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1991 kam Loriot zur Premiere von „Pappa ante portas“

Foto © Brigitte Rößler So sah 1991 die Bar im Kino-Café Konsum aus.

Foto © Jörg Leopold

1916 war vom Thalia noch nichts zu erkennen.

Foto © Jörg Leopold

Foto © Frank Reich

FILM

1991 – das Kino hat die Wende überlebt und ist bis heute eine Institution in Babelsberg.

2017 wurde das Foyer mit Bar neu gestaltet.

Up to date ist ein gutes Stichwort. 2015 haben sie mit dem Kinderwagenkino gestartet. Sie zeigen immer dienstags um 10.30 Uhr einen aktuellen Kinofilm, bei dem der Kinderwagen mit ins Kino genommen werden kann, der Ton gedämpft und das Licht gedimmt wird. Wie kam es dazu? Wir haben schon immer etwas für kleinere Kinder gemacht – das Spatzenkino, Kinderferienkino für die Kitas und die Horte, Schulvorstellungen und eben auch Kinderfilme. 2006 zum Beispiel hatten wir einen Kinderfilm pro Woche, meistens nur am Wochenende. Mittlerweile spielen wir zwischen drei bis vier Kinderfilme pro Woche. Von den 150.000 Besuchern sind 30.000 Kinder. Das ist schon eine Hausnummer. Aber es gab eben diese Lücke. Da ich selbst Mutter bin, habe ich es sehr vermisst, ins Kino zu gehen. Wir haben irgendwann überlegt, dass sich die vielen Eltern, die Elternzeit nehmen, mit kleinem Kind total ausgeschlossen fühlen. Man kann bei nichts mehr mitreden. Man kann nicht ins Restaurant oder auf Konzerte gehen. Kino ist halt eine Lücke, die kann man durchaus bedienen. Man ist wieder Teil des sozialen Lebens – das war unsere Idee dabei.

Was erwartet die Kinobesucher zum Jubiläum am 16. Februar? Ab 14 Uhr zeigen wir zehn Filme aus zehn Jahrzehnten, unter anderem „Goodbye Lenin“, „Metropolis“ und „Spur der Steine“. Außerdem stellt Jeannette Toussaint ihr Buch über die Geschichte des Thalias vor. Es gilt ein symbolischer Eintritt von zwei Mark oder einem Euro. Bier und Popcorn werden auch jeweils nur zwei Mark kosten. J. Probst

Die Thalia-Chefs: Daniela Zuklic, Thomas Bastian und Christiane Niewald (v.l.)

Wie sieht die Zukunft des Thalias aus? Es gibt viele Pläne. Wir haben jetzt angefangen, am Sonntag den Tatort im Konsum zu übertragen. Sehr, sehr langfristig ist es geplant, einen weiteren Kinosaal zu schaffen.

O Thalia Kino, Rudolf-Breitscheid-Str. 50, Tel. (0331) 743 70 20, www.thalia-potsdam.de

Foto © Tobias Korne

Was war eigentlich vor der Zeit, als sie und Herr Bastian ins Thalia kamen? 1996 zu 1997 war der ganz große Umbau, wo Kino zwei und drei, das Café und die Überdachung dazu kamen. Es wurde seit seiner Eröffnung am 16. Februar 1918 immer als Kino betrieben, war aber ziemlich heruntergekommen. Als Herr Bastian kam, gab es einen Theaterleiter, ein Team aus 60 bis 80 Studenten und eine Menge Chaos. Er war quasi der Retter in der Not, als er 1997 zusammen mit Christiane Niewald, der Programmplanerin, aus Stuttgart nach Potsdam ans Thalia kam. Sie haben das Kino übernommen, haben angefangen, das Programm zu machen, ein bisschen umzustrukturieren. Herr Bastian stand stundenlang in irgendwelchen Vorführräumen und hat Schrauben nachjustiert und somit versucht, das Kino wieder zum Laufen zu bringen. Denn nichts ist schädlicher als technische Schäden. In den Anfangszeiten hatte das Kino 280.000 Zuschauer pro Jahr und dann kam 1999 das UCI. Da brachen die Zuschauerzahlen auf 80.000 zusammen. Ich bin dann 2000 dazu gestoßen – als Schwangerschaftsvertretung.

Das Buch zum Kino: „Kino in der Filmstadt Babelsberg – Hundert Jahre Thalia“

www.stadtmagazin-events.de FEBRUAR 2018

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2018.02  

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