u n e u e r f Wir

Mehr Informationen auf

www.wurzl14.at


ppö brief 1/14

www.treksport.at -Car In hab d

ut

c Für S

o

A-1060 Wien, Stumpergasse 16

cout-Card I rS

· Fü

Besuch´uns, oder bestell´ online über 6.000 Artikel:

aber · nh

er

... Ausrüstung, Geschirr, Rucksäcke, Schlafsäcke, Zelte !

Vermischtes

Carl Djerassi Von Geo Gegenhuber. Online auf www.nutzlosespfadiwissen.at

u David Bowie’s erster öffentlicher, musikalischer Auftritt, fand 1958 im Rahmen eines Pfadfinderlagers auf der Isle of Wight statt. David begleitete seinen Freund George Underwood auf der Ukulele, während dieser auf dem Waschbrett spielte und dazu sang. u Am 8. Juli 1915 bekam Olave von B.P. ihre erste Autofahrstunde in deren neuem Zweitauto, einem 9 PS starken 1913 Standard Rhyl, den sie liebevoll auf den Namen Jimmy tauften. Das Fahrzeug hatten sie zuvor für £190,– erstanden. u Jährlich werden von den Girl Scouts of the USA rund 200 Millionen Girl Scout CookiePackungen verkauft.

u Das deutsche Wort Pfadfinder für den englischen Begriff Boy Scout wurde vom königlich bayerischen Stabsarzt Dr. Alexander Lion in den deutschen Sprachraum eingeführt. Lion brachte 1909 Das Pfadfinderbuch heraus, welches auf Scouting for Boys von Robert Baden-Powell basierte, vom Autor aber in wesentlichen Punkten verändert wurde. u Im österreichischen Film „Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott“ (2010) hat man in einer Szene einen Blick (von außen) auf den Landesverband der steirischen Pfadfinder. Ganz am Schluss des Films (die Szene in der Gefängnisdusche) ist auch interessant: Der Darsteller des Beamten im Hintergrund ist der ehemalige Obmann der Pfadfindergruppe Graz 4.

u Die TeilnehmerInnen des World Scout Jamboree 2011 in Schweden haben rund 30 Tonnen Kartoffeln, 2,3 Tonnen Salat und 5 Tonnen Käse konsumiert.

Prominente PfadfinderIn­nen u Carl Djerassi (Erfinder der Antibabypille) u Daniela Strigl (österr. Literaturwissenschaftlerin) u Jim Lovell (Kommandant der Apollo 13)

u Jean von Luxemburg (1964-2000, Großherzog und Chief Scout von Luxemburg)

Analoger Datenaustausch 3rd Round Table on Information & Communication Technology

Von Christoph Filnkößl, EDV-Team des Bundesverbands Am 6. Februar machten sich unser Präsidiumssekretär Hubert sowie Jakob und ich – Christoph – aus der IT am Flughafen Wien auf den Weg nach Tampere, Finnland. Grund unseres Ausfluges in den Norden war der „3rd Round Table on Information & Communication Technology“. Bei diesem etwas umständlich benannten, 4-tägigen und ca. alle eineinhalb Jahre stattfindenden Event handelt es sich um ein Treffen vieler IT-Beauftragter der verschiedenen europäischen Bundesverbände. Insgesamt waren wir ca. 35 Teilnehmer aus 13 Ländern – von England über Portugal und Italien bis Griechenland. Die Programmpunkte fanden in zwei sogenannten „Tracks“ parallel statt, der eine drehte sich um eher organisatorische Belange, der andere beschäftigte sich auch mit konkreten Produkten und Technologien. Die einzelnen Punkte waren von den Organisatoren nicht durchgeplant, es gab nur einige Fragestellungen anhand derer man das Programm gestaltete. Hubert stellte Scoreg vor und Christoph präsentierte die IT-Strategie des vergangenen oberösterreichischen Landeslagers PLANET’13 mit

Smartphone-App und Mediawalls. Wojtek aus Polen berichtete über einen Pfadfinder-Fernsehsender (ZHP360) mit 70 beteiligten Personen und einer 70-Stunden-Liveübertragung von der jährlichen Konferenz der polnischen Pfadfinder. Ashley und Dimitri aus dem Entstehungsland der Pfadfinder sprachen darüber, wie sie ihre halbe Million (!) Mitglieder verwalten und ihnen IT-Services anbieten - aber mit einem 150-köpfigen ITTeam lässt sich doch so einiges bewegen. Natürlich wurde nicht nur gearbeitet und diskutiert, es gab auch einen internationalen Abend mit finnischer Sauna und kulina-

rischen Kostproben der Teilnehmerländer - Manner-Waffeln aus Österreich, Bier und Pralinen aus Belgien, Ouzo aus Griechenland und tschechischen Waffeln - sowie einen Spaziergang durch die Stadt mit dem Besuch des Medienmuseums und einem kleinen Abstecher auf den zugefrorenen See. Rückblickend war es ein sehr gelungenes Wochenende mit vielen neuen Anregungen. Wir haben sowohl Tipps für die technische Umsetzung unserer Projekte als auch Ideen für das gesamtheitliche Management der IT im Bundesverband mitgenommen – seid gespannt!

