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Familienmagazin

kinder schuhe -

Herbst 201

Magazin fĂźr die Familie

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taferlklassler Wie der Schulstart gelingt

Schwanger! Wird jetzt alles anders?

Original Play

Adi Hirschal

Hallo okidoki

Von Herzen spielen

Geschichte einer Kindheit

Zu Gast bei Kater Kurt

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NAME IT W I R D 3 0 JA H R E WIR FEIERN UNSEREN GEBURTSTAG MIT VIELEN TOLLEN STYLES & ANGEBOTEN IN UNSEREN SHOPS!

name it Villach ATRIO - name it Auhof Center - name it Fischapark - name it Gerngros s Cit y Center - name it Innsbruck DEZ - name it Kauf haus Tyrol - name it Bühlcenter Krems – name it Lienz - name it Millennium Cit y - name it Neubaugas s e - name it Plus Cit y Linz - name it Shopping Cit y Seier sb erg - name it Shopping Cit y Süd - name it Kauf haus Stef f l – name it Wels - Sowie im ausge suchten Kinder f achhandel US O N FAC E B O O K: FACE B O O K .CO M/ NA M E ITAUS TRIA


Editorial

© Stephan Mussil

Liebe Leserin, lieber Leser, am Anfang steht meist die Überraschung – und ein Chaos der Gefühle, eine Mischung aus Freude, Panik und überschwänglichem Jubel. Aber wird mit dem positiven Schwangerschaftstest wirklich alles anders? Sandra, die auf diesem Tipi-Cover verträumt auf ihren Babybauch schaut, erzählt im Rahmen unserer Coverstory ab Seite 14 von ihren Hoffnungen, Ängsten und Erwartungen. Enttäuschte Hoffnungen hatten 23 israelische Frauen, die im Rahmen der 2015 veröffentlichten Studie „Regretting Motherhood“ zu Wort kamen: Sie lieben ihre Kinder, bereuen aber den Umstand, Mutter geworden zu sein. Auch Autorin Sarah Fischer gibt zu, ihre Mutterschaft zu bereuen, wie sie im Interview schildert (Seite 28). Ab Seite 32 rechnen dafür die Kinder ab. Schließlich hatten sie im Vergleich zu uns gar keine andere Wahl. Aber was stört sie wirklich am Kindsein? Dass man immer das tun muss, was die Erwachsenen einem sagen? Dass man nicht dann fernsehen darf, wann man will? Dass man in den Kindergarten oder in die Schule gehen muss? Apropos Schule: Damit der Start in den „Ernst des Lebens“ auch wirklich gelingt, gibt’s ab Seite 34 Tipps für den guten Einstieg. Im Namen der Redaktion wünsche ich fröhliche, bunte Herbsttage und viel Freude mit der neuen Tipi-Ausgabe.

Kim Sztrakati, Chefredakteurin chefredaktion@tipimagazin.at Tipi kommt viermal jährlich gratis zu allen McDonald’s Family Club-Mitgliedern direkt nach Hause, zur freien Entnahme findet man Tipi in allen teilnehmenden McDonald’s Restaurants, in allen 15 name it-Shops, zudem in 800 Trafiken in ganz Österreich. Anmeldung zum McDonald’s Family Club mit Anmeldekarte in jedem McDonald’s Restaurant oder ganz einfach online hier: www.mcdonalds.at

Die Tipi-Coverfamilie Wer wir sind: Sandra (29), Michael (36) Woher wir kommen: Wien Was wir mögen: Reisen, Spazieren und Hunde Wie unser Baby heißen wird: Lilia Foto: Melanie Nedelko, www.melanienedelko.at

Lust auf

ein Cover-

Fotoshooting mit der

ganzen Familie?

Tipi und der McDonald’s Family Club suchen die nächste Coverfamilie. Wenn ihr das sein wollt, schickt einfach ein Mail mit Kurzbeschreibung und Familienfoto an: cover@tipimagazin.at

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Inhalt

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Schwanger! Wird jetzt alles anders? Werdende Mamis berichten.

chste Das nä Tipi:

em N ov

be r 2 0 1 6

© Simone Porteder (Illustration), Daimler AG, iStock, Melanie Nedelko, Delia Baum, Hessnatur, Sabine Hauswirth, Bali Tourism Board, Withings

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Herausgeber & Geschäftsführer: Lorin Polak Chefredaktion: Kim Sztrakati Konzept: Ursula Ressl Art-Direktion: Simone Porteder Text-Redaktion: Theres Arnold, Karolina Dabrowski, MarieThérèse Demblin de Ville, Julia Fleiss, Max Gfrerer, Markus Höller, Alexander Kords, Jeannine Mik, Trude Peters, Alexander Reichmann, Alina Rheindorf, Luisa Siller, Lisa Strebinger, Eva Maria Wagner, Peter Zirbs Assistentin der Redaktion: Natascha Holba Grafik: Osutoria Holding GmbH Fotos: Melanie Nedelko, Verlage, Hersteller, Verleiher Illustrationen: Artur Bodenstein, Simone Porteder Lektorat: Gudrun Likar Marketing und Mediaberatung: Michael Martinek Redaktion- und Mediaberatung: Simone Schnak, Daniela Horvath, Georg Peter Vertrieb: Georg Peter Medieninhaber, Eigentümer und Verleger: PPH Media Verlag GmbH, Otto-Bauer-Gasse 6, 1060 Wien Tel.: +43/(0)1/235 13 66-800, Fax: +43/(0)1/235 13 66999, E-Mail: office@pph-media.at Offenlegung nach § 24 bzw. § 25 MedienG sowie Angaben gem. § 5 ECG: Medieninhaber: PPH Media Verlag GmbH, Sitz in Wien. Unternehmensgegenstand: Redaktion, Herstellung und Distribution von Magazinen, Zeitschriften, Kalendern und anderen Drucksorten, insbesondere des Familienmagazins „TIPI“ und des Film- und MusikMagazins „DOT.magazine“. Geschäftsführung: Lorin Polak. PPH Media Verlag GmbH steht im Eigentum von Lorin Polak (100 %) mit Sitz in Wien. Tätigkeitsbereich PPH Media Verlag GmbH: Gegenstand des Unternehmens ist jedwede geschäftliche Tätigkeit im Zusammenhang mit Print- und digitalen Medien im Bereich zielgruppenorientiertem Jugend- und Familienformat, der Geschäftsbereich Business to Business, jedwede Tätigkeit einschließlich Marketing und Consulting im Bereich Medien und Werbewirtschaft. Die Gesellschaft ist zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die zur Erreichung des Gesellschaftszwecks notwendig oder nützlich erscheinen. Blattlinie: Familienmagazin, Berichterstattung über familienorientierte Themen wie Gesellschaft, Psychologie, Mode, Wohnen, Essen, Gesundheit, Freizeit und Reisen.

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Editorial Mein Lieblings... Where Children Sleep Familienplauderei Urpeinlich, Papa! Kochschule Basteltipp Abenteuerland Pro und Kontra

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Leben und wir

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Schwanger! Ängste, Erwartungen, Hoffnungen – werdende Mamis erzählen Wie sag ich’s meinem Kind Mobbing Von Herzen spielen Zu Besuch bei einem „Original Play“Workshop Geschichte einer Kindheit Adi Hirschal im Tipi-Gespräch

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Super-Mami müsste man sein Wenn Frauen ihre Mutterschaft bereuen Dafür bist du noch zu klein! Warum Kinder manchmal nicht Kind sein wollen Taferlklassler Wie der Schulstart gelingt Die Wissenschaft von der Windel Zu Besuch bei Pampers

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Mode und so

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Zeigt her eure Schuh Schuhe kaufen mit dem Nachwuchs Ganz schön dicht Regenkleidung

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Essen und Gesundheit

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Der Kampf mit dem Essen Essstörungen bei Kindern

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Inhalt

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Tausendsassa Adi Hirschal über seine Kindheit

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67 Das Beste fürs Baby Die Macher von Alma Organic Babycare über ihr Startup Aufgebrezelt! Der neue Brezel Burger bei McDonald's

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Freie Zeit

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Hand in Hand mit den Stars Die McDonald's Fußballeskorte

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Hausbesuch bei Kater Kurt Hinter den Kulissen von „Hallo okidoki“ Gute Laune hoch zwei Die Teeniestars „Die Lochis“ im Interview Schauen, Spielen, Lesen, Hören Neue DVDs, Bücher, CDs & Co. Kleine Männer, großes Herz Luis Vorbach über seine Rolle im Film „Auf Augenhöhe“ Film-Highlights Im Herbst im Kino

76

Wir sind weg

78

Wenn Autos selbst fahren Der Traum vom autonomen Fahren Reif für die Insel Traumurlaub de luxe auf Bali Die letzte Sonne genießen Events im Spätsommer und Herbst

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mini Tipi Die Kinder-Besonder-Seite zum Heraustrennen

Jetzt Mitglied im McDonald’s Family Club werden und jede Tipi-Ausgabe direkt nach Hause geschickt bekommen. Alle Infos unter www.mcdonalds.at/ familyclub

& schick

mach mit

ein!

Überall, wo du diesen Button siehst, kannst du Tipi aktiv mitgestalten. Als Dankeschön für jede Veröffentlichung gibt es Goodies von McDonald’s und kunterbunte Geschenke.

Noch mehr Tipi gibt es auf www.facebook.com/TIPI.Familienmagazin oder bei Instagram: @tipimagazin

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Mein Lieblings... KINDER STELLEN VOR

Franka 1

4 /2 Jahre * St * eiermark

& schick

mach mit

ein!

© Privat

port, piel, -s lingss bitte an: b ie L r Info t eue Was is tc.? Foto mit gazin.at e a -essen lings @ tipim eb meinli

Mein Lieblings... Pferd

» Pferde sind so schön, und man kann mit ihnen so viel machen. Man kann sie hübsch machen, man kann ihnen alles erzählen, und man kann sie sooo gut reiten – ganz schnell und ganz langsam –, wie man will. Wenn man gut aufpasst, kann man auch auf ihrem Rücken herumklettern und sich ganz vorsichtig aufstellen. Ich kann das schon fast ohne Anhalten! Und deshalb lieb ich sie halt. Meine Lieblingspferde sind Didi, Tendy, Lexi, Pedro und Marlin ... aber der ist eigentlich kein Pferd, sondern ein Hund. « 6 | h er bst 2016

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Tipi-Familienkino und

präsentieren den Disney Pixar Familienspaß in 3D

FINDET DORIE

Kino

Ihr wollt dabei sein, mit eurer ganzen Familie? Dann sendet uns ein E-Mail mit der benötigten Ticketanzahl an kino@tipimagazin.at und erlebt die Premiere des Familienhits FINDET DORIE in 3D. Die Ticketvergabe erfolgt nach Verfügbarkeit. Wer exklusiv dabei ist, bekommt bis spätestens Mittwoch, 21.09.2016 ein Bestätigungs-E-Mail.

Wann: Sonntag, 25. Septem ber 2016 Kartenausgabe: 10:30 Uhr Filmbeginn: 11:30 Uhr Wo: Cineplexx Wienerberg, Wienerbergstraße 11, 1100 Wie n

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Where Children Sleep

Syra, 8 Jahre, Senegal Aus dem Fotoprojekt „Where Children Sleep“ von James Mollison

Syra lebt mit ihren Eltern und ihrer älteren Schwester in Iwol, einem Bassari-Dorf in Senegal. Syra spricht eigentlich nie mit Menschen. Sie sieht immer traurig aus. Das liegt daran, dass zwei Hexen ihre Mutter gejagt und die Seelen von Syra und ihrer Schwester gestohlen haben – so zumindest die Meinung der

Dorfbewohner. Und niemand will eine verhexte, seelenlose Frau heiraten. Als ledige Frau darf Syra nicht unter demselben Dach wie andere noch gebärfähige Frauen leben – das bedeutet auch, dass sie nicht bei ihrer Mutter bleiben kann. Syras einzige Hoffnung ist daher, dass ihre Großmutter sich ihrer annimmt.

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© James Mollison

Where Children Sleep

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Familien

Familienplauderei

PLAUDE R 1. 2.

Elke (39) Ludwig (43) Luca (10 Monate) aus dem Burgenland

Das Highlight des bisherigen Jahres

Familie Kovac s

Birgit (46) Marco (36) Paul (2) aus Wien Michi (36) Ivan (32) Luna (6) Lino (1) aus Wien

Familie Zaia− Eichberger

Familie Bonilla Vi cioso

Barbara (40) Christian (50) Sebastian (9) Valentina (6) aus Oberösterreich

Familie Scha tzl

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GreencardGewinn Unser gemeinsamer Urlaub in der Dominikanischen Republik – dort konnten wir mit Delfinen schwimmen und haben sehr viel erlebt.

Ein 2-tägiger Besuch im Legoland Deutschland

Eveline (41) Thomas (42) Lara Joy (9) Jil (6) aus Salzburg 10 | h er bst 2016

Der erste richtige gemeinsame Urlaub in Italien: eine Fahrt ohne Geschrei, im Sand spielen, im Meer plantschen und am Pizzarand knabbern.

Unsere Reise nach Mauritius

Darüber wird gerade diskutiert

Ob wir einen neuen Buggy kaufen sollen: einen, der auch ins Auto gut reinpasst ...

Welche Vanilleeissorte schmeckt am besten?

Schulanfang & Abstillen

ch Wieso man au in den Ferien avier Akkordeon/Kl üben muss.

In welche Schule soll Lara nach der Volksschule gehen ?

Familie Schörghofer

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& schic

mach mit

Was wir am liebsten gemeinsam machen

Das ist schiefgegangen

Ausgedehnte Spaziergänge, Thermentage – im Wasser pritscheln ist für uns ein Genuss!

Die allererste Fahrt mit dem Sohnemann nach Kärnten. Das war vielleicht ein Horrortrip! Er hat fast die ganze Fahrt geweint und uns zum Verzweifeln gebracht. Wir wissen den Grund nicht: Übelkeit? Langeweile? Zwickt’s?

Wald- und Wiesenspaziergänge, Steine sammeln, Bienen, Käfer und anderes Getier beobachten

Spatzenfüttern: Endlich kommen sie angeflogen. Paul lacht so laut auf, als sich ein Spatz auf seine Hand setzt, dass alle Vögel panisch wieder flüchten.

Reisen, kuscheln und spielen Abends vor dem Schlafengehen gemeinsam ein Buch lesen

Skifahren, reisen , wandern, Kuchen backen, Rummy spielen und viel lachen .

Als Mama beim Einräumen in der Küche das Regal mit allen Tellern rausgekippt ist – das war ein großer Scherbenhaufen !

Trotz zwei Schwimmkursen im Freibad ordentliche Schwimmtempi machen (aber über Wasser halten ist kein Problem).

Jils erster Vers uch beim Inlineskaten

ohne Hilfe endete mit einem Riesen-Cut .

ein!

k

udern? Wollt ihr mit uns pla : an o Fot t mi E-Mail .at plauderei@tipimagazin

5.

6.

Da haben wir herzlich gelacht

Das wollen die Kinder einmal werden

eisein beg hn ist o uS e N r e . s d n Un Stillki st tertes die Bru h c i s t er anged n u lich ha t k c mit ausgepa selbst er mich en ann hat s D n i . r t G g u n e sa elmisch “ h ä c ä s ä h m „ e ein laut en und en auch t s angeseh s u m :) Da n! gelacht e lache wir all

Wer weiß ... vielleicht Arzt oder Fußballspieler. Noch ist das schwierig zu sagen.

Wir schauen immer vor dem Schlafengehen noch beim Fenster hinaus. Es ist wieder einmal seeehr spät und schon dunkel. Da zieht Paul mein T-Shirt zur Seite: „Da ist auch ein Boobie im Dunkeln!“

Biologe, Botaniker, Geologe, Lokführer – oder vielleicht doch Müllmann

Als wir im Familypark alle komplett nass geworden sind.

Luna möchte HNO-Ärztin werden. Lino momentan Kinderwagenmechaniker oder Milchproduzent ;-)

Als wir eine Kardinalschnitte backen wollten, vergaßen wir im Eifer des Gefechts, das Mehl in die Masse reinzugeben ... So wurde es ein Omelett (den Kindern hat es trotzdem geschmeckt :)

Wie sich unsere Katze Lilli in einer Papiertüte verfangen hatte und sich nicht mehr so schnell befreien konnte

Sebastian: Bergsteige r Valentina: seit dem Besuch beim Roten Kreu z Ärztin/ Krankensch wester

YouTuberinnen – „Da verdient man 100 Euro pro Video!!!“ h er bst 2016 |

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© Privat

E REI 3. 4.

Reden, erzählen, sich besser verstehen und gemeinsam lachen.

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Leben und wir Schwanger! Wird jetzt alles anders? • Wie sag ich’s meinem Kind • Von Herzen spielen • Geschichte einer Kindheit: Adi Hirschal • SuperMami müsste man sein • Urpeinlich, Papa! • Dafür bist du noch zu klein! • Taferlklassler • Die Wissenschaft von der Windel

Quelle: Österreichisches Institut für Familienforschung

Kleidung von Oeuf, www.oeufnyc.com

Aufgetischt Kann dank verstellbarer Beine in drei Höhen verwendet werden: Kinderschreibtisch „Flisat“ von Ikea aus massiver Kiefer um € 69,99. www.ikea.at

Bei Oma schmeckt‘s halt

Ohne die Hilfe der Großeltern bekämen

viele Eltern Job und Kinder nicht unter einen Hut. Bei den 8bis 10-Jährigen erfolgt bei 39,1 Prozent die Nachmittagsbetreuung durch Verwandte, meist durch Oma und Opa. Das gefällt auch den Kids: viel Spielen, gutes Essen und Fernseherlaubnis – kein Wunder, dass sie nachmittags am liebsten von den Großeltern betreut werden ...

Von der Volksschule bis zur Matura: Der „Moll T7“ wächst mit und kann per Knopfdruck eine Höhe von 56 bis 118 cm einnehmen. Um ca. € 2.700,–. moll-funktion.com

Gedächtnisstütze Ein besonderes Buch für einen besonderen Tag – den ersten Schultag. Auf 24 hübsch gestalteten Seiten aus Recyclingpapier gibt es viel Platz für Erinnerungen, Fotos, Stundenpläne und selbst gemalte Bilder. Endlich Schulkind von ava & yves, um € 9,90 bei www.augenstern-kindermode.com

Fragestunde Es gibt nie nur die eine Wahrheit. Hier gibt es zumindest drei: Die Erziehungsexperten Kirsten Boie, Jesper Juul und Katharina Saalfrank geben Antworten auf 60 Elternfragen. Was tun, wenn der Hamster den Löffel abgibt?, Beltz. Um € 13,40.

Die Beine können in verschiedenen Positionen fixiert werden. Schreibtisch „Caspar fichte“, ökologisch und nachhaltig produziert. Von Perludi um € 550,–. www.perludi.com

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N


© Oeuf (1), Hersteller (10)

„Die Einwohner von Moskau heißen Moskitos.“

„Wenn ein Baby falschrum liegt, muss man einen Kaiser− schmarrn machen.“ Gut eingetütet

Kindermund

Hätte man doch selbst alle aufgeschrieben ... Witzige Wortkreationen, lustige und weise Kindersprüche: Oma hat noch Dinosaurier gekannt von Cordula Weidenbach. Erschienen bei Heyne um € 8,30.

Sie gehört zum ersten Schultag wie die Schultasche auf dem Rücken. Früher glaubten viele Kinder, dass die Schultüten auf einem Zuckertütenbaum im Schulkeller wachsen, von dem der Lehrer braven Kindern eine abpflückt. Heute kommt sie aus der elterlichen Bastelstube – oder wie diese hier von Tinyday. Um € 45,–. tinyday.dawanda.com

Starke Kontraste Schlafen, fressen, schlafen, fressen – viel mehr machen Pandabären nicht. Ganz anders diese beiden niedlichen Exemplare: Die ca. 24 cm großen Nachtlampen bringen sanftes Schlummerlicht ins Kinderzimmer – und ganz bestimmt schöne Träume. Von Lapin & Me. Um je € 79,– bei www.derkleinesalon.at

HENNING SOPHIE BAUM ROIS ALEX ANDER JANA BEYER PALL ASKE UND

HARALD SCHMIDT

Wenn schon Schule, dann...

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www.constantinfilm.at

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Sandra und Michael genossen ihre Zeit in trauter Zweisamkeit. Nun sind sie bereit für den nächsten Schritt und freuen sich auf das Abenteuer Eltern.

© Melanie Nedelko (2)

Leben und wir

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Leben und wir

Schwanger! Wird jetzt alles anders? Drei (werdende) Mamas erzählen. Eine Minute kann sich wie eine Ewigkeit anfühlen. Das weiß jede Frau, die schon mal auf das Ergebnis eines Schwangerschaftstests gewartet hat. Entdeckt sie beim Blick auf das Stäbchen zwei Striche, bedeutet das den Anfang der wohl größten Veränderung, die sie in ihrem Leben erfahren darf. von jeannine mik Die Zeit der Schwangerschaft bereitet Platz für ganz große Gefühle – darunter oftmals auch eine gehörige Portion Unsicherheit. Was erwartet mich? Wird mit Kind alles anders? Und: Schaff ich das? Das fragte sich auch Sandra (29), als sie von ihrer Schwangerschaft erfuhr. Zu diesem Zeitpunkt lag ihre Traumhochzeit in Wien zwei Jahre zurück. Die neugierigen Freunde hatten gerade damit aufgehört, nach der Familienplanung zu fragen. Sandra und ihr Mann Michael ließen sich ganz bewusst Zeit und genossen ihr Leben als Paar in vollen Zügen. Irgendwann beschlossen sie dann, bereit für den nächsten Schritt zu sein. „Den idealen Zeitpunkt gibt es meiner Meinung nach nicht“, erzählt Sandra: „Wenn man zu lange darüber nachdenkt, findet man immer etwas, das gerade dagegen spricht.“ Als Sandra deutlich schneller schwanger wurde als erwartet, waren beide überrascht: „Wir rechneten damit, wohl ein gutes Jahr zu ‚basteln‘ – aber es kam anders!“ Nun ist Sandra die Erste in ihrem Freundeskreis, die ein Kind erwartet. Entsprechend groß ist auch ihre Nervosität: „Ich konnte bisher nur ein paar Mal bei meinem Neffen üben“, sagt sie und schmunzelt: „Eigentlich habe ich noch gar keine Ahnung von Kindern.“ Die neue Nummer eins Sandra ist Veterinärmedizinerin mit Leib und Seele. Nach einem sechsjährigen Studium arbeitet sie seit drei Jahren in einer tierärztlichen Praxis: „Ich habe mein ganzes Herz im Job. Nicht mehr zu arbeiten, war für mich lange Zeit nicht vorstellbar.“ Ihre größte Angst war es, ihren Beruf nicht mehr ausüben zu kön-

nen, wenn sie Mama wird. „Diese Sorgen waren zum Glück unbegründet!“, erzählt sie lächelnd. Sowohl Sandras Chef als auch ihre Kolleg(inn)en unterstützen sie und freuen sich für sie. Als Sandra von ihrer Schwangerschaft erfuhr, stand für sie zunächst fest, dass sie gleich nach dem Mutterschutz wieder arbeiten würde. „Ich wollte keine Karenz. Ein Jahr oder länger zu pausieren, kam für mich anfangs nicht infrage.“ Erst nach und nach kam sie ganz im Schwanger-

Fit mit Bikram-Yoga Die wunderschöne Schwangere hält sich übrigens mit Bikram-Yoga fit. Erst seit der 34. Woche ist damit Schluss, da irgendwann der Kreislauf nicht mehr mitspielte. Um sich auch weiterhin zu bewegen und aktiv zu bleiben, geht Sandra viel spazieren. „Manchmal sogar 7 bis 10 Kilometer am Tag“, erzählt sie stolz und fügt hinzu: „Eine aktive Schwangerschaft erleben zu dürfen, macht mich sehr glücklich.“ Erst jetzt, in den finalen Zügen der Schwanger-

» Ich hatte mein ganzes Herz im Job und große Angst, ihn zu verlieren. « sein an, und das bisher Wichtigste im Leben machte Platz für etwas kleines Neues: „Irgendwann sah ich ein, dass sich alles ändern wird. Das ist okay. Ich freue mich sehr darauf.“ Sandra plant nun, ein Jahr daheim mit ihrer Tochter zu verbringen. „Die Unterstützung meiner Eltern zu haben und zu wissen, dass sie hinter mir stehen, ist ein schönes Gefühl“. Mit Omas und Opas Hilfe soll es ihr möglich sein, nach ihrer Karenz an zwei oder drei Tagen die Woche für ein paar Stunden zu arbeiten. Zwei Jahre nach ihrer Traumhochzeit macht eine kleine Tochter Sandras und Michaels Glück perfekt. Der errechnete Geburtstermin fällt genau auf ihren Hochzeitstag. h er bst 2016 |

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Leben und wir schaft, fühlt sie sich doch etwas unbeweglicher als zu Beginn. Dass dem erst jetzt so ist, führt sie auf den Sport zurück, der sie auch während dieser besonderen Zeit begleitet hat. Spätestens seit Beginn des Mutterschutzes gibt Sandra sich ganz ihrem Nestbautrieb hin. Das erst im Dezember bezogene neue Heim ist mittlerweile rundherum „Baby ready“. Kinderzimmer, Babybett, Kinderwagen ... Alles wartet nur noch darauf, bald von einem kleinen Mädchen erkundet zu werden.

dass ihre Praxis zum Glück gut läuft und es vermutlich egal ist, ob sie jetzt oder in drei Jahren eine Familie gründen: „Da gibt es wahrscheinlich immer Dinge, die ein großes ‚Aber‘ mit sich bringen.“ Carina freut sich auf ein Jahr daheim bei ihrem Baby und weiß, dass ihre Patienten bei zwei wunderbaren Kolleginnen in guten Händen sein werden. Nur Carinas Babykugel, Hochzeitserinnerungen, ein bisschen Fashion und cremiger Cappuccino: Auf Instagram (@zuckerkipfal) lässt Sandra über 4.500 Abonnent(inn)en an ihrem „Daily Life“ teilhaben.

Überraschung! Lisa (35) steht am Anfang ihrer zweiten Schwangerschaft. Sie durchlebt gerade ein wahres Gefühlschaos. Denn freuen kann sie sich über den positiven Schwangerschaftstest nicht – noch nicht. Das ist auch

© Melanie Nedelko (1), instagram.com/zuckerkipfal (6), Privat (1)

Baby und Business Carina (29) erwartet im Winter ihr erstes Kind – ein absolutes Wunschbaby, wie sie selbst sagt: „Als ich erfahren habe, dass ich schwanger bin, war ich überglücklich und konnte es gar nicht glauben.“ Das von Sandra beschriebene Gefühl, im Job aufzugehen, kennt Carina sehr gut. Als selbstständige Logopädin mit eigener Praxis (sprecherei.at) begleitet sie ihre jungen Patienten kompetent und liebevoll. Sie und ihr Mann Anton dachten bereits vor der Schwangerschaft über die gemeinsame Zukunft nach. Carina erzählt,

im Carina und ihr Mann Anton erwarten g ins Herbst ihren kleinen Sohn. Der Umzu touren. neue, kuschelige Heim läuft auf Hoch

Handy bleibt auch während ihrer Karenz an, denn Anrufe will sie nach wie vor selbst entgegennehmen. Am Tag der Geburt und die ersten Tage danach wird sie aber natürlich nicht erreichbar sein. Sie schmunzelt: „Ich hoffe, meine Patienten werden mir das verzeihen.“ Auf die Frage, welche Gedanken an die Schwangerschaft sie zunächst verunsichert haben, erzählt Carina von ihrer Zeit in der Neonatologie und der Arbeit mit behinderten Kindern: „Ich hab da so viele Dinge erlebt und gesehen, das kann man leider nicht einfach wegstecken.“ Carina hofft, dass auch nach der Geburt ihres Sohnes alles weiterläuft wie bisher. Unterstützt wird sie hier von ihrem Mann, von den Schwiegereltern und ihrer Mama. Die hat bereits angekündigt, beruflich etwas kürzerzutreten, um für ihre Tochter und ihren Enkel da zu sein.

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Leben und wir der Grund, warum sie ihre Gefühle unter falschem Namen mit uns teilt. Lisas Tochter wird im November zwei Jahre alt, ihr zweites Baby soll im März zur Welt kommen. Eigentlich ein „idealer“ Altersabstand, aber nicht für Lisa. Über ihre zweite Schwangerschaft sagt sie: „Es ist eine Überraschung. Das Problem ist nur, ich mag Überraschungen nicht so.“ Als Lisas erste Schwangerschaft bestätigt wurde, war ihr Herz übervoll vor Glück. Sie wollte es in die Welt hinausschreien, jeder sollte es wissen. Ihre kleine Tochter macht sie seit der Traumgeburt zur glücklichsten Mama. Jetzt hat Lisa Angst, nicht beiden Kindern gerecht werden zu können. Sie fragt sich, ob sie ihr zweites Baby genauso lieben kann wie ihre kleine Tochter. Muss sie ihre Liebe teilen? Ein Gedanke, der Lisa traurig macht. Trost fand sie bei einer Freundin, die bereits zweifache Mama ist: „Sie sagte mir, dass die Liebe für die Kinder sich einfach verdoppelt.“ Ein schöner Gedanke, der Lisa Kraft gibt. Zurück auf Anfang? Vor sechs Monaten hat Lisa den Schritt gewagt, auf den Sandra und Carina sich gedanklich vorbereiten: Nach eineinhalb Jahren Vollzeit-Mama wurde sie zur Working Mom. Sie fand einen Teilzeitjob, der ihr Spaß macht. Auch die kleinen Schritte hin zu mehr Zeit für sich genoss Lisa in vollen Zügen – Yoga mit Freundinnen, ins Freilichtkino gehen oder Dates mit Papa: Die Idee eines Vierjahresabstandes bei ihren Kindern gefiel Lisa. Das war der Plan. Doch manchmal kommt es anders als gedacht. Lisa erklärt seufzend, irgendwo am Weg wohl ihre Zuversicht verloren zu haben. Sie ist sich bewusst, dass ein gesundes Kind ein unglaublich wertvolles Geschenk ist. Aber sie hat auch Angst, zu viel zu wollen: „So perfekt und schön kann es doch nicht noch ein zweites Mal laufen. Oder?“ Lisas Frauenarzt hat sie beruhigt: Viele Schwangerschaften beginnen in einer Krise mit sich selbst. Es tat ihr gut, zu hören, dass es auch anderen Mamas so geht. Lisa lächelt leicht: „Ich glaube, darum ist es mir so wichtig, darüber zu reden. Es ist eben nicht immer wie im Bilderbuch.“ Wie beim ersten Mal Wie bereits in ihrer ersten Schwangerschaft möchte Lisa auch diesmal keine Ratgeber lesen oder im Internet recherchieren. „Ich werde auf mein Gefühl hören“, sagt sie. Auch Schwangerschaftskurse stehen nicht auf dem Programm, dafür aber Yoga und Akupunktur. Auf die

» Alles wird sich ändern. Das ist okay. «

Frage, was Lisa beim zweiten Baby anders machen möchte, überlegt sie nicht lange: „Bei meiner Tochter wollte ich so schnell wie möglich wieder zu arbeiten beginnen. Als es so weit war, dachte ich oft, dass ich

gerne mehr Zeit mit ihr verbracht hätte.“ Und diesmal? Lisa blickt auf ihren Babybauch: „Ja, ich glaube, ich gönne Baby Nummer 2 und mir ein bisschen mehr Zeit. Das wird uns guttun.“

Fakt e n u nd z ahl e n „Aktive“ Erwerbsbeteiligung bei Frauen mit Kindern unter einem Jahr .................................................................................................. 14 % Angestellte Frauen in Elternkarenz mit Kindern unter einem Jahr ............................................................................................................53 % Angestellte Frauen in Elternkarenz mit Kindern zwischen ein und zwei Jahren ............................................................................... 27 % Erwerbstätigenquote der 25- bis 49-jährigen Frauen mit betreuungspflichtigen Kindern (bis 15) im Jahr 2014 ............... 67 % Erwerbstätigenquote der 25- bis 49-jährigen Männer mit betreuungspflichtigen Kindern (bis 15) im Jahr 2014 ............. 93 % Erwerbstätige Mütter, die angeben, von ihren Männern bei der Kinderbetreuung unterstützt zu werden .......................... 31 % Erwerbstätige Väter, die angeben, von ihren Frauen bei der Kinderbetreuung unterstützt zu werden ................................ 78 % Anteile von 100 %, gerundet, Quellen: Magistrat der Stadt Wien, MA 5–Finanzwesen, Referat Statistik und Analyse, Statistik Austria

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Leben und wir

Wie sag ich’s meinem Kind:

Interview

Schwierige Themen – kinderleicht gemacht. Oder so leicht wie möglich. Diesmal in der Tipi-Serie: Was tun, wenn das Kind gemobbt wird? Was Mobbing eigentlich ist und wie man sich aus der Opferrolle befreit, erklärt Mag.a Maria Beham Psychologin Mag.a Maria Beham. von luisa siller

© Privat

Mobbing

ist Klinische und Gesundheitspsychologin in Wien und leitet gemeinsam mit Mag.a Jasmin Mandler die psychologische Praxis „die Entwicklungshelferinnen“. Sonnbergplatz 7/19, 1190 Wien www.die-entwicklungshelferinnen.at

© Julia & Elias Marschat – vielen herzlichen Dank!

insofern gravierender, als Erwachsene die Verantwortung für die Gestaltung der Beziehung zu Kindern tragen und sich Kinder dadurch als noch hilfloser und schwächer erleben.

