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potsdamer rundschau Nr. 4 · Juni 2008 www.potsdamer-rundschau.de

Sozialdemokratische Zeitung für die Landeshauptstadt

LINKS AUSSEN Kinderfreundlicher Haushalt

Vom Volkswirt Schumpeter stammt die Auffassung, dass sich eher ein Hund einen Wurstvorrat anlegt, „als eine demokratische Regierung eine Budgetreserve“. Dies mag wohl auch teilweise für Potsdam gelten. Die Begehrlichkeiten sind größer als die finanziellen Möglichkeiten. Langfristige Verbindlichkeiten von mehr als 100 Millionen Euro, mit den entsprechenden Zinsen und noch einmal kurzfristige und noch teurere 80 Millionen im Dispo lasten auf der Stadt. Der Haushaltsausgleich jetzt ist ein wichtiger, aber nur ein Schritt in die richtige Richtung. Wer heute mehr und auf Pump verspricht, gefährdet das Wohl der kommenden Generationen. Schon deshalb brauchen wir am 28. September stabile Mehrheiten jenseits der Linken, für eine Verbindung von zukunftssicherer und damit kinderfreundlicher ebenso wie vernünftiger und stabiler Haushaltspolitik. Christian Maaß kandidiert in Babelsberg für die Stadtverordnetenversammlung

SPD Potsdam: Generationswechsel

Jann Jakobs: „Ich kandidiere, um meinen Beitrag zu leisten, dass die SPD wieder stärkste Kraft in Potsdam wird.“

Foto: Pietras

Mike Schubert neuer Vorsitzender

Der SPD-Unterbezirk Potsdam hat einen neuen Vorsitzenden. Mit 90,1 Prozent der abgegebenen Stimmen wurde der 35jährige Mike Schubert von den 75 Delegierten der Hauptstadt-SPD gewählt. Schubert, bisher Stellvertreter und Fraktionsvorsitzender in der Stadtverordnetenversammlung, folgt damit auf Rainer Speer, der nicht noch einmal kandidierte, weil er sich im kom-

menden Jahr für ein Landtagsmandat im Havelland bewerben will. Brandenburgs Finanzminister stand 14 Jahre lang an der Spitze des mit 750 Mitgliedern stärksten Unterbezirks. In seiner Rede unterstrich Ministerpräsident Matthias Platzeck den „vernünftigen und kameradschaftlichen Generationenwechsel“ bei der Potsdamer SPD. Vorher hatte Rainer Speer in einer

Einladung zum Sonntagsspaziergang mit der SPD

emotionalen Rede von den Potsdamer Sozialdemokraten Abschied genommen. Er verwies auf die erfolgreiche Arbeit der Partei in den letzten Jahren und darauf, dass es seit 1990 keiner Partei gelang, den Sozialdemokraten den Oberbürgermeister in der Landeshauptstadt streitig zu machen. Abschließend rief Speer die Genossen noch einmal zu Geschlossenheit für die kommende

Über den Luftschiffhafen

mit Manja Orlowski, Kandidatin zur Stadtverordnetenversammlung in Potsdam-West Sonntag, 29. Juni, 10 Uhr

www.spd-potsdam.de

Zeit auf. Als Stellvertreter von Schubert wurden die Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein sowie Kai Weber und Kathleen Riedel gewählt. Schatzmeisterin bleibt Elke Kaiser. Als Wahlziel für die Kommunalwahl benannten der frisch gewählte Vorsitzende Mike Schubert und Oberbürgermeister Jann Jakobs, im Herbst weiter auf Seite 4