Organisatorisches, Produkte und Technologien stand am Programm für die TechnikerInnen

Foto: PPÖ

14


ppö brief 1/14

Gilwellparkgruppe

www.pfadfinderInnen.at

Gut Pfad, gut Tat, tut gut Von Ernst Janotka, Gilwellrunde Wien/NÖ

Foto: PPÖ

Unter diesem Motto hat die Gilwellparkgruppe Wien-NÖ. einen Wiener Pfadfinder bei einer guten Tat mit einer Geldspende unterstützt. Er betreut mit einigen andern Helfern ein Altenheim in Gition in Griechenland.

Zuerst war nur an eine kleine Summe zur Verbesserung der Verpflegung zu den Weihnachtsfeiertagen gedacht. Doch durch die Verdoppelung durch die Leitung der Gilwellparkgruppe konnte noch ein Teil für spätere Zuwendungen weggelegt werden. In dem

Heim sind 24 Personen untergebracht, die von zwei Schwestern und zwei Helfern betreut werden. Die Bewohner des Heimes freuen sich jeden Samstag wenn die drei Helfer mit den von Ihnen selbst organisierten Lebensmitteln kommen. Die alten Leute haben keine Angehörigen, und wenn, so sind diese in Athen. Joschi, Jolly und Mali kaufen am Wochenende nach 12 Uhr, wenn die Waren verbilligt sind, für das Altenheim ein und bringen diese auch dorthin. Auf dem Bauermarkt suchen sie nach noch nicht verdorbenem aber übriggebliebenem Gemüse. Der Weg nach Gition dauert eineinhalb Stunden. Joschi sammelt bei seinen Wien Besuchen auch Medikamente und Medizinische Hilfsmittel ein und bringt sie in ein Spital in Kalamata, welches auf freiwilliger Basis von drei Ärzten kostenlos betreut wird. Ein „EFCHARISTO POLI“ – das bedeutet „Vielen Dank“ – ist uns sicher.

15

Ein neues Dach für die „Mühle“ im Bundeszentrum Wassergspreng Von Biggi Stockinger-Hofer und Helmut Stump GruppenleiterInnen der Gilwellparkgruppe Die Mühle im Bundeszentrum Wassergspreng ist – trotz aller ehrenamtlichen Bemühungen des BZW-Teams – in die Jahre gekommen. Ein Umbau bzw. eine Renovierung ist mittlerweile unabdingbar. Seit 1951 ist dieses Haus – wie auch das gesamte Gelände - zu einem Stück „Heimat“ für viele Pfadfinder und Pfadfinderinnen geworden. Vor allem viele WoodbadgeträgerInnen verbinden mit dem Haus und dem Gelände schöne Erinnerungen. Seit mehr als sechs Jahren werden alle Woodbadgekurse im Wassergspreng veranstaltet, sowohl im Sommer am Holy Ground wie auch zu Ostern in den Häusern. Auch alle Veranstaltungen der TrainerInnenausbildung finden dort statt.

Nun ist es so weit: Das Dach der Mühle muss erneuert werden Die Kosten für ein neues Dach (Dachdecker, neuer Dachstuhl, Fenstereinbau,…) belaufen sich laut Stefan Gärtner vom BZWTeam (er war bei vielen Wood-

badgekursen als QM tätig) auf ca. 160.000,- Euro. Wir haben im Moment 1.100 Mitglieder, die wir mit dem PPÖ-Brief erreichen. Du kannst dir also ausrechnen, wie viel jeder spenden müsste, damit wir das Dach komplett finanzieren können.

Wenn auch du einen Beitrag in den großen Spendenhut der Gilwellparkgruppe einwirfst, dann könnte es gelingen! Wir danken dir schon jetzt für deine finanzielle Unterstützung, denn jeder Euro zählt! Natürlich werden wir jedem Spender und jeder Spenderin ein kleines Dankeschön zukommen lassen. Außerdem haben wir geplant, dass alle Spender und Spenderinnen auf einer Tafel in der Mühle namentlich erwähnt werden. Wo genau diese Tafel montiert wird, können wir erst nach Abschluss der Umbauarbeiten sagen. Deine Spende an: Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs Verwendungszweck: GWPG 2014, Spende Wassergspreng Dach BIC: GIBAATWWXXX IBAN: AT752011128021385101 Wir versichern dir, dass deine Spende direkt in den Neubau des Daches fließen wird.