Was bezeichnet man als Mobbing? Maria Beham: Mobbing ist aggressives Verhalten mit dem Ziel, das Opfer zu verletzen und zu schädigen, und zwar durch anhaltende und wiederholte Unterdrückung einer Person, die als schwächer erlebt wird und sich nicht wehren kann. Man kann körperliches, verbales und indirektes Mobbing (Gerüchte verbreiten oder jemanden ausschließen) unterscheiden. Im Unterschied zu Scherzen oder harmlosen Streichen werden bei Mobbing die Opfer anhaltend, häufig und gezielt belästigt, ohne Pausen des Mitgefühls oder gar Entschuldigung durch die aggressive Person. Wie erkenne ich, ob mein Kind gemobbt wird? Die Auswirkungen von Mobbing können sehr unterschiedlich sein und hängen von der Art und Schwere sowie der Häufigkeit der Mobbing-Erlebnisse ab. Auch die Persönlichkeit und die aktuelle Lebenssituation spielen eine Rolle – Schulstress und Pubertät, die Zugehörigkeit zu einer

diskriminierten Minderheit oder wenig stabile Freundschaften machen Opfer leichter verletzbar. Mögliche Auswirkungen sind Nervosität, Leistungsabfall, Rückzug und Isolation, Angst vor der Schule, Verlust des Selbstwertgefühls oder noch schlimmer Schlafstörungen, Depressionen, psychosomatische Störungen oder selbstverletzendes Verhalten. Wie kann ich meinem Kind erklären, was da passiert? Die Gründe, warum jemand mobbt, können sehr unterschiedlich sein, oft geht es ums Anderssein und um die eigene Unsicherheit der aggressiven Person. Aber ganz egal, warum jemand mobbt, das Wichtigste ist, zu vermitteln, dass das Opfer nicht schuld ist. Keine Form der Gewalt ist gerechtfertigt! Es gibt nichts, wofür sich das Mobbing-Opfer schämen müsste. Gibt es Unterschiede, ob von Erwachsenen oder Kindern gemobbt wird? Mobbing durch Erwachsene ist für Kinder

Wie kommt man aus der Opferrolle wieder raus? Das Wichtigste für Mobbing-Opfer sind Selbstbewusstsein und -behauptung. Dafür ist es hilfreich, Sicherheit zu suchen und möglichst wenig allein zu sein sowie der aggressiven Person aus dem Weg zu gehen. Hilfreich ist, bestimmte Verhaltensweisen und Reaktionen einzuüben, zum Beispiel im Beisein der aggressiven Person gefasst und ruhig zu reagieren – und jedenfalls auf Gewalt nicht mit Gewalt zu reagieren. Wichtig ist auch, schnell Hilfe zu suchen. Alle, die in der Schule arbeiten – Lehrer/-innen, Direktor(inn)en –, sind verpflichtet, Kinder zu beschützen. Es gibt zudem Beratungsstellen, die vertraulich, anonym und kostenlos unterstützen. Ab wann sind weitreichendere Maßnahmen wie zum Beispiel ein Schulwechsel angebracht? Wenn es Anzeichen von Mobbing gibt, ist es wichtig, sofort etwas zu unternehmen: einerseits das Kind stärken und andererseits im System Schule Unterstützung durch Lehrer/-innen und Direktion einfordern. Wenn es nicht gelingt, trotz gezielter Maßnahmen das subjektive Gefühl der Sicherheit wiederherzustellen, ist es sinnvoll, Klasse oder Schule zu wechseln.

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Leben und wir

Von Herzen spielen

© Jacqueline Schneider (1), Verein Original Play Österreich (4)

Er spielt mit Straßenkindern, Krebskranken und Autisten ebenso wie mit Wölfen, Delfinen und Grizzlybären. Fred Donaldson hat bei seiner Arbeit mit Kindern und Tieren einen Weg gefunden, mit allen Lebewesen auf die gleiche ursprüngliche Art zu kommunizieren: Er nennt es „Original Play“. von julia fleiß

Im Garten der Freiraumschule Kritzendorf nahe Wien sitzen an einem warmen Frühlingstag Kinder zwischen zwei und fünfzehn Jahren, einige Eltern und Lehrer rund um eine große Matte. In der Mitte kniet ein älterer Mann – der Amerikaner Fred Donaldson ist zu Gast, um mit ihnen zu spielen. Nach einer kurzen Vorstellung geht es los: Fred lädt ein Kind nach dem anderen zum Spielen ein. Wer nicht will, muss natürlich nicht. Die Ersten sind schüchtern und bleiben lieber sitzen, aber ein kleiner Bub bricht das Eis. Er läuft auf die Matte, um Fred herum, der

» Ich dachte: Wow, mein Job ist es, ein Teddybär zu sein. « einfach nur mit offenen Armen da sitzt und wartet. Schließlich klettert der Bub auf seinen Rücken und hat sichtlich Spaß dabei. Die Szene ist untermalt von Gekicher und erinnert an das Spiel mit Kleinkindern, ist aber dennoch anders. Zu den Regeln gehört es zum Beispiel,

nicht zu kitzeln. Wenn Fred zweimal in die Hände klatscht, ist das Spielen zu Ende, und die Nächsten sind dran. Die Stunde vergeht wie im Flug. Es finden sich die unterschiedlichsten Gruppen gemeinsam auf der Matte zum Spielen – einmal alle Mädchen, dann alle Buben, einmal alle Erwachsenen und dann nur die kleinen Kinder. Original Play ist für die Schüler der Freiraumschule nichts Unbekanntes. Sie haben einmal pro Woche die Gelegenheit, mit Robin Riess, Lehrer und Vorstandsmitglied des Vereins Original Play Österreich, zu spielen. „Es ist einfach

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Leben und wir

Fred Donaldson lehrt in Workshops auf der ganzen Welt das ursprüngliche Spielen – ein liebevolles Miteinander ohne Vorbehalte.

lustig. Bei anderen Spielen gibt es mehr Regeln, hier gibt es keine Einschränkungen“, erzählen Camilo (13 Jahre) und Jasper (14 Jahre). Auch die Eltern sind begeistert davon. Irmgard hat selbst schon einen Workshop bei Fred besucht: „Für mich ist das Liebe pur, einfach großartig.“ Nach dem Spielen stellt Fred den Teilnehmern drei Fragen: Haben wir beim Spielen geschlagen? Haben wir getreten? Haben wir uns wehgetan? Die Antwort ist Nein. „Das ist Spielen. Genauso spiele ich mit Wölfen, Löwen oder Bären“, erzählt Fred, was natürlich eine Fragerunde in Gang setzt, in der die Kinder wissen wollen, mit welchen Tieren der Mann schon gespielt hat. Es sind insgesamt 38 Arten, von Schmetterlingen bis zu Walen ist alles dabei. „Beluga-Wale geben Küsse beim Spielen. Das ist, als würde man von einem riesigen Marshmallow geküsst werden“, erzählt Fred. „Original Play überwindet alle Grenzen. Sonst wäre ich schon tot. Löwen, Bären oder Wölfe hätten mich umgebracht, wenn im Spiel nicht alle Unterschiede verschwunden wären.“ Begonnen hat aber alles mit Kindern. Sie lehrten ihn die Kunst, von Herzen zu spielen, die Erwachsene längst vergessen haben. Vom Teddybären zum Therapeuten Während seiner Arbeit an einem Kindergarten kam Fred zum ersten Mal in Berührung mit dem, was er später Original Play nannte. Er saß tagtäglich auf dem Boden des Gruppenraums, und die Kinder begannen, auf ihn zu hüpfen und mit ihm zu spielen. „Ich dachte: Wow, mein Job ist es, ein Teddybär zu sein“, erinnert sich der einstige Universitäts-

professor. Er spielte Tag für Tag mit den Kindern, machte sich Notizen, wie er es als Wissenschaftler gewohnt war und fand mit der Zeit folgende Muster im Verhalten der Kids heraus: Erstens sprechen Kinder mit ihren Augen. Sie laden per Augenkontakt zum Spielen ein, ohne zu sprechen. Zweitens berühren sie nach einem Muster: Sie beginnen ganz vorsichtig, Hände und Füße anzugreifen. „Wenn sie dir voll und ganz vertrauen, hüpfen sie auf deinen Rücken“, erklärt Fred. „Die dritte Erkenntnis veränderte mein Leben: Es gibt keinen Wettbewerb im Spiel. Kein Gewinnen oder Verlieren.“ Nach dieser Erfahrung erweiterte Fred Donaldson sein Forschungsfeld und spielte erstmals mit mexikanischen Straßenkindern. „Ich ging auf alle viere und kroch auf diese Kinder zwischen 10 und 18 Jahren zu. Kaum zu glauben, aber sie verhielten sich genauso wie die Kindergartenkinder. Sie begannen zu spielen, ohne zu sprechen und vor allem ohne Aggression.“ Fred spielte daraufhin mit Kindern, die Downsyndrom hatten, mit Autisten, mit an Schizophrenie Erkrankten und vielen mehr. „Alle reagierten gleich“, erzählt der anerkannte Wissenschaftler.

Der mit dem Wolf spielt Nachdem er das menschliche Spielverhalten erkannt und erforscht hatte, ergriff Fred Donaldson die Chance, mit Wölfen zu spielen. „Es war mir davor nie in den Sinn gekommen, mit Tieren zu spielen.“ Er begleitete eine Freundin in ein Wolfsreservat und besuchte es über 10 Jahre hinweg regelmäßig, um das Verhalten der Tiere zu studieren. „Sie spielten genauso wie die Kinder.“ Das war der Startschuss für den couragierten Forscher, alle möglichen tierischen Spielkameraden zu suchen. In Australien spielte er mit Delfinen, in den Bergen von Montana mit Elchen, Hirschen oder Grizzlybären. Auf die Frage, ob er jemals Angst hatte, meint er: „Nein, auch wenn ich das damals noch nicht verstand. Immer erst nach der Begegnung mit einem Tier dachte ich: Wow, ich hatte gar keine Angst.“ Fred kam zu dem Schluss, dass man zum Spielen nichts über sein Gegenüber wissen muss. Weder über Delfine und Löwen noch über Kinder mit Autismus. Alle haben die gleiche Fähigkeit zu spielen. Pandas und Koalas stehen auf seiner Spielkameraden-Wunschliste ganz oben. „Die sehen einfach so knuddelig aus.“ h er bst 2016 |

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Leben und wir Der Kinderflüsterer Heute gilt Fred Donaldson als Experte für Spielforschung, leitet weltweit Seminare zu dem Thema und hilft dort, wo es Probleme mit Straßenkindern gibt oder wo kranke Kinder sich zurückziehen. Original Play wurde von der UNO als Gewaltprävention ausgezeichnet. Beim letzten Workshop, der in Wien stattfand, besuchten Fred Donaldson und die Vorstandsmitglieder von Original Play Österreich

für den Praxistag den KinderfreundeBetriebskindergarten der Arbeiterkammer, wo seit zwei Jahren regelmäßig gespielt wird. Laut Leiterin Anna Scheidl hat das regelmäßige Spielen in dieser Form zu erstaunlich positiven Entwicklungen geführt: „Es ist eine große Hilfe für verschlossene Kinder. Eher aggressive Kinder werden spürbar umsichtiger, andere weniger wehleidig, die Motorik verfeinert sich, und die soziale Kompetenz wird wesentlich gestärkt.“ Auch die Workshopteilnehmer sind durchwegs begeistert. Nina, Volksschullehrerin, bestätigt: „Original Play ist DIE präventive Methode gegen Gewalt. Man findet

Interview

auf natürliche Art wieder zusammen.“ Und Michael von den CliniClowns will seine Erfahrungen in Zukunft bei seiner Arbeit weitergeben: „Es ist großartig, ich fühle mich beseelt und beschenkt.“ Einig sind sich Fred und Sigrid, Lehrerin: „Nur zuschauen reicht nicht, man muss es selbst erleben. Von außen sieht das Spielen vielleicht banal aus, da kann man unmöglich erfassen, worum es wirklich geht.“ „Auf der Matte verschwinden die Unterschiede“, erklärt Fred. „Was bleibt, sind zwei Gesichter Gottes. Das ist der Grund, warum es funktioniert.“

Fred Donaldson ist 73 Jahre alt, hat zwei Kinder und vier Enkelkinder. Der Amerikaner hat Chinesisch (Master) und Geografie (Doktorat) studiert und unterrichtete an mehreren Universitäten, bevor er anfing, mit Kindern, Kranken und Tieren zu arbeiten bzw. zu spielen.

Einführungsworkshop „Original Play“ 15. & 16. Oktober 2016 Für Eltern, Lehrer/-innen, Kindergartenpädagog(inn)en, Tagesmütter und -väter, Sozialpädagog(inn)en und alle anderen Interessierten. Die Workshopteilnehmer/-innen können ihre ureigene Spielenergie wiederentdecken und werden darauf vorbereitet, freudvoll und sicher mit Kindern und Jugendlichen Original Play zu spielen. Kosten: € 180,– Ort: Veranstaltungsraum Wohnprojekt Wien Krakauerstraße 19, 1020 Wien www.wohnprojekt-wien.at Alle Infos und weitere Termine unter www.originalplay.at

Wie entdeckten Sie Original Play? Nachdem ich meine akademische Karriere beendet hatte, nahm ich einen Job an einer Grundschule an. Ich bewarb mich als Speziallehrer für Spielen, ohne zu wissen, was ich tun würde. Zum Glück wussten die Kinder, was sie taten. Ich setzte mich auf den Boden im Klassenzimmer, und sie kletterten auf mich drauf. Sie redeten nicht, sie begannen einfach zu spielen. Als Akademiker war ich darauf trainiert, nach Mustern zu suchen, also notierte ich täglich meine Beobachtungen und Erlebnisse. Ohne es zu erwarten, entdeckte ich mit der Zeit tatsächlich Muster im Spiel der Kinder. Ich begriff, dass das hier etwas ganz Besonderes war. Wie unterscheidet sich Original Play von anderen Spielen?

Es gibt zwei Arten von Spielen auf der Welt: Eines ist kulturelles Spielen. Das sind alle Aktivitäten, die Erwachsene Kindern als Spiele präsentieren. Aber Kinder und Tiere haben mich eine andere Art des Spielens gelehrt – Original Play. Dabei geht es um die Fähigkeit, Vertrauen und Liebe zu kommunizieren. Egal, ob man mit einem Kind, einem Wolf oder einem Delfin spielt, diese Fähigkeit ist dieselbe. Was macht Original Play aus? Original Play lässt alle Unterschiede zwischen uns verschwinden. Es erlaubt uns, Kulturen, Kategorien und Handycaps zu überwinden, von denen wir denken, dass sie wichtig sind. Die Menschen sind gut darin, über Frieden zu reden. Original Play ist gelebter Frieden, nicht nur die Idee davon. Welche Lebewesen sind Ihre liebsten Spielkameraden? Menschenbabys. Man glaubt kaum, wie unterschiedlich sie schon im jüngsten Alter sind. Mit ihnen könnte ich unendlich lange spielen.

© Verein Original Play Österreich

Kommende Termine Vortrag mit Fred Donaldson 14. Oktober 2016, 19 Uhr Hier schildert Fred Donaldson auf berührende Weise, wie ihm Anfang der 1970er-Jahre Original Play von kleinen Kindern offenbart wurde. Kosten: € 10,–

Wollten Sie immer schon mit Kindern arbeiten? Nein, niemals. Ich strebte eine akademische Karriere an, das war es, was ich wirklich wollte. Aber es stellte sich heraus, dass mir auf den Unis zu viel Politik gemacht wurde.

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Tipi-Familienkino und

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präsentieren den Kinospaß

MOLLY MONSTER – DER KINOFILM

Kino

Ihr wollt dabei sein, mit eurer ganzen Familie? Dann sendet uns ein E-Mail mit der benötigten Ticketanzahl an kino@tipimagazin.at und erlebt die Premiere des Familienfilms Molly Monster – Der Kinofilm. Die Ticketvergabe erfolgt nach Verfügbarkeit. Wer exklusiv dabei ist, bekommt bis spätestens Mittwoch, 31.08.2016 ein Bestätigungs-E-Mail.

Wann: Samstag, 03. Septem ber 2016 Kartenausgabe: 13 Uhr Filmbeginn: 14 Uhr Wo: Village Cinema Wien Mit te, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien

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Leben und wir

Die Geschichte einer Kindheit

Interview

Adi Hirschal

Er gilt als der Wiener schlechthin, ist aber in Innsbruck geboren und in Linz aufgewachsen. Schauspieler, Sänger und Entertainer Adi Hirschal über eine perfekte Kindheitsidylle, die Jahre bei den Wiener Sängerknaben und die Sache mit seinem Namen ... von kim sztrakati Du bist in Innsbruck geboren ... Adi Hirschal: Ja, ich bin in Innsbruck geboren, meinen vierten Geburtstag hab ich dann aber schon in Linz gefeiert. Wie war deine Kindheit in Linz? Dieses Linz war eine unglaubliche Idylle. Wir haben in einem Vorort von Linz, ganz im Osten der Stadt, jenseits der Traun, gelebt. Und dort hab ich wirklich eine perfekte Kindheit gehabt: als Einzelkind, aber mit unglaublich vielen Freunden und Freundinnen, mit einem großen Garten, einer Bäckerstube unter uns – es war einfach schön! Kannst du dich erinnern, wie du damals deine Sommer verbracht hast? In den Traunauen. Da hat es an der Traun entlang so kleine aufgetürmte Steine gegeben, das waren die Traversen, wo man schwimmen lernen konnte. Und dann gab es da auch einen kleinen Bach mit einer Wehr, der sogenannten Hoflehner-Wehr, wo wir schwimmen waren. Abenteuerlich war das! Wir sind mit Blutegeln geschwommen, haben mit Stöcken Schlachten gegen Brennnesselstauden ausgefochten – eine sehr schöne Zeit. Wie war es, einen Zahnarzt als Vater zu haben? Ich war immer der „Doktorbua“. Mein Vater war kein sehr zarter Zahnarzt, aber dafür ein sehr schneller. Das heißt: Es hat wehgetan, aber es war kurz und schmerzhaft. Wolltest du selbst auch einmal Zahnarzt werden? Davon hat mir mein Vater stets abgeraten und gesagt: „Dein Leben im Mund von anderen

Leuten zu verbringen, ist nicht unbedingt das Wahre.“ Er wollte eigentlich Chemiker werden, hat dann aber in der Nachkriegszeit das bereits angefangene Chemiestudium in Medizin umgewandelt. Seine Leidenschaft galt aber immer der Chemie. Nach ein paar Jahren in Linz ging es für dich als 10-Jähriger nach Wien zu den Wiener Sängerknaben. Wie war es, plötzlich ganz allein in der großen Stadt zu sein? Mein Gesangstalent wurde im Kirchenchor in Ebelsberg entdeckt, und ein halbes Jahr später bin ich schon bei den Wiener Sängerknaben gelandet. Das war damals wie ein kleiner Tod für mich, weil da ganz abrupt alles, was mir lieb war, weg war. Stattdessen hatte ich plötzlich einen sehr strikten Tagesablauf, wo enorme Disziplin gefragt war. Ich würde jetzt nicht sagen, dass es schlecht war – wir hatten trotzdem unsere Freizeit, einen Riesengarten, und das Palais Augarten ist ja auch nicht gerade eines der hässlichsten Gebäude, die es in Wien gibt. Und dann waren da natürlich diese unglaublichen Reisen, die wir gemacht haben. Also, sagen wir: Die ersten zwei, drei Wochen waren schlimm – das war so ein kleines Sterben. Doch dann kam die Musik, und dank der wurde ich wie neu geboren: Mozart, Schubert, Beethoven,

Britten, Bartók – es war einfach ein unglaubliches Erlebnis, mit dieser Musik zu arbeiten. Wie hat so ein Tag im SängerknabenInternat ausgesehen? Um halb 7, 7 Uhr aufstehen, frühstücken – ein Schmalz- oder Butterbrot und einen furchtbaren Frühstückskaffee, den ich niemals vergessen werde –, dann um 8 Uhr zur Schule. Dort wurde dann das Wissen in uns hineingestopft. Wir waren nur ganz wenige Schüler in einer Klasse, wodurch der Unterricht sehr effizient war, weil man sich so auf die einzelnen Kinder einlassen konnte. Das Tollste an der Sängerknaben-Zeit waren aber sicher die Reisen. Welche Reise hat dich am meisten beeindruckt? Von Wien nach Neuseeland und wieder zurück – da waren wir 7 Monate auf Tour. Die Zeit werde ich nie vergessen und hat auch mein weiteres Leben maßgeblich geprägt. Denn auf einmal war ich kein Österreicher mehr, sondern ein Kosmopolit. Ich war immer schon sprachbegabt, hab mich also sehr gut durchschlagen können. Langweiliger waren hingegen die Deutschlandtourneen – Deutschland war damals, in den 50ern und 60ern, ja auch nicht gerade schön. Nach dem dritten Kapellmeister hat es mir gereicht, und ich bin etwas aufmüpfig geworfen. Mit 13 hab ich mich dann von meinen Eltern nach Linz zurückholen lassen.

Als Mitglied der Wiener Sängerknaben hat Adi die ganze Welt bereist – eine Zeit, die ihn maßgeblich geprägt hat.

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Leben und wir

Aber eher wegen des Betragens als wegen deiner schulischen Leistungen? Ich hab in Betragen einen Vierer mit einer Mahnung gehabt, und es hat geheißen: „Wenn du die Schule nicht wechselst, dann werden wir dir das Leben zur Hölle machen!“ Also kam ich nach der vierten Klasse in eine andere Schule, wo ich dann zwei oder drei Lehrer hatte, die mich förderten. Mein Englischlehrer etwa war der Hammer – der hat mich gar nicht mehr geprüft, weil ich eh alles konnte. Und ein Schlüsselerlebnis war für mich Latein, das hat mir die ganze Welt eröffnet. Ich plädiere heute noch dafür, dass jeder Latein lernen sollte. Dann gab es da noch einen unglaublich tollen Deutschlehrer, der mir in der 6. Klasse den „Mann ohne Eigenschaften“ zu lesen gab und mich unglaublich bestärkt und zum Denken angeregt hat. In der Schule war ich nicht mehr so verhaltensauffällig, trotzdem war ich für die Klasse immer der „Interessante“. Heute noch erzählen mir Mitschüler, was ich am Tag X für einen Mantel angehabt hab – verblödet eigentlich, andererseits: Wie schlimm muss Linz gewesen sein, dass so was auffallt ...? (lacht)

© Archiv Theater Akzent (1), Privat (2)

Wie war es, nach den Jahren in der „großen, weiten“ Welt wieder zurück nach Linz zu kommen? Linz war plötzlich sehr eng und provinziell. Ich bin damals völlig verändert aus Wien zurückgekommen. Dieses Leben und dieser frühe „Starrummel“ – in Japan sind wir verehrt worden wie Götter – haben meinem Selbstbewusstsein einen ordentlichen Schub verpasst. Alle haben mich gehänselt: „Jetzt glaubst du, du bist was Besseres.“ Und dann hab ich mich zur „Krätzn“ entwickelt, hab immer Kontra gegeben. G’scheit war ich ja – das lässt jetzt nach (lacht). Ich war immer der Rädelsführer, besonders bei schlimmen Dingen, bis ich die Schule wechseln musste.

» Ich war immer der coole Hund! «

Du warst also immer „der Coole“ ... Ja, ich war irgendwie eine Art Autorität. Der coole Hund. Im Sommer bin ich von meinen Eltern sechs Wochen nach Frankreich geschickt worden oder war drei Sommer hintereinander in England, wo ich in Bournemouth meine Degrees gemacht hab – und natürlich viel auf Konzerte gegangen bin.

Ja, in die hab ich mich natürlich auch verschaut. Aber weil ich kein Aufreißer bin, sondern eher der Schüchterne, war ich immer so ein bisschen angewiesen auf kleine Fallen und Tricks der Stille. Und durch diese Zurückhaltung bin ich erst recht aufgefallen.

Wie war es in dieser Zeit denn mit den Mädels?

Und wie war die erste Liebe? Schrecklich. Anstrengend. Und aufre-

gend. Ich war immer verzweifelt verliebt, nervös und glücklich zugleich – ein einziger Hormonsturm. Ich hab die Frauen immer verehrt, war nie ein Beutemacher. Und ich glaube kaum, dass mir heute noch eine böse ist. Gab es denn neben deinen Eltern noch andere Bezugspersonen in deiner Kindheit? h er bst 2016 |

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© Sabine Hauswirth (1), Privat (1)

Leben und wir

ADI HIRSC HAL Adi Hirschal im Kreise seiner Familie, mit Tochter Maddalena, Frau Michaela und Sohn Geronimo.

Ich hab einen sehr beeindruckenden, sehr unfreundlichen Großvater gehabt, der mich geschätzt hat, solange ich nicht selbst gedacht habe. Und als ich meine eigenen Wege gegangen bin, ist die Liebe etwas kleiner geworden. Aber ich hab ihn immer gemocht. Er war sehr autoritär, ein hoher Beamter in der Linzer Stadtverwaltung. Mein Onkel und mein Vater sind immer zu ihm gegangen, weil sie es mussten; mein Verhältnis zu ihm war da hingegen lockerer. Ich kann mich erinnern, dass ich immer hinter ihm gelegen bin und seine Arme angegriffen hab – mir hat diese alte Haut so gut gefallen, die war so samtig und weich. Und ich weiß noch ganz genau, wie er gerochen hat ... Wie hast du dich eigentlich mit deinen Eltern verstanden? Meine Mutter war ein richtiger Streithansel – das war nicht sehr schön. Ich hab als 68er auch große Schwierigkeiten gehabt, mich haar- und modemäßig durchzusetzen. Aber den Geschmack – den hab ich von ihr geerbt. Sie ist vor dem Krieg durch eine Skibekanntschaft zu einer Adelsfamilie, stinkreichen Schlossbesitzern, nach England gekommen, wo sie dann vom bettelarmen Kärntner Madl zur Hausdame avanciert ist. Sie ist im RollsRoyce herumgefahren und sollte schon einen englischen Fregattenkapitän heiraten, aber als der Krieg ausgebrochen ist, war sie auf einmal eine „unerwünschte“ Person und musste gehen. Sonst wäre ich vielleicht zur Hälfte ein Engländer geworden – mit roten Haaren (lacht). Wir haben einfach immer sehr viel gestritten. Und dann gab es da immer die Frage nach meinem Namen ...

Warum man sein Kind im Jahr 1948 Adolf nennt? Ja, ich hab das immer wieder hinterfragt und bin innerhalb meiner Familie auf wunde Punkte gestoßen. Ich hab mich dann regelmäßig kräftig mit allen angelegt, aber so richtig, sodass ich mir jedes Weihnachten verschissen hab. Mein Großvater hieß Adolf, und auf den haben sie sich herausgeredet: „Na, der Opa heißt ja auch so.“ Der wurde 1886 geboren und war damit älter als der Adolf Hitler. Hast du irgendwann mal überlegt, deinen Namen zu ändern? Nein. In Ebelsberg, als Kind, haben mich alle Dolfi genannt. Und bei den Sängerknaben war ich dann schon der Adi. Ich hab immer gesagt, mein Name ist total uncharismatisch – als Hirschal kannst eigentlich nicht Schauspieler oder Künstler werden. Wobei mich Musik und Rock ’n’ Roll viel mehr beeindruckt hat als Theater. Aber das hat man ja nicht lernen können. Ich konnte auch nach den Sängerknaben lange nicht singen – das hat einfach scheiße geklungen: Ich hab keine Band gehabt, keinen Chor um mich. Und die Sänger damals waren alle so wild und so rau: Jimi Hendrix, Deep Purple, Rolling Stones ... da war ich Fan! Ich hab dann erst 1986 wieder richtig zu singen begonnen. Und jetzt leiste ich mir eine Rockband, singe Sachen von Willy de Ville, Tom Petty und Elvis Presley, aber auch selbst Komponiertes. Mittlerweile verdien ich mit der Musik sogar das meiste Geld. Jetzt brauch ich nur noch ein gescheites Marketing, und dann hab ich mit 80 meinen Durchbruch (lacht).

• Geboren am 17. November 1948 in Innsbruck; mit drei Jahren Übersiedlung nach Linz • 1958 bis 1963 Mitglied bei den Wiener Sängerknaben • 1968 nach der Matura Präsenzdienst • 1969 Beginn des Jus-Studiums an der Uni Wien (bis zur ersten Staatsprüfung) • 1970 Übersiedlung nach Berlin, erste Versuche am Theater • 1971–1974 Schauspielausbildung am MaxReinhardt-Seminar in Wien • 1974 Erstes Engagement am Burgtheater bei Giorgio Strehler • 1977 Ausstieg aus dem Theaterleben in die „zweite Reifeprüfung“, unterwegs auf Europas Straßen • 1985 Rückkehr nach Wien, Rollen am Theater in der Josefstadt, am Münchner Volkstheater, am Wiener Akademietheater • 1992 Durchbruch mit den „Strizziliedern“ und der Rolle des Rene in „Kaisermühlen-Blues“ • Regelmäßige Auftritte in TV-Serien und -Filmen (Kaisermühlen-Blues, Kommissar Rex, Der Bockerer) • Ab 1990 Eigenproduktionen und eigene musikalische Projekte • 2001 Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien • 2003–2008 Intendanz des Theatersommers Haag • Seit 2004 künstlerischer Leiter des Wiener Lustspielhauses im Theaterzelt Am Hof • 2015 Berufstitel Professor Aktuelle Projekte: • Don Giovanni, Wiener Lustspielhaus, www.lustspielhaus.at • Adi Hirschal Samtorchester de Luxe – Sommerschlusskonzert, 02.09.2016, Wiener Lustspielhaus • Wiener und andere Menschenfresser, 22.09.2016, Eden Bar www.adihirschal.at

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Alles andere kannst du vergessen.

#DontWorryBeDorie

AB 29. SEPTEMBER IM KINO


Leben und wir

Super-Mami müsste man sein #regrettingmotherhood – Ja, es gibt sie: bereuende Mütter. 23 von ihnen kamen in der 2015 veröffentlichten Studie der israelischen Soziologin Orna Donath zu Wort. Die durch sie ausgelöste Debatte bricht eines der letzten Tabus der Menschheit. von julia fleiß

Meine Oma hat es zu meiner Mutter gesagt: „Bekomm keine Kinder, sondern genieß dein Leben!“ Und als ich in meinen Zwanzigern alles andere im Kopf hatte als Kinder zu bekommen, hörte ich oft von meiner Mutter: „Recht hast du.“ So neu ist die Tatsache, dass Mütter – könnten sie die Zeit zurückdrehen – ihr Leben anders gestalten würden, nicht für mich. Neu ist aber, dass frau in der Öffentlichkeit zugibt, dass das Leben mit Kindern nicht immer das Gelbe vom Ei ist und dass Muttersein nicht immer automatisch mit Glücklichsein gleichgesetzt werden kann. Die Zeichen stehen auf Umdenken. Immerhin hat sogar der Duden die Definition des Wortes „Mutterliebe“ von „opferbereite fürsorgliche Liebe der Mutter zu ihrem Kind“ in ein pragmatisches „Liebe der Mutter zu ihrem Kind“ geändert. Die Gesellschaft tut sich aber noch sehr schwer damit, das Mutterbild, das Müttern alles abverlangt und gleichzeitig ihr absolutes Glück voraussetzt, abzulegen.