potsdamer rundschau

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EDITORIAL

Berlin wird da schön, wo Potsdam anfängt. Diesen (nicht ganz ernst gemeinten) Vergleich über die Bundeshauptstadt und unsere Heimatstadt könnte derzeit auch für den Vergleich zwischen der SPD im Bund und der Potsdamer SPD gelten. Während in Berlin immer wieder über Zwist in der SPD berichtet wird, streiten sich in Potsdam eher Linke und CDU. Bei der Linke liefern sich die Landtagsabgeordnete und der Kreisvorsitzende Duelle um die Stadtverordnetenkandidaturen und bei der CDU versucht eine Gruppe den Vorsitzenden abzuwählen. Unterdessen hat Potsdams SPD in großer Geschlossenheit ein Wahlprogramm, die Kandidaten für die Stadtverordnetenversammlung und ein neuen Vorstand gewählt. Dass alle an einem Strang ziehen, macht auch die Kandidatur des Oberbürgermeisters für die Stadtverordnetenversammlung deutlich. Auch er will seinen Beitrag für eine starke SPD-Fraktion im Stadtparlament leisten. Wir wollen die erfolgreichen Entwicklung Potsdams fortsetzen, denn sie trägt die deutliche Handschrift der SPD, die hier seit 1990 die Rathausspitze stellt. Die SPD will im Herbst wieder stärkste Kraft in Potsdam werden und lässt sich dabei auch von der Stimmung in Berlin nicht beirren. Potsdam ist nicht Berlin! Ihr

Mike Schubert

Nr. 4 · Juni 2008

Blockade der Linken verhindert – Haushalt 2008 verabschiedet AUS DER STADTVERORDNETENVERSAMMLUNG

Mit den Stimmen aller Fraktionen außer der Linken und der DVU wurde in diesem Monat der Haushalt der Landeshauptstadt Potsdam verabschiedet. Mit dem 404Millionen-Etat wurde erstmals seit 1995 wieder ein Haushalt ausgeglichener verabschiedet. Er enthält 2,2 Millionen mehr an freiwilligen Leistungen für Kultur und Sport sowie ein auf einen Euro reduziertes Mittagessen für Kinder, deren Eltern Arbeitslosengeld II empfangen. Für Kinder, deren Eltern auch diesen Betrag nicht zahlen können, wurde ein Härtefallfond beschlossen, der im Einzelfall ein kostenloses Mittagessen

ermöglicht. Die Einführung dieser Regelung soll durch die AWO und ein sozialwissenschaftliches Institut be-

nicht zugestimmt. Ihr Fraktionsvorsitzender hatte bis zuletzt auf einem kostenlosen Schulessen für Kinder

Schubert: „Die Linke hat sich ihrer Verantwortung für den Haushalt entzogen.“ gleitet werden, um wenn nötig Veränderungen an der Regelung oder der Höhe der Unterstützung frühzeitig zu erkennen und umzusetzen. Trotz dieser sozialpolitisch sinnvollen Maßnahme hat die Linke dem Haushalt

von ALG-II-Empfängern bestanden und dies zur endscheidenden Frage für die Haushaltszustimmung seiner Fraktion gemacht. Die Linke nahm dabei billigend in Kauf, dass, wenn der Haushalt nicht beschlossen

Radwege, Grundschulen, Straßenöffnungen und Entwässerungsgräben Anträge der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung

Radweg Fahrland-Satzkorn Oberbürgermeister Jann Jakobs soll noch in diesem Jahr die Projektierung für den Lückenschluß im Radweg zwischen Fahrland und Satzkorn in Auftrag geben. Dies sieht ein Antrag der SPD Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung vor. Damit soll die Sicherheit auf dem Schulweg für Grundschüler aus Satzkorn erhöht werden, die in Fahrland zur Schule gehen. Fahrlands Ortsbürgermeister Claus Wartenberg, der den Antrag einbrachte, verwies auch auf das touristische Potential des Radweges, der in Fahrland derzeit an der Fahrländer Mühle endet.

Sozialräume als Grundschuleinzugsbereich Seit der Aufhebung der Schulbezirke fehlt in Potsdam eine direkte Planungsgröße für die Grundschulplanung.

Dies macht eine Planung der meist wohnortnahen Einschulungswünsche von Eltern schwierig. Die SPD schlägt deshalb vor, die fünf Potsdamer Sozialräume als Grundlage für die Schulentwicklungsplanung zu nehmen. Sozialräume fassen in Potsdam mehrere Stadteile zusammen, die jedoch hinsichtlich ihrer Größe deutlich unter dem bisherigen Planungsansatz des gesamten Stadtgebiets liegen. Temporäre Öffnung der Schopenhauerstraße Die SPD will prüfen lassen, ob durch eine temporäre Öffnung der Schopenhauerstraße and der Einmündung Charlottenstraße aus Richtung Hegelallee kommend eine Entlastung des Verkehrsknotens Zeppelinstraße / Breite Straße erreicht werden kann. Vor allem im Bereicht der rufsverkehr