Spielplatztest in Brunn Zum Thinking Day trafen sich die Brunner WiWö und testen die Spielplätze ihrer Gemeinde.

drucken

war gestern, fair

ist

Am Heimweg zählten wir die Schritte vom Spielplatz bis zum Heim, über 3.000 zählten wir, ganz genau können wir’s leider nicht sagen weil das gar nicht so einfach war. Zum ersten Mal schliefen wir auch in unserem Heim. Unsere RaRo verlegten das Lagerfeuer in ihren Gruppenraum und sangen bei Kaminfeuer so manche schöne Weise. Wir hatten reichlich Spaß mit dem Actionpass und freuen uns schon auf weitere Aufgaben und sind gespannt was uns sonst noch alles dazu einfällt.

heute.

printen Karl und Walter Grasl stehen für Europas nachhaltigste Druckerei. Höchste Qualität, die nachhaltig und ressourcen­ schonend produziert wird. Das ist Grasl FairPrint. Mit vielfach ausgezeichneten Druck ­ werken. Auch der ppö brief gehört dazu.

#neckernomination – phänomenal viral Von Georg Gegenhuber Fast im Minutentakt waren Anfang März in meiner Facebook-Timeline Fotos von halstuchtragenden Pfadis zu sehen. Meist zeigten diese die PosterInnen bei einem für sie ganz besonderen pfadfinderischen Augenblick. Etwa bei ihrer Versprechensverleihung als kleines Wichtel oder auf einem unvergesslichen Großlager gemeinsam mit internationalen Freunden. Auch viele AltpfadfinderInnen, welche für viele ihrer Facebook-Freunde bisher kaum als PfadfinderIn bekannt waren, outeten sich nun als PfadfinderIn. Aber warum überhaupt diese Postings? Allesamt erhielten sie eine #Neckernomination (Halstuchnominierung).

Sinnfreies Trinkspiel als Grundlage

2540 Bad Vöslau, Druckhausstraße 1, www.grasl.eu Kontakt: +43 2252 402-0, k.grasl@grasl.eu

PPOE_Grasl_Inserat.indd 1

Fotos: PPÖ/Gruppe Brunn

Wie im Handumdrehen wurden auch einige Erprobungen aus dem Actionpass zum Bundesthema Bewegung gemeistert wie zB. das Ertasten von Rinde verschiedener Bäume, das Jahresringe zählen eines umgesägten Baumes oder sammeln und fotografieren für ein Memory. Nach einer ordentlich Stärkung ging‘s zum Gruppenlagerfeuer, wo wir alle gemeinsam den Thinking Day feierten und 9 neue WiWö das Halstuch verliehen bekamen. Alle Fotos zur Aktion findest du auf www.ppoe.at

Von Australien aus nahm die der #Halstuchnominierung zu Grunde liegende Idee der Biernominierung (engl. NekNomination oder NekNominate, von to neck -‚einen kippen, einen trinken), eine Art

07.05.13 10:50

viraler Facebook-Kettenbrief, seinen Weg durchs Internet. Die Aufgabe besteht darin ein Video von sich zu machen, während man ein Bier auf ex leert. Weiters nominiert man drei Freunde, welche es einem innerhalb von 24 Stunden gleich tun müssen. Viele machen sich es zusätzlich noch zur Aufgabe dabei irgendwelche waghalsigen Stunts zu vollführen. Da fehlt eigentlich nur noch, dass die Nominierten am Schluss winken und den künftigen Arbeitgeber grüßen. Auf nichts springen Menschen online so bereitwillig an wie auf Blödsinn. Und vor allem auf Unsinn, der ein Gemeinschaftsgefühl erzeugt. Die Biernominierten bildeten eine Gemeinschaft von Spaßbereiten, denen gegenüber Verweigerer fast als Langweiler dastehen.

#Neckernomination nimmt #NekNomination aufs Korn Doch es gibt Möglichkeiten, dabei zu sein und sich dem Saufspiel trotzdem zu verweigern: So kursiert mittlerweile neben Challenges wie der „Fruchtzwerg-Nominierung“

(es dürfte klar sein wie die Sache funktioniert) eben auch die sehr nette Idee der Neckernomination, welche von britischen Pfadfinder­ Innen gestartet wurde. Halstuchfoto posten, weitere Pfadifreunde nominieren, fertig. Sinnvoll ist vielleicht etwas anderes, aber Spaß macht das Ganze allemal.