Die Uhr tickt Bei vielen Frauen ist es so: Mit 30 beginnt die biologische Uhr zu ticken. Zwischen Schulabschluss, Studium und ersten beruflichen Erfolgen wird kaum ans Kinderkriegen gedacht. Erst dann, wenn im Freundeskreis plötzlich die Familienplanung beginnt, bekommt man selbst auch mit, dass es nun bald Zeit wird, sich zu entscheiden: Kind – ja oder nein? Leider kommt es unter uns Frauen schon bei dieser Frage zu den ersten Rivalitäten. Wir neigen einfach dazu, uns zu vergleichen und uns gegenseitig zu übertrumpfen. Den ersten Kampf gewinnt die, die als Erste schwanger wird. Und was wäre sie für eine Siegerin, wenn sie zugeben würde, dass Muttersein auch viele Schattenseiten hat. Dass es nicht den ganzen Tag so easy ist wie während der halben Stunde, in der man das Baby zum stolzen Präsentieren mit ins Café nimmt. Dass man nicht die unerschütterliche, toughe Super-Mami ist, die man immer sein

wollte. Dass man eigentlich zwischen Wickeln, Stillen und Baby-Herumtragen kaum zu etwas kommt, das man davor gerne getan hat. Nichts dergleichen erfährt man, ehe einem selbst das Glück der Mutterschaft wiederfährt. Komplizierte Geburt, Stillschwierigkeiten, schlaflose Nächte und – das ist der Punkt – weit und breit niemand, dem man sich anvertrauen kann. Denn als Mutter hat man ständig das Gefühl, glücklich sein zu müssen. Immerhin hat man ja jetzt das, was man sich – hoffentlich – wünschte. Und da gibt es sicher mindestens noch die eine Freundin, die auch gerne ein Kind hätte, aber aus den unterschiedlichsten Gründen keines bekommen kann. Vor ihr zuzugeben, dass das alles gar nicht so toll ist? Das wäre doch eigentlich ein Anfang. Anstoß zur Debatte Die Soziologin Orna Donath, die generell gesellschaftliche Erwartungen erforscht, die an Frauen gestellt werden, machte

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Leben und wir

mit ihrer 2015 veröffentlichten Studie „#regrettingmotherhood“ den Anfang des Tabubruchs. Da ja auch kinderlose Menschen immer wieder gefragt werden, ob sie ihre Kinderlosigkeit nicht bereuten, befragte die Soziologin 23 israelische Frauen aus verschiedenen sozialen Schichten zwischen 20 und 75 Jahren, ob sie aus heutiger Sicht noch einmal Mütter werden würden. Egal, ob Arbeiterinnen, Akademikerinnen, Frauen mit kleinen Kindern, welche mit Teenagern und teilweise schon Großmütter – alle antworteten mit Nein. Die meisten betonten, dass sie ihre Kinder liebten, aber die Mutterschaft an sich hassten. Die Frauen beschrieben ihr Leben als Mütter mit drastischen Worten wie „Zeitvergeudung“, „30 Jahre Leiden“, „Versklavung“ und „Albtraum meines Lebens“. Vor allem im deutschsprachigen Raum und in Skandinavien schlug Donaths Studie große Wellen. Auf der einen Seite Wellen der Empörung, welche die befragten Frauen als krank und gefühls-

Buchtipps Orna Donath: #regretting motherhood: Wenn Mütter bereuen; Albrecht Knaus, € 17,50 In Orna Donaths Studie beantworten 23 israelische Frauen die Frage „Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie noch mal Mutter werden?“ mit Nein. Die Soziologin lässt hier die Mütter von ihren Erfahrungen berichten. Sarah Fischer: Die Mutterglück-Lüge. Regretting Motherhood – Warum ich lieber Vater geworden wäre; Ludwig, € 17,50 Sarah Fischer erzählt gnadenlos ehrlich, wie ihr eigenes, selbstbestimmtes Leben seit der Geburt ihrer Tochter verloren ging und warum wir dringend ein neues Mutterbild brauchen, das sich an den Bedürfnissen der Frauen orientiert. Esther Göbel: Die falsche Wahl. Wenn Frauen ihre Entscheidung für Kinder bereuen; Droemer Knaur, € 19,99 Esther Göbel beleuchtet die tieferliegenden gesellschaftlichen Hintergründe des Phänomens #regrettingmotherhood und geht der Frage nach, welche Rolle überzogene Ansprüche an Mütter und antiquierte Rollenbilder dabei spielen.

© Jamie Grill (1), Franca Gimenez (1), Verlage (3)

Wenn sich das Mutterglück nicht einstellt, suchen Frauen meist den „Fehler“ bei sich selbst, da eine unglückliche Mutter nicht ins Gesellschaftsbild passt.

» Ich hoffe, sie wird stolz auf mich sein, dass ich ehrlich zu mir und anderen war. « arm bezeichneten. Auf der anderen Seite Wellen der Erleichterung von Müttern, die froh waren, dass endlich jemand sagte, dass nicht alle die Mutterschaft genießen. Böse Blicke Eine, die sich am Spielplatz oder bei Mutter-Kind-Treffen nie ein Blatt vor den Mund genommen hat und dafür stets böse Blicke erntete, ist Sarah Fischer. Sie bekam mit 39 Jahren ihre Tochter, die sie über alles liebt. Aber ihre Situation als Mutter liebt sie nicht. Denn ihr altes, selbstbestimmtes Leben hat sie verloren, und die Mutterrolle, in die sie die Gesellschaft drängt, gefällt ihr gar nicht. Wollte sie mit anderen Mütter darüber reden, stieß sie auf eine Mauer des Schweigens. Ihr Buch „Die MutterglückLüge“ ist ein sehr persönlicher Erfahrungsbericht, in dem sie auf ehrliche, humorvolle Weise beschreibt, warum sie lieber Vater geworden wäre. Denn Väter werden für alles, was sie zusätzlich zu ihrer Arbeit für ihr Kind tun, bewundert. Mütter hingegen werden nicht bewundert, wenn sie neben Familie und Haushalt auch noch einen Job meistern. Ihnen wird sofort unterstellt, ihre Kinder

zu vernachlässigen. Sarah Fischer war im Frühjahr gemeinsam mit Esther Göbel zu Gast im Wiener Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch. In ihrem Buch „Die falsche Wahl. Wenn Frauen ihre Entscheidung für Kinder bereuen“ konkretisiert die noch kinderlose Esther Göbel das, was sie bereits in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung im April 2015 veröffentlichte: Die Gesellschaft verlangt eine emanzipierte, unabhängige Frau und und stülpt ihr dennoch eine völlig tradierte Mutterrolle über. „Es wird die völlige Aufgabe der eigenen Bedürfnisse im Vergleich zu denen des Kindes vorausgesetzt, aber gleichzeitig

Tipp: Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch (MUVS) Hier lassen Details über die angstbesetzte Zeit vor der Pille, eigenwillige Verhütungs- und schreckliche Abtreibingsmethoden selbst aufgeklärt Geglaubte aufhorchen. Als Institution, die aus der Vergangenheit lernen möchte, dokumentiert das weltweit einzigartige Museum ein Kapitel der Gynäkologie, in dem Verhütung irgendwo zwischen Verzweiflung und Fantasie angesiedelt war. Anschaulich präsentiert werden aber auch heutige Verhütungsmethoden. Mariahilfer Gürtel 37/1. Stock, 1150 Wien Öffnungszeiten: Mi–So 14–18 Uhr www.muvs.org

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Apropos Paradoxon ... Man soll stillen, weil das doch das Gesündeste für das Baby ist, aber bitte nicht in der Öffentlichkeit – das gehört sich nicht. Man soll schnell wieder ins Berufsleben zurück, das schaffen doch alle heutzutage. Aber unter drei Jahren in die Kinderkrippe? Das klingt schon ein bisschen nach Rabenmutter. Mit Kindern muss man viel unternehmen. Aber bitte nicht mit Bus oder U-Bahn fahren, quengelnde oder gar schreiende Kinder, die nicht in ihren Buggys sitzen wollen, sind äußerst nervig. Wenn schon, dann bitte schnell den Schnuller zücken, damit die oder der Kleine sich beruhigt. Aber der zahnspangen-verheißende Notfalls-Beruhiger wird nicht lange süß gefunden – bitte rechtzeitig abgewöhnen! Das kann doch nicht so schwer sein ... Es gibt noch beliebig viele weitere Widersprüche, mit denen sich Mütter tagtäglich konfrontiert sehen. Das Problem ist, dass bei Kindern alle das Gefühl haben, mitreden zu müssen. Die Mutter als Allgemeingut Dass Mutterwerden und Muttersein von der Gesellschaft als Themen der allgemeinen Öffentlichkeit angenommen werden, spürte Sarah Fischer zum ersten Mal Anfang 30, als ihr Frauenarzt sie fragte: „Na, Frau Fischer, wann bekommen Sie denn jetzt mal ein Kind? Es wird Zeit!“ Abgesehen davon, dass sie diesen Arzt daraufhin wechselte, wurde sie mit 39 Jahren doch noch schwanger, wozu sich die Menschen in ihrer Umgebung erst recht äußerten. Wildfremde berührten einfach ihren Bauch, jede in ihrem Umfeld schien zu wissen, was das Beste für eine Frau in ihren Umständen war. Aber Sarah Fischer wollte nur eines: So weitermachen und arbeiten wie bisher. Auch wenn ihr Mann sie sehr unterstützt, musste sie erkennen, dass das nicht geht. „Ich arbeite weniger, weil ich mich ja bewusst für meine Kleine entschieden habe und ihr Zeit widmen möchte“, erzählt Sarah Fischer. Fast scheint es so, als hätte sie eine Reisegefährtin gewonnen: „Ich reise zwar nicht mehr so viel wie vor der Geburt meiner Tochter, aber sie liebt es auch, unterwegs zu sein.“ Ihr Buch widmet Sarah Fischer ganz klar ihrer Tochter. „Ich hoffe, sie wird stolz auf mich sein, dass ich ehrlich zu mir und anderen war. Und ich hoffe, dass sie es einmal leichter haben wird.“

Sarah Fischer

Interview

© Petra Ender (1), Privat (1)

sollen Frauen emanzipiert sein“, kristisiert Göbel und bezeichnet die Situation der Mütter als Paradoxon.

wurde 1972 zwei Wochen nach ihrer Geburt adoptiert und wuchs in Süddeutschland auf. Nach Stationen bei Virgin Records und MTV widmete sie sich dem Reisen. Als Mongoleiexpertin betreut sie Film- und Fernsehteams unter anderem von ARD, ZDF und arte und arbeitet als Vortragsreferentin.

„Es wäre besser, wenn wir ehrlich zueinander wären.“ Gibt es ein Land, in dem Sie lieber Mutter geworden wären als in Deutschland? Auf der einen Seite ja, nämlich in der Mongolei. Dort läuft die Kindererziehung sehr natürlich und einfach nebenher so mit, und niemand wird überkritisch dabei beäugt. Auf der anderen Seite weiß ich es sehr zu schätzen, wie gut wir es hier haben, was zum Beispiel die medizinische Versorgung angeht. Was müsste sich ändern, damit Mütter und Väter nach der Geburt ihres Kindes nichts an Karrierechancen einbüßen? Doppelverdiener-Haushalte müssten gefördert werden, man bräuchte mehr Kinderbetreuungsplätze, in gleichen Berufen sollten Frauen und Männer gleiches Gehalt bekommen, Teilzeit muss für beide Elternteile möglich sein.

Bewegung zu sein! Es war wirklich an der Zeit, das offen auszusprechen, wie ich immer wieder merke! Woher kommt diese Rivalität unter den Müttern? Wäre es nicht einfacher, wir würden ehrlich zueinander sein und uns gegenseitig unterstützen? Ich habe mir oft gedacht, dass Unsicherheit dahintersteckt. Man will etwas besonders gut machen und verteidigt deshalb gegen andere den selbst gewählten Weg. Es wäre besser, wenn wir ehrlich zueinander wären und uns gegenseitig unterstützen würden, jede auf ihre Art. Man könnte voneinander profitieren, anstatt Energie mit diesen „Kindereien“ zu verschwenden. Vielleicht ist es auch eine Frage des Selbstbewusstseins. Selbstsichere Menschen haben weniger Schwierigkeiten, auch andere Lebensformen zu tolerieren.

Denken Sie, dass die Debatte #regrettingmotherhood etwas bewegen wird bzw. schon bewegt hat? Ganz bestimmt hat die Debatte #regrettingmotherhood viel bewegt und wird hoffentlich noch viel mehr bewegen. Ich habe unglaublich viele Zuschriften bekommen, auch von Männern und von Frauen im Ruhestand, die z.B. schrieben, wie sehr sie es bedauern, dass es solche Debatten zu ihrer Zeit nicht gab. Ich werde zu sehr vielen Diskussionsrunden eingeladen, es gibt zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema – das hat meine Erwartungen übertroffen, und ich bin glücklich, Teil dieser

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Leben und wir

© Privat

Urpeinlich, Papa! Summen verboten! Die hohe Kunst, unbewusste Vorgänge im Körper zu unterdrücken. Oder: Wie man sich bei Mensch und Tier gleichermaßen lächerlich macht. Ein Ratgeber. von alexander reichmann

Was für ein schöner Tag. Nicht zu heiß, nicht zu kalt, unter der Woche auch noch, die Menschenmassen halten sich in Grenzen – auf in den Tiergarten. Sehr zum Widerwillen des pubertierenden Teenagers, der eigentlich nichts mehr cool findet. Gar nichts. Außer vielleicht einer Handvoll Vloggern auf YouTube, die wiederum meines Erachtens geistig unbewaffnete und verbal inkompetente Nebenexistenzen darstellen. Kognitiv suboptimiert quasi. Generationskonflikt 2.0. Ich starre in ein angewidertes Antlitz und versuche mit meinem Gesichtsausdruck so was wie Freude zu senden, so was wie: „Das wird super, wir waren schon lange nicht mehr hier!“ Der Empfänger sendet so was wie ein „Zu Recht waren wir lang nicht mehr hier“ – Ablehnung und Verachtung für mein blödes Gegrinse. Unbeirrt trotte ich trotzdem voran Richtung Elefantengehege, ein prüfender Blick zur Seite – keiner da. Ich dreh mich nach rechts, ich dreh mich nach links und sehe in einiger Entfernung meinen Kampfteenager mit bösem Blick unter dem Sonnenschirm einer Eisdiele stehen. Nein, nicht stehen. Sie hat sich festgeschraubt am Boden. Ich eile hin, um die Befindlichkeit der Prinzessin zu erfragen und werde mit der Tatsache konfrontiert, dass ich manchmal beim Gehen leise vor mich hin summe. „Das ist urpeinlich! Mit dir kann man nirgends hingehen!“

Ein Nachdenkprozess wird in Gang gesetzt. Ja, wenn leises Summen tatsächlich urpeinlich ist, dann zeig ich dir mal, was richtig peinlich ist. Nachdenkprozess Ende. Ich verberge mein schelmisches Grinsen und gelobe offiziell selbstverständlich ewige Besserung. Mein perfider Plan wird gleichzeitig in Gang gesetzt, und ich beginne in gemäßigter Lautstärke ein Liedlein zu pfeifen. Zuerst leise und dann immer lauter. Aus dem Augenwinkel sehe ich ein kleines Gesicht, aus dem schwarzer Rauch aufsteigt, ich sehe Augen, die Feuer sprühen und leg mir demonstrativ die Hand auf den Mund. Ups. Habe ich etwa gepfiffen? Tut mir wahnsinnig leid. Ich mach das natürlich nicht absichtlich, es passiert einfach so. Kurze Entspannungsphase eingeleitet, nach dem vierten Gehege hole ich zum ultimativen Endschlag aus und beginne den Song zu trällern, der sich kurz zuvor aus einer Imbissbude raus ohrwurmartig ins Hirn gefressen hatte. Das Geträller wird lauter, mal sehen, wo die Schmerzgrenze tatsächlich ist. Meine Augenwinkel beobachten einen fleischgewordenen Dampfhammer mit der Aura eines Atomkraftwerks. Der Dampfhammer wird langsamer und langsamer, bis er endlich zum Erliegen kommt und tief Luft holt. Ups. Hand klatscht gegen Mund. Schon wieder? Das tut mir aber leid, ich mach das scheinbar unbewusst und kann gar nichts dafür … Der kleine Teufel auf meiner rechten Schulter lacht sich kaputt, und das Engelchen links knallt mir eine. Vielleicht sollte ich den Bogen nicht überspannen, wobei der Gedanke, mit einer lautstarken Flatulenz den atomaren Dampfhammer zur Explosion zu bringen, einen gewissen Hauch von Reiz erzeugt. „PAPA. DU BIST ECHT PEINLICH! Was kommt als Nächstes? Vielleicht fur… du auch noch in der Öffentlichkeit??“ Oje. Teufelchen ist ertappt. Das Engelchen hingegen jubiliert und ermahnt mich zu ordentlichem Benehmen. Na gut. Ich gebe mich geschlagen, ich bin peinlich. Aber für unbewusstes Summen kann ich doch tatsächlich nichts …

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Leben und wir

Dafür bist du noch zu klein!

© Katrina Trang

Wir Eltern entscheiden uns dafür, Kinder zu bekommen. Dabei vergessen wir, dass die Kinder niemand fragt. Die werden einfach gemacht. Ob sie das wollen oder nicht, spielt in ihrem Entstehungsprozess keine Rolle. Kein Wunder also, dass so manches die Welt hinterfragende Exemplar ab und zu bedauert, in diese hineingeboren worden zu sein. Ein typischer Fall von „regretting childhood“*. von alina rheindorf

* Hintergrundinfo: „regretting motherhood“ (deutsch:„die Mutterschaft bereuen“) ist eine 2015 veröffentlichte, in Israel durchgeführte Studie, die weltweit für Aufsehen gesorgt hat. Die befragten Frauen lieben ihre Kinder, aber den Umstand, Mutter geworden zu sein, bereuen sie, weil die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Mütter nicht ihren Vorstellungen entsprechen (siehe auch S. 28).

Mode von Oeuf, www.oeufnyc.com

Wenn man Kinder fragt, was sie denn am Kindsein stört, kommt eine Antwort ganz bestimmt: „Dass ich nicht selbst bestimmen kann.“ Das war auch die Antwort meines eigenen 5-jährigen Sohnes. Und er hat recht. Sein Leben wird fremdbestimmt. Oberflächlich und mit den Augen eines Erwachsenen betrachtet ist so ein Kinderleben zwar herrlich: Spielen, Essen, Schlafen. Und immer rennt jemand hinterher (kann vielleicht auch nerven!), tröstet einen, wenn man hinfällt, hat Verständnis für Wutanfälle, nimmt spontane Getränkebestellungen entgegen, stillt den Hunger, liebt und umsorgt einen. Ist für einen da, in guten und selbstverständlich auch in den ganz miesen Zeiten.

Und es gibt auch tatsächlich Kinder, die rundum zufrieden sind. Greta (4 Jahre) und Fritz (12 Jahre) stört am Kindsein genau „nix“. Beneidenswert ...

Frido (8 Jahre alt) bringt es auf den Punkt: „Blöd ist, dass man nicht überall mitbestimmen kann und dass man das tun soll, was Erwachsene einem sagen.“

Aber bei meiner kleinen Umfrage bleiben sie in der Minderheit. Ein Großteil der befragten Minderjährigen fühlt sich wie eine kleine Marionette in der Welt der Großen, die sagen, wann was gemacht werden muss. Meistens zu dem ungünstigsten Zeitpunkt. Abendessen, wenn das Spielen gerade am lustigsten ist. Schlafengehen, wenn man gar nicht müde ist. Nicht fernsehen, wenn man gerade unbedingt fernsehen will.

Sind wir ehrlich: Es muss der blanke Horror sein. Kindsein ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Der ist nämlich sowieso verboten, ungesund und macht die Zähne kaputt. Und Ponyhof ist das auch keiner, denn da macht man höchstens einmal Urlaub. Und selbst dort muss man ins Bett, wenn die Eltern es sagen. Stellen wir uns nur einmal vor, wir Erwachsene würden von unseren Kindern so behandelt werden. Wir sitzen gerade beim lauschigen Abendessen

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Leben und wir

mit Freunden, es wird gelacht, gegessen, getrunken, und dann kommen die Kleinen daher und deuten genervt mit ihrem Zeigefinger auf die Armbanduhr: „Wird langsam Zeit für dich. Husch, husch, ab ins Bett.“ Wir Eltern haben es eigentlich ganz gut getroffen. Wenn wir nicht wollen, dann müssen wir eigentlich gar nichts. Wir können uns sogar in der Früh einen Kaugummischlecker genehmigen, wenn wir das wollen. Unbemerkt, versteht sich. Na gut, die Konsequenzen müssen wir tragen. Aber es ist der freie Wille, der zählt. Kinder müssen müssen. Fanny (15 Jahre): „Ich mag nicht, dass man für alles die Eltern fragen muss und die dann entscheiden, ob sie es erlauben oder nicht. Eltern können sich aussuchen, was sie arbeiten, die Kinder müssen in die Schule gehen und Fächer besuchen, die sie nicht mögen. Und blöde Lehrer muss man auch ertragen.“ Es grenzt an ein Wunder, dass unsere Kinder uns trotzdem lieben, obwohl wir sie täglich zwingen, aufzustehen und in die Schule oder den Kindergarten zu gehen. Selbst, wenn sie das gar nicht möchten. Wir gehen mit ihnen zur Ärztin, lassen ihnen Spritzen verabreichen. Wahrscheinlich Folter in ihren Augen. Wir zwingen sie, ihre Haare zu waschen oder ihre Zähne zu putzen. Für Kinder reine Zeitverschwendung. Wir setzen ihnen gesundes Essen vor, obwohl sie wissen, dass man von Eis auch satt werden kann. Verrückt! Wer isst Brokkoli, wenn er Himbeereis mit Schokosauce haben kann? Freiwillig! Und wer denkt, Kinder hätten keine Probleme, der hat einfach keine Ahnung. Louis (7 Jahre): „Ich mag es nicht, dass man als Kleiner oft ausgelacht wird von

größeren Kindern. Ich finde es blöd, dass ich nicht so große Muskeln habe wie die Erwachsenen und dass die Eltern nicht alles erlauben. Und dass ich nicht selbst entscheiden kann, wie lange ich aufbleibe.“ Versetzen wir uns in ihre Lage. Wenn unser/-e Chef/-in uns ständig sagt, was wir zu tun haben, was wir tun müssen und uns nichts selber (außer Lappalien wie zwischen Erdbeereis oder Bananenlutscher) entscheiden lässt, würde uns das ganz schön nerven. Felix (11 Jahre): „Es ist blöd, dass man als Kind nicht so ernst genommen wird wie ein Erwachsener.“ Wir haben Glück, verständnisvolle Kinder zu haben, die uns nicht gleich die Elternschaft aufkündigen und uns sogar trotzdem lieben. Aber blöd finden sie uns manchmal trotzdem. Zu Recht, wie mir mein jüngerer Sohn, der gerade 2,5 Jahre alt ist, bestätigt: Ich: Hast du mich immer lieb? Er: Ja! Ich: Findest du mich manchmal blöd? Er: Ja. (Solche Fragen darf man Betrunkenen und Kindern einfach nicht stellen) Ich: Wann? (Überlegt lange) Ich: Wenn ich mit dir schimpfe? Er: Nein. Ich: Wann dann? Er: Wenn du mir nicht zuhörst. Das stimmt. Ich höre manchmal nicht zu. Nämlich dann, wenn ich mitten in einem Gespräch bin. Oder wenn der Tag lange war und ich will, dass die Kinder endlich schlafen. Oder wenn ich mit meinen Gedanken woanders bin. Das sei mir ge-

stattet. Genauso wie es ihm gestattet ist, dass ihn das ärgert. Aber wäre er schon erwachsen: Würde ich dann vielleicht eher hinhören? Manchen Kindern kann es mit dem Erwachsenwerden gar nicht schnell genug gehen. Sie fühlen sich gefangen im falschen Körper und wären am liebsten schon Frau oder Herr im eigenen Haus. Lina (7 Jahre): „Ich finde es blöd, dass ich noch kein eigenes Geld verdienen kann, damit ich mir alles kaufen kann, was ich will.“ Ein Auto zum Beispiel. Denn die Abhängigkeit in der Mobilitätsfrage kommt noch erschwerend in der lang andauernden Situation Kindheit hinzu. Das trifft besonders die Kleinen mit einer besonders großen inneren Größe. Leon (5 Jahre): „Es ist unfair, dass ich nicht so groß bin wie die Erwachsenen. Und dass ich nicht immer in den BOGI Park (Anm.: Indoor-Spielplatz) kann, wenn ich Lust habe. Und dass ich nicht so viel Süßigkeiten essen kann, wie ich will.“ Nikola (3 Jahre): „Kindsein ist doof, weil man zu klein ist, um überall raufzukommen.“ Die generelle Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper bleibt den meisten Menschen leider ein Leben lang erhalten. So wie es ist, soll es meist nicht sein. Und irgendwann ist man so alt und der Rücken schmerzt bei jeder Bewegung, sodass man sich nicht mehr ohne Schmerzen bücken kann. Wetten? Die Auflösung gibt es dann in dem Artikel, den ich hoffentlich in dreißig Jahren schreiben werde: regretting grandmotherhood.

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Leben und wir

Taferlklassler

Wie der Schulstart gelingt

© LVR (1), Adrian Batty (1), LWL/Risse (1), Privat (1)

Der erste Schultag ist für jedes Kind ein aufregendes Erlebnis. Ein Rezept für einen gelungenen Start gibt es nicht, mit einer positiven Grundhaltung und ein paar vorbereitenden Maßnahmen können Eltern ihren Kindern die Anfangszeit aber erleichtern. von sandra prinz

Montag, kurz vor 9 Uhr, Anfang September, irgendwo in einer Volksschule in Oberösterreich. „So, mein Schatz, genieße deinen ersten Schultag!“, flüstert Mama Iris ihrem 6-jährigen Sohn Matteo schmunzelnd ins Ohr. „Du wirst sehen, die Frau Lehrerin ist ganz eine Liebe, und ein paar Kinder kennst du ja schon aus dem Kindergarten“, fügt sie hinzu. Danach verabschiedet sie sich von Matteo, und dieser tritt schüchtern der Lehrerin entgegen, um sie zu begrüßen und dann zum ersten Mal sein Klassenzimmer zu betreten. Szenen wie diese spielen sich Jahr für Jahr ab, wenn rund 80.000 Taferlklassler in ganz Österreich mit der Schule beginnen. „Ich habe Schmetterlinge im Bauch gehabt!“,

Motivationsschub für ABC-Schützen: Der Brauch, Kindern zum Schulbeginn Süßes zu schenken, geht ins 19. Jahrhundert zurück. In den 30ern kamen die Süßigkeiten dann in die Tüte.

sagt Victoria (7), die heuer schon in die zweite Klasse kommt, sich aber gut an ihren ersten Schultag erinnert. Mama Elisabeth (28) meint dazu: „Ich habe ihr immer gut zugeredet, wenn sie ängstlich war. Irgendwie hat sie sich aber auch gefreut. Sie hat angefangen, über die Schule nachzudenken, als wir einige Monate vorher die Schultasche gekauft haben. Victoria hat sie immer wieder probiert und wollte wissen, wie das so sein wird in der Schule.“ Genauso wie die Schulanfänger haben

meist auch die Eltern gemischte Gefühle. Freude und Stolz vermischen sich mit Aufregung und Ungewissheit. Wird mein Kind mit den schulischen Anforderungen zurechtkommen? Wird es sich entsprechend verhalten? Wird es schnell Freunde finden und sich mit seinen Mitschülern gut verstehen? Tatsächlich beginnt mit dem Ende der Kindergartenzeit für kleine Mädchen und Buben ein neuer, aufregender Lebensabschnitt, der viele Veränderungen mit sich bringt. Ein neuer Ort, viele neue Gesichter und langes Stillsitzen in der Schulbank sind eine Herausforderung für die Taferlklassler. Aufgaben und Tätigkeiten, die zuvor auf freiwilliger Basis erledigt wurden, müssen es nun. Eltern können ihr

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Leben und wir Kind dabei unterstützen, dem Schulstart freudig entgegenzublicken, indem sie selbst eine positive Grundhaltung gegenüber der Schule haben und diese weitergeben. Das Kind sollte verstehen, dass es toll ist, in die Schule gehen zu dürfen und Lesen, Schreiben, Rechnen und selbstständig Arbeiten zu lernen.

Victoria hat ihren ersten Schultag erfolgreich geschaff t: „Es war sehr schön!“

Was Schulanfänger können sollten Eltern, deren Kinder den Schulstart vor sich haben, werden mit dem Begriff Schulreife konfrontiert. Damit ist die körperliche, geistige und soziale Fähigkeit und Bereitschaft des Kindes gemeint, den schulischen Anforderungen, Aufgaben und Gegebenheiten gewachsen zu sein. Die Schulreife wird meist schon einige Monate vor Schulbeginn von der Schule, die das Kind dann besuchen wird, überprüft. Nun gibt es eine Vielzahl von Ratgebern, die auflisten, was ein Kind mit dem Schuleintritt alles können und wissen sollte. Eltern sollten sich von dieser Flut an Anforderungen aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. Österreichs Kindergärten tragen wesentlich dazu bei, dass grundlegende Fähigkeiten erworben und trainiert werden. „Der Kindergarten leistet einen großen Beitrag. Ich finde, Julia wird dort gut auf die Schule vorbereitet“, meint Birgit (33). Ihre Tochter Julia (5) ist dieses Jahr Schulanfängerin und ganz stolz darauf. Aber auch zu Hause sollten gewisse Aufgaben und Alltagstätigkeiten selbstverständlich sein. Dazu gehören Hände waschen, den Tisch decken, alleine mit Messer und Gabel essen oder sich ein Brot zu streichen. Kinder sollten außerdem bereits im frühen Alter dazu angeleitet werden, Ordnung zu halten. Motorische Fähigkeiten können trainiert werden, indem die Kinder möglichst viel basteln und Sport betreiben (Ball spielen, hüpfen und

balancieren, laufen…). Auch ein angemessenes Sozialverhalten kann bereits in jungen Jahren eingeübt werden. Kinder müssen beispielsweise lernen, auf andere Rücksicht zu nehmen, ihre eigenen Bedürfnisse zu artikulieren und Kontakte zu knüpfen.