Rückstau an manchen Tagen bis hinter den Luisenplatz. Durch eine Öffnung der Schopenhauerstraße in verkehrsstarken Zeiten könnte eine Entlastung entstehen. Pflegebericht zu Entwässerungsgräben gefordert Die SPD will von der Verwaltung einen Bericht über den Pflegezustand der Endwässerungsgräben vorgelegt bekommen. Der Pflegezustand der Gräben ist für Potsdams Landwirte von Bedeutung für die Bewirtschaftung ihrer Flächen, da diese den Schutz gegen eine zu starke Durchfeuchtung der Äcker bieten. Immer wieder nach der Eingemeindung gab es Beschwerden von Landwirten über den Zustand der Gräben. Verantwortlich für die Pflege ist der Wasser- und Bodenverband in dem die Landeshauptstadt Potsdam Mitglied ist.

worden wäre, Potsdams Vereine in diesem Jahr nur einen Teil ihrer Gelder erhalten hätten und wichtige Sanierungsvorhaben an Schulen und Kindertagesstätten auf das nächste Jahr verschoben worden wären. Diese Blockade konnte jedoch durch einen Kompromiss der Fraktionen SPD, CDU, Grüne, Bürgerbündnis und Familienpartei verhindert werden. Bei der Gesamtabstimmung zum Haushalt stimmte auch die Fraktion die Andere dem Haushaltsentwurf von Oberbürgermeister Jann Jakobs zu. „Die Linke hat sich ihrer Verantwortung für den Haushalt entzogen“, so SPD-Fraktionschef Mike Schubert.

SPD zu Milchpreisen

Die brandenburgische SPD hat sich mit den Protesten der Milcherzeuger solidarisiert: Faire Preise für gute Leistungen seien auch in der Landwirtschaft erforderlich, damit Qualität und Nachhaltigkeit gewährleistet bleiben. Die SPD fordert die Einzelhändler auf, auf die Milchproduzenten zuzugehen. Landwirtschaft brauche dauerhafte Perspektiven, so der Landesvorstand am 3. Juni.

Impressum

potsdamer rundschau Sozialdemokratische Zeitung für die Landeshauptstadt · seit 1994 Neue Folge Nr. 33 · Juni 2008 Herausgeber Mike Schubert Redaktion Kai Weber (v.i.S.d.P.) Alleestraße 9, 14469 Potsdam Telefon 0331 – 73098 301 Telefax 0331 – 73098 302 Mail: kai.weber@potsdam.de Autoren dieser Ausgabe Florian Engels, Harald Kümmel, Christian Maaß, Birgit Morgenroth, Manja Orlowski, Kathleen Riedel, Marek Schaller, Sebastian Serafin, Andreas Wandersleben Druck Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam Potsdamer Rundschau im Internet www.potsdamer-rundschau.de Auflage 20.000 Exemplare


Nr. 4 · Juni 2008

potsdamer rundschau

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RAINER SPEER WAR 14 JAHRE POTSDAMER SPD-VORSITZENDER

Ein Schwergewicht geht Potsdams SPD verliert ein Schwergewicht. Und auch wenn der langjährige Potsdamer SPD Vorsitzende Rainer Speer nicht gerade von zarter Statur ist, bezieht sich diese Einschätzung eher auf sein politisches Wirken für die Landeshauptstadt, als auf seine Leibesfülle. Nach 14 Jahren als Vorsitzender der Potsdamer SPD trat Rainer Speer auf dem Parteitag Ende Mai nicht noch einmal für dieses Amt an. Er will sich im kommenden Jahr um ein Landtagsmandat in Falkensee bewerben und hatte auch deshalb auf eine nochmalige Kandidatur verzichtet. Mit Speer verlässt ein Mann die Potsdamer SPD und die Politik in der Landeshauptstadt, der beides wie kein Zweiter seit der politischen Wende 1989 geprägt hat.