Ein Foto geht um die Welt Um ihren Girl Guides zu demonstrieren wie weit und rasend schnell sich in den sozialen Medien Bilder und Nachrichten verbreiten können, postete Kelly Warner, eine Pfadfinderleiterin aus Großbritannien auf Facebook dieses Foto. Innerhalb von vier Wochen wurde das Foto bereits über 23.000 mal von anderen Facebook-Nutzern an deren Freunde weitergeteilt. Den Kindern und Jugendlichen einen vernünftigen und verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien zu vermitteln ist mittlerweile ein selbstverständlicher Teil der Pfadfinderarbeit geworden.


E R H

„Lasst uns gemeinsam interessante PPÖ-Briefe schreiben“ (Ewald Merzl, ppö brief 4/1987)

Da feiert frau noch mit Freundin Betty den 30iger und bemerkt, dass der ppö brief genauso viele Jahre „am Buckel“ hat. Grund genug, im Pfadfindermuseum in den ersten Ausgaben der „Blätter für verbandsinterne Kommunikation und Information der PPÖ“ nachzulesen, was 1984 angesagt war. Von Terry Pribil

Anfangs informierte ein A5 großes, auf 20 Seiten limitiertes, mit Schreibmaschine getipptes Heft alle PPÖ-FunktionärInnen. Als wahre Fundgrube beweist es sich schon seit der ersten Ausgabe. In der Rubrik „Leute“ werden die neuen WoodbadgeträgerInnen namentlich aufgeführt, die Besitzer silbernen Steinböcke genannt und auch Nachrufe div. Pfadfin­ derInnen abgedruckt. Beiträge über Lotterie, Registrierung und das Bundeszentrum Wassergspreng zeigen auf, dass sie von Anbeginn wichtige Themen für die aktiven PfadfinderInnen waren.

Eckdaten und Berichte zu (inter)nationalen Veranstaltungen wie DSK, Jamboree, Explorer Belt oder Bundes- und Landeslagern gehören ebenfalls zu den Inhalten, die im ppö brief nicht fehlen durften.

Welche Themen haben dominiert? Den roten Faden über dreißig Jahre haben die verbandspolitische Arbeit mit all ihren Berichten über Altersbestimmungen, Benamsungen, P90-Umfragen und Veränderungen, die pädagogische Arbeit der Ausbildung, das soziale Engagement in Form von Helfen mit Herz und Hand bzw. Georgswoche sowie der Themenbereich Öffentlichkeitsar-

beit/PR gespannt. Das überrascht uns jetzt nicht wirklich, oder?

Und was gabs an Kuri­ osem und Besonderem? Besonders lesenswert waren die Berichte von Verantwortlichen für Ausbildung. Bereits 1985 wurde mit „Was ist so neu am neuen Ausbildungskonzept?“ die Basis für eine Reihe an gut recherchierten Themen wie „Die gleichaltrige Patrulle (1986)“, „Wo das Abenteuer Pause macht (1991)“ oder „Adults in Scouting (2002)“ gelegt. 1994 wurde sogar mal mit „WiWö – ein Auslaufmodell der PPÖ?“ das Herzklopfen so mancher Wichtel- und WölflingsleiterIn beschleunigt. Auch Beiträge zu Gender Mainstre-

aming vom Jahr 2002 zeigen auf, dass dies für die PPÖ schon lange ein Thema ist. Kurios war der Wettbewerb zur besten Gruppenzeitung, den 1989 „der Schnüffler“ der Gruppe Asparn/Zaya mit 9.000,– Schilling Preisgeld für sich entschied. Oder 1992 der Beitrag von Tarek Leitner zur „Kreativen Gestaltung von Schaukästen“. Den ersten Wordrap legte Thomas Ertlthaler in einer Ausgabe 1994 hin. 1995 wird die Verbandsordnung inkl. Satzungen der PPÖ als ppö brief an alle FunktionärInnen verschickt, damit jede/r eine Ausgabe davon hat. 2002 wird erstmals auch ein Inserat für einen „Kommunikationsprofi“ geschalten – ob wir den jemals finden werden?

Ganze drei Formatveränderungen gab es und die Umstellung von schwarz/weiß auf Farbe in den frühen 90ern (nur der Ordnung halber erwähnt).

Und was war nach 2003 los? Die Ausgaben ab 2003 können via www.ppoe.at/service/ppoe_brief direkt auf eurem Bildschirm gelesen werden. Sie führen thematisch weiter den Weg der 18 Jahre davor fort – Ich bin gerade sehr stolz, dass ich beim ppö brief mitarbeiten durfte. Danke Geo für‘s Drauf-aufmerksam-machen und Hanns für den lustigen Abend im Pfadfindermuseum!

n Helfe i m

tH

erz

& Hand

01 N ep al 2013 -2

5

30

JA

ppö brief 1/14

HELFEN MIT HERZ UND HAND 2013–2015

Postkarte zum Download auf www.ppoe.at/aktionen/hhh


ppö brief 1/14