Das richtige Arbeitsmaterial Für einen gelungenen Schulstart auch wichtig: die passende Ausrüstung. Die Auswahl an Schulartikeln ist riesengroß, und die Preisunterschiede sind es ebenfalls. Es müssen nicht immer die teuerste Federschachtel oder die Farbstifte einer bestimmten Marke sein. Dennoch sollten Eltern auf Qualität achten. „Achten Sie nicht nur auf die Optik! Die Schulsachen sollten ja möglichst lang verwendet werden können. Beziehen Sie das Kind beim Aussuchen aber mit ein, schließlich muss es das gesamte nächste Jahr damit arbeiten“, meint Diplompädagogin Cornelia Huber. Umweltorganisationen weisen auch darauf hin, dass Schulartikel

FAKTEN UND ZAHLEN Anzahl der Schulanfänger (ohne Vorschüler) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81.592 Anzahl der Vorschüler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8.296 Anzahl der 1. Klassen an öffentlichen und privaten Volksschulen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4.465 Durchschnittliche Klassenschülerzahl der 1. Klassen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18,9 Quelle: STATISTIK AUSTRIA, österr. Schulstatistik für das Schuljahr 2014/15

Mein Leben ohne Vater von peter zirbs

Auf dem schon etwas verblichenen Foto aus dem Jahre 1977 spiegelt sich der Blitz in den für Altbauten der damaligen Zeit typischen Milchglaseinsätzen. Unmittelbar davor steht ein schmächtiger, leicht blässlicher Bub mit einer Frisur, die den Beatles zu ihren Hamburger Zeiten alle Ehre gemacht hätte: Wie von Mäusen abgebissen sehen die Stirnfransen aus; ein klassischer Topfschnitt, der ebenfalls bestens in die Zeit des damaligen Wien passt. Der Bub sieht, wenn auch ein klein wenig gequält, irgendwie fröhlich aus – die ihm innewohnende Anspannung kann er allerdings beim besten Willen nicht verbergen. Dennoch blitzt auch so etwas wie Vorfreude auf die Zukunft aus seinen Augen; auf eine Zukunft, von der er nicht die geringste Ahnung hat. Angst? Vielleicht ein bisschen. Und ziemlich quirlig scheint er zu sein: Nur mit Mühe scheint er für das Foto kurz stillhalten zu können. In seinen Händen hält er etwas linkisch eine Schultüte. Mit ihren Applikationen aus dunkelrotem Glanzpapier und Silberfolie ist sie ganz im klassischen Look der Siebzigerjahre gehalten. Seine Körperhaltung drückt aber trotz der offenbar aufregenden und ungewohnten Situation einen gewissen Stolz aus. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass knapp davor ein Vater in das Leben des Buben trat. Zuerst als Freund seiner Mutter, wenige Jahre später als Ehemann und kurz darauf durch Adoption auch rechtlich – auf diesem Wege bekam der Bub einen neuen Familiennamen, den er bis heute trägt. War dieses Jahr die glücklichste Zeit des Buben? Mag sein. Das lässt sich im Nachhinein schwer feststellen – die Zeit verwischt nur allzu gerne Eindrücke und Erinnerungen. Selbst die ersten Schulfreunde sind dem mittlerweile längst Erwachsenen nur noch schemenhaft im Gedächtnis geblieben. Sein neugewonnener Vater war einige Jahre später bereits Geschichte; die weitere schulische Karriere des Buben darf man ruhigen Gewissens als sehr durchwachsen bezeichnen. Davon weiß der in braunem Schnürlsamt steckende Bub allerdings noch nichts. Was genau ging ihm eigentlich in diesem Moment, als das Foto mit der verlässlichen Voigtländer geknipst wurde, durch den Kopf? Wir werden es leider nie erfahren: Ich habe es schlichtweg vergessen.

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umweltfreundlich sein sollten. Die Energie- und Umweltagentur Niederösterreich (eNu) empfiehlt, nur Schulartikel ohne bedenkliche Inhaltsstoffe zu kaufen. Als Konsument kann man am österreichischen Umweltzeichen und am Blauen Engel erkennen, ob es sich um ein umweltfreundliches Produkt handelt. Auch die Entscheidung für eine passende Schultasche ist eine Wissenschaft für sich. „Sie wird viel getragen, darum muss sie ergonomisch und schadstofffrei sein. Und weil Julia sie vier Jahre verwenden soll, sollte sie ein neutrales Design haben“, meint Mutter Birgit. „Beschriften Sie alle Schulsachen!“, lautet schließlich der wohlmeinende Rat von Cornelia Huber. Denn aus Erfahrung weiß sie, dass ständig etwas verloren geht und nicht mehr eruiert werden kann, wem es fehlt. In ihrer Klasse gibt es zwar eine „Lost-and-Found“-Box, aber die wird im Laufe des Schuljahres immer voller und die Geldtaschen der Eltern immer leerer, weil sie die fehlenden Schulsachen ihres Kindes ständig nachkaufen müssen.

So fördern Sie die Schulreife Ihres Kindes – 10 Tipps: 1. Vermitteln Sie Ihrem Kind eine positive Grundhaltung der Schule gegenüber. 2. Stärken Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes, indem Sie es loben und ihm sagen, was es gut kann. 3. Stärken Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes, indem Sie ihm fixe Aufgaben übertragen und ihm Vorschläge zur Bewältigung dieser machen (z.B. Aufräumen des eigenen Kinderzimmers). 4. Animieren Sie Ihr Kind, stillzusitzen und Arbeiten zu Ende zu bringen. 5. Lassen Sie Ihr Kind bei Alltagstätigkeiten mithelfen. 6. Achten Sie auf einen regelmäßigen Tagesablauf, vor allem auf fixe Bettgehzeiten. 7. Ermöglichen Sie dem Kind, mit anderen Kindern in Kontakt zu kommen (Mitgliedschaft im Verein, Einladen von Kindern…). 8. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, mit Misserfolgen umzugehen und geduldig zu sein, indem Sie entsprechende Spiele mit ihm spielen (z.B. Brettspiele). 9. Basteln, malen, schneiden und kleben Sie mit Ihrem Kind und achten Sie auf die richtige Handhabung der Materialien (z.B. Schere und Kleber, Stifte spitzen…) 10. Wecken Sie das Interesse Ihres Kindes an Mengen, Zahlen und Formen.

Interview

Cornelia Huber, BEd ist Volksschullehrerin in Pabneukirchen, Oberösterreich.

Aller Anfang ist schwer. Wie sollen Eltern ihr Kind auf die Schule vorbereiten? Cornelia Huber: Wichtig ist, dass Eltern bereits vor dem Schulstart rechtzeitiges Schlafengehen und Aufstehen einüben. Auch den Schulweg sollten Eltern mit dem Kind zuvor bereits einige Male gehen. Im Alltag können die Eltern ihre Kinder mit einfachen Übungen auf die inhaltlichen Anforderungen in der Schule vorbereiten. Dazu gehören Stufen zählen, Alltagsgegenstände benennen, in ganzen Sätzen sprechen und viel Bewegung – Fahrradfahren, Ballspiele –, aber auch gemeinsame Brettspiele und Puzzlebauen machen Sinn. Im gemeinsamen Spiel soll ein Kind auch verlieren können und dazu ermutigt werden, durchzuhalten. Bei alltäglichen Tätigkeiten wie Kochen und Putzen sollten Kinder miteinbezogen werden. Welche grundlegenden Fähigkeiten sollte ein Kind beim Schuleintritt haben? Was muss es noch nicht können? Wenn ein Kind in die Schule kommt, sollte es sich selbstständig an- und ausziehen können. Dazu gehört auch, dass es sich die Schuhe selbst binden kann. Das Kind sollte mindestens bis zehn zählen können. Es sollte die

Schulstart für erfahrene Schüler Nicht nur Schulanfänger müssen sich auf ein neues Schuljahr vorbereiten. Auch schulerfahrene Kinder und Jugendliche sind über die Sommerferien aus dem Rhythmus geraten. Laue Sommerabende haben zum längeren Aufbleiben eingeladen, und weil der Wecker nicht geläutet hat, sind die Kids manchmal nicht vor zehn Uhr aus dem Bett gekrochen. Es empfiehlt sich daher, bereits einige Tage oder Wochen zuvor wieder den gewohnten Schlafrhythmus zu trainieren. Außerdem ist es ratsam, den Stoff des Vorjahres, zumindest in den Hauptfächern, zu wiederholen. Und schließlich müssen auch erfahrene Schüler ihre Schulsachen sichten, fehlendes und kaputtes Material ersetzen, die Schultasche reinigen und die Federschachtel wieder ordentlich einräumen.

richtige Stifthaltung im Pinzettengriff beherrschen – dies kann gut durch Malen und Ausmalen geübt werden. Der Umgang und das Schneiden mit der Schere sollten auch bereits gelingen. Lesen, Schreiben und Rechnen braucht ein Schulanfänger aber noch nicht zu können. Falls das Kind Interesse zeigt, kann man das natürlich aufgreifen. Oftmals wollen die Kinder bereits die Buchstaben benennen. Hier ist wichtig, dass der Name der Buchstaben und der Laut größtenteils nicht gleich sind. Ein B ist ein B und kein Be! Was würden Sie Eltern raten, die dem Schulstart ihres Sprösslings besorgt entgegenblicken? In den Kindergärten wird schon sehr gute Vorarbeit geleistet. Schule ist in der Anfangszeit dem Kindergarten noch sehr ähnlich. Lassen Sie Ihre Unsicherheit das Kind nicht spüren. Alle sollen sich gemeinsam auf die Schule freuen. Wie sollen Eltern damit umgehen, wenn ein Kind nach den ersten Schultagen nicht mehr hingehen möchte? Wichtig ist, das Gespräch mit der Lehrkraft zu suchen. Gemeinsam kann die weitere Vorgehensweise besprochen werden.

ZUR EINSTIMMUNG Mein dicker Schulanfangsblock; ars edition, € 6,20 Schwungübungen, Zahlen- und Buchstabenrätsel fördern die Konzentration und machen schon Vorschülern Spaß. Ursula Harper: Die Schule geht los!; Tessloff, € 10,30 Altersgerechte Antworten auf wichtige Fragen, z.B.: Was passiert am ersten Schultag? Welche Fächer gibt es? Mit vielen Klappen und Aktivelementen. Wir spielen Schule; Ravensburger, € 22,99 Der tiptoi® Stift lässt Kinder einen kompletten Schultag erleben. Mit dem Grundwissen der 1. und 2. Klasse.

© Verlage (3), Privat (1)

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Leben und wir

Schultüte? Aber sicher!

Eltern mit ÖAMTCMitgliedschaft und ihre kleinen ABC-Schützen haben es fein: Im Oktober gibt es an allen 110 ÖAMTC-Stützpunkten in Österreich kostenlose Sicherheits-Schoolbags für alle Mitglieder mit eingetragenen Kindern. In dem Turnbeutel finden sich zahlreichen Leckereien, von Darbo Fruchtikus über Auer Baumstämme und McDonald’s Fruchtpürree bis zu Capri Sonne. Dazu gibt es coole Pencil Cases, Geldtaschen und Taschenbücher mit wahlweise Wilde Kerle-, Bibi & Tina- oder Wickie-Design, ebenfalls von McDonald’s. Und einen CineplexxGutschein mit 200 Bonuspunkten für den Family Film Club. Außerdem, weil Sicherheit beim ÖAMTC vorgeht, ein reflektierendes Kleberset für Schultasche oder Fahrrad; und damit auch die noch jungen Zähne gut geschützt sind, ein kleines Fläschchen Elmex-Mundspülung. Zusätzlich liegen auch ÖAMTC Familienkalender auf, denn der Schulstart bedeutet für jede Familie eine logistische und planerische Herausforderung. Monatliche Kalenderblätter für die Elternteile und zwei Kinder und ein Sonderblatt für den Stundenplan der Kinder sorgen für Übersicht und Ordnung im Chaos zwischen Arbeit, Wohnung und Schule. Gratis Mitgliedschaft für die Kleinen Was man dafür tun muss? Eigentlich nur sehr wenig. Falls nicht ohnehin schon erfolgt, einfach die

Kinder zusätzlich zur schon vorhandenen Mitgliedschaft eintragen lassen. Das ist komplett kostenlos und bietet bis zum vollendeten 19. Lebensjahr nicht nur alle Vorteile der Mitgliedschaft der Eltern (also auch gratis Touring- bzw. Auto-Mitgliedschaft mit allen personenbezogenen und fahrzeugbezogenen ÖAMTC-Leistungen), sondern auch gratis Unfall- und Privathaftpflichtversicherung. Ideal für Schulkinder und noch sinnvoller, wenn mal das Moped- oder gar Auto-Alter der Sprösslinge anfängt. Selbstverständlich hat der Nachwuchs dann auch Anspruch auf die umfangreichen Leistungen des Schutzbriefes, wenn dieser noch extra abgeschlossen wird. Sobald die Kinder eingetragen sind, bekommen sie Schoolbag und Familienkalender ausgehändigt. Die Eintragung muss nicht vorab erfolgen, sondern kann natürlich auch vor Ort durchgeführt werden.

Promotion

Die Schultüte gehört zum Schulbeginn wie das ABC. Der ÖAMTC legt noch was drauf und vergibt dieses Jahr haufenweise coole Schoolbags und Familienkalender – so versüßen die gelben Engel nicht nur das Ende der Ferien, sondern machen den Schulstart ein wenig erträglicher und sicherer. von markus höller

McDonald’s, der ÖAMTC und alle teilnehmenden Partner der Aktion wünschen Eltern und Kindern einen guten Schulstart und sichere Fahrt! Mehr Info zur Gratis-Mitgliedschaft von Kindern und Jugendlichen erhalten Sie online oder vor Ort, eine Liste aller ÖAMTC-Stützpunkte mit Öffnungszeiten finden Sie auf http://www.oeamtc.at/ portal/standorte.

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Leben und wir

Die Wissenschaft von der

Windel

In Schwalbach im deutschen Bundesland Hessen unterhält Pampers ein riesiges Forschungszentrum, in dem Wissenschaftler neue Produkte entwickeln und testen. Tipi durfte sich vor Ort ein Bild machen. von alexander kords In Windeln von Pampers steckt jede Menge Wissenschaft. Nun ja, wenn Eltern ihrem Baby die volle Windel abnehmen, dann ist sie eher mit etwas anderem gefüllt. Wer aber einen Blick in das Forschungszentrum von Procter & Gamble im deutschen Schwalbach wirft, dem wird klar, wie intensiv sich Pampers mit der ständigen Verbesserung seiner Windeln auseinandersetzt. Rund 590 Mitarbeiter aus 30 Ländern konzipieren, forschen und testen hier an den Produkten herum. Etwa ein Viertel von

Volle gegen frische Windeln Wenn man das Schwalbacher Forschungszentrum betritt, fällt zunächst der rege Publikumsverkehr auf. Ständig betreten Mamas mit ihren Kleinkindern das Gebäude und werfen benutzte Windeln in einen Container neben der Eingangstür. Dann gehen sie an eine Theke und holen sich dort einen neuen Vorrat an frischen Windeln ab. Die Mutter-Kind-Paare nehmen an den Studien teil, die Pampers regelmäßig und manchmal über viele Jahre hinweg durchführt. Das gleiche Baby trägt während dieser Zeit die gleiche Art von Windeln – gerne auch welche, die so noch gar nicht auf dem Markt sind, und Mama gibt per Fragebogen Auskunft darüber, ob die Windel

© Ina Strohbuecker/Pampers (8), Pampers (1)

Im Spielzimmer toben sich die Windelträger aus, anschließend werden sie und die Pampers ausgiebig analysiert.

ihnen hat einen Doktortitel, insgesamt decken sie 20 wissenschaftliche Bereiche ab – darunter auch die Meteorologie, schließlich interessiert man sich auch dafür, was sich klimatisch zwischen der Windel und dem Babypopo abspielt.

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Leben und wir nach dem Abnehmen gerochen hat oder die Haut feucht war. Manche Kinder haben auch einen längeren Termin im Zentrum: Dann bleiben sie eine Weile und toben durch die extra eingerichtete Spielecke, damit ihre getragenen Windeln sofort nach der Belastung ausgewertet werden können. Aber auch die Kinder selbst sind zuweilen Objekt der Forschung, wenn etwa die Hauttemperatur unter der Windel gemessen wird. Außerdem können mit einem eigens konstruierten 3D-Scanner, der das Kind mit einer Handvoll Kameras von allen Seiten ablichtet, 3D-Modelle angefertigt werden. Aus denen ist dann leicht ersichtlich, wo die Windel im leeren oder im vollen Zustand zwickt und was sich noch alles an ihrer Passform ändern lässt. Prototypen aus der Maschine Tief in den Katakomben des Forschungszentrums befindet sich der streng geheime Bereich, in dem Ideen in Produkte münden. Hier stehen in einem Raum etwa mehrere Mitarbeiter an Tischen und kleben einzelne Schichten unterschiedlichen Materials zu Windel-Prototypen zusammen. Und ein Zimmer weiter steht eine lange Maschine, die Windeln in geringer Stückzahl herstellt – eine Simulation der Massenproduktion also, mit der Pampers Tag für Tag Unmengen von Windeln fabriziert. Der Vorteil der Prototypen-Maschine: Hier kann man einfach mal etwas umbauen oder ausprobieren, ohne gleich die gesamte Produktion zum Stillstand bringen zu müssen. So schließt sich also der Kreis: Wird in den Fragebögen der Mamas oder oben im Spielzimmer festgestellt, dass etwas an einer Windel geändert werden muss, dann wird einfach ein wenig an der Maschine geschraubt – und schon spuckt sie ein paar der minimal modifizierten Windeln aus. Windeln im Querschnitt In Schwalbach nehmen sich einige der Wissenschaftler des Forschungszentrums regelmäßig Zeit dafür, Medienvertretern ihre Arbeitsplätze, vor allem aber auch das zu zeigen, woran sie in letzter Zeit geforscht haben. Als Teil der Präsentation

werden dann beispielsweise Fertigwindeln unterschiedlicher Generationen miteinander verglichen: uralte Windeln aus Zellstoff mit einem losen Wattekern versus moderne Windeln, in denen sich der sogenannte Superabsorber befindet. Das ist ein Pulver, das in der Lage ist, ein Vielfaches seines Gewichts aufzusaugen. Es schließt Babys Ausscheidungen in der Windel ein und sorgt dafür, dass sie nicht wieder zum Popo zurückfließen – auch nicht in der Nacht, wenn das Kind über mehrere Stunden nicht gewickelt wird. Im Praxistest dürfen wir Journalisten eine mit Wasser vollgesogene Windel durchschneiden und stellen fest: Die Flüssigkeit verwandelt den Superabsorber in ein beinahe komplett trockenes Gel. Damit hat Pampers dafür gesorgt, dass der gefürchtete Windelausschlag um rund 50 Prozent zurückgegangen ist. Und weil das Gewicht einer vollen Windel durch den Superabsorber von 60 auf 30 Gramm reduziert wurde, hat das auch die Umweltbelastung erheblich reduziert. Drei Kanäle für Tragekomfort Eine Entwicklung, an der man bei Pampers nicht weniger als neun Jahre gearbeitet und getestet hat, kommt nun weltweit

Erst wird die Hauttemperatur am Oberschenkel gemessen, dann am Popo – so können beide Werte verglichen werden.

und flächendeckend in den Handel: die neuen Baby Dry mit Magical Pods. Bei denen gibt es nicht mehr nur eine Kammer voll Superabsorber, in der die Ausscheidungen des Babys eingeschlossen werden, sondern gleich drei nebeneinander angeordnete Kanäle. Diese haben den großen Vorteil, dass sie die Flüssigkeit gleichmäßig in der Windel verteilen, statt sie am schwersten Punkt nach unten zu ziehen. So kann das Kind auch mit voller Windel spielen, ohne breitbeinig wie ein Cowboy und mit tiefhängendem Höschen unterwegs zu sein. Ganz nebenbei verringern die drei Kanäle das Windelgewicht noch einmal um ein Fünftel. Im Forschungszentrum von Pampers geht man übrigens davon aus, dass Windeln auch in Zukunft immer dünner werden. Irgendwann werden sie sich also kaum mehr von der Unterwäsche unterscheiden lassen. Eine interessante Entwicklung, die vor allem dem Komfort der kleinen Windelträger zuträglich ist. Beim praktischen Test im Labor werden die Windeln mit Wasser begossen, zerschnitten und auf ihre Saugfähigkeit überprüft.

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Mode und so © Hersteller

Zeigt her eure Schuh • Ganz schön dicht

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Trockenübung Dieser Schirm bringt selbst beim besch...eidensten Dauerregen gute Laune. Dank transparentem Sichtfenster finden sich kleine Regenschirmträger immer bestens zurecht, der sichere Verschluss sorgt für kinderleichtes Öffnen und Schließen. Kinderregenschirm Giraffe von Skip Hop, um € 19,95 bei www. greenstories.de

Affentheater Nix da mit Bananen, dieser Affe isst am liebsten Socken – oder andere schmutzige Wäsche. Und wenn der Bauch voll ist, macht man den Zippverschluss-Mund einfach zu. Ein witziger Haushaltshelfer für Tierfreunde. Dirty Sock Monkey von Suck UK, um € 34,95 bei www.design-3000.de

Anziehhilfe Jeden Morgen aufs Neue: Die Chancen stehen 50:50, dass die Schuhe richtig herum angezogen werden. Mit den Laufklebern sollte die Quote der falsch sitzenden Paare erheblich sinken. Ein Pickerl links, eines rechts – und schon ist klar, welcher Schuh wohin gehört. 3x2 Stück um € 6,99. www.laufkleber.de

Schnäppchen machen Wer Abverkauf sagt, muss auch Stocksale sagen. Mehr als 12.000 Teile warten beim „Stocksale Kindersachen“ auf den Kleiderstangen – allesamt um minus 30 bis minus 70 % vergünstigt. Unter den über 100 Labels mit dabei: Finkid (links), Noé & Zoë, Bobo Choses, Mini Rodini, Frugi, Bobux und viele, viele mehr. Wann: 23.09., 10–22 Uhr, 24.+25.09., 10–18 Uhr. Wo: Schallergasse 24, 1120 Wien. www.stocksale.at

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Mode und so

Schön verstaut

Umgehängt

Wickeltaschen erkennt man oft an ihrem bunten, verspielten Design. Die hier nur am Inhalt: „Mia“ von Franziska Klee kann dank ihrem minimalistischen Look auch noch lange nach der Kinderwagenzeit getragen werden. Aus ökologisch nachhaltig und pflanzlich gegerbtem Leder. Um € 299,–. www.franziskaklee.de

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Back to School

Was steht heute auf dem Programm: Basketball, Volleyball, Fußball oder etwa Geräteturnen und Leichtathletik? Ganz egal, die neue Kollektion von Ernsting’s family hat für alle kleinen und größeren Sportler und Sportlerinnen was im Programm: Ob kurze oder lange Sporthose, Shirt oder Jacke – die Labels Topolino (Größe 98–128) und Yigga (Größe 134–164) haben für jeden etwas dabei. Die dunklen Hosen für Buben (ab € 9,99) lassen sich durch die farbigen Shirts in Neongelb und Knallblau (ab € 6,99) aufpeppen. Die schwarz-graue Fleecejacke (€ 14,99) ist kuschelig und wärmend zugleich – genau das Richtige nach schweißtreibenden Sportstunden. Aber auch die Kapuzenjacke in Blautönen mit neongelben Farbakzenten (€ 14,99) bietet Komfort und hat Taschen mit Reißverschlüssen, damit beim Auspowern auch ja nichts verloren geht. Bei den Mädchen geht es hingegen etwas bunter zu – ohne Pink und Mint geht

hier gar nichts! Das schwarze Sportshirt mit Buchstaben-Print (€ 8,99) lässt sich gut mit der pink-schwarzen Sporthose (€ 11,99) kombinieren, die Shorts und Leggings in einem ist. Die schwarze Sporthose mit Sternchen-Druck (€ 7,99) passt perfekt zum pinken T-Shirt mit „Sporty“-Druck (€ 6,99) und der mintfarbenen Jacke mit Kapuze (€ 14,99).

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Die Schultasche ist gepackt, die Stifte gespitzt, das Jausenbrot verstaut – jetzt kann die Schule beginnen! Und mit der neuen Ernsting’s family-Kollektion sind die Kids auch für den Sportunterricht bestens gerüstet.

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Mode und so

Zeigt her eure Schuh Schuhe kaufen mit dem Nachwuchs: Man kann es mögen oder auch nicht, aber man kommt im Leben mit Kindern einfach nicht darum herum. Was man dabei beachten sollte und welche Schuhe für die gesunde Fußentwicklung geeignet sind, das haben wir bei einem Besuch in einer sympathischen Kinderschuhabteilung erfahren. von eva maria wagner Carla (2) und Tobias (8) mögen Schuhe. Und Schuhe kaufen mögen sie natürlich auch. Dementsprechend ehrlich ist ihre Begeisterung, als ich ihnen eröffne, dass sie mich für die Recherche zu diesem Artikel ins Schuhgeschäft begleiten dürfen. Kaum haben wir ein paar Stunden später

Mode von Hessnatur, www.hessnatur.com

die ausgesuchte Kinderabteilung betreten, schwärmen die beiden aus und kommen, beladen mit mehreren Schuhen, wieder zurück. Tobias weiß anscheinend genau, was er will. Er hat drei blaue Schuhe in der Hand, sportlich und mit Klettverschluss. Die Vorauswahl wäre damit getroffen. Also

bringt Schuhverkäuferin Frau Wolak ein Schuhmessgerät, mit dem die Schuhgröße schnell ermittelt ist. „Das ist für uns allerdings nur ein erster Richtwert“, erzählt sie, „man sollte Schuhe immer anprobieren, um zu sehen, ob sie wirklich passen, denn jede Firma schneidet ihre Schuhe anders, und jedes Kind hat eine individuelle Fußform.“ Während sich Frau Wolak auf den Weg ins Lager macht, um die Modelle in der Größe 32 zu holen, schauen wir uns in der Kinderabteilung um. Die Auswahl ist groß, von sportlichen Sneakers bis zu festlichen Schuhen, von Badeschuhen bis zu Hauspatschen. Carla und Tobias entdecken natürlich sofort die gepolsterten Throne in Rosa und Himmelblau, besteigen diese intuitiv „richtig“ und lassen ihre nackten Füße hinunterbaumeln. Ansonsten entspricht die Kinderschuhabteilung allerdings keinem Klischee, und das ist absolut erfrischend. Die Schuhe sind nach Thema und nicht nach Geschlecht geordnet, die Dekoration mit bunten Sitzhockern und Wolken ist kindgerecht, und statt dem fast schon obligatorischen Fernseher gibt es Bücher und Zeitschriften. In der Mitte der Abteilung steht ein prall gefüllter Obstkorb auf einem Tisch, und als Frau Wolak aus dem Lager zurückkommt, knabbern Carla und Tobias bereits genüsslich an einem Apfel. Gesunde Füße brauchen Platz Beim Anprobieren schließt Tobias sofort eines der drei Modelle mit der Diagnose „nicht gemütlich“ aus. Die anderen beiden Modelle werden, ein Schuh links und ein Schuh rechts, angezogen. Frau Wolak macht den Daumentest, um zu sehen, wie viel Platz Tobias noch in den Schuhen hat. „Die Schuhe sollten auf keinen Fall zu kurz sein“, erklärt sie. Der Daumentest ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn Kinder neigen dazu, reflexartig die Zehen einzuziehen, sodass es nur so wirkt, als hätten sie genug Platz. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann den Fußumriss

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Kriterien für den Schuhkauf „Am wichtigsten ist, dass man sich Zeit nimmt beim Schuhkauf. Die Kinder sollen die Schuhe in Ruhe probieren und damit ein paar Runden gehen oder auch laufen können. Schließlich sollen sie ja ein Gefühl dafür bekommen, ob der Schuh nicht nur schön ist, sondern auch tatsächlich passt“, sagt Frau Wolak. Das lässt sich Tobias natürlich nicht zweimal sagen und setzt zum Sprint durch das Schuhgeschäft an. Während ich mir ob seiner Geschwindigkeit um die vielen Schuhkartons und noch mehr um die anderen kleinen Kunden Sorgen mache, schaut Frau Wolak dem Rennläufer mit gekonntem Blick hinterher. „Sehen Sie“, sagt sie schließlich, „in dem rechten Schuh scheint er weniger Halt zu haben.“ Tatsächlich, als Tobias zurückkehrt, zeigt er auf den linken Schuh und ist sich sicher: „Ich nehm diesen hier!“

© Hessnatur (1), Hersteller (8), Privat (1)

der Kinder auch zu Hause auf Pappkarton aufzeichnen und zu der längsten Zehe noch 12 bis 15 mm dazugeben. „Kinder sollten diesen Platz als Zuwachs- und Schubraum nach vorne haben“, sagt auch die Fachärztin für Orthopädie Frau Dr. Renata Pospischill im Tipi-Interview. Zu kleine Schuhe könnten laut der Expertin zu langfristigen Deformationen und Schmerzen führen.

Neben der Schuhlänge spielt bei der Wahl der richtigen Kinderschuhe auch die Weite des Schuhs eine Rolle. „Zu mir kommen Kinder mit unterschiedlichen Fußformen, manche haben sehr schmale Füße und brauchen einen engeren Schuh als Kinder mit kräftigeren Füßen“, erzählt Frau Wolak. Auch die Höhe des Ristes ist durchaus verschieden und verlangt oft das Ausweichen auf ein anderes Modell. „Deshalb empfehle ich, die Kinder beim Schuhkauf mitzunehmen und die Schuhe im Fachgeschäft zu kaufen und nicht im Internet zu bestellen.“

Vor allem kleinere Kinder, die an den Fersen noch leicht einknicken können, brauchen einen Schuh, der ihnen wirklich passt. Und damit sind wir schon bei Carla, die heute auch unbedingt Schuhe kaufen möchte. Gott sei Dank ist die Kinderschuhabteilung im ersten Stock und nicht direkt an einem Straßenausgang. Carla konnte sich also, während ihr Bruder Schuhe probierte, frei bewegen. Als ich sie wiederfinde, hat sie eine Papierkrone auf dem Kopf, zwei unterschiedliche Flip-Flops an den Füßen und plaudert mit einer Verkäuferin.

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Mode und so „Für ihr Alter würde ich Ihnen Schuhe empfehlen, die hinten noch höher hinaufgehen, da diese einen besseren Halt geben“, sagt Frau Wolak. Auch Dr. Pospischill streicht heraus, dass ein Schuh für Kleinkinder zwei Kriterien auf jeden Fall erfüllen sollte: „eine feste Stabilität im Fersenbereich und eine weiche Sohle, die ein leichtes Abrollen ermöglicht“. Kinder klagen nicht über falsche Schuhe Gerade bei kleineren Kindern ist eine genaue Abmessung des Fußes wichtig. Die Kinder klagen nämlich nicht, wenn sie in zu kleinen Schuhen stecken. Da sich ihr Nervensystem noch in Entwicklung befindet und der Fuß noch sehr flexibel und formbar ist, fällt ihnen oft schlicht nicht auf, wenn der Schuh drückt. Wenn sie allerdings über längere Zeiträume in ungeeigneten Schuhen stecken, besteht die Gefahr,

Das Schuhgeschäft: Kinderschuhabteilung Salamander Kärntner Straße 37, 1010 Wien www.salamander.at

5 Fragen an OA Dr. Renata Pospischill

„Kinderfüße wachsen um 1 mm pro Monat“

Was sollte man beim Kauf von Kinderschuhen beachten? Bezüglich der Schuhgröße ist es wichtig, dass noch genug Schubraum im Schuh vorhanden ist. Der Schuh sollte etwa 15 mm länger sein als der Fuß. Das ist vor allem in den ersten 6 Jahren wichtig, da die Füße um ca. 1 mm pro Monat wachsen. Genau genommen sollte man daher alle 5 bis 6 Monate neue Schuhe kaufen. Ab dem 6. Lebensjahr wachsen die Füße etwas langsamer – um ca. 9 mm pro Jahr. Das Fußlängenwachstum ist bei Mädchen meist mit 12 Jahren, bei Jungen mit 14 Jahren beendet. Die meisten gängigen Kinderschuhhersteller berücksichtigen weitere empfohlene Kriterien: Stabilität im Fersenbereich, weiche Sohle zum Abrollen und ein atmungsaktives, schadstofffreies Material. Welche Gesundheitsrisiken bestehen, wenn das Kind einen zu großen oder zu kleinen Schuh trägt? Bei einem zu großen Schuh versucht das Kind den mangelnden Halt instinktiv auszugleichen, indem es die Zehen einrollt, um den Schuh beim Gehen stabil zu halten. Zu kleine Schuhe können

unter anderem zu einer Deformation der Zehen, zu Druckstellen und Schmerzen führen.

habituellem Zehenspitzengang empfohlen. Wie wichtig ist ein gutes Fußbett? Im Kleinkindesalter ist das Fußbett noch weniger wichtig, da sich das Fußlängsgewölbe bis zum 6. Lebensjahr noch stark verändert. Danach wird es aber wichtiger und kann den Kinderfuß zusätzlich unterstützen.

Früher hörte man oft, „das Kind braucht einen festen Schuh“, heute liest man, dass Schuhe für Kleinkinder vor allem weich sein sollten. Haben Sie dazu Frau Dr. Renata eine Empfehlung? Pospischill ist FachärzSchuhe sollten bei Kleintin für Orthopädie kindern immer fest im und orthopädische Fersenbereich sein, da die Darf man Ihrer Meinung Chirurgie und als kindlichen Fersen bei den nach gebrauchte Schuhe Oberärztin in der Abmeisten noch einknicken. an jüngere Kinder weiterteilung für Kinder- und Daher ist dort Stabilität geben? Jugendorthopädie im notwendig. Die Sohle Wenn die gebrauchten Orthopädischen Spital hingegen sollte weich für Schuhe nicht sehr abgeSpeising tätig. www. das gute Abrollen sein. Das nützt sind, können die ortho-pospischill.at Abrollverhalten mit initialem Schuhe im Kleinkindesalter Fersenkontakt, so wie wir weitergegeben werden. Je das vom Gangbild von Erwachsenen jünger das Kind, umso wahrscheinlicher kennen, beginnt bereits ab dem 18. Leist, dass der Schuh maximal sechs Monabensmonat. Daher ist eine weiche Sohle te und eher wenig getragen wurde. Die unbedingt zu empfehlen. Starre und meisten Kinder haben Wechselschuhe, feste Schuhe werden nur nach bestimmsomit kommen meist gar nicht so viele ten Fuß-OPs, Fußverletzungen oder bei Stunden an Tragezeit zusammen.