S

eitdem der frühere Jugendclubleiter und Möbelrestaurator im November 1989 die Regionalgruppe der SDP (Sozialdemokratischen Partei der DDR) mitbegründet hatte, übernahm er Verantwortung für die noch junge Partei in Potsdam. Erst als Verantwortlicher für Organisation und Öffentlichkeit, später als Fraktionsvorsitzender der SPD in der Stadtverordnetenversammlung und seit Februar 1994, mit damals gerade einmal 34 Jahren, als Vorsitzender der SPD in Potsdam. Was damals mit einer handvoll von Mitgliedern begann, ist heute die größte SPD-Gliederung im Land Brandenburg mit über 750 Mit- gliedern. Unter der Führung von Speer gewann die SPD drei Mal die Oberbürgermeisterwahl, holte seit 1990 bei jeder Bundestagswahl das Direktmandat in Potsdam und errang die beiden Landtagsmandate. Er führte die SPD auch durch schwere Zeiten wie die Abwahl von Horst Gramlich. Rainer Speer gehörte für fast zwanzig Jahre zur Potsdamer SPD, genauso wie unkonventionelle Auftritte mit Basecap und Zigarren zu Rainer Speer gehören. Viele Attribute wurden vor allem durch die Medien schon für ihn gefunden, nicht alle spiegeln dabei seine vielschichtige Persönlichkeit wirklich wieder. Denn in Schubladen hat Rainer Speer nie gepasst und wird wohl nie passen. Vom Weltenbummler mit Fahrrad und Kanu bis zum bodenständigen Märker, vom Gedichte rezitierenden

Rainer Speer auf dem Potsdamer SPD-Parteitag am 24. Mai

Prosaliebhaber bis zum abgeklärten Polittaktiker – die Liste der gegensätzlichen Facetten, die Rainer Speer zugeschrieben werden, ist lang. Häufig schon glaubten politische Beobachter, dass die nächste Funktion diejenige wäre, die der 1959 in Berlin geborene Speer nicht ausfüllen könnte. Doch längst ist der Liebhaber guter Bluesmusik, der schon einmal selbst zur Mundharmonika greift und im Potsdamer Walhalla auftritt oder

auf der Potsdamer AIDSGala als Diskjockey die Gäste für einen guten Zweck unterhält, zu einem in ganz Deutschland angesehenen Finanzminister geworden, der in Brandenburg über die Parteigrenzen hinweg für seine Haushaltskonsolidierung gelobt wird. Mit seinen klaren Aussagen und seinem geradlinigen Handeln macht er sich dabei nicht immer nur Freunde. Dies wird sicher auch in Zukunft nicht anders werden. Nach 19 Jah-

Foto: Pietras

ren in der Potsdamer SPD und davon 14 Jahren an ihrer Spitze wird Rainer Speer seine politischen Aktivitäten in das Havelland verlegen, wo heute noch ein Teil seiner Familie wohnt. Dort in Falkensee, wo er 1978 sein Abitur machte, will er im kommenden Jahr für die SPD das Landtagsmandat gewinnen und sich für die Menschen im Havelland stark machen. Jetzt bekommt das Havelland das (politische) Schwergewicht.

PERSONALIA

Andreas Klemund neuer Leiter des Olympiastützpunktes Potsdam Zum 1. Juni 2008 wurde Andreas Klemund als neuer Leiter des Olympiastützpunkts Potsdam berufen. Der Trägerverein wählte den ehrenamtlichen Ortsbürgermeister von Potsdam-Eiche und Präsidenten des UJKC Potsdam einstimmig zum Nachfolger von Dr. Andreas Hoeppner, der ins Sportministerium wechselte. Schwerpunkt der künftigen Arbeit wird auch weiterhin die kompetente Olympiavorbereitung der Sportler sein. Doch auch „die hängenden Baumaßnahmen im Luftschiffhafen müssen endlich vorangetrieben werden“, so Klemund weiter. Er hofft, dass die durch die von den Stadtverordneten beschlossene Übertragung des Areals am Luftschiffhafen an die städtische Pro Potsdam zur Behebung des Investitionsstaus am Standort führt. Während Bund und Land seit Jahren Fördermittel für den Bau der Mehrzweckhalle, des Hauses der Vereine und den Bau des Ersatzwohnheims bereithalten, tat sich die Stadt mit der Bereitstellung ihres Eigenanteils schwer. Nicht zuletzt will Klemund mit dem OSP als Bindeglied zwischen den Vereinen im Luftschiffhafen fungieren. Als Präsident der Judoka des UJKC weiß er, was den Sportlern am Herzen liegt und wo manchmal der Schuh drückt.

