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Wärmeerzeugung

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Wärmezähler zur Anlagenkontrolle einer Nahwärme-Versorgung netzes. Damit die Betriebskosten gering bleiben, achteten die Fristinger auf Einfach­ heit und Solidität der Anlagenkomponenten. Einen entscheidenden Beitrag dazu liefern die Wärmezähler von WDV/Molliné. Sie erfassen automatisch den Energiebezug in jedem der rund 120 angeschlossenen Häuser.

POW Sonderheft BHKWs & POWER SUPPLIES 3/4-2013

Aus Gas wird zählbare Wärme In einer Wärmetauscher-Station, in der in jedem Haus die Nahwärme an einen Schichtladespeicher übergeben wird, ist jeweils ein Flügelradzähler des Typs WingStar installiert. Im Rücklauf der Nahversorgungsleitung misst der Wärmezähler den Volumenstrom. Der Durchfluss-Sensor arbeitet mit einer magnet- und rückwirkungsfreien Abtastung des Flügelrades. So ist ein Anlauf selbst bei minimalen Durchflüssen gewährleistet – vergleichbar mit einem UltraschallMessgerät. Im Vorlauf und im Rücklauf sind zudem Temperaturfühler eingebracht. Ein Mikroprozessor-Rechenwerk ermittelt aufgrund der Durchflussmenge und der Differenz von Vor- und Rücklauftemperatur exakt die Verbrauchswerte. Zur Genauigkeit der Messergebnisse trägt der weit gespreizte Temperaturbereich des Flügelradzählers bei – er reicht von 15 bis 90 °C. Analog der Volumenströme sind WingStar-Zähler für 1,5 und 2,5 m3/h eingesetzt.

Die ins NahwärmeNetz eingespeiste Wärmemenge misst der exakt ausgelegte Ultraschall-Zähler Ultramess S2 Split.

Im bayrisch-schwäbischen Fristingen schlossen sich die meisten Haushalte der etwa 700 Seelen-Gemeinde zu einer NahwärmeGenossenschaft zusammen. Teils in Eigenleistung wurde ein Versorgungsnetz aufgebaut, das rund 120 Eigenheimen Wärme liefert. Zur präzisen Abrechnung sind Wärmezähler von WDV/Molliné installiert. Sie ermöglichen zugleich die einfache, aber höchst effektive Anlagenkontrolle. Als eingemeindeter Ortsteil gehört Fristingen zur etwa fünf Kilometer entfernt liegenden Kreisstadt Dillingen an der Donau – und ist umgeben landwirtschaftlicher Nutzfläche. Die Idee, bei ständig steigenden Energiekosten, Biogas für die NahwärmeVersorgung zu erzeugen, lag nahe. Die

meisten Fristinger schlossen sich daher zu einer Genossenschaft zusammen, mit dem Ziel, ein Nahwärme-Netz aufzubauen. Vor allem betriebsgünstig sollte es sein, damit die Kostenersparnisse auf der Energieseite nicht von hohen Aufwendungen auf der Anlagenseite aufgezehrt werden.

Aus Gras wird Gas Die Nahwärme wird von einem ortsansässigen Biogas-Betrieb bezogen. Beschickt wird die Biogas-Anlage mit den typischen Anbau- und Abfallprodukten eines Bauernhofs: Gras-Silage, Gülle, Pflanzenreste. Die Abnehmer der Nahwärme sind gleichzeitig Mitglieder der „Nahwärme Fristingen e.G.“ und auch Eigner des Versorgungs-

Per Wärmezähler abrechnen und überwachen Der Nutzer kann die Verbrauchswerte auf einem großzügigen Display direkt am Zähler ablesen. Zur Datensicherung werden die Werte zusätzlich mehrmals täglich auf einen E2-PROM-Speicherbaustein geschrieben. Für die Abrechnungserstellung allerdings werden die Daten aller Zähler in einer Leitstelle – einem handelsüblichen Computer – über M-Bus zusammengeführt. Dafür wurde parallel zu den Versorgungsrohren auch eine konventionelle Datenleitung verlegt. Dadurch können die Wärmezähler über M-Bus, einfach wie schnell ausgelesen und die Anlage kontinuierlich überwacht werden.


Jedes der 120 Häuser, die an das Fristinger Nahwärme-Netz angeschlossen sind, verfügt über eine Übergabestation mit einem Sichtladespeicher als Puffer (links).

Außer den Wärmezählern der Häuser ist auf die Leitstelle außerdem noch ein Zähler an der Einspeisestelle ins Nahversorgungsnetz aufgeschaltet. Die Auslegung hier: das Ultraschall-Messgerät Ultramess S2 Split für einen Nenndurchfluss von 60 m³/h bei einem Rohrdurchmesser von DN 100. „In Echtzeit die eingespeiste Wärmemenge und die Abnahme bei den Verbrauchern gleichzeitig auf dem Schirm zu haben, ist die einfachste Art der Anlagenüberwachung“, stellt Wolfgang Binswanger fest. Über die Wärmezähler erstellen die Fristinger sogar Nutzzeitprofile der Abnehmer, um den Anlagenbetrieb optimieren zu können. Zur Wirtschaftlich trägt ebenfalls bei, dass bei geringerer Verwertung der Nahwärme die Energie zunächst in den Häusern zwischengespeichert wird. Wolfgang Binswan­ ger erklärt, wie: „Die Übergabestation speist in jedem Haus einen Schichtladespeicher. Er fasst jeweils 800 oder 1.000 Liter Wasser. Multipliziert mit den gut 120 Häusern er-

gibt sich so ein großer, dezentraler Puffer, der die individuellen Verbrauchskurven der Abnehmer nivelliert. Vom Schichtladespeicher abgehend konzipiert und verantwortet jeder Besitzer die Energieverteilung im eigenen Haus selbst.“ Dazu zählen zum Beispiel die Weitergabe der Nahwärme an die Räume, die Warmwasserbereitung und nicht zuletzt die Installation eines Heizgerätes zur Abdeckung eventueller Spitzenlasten.

Fazit: Biomasse trägt in Deutschland bereits mit 8,4 Prozent zur Energieversorgung bei (Stand 2011, Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicher­ heit). Experten erwarten hier jedoch noch deutliche Steigerungen. Nahwärme-Netze „à la Fristingen“ zeigen dazu einen wirtschaftlichen Weg auf. Insbesondere, wenn die Anlagentechnik unkompliziert realisiert und betrieben wird. Wärmezähler sind dafür eine entscheidende Komponente. Bilder: WDV/Molliné GmbH

Die abgenommene Wärme misst ein WingStar und übermittelt die Werte über M-Bus an die Leitstelle.

Energiekosten ökologisch gesenkt Was die Wärmezähler aus Stuttgart den Fristinger Nahwärme-Genossen derzeit anzeigen, erfreut sie sehr – denn ihre ökologi­ sche Rechnung der Biogas-Erzeugung geht wie erwartet auch ökonomisch auf: Die Energiekosten konnten auf Anhieb deutlich gesenkt werden. Und noch drastischer werden die Einsparungen wohl in Zukunft ausfallen: wenn die Preise für fossile Brennstoffe vermutlich weiter ansteigen.

info WDV/Molliné GmbH 70191 Stuttgart Fon: +49 (0) 7 11-35 16 95-0 www.molline.de

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