© Privat (2)

Interview

dass sie sozusagen in die Fehlstellung hineinwachsen. Ein immer noch verbreiteter Irrglaube ist es, dass kleine Kinder zum Laufen lernen unbedingt feste Schuhe brauchen. Genau genommen benötigen Kinder dafür gar keine Schuhe, denn am gesündesten ist es, barfuß laufen zu lernen. Als Schutz vor Kälte und dem harten Untergrund im Freien sollen es dann aber schon die ersten Schuhe sein. Und da liegt es in der

Verantwortung der Eltern, die geeigneten Modelle auszusuchen. Diese nehme ich natürlich gerne wahr und suche mit Carla zwei Schuhmodelle aus, die uns Frau Wolak empfiehlt und die uns gefallen. Ich freue mich, dass Carla sie bereitwillig anprobiert und damit durch die Abteilung stolziert. Die lilafarbenen Schuhe passen ihr eindeutig besser als meine geheimen Favoriten in Altrosa und Mint. Aber wie ich eben gelernt habe, kommt es eben nicht nur auf die Optik an. Mit zwei Schuhkartons in der Hand verlassen wir zufrieden das Geschäft, und ich denke beim Hinausgehen: So schnell wie meine Kinder wachsen, werden wir wohl noch des Öfteren einen oder mehrere Füße in ein Schuhgeschäft setzen.

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Essen und Gesundheit

Der Kampf mit dem Essen

Dr. med. Theresia Tiller Fachärztin für Innere, Psychosoziale, Psychosomatische und Psychotherap. Medizin und Teil des intakt-Teams intakt – Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen 1090 Wien, Grundlgasse 5/8 www.intakt.at

„Heute mache ich mir schwere Vorwürfe, weil ich weiß, dass alles meine Schuld war. Mir ist es unbegreiflich, zu welchem Verhalten ich meine Tochter Laura* getrieben habe“, erzählt die 32-jährige Mutter Anna P.* mit weinerlich verzerrter Stimme. Rund eineinhalb Jahre ist es her, dass die damals erst 9-jährige Volksschülerin Laura nicht mehr essen wollte. Mittags hat sie in der Gemüsesuppe herumgestochert, die Schuljause hat sie immer häufiger wieder mit nach Hause gebracht und ihrer Mutter erzählt: „Ich habe vor lauter Spielen in der Pause ganz aufs Essen vergessen.“ Wochenlanges Naschverbot Zu Beginn hat sich Lauras groß gewachsene, schlanke und sportliche Mutter nichts dabei gedacht, im Gegenteil: Sie war froh darüber. „Laura war immer ein eher molliges Kind mit Pausbacken und gesundem Appetit. Sie war niemals dick, aber klar: Viele ihrer Mitschülerinnen waren dünner. Insgeheim habe ich mir gewünscht, Laura würde ebenso dünn sein“, sagt Mama Anna P. ehrlich. Laura hat von ihrer Mama deshalb häufig wochenlanges Naschverbot erteilt bekommen. Gekocht wurde stets 50 | h er bst 2016

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besonders kohlehydratarm, sogar stärkehaltiges Obst und Gemüse wie Bananen und Kartoffeln gab es bei Familie P. selten. Wohl auch deshalb, weil die Mutter streng auf ihr eigenes Idealgewicht achtet, das sich eher im unteren Grenzbereich befindet. Laura wurde jedenfalls immer dünner. „Und ich habe sie dafür gelobt und ihr Komplimente gemacht. Gemeinsam sind wir Kleider shoppen gegangen, weil ihr die alten Klamotten ja nicht mehr gepasst haben. Wie eine kleine Prinzessin habe ich sie herausgeputzt“, ergänzt die Mutter, die zum damaligen Zeitpunkt fast alles falsch gemacht hat, was man falsch machen kann. Das bestätigt auch Fachärztin Dr. med. Theresia Tiller von intakt, dem Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen. Sie hat eine gute Erklärung, warum Laura zum Suppenkasper mutiert ist: „Es sind mehrere Faktoren, die hier eine Rolle spielen. Zum einen ist es die Fülle an Lebensmitteln, die wir heutzutage angeboten bekommen, und gleichzeitig Eltern, die den Kindern deren Aufnahme begrenzen oder total verbieten. Außerdem kann ein gestörtes Essverhalten der Eltern, wie etwa hier das der Mutter – immer kohlehydratarm essen, sehr dünn sein wollen, sehr viel Sport treiben –, dazu führen, dass Kinder dieses Verhalten übernehmen. Und dann kommt noch der Aspekt hinzu, dass rundliche Kinder ein

© Thinkstock (1), Reinhard Podolsky | mediadesign.at (1)

Wenn Essstörungen bereits im Kindesalter zum Problem werden: Ein Bericht über die zehnjährige Laura, die sehnlichst die Dünnste in ihrer Schule sein wollte und den achtjährigen Tim, der in Chips und Schokolade einen Ersatz für Elternliebe fand. von lisa strebinger

vermeintlich geringeres Selbstwertgefühl haben, sei es nun, weil die Medien den intensiven Schlankheitswahn verstärken oder man von Schulfreunden gehänselt wird.“ Auslöser Scheidung Beim acht Jahre alten Tim* hingegen war alles genau umgekehrt. Er war von klein auf ein eher dünnes Kind, immer quietschfidel und besonders aktiv, schon beinahe als Zappelphilipp zu bezeichnen. Doch das Blatt wendete sich, er wurde sukzessive ruhiger, tobte weniger mit seinen Freunden herum und legte gleichzeitig einen Schwimmreifen rund um seine Hüften an. „Mir ist eigentlich schon recht früh aufgefallen, dass er sich verändert, vor allem körperlich, aber ich dachte mir: ,Wenn es sonst nichts ist, wird’s schon nicht so schlimm sein.‘ Immerhin hatte ich selbst genug Probleme zu bewältigen“, erinnert sich Mama Susanne G.* (40) zurück. Sie steckte mitten in einem Scheidungsverfahren, das vor genau elf Monaten seinen absoluten Höhepunkt erreichte: Zwischen Tims Eltern wurde geschrien, geschimpft, geweint, und sogar Teller und Stühle flogen gegen die Wände. Und die Spitze des Eisbergs wurde wohl erreicht, als der Richter Klein-Tim ganz offen fragte: „Willst du bei deiner Mama bleiben oder lieber bei deinem Vater leben?“ Das war zu viel für den Volksschüler. Der Sorgerechtsstreit nagte an ihm und löste eine Essstörung aus. „Egal, welche Art von abnormem Essverhalten es betrifft, meist ist ein komplexes Zusammenspiel von * Name von der Redaktion geändert

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Essen und Gesundheit seelischen, sozialen und „Man muss wissen, körperlichen Faktoren dass Tim ein unfassbar der Auslöser, in diesem ordentliches Kind ist. Sein Fall die Destabilisierung Zimmer ist stets picobello durch die Scheidung der aufgeräumt, sodass ich Eltern. Daraus resultiert mich gar nicht viel darin obendrein ein geringer aufhalten muss, außer, Selbstwert des Kindes. wenn ich ihm frische WäHinzu kommt das soziale sche bringe, ihm bei der Abkapseln von der GeHausaufgabe helfe oder sellschaft, der Freunde“, ihm abends ein schnelles Beim „Binge Eating“ kommt es zu periodischen „Fressattacken“, die erklärt Dr. med. Theresia Gutenachtbussi gebe. zu Übergewicht führen Tiller, die tagtäglich mit Eines Tages, als er gerade Menschen arbeitet, die bei seinen Großeltern unter einer Essstörung zu Besuch war, war ich leiden. wieder einmal in seinem Zimmer, und die „Wenn ich mich jetzt zurückerinnere, weiß Lade seines Nachtkästchens war einen ich, dass ich mich damals häufig wunderte, Spalt weit offen“, erzählt die Mutter. Als warum gewisse Lebensmittel auf einmal sie versucht hat, die Lade zu schließen, aufgebraucht waren. Plötzlich war die entdeckte Susanne Dinge in dem NachtGroßpackung Rosinen weg, ein ganzes schrank, mit denen sie nie gerechnet hätte: Marmeladeglas verschwunden, der Käse ein leeres Marmeladeglas, alte Chipspanicht mehr im Kühlschrank, oder ich konnte ckungen, Keksschachteln und vieles mehr. die frisch gekaufte Kekspackung nicht mehr Damit aber nicht genug: Beim Durchforsten finden. Aber ich habe mir gedacht, dass des Zimmers fanden sich in sämtlichen ich selbst so zerstreut bin und mir das nur Schränken allerhand leere Lebensmitteleinbilde“, ergänzt die heute geschiedene verpackungen, und langsam dämmerte Susanne G. Doch die Mutter war weder veres der Mutter: „Tim aß heimlich, und er aß wirrt noch stibitzten gefräßige Gespenster sehr, sehr viel.“ Tim war zum Binge-Eater – ihre Lebensmittel. Die Lösung des Rätsels also zum „Fresser“ – geworden. Statt über lag viel näher, und Mama Susanne ist nur seinen Kummer zu sprechen, erstickte er durch Zufall draufgekommen. ihn mit Fressattacken.

FAKTEN UND ZAHLEN Anteil der Mädchen von 10 bis 18, die gefährdet sind, an einer Essstörung zu erkranken............... 30,9 % Anteil der Buben von 10 bis 18, die gefährdet sind, an einer Essstörung zu erkranken ......................14,6 % Alter der höchsten Anfälligkeit für Essstörungen bei Mädchen ...............................................................15 Jahre Alter der höchsten Anfälligkeit für Essstörungen bei Buben ..................................................................... 13 Jahre Anteil der 15-jährigen Mädchen, die sich für zu dick halten................................................................................ 51 % Anteil der 7- bis 14-jährigen Schulkinder, die übergewichtig oder fettleibig sind..................................... 24 % Anteil der 7- bis 14-jährigen Schulkinder, die untergewichtig sind ...................................................................4 %

© Fotolia (2), Morley (1)

Quelle: „Health Behaviour in School-aged-Children“ / WHO 2014; „Mental Health in Austrian Teenagers“ (2015); Österreichischer Ernährungsbericht 2012

Wollen Eltern Essstörungen vorbeugen, dann müssen sie dafür sorgen, das Selbstwertgefühl ihres Kindes zu stärken .

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wenn Kinder ab Es ist aber ganz normal, denen sie gewisse in en, hab sen Pha an und weigern. ver test Pro aus el Lebensmitt

Wenn die Torte nicht schmeckt Auch bei Lauras Mutter gab es einen AhaMoment, der ihr bewusst machte, dass ihre Tochter unter Magersucht litt. „Es war der 6. März, Lauras Geburtstag, der heuer auf einen Sonntag gefallen ist. Wir haben eine riesige Kinderparty mit allem Drum und Dran für sie geplant: Ein Clown war da, es gab eine dreistöckige Torte, und wir haben mit ihren Freundinnen bunte Einhorn-Schokolade selbst hergestellt – der letzte Schrei bei Mädels in ihrem Alter. Aber Laura hat weder einen Bissen von ihrer Geburtstagstorte gegessen, noch hat sie die bunte Schokolade probiert“, erzählt Mama Anna. „Jedes Kind hat einmal Phasen, in denen es sein Verhalten auf seltsame Weise ändert. Das ist normal. Bedenklich wird es nur, wenn sich das innerhalb weniger Wochen nicht wieder gibt. Gerade bei Essstörungen gibt es ein paar Anzeichen, die einen aufmerksam machen sollten, etwa wenn Kinder bedeutend weniger essen, Kohlehydrate und Fett verweigern oder zu viel Sport machen. Wenn sie Mahlzeiten verschieben oder alleine essen. Sozialer Rückzug ist ein Alarmzeichen, das Tragen von kaschierender Kleidung und vermehrt gereizte Stimmung – vor allem, wenn man das Essverhalten anspricht. Und wenn sich das Gewicht ändert“, macht Medizinerin Theresia Tiller deutlich. Vermutet man, das Kind könnte an einer Essstörung leiden, rät die Expertin, zunächst ganz allgemein anzusprechen, ob das Kind Sorgen hat. Dabei sollte man nicht sofort das Essverhalten in den Fokus rücken, denn dann könnte man gleich auf Ablehnung stoßen. In weiterer Folge empfiehlt es sich, in Ruhe und gemeinsam mit dem Kind eine helfende Institution oder einen Arzt aufzusuchen. „Wollen Eltern Essstörungen vorbeugen, dann müssen sie dafür sorgen, das Selbstwertgefühl ihres Kindes zu stärken. Man muss mit ihm im ständigen Gespräch bleiben und über alle Probleme reden. Außerdem ist die Vorbildwirkung essenziell. Eltern sollten dem Kind eine ausgewogene und ausreichende Ernährung vorleben und keine Diäten“, so der abschließende Rat der Fachmedizinerin. Genau diesen Rat befolgen die Mütter Susanne und Anna jetzt, auch wenn sie es viel früher hätten tun sollen. Tim und Laura werden heute von Kinderpsychologen betreut und ernähren sich mittlerweile wieder weitgehend normal. Bis man eine Essstörung überwindet, ist es ein weiter Weg, und oft kann man niemals von einer gänzlichen Heilung sprechen, bloß von einem Kontrollieren. h er bst 2016 |

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Essen und Gesundheit

Interview

ist Klinische und Gesundheitspsychologin und eingetragene Mediatorin in Wiener Neustadt. www.psychologie-krammer.at

Welche Essstörungen gibt es? Daniela Krammer: Prinzipiell unterscheidet man die Magersucht (Anorexia nervosa), die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) und die Esssucht (Binge-Eating). Die bekannteste Form ist die Anorexie, bei der der Betroffene versucht, keine oder wenig Nahrung zu sich zu nehmen. Bei der Bulimie kommt es immer wieder zu Fressattacken, die danach durch bewusstes Erbrechen auszugleichen versucht werden. Bei Anorexie und Bulimie haben die Betroffenen Angst, Gewicht zuzunehmen. Aufgrund einer verzerrten Körperwahrnehmung haben sie das Gefühl, dick zu sein, obwohl sie untergewichtig sind. Dem gegenüber steht die Esssucht, bei der unkontrolliert gegessen wird. Wie erkenne ich als Elternteil, ob mein Kind unter einer Essstörung leidet? Bei Anorexie und Bulimie kommt es zu einer überkritischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, gefolgt von einer genauen Kontrolle der Ernährung, z.B. Kalorien zählen oder Einschränkung auf bestimmte Nahrungsmittel. Oft steht zu Beginn einer Essstörung eine Diät. In einigen Fällen beginnen die Betroffenen exzessiv Sport zu betreiben. Ein deutliches Alarmzeichen ist das Gefühl, zu dick zu sein, obwohl das Normalgewicht schon unterschritten wird. Essstörungen gehen mit depressiven Verstimmungen und einem geringen Selbstwert einher. Was sind die Grenzen „normalen Essverhaltens bei Kindern“? Es ist ganz normal, dass Kinder Phasen haben, in denen sie unregelmäßige Essgewohnheiten zeigen. Ein großes Problem entsteht aber, wenn ein Machtkampf zwischen Kind und Erwachsenen in Bezug auf Essen entbrennt. Man sollte prinzipiell die Bedürfnisse der Kinder im Hinblick auf Nahrung ernst nehmen. Der Satz: „Du stehst erst auf, wenn der Teller leer ist“ zeigt, dass man sich nicht am Hungergefühl des Kindes orientiert. Grundsätzlich haben Babys und Kinder nämlich ein sehr gutes Körpergefühl, vor allem, was Hunger, Durst und satt sein betrifft. Das sollten Erwachsene ernst

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nehmen. Jedoch ist es die Verantwortung der Eltern, den Kindern geeignete Lebensmittel anzubieten, aus denen das Kind auswählen kann. Wenn ein Kind phasenweise darauf besteht, nur bestimmte Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, sollten ihm Alternativen angeboten werden. Nicht zu unterschätzen ist die Vorbildwirkung der Erwachsenen und auch die Wirkung von geregelten Esszeiten und Essritualen. Essen soll lustvoll für Kinder gestaltet werden, der Gaumen mit verschiedenen Geschmacksrichtungen trainiert werden. Es ist sinnvoll, Gerichte öfter als einmal anzubieten, falls das Kind anfangs ablehnend reagiert. Ab wann ist es keine Phase mehr, sondern eine Essstörung? Wenn sich Kinder zwanghaft mit Essen beschäftigen und sich vielleicht auch noch gleichzeitig das Körpergewicht verändert. Wenn Kinder also z.B. Lebensmittel in gute und schlechte unterteilen und das Essen nicht mehr als gut erleben, sondern nach bestimmten Regeln Nahrung zu sich nehmen. Bedenklich ist, wenn Kinder sich häufig auf die Waage stellen und Sport zur Gewichtskontrolle

Beratungsstellen für Betroffene und/oder Angehörige Sowhat 3 Standorte: Gerstnerstraße 3, 1150 Wien Bahnstraße 4/301, 2340 Mödling Grenzgasse 12, 3100 St. Pölten www.sowhat.at Netzwerk Essstörungen Templstraße 22, 6020 Innsbruck www.netzwerk-essstoerungen.at Kontaktstelle für Essstörungen des SMD Kolumbanstraße 9, 6900 Bregenz www.caritas-vorarlberg.at Rat auf Draht Kinder- und Jugendseelsorge zu „jedem Thema“ per Telefon oder online Tel.: 147 (rund um die Uhr) www.rataufdraht.at

betreiben. Beunruhigend ist, wenn Kinder nicht über ihre Gefühle sprechen, sich zurückziehen, sagen, dass ihnen schlecht sei und sie sich übergeben müssen. Auch heimliches Essen, das Horten von Nahrung oder regelrechtes Hineinstopfen von Lebensmitteln sind Alarmzeichen. Ein Kind kann mit dem Wort „Essstörung“ vermutlich wenig anfangen. Kann ich dennoch mit ihm darüber reden? Der erste Schritt sollte das Gespräch sein. In den meisten Fällen ist es aber nicht sinnvoll, direkt über das Thema Essstörung mit dem Kind zu sprechen. In jedem Fall ist es aber möglich, über Ängste und Wünsche zu reden. Dann sollten Eltern den Rat eines Experten einholen. Was sind die häufigsten Gründe für die Entwicklung von Essstörungen bei Kindern und warum nimmt die Zahl zu? Das hat einerseits mit dem modernen Lebensstil zu tun, andererseits mit Anforderungen, die an die Kinder heutzutage gestellt werden, wie etwa vermehrter Druck in der Schule. Essen kann für Kinder aber auch ein Zeitvertreib sein oder der Stressbewältigung dienen. Gleichzeitig gibt es genaue Vorgaben, wie der Körper aussehen soll. Mit dem Idealbild der schlanken Figur sind schon Kinder konfrontiert. Familienkrisen oder Hänseleien in Kindergarten und Schule können ebenso mögliche Auslöser sein. Wie jemand mit einer Belastung umgeht, hängt immer davon ab, wie viel Unterstützung er von der Familie bekommt bzw. wie selbstbewusst derjenige ist. Je wichtiger das Thema „Figur und Gewicht“ in der Familie, vor allem bei den Eltern, ist, desto eher wird auch das Kind dazu tendieren, sich mit diesen Themen zu beschäftigen. Haben denn Kinder im Kindergartenund Volksschulalter auch bereits eine gewisse Körperwahrnehmung, was ihre „Schönheit“ anbelangt? Die eigene Erscheinung ist schon im Kindergarten ein Thema. Das ist die Zeit, in der Kinder beginnen, mitzubestimmen, welche Hose oder welches T-Shirt sie anziehen. Im Kindergarten spielen Schlankheitsideale aber normalerweise keine Rolle. In der Volksschule wird es immer mehr zum Thema, was hässlich und schön ist. Obendrein suggerieren die Medien so intensiv, dass „schlank sein schön ist“, dass auch Kinder das deutlich mitbekommen.

© Privat (1)

Mag. Daniela Krammer

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Essen und Gesundheit

Das Beste fürs Baby Als Isabel Sztriberny und Lukas Zinnagl nach der Geburt ihrer Tochter Alma keine Pflegeprodukte finden, die ihren Ansprüchen genügen, nehmen sie die Sache einfach selbst in die Hand: Alma Babycare erblickt das Licht der Welt. Im Tipi-Interview erzählt Isabel von den Höhen und Tiefen auf dem Weg zu ihrem Mami-Baby-Wohlfühl-Startup. von luisa siller Ressourcen und produzieren fair. Alle Produkte sind außerdem bio-zertifiziert und auch bei empfindlicher Haut dermatologisch getestet. Gerade der dünnen, empfindlichen Haut von Neugeborenen wollen wir nur die reinsten Inhaltsstoffe zumuten, die guttun und dank ihrer ätherischen Öle eine beruhigende Wirkung haben.

Interview

Wie ist die Idee zu eurer Pflegeserie entstanden? Isabel Sztriberny: Wie so oft bei Ideen, hat es einen speziellen „Need“ bei mir gegeben. Ich war 2014 mit meiner Tochter Alma schwanger und habe mich gefragt, welche Pflegeprodukte ich bei meinem Neugeborenen verwenden soll. Von meiner Hebamme habe ich „Weleda“ empfohlen bekommen und mich vor der Geburt komplett damit eingedeckt. Ich finde bzw. fand die Produkte auch gut, aber sie haben meinen Ansprüchen bezüglich Inhaltsstoffen, Geruch und Design nicht genügt. Mein Mann Lukas, er ist Arzt und vor allem Unternehmer, hat irgendwann lapidar gemeint: „Entwickle doch deine eigene Pflegeserie!“ Geboren wurde die Idee also bereits während der Schwangerschaft. Wirklich ernsthaft habe ich mich aber erst etwa ein halbes Jahr nach der Geburt damit beschäftigt,

weil ich buchstäblich am eigenen Leib erfahren habe, wie wichtig die Zeit am Wickeltisch bzw. im Bett zwischen meiner Tochter und mir war. Ich habe sie viel massiert, und diese Berührungen haben unsere Bindung enorm gestärkt. Da wusste ich, dass ich mein eigenes Alma Babyöl kreieren will. Worauf legt ihr bei Alma Babycare Wert? Auf höchste Qualität. Bei allem und das absolut kompromisslos – egal, ob es um den Dispenser, das Material der Etiketten oder die Bauern der Aprikosenernte geht. Während der Produktentwicklung habe ich kein einziges Mal daran gedacht: Ist das ökonomisch sinnvoll, wo sollte man sparen etc.? Ich wollte von Anfang an das Beste vom Besten für mein Baby und mich. Wir arbeiten nur mit hochwertigsten Ölen, nutzen regionale

Ihr habt die Produkte gemeinsam mit Doris Brandhuber entwickelt, die man von Less is More kennt. Habt ihr gleich gewusst, dass Sie die perfekte Partnerin ist, um eure Ideen umzusetzen? Lukas ist seit Jahren Kunde in den Friseursalons und kennt Doris schon lange. Er hat sie einfach gefragt, ob sie Lust hat, eine Baby-Pflegeserie mit uns zu entwickeln. Und als wir das erste Mal zusammengesessen sind, war klar, dass das für uns alle gut funktioniert. Doris hat einen sehr, sehr hohen Qualitätsanspruch, einen großen Nachhaltigkeitsgedanken und ist ein absoluter Profi, was ätherische Öle betriff t. Und sie teilt unsere Liebe zu ästhetischem Design. Sie ist selbst Mutter eines Buben und wusste genau, was ich wollte. Ich bin wirklich sehr dankbar, denn ohne Doris wäre Alma Babycare nicht, was es heute ist. Wie sind eure Produkte aufgebaut? Wir haben derzeit vier Pflegeprodukte, und alle sind „Allrounder“ – das heißt, Mutter und Kind können sie verwenden und das unterschiedlich. Ich mag es nicht, wenn ich viele Produkte habe, die jeweils nur einen Bereich abdecken. Unser Öl ist beispielsweise schon als Schwangerschaftsöl toll und dann auch fürs Baby oder als Badezusatz oder als Massageöl. Ich selbst verwende es als Gesichtsöl, weil es so hochwertig ist. Was fandet ihr in der Entstehungsphase besonders schön? Was war schwierig?

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Essen und Gesundheit Von außen und von innen schön: Die Produkte von Alma Organic Babycare (Babyöl, Baby Balsam, Body & Pillow Spray, Baby Shampoo & Waschgel) sind ab Mitte September im Webshop und in ausgewählten Geschäften erhältlich. Vorbestellungen sind ab 1. September möglich. www.almababycare.com

Es gab viele schöne Phasen, aber auch ganz viele Hürden. Es ist nicht einfach, „nebenbei“ ein kleines Unternehmen aufzubauen, das komplett privatfinanziert ist. Ich habe das erste Mal mit meinem Mann zusammengearbeitet, und auch wenn es sehr spannend und auf der einen Seite auch easy ist, weil wir uns schon 10 Jahre kennen und ähnlich ticken, ist es auf der anderen Seite auch schneller konfliktbeladen. Dass wir beide komplett branchenfremd sind, hat manches verkompliziert, viele Dinge haben einfach länger gedauert. Einer meiner schönsten Momente war es, als ich von Doris nach einigen Testläufen das finale Öl in den Händen hielt. Ich war sofort verliebt, und ich wollte es Tag und Nacht an Alma und mir riechen. Ein weiterer Meilenstein war, als das Design und das Packaging – es stammt aus der Feder von Laura Karasinski – fertig war. Da ist man schon sehr stolz.

» Hinter dem Produkt steht letztendlich nach zwei Jahren deutlich mehr als „nur“ eine Flasche mit Öl und Etiketten. «

© Nuno Oliveira (2), Alma Babycare (1)

Jetzt habt ihr gerade euren großen Launch hinter euch – herzliche Gratulation an dieser Stelle! Wie wird es in den nächsten Jahren mit Alma weitergehen? Könnt ihr schon was verraten? Danke! Es bleibt spannend. In erster Linie und aus unternehmerischer Sicht hoffen wir, dass wir mit unserer Marke und unserem Zugang richtig liegen. Hinter dem Produkt steht letztendlich nach zwei Jahren deutlich mehr als „nur“ eine Flasche mit Öl und Etiketten. Wir stehen erst am Anfang einer langen Reise ... Ihr erwartet im Winter euer zweites Kind, ihr betreibt den wunderbaren Blog Salon Mama und habt außerdem auch beide noch Brotberufe – ganz ehrlich: Haben eure Tage mehr als 24 Stunden? Ganz ehrlich: Oft weiß ich es selbst nicht ... Ich arbeite schon seit über 12 Jahren beim Film und liebe es. Lukas ist leidenschaftlicher Unternehmer und Geschäftsführer eines Technologie-Unternehmens. Wir haben beide keine klassischen Arbeitszeiten, und wahrscheinlich sind das auch gerade die Gründe, warum das überhaupt möglich ist. Wenn man Dinge macht, weil man Ideen in die Tat umset-

zen will, entwickelt man einfach ein sehr großes Potenzial und eine ungeheure Kreativität. Dabei ist es umso wichtiger, in den richtigen Momenten den richtigen Fokus zu haben, um nicht mit einem halbfertigen und halbherzigen Bauchladen zu agieren. Die oft zitierte „WorkLife-Balance“ ist ein interessanter Begriff. Er impliziert, dass Arbeit und Leben zwei unterschiedliche, gar konträre Aspekte sind. Da kann man dann als urbaner, zielstrebiger Mensch nur scheitern. Sieht man Work nicht als Work, dann schaut diese Gleichung sofort anders aus. Mein Blogazine Salon Mama ist sehr viel Arbeit, aber es macht auch so viel Freude, dass ich gerne meine Abende und meine Freizeit dafür hergebe. Aber das Wichtigste ist und bleibt natürlich unsere Tochter. Vielleicht kann man es so formulieren: Familie, Beziehung und Beruf verschwimmen bei uns sehr. Und wenn es zu viel ist, steige ich auch auf die Bremse und nehme mir eine kleine Auszeit mit Alma, und wir verbummeln einen Nachmittag am Kutschkermarkt. Wie es dann ab Dezember wird, wenn das zweite Baby kommt, weiß ich noch nicht, aber das werden wir schon sehen … h er bst 2016 |

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Essen und Gesundheit

AUFGEBREZELT! Der Sommer geht zu Ende, aber das ist kein Grund, traurig zu sein. Denn jetzt startet die Herbstsaison – auch bei McDonald’s! Als besonderes Highlight gibt es den Brezel Burger, ein herzhafter Burger passend zu Lederhosen, Dirndl und Festzelt! von markus höller ebenfalls äußerst positiv aufgenommen. McDonald’s hat wieder mal den richtigen Riecher bewiesen, wenn es um hochwertige Systemgastronomie geht! Qualität an erster Stelle Wie immer verwendet McDonald’s auch beim Brezel Burger nur beste Zutaten. Bestes Rindfleisch von heimischen Betrieben mit dem AMA-Gütesiegel, knuspriger Speck, würziger Emmentaler, sowohl paniert als auch fein aufgeschnitten, speziell für McDonald’s in Österreich gebackene Laugenbuns und knackiges Gemüse sorgen für ein himmlisches Geschmackserlebnis. Mahlzeit!

Da geht noch was Wem der Brezelburger immer noch zu wenig ist, der kann ihn sich noch ein wenig nach eigenem Gusto verändern, oder besser gesagt: aufbrezeln. Denn mit der nun schon seit ein paar Monaten etablierten und beliebten my burger-Indi-

vidualisierung am Touch-Display im Restaurant lässt sich noch so einiges machen. Doppelt Speck? Bitte sehr. Statt Fleisch einfach noch eine Scheibe Emmentaler? Kein Problem. Andere Sauce? Wie gewünscht. Dein Brezel Burger kommt dann exakt so, wie du ihn gerne möchtest – er ist aber bereits in der Originalversion von McDonald’s schon richtig g’schmackig. Darüber hinaus sind auch die my burgerSpecials California und Clubmaster erhältlich, eventuell als Nachschlag bei richtig großem Appetit. my burger ist beliebt Das in den letzten Monaten schrittweise in fast allen McDonald’s Restaurants eingeführte my burger-System erfreut sich großer Beliebtheit. Die einfache Menüführung und Vielzahl an Zutaten beflügelt täglich hungrige Gäste zu ausgefallenen, raffinierten und manchmal auch beeindruckend großen Burgern, die selbst die erfahrenen Küchenmitarbeiter immer in Erstaunen versetzen. Die bequemen Zahlungsoptionen und das gut organisierte Abholsystem sowie die appetitliche Präsentation am Tablett werden

Die Besonderheit beim Brezel Burger ist das spezielle Laugenbrötchen. Laugengebäck ist eine regionale Besonderheit im deutschen Sprachraum und bezeichnet Backwaren aus Weizen-Hefeteig, die vor dem Backen in schwache Natronlauge getaucht werden. Die folgenden biochemischen Reaktionen sorgen dann für die weiche, braune und glänzende Kruste und den typisch salzigen Geschmack. Soweit der wissenschaftliche Background. Um die Entstehungsgeschichte allerdings ranken sich viele Mythen; so ist von einem Missgeschick im Jahr 1500 in Schwaben die Rede, involviert sind ein Kübel Lauge, ein Backblech und die Bäckerskatze. Die Münchner wiederum erzählen von einer ähnlichen Panne mit vertauschten Flüssigkeiten im 19. Jahrhundert in einem königlichen Kaffeehaus. Folklore oder nicht – was nun stimmt, ist eigentlich egal. Denn das Ergebnis ist fabelhaft und prägt seither nicht nur die lokale Küche und Wiesnfeste, sondern auch den Brezel Burger!