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SPD Potsdam: Generationswechsel Fortsetzung von Seite 1 wieder stärkste Kraft im Potsdamer Stadtparlament werden zu wollen. Dazu müssten alle ihren Beitrag leisten. Auf dem Parteitag wurde ebenfalls das Wahlprogramm verabschiedet. Dies hatte Potsdams SPD in einer stadtweiten Diskussion mit Bürgern, Vereinen und Verbänden entwickelt. In elf Veranstaltungen mit rund 500 Teilnehmern war seit Oktober 2007 der Programmentwurf für die Kommunalwahl diskutiert worden. Schubert nannte das nun verabschiedete Programm aufgrund dieser breiten Diskussion eine „echten Wählerauftrag“. Im Herbst werden Potsdam Sozialdemokraten mit Oberbürgermeister Jann Jakobs, der Bundestagsabgeordneten Andrea Wicklein, der Landtagsabgeordneten Klara Geywitz, dem Potsdamer Bauausschussvorsitzenden Dr. Christian Seidel und dem Parteivorsitzenden Mike Schubert als Spitzenkandidaten antreten. Dabei wird es auch zu einer Neuauflage des Duells der letzten Oberbürzwischen germeisterwahl Jann Jakobs und seinem Herausforderer, dem Landtagsabgeordneten der Linken Hans-Jürgen Scharfenberg kommen. „Ich stelle mich dieser Wahl, um meinen Beitrag zu leisten, damit wir als SPD wieder stärkste Kraft in Potsdam werden“, so Oberbürgermeister Jann Jakobs, zu den Beweggründen seiner Kandidatur.

Nr. 4 · Juni 2008

In Potsdam zu Hause

Vielfältige Einbindung

SPD-Vorsitzender Mike Schubert sprach beim Parteitag am 24. Mai über die Ziele des neuen Wahlprogramms

Auch am Schlaatz beteiligten sich Bürger an der Diskussion um ein neues Toleranzedikt

Mit einem umfangreichen und sehr konkreten Programm geht die Potsdamer SPD in den Kommunalwahlkampf 2008. Einstimmig wurde es am 24. Mai mit vielen positiven Kommentaren vom Unterbezirk verabschiedet. Auf 37 Seiten fasste eine Redaktionsgruppe zusammen, was zuvor in Diskussionsrunden, Fachberatungen und Stadtteilkonferenzen erarbeitet wurde. Basis war ein vom Unterbezirk vor einem Jahr beschlossenes Diskussionspapier. Es wurde deutlich weiterentwickelt und überarbeitet, vieles konnte aus den Ortsvereinen und Bürgerrunden übernommen werden. Es ist damit auch ein Ideenwerk aus der Bevölkerung. Grundgedanke ist, dass Potsdam – seit 1990 von der SPD im Rathaus regiert eine rasante und sehr gute Entwicklung nimmt. Das

Die Angebote an die Potsdamer Bürgerinnen und Buürger zum Mitwirken an dem neuen Toleranzedikt haben mittlerweile beachtliche Ausmaße angenommen: Neben der Diskussion im Internet oder der Unterschriften-Aktion stehen nun noch bis Mitte Juni fast 60 Diskussionstafeln in und um das Stadtgebiet, etwa in den Wohngebieten am Schlaatz oder am Stern. Auch Ministerpräsident Matthias Platzeck begrüßt die Initiative: „Es ist gut, wenn die Potsdamerinnen und Potsdamer sich darüber verständigen, wie wir in der Stadt auf Dauer alltäglich zusammenleben wollen. Deutlich muss meiner Ansicht nach in der Diskussion werden, dass Offenheit, Toleranz und Meinungspluralismus zunehmend Gütesiegel der Stadt werden.“ Insbesondere der „Meinungspluralismus“

SPD-PARTEITAG

Wahlprogramm beschlossen

führt aber auch zu erheblichen Problemen, die dringend gelöst werden müssen: Bezahlbarer Wohnraum für alle, verbesserte Kita- und Hortangebote, vielfältige Schulen, Angebote für Jugend ebenso wie für Senioren, bessere Verkehrsführung, Stärkung Radverkehr, weiterer Abbau Arbeitslosigkeit und Stärkung kleinteiliger und mittelständischer Wirtschaft. Die Arbeit am Programm hat richtig Spaß gemacht. Die vielen, die mit gemacht haben, haben die Stadt neu kennen- und lieben gelernt. Es gab viele Ideen aus den verschiedensten Richtungen; sie haben das SPD-Programm richtig rund und bunt gemacht. Danke dafür! Das ganze Programm im Netz: http://kommunalwahlen.spd-potsdam.de Florian Engels / Till Meyer

TOLERANZEDIKT

Rege Beteiligung der Bürgerschaft

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Landtagsabgeordnete Klara Geywitz im Gespräch

spielt beim Potsdamer Toleranzedikt eine wichtige Rolle. Die Tafeln werden nämlich nicht zensiert. „Das klappt bisher sehr gut“, erklärt Projektkoordinator Daniel Wetzel. „Ausgrenzende Beiträge wurden erstaunlich schnell durch Bürgerinnen und Bürger ablehnend kommentiert und korrigiert.“ Im Zusammenhang mit der Initiative fand im Mai ein Expertengespräch statt, bei dem sich Potsdamer Unternehmerinnen und Unternehmer über die Ausgestaltung des Potsdamer Toleranzediktes aus wirtschaftlicher Sicht austauschten. Darüber hinaus sollen Potsdamer Vereine, Verbände oder auch Parteien mit Selbstverpflichtungen aktiv dazu beitragen, Potsdam zu einer toleranteren und weltoffeneren Stadt zu machen. Unter dem Begriff „Selbstverpflichtungen“ verstehen die Initiatoren eine Beschreibung der eigenen Aktivitäten und eine Erklärung, was man in Zukunft in diesem Bereich und für seine Stadt tun möchte. Beteiligen Sie sich jetzt und lassen Sie uns gemeinsam zeigen, dass sich die Landeshauptstadt Potsdam als weltoffen und tolerant versteht! Unterschreiben Sie unter www.potsdamer-toleranzedikt.de


potsdamer rundschau

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Im Auftrag der Familie AUS DEM BUNDESTAG

SPD-Bundestagsfraktion mit klarem Ziel

Andrea Wicklein bei der Übergabe einer neuen Schuluhr an die Goetheschule Babelsberg nach ihrer Genehmigung als Ganztagsschule

Andrea Wicklein Mitglied des Bundestages Mehr Informationen unter: www.spdfraktion.de

Potsdamer Jungwählerkampagne

Unter dem Motto “Ich wähle weil...” findet anlässlich der Kommunalwahl 2008 in Potsdam eine Erstund Jungwählerkampagne statt. Im Mai waren Jugendliche aufgerufen, sich für das Projekt zu bewerben. Von den eingegangenen Bewerbungen stellen sich nun 30 Teilnehmer zur Wahl. Natürlich nicht zur offiziellen Wahl. Aber sie wollen – genauso wie Politiker – mit ihren Inhalten und Standpunkten überzeugen. Jeder

Ausbildungsbonus schafft 100.000 neue Ausbildungsplätze.

Das soziale Deutschland.

Der Ausbildungsbonus ist beschlossene Sache. Damit kommen wir unserem Ziel ein gehöriges Stück näher, dass jeder Jugendliche die Chance auf eine gute Ausbildung haben muss. Bis 2010 werden mit dem neuen Förderinstrument von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz in den Betrieben 100.000 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen – und zwar für so genannte Altbewerber, also für Jugendliche, die sich seit längerer Zeit vergeblich um einen Ausbildungsplatz bemüht haben. Denn obwohl die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze endlich wieder steigt, gibt es immer noch mehr als 300.000 Jugendliche, die sich in Warteschleifen befinden oder auf ihre Bewerbungen immer wieder Absagen erhalten. Der neue Ausbildungsbonus in Höhe von 4.000 bis 6.000 Euro gibt nun Betrieben den Anreiz, für diese Altbewerberinnen und Altbewerber einen zusätzlichen Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen. Mitnahmeeffekte werden vermieden. Denn nur Betriebe, die sich stärker als bisher für die Ausbildung engagieren, erhalten den Bonus. Wenn nötig, erhalten Auszubildende darüber hinaus im Betrieb eine sozialpädagogische Begleitung. So können auch die Jugendlichen erfolgreich zum Berufsabschluss geführt werden, die es ohne zusätzliche Unterstützung nicht schaffen würden. Mit Ausbildungsbonus und Berufseinstiegsbegleitung setzen wir den Schwerpunkt auf eine vorsorgende Politik. Denn eine gute Ausbildung ist die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Aufstieg durch Bildung und Ausbildung – dieses Kernversprechen der Sozialdemokratie lösen wir ein.