© McDonald’s Österreich

Ab 15. September heißt es zugreifen beim deftigen Brezel Burger, denn die Kombination aus Laugenbrot, viel Fleisch, gebackenem Emmentaler, Speck, Röstzwiebeln, noch mehr Emmentaler und selbstverständlich Salat, Tomaten und Sauce ist nur kurze Zeit erhältlich. Genauer gesagt bis zum 9. November, dann ist die Festsaison im Herbst wieder vorbei. So muss ein Burger sein, wenn die Nächte wieder länger werden und in den Oktoberfest-Zelten gefeiert wird: herzhaft und richtig mächtig. Dazu gibt’s als Ergänzung noch die beliebten Gitterpommes, die Wiesn Box mit Chicken Nuggets und natürlich die zart schmelzenden Emmentaler-Herzerl – zum Verschenken an dein Herzblatt oder einfach zum alleine Schnabulieren. Passend dazu die Auswahl aus sechs verschiedenen Saucen.

Laugengebäck – Fakten und Mythos

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© Privat

Kochschule

Mürbteig−Zutaten

l * 200 g weißes Meh e Klei g 100 * * 25 g Butter * 80 g Zucker * 3 EL Honig * 1 Ei , aufgelöst in 2 EL * 1 Prise Trockengerm lauwarmer Milch r 1 * Prise Vanillepulve

Füllung−Zutaten

l * 4 geschälte Äpfe ker * 35 g Zuc otten * 4 zerbröselte Bisk e Klei EL 1 * * etwas Zimt Marille) * 1 EL Marmelade (z.B.

Rezept von Klara Wa gner, Kärnten

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cht? Lieblingsgeri Habt ihr ein : an e tt bi zept E-Mail mit Re azin.at ag im tip @ le kochschu

Apfelkuchen mit Kleie Zubereitung Mürbteig 1 Alle Zutaten zusammen kneten (am besten mit Hilfe einer Küchenmaschine). Den Teig mit der Hand nochmals gut durchkneten und zu einer Kugel formen. 2 Mindestens 30 Minuten im Kühlschrank rasten lassen.

3 Den Teig nochmals gut durchkneten und eine ausgebutterte Quiche- oder Springform großzügig damit auslegen und den Rand etwas an den Seiten hochdrücken.

Zubereitung Füllung

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4 Die Äpfel vierteln, entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Mit 25 g 8

DER APFEL – WAS IST DRIN? Der Apfel besteht zu rund 85 Prozent aus Wasser und ist mit ca. 50 bis 70 kcal/Stück ideal als kalorienarme Zwischenmahlzeit. Schnell verfügbare Kohlenhydrate (Frucht- und Traubenzucker) verleihen dennoch rasch Energie. Äpfel enthalten Folsäure und Vitamin C – der

Gehalt ist dabei abhängig von der Sorte. Zudem enthalten sie viele Mineralstoffe wie Kalium, Eisen, Magnesium oder Kalzium sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Der hohe Anteil an Ballaststoffen, enthalten in Form von Pektin und Cellulose, fördert die Verdauung und wirkt vorbeugend gegen Verstopfung.

Zucker und etwas Zimt bestreuen, gut durchrühren und ziehen lassen. Den fertigen Teig mit einer Gabel einige Male einstechen. Kleie und Biskotten vermischen und darüberstreuen. Das Backrohr auf 180 Grad vorheizen. Die Apfelscheiben im Kreis etwas übereinander liegend auflegen und mit dem restlichen Zucker bestreuen. Den Kuchen bei 180 Grad ca. 30 Minuten lang backen. 1 EL Marmelade mit etwas Wasser aufkochen und die Äpfel damit bestreichen. Weitere 10 Minuten ins Backrohr. Abkühlen lassen und am besten lauwarm servieren. h er bst 2016 |

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© Rote Nasen/Jürgen Hammerschmid (1), Name it (1), Ma’Schu-ting Fotodesign (2), Hersteller (6)

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Der Mampf beginnt

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Rauf auf den Baum! Baumklettern – das kann doch wirklich jedes Kind! Weit gefehlt: 49 Prozent der Kinder zwischen vier und zwölf sind noch nie auf einen Baum geklettert – zumindest in Deutschland, wie eine Umfrage im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung besagt. Schade, denn das Kraxeln vermittelt Selbstvertrauen und schult die motorischen Fähigkeiten.

Bonjour, Monsieur Das ist Monsieur Fuchs, ein galanter Herr aus Frankreich mit einer besonderen Vorliebe für Baguette, Käse und Rotwein. Aber auch im Kinderzimmer fühlt er sich wohl! Handbemalte Fuchspuppe von Foxella & Friends, um € 35,– bei www.haselundgretel.at

Kai, ein übernatürlicher Bösewicht, will jeden einzelnen Kung-Fu-Meister in China vernichten. Nun muss Po seine tollpatschigen Panda-Verwandten innerhalb kürzester Zeit zu Kämpfern machen, um den Bösewicht aufzuhalten. Ein neues, aberwitziges Abenteuer für die ganze Familie! Kung Fu Panda 3 – Jetzt als Blu-ray 3D, Blu-ray, DVD und Digital HD erhältlich! Hier gibt’s 2 DVDs und 2 TShirts zu gewinnen: gewinn@tipimagazin. at, Einsendeschluss: 13.11.2016

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bis

Warteräumen sitzen , zum Smartphone greifen . Bei Frauen 57. Was die wo hl davor machen? In de r Handtasche kramen? Quelle: “I don´t want to miss a thing“. A psychologi cal study by the Universities of Wür zbu rg and Nottingham Trent for Kas per sky Lab

Fang sie alle! 20 Jahre nach ihrem erstmaligen Erscheinen geben die Pokémon heuer ein kräftiges Lebenszeichen von sich. Wer sich nicht nur am Handy als Trainer betätigen will, schnappt sich die Wurf- und Spielbälle mit den bunten Monstern von Tomy: Auf den Boden geworfen, zeigt jeder Ball eine Punktzahl an – wer die höhere Zahl hat, gewinnt und wird zum ultimativen Pokémon-Champion. Geeignet ab 4 Jahren, um je € 14,99. Hier gibt’s drei kultige Pokébälle zu gewinnen: gewinn@tipimagazin.at, Einsendeschluss: 13.11.2016

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Hand in Hand mit den Stars Für fünf Kinder aus Österreich wurde am 18. Juni ein Traum wahr: Als Teil der McDonald’s Fußballeskorte begleiteten sie bei der UEFA EURO 2016 die österreichische Nationalelf auf das Spielfeld. Zwei davon haben uns von ihren Eindrücken beim Fußball-Highlight erzählt. von markus höller Fünf Kinder aus Österreich hatten dieses Jahr das große Glück, als Gewinner der McDonald’s Fußballeskorte gezogen zu werden und somit in Frankreich die Eröffnungszeremonie vor einem der Europameisterschafts-Spiele hautnah zu erleben. Hautnah, das heißt: Anreise mit Begleitperson im Flugzeug, Unterbringung in einem erstklassigen Hotel,

Sightseeing und der Besuch des Stadions außerhalb der Spielzeiten. Dann im speziellen McDonald’s-Dress an der Hand von einem österreichischen Fußballstar zum Beginn des Spiels ins Stadion einlaufen, in die unglaubliche Atmosphäre direkt am Rasen eintauchen. Und letztendlich reich beschenkt mit einer prall gefüllten Sporttasche samt Erinnerungsmedaille,

offiziellem Ball und dem Dress wieder heimkommen. Für Alexander Feldinger, 7, und Lena Haider, 9, war die Reise nach Paris ein unvergesslicher Trip, den sie ihr Leben lang in Erinnerung behalten werden. Gelungene Überraschung Lena Haider aus Leoben ist sportbegeis-

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Nils, 10 Jahre, aus Wien (Erster von links), mit ÖFB-Kapitän Christian Fuchs, Alexander Feldinger, 7 Jahre, aus Eggelsberg in Oberösterreich (Zweiter von links), mit ÖFB-Tormann Robert Almer, Lena Haider, 9 Jahre, aus Leoben in der Steiermark (Dritte von links), mit ÖFB-Verteidiger Sebastian Prödl, Lea Parfuß, 9 Jahre, aus Statzendorf in Niederösterreich (Vierte von links), mit ÖFB-Mittelfeldspieler Stefan Ilsanker und Fabian Högerl, 6 Jahre, aus Hornstein im Burgenland (Fünfter von links), mit ÖFB-Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger.

Ihre Mama als Begleitperson genoss ebenfalls sichtlich den Aufenthalt in der französischen Hauptstadt. Zu verdanken hatten sie den Gewinn übrigens der umtriebigen Oma, die konsequent schon seit Jahren immer wieder an den Wettbewerben von McDonald’s teilnimmt und die Enkelkinder zu besonders aufwendigen Einsendungen motiviert. Bahn, Flug, Spiel Auch für den 7-jährigen Alexander Feldinger aus Eggelsberg kam das bisher größte Abenteuer seines Lebens ziemlich unverhofft. Bei einem McDonald’sBesuch in Salzburg im Zuge einer Altstadttour mit seinen Eltern füllten sie spontan eine Teilnahmekarte aus – und gewannen tatsächlich! Mit der Mama als Begleitperson ging es dann am 17. Juni zuerst nach Salzburg, dann mit dem Zug weiter nach Wien und von dort mit dem Flugzeug nach Paris, ebenfalls zum EM-entscheidenden Spiel Öster-

Ein magischer Moment für Spieler und KinderEskorte: die Minuten vor dem Spiel mit der Kulisse aus Zehntausenden Menschen. Unvergesslich!

© McDonald’s (1), Getty Images (1)

tert und besucht immer wieder regionale Fußballspiele als Zuschauerin. Als die Verständigung über den Gewinn der begehrten Eskorte-Tickets ins Haus schneite, war die Überraschung groß – eine Einladung zum Knüller Österreich– Portugal in Paris. Wie wir heute wissen, der einzige Punkt unseres Teams beim Bewerb, und das ausgerechnet gegen den späteren Turniersieger. Lena durfte an der Hand von Werder Bremen-, jetzt Watford-Legionär Sebastian Prödl einlaufen und war von der Kulisse des Parc des Princes-Stadions in Paris vor 45.000 Zusehern mehr als beeindruckt. Besondere Freude hatte sie mit den vielen Goodies, die sie mit nach Hause nehmen durfte. h er bst 2016 |

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© Christian Husar (1), Christian Leopold / www.neumayr.cc (1)

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» Mein Traum ist in Erfüllung gegangen: Ich war Robert Almers Glücksbringer! « Alexander, 7 Jahre

» Das Beste war, dass ich zusammen mit meinem Vorbild Sebastian Prödl einlaufen durfte. « Lena, 8 Jahre reich–Portugal. Ein ganz besonderer Moment, denn Alexander ist noch nie vorher geflogen und kannte als Auslandsurlaube bisher nur Italien und Liechtenstein. Eine Riesenmetropole wie Paris ist da schon was Besonderes! Besichtigungstouren, komfortable Unterbringung und diverse Termine später konnte Alexander dann tatsächlich an der Hand von Teamtormann, Austria-Keeper und RonaldoBezwinger Robert Almer einlaufen. „Ich hab geglaubt, mir fallen die Ohren ab“, schildert Alexander sehr bildhaft den seiner Meinung nach gewaltigen Lärm beim Einlauf ins Stadion. Dann sah er sich von den besten Plätzen aus das Spiel an und war schwer begeistert.

Mitmachen ist der erste Schritt Obwohl Alexander und seine Eltern also nur aus einer Laune heraus und ganz spontan mitgemacht haben – ganz im Gegensatz zum methodischen Vorgehen von Lenas Oma –, hat es geklappt mit einem Hauptgewinn. Man sieht also, mitmachen zahlt sich aus. Wer immer wieder auf www.mcdonalds.at/familien/kidssport reinschaut, kann so seine Chancen auf eine tatsächliche Teilnahme stark erhöhen und vielleicht auch eines Tages an der Hand von David Alaba in einem fernen Land am Rasen stehen! Die McDonald’s Fußballeskorte ist seit 2002 fester Bestandteil der internationalen Fußball-Events. Als Kooperationspartner der UEFA bietet McDonald’s Kindern von 6 bis 10 Jahren aus ganz Europa die Möglichkeit, eine wichtige Rolle bei den größten Fußballturnieren der Welt einzunehmen.

Lena Haider und Alexander Feldinger, zwei der Gewinner der Fußballeskorte bei der UEFA EURO 2016, machen im Dress und mit Ball eine gute Figur.

Eine Erinnerung fürs Leben Flug, Auslandsaufenthalt, Jetset – für alle Kinder ein bleibender Eindruck fürs Leben. Der Einlauf ins Stadion, die unmittelbare Nähe zu absoluten Superstars und das Dabeisein bei so wichtigen Spielen sind eine Erfahrung, die die meisten Menschen nur einmal im Leben machen – wenn überhaupt. McDonald’s ist stolz darauf, junge Menschen (und natürlich deren Begleit-

Nächste Spiele: Österreich–Wales, 6. Oktober 2016 Österreich–Irland, 12. November 2016

personen) mit dieser Art von Veranstaltung eine Freude zu machen, zu inspirieren und ihnen etwas mitzugeben, woran sie sich immer erinnern werden. Wer also sportund reisebegeisterten Kindern im Alter zwischen 6 und 10 Jahren ein unvergessliches Erlebnis bereiten will, sollte schon jetzt bereit sein – in zwei Jahren gibt es wieder eine Fußball-Weltmeisterschaft. Darüber hinaus bieten sich aber immer wieder Gelegenheiten, auch bei Freundschaftsspielen oder im Rahmen von Qualifikationen als Eskorte-Kind mitzumachen. Mehr zum Thema McDonald’s und Fußball gibt es unter www.mcdonalds.at/familien/kids-sport

McDonald’s Österreich fördert gemeinsam mit dem ÖFB die ganz jungen Kicker, um sie für den Vereinssport zu begeistern. Auf www.superklub.at findet man alle Fußballvereine in seiner Nähe – und bestimmt den richtigen fürs Kind.

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UNSERE SUPERKRÄFTE SIND DAS EINZIGE, WAS BEI UNS NORMAL IST

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Freie Zeit

Hausbesuch bei Kater Kurt

© ORF/Günther Pichlkostner (1), Alexander Kords (4)

Die ORF-Sendung „Hallo okidoki“ mit Robert Steiner, Christina Karnicnik und Kater Kurt gehört für viele Kinder zum Pflicht-Fernsehprogramm. Tipi hat zwei kleine Fans hinter die Kulissen mitgenommen. von alexander kords

Ein unscheinbarer weißer Gebäudekomplex im 23. Wiener Gemeindebezirk. Darin befinden sich die Büros von Tower10, der Produktionsfirma, die das ORF-Kinderprogramm „okidoki“ herstellt. Gerade – es ist Ende Juni – finden die Dreharbeiten zu „Hallo okidoki“ für die Sommerferien statt, und zwei kleine Fans können dabei zuschauen. Rafael, zehn Jahre alt, und der achtjährige Kelvin sind so aufgeregt, dass sie und ihre Begleiterin, Rafaels Mama Carina, schon eine halbe Stunde vor der vereinbarten Zeit vor dem Gebäude von Tower10 auftauchen. Und als hätte er es geahnt, legt gerade einer der Stars von „Hallo okidoki“ eine Pause ein: Wie ein Ein-Mann-Empfangskomitee

steht Moderator Robert Steiner vor der Tür und empfängt die beiden Buben mit offenen Armen. Kurz darauf begrüßt uns auch Margit Titze, die Programmplanerin von Tower10, die sich in den nachfolgenden drei Stunden die Zeit nimmt, uns durch die Hallen der Fernsehproduktion zu führen. Schminke und Gewänder Unsere erste Station ist die Maske. Vor einem Spiegel stehen und liegen hier allerhand Puder, Cremes, Pinsel und Stifte und warten auf ihren Einsatz auf den kameraerprobten Gesichtern. Weil die Dreharbeiten schon Stunden vor unserer Ankunft begonnen haben, ist

Robert Steiner bereits fertig geschminkt. Stattdessen schauen wir uns eine Mappe mit großflächigen Fotos des Moderators an. Frau Titze erklärt uns, dass vor jedem Umziehen ein Bild gemacht wird. So wird sichergestellt, dass Robert bei Szenen, die nicht in chronologischer Reihenfolge gedreht werden, trotzdem die gleichen Kleidungsstücke trägt. Gleich nebenan befindet sich der Kostümraum. Genau genommen sind es sogar zwei Zimmer, in denen lange Stangen voller Kleidungsstücke sämtliche Wände einnehmen. In einer Ecke entdecken Rafael und Kelvin sogar mehrere Bärenkostüme in unterschiedlichen Farben und Größen. Kostümbildnerin Shaghayegh wirft keines

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Freie Zeit

Ab dem 10. September ist „Hallo okidoki“ mit neuen Folgen auf Sendung – immer samstags und sonntags ab 7.25 Uhr in ORF eins.

hen in die Garderobe gebracht, und Visagistin Vicky pudert Robert ab. Die heißen Scheinwerfer im Studio bringen nämlich selbst einen erfahrenen Moderator ins Schwitzen.

der benutzten Kostüme weg, schließlich weiß man nie, was sie noch mal brauchen und mit ein paar Schnitten und Stichen in ein vollkommen neues Kleidungsstück verwandeln kann. Vor der grünen Wand Die nächste Station unserer Tour ist eine riesige Halle, in der üblicherweise Beiträge für Sendungen wie „ABC Bär“ und „Knall Genial“ gedreht werden. In einem Bereich der Halle stehen mehrere Toiletten aus unterschiedlichen Zeitepochen, die für letztere Sendung gebaut worden sind, während in einem anderen Teil verschiedene Kulissen auf ihren nächsten Einsatz warten. Eine Wand ist vollkommen grün und dient dazu, einen beliebigen Hintergrund hinter die Darsteller zu projizieren. Von Rafael, der ein grünes T-Shirt und grüne Schuhe trägt, wären vor dem Green Screen nur der Kopf und die Hose zu sehen, erklärt Frau Titze. Und dann ist der Moment endlich gekommen, auf den Kelvin und Rafael gewartet haben: Sie dürfen bei der Aufzeichnung von „Hallo okidoki“ zusehen. Zunächst betreten sie die Regie, wo Regisseur Bernhard und Cutterin Lisa vor mehreren Bildschirmen sitzen. Hinter ihnen steht Redaktionsleiterin Jenny, die so etwas wie die Verbindungsfrau zwischen der „okidoki“-Redaktion und Thomas Brezina ist, der die Moderationstexte geschrieben hat. Wir sind auch gleich Ohrenzeugen davon, wie Jenny durch die Sprechanlage ein paar Änderungen durchsagt. „Robert, da muss mehr Überzeugung

rein“, sagt sie und „Kurt, dein Text geht aber ein bisschen anders“. Durch ein Fenster können wir ins Zimmer nebenan schauen – und erblicken neben Robert Steiner und der wohlbekannten „Hallo okidoki“-Kulisse den zweiten anwesenden Star der Sendung: Kater Kurt. Kater Kurt ist kitzlig Die plüschig-braune Katze mit den großen grünen Augen albert ein wenig herum, während sie auf die nächsten Aufnahmen wartet. Belustigt schauen Rafael und Kelvin abwechselnd durch das Fenster und auf die Bildschirme und warten ungeduldig darauf, ins Studio gelassen zu werden. Und nachdem die Szene im Kasten ist, dürfen sie endlich. Zum zweiten Mal heute springen sie auf Robert zu und sparen auch bei Kurt nicht mit Umarmungen. Der ist ziemlich kitzlig und kann bei den stürmischen Streicheleinheiten der Jungs nicht mit dem Kichern aufhören. Dann muss aber wieder Ruhe einkehren, denn die nächste Aufnahme steht auf dem Programm. Kurt wird von Redakteurin Anna zum Umzie-

Das Märchen vom Mondstein Beim nächsten Take dürfen wir sogar im Raum bleiben – allerdings ohne lachen zu dürfen. Und das ist schwer genug angesichts des witzigen Dialogs, den Robert und Kurt da aufsagen. Kurt hat seinen Urlaub auf dem Mond verbracht und zum Beweis einen Mondstein mitgebracht. Robert, der das partout nicht glauben will, verspricht Kurt einen Fisch für einen Beweis – und den bekommt er auch: in Form eines Steins, auf dem in großen Buchstaben „Mondstein“ geschrieben steht. Weil die abschließende Pointe etwas hakt, legen Jenny und Robert gemeinsam Hand an und ändern das Ende des Dialogs spontan um. Wir dürfen noch eine Weile beim Treiben in den „Hallo okidoki“-Kulissen zuschauen und machen uns dann auf zum letzten Teil unserer Tour. Eine Station ist dabei das Tonstudio, in dem der mutige Kelvin ein paar Aufnahmen in der Sprecherkabine machen darf. Nach einem Zwischenstopp in den Büros der Tower10-Redaktion, wo Kelvin und Rafael Autogrammkarten von Thomas Brezina bekommen und sich jeweils ein Buch des Autors aussuchen dürfen, findet die „Hallo okidoki“-Tour langsam ihr Ende. Robert Steiner und Kater Kurt bringen sich noch mal für letzte Erinnerungsfotos in Position, wir bedanken uns für alles und verabschieden uns. Und für Rafael und Kelvin geht ein Nachmittag zu Ende, an den sie sich wohl noch länger erinnern werden. h er bst 2016 |

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Basteltipp

Pfeilschnelle

Murmelbahn Material

Karton, ca. 45 x 65 cm Schwarze Malfarbe  Pinsel  ca. 15–20 Klopapierrollen





Schere Bastelkleber  Nagel  Pfeifenputzer  Plastikflasche







Locher Murmeln zum Spielen

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8 © Coppenrath Verlag



1 Male den Karton mit Malfarbe schwarz an. 2 Halbiere mehrere Rollen der Länge nach. Schneide die Ecken rund. 3 Klebe nun halbe und ganze Rollen zu unterschiedlich langen Bahnen aneinander. 4 Konstruiere deinen Parcours und lege die Teile zu einer Bahn auf der Pappe. Achte darauf, dass die Murmel immer aufgefangen wird. 5 Bohre mit einem Nagel mittig über und unter den Rollen ein Loch. Fädle die Pfeifenputzer durch, sodass eine Schlaufe um die Rollen liegt. Verdrehe sie hinten. 6 Biege aus Pfeifenputzern bunte Pfeile und schmücke deine Murmelbahn damit. 7 Schneide mit Hilfe eines Erwachsenen den oberen Teil einer Plastikflasche ab. Loche den Rand und fädle einen Pfeifenputzer als Spirale hindurch. Stecke ihn als Trichter an den Anfang der Bahn. 8 Nutze den unteren Teil der Plastikflasche als Auffangbehälter. Bringe aus Pfeifenputzerresten zwei Ösen am oberen Rand der Pappe an und hänge die Murmelbahn auf. Und jetzt kommt der große Test: Findet deine Murmel ins Schälchen, wenn du sie oben einwirfst?

Katja Enseling & Ruth Niehoff: Mach was draus! – Lustig bunte und kreativ geniale Ideen; Coppenrath Verlag, ISBN 978-3-649-66956-2, € 14,95 Aus Alltäglichem wird was Besonderes: über 60 Bastelideen mit Klorollen, Eierkartons, Streichholzschachteln und Papiertellern.

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Gute Laune hoch zwei

Interview

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Mit #zwilling erfüllen sich die Lochis einen ihrer größten Träume: erstmals auf einem eigenen Album eigenes Material veröffentlichen und dann im Rahmen einer Tour dem Livepublikum präsentieren. Tipi traf die sympathischen Zwillinge schon vorab und lud zum Kurzinterview. von markus höller

&

Zwei Millionen YouTube-Follower. Zahlreiche Publikumspreise und Auszeichnungen. Co-Regie und Hauptrollen in einem Kinofilm. Und mit erst 17 Jahren auch noch so nebenbei die Matura geschafft. Man könnte sagen, es läuft für Heiko und Roman Lochmann, kurz Die Lochis. Aber damit geben sie sich nicht zufrieden, ihr erstes Album ist fertig und sprüht vor Energie und guter Laune. Kein Zufall, denn mit jeder Menge Inspiration aus einem langen Kalifornien-Aufenthalt und positiver Grundhaltung scheint den Zwillingen aus Hessen praktisch nichts unmöglich zu sein. Im Interview gelingt es fast nicht, immer nur einem der beiden zu folgen, da sie oft gemeinsam antworten oder sich ergänzen – daher sind die Antworten der Einfachkeit halber als Lochis zusammengefasst.

Apropos Film: Gibt es einen Lieblingsfilm, einen Lieblingsschauspieler? Seid ihr Cineasten? Eigentlich nicht. Wir haben schon recht früh angefangen, mit Handy und so einer Kinderkamera selbst Clips zu drehen, da hatten wir gar nicht so viel Zeit, um uns andere Sachen anzusehen. Und wir lernen ständig dazu, vor allem die Produktion unseres Kinofilms war eine sehr interessante Erfahrung. Sonst sehen wir nicht viel Filme oder Serien – außer „Game of Thrones“. Zurück zur Musik ... Habt ihr bestimmte

gewin n!

© Delia Baum, Warner Music

Film, Musik, YouTube – ihr seid ja überall vertreten. Gibt es einen Bereich, der euch besonders am Herzen liegt? Die Lochis: Musik! Definitiv! Musik war für uns immer schon die größte Leidenschaft und auch der erste Weg, wie wir uns kreativ ausdrücken konnten. Natürlich ist YouTube auch sehr wichtig, schließlich waren unsere Videos der Einstieg ins Showgeschäft, das hat alleine schon sentimentalen Wert. Und Film! Wir haben bei „Bruder vor Luder“ ja selbst Co-Regie geführt – beim Film ist halt schon alles viel größer, als wenn man selbst YouTube-Clips macht. Alleine, wie viele Leute man für den Ton braucht! Trotzdem: Musik hat Priorität.

mach mit

Einflüsse oder Vorbilder, die eure Musik formen? Hauptsächlich aktuelle Sachen. Wir sind Fans von Cro, schon von Anfang an, aber auch Justin Bieber und früher Tokio Hotel sind Favoriten. Und Hip-Hop. Wobei gar nicht so sehr der Künstler, sondern die Qualität von Song und Produktion für uns wichtig ist. Old-School-Material kennen wir aber eigentlich gar nicht. Und welcher Aspekt des Musikmachens ist für euch am schönsten? Der Songwriting-Prozess. Das Einfangen einer Idee und das Weiterausarbeiten, bis ein fertiger Song daraus wird – das ist wunderschön. Und wenn man dann seinen Song live spielt und plötzlich singen Tausende Leute mit, das ist einfach das beste Gefühl. Wir lassen uns aber gerade bei der Musik viel Zeit und möchten jeden Song so perfekt wie möglich produzieren. Wir wollen da 100 % dahinterstehen! Das Abitur habt ihr in der Tasche, gibt es Pläne für eine weitere Ausbildung? Erst konzentrieren wir uns mal voll auf unsere Karriere: das Album promoten, auf

Tour gehen, und dann sehen wir weiter. Außerdem wüssten wir gar nicht, welchen anderen Beruf wir ergreifen sollten. ... und solange die Fans hinter euch her sind. Wie sind eure Erfahrungen mit euren Fans? Eigentlich durchwegs positiv! Es ist immer schön, die echten Menschen hinter all den Likes und Profilbildern kennenzulernen. Natürlich sind hin und wieder auch weirde Dinge dabei, Heiratsanträge zum Beispiel. Oder das heimliche Verlassen von Hotels mit Kapuze und Sonnenbrille, weil es nicht mehr anders geht. Klar ist manchmal die Privatsphäre eingeschränkt, aber wir genießen es. Und der Lärm, den die Fans oft machen – vor allem die österreichischen Fans sind hier wirklich weit vorn! dielochis.de TERMINE: 06.11.16 Congress Saal Dogana, Innsbruck 14.01.17 Gasometer, Wien 15.01.17 Orpheum, Graz

Wir verlosen 2x2 Tickets für das Wien-Konzert am 14.01.17: gewinn@tipimagazin.at (Einsendeschluss: 13.11.16) h er bst 2016 |

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Freie Zeit

Schauen, Spielen, Lesen, Hören Endlich kein schlechtes Gewissen mehr, wenn wir mal lieber zu Hause bleiben als nach draußen gehen. Und mit passender Unterhaltung macht’s noch mehr Spaß.

0 – 3 Jahre

Finde den Fehler. Auf dieser Baustelle stimmt doch irgendetwas nicht … Was macht die Schlange am Kran, und ist da nicht zwischen all den Planierraupen eine echte Raupe? Die bunte Baustelle – Wo ist der Unterschied? von Nastja Holtfreter, Magellan. Ab 2. Um € 8,20.

Fast wie die Großen. Kein Piepsen oder Quietschen: lautloses, robustes Handy für den ersten Anruf bei Oma und Opa. Aus Ökoholz aus Kautschukbäumen. My first Phone von Plan Toys. Ab 1. Um € 9,50 bei www.tausendkind.at

Babyunterhaltung. Rasselt, knittert und baumelt lustig über dem Baby rum. Aus zertifizierter Biobaumwolle. Sensorik-Spiel Fuchs von Franck & Fischer. Ab 0. Um € 29,– z.B. bei www.goldkind.wien

Frech & poetisch. Rabe Franz erfreut sich, ganz im Gegensatz zu seinem Bruder Kurt, an ganz Alltäglichem – der Sonne, dem Wasser, der Luft. Es kommt nur auf die Perspektive an! Rabenduft von T. Sautner & T. Kriebaum, Picus. Ab 3. Um € 15,–.

Fantasiereise. Ein kleines Mädchen verliert alle Buchstaben aus einem Buch und erfindet schließlich selbst wunderbare Geschichten. Eine Liebeserklärung an die eigene Fantasie! Der Fuchs und die verlorenen Buchstaben von P. Zagarenski, Knesebeck. Ab 5. Um € 13,40.

Tierischer Animationskracher. Der bislang erfolgreichste Kinofilm des Jahres rund um Hasen-Polizistin Judy Hopps und Trickbetrüger Nick Wilde. Echt lustig! Zoomania von Disney. Blu-ray 3D & Bluray 2D um ca. € 37,–.

4 – 6 Jahre

Coole Hoheit. Prinz sucht Prinzessin – aber keine so zimperliche wie die Prinzessin auf der Erbse soll es sein! Märchen ohne Rollenklischees. Die Prinzessin auf dem Kürbis von H. Janisch & L. Wolfsgruber, Jungbrunnen. Ab 5. Um € 14,95. 68 | h er bst 2016

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Nur nicht fallen! Zwischen den Spielern steht eine Mauer. Jeder versucht, möglichst viele Raben auf seiner Seite zu halten und die Raben der Gegenseite von der Mauer zu schubsen. Raben schubsen von Moses. Ab 5. Um ca. € 20,–.

Fabelhafte Bildwelten. Nach 107 Jahren in der Großstadt muss Krokodil Gaspard raus in die weite Welt. Eine Reise ins Unbekannte, bei der er auch Neues über sich selbst lernt. Die fabelhafte Reise des Gaspard Amundsen von L. Fuchs & M. Gülich, ThienemannEsslinger. Ab 4. Um € 15,50.

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© Hersteller, Verlage, Verleiher, Simone Porteder (Illustration)

7 – 9 Jahre

Mysteriös. Anna will nicht gemeinsam mit ihren Brüdern Geburtstag feiern. Im Traum verspricht ihr eine alte Dame namens Papay eine Lösung. Doch war es wirklich ein Traum? Kastanienallee 8 – Annas Geheimnis von A. Jacobi, Ueberreuter. Ab 8. Um € 10,30.

Spiel der Spiele. Mit bunten Plättchen unterschiedlicher Wertigkeit soll der Platz für das große Elefanten-Festival prächtig gestaltet werden. Doch aufgepasst: Die Mitspieler kommen sich ständig in die Quere. Kerala von Kosmos. Ab 8. Um € 29,99.

Wendebuch. Goldminen in Südafrika, Vulkanausbrüche, Gespensterfische, Abwasserkanäle, U-Bahn-Schächte ... eine grafisch beeindruckende Reise in unbekannte Welten. Unter der Erde/Tief im Wasser von A. & D. Mizielinscy, Moritz. Ab 7. Um € 29,90.

Schöne Sammlung. 50 Kinderzimmer-Klassiker von A wie „Aschenputtel“ bis V wie „Von dem Fischer und seiner Frau“. Die 50 schönsten Märchen der Brüder Grimm auf 7 CDs, Oetinger Audio. Ab 8. Um € 20,60.

Ungleiche Freunde. Ratchet und Clank müssen die Galaxie Solana vor ihrem größten Feind retten, dem Alien Drek, der das gesamte Universum bedroht. Filmadaption des erfolgreichen Videospiels. Ratchet & Clank, Blu-ray ab um € 15,99.

Ab 10 Jahren Großartiges Abenteuer. Ein Mann stürzt ins Wasser, ein Seemann wird angeklagt. Gorilladame Sally Jones will die Unschuld ihres Freundes beweisen und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise um die halbe Welt. Sally Jones – Mord ohne Leiche von J. Wegelius, Gerstenberg. Ab 9. Um € 20,60. Übernatürlich. Ein Serienkiller ist unterwegs. Die Polizei glaubt, es mit einem gewöhnlichen Verbrecher zu tun zu haben, aber Detektiv Jackaby ist überzeugt, dass es sich um kein menschliches Wesen handelt. Jackaby von William Ritter, cbt. Ab 13. Um € 10,30.

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Skurriles Duo. Ben hält nicht viel von seiner Oma, bis er in einer Keksdose Juwelen findet und hinter ihr ungewöhnliches Hobby kommt. Kurzerhand geht er mit auf Beutezug ... Gangsta-Oma von David Walliams, 3 Audio-CDs, argon. Ab 10. Um € 17,50.

Lustige Buchstaben. Die Spieler denken sich zu Aufgaben passende Begriffe aus, die es in der Realität nicht gibt: „Was ist die elfte Disziplin beim Zehnkampf?“ oder „Wie heißt ein Westernheld?“ Dann müssen sie ihre Tipps abgeben, welches Krazy Word wohl zu welcher Aufgabe passt. Krazy Wordz von fishtank. Ab 10. Um ca. € 20,–. som m er 2016 | 69

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© Constantin Film

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Kleine Männer, großes Herz Ein Bub ohne Familie trifft seinen Vater, doch der entspricht so gar nicht den (Achtung: Stichwort) GROSSEN Erwartungen. Mit Herz und Humor zaubert „Auf Augenhöhe“ aus einer tristen Ausgangslage einen Feel-GoodFilm für die ganze Familie. von max gfrerer Man darf es ja nicht laut sagen und den Teufel an die Wand malen, aber dieser Sommer hatte da ein paar Tage dabei, die – jetzt rutscht es einem doch heraus – herbstlich anmuteten. Zeit also, die Aktivitäten zumindest tendenziell von draußen Richtung indoor zu verlagern. Was eignet sich da besser als ein Film wie „Auf Augenhöhe“ für die ganze Familie, bei dem einem auch an frischeren Tagen warm ums Herz wird.

Zurück im Heim, finden die anderen Kinder heraus, dass Michis Papa kleinwüchsig ist und beginnen den Buben zu schikanieren. Als das Mobbing unerträglich wird, ist der Ausbruch aus dem Waisenhaus die einzige Lösung. Als Zufluchtsort muss nun ausgerechnet Tom dienen. Es bildet sich zunächst eine Zweckgemeinschaft, in der beide nebeneinander koexistieren, doch nach und nach erkennen Vater und Sohn, was sie aneinander haben.

Enttäuschte Erwartungen Begegnen Sie dem zehnjährigen Michi (Luis Vorbach). Seine Mutter starb, als er fünf war, und seinen Papa hat er nie kennengelernt. Durch einen mysteriösen Brief erfährt der Waisenjunge den Aufenthaltsort seines Vaters und beschließt, sich mit großen Erwartungen im Gepäck aufzumachen, um ihn kennenzulernen. Als er ihn findet, zerplatzen die heroischen Vorstellungen wie Seifenblasen. Sein Vater heißt Tom (Jordan Prentice) und ist kleinwüchsig. Sogar Michis überschaubare Statur überragt jene seines Erzeugers. Ohne sich erkennen zu geben, verschwindet der frustrierte Junge und ahnt nicht, dass der Ärger nun erst richtig losgeht.

Für die ganze Familie Selten gab es einen Kinderfilm, der dermaßen unterhaltsam für unsere Jüngsten und gleichzeitig mit erwachsenen Botschaften angereichert ist, die sich am besten jeder Kinozuschauer mit auf den Heimweg nehmen sollte. „Auf Augenhöhe“ gelingt dieser Spagat dank sympathischer Darsteller sowie einer berührenden Geschichte spielend und ist damit für die ganze Familie empfehlenswert. Luis Vorbach war beim Dreh neun Jahre alt und spielt in „Auf Augenhöhe“ den zehnjährigen Waisenjungen Michi. Im Interview spricht Luis über Botschaften und Berufswünsche.

Du bist in deiner ersten Hauptrolle in fast jeder Szene zu sehen. War der Dreh für dich mehr Spaß oder Anstrengung? Luis Vorbach: Spaß hat’s schon gemacht, sogar sehr. Und anstrengend? Nee, da ist das Schultraining anstrengender. Wie hast du denn die Schule und die Drehtage unter einen Hut gebracht? Es ging eigentlich. Ich musste nicht so richtig lernen. Wir haben in den Sommerferien gedreht und zwei Wochen am Anfang von der Schulzeit. Da ist noch nicht so viel zu tun. Wie viel Luis steckt eigentlich in Michi? Ja, ausrasten kann ich schon, und der Michi ist ebenfalls sehr sportlich. Ich habe schon viele Ähnlichkeiten, bin auch lebhaft. Wie gut hast du dich mit deinem FilmPapa Jordan Prentice verstanden? Seine Rolle hat er ja auf Englisch gesprochen, während du auf Deutsch geantwortet hast ... Wir haben uns richtig gut verstanden. Er konnte zwar kein Wort Deutsch und ich auch nicht so gut Englisch. Wenn ich

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» Ich will Automechaniker werden, das würde mir Spaß machen. « ihm etwas erklären wollte, haben wir halt Pantomime gemacht – irgendwie haben wir uns immer verstanden. Ist die Schauspielerei etwas, das du später im Erwachsenenalter hauptberuflich machen willst? Es macht schon Spaß, aber was ich später machen will, weiß ich jetzt noch gar nicht. Gibt es denn auch andere Berufswünsche? Ja, ich will Automechaniker werden, das würde mir Spaß machen. Aber vielleicht eh auch Schauspieler. „Auf Augenhöhe“ steckt voller moralischer Botschaften, zum Thema Mobbing beispielsweise. Was, denkst du, können Kinder deines Alters aus dem Film mitnehmen? Was man daraus lernen kann ist, dass es nicht ums Äußerliche geht, sondern um das, was in einem Menschen drin ist. Hat der Film auch bei dir einen StandKannst du dann eigentlich nachvollziepunkt verändert, etwa im Hinblick auf hen, wie dein Film-Ich zu Anfang mit Tom kleinwüchsige Menschen? umgeht? Nein, bei mir eigentlich nicht. Ich würde Es ist natürlich ein Schock, wenn man seimit ihnen immer normal umgehen, das nen Vater nicht kennt, sich gewisse Vorstelsind genauso Menschen wie ich und auch lungen macht und er dann den Erwartunandere. Es gibt da keinen Unterschied. gen so gar 30.03.16 nicht entspricht. (Michi benni's nest_TIPI ANZEIGE 200x88_abf +3_4c_print _Dokument 18:17 Er Seite 2 Anm.)

hat sich einen Piloten oder Supersportler, 1,80 Meter groß und stark, vorgestellt – und war dann ziemlich schockiert und enttäuscht. Das wäre ich im echten Leben wahrscheinlich auch, wobei ich das aus meiner Situation heraus eigentlich gar nicht so genau sagen kann.

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Film-Highlights Der Kinoherbst bringt ein Wiedersehen mit alten Bekannten: einem PalettenDoktorfisch ohne Kurzzeitgedächtnis, einem gutmütigen Drachen namens Elliot, einem pfiffigen Kater und den Lieblingen aller 90er-Mädchen, den Trolls.

Findet Dorie

13 Jahre nach dem Kassenschlager „Findet Nemo“ gilt es nun, Dorie zu finden. Die liebenswerte, äußerst vergessliche Paletten-Doktorfischdame lebt inzwischen glücklich und zufrieden mit Nemo und Marlin im Korallenriff, als sie einen Geistesblitz hat: Wo ist eigentlich ihre Familie? Vielleicht in Kalifornien? Und was, wenn diese vielleicht schon lange

nach ihr sucht? Und so macht sich Dorie gemeinsam mit Marlin und Nemo auf den langen Weg quer durch den Pazifik bis zum berühmten Meeresbiologischen Institut in Kalifornien. Dort wachsen Dorie und ihre Freunde über sich hinaus und entdecken die magische Kraft von Freundschaft und Familie. Die lang erwartete Fortsetzung des Meereshighlights.

© Walt Disney Studios (3), Tobis Film, Universal Picture (1), Constantin Film (2)

Starttermin: 29.09.16

Elliot, der Drache Starttermin: 25.08.16

Der 10-jährige Waisenjunge Pete wird von seinen Adoptiveltern schlecht behandelt und ergreift die Flucht. Mit dabei ist sein bunter Drache Elliot, der sich nach Belieben sichtbar und unsichtbar machen kann. NaturparkHüterin Grace nimmt sich schließlich des einsamen Buben an und möchte seine Herkunft aufdecken. Neuauflage des Kinderfilmklassikers „Elliot, das Schmunzelmonster“ von 1977. 72 | h er bst 2016

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Freie Zeit

Kubo – Der tapfere Samurai Starttermin: 27.10.16

Als der gutherzige Kubo versehentlich einen Geist aus seiner Vergangenheit heraufbeschwört, ist plötzlich seine gesamte Heimat in Gefahr. Um zu überleben, muss er das Rätsel seines verstorbenen Vaters lösen, der einst ein legendärer SamuraiKämpfer mit einer verzauberten Rüstung war. Nach „Die Boxtrolls“ der nächste Stop-Motion-Animationsfilm des Oscarnominierten Produktionsstudios Laika.

Starttermin: 09.09.16

Molly Monster – Der Kinofilm

Molly ist ein kleines Monstermädchen, das einen noch kleineren Begleiter hat: die Aufziehpuppe mit Eigenleben Edison. Als sich Mama und Papa Monster zur mysteriösen Eierinsel aufmachen, um dort ein Geschwisterchen für Molly auszubrüten, übernehmen Onkel Alfredo und Santiago die Aufsicht. Als die Onkel gerade mal nicht aufpassen, begibt sich die mutige Monsterin auf

Starttermin: 16.09.16

Auf Augenhöhe Nach dem Tod seiner Mutter begibt sich der 10-jährige Michi auf die Suche nach seinem Vater. Doch der ist so gar nicht, wie er sich das vorgestellt hat: Tom ist kleinwüchsig. Während sie sich körperlich zwar auf Augenhöhe begegnen, schaffen sie es nur schwer, zueinanderzufinden. Eine außergewöhnliche VaterSohn-Geschichte voller Humor und Dramatik, die im Rahmen der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ entstand, ein Plädoyer für Toleranz, Respekt und Offenheit (mehr im Interview auf S. 70).

eigene Faust zusammen mit Edison auf die Reise: über wüste Hügel, an tiefen Tälern vorbei begegnet sie allerlei hilfreichen Mitmonstern und findet schließlich die Eierinsel, ihre Eltern und ihren neuen Platz als große Schwester in der Monsterfamilie. Liebevoll gezeichneter Film über Familienzusammenhalt, Freundschaft und die Herausforderung, ein Geschwisterchen zu bekommen.

Starttermin: 03.11.16

Tini: Violettas Zukunft Anknüpfend an den weltweiten Erfolg der Disney-Telenovela „Violetta“ erzählt der erste Kinofilm vom Wandel seiner Hauptdarstellerin Martina Stoessel. Violetta soll nach dem Trubel der erfolgreichen Welttournee in Italien zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen – und reift dort vom Teeniestar zur Musikerin Tini, dem persönlichen Künstlernamen der Hauptdarstellerin. Charmanter Coming-of-Age-Film.

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Freie Zeit

Die Insel der besonderen Kinder

Kin premioere

Starttermin: 07.10.16

Der 16-jährige Jacob geht den Geschichten seines verstorbenen Großvaters nach. Er entdeckt ein verlassenes Waisenhaus, in dem einst Kinder mit übernatürlichen Kräften lebten – bzw. leben. Als böse Wesen nach ihrem Leben trachten, wird Jake zur letzten Hoffnung der Kinder. Bildgewaltiges Kinoerlebnis von Tim Burton, basierend auf dem Jugendbuchbestseller von Ransom Riggs aus dem Jahr 2011.

Starttermin: 21.10.16

Prinzessin Poppy (gesprochen und gesungen von Lena Meyer-Landrut) ist die Anführerin der friedlichen und immer gut gelaunten Trolle, die stets ein Liedchen trällern. Doch bei einer Feier geht einiges schief: Viele ihrer Untertanen werden von den schrecklich pessimistischen, übellaunigen Monstern namens Bergen entführt. Diese Monster sind nur glücklich, wenn sie Trolle essen. Um

die Entführten zu retten, wagt sich Poppy aus dem sicheren Königreich hinaus, begleitet vom grantigen Außenseiter Branch. Freche Animationskomödie mit den 90er-Kultspielzeugfiguren mit den bunten Wuschelhaaren. Von den Machern von Shrek. Details zur Kinopremiere bald unter www. facebook.com/TIPI.Familienmagazin

© 2016 DreamWorks Animation LLC. All Rights Reserved.

Trolls

Störche – Abenteuer im Anflug Starttermin: 04.11.16

Störche bringen die Babys … zumindest war das früher so. Heute sind sie Paketzusteller eines Mega-Online-Versands. Storch Junior, der Sohn des Chefs, zeigt in der Versandabteilung die besten Leistungen und sieht sich bereits als neuer Chef. Doch aus Versehen setzt er die Babymaschine in Gang, was zur Produktion eines völlig unautorisierten, wenn auch entzückenden Mädchens führt. Junior und seine Freundin Tulip, einziger Mensch auf dem Storchenberg, müssen das Säuglingsbündel nun so schnell wie möglich loswerden, damit der Chef nichts mitbekommt. Hektisch bemühen sie sich, ihr erstes Baby überhaupt zuzustellen ... Tierischer Animationsspaß!

Starttermin: 21.10.16

Damit der 11-jährige Stephan wieder bessere Noten bekommt, stecken ihn seine getrennt lebenden Eltern auf ein Internat. Entgegen Stephans Befürchtungen entpuppt sich „Burg Schreckenstein“ aber als großartiger Ort mit lauter anderen Jungs, die eher Flausen als Lernen im Kopf haben. Coole Kinoadaption der gleichnamigen Jugendbuchreihe von Oliver Hassencamp.

© Century Fox (2), Warner Bros., Constantin Film

Burg Schreckenstein

Die konkreten Altersfreigaben werden kurz vor Filmstart bekannt gegeben.

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Freie Zeit

Starttermin: 04.11.16

Pettersson & Findus: Das schönste Weihnachten überhaupt

Bei Pettersson und Kater Findus steht das frohe Fest unter keinem guten Stern: Seit Tagen tobt ein dichter Schneesturm, sie sitzen ohne Essen und Baum fest. Und trotzdem ist sich der Alte sicher: Das wird das schönste Weihnachten!

© Constantin Film

Zwei Tage vor Weihnachten sind Pettersson und Findus auf ihrem Hof komplett eingeschneit. Nichts ist mehr zu essen im Haus, und der Christbaum, den sie im Wald schlagen wollten, fehlt auch noch. Der kleine Kater hat Angst, dass sie das Fest gar nicht feiern können. „Weihnachten fällt nicht aus“, verspricht ihm

Pettersson – ganz im Gegenteil: „Es wird das schönste Weihnachten überhaupt!“ Als sie am nächsten Tag bei endlich besserem Wetter mit ihrem Schlitten in den Wald losziehen wollen, um den Baum zu schlagen, verletzt sich Pettersson so unglücklich am Fuß, dass er sich nur noch humpelnd unter Schmerzen fortbewegen kann. Sie kehren ohne Baum zurück, und der Einkauf der noch fehlenden Leckereien für Weihnachten muss nun auch ausfallen. Leider verbieten es Petterssons Schüchternheit und Zurückhaltung, die mehrfach angebotene Hilfe seiner Nachbarn Beda und Gustavsson anzunehmen. Nachdem Findus bei einem letzten Versuch, Weihnachten zu retten, sogar ernsthaft in Gefahr gerät und Pettersson erneut jede Hilfe ablehnt, platzt dem kleinen Kater der Kragen. Nun endlich kommt der alte Mann zur Einsicht, und gemeinsam basteln sie sich zu Hause ihren „eigenen Weihnachtsbaum“.

Als sie wieder versöhnt und fröhlich gestimmt bei einem kargen Weihnachtsmahl sitzen, klopft es unerwartet an der Tür, und die beiden bekommen große Augen: Draußen stehen ihre Nachbarn mit wundervollen Weihnachtsköstlichkeiten – jetzt ist es also doch noch „das schönste Weihnachten überhaupt“... Der zweite Realfilm nach den Kinderbestsellern des schwedischen Autors und Illustrators Sven Nordqvist erzählt eine bezaubernde Geschichte über Geben und Nehmen und die Bedeutung von Freundschaft und Nächstenliebe zur Weihnachtszeit. facebook.com/petterssonundfindus.film Pettersson und Findus: Das schönste Weihnachten überhaupt, Filmstart: 04.11.2016, Land/Jahr: D/2015, Regie: Ali Samadi Ahadi, Darsteller: Stefan Kurt, Roxana Samadi, Marianne Sägebrecht, Filmlänge: 76 Min. h er bst 2016 |

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Wir sind weg Wenn Autos selbst fahren • Reif für die Insel • Vielfältiges Österreich • Abenteuerland

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Wir sind weg

© Mercedes-Benz (2), Daimler AG (3)

Der Stern am Himmel der selbstfahrenden Autos: der Mercedes F015 Luxury in Motion, hier unterwegs in der Linzer Innenstadt.

Wenn Autos selbst fahren Quengelnde Kinder, Stau und Verkehrsstress können die Konzentration im Straßenverkehr schnell senken. Doch was, wenn nicht der Mensch, sondern der Roboter auf vier Rädern fährt ...? Autonomes Fahren heißt die spannende Entwicklung in der Autoindustrie. von karolina dabrowski Zeit ist bekanntlich knapp im Familienalltag. Da kommt ein vollautonomes Fahrzeug schon ganz praktisch ins Spiel; Kind rein, Auto fährt zur Schule, Kind raus. Gleiches wiederholt sich, wenn der Schultag aus ist: Kind rein, Auto fährt nach Hause, Kind wieder raus. Und das ohne den bisher nötigen elterlichen Zeitaufwand. Sollte es nach der Schule zu einer unerwarteten Fahrt- oder Planänderung seitens des Nachwuchses kommen, kann das per App an die Eltern kommuniziert und von ihnen freigegeben werden. Dem spontanen Fußballspiel mit Freunden steht also nichts im Weg. Die softwarebasierte Steuerung kommt auch kontrollfreudigen Eltern entgegen, die so ständig Standort und Route nachsehen, aber auch beeinflussen können.

Keine Stehzeiten Auch in der Zwischenzeit kann sich das Auto dienlich zeigen, die Szenarien hierfür sind vielfältig, wenn man den Präsentationen heutiger Autohersteller glauben darf. Online vorbestellte Alltagseinkäufe können vom Fahrzeug eigenständig beim Supermarkt abgeholt und nach Hause gebracht werden, das Fahrzeug kann nach dem Carsharing-Prinzip Freunden oder Fremden zeitweilig per digitalem Schlüssel überlassen oder arbeitende Familienmitglieder stressfrei zur Arbeit chauffiert werden. Neue Gestaltungsmöglichkeiten Solche Nutzungsszenarien werden auch in der Gestaltung Änderungen mit sich bringen. Der Fahrerplatz wird im vollau-

tonomen Verkehr nicht mehr gebraucht werden, der Innenraum also völlig neu gestaltbar. Vom mobilen Büro mit Wohnzimmeratmosphäre bis zum kindgerechten Spielzimmer ist hier alles denkbar. Auch von außen wird dies Modifikationen mit sich bringen und von der uns heute bekannten Autosilhouette zum sogenannten Ein-Box-Volumen führen – ein Quader auf vier Rädern, der es erlaubt, den Innenraum optimal auszunutzen. Mercedes zeigt mit seiner Studie „F015 – Luxury in Motion“, wohin die Reise bzw. wie das Reisen in Zukunft aussehen kann. Der Innenraum bietet zwar noch einen Fahrerplatz mit Lenkrad an, doch geht die Gestaltung vielmehr in Richtung privater Rückzugsraum und mobiler Lebensraum.

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Wir sind weg Zukünftige Autofahrer müssen nicht mehr auf ihren 18. Geburtstag warten – die autonom fahrenden Fahrzeuge machen den Führerschein überflüssig.

Die Vision ist schön. Und sicher nützlich. Doch warnen Experten auch vor der Kehrseite der autonomen Medaille. Da ist einerseits der Datenschutz, andererseits softwarebasierte Sicherheitsrisiken und natürlich noch die rechtlichen Unsicherheiten. Wer ist schuld, wenn dem Kind auf der Heimfahrt was passiert? Können Fahrzeuge gehackt und entführt werden? Und wer hat aller Zugriff auf die gesammelten Daten? Technisch gesehen ist das Steuern eines Fahrzeuges keine hochkomplexe Aufgabe. Autopiloten, fahrerlose UBahnen und diverse Assistenzsysteme übernehmen schon heute diese Aufgaben in kleineren Maßen und meistern sie oft besser als ihre menschlichen Kollegen. Das selbs tfahrende Ei von Google macht es vor. Und trotz kleinerer Pannen und Crashs steigt dadurch die Akzeptanz in der Bevölkerung. Die echte Herausforderung ist die Navigation in und die Kommunikation mit der Umgebung: Straßenschilder, Fußgängerübergänge, Ampeln und der restliche Verkehr. Die verbaute technische Intelligenz übersteigt die der meisten menschlichen Fahrer um ein Vielfaches. Nur: Auf wen können wir dann während des Autofahrens noch schimpfen, wenn nicht auf den Fahrer vor uns ...?

Wenn der Führerschein obsolet wird Übernimmt die Technik für uns das Fahren, wird auch der Führerschein in Zukunft nicht mehr benötigt. Die Altersgrenze von 18 bzw. 16 Jahren in den USA wird – zumindest auf den gewonnenen Freiheitsgrad – keine Auswirkung mehr haben. Früh wird sich der Nachwuchs an den persönlichen Chauffeur und die damit einhergehende Eigenständigkeit gewöhnen. Vor allem für Familien in nicht urbanen Lebensräumen kann dies stark zur Erhöhung der Lebensqualität beitragen. Während viele Leute das autonome Fahren begrüßen werden, begegnen Fahrenthusiasten dem Trend eher skeptisch. Das heimliche Üben im noch nicht volljährigen Alter am Parkplatz mit Mama oder Papa oder der Tag, an dem man mit Stolz und Freude seine Fahrprüfung ablegt und dadurch ein hart erkämpftes Stück Freiheit erlangt, wird es so nicht mehr geben. Die Sorgen und Kopfschmerzen der Eltern über den Führerscheinneuling allerdings auch nicht.

Prof. Lutz Fügener

Interview

ist Experte in der Automobilbranche und Studiengangsleiter des Zweiges Transportation Design an der Hochschule Pforzheim.

Ist autonomes Fahren Fluch oder Segen? Lutz Fügener: Auf jeden Fall ein Segen. Es bestehen jedoch verständliche Ängste bei der Bevölkerung sowie dem Großteil der Hersteller, vor allem bei denjenigen, die noch keinen Kontakt damit hatten. Die denkbaren Vorteile des autonomen Fahrens sind nicht von der Hand zu weisen und haben das Potenzial, die individuelle Mobilität zu revolutionieren. Es gibt viel mehr Vorteile, als man allgemein denkt. Die Veränderungen werden aber nicht nur die Produkte an sich betreffen, sondern vielmehr das gesamte System und auch das eigene Verkehrsverhalten. Es werden Nutzungsszenarien dazukommen, die es bis dato nicht gab. Dadurch ist die Gesamtveränderung für den Endkunden relativ

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schwierig abzuschätzen, und die damit verbundenen Unsicherheiten verständlich.

Interview

Ab wann wird dieses Thema für die breite Bevölkerung relevant? In bestimmten Punkten werden sich die Auswirkungen schon relativ bald zeigen. Als eines der ersten Einsatzszenarien sehe ich den Güterverkehr. Sollte das autonome Fahren hier durchgesetzt werden, wird der Beruf des Lkw-Fahrers obsolet. Autonome Fahrzeuge können den ganzen Tag fahren, müssten also nur halb so schnell fahren, um in der gleichen Zeit am Ziel zu sein, wodurch sie auch wesentlich weniger Energie verbrauchen. Welchen Zeitrahmen sehen Sie für die Einführung des autonomen Fahrzeugs und dem vollautonomen Verkehr? Da gibt es eine 5-stufige Skala. Auf der einen Seite steht das autonome Fahren, wie wir es jetzt kennen und auf der anderen der vollautonome Verkehr, wo ich gar nicht mehr im Auto sitzen muss, da es sich vollständig alleine bewegen kann. Dazwischen gibt es aber auch noch einige Stufen. Technisch ist das alles kein Problem – das Autofahren an sich ist keine hochkomplexe Aufgabe. Es wird vielmehr rechtliche und versicherungsrechtliche Probleme mit sich bringen. Sobald diese geklärt sind, werden die Autos auf der Straße sein. Welche Veränderung wird diese Entwicklung für das Fahrzeugdesign mit sich bringen – ist hier eher ein evolutionärer oder ein revolutionärer Ansatz wahrscheinlich? So wie bei der Elektromobilität sind auch für das autonome Fahren grundsätzlich zwei Ansätze denkbar. Einerseits gibt es den Ansatz: „Was anders funktioniert, kann auch anders aussehen und muss auch anders aussehen“, denn es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Gestalterischen und dem Funktionalen. Es gibt aber auch die andere Seite, die sagt: „Neue Technologie macht den Nutzern Angst und könnte sie vom Produkt abhalten.“ Das führt zu einer stark evolutionären Weiterentwicklung, das heißt, dass sich die Produkte technisch schneller entwickeln, als sie es gestalterisch tun. Ein gutes Beispiel aus der e-Mobilität ist BMW mit der BMWi-Reihe,

die gestalterisch einen neuen Weg geht. Das Gegenbeispiel dazu ist Tesla, das die Entwicklung so vorsichtig wie möglich verpackt. Stichwort Sicherheit im Fahrzeug – welche Veränderungen wird diese Entwicklung hier mit sich bringen? Wir kennen ja die Systeme wie Zug und Bus, in denen man nicht angeschnallt sein muss, das könnte man sich beim autonomen Verkehr auch vorstellen. Es gibt hier verschiedene Szenarien. Wenn das Fahrzeug z.B. eine gewisse Geschwindigkeit nicht überschreitet und es mit gewissen Sicherheitssystemen ausgestattet ist, muss man nicht angeschnallt sein, in anderen Fällen jedoch schon. Technisch ist da vieles denkbar, z.B. dass bestimmte G-Kräfte nicht überschritten werden, das Auto also so langsam abbremst, dass man im Innenraum nie umfallen kann. Oder eine eingebaute Neigetechnik, die das Umkippen eines stehenden Insassen während Kurvenfahrten verhindert. In einem weiteren Zukunftsszenario kann man sich vorstellen, das autonom fahrende Fahrzeug z.B. als Kindertaxi einzusetzen. Glauben Sie, dass diese Entwicklung einen negativen Einfluss auf die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel hat und der Individualverkehr wieder zunimmt?

Nein. Es gilt hier nach wie vor die Regel: Der öffentliche Verkehr ist so gut, wie er in einem konkreten Fall ist. Menschen machen ihre eigenen Erfahrungen mit dem öffentlichen Nahverkehr, und wenn diese gut sind, sind sie auch bereit, die Verkehrsmittel zu nutzen. Man sollte den Nutzer nicht vor die Wahl stellen, sich für eines der beiden Verkehrssysteme zu entscheiden. Es macht Sinn, weiterhin beides anzubieten. Wichtig werden hier vor allem die Schnittstellen sein. Einen positiven Effekt könnte es allerdings haben, wenn sich Eltern daran gewöhnen, ihr Kind einem System zu überlassen, z.B. dem autonomen Fahrzeug, und dadurch das Vertrauen schaffen, es auch einem anderen System, wie dem Bus oder Zug, zu überlassen. Im besten Fall könnte also der autonome Individualverkehr Werbung für den öffentlichen Verkehr machen.

© Knoblach (1), Mercedes-Benz (1)

Wir sind weg

Denkbar wäre ja auch, das Fahrzeug per App von daheim aus zu steuern und somit Standort und Route jederzeit zu kennen, aber auch mitzubestimmen. Solche Software birgt aber immer auch Gefahren mit sich – Stichwort Hacker. Wenn neue technische Möglichkeiten kommen, kommen auch immer wieder neue Möglichkeiten, diese zu missbrauchen. Es ist Hackern bisher auch tatsächlich schon gelungen, sich in das System eines Fahrzeuges einzuklinken und dieses im Endeffekt zum Stehen zu bringen. Solche Systeme beinhalten immer ein gewisses Sicherheitsrisiko, um das man sich natürlich kümmern muss. Nichtsdestotrotz ist das für mich kein Killer-Kriterium.

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Wir sind weg

Reif für die Insel

Reise mit

Wer immer schon mal eine Reise voller Entspannung, Kulturreichtum und naturnaher Abenteuer machen wollte, wird auf Bali sein Glück finden. Dass sich in der magischen Inselatmosphäre wie von selbst tiefe Zufriedenheit einstellt, ist vorprogrammiert. von marie-thérèse demblin de ville

© Markus Mach (1), balikidsguide (1), Marie-Thérèse Demblin de Ville (4), Ken Seet (1),Bali Tourism Board (1)

in einer unvergesslichen Dinneratmosphäre wieder. Nach der Übernachtung in der dem Safari Park zugehörigen Mara River Safari Lodge werden wir am Morgen von verspieltem Zebrawiehern geweckt und auf Elefanten reitend zum Frühstück gebracht. Komodovarangehege, Ponyreiten, weiße Tiger, Meerschweinchenfüttern und Tiershows mit Menschenaffen und Elefanten bringen Klein und Groß die Tierwelt aus allen Teilen der Erde näher.

Dass Theodor, gefragt nach unserem nächsten Reiseziel, immer wieder die indonesische Insel vorschlägt, kommt nicht von ungefähr, war unser knapp dreiwöchiger Urlaub vergangenen Spätherbst auf Bali doch die perfekte Mischung aus Entspannung, Abenteuer, vielen neuen Eindrücken und Surf-Action. Als erstes Urlaubszuhause hatten wir das im Osten gelegene Alila Manggis Resort angesteuert. Beim umfangreichen Kinderprogramm (Drachen basteln, Blumenketten aus Fangipaniblumen fädeln, balinesische Tanzrituale lernen ...) freundet sich Theodor schnell mit der aus Norwegen stammenden Freya an. Gemeinsam mit ihren Eltern Marion und Ean unternehmen wir in den kommenden Tagen Ausflüge zu den in der Umgebung gelegenen Schokoladenfabriken, flanieren mit Wasserflaschen ausgestattet durch den Water Palace und genießen gemeinsam ausgedehnte Abendessen bei Kerzenschein und Meeresrauschen. Größere Touren wie der Mount Agung Trek, der eine Abfahrt in den frühen

Morgenstunden bedeutet, um den Sonnenaufgang am Gipfel erleben zu können, werden ebenfalls von Alila (aber wohl eher für ältere Kinder und ausdauerndere Eltern) organisiert. Tierwelt hautnah Der Besuch des in Gianyar gelegenen Bali Safari & Marine Parks hält weitere Abenteuer mit allerlei Vierbeinern bereit. Bei der abendlichen Night Safari mit Flutlicht fahren wir geschützt in einem Stahlkäfig auf der Ladefläche eines umgebauten Lasters durch die Freigehege von Herbivoren wie Zebras, Büffeln und Elefanten sowie Carnivoren wie Löwen und Tigern. Ich bin von der Coolness von Theodor überrascht, als über unseren Köpfen die königlichen Raubkatzen gefüttert werden und der nach unten tropfende Speichel von ihm nur amüsiert kommentiert wird: „Ahhh, Mami, der Tiger hat uns angeschlatzt.“ Im runden Speisepavillon mit riesigen Fenstern finden wir uns mit direktem Einblick in das Löwengehege

Dschungelvillas & Strandtempel Unsere nächste Destination befindet sich im Inneren Balis. Ubud ist, inmitten reichhaltiger Dschungellandschaft gelegen, als Entspannungsoase bekannt. Den ultimativen Luxus dürfen wir für die kommenden Tage in unserer Villa mit Privatpool, offenem Wohnzimmer und Shuttleservice via Golfcarts im Four Seasons Sayan genießen. Ob Lachyoga-sessions umringt von Seerosen mit Blick über die Waldlandschaft auf dem Dach des Hauptgebäudes oder Aerial-Yoga im schiffförmigen Bambustempel, eine balinesische Theateraufführung, Verwöhnprogramm im Spa, Reisfarmer-Experience, bei der man bis zu den Knien selbst in einem Reisfeld kleine Pflänzchen in den feuchten Boden steckt und viel über den auf dem Resortgelände kultivierten Anbau von Biogemüse und -kräutern erfährt – Four Seasons steht für Fünf-Sterne-Service der Extraklasse, geht aber zudem mit liebevoll adaptiertem Programm auf die lokalen Begebenheiten ein. So schafft es auch die zweite Four Seasons Dependance in Jimbaran Bay, auf exklusivem Niveau das Alltagsleben Balis, die aus dem tiefsten Inneren kommende Freundlichkeit der Balinesen einzufangen und den Gästen die Essenz der hinduistischen Gepflogenheiten der indonesischen Insel näherzubringen. Tagesexkursionen zum aktiven Vulkan Danau Batur, zum Meerestempel Tanah Lot, Kochkurse, in denen wir nach einem Ausflug auf den Fischmarkt in Kuta Beach mit einer indischen Familie Satay-Spießchen, im Bananenblatt gegarten Mahi Mahi und Kokospudding für ein gemeinsames Mittag-

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Wir sind weg

empfiehlt BALI REISEZEIT Dank konstant ca. 24 bis 33 Grad das ganze Jahr über gut zu bereisen. Selbst die Regenzeit von November bis März ist für Familien mit kleinen Kindern, abgesehen von gelegentlich heftigen Tropenregengüssen, ideal. Anreise z.B. mit Emirates via Dubai. emirates.com „URLAUBSZUHAUSE“ Alila Manggis. Familienresort in einem der ursprünglicheren Teile Balis mit Meereszugang, großem Swimmingpool, Aktivitäten für die Kleinen. Ab ca. € 120,–*. alilahotels.com/manggis Urlaubsstimmung de luxe: Im Four Seasons Sayan, über den Reisfeldern von Canggu und beim Wassertempel Tanah Lot, der nur bei Ebbe zugänglich ist.

essen zubereiten, oder eine Surfstunde mit Tropicsurf, bei der Theodor erste Erfahrungen am Brett in den gemäßigten Wellen der Bucht von Jimbaran Bay macht, füllen unsere Tage. Bei einem Abstecher in den Süden der Insel werden wir Teil einer Tempelzeremonie in Uluwatu, die, direkt an den Klippen gelegen, besonders in der Sonnenuntergangsstimmung ein echtes Highlight ist. In der Single Fin Bar genießen wir den Ausblick über die Bucht von Uluwatu, in der geübte Surfer bis in die frühen Abendstunden hinein, begleitet von den Beats der Liveband, die riesigen Wellen reiten. Die letzte Etappe unserer Reise führt uns in das im Südwesten gelegene Surferörtchen Canggu und hier ins vom Exil-Österreicher Rudi geführte Balicamp. Unweit vom Strand gelegen, beziehen wir eines der sechs klimatisierten Doppelzimmer, wobei unser Badezimmer mit Wasserschildkröten-Teich bei Theodor besonders gut ankommt. Die Surfsessi-

ons sind auf den Morgen und Nachmittag aufgeteilt. In der Früh starten wir mit einer Yogasession in den Tag, gefolgt von einem Frühstück mit Bananencrêpes und frischen Früchten als Stärkung für den MorningSurf. Zusammen mit Theodor geht es dann an den Strand, wo er beaufsichtigt von einem unserer balinesischen Surflehrer im Schatten fleißig mit Sandburgenbauen beschäftigt ist, während ich an Old Man’s und Temple Beach meine Surfskills im Oneto-One-Training erweitere und versuche, nicht in der „Waschmaschine“ von einer Welle nach der anderen ungewollt an den Strand gespült zu werden. An einem der surffreien Tage machen wir uns via Taxi auf nach Seminyak, um auf dem dortigen Markt einige Souvenirs, Textilien und frisches Obst zu besorgen. Abends lassen wir bei Livemusik und einem für alle Geschmäcker ansprechenden Dinner im Deus Ex Machina Canggu den Tag ausklingen. Besonders ist an dem Café-Restaurant-Betrieb der angeschlossene Flagship-Store, in dem sich originellerweise der Surfsport mit der Liebe zu restaurierten Retro-Motorrädern vereint. Nicht nur für (kleine) Männer eine wahre Oase des Glücks im Inselparadies!

v.l.n.r.: Erkundungstour am White Sandy Beach. Theodor als Reisfarmer im Four Seasons Sayan. Vorfreude auf die Surfsession am Temple Beach und hoch zu Ross bei der Elefantensafari.

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Four Seasons Jimbaran Bay & Sayan. Exlusive Luxusresorts – Villas mit eigenem Pool & Outdoor-Dusche, Kochschule, umfangreichem Wohlfühlprogramm mit Spa und Kids-Club sowie 24/7-Conciergeund Shuttleservice. Ab ca. € 400,–*, fourseasons.com/sayan Balicamp. Surfcamp mit One-to-OneUnterricht, hauseigenen Fahrrädern und nachhaltigem The Surf Bottle Project mit wieder befüllbaren Plastikflaschen. Nächtigung im DZ ab € 40,–*, Kinder bis 6 Jahre kostenlos, thebalicamp.com Aktivitäten Bali Safari & Marine Park mit angeschlossener Mara River Safari Lodge. Tagestickets ab ca. € 40,–, balisafarimarinepark.com Tropicsurf. Erste Surfsessions für Kids in den blaugrünen Wellen der Jimbaran Bay oder für Geübte im Airport-Reef. tropicsurf.net

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Wir sind weg

Die letzte Sonne genießen Events im Spätsommer und Herbst

© Weinfranz.at (1), Kreativ Foto Cheesy (1), Jutta Kirchner Schloss Hof (1)

So langsam klopft der Herbst wieder an die Tür und verbreitet kältere Temperaturen. Wir nutzen die letzten warmen Tage und begeben uns zu den spannendsten Veranstaltungen und den interessantesten Orten für Familien. von alexander kords

Rax-Seilbahn

Niederösterreich Eine Sommerrodelbahn und einen Ameisen-Lehrpfad gibt es schon seit einer Weile in der Familienarena in St. Corona am Wechsel. Brandneu ist allerdings der

Motorikpark, der an 25 Stationen die Beweglichkeit, Koordination und Kondition seiner Besucher schult – auf spielerische Weise und in natürlicher Umgebung. Am 11. September steht Schloss Hof ganz im Zeichen der Pferde. Zum großen

Familienarena in St. Corona am Wechsel

Schloss Hof

Pferdefest zeigen die Vierbeiner, was sie können, und führen Kunststücke, Kutschfahrten und Reitereien vor. Doch auch andere Tiere sind auf dem Fest vertreten: So freuen sich Ziegen, Schafe und Lamas im Gutshof auf einen Besuch, Ponys stehen Kindern für Reitausflüge zur Verfügung. Schloss Hof ist nur eines von 325 Ausflugszielen, die mit der NiederösterreichCARD (€ 59,– für Erwachsene, € 28,– für Kinder ab 6) angesteuert werden können. Auch dabei z.B. die schönsten Wanderparadiese Niederösterreichs wie Ötscher, Hochkar, Rax oder Semmering, zahlreiche Museen sowie Wellnesswelten und Bäder. www.familienarena.at www.schlosshof.at www.niederoesterreich-card.at

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Wir sind weg

Flying Waters

© Andy Kocher TVB Filzmoos (1), Max Steinbauer (1)

Wandertouren rund um Filzmoos

SalzburgerLand Aufregender kann der Ausblick auf eine Stadt kaum sein als von einem Stahlseil aus, das über den Gasteiner Wasserfall gespannt ist. Und auch wenn „Flying Waters“ nach Gefahr klingt, ist die Fahrt von der Villa Solitude zum Quellpark dank zahlreicher Sicherungen komplett risiko-

einem Tiermotiv liegt. Geben die Kinder ihr Heft mit allen Stempeln beim Hüttenwirt auf der Alm ab, bekommen sie den Moosalmbär als Wanderabzeichen. www.gastein.com/de/region-orte/badgastein/flying-waters www.filzmoos.at/de/sommer/wanderurlaub/themenwege.html

Lange Nacht der Museen

© www.buskers.at (1), Hans Leitner (1)

Buskers Festival

frei. Kinder können ab einer Körpergröße von 1,30 m und einem Gewicht von 30 kg mitfahren. Mit einem Wanderheft ausgerüstet, können Familien mit Kindern vom Hotel Alpenblick in Filzmoos in einer Stunde bis zur Moosalm wandern. Unterwegs stoßen sie dabei auf insgesamt 15 Häuschen, in denen jeweils ein Stempel mit

Wien Zum sechsten Mal ist der Karlsplatz heuer Schauplatz des Buskers Festivals. Das Straßenfest, das vom 9. bis zum 11. September stattfindet, versammelt eine Vielzahl von Akrobaten, Clowns und Jongleuren auf dem Platz, die dem erstaunten Publikum ihre Künste vorfüh-

ren. Sämtliche Shows sind kostenlos, bei Gefallen bitten die Artisten jedoch um ein Hutgeld. Die Lange Nacht der Museen ist längst eine Institution in Wien. Heuer öffnen die Kulturhäuser der Bundeshauptstadt am 1. Oktober bis in die Nacht hinein ihre Türen. Viele Museen, an denen vornehmlich Kinder ihren Spaß haben, sind auch

beteiligt, darunter das ZOOM Kindermuseum, das SchokoMuseum und das Haus der Musik. Und speziell zur Langen Nacht haben einige Museen besondere Events geplant – ein Blick ins Programm lohnt sich bestimmt. buskers.at langenacht.orf.at h er bst 2016 |

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Wir sind weg

Kinder- und Jugendtheater Next Liberty

Freilichtmuseum Stübing

www.nextliberty.com www.freilichtmuseum.at

Seit Kurzem ist der Naturpark Geschriebenstein-Írottkő um eine Attraktion reicher. Hinter dem Badesee in Rechnitz schraubt sich ein 22 Meter hoher Holzturm in den Himmel, in dessen Mitte eine Voliere untergebracht ist. In dieser wohnen heimische Vögel, die wegen Krankheiten oder Verletzungen nicht mehr in der freien Natur leben können. Teil der neuen Kindererlebniswelt ist zudem ein hölzernes Labyrinth. Mit einer Lodge verbindet man üblicherweise eine Hütte, von der aus man in Afrika zu einer Safari aufbricht. Auch von der St. Martins Therme & Lodge in Frauenkirchen kann man sich auf Entdeckungstour begeben – in die heimische Natur. Unter Führung der St. Martins Ranger sind Kinder Seeadlern, Steppenrindern und anderen Tieren der Region auf der Spur. Ein abwechslungsreiches Programm sorgt dafür, dass die Kleinen alles über Österreichs Flora und Fauna lernen. www.naturpark-geschriebenstein.at www.stmartins.at

Tirol

Südtiroler Milchfest

Südtirol

HandwerkerErlebnis-Markt

Die Welt der Milch ist faszinierend – und auf der Fane Alm in Vals (Mühlbach) wird die weiße Flüssigkeit am 27. und 28. August gebührend gefeiert. Vom Parkplatz in Vals bis zur Alm vermittelt der Milchsteig den Besuchern mit interaktiven Stationen allerlei Wissenswertes über die Milch. Neben Kostproben kann man auf dem Milchfest auch an Spielen teilnehmen und bei der Herstellung von Milchprodukten zuschauen. Noch bis zum 6. September findet in St. Christina in Gröden an jedem Dienstagabend der Handwerker-Erlebnis-Markt statt. In der Fußgängerzone des Dorfes haben Kunsthandwerker ihre Stände aufgebaut und lassen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter blicken. Dazu präsentieren die Bauern der umliegenden Höfe ihre Produkte. www.suedtirolermilch.com/milchfest www.suedtirol.com/event/292/handwerker-erlebnis-markt

Der Himmel über Kirchberg wird zwischen dem 24. September und dem 2. Oktober bunt, wenn zwei Mal pro Tag mehr als 30 Heißluftballons abheben. Beim Internationalen Libro Ballon Cup tragen Teams aus vier Ländern Wettbewerbe in luftigen Höhen aus und nehmen auch Zuschauer mit. Am 25. September kommen die Kleinen beim Kindernachmittag auf ihre Kosten, anschließend steigt die Nacht der Ballone. Es ist immer wieder ein feierliches Ereignis, wenn die Schafe und Widder im Herbst von den Almen zurück nach Hause getrieben werden. In Sölden wird zu diesem Anlass am 24. September das Schaferfest begangen, bei dem unter anderem die Vierbeiner geschoren und die schönsten Exemplare gekürt werden. www.kitzbueheler-alpen.com/de/kirchberg/sommer/libro-ballon-cup.html www.tirol.at/reisefuehrer/veranstaltungen/events/e-schaferfest-soelden

Schaferfest in Sölden

Libro Ballon Cup

© Alexander Maria Lohmann (1), Kurt Tropper (1)

© Marion Lafogler (1), Diego Moroder - dimo-design.it (1)

Burgenland

© Next Liberty (1), Schiffer Photodesign (1)

Bevor das Grazer Kinder- und Jugendtheater Next Liberty seine kommende Spielzeit einläutet, lädt es am 18. September zum großen Theaterfest. Teil des abwechslungsreichen Programms sind unter anderem erste Eindrücke von neuen Stücken wie „Peter Pan“ oder „Der Zauberlehrling“, ein Parcours hinter den Kulissen sowie Kinderschminken. Ganz nebenbei kann man bei Livemusik und Essen auch die neuen Ensemblemitglieder kennenlernen. Am 16. September ist Vollmond – und damit wieder Zeit für eine nächtliche Führung durch das Freilichtmuseum Stübing. Dabei gibt es allerhand Spannendes und Mystisches über das historische Leben in Österreich zu erfahren. Die Vollmondführung dauert von 21 bis 24 Uhr.

© 2016 Naturpark Geschriebenstein/Weber Alexander (1), St. Martins Therme & Lodge/Kurt-Michael Westermann (1)

Steiermark

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Wir sind weg

Kärnten

St. Martins Therme & Lodge

bleiburgerwiesenmarkt.at www.stollenbiken.at

Bleiburger Wiesenmarkt

Stollembiken

© Stadtgemeinde Bleiburg (1), Tomo Jesenicnik(1)

Naturpark Geschriebenstein

Erstmals wurde der Bleiburger Wiesenmarkt im Jahr 1393 abgehalten, heuer findet demzufolge bereits die 623. Auflage des traditionsreichen Volksfests statt. Vom 2. bis zum 5. September wird großen und kleinen Besuchern auf gigantischen 68.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche jede Menge Spiel und Spaß geboten – von einem Streichelzoo über die Naturkegelbahn bis zum Riesenrad. Einmal mit dem Mountainbike durch einen Bergstollen fahren – in Südkärnten ist das möglich. Die Firma Pongratz Touristik bietet Touren an, an denen auch Kinder ab zehn Jahren teilnehmen können. Im Bus mit Fahrradanhänger geht es von St. Kanzian am Klopeiner See ins slowenische Mežica, wo die Teilnehmer – ausgerüstet mit Bergmannshelm und Grubenlampe – auf zwei Rädern in einen seit 15 Jahren stillgelegten Schacht einfahren.

Kinderklangwolke

Oberösterreich

Moorgeister und Irrlichter

Etwa 3.000 Kinder versammeln sich am 18. September anlässlich der Kinderklangwolke im Linzer Donaupark. Dort genießen sie „Die große Wette“, eine fiktive Geschichte um zwei Kindergruppen aus Linz, die bei einem Musikwettbewerb das Finale erreicht haben. Um zu gewinnen, müssen sie aus alltäglichen Gegenständen Instrumente bauen – die sie dem Publikum eindrucksvoll vorführen. Im Schein von Laternen durchqueren die Besucher des Naturschauspiels „Moorgeister und Irrlichter“ an mehreren Spätsommerabenden das Ibmer Moor, die größte Moorlandschaft Österreichs. Sie gehen der mystischen Stimmung auf den Grund, die so viele unheimliche Geschichten hervorgebracht hat. Die nächsten Termine für die nächtlichen Wanderungen: 26. August, 2. und 10. September. www.brucknerhaus.at/veranstaltungen www.naturschauspiel.at/naturschauspiele

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Das Familienskigebiet Sonnenkopf im Klostertal hat auch im Sommer einiges zu bieten. Im Bärenland können Kinder auf den Tatzen von Meister Petz wandeln. 30 Stationen, darunter eine Wasserwippe, eine Riesenschaukel und eine Bärenhöhle, halten die Kleinen auf Trab, während ihre Eltern in zahlreichen Ruhezonen die Sonne genießen. Eine Übernachtung auf einer Berghütte hat ein besonderes Flair. Im Bregenzerwald werden dreitätige Hüttenwanderungen angeboten, bei denen Familien in verschiedenen Hütten die Nacht verbringen. Dazwischen absolvieren sie Wanderungen durch die Natur, die mit rund zwei Stunden nicht allzu lang sind und auch Zeit für Abstecher lassen. www.sonnenkopf.com/baerenland www.bregenzerwald.at/s/de/packagefamilien-huettenwanderung

Bärenland

Hüttenwanderungen im Bregenzerwald © Hannes Jung Alpenregion Bludenz Tourismus GmbH, (1) Ludwig Berchtold Bregenzerwald Tourismus (1)

© Christian Herzenberger (1), Thomas Reibnegger (1)

Vorarlberg

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Wir sind weg

Abenteuerland

Tipps

Ein goldener Herbst steht uns bevor! Ob drinnen oder draußen – überall gibt es etwas zu erleben. von theres arnold VORARLBERG 1) Bilder- und Märchenwelt Persiens In diesem Workshop tauchen Kinder in eine orientalische Bilderwelt ein und gestalten selber orientalisch inspirierte Tuschezeichnungen. Geeignet für Kinder ab 6 Jahren. Wo: Alter Schwanen, Kellhofstraße 3, 6960 Wolfurt Wann: 15.+16.10., 10–12 Uhr + 14–17 Uhr Wie viel: € 77,– www.kikueku.com TIROL 2) Theatergruppe Hier können sich Kinder ein ganzes Semester lang nach Lust und Laune auf der Bühne austoben. Wo: Tiroler Landestheater, Rennweg 2, 6020 Innsbruck Wann: Spielgruppe Eins (6–8 J.) ab 04.10., Di 15:30–17 Uhr, Spielgruppe Zwei (9–11 J.) ab 23.09., Fr 15:30–17 Uhr, Spielgruppe Drei (12–14) ab 26.09., Mo 15:30–17 Uhr. Anmeldung erforderlich! Wie viel: € 100,– pro Teilnehmer pro Semester www.landestheater.at 3) Wassererlebnisweg Hopfgarten Kinderwagentaugliche Familienroute entlang der Schwarzach, auf der die Nutzung der Wasserkraft wunderbar anschaulich gemacht wird. Gehzeit ca. 2,5 bis 3 Stunden Wo: Brunnen des Kulturhauses Hopfgarten, 9961 Hopfgarten in Defereggen Wann: frei zugänglich Wie viel: gratis www.defereggental.org SALZBURG 4) Planetarium Königsleiten Im höchstgelegenen Planetarium Europas werden die Planetariumsmärchen eigens für unterschiedliche Altersgruppen pädagogisch konzipiert und produziert. Geeignet für Kinder von 3 bis 13 Jahren. Wo: Königsleiten 29, 5742 Wald im Pinzgau Wann: täglich außer Sa 16:30 Uhr Wie viel: Erw. € 9,50, Kinder (15–18) € 6,50, Kinder (bis 14) € 5,– www.sternwarte-koenigsleiten.com

5) Stadtforscher Auf der ca. 2 Stunden dauernden Entdeckungstour für Kinder gilt es, 13 Rätsel zu lösen und dabei die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden. Wo: Stadt Salzburg, 5020 Salzburg Wann: jederzeit Wie viel: gratis, Folder zum freien Download www.salzburg.info OBERÖSTERREICH 6) Textiles Zentrum Haslach Auf dem historischen Fabrikareal haben sich 5 Partner der textilen Tradition des Mühlviertels zusammengefunden und lassen Besucher in die Geschichte und Gegenwart textiler Herstellungs- und Gestaltungsprozesse eintauchen. Wo: Stahlmühle 4, 4170 Haslach Wann: bis 31.10., Di–So 10–16 Uhr, ab Nov. Do–So 10–16 Uhr, Führung um 10 Uhr Wie viel: Erw. € 6,– (mit Führung € 8,–), Kinder (6–18 Jahre) € 4,– (mit Führung € 6,–), Kinder (0–5) gratis www.textiles-zentrum-haslach.at 7) Die kleine Hexe Der größte Wunsch der kleinen Hexe ist es, mit den anderen Hexen in der Walpurgisnacht um den Blocksberg zu fliegen. Dafür muss sie jedoch eine gute Hexe werden...

Spannende Geschichte für Kinder ab 5. Wo: Theater Maestro, Bismarckstraße 18, 4020 Linz Wann: 29.+30.10., 15 Uhr Wie viel: € 9,– pro Person www.theater-tabor.at STEIERMARK 8) Burg Oberkapfenberg Auf der über 700 Jahre alten Burg warten die Ausstellung „Grenzgänge – eine Zeitreise zu Kreuzrittern und Alchemisten“, die Sonderausstellung Archäologie und eine Greifvogelschau. Wo: Schlossberg 1, 8605 Kapfenberg Wann: bis 31.10., Mi–So 10–17 Uhr Wie viel: Kombiticket Erw. € 14,–, Kinder (5–15) € 9,–, Kinder (0–4) gratis www.burg-oberkapfenberg.at 9) Peter Pan Alle Kinder werden erwachsen, außer einem … Regisseur Peter Raffalt bringt die zeitlose Geschichte Peter Pans als mitreißendes Schauspiel für Zuschauer ab 7 Jahren auf die Bühne. Wo: Next Liberty, Kaiser-Josef-Platz 10, 8010 Graz Wann: 23.+04.09., 17 Uhr; 28.09., 06.+25.10.,

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© Artur Bodenstein

17.+18.11., 10:30 Uhr; 06., 22.+25.10., 17., 18.+19.11., 15:30 Uhr Wie viel: € 17,– pro Person www.nextliberty.com KÄRNTEN 10) Aussichtsturm Pyramidenkogel Der mit 100 Metern höchste Holzaussichtsturm der Welt bietet einen gigantischen Weitblick über Kärnten. Kinder ab 1,30 Meter Körpergröße können ab der Hälfte des Abstiegs wahlweise auch die höchste überdachte Rutsche Europas ausprobieren. Wo: Linden 62, 9074 Keutschach am See Wann: Aug. 9–21 Uhr, Sept. 9–19 Uhr, Okt. 10–18 Uhr, ab Nov. 10–17 Uhr Wie viel: Erw. € 11,–, Kinder (6–15) € 5,50 , Kinder (0–5) gratis, Rutsche € 4,– www.pyramidenkogel.info 11) Rotkäppchen Stehpuppenspiel mit Erzählerin und musikalischer Untermalung. Für Kinder ab 4. Wo: Märchenbühne im Europahaus, Reitschulgasse 4, 9020 Klagenfurt Wann: 20.+28.10., 15:30 und 16:30 Uhr,

03.11., 16 Uhr, 08.11., 15:30 und 16:30 Uhr Wie viel: € 9,50 www.maerchenbuehne.info BURGENLAND 12) Draculade – Mondscheinführung Mit schwarzem Umhang verkleidet, geht es auf Vampirjagd ins dunkle Verlies. Mit etwas Glück können auch die Burgfledermäuse beobachtet werden. Taschenlampen und festes Schuhwerk nicht vergessen! Geeignet für Kinder von 6–14 Jahren. Wo: Burg Forchtenstein, 7212 Forchtenstein Wann: 17.09., 21:30 Uhr, 15.10., 19 Uhr, 31.10., 18 Uhr, Anmeldung notwendig: +43 (0) 2626 812 12 Wie viel: Erw. € 9,–, Kinder € 7,– www.esterhazy.at NIEDERÖSTERREICH 13) Mal Oase Fuchs Töpfern, glasieren, malen, Specksteine schleifen, Buttons produzieren – die Freude an der Arbeit mit unterschiedlichen Materialien steht hier im Vordergrund. Wo: Hauptstraße 33, 2332 Hennersdorf

Wann: Jeden Mi 16–20 Uhr, Voranmeldung notwendig: 0699 711 117 996 Wie viel: Pro 2h Erw. € 25,–, Kinder € 20,– (inkl. aller Materialkosten und bei Tonarbeit Brennkosten für Rohbrand bis zu 1 kg pro Einheit) www.malort-fuchs.at WIEN 14) Waldseilpark Kahlenberg Hoch oben über der Stadt gibt es 18 Kletterparcours. Die 5 einfachen Strecken sind auch für größere Kinder geeignet, die Kleinen können inzwischen auf dem Wichtelparcours das Balancieren üben. Wo: Josefsdorf 47, 1190 Wien Wann: Aug. tägl 10–20 Uhr, Sept. tägl 10–19 Uhr, Okt. Do–So 10–18 Uhr Wie viel: 4h Erw. € 26,–, Kind (ab 130 cm) € 16,–, Kind (ab 110 cm) € 13,– www.waldseilpark-kahlenberg.at 15) Theater-Workshops Für jedes spielfreudige Kind ab Schulalter bis 15 Jahre. Wo: Proberaum Kindertheater, Weyrgasse 7, 1030 Wien Wann: vier 2-tägige Anfängerworkshops an Oktoberwochenenden, drei 2-tägige Fortgeschrittenenworkshos im November Wie viel: € 60,– pro Workshop www.kindertheater.com h er bst 2016 |

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ess © St. Joseph’s Home for the Friendl

Pro und Kontra

Noten belohnen

PRO Von Trude Peters

Auf das Zeugnisgeld habe ich mich als Kind immer besonders gefreut. Klar: Die Finanzspritze zum Ferienbeginn kam immer äußerst gelegen, und wenn ich ganz ehrlich bin, war so manche bessere Note allein dieser Motivation „geschuldet“. Meines Vaters Motivation für gute Noten waren Süßigkeiten – Dorlis (Schlecker), die in den späten 50erJahren des letzten Jahrhunderts etwas ganz Besonderes waren. Und mein Opa hat sich immer besondere Mühe in der Schule gegeben, weil er bei guten Noten über den Sommer ein bisschen im Laden helfen durfte, was für ihn das Größte war. Belohnung für gute Noten gibt es also schon lange – und es funktioniert, also keine Aufregung! Sicherlich ist die Quantität und der Zusammenhang nicht unwesentlich, denn wenn der ohnehin mathematisch begabte Sprössling zum xten Mal ein „Sehr gut“ aus dem Ärmel schüttelt, muss man nicht gleich die Geldbörse zücken oder auf „Notenwünsche“ wie neues Handy, Playstation und Co. eingehen, aber wenn der notorische Leseverweigerer beim Lesetest gut abschneidet, kann sich das schon mal bezahlt machen, finde ich. Wir leben nun mal in einer Leistungsgesellschaft, und im geschützten Rahmen und bei einer gemäßigten Art kann man schon gut an das heranführen, was ohnehin „draußen“ im richtigen Leben ständig passiert. Man wird belohnt, wenn man etwas gut macht, das kann eine Schokolade vom Kollegen oder der Kollegin, eine verbale Honorierung vom Abteilungsleiter oder eine Geldprämie von der Chefin sein. Es muss aber auch beim Nachwuchs nicht Geld sein, mit dem belohnt wird. Ein gemeinsames Essen im Lieblingsrestaurant, der lange angekündigte Spielenachmittag, eine extra Übernachtung beim Schulfreund ... Möglichkeiten gibt es viele, wie man seinem Kind eine Freude machen und seine Leistung wertschätzen kann. Letztendlich geht es wirklich um die Anerkennung, und wenn man sein Kind kennt, wird man auch im nicht berauschenden Zeugnis etwas Positives finden. Ich hatte in meiner schlimmsten Pubertätsphase ein grottenschlechtes Zeugnis samt einer gerade ausreichenden Betragensnote wegen ständigen Quatschens mit der Banknachbarin. Das Positive daran hatte mein Opa damals gleich gefunden: Die Betragensnote konnte nur daher kommen, weil ich eben sehr fantasievoll bin und deswegen besonders viel zu erzählen habe. Fantasielose Menschen gäbe es genug, und ich wäre etwas ganz Besonderes. Ich glaube, ich habe damals auch Geld bekommen, aber genau erinnern kann ich mich nur an die Worte meines Opas.

KONTRA Von Alexander Reichmann

Als ich noch ein kleiner Pennäler war, gab’s natürlich Belohnung für gute Noten und natürlich das genaue Gegenteil für schlechte Noten. Wenn mich meine dürftige Erinnerung nicht trübt, fuhr ich Zweites öfter ein als Ersteres. Und was lernt der kleine Gymnasiast daraus? Nur wenn er gut ist in der Schule, gibt’s „Ei-Ei“, und wenn er schlecht ist in der Schule, wird er mit vielen „Ojes“, Häme, Schelte und Missgunst bestraft. Denn scheinbar kann das eine ohne das andere nicht existieren. Was soll denn daran bitte gut sein? Ist das wirklich ein korrekter Motivator, um sein Kind in der Schule auf Vordermann zu bringen? Ich meine: Nein. Kinder sollen sich so entwickeln dürfen, wie es ihrer Persönlichkeitsstruktur nun mal entspricht. Manchen steht Mathe zu Gesicht, manchen Sprachen, manchen kreative Fächer, manchen Sport, manche sind begeistert von Geschichte und so weiter. Genau diese Talente, Interessen, Neigungen gehören gefördert. Leider kann ich mir nicht vorstellen, dass es Eltern gibt, die nur „Ei-Ei“ praktizieren und auf „Oje-Oje“ verzichten können. Deshalb: Keine große Aufregung bitte, was Noten angeht. Ein Einser in Mathe ist genauso okay wie ein Vierer in Latein. Für Ersteres braucht man seinem Heranwachsenden nicht gleich den Sportwagen mit 18 in Aussicht stellen, und für Zweites ihn auch nicht eine Woche im Keller bei Wasser und Brot einsperren inkl. 15 Peitschenhieben am Tag … Das ist alles Schwachsinn und unterstützt außerdem unsere kranke Leistungsgesellschaft. Wenn du leistest, bist du gut. Wenn du nicht leistest, bist du schlecht. So wächst der nächste potenzielle Burn-out-Kandidat heran, und die Eltern sollten gleich mal ein Sparbuch für den Psychodoc einrichten, der in 20 Jahren den Nachwuchs reparieren darf. Volkskrankheit Nummer 1: Leistungsgesellschaft, bis einem der Schädel platzt. Nein, danke. Das eigene Kind ist immer toll. Egal, ob es den ganzen Tag faul im Bett liegt und sich bis zur völligen geistigen Insuffizienz stumpfsinnige YouTubeVideos reinknallt oder in Mathe, Deutsch und Physik brilliert. Man sollte aber erkennen, in welche Richtung es den künftigen Sozialversicherungsbeitragszahler drängt, seine Stärken beobachten und sie weiter ausbauen und fördern. Was macht unsere Leistungsgesellschaft allerdings? Sie prügelt auf Schwächen rum. „Schön, dass du in Geschichte einen Einser hast, aber in Mathe MUSST du bitte jetzt Gas geben. Sonst …“... ist völlig unnötig. Nur weil es Hauptfächer gibt (wer hat sich die eigentlich ausgedacht), muss man darin nicht zwangsläufig gut sein müssen. Stärken stärken anstatt an Schwächen herumzuschrauben und dem Kind immer das Gefühl geben, dass es für SICH lernt und nicht für ein Cornetto Mandel von der Mama.

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