Der Ausbildungsbonus: I I I

05-06-2008

die Qualität in den Einrichtungen steigen. Der Bund stellt 2008 bis 2013 insgesamt 4 Milliarden Euro zur Verfügung – 51 Mio. davon erhält Brandenburg. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird verbessert. Gleichzeitig bieten wir damit vielen Kindern bessere Bildungschancen, wie mehrere Studien inzwischen nachgewiesen haben. Außerdem machen wir Mut, eine Familie zu gründen. Den unsinnigen Vorschlag von Ursula von der Leyen, ein Betreuungsgeld für alle einzuführen, die Betreuungsangebote nicht nutzen, haben wir abgewiesen. Darüber kann – wenn er will – der nächste Bundestag entscheiden. Die SPD hat mit dem Elterngeld seit dem 1. Januar 2007 auch für das erste Lebensjahr der Kinder eine Lösung gefunden. Das Elterngeld sichert betreuenden Eltern eine Lohnersatzleistung von 67 Prozent des wegfallenden Einkommens in den ersten 12 bis 14 Monaten nach der Geburt. Wichtig ist, dass die genehmigenden Behörden die Anträge schnell bearbeiten. Natürlich hört Familienpolitik nicht mit dem Kindergarten auf. Mehr als 3000 Ganztagsschulen sind seit 2003 in Deutschland entstanden – 20 davon in Potsdam. Auch dies war eine Initiative der SPD, die wirmit den Grünen gegen die

SPD-Parteivorstand, Telefon: (030) 2 59 91-0, Internet: www.spd.de

Kinder bedeuten Lachen, Lebensfreude und Glück. Sie machen eine Gesellschaft menschlich und reich, geben ihr Hoffnung und Zukunft. Potsdam ist inzwischen zur „familienfreundlichsten Stadt“ Deutschlands ausgerufen worden. Die SPD in Stadt, Land und Bund setzt alles daran, die Rahmenbedingungen für Familien zu verbessern. Die SPD-Bundestagsfraktion hat ein klares Ziel vor Augen. Im Interesse der Familien wollen wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern, die Qualität von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen erhöhen und die finanziellen Belastungen für Eltern senken. Bereits in der letzten Wahlperiode haben wir mit dem Ganztagsschulprogramm damit begonnen. Auch der Ausbau der Kindertagesbetreuung ist eines unserer wichtigsten Ziele. Dazu haben wir den Entwurf für ein Kindertagesbetreuungsgesetz am 29. Mai in den Bundestag eingebracht. Wir setzen damit den Beschluss um, ab 1. August 2013 einen Rechtsanspruch auf eine Betreuung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr überall in Deutschland zu sichern. Unbenommen haben die alten Bundesländer dabei mehr Aufholbedarf als wir. Gleichzeitig zum quantitativen Ausbau der Betreuungsangebote soll auch

CDU/CSU durchgesetzt haben. Mit der Bafög-Reform haben wir mehr Jugendlichen einen Anspruch auf die Ausbildungsförderung ermöglicht. Wir werden außerdem mit dem Ausbildungsbonus weitere gewerbliche Ausbildungsplätze fördern. Nach der Veröffentlichung des nächsten Existenzminimumsberichtes der Bundesregierung werden wir über die mögliche Erhöhung des Kindergeldes und des Steuerfreibetrages entscheiden. Es macht wenig Sinn, schon jetzt darüber zu reden, denn die Regelung muss sich an diesem Bericht orientieren. Zur Erinnerung: Unter Gerhard Schröder hatten wir das Kindergeld in zwei Stufen von 112 auf 154 Euro erhöht.

Ich wähle, weil... KOMMUNALWAHLEN

I

ist zeitlich bis 2010 befristet und wird als einmaliger pauschaler Zuschuss gezahlt. richtet sich in seiner Höhe nach der Ausbildungsvergütung des Jugendlichen und liegt zwischen 4.000 und 6.000 Euro. wird einem Betrieb als Rechtsanspruch gewährt, wenn er einen zusätzlichen Ausbildungsplatz für einen Altbewerber schafft, der keinen Schulabschluss oder einen Hauptschulabschluss hat. Außerdem erhält der Arbeitgeber den Bonus für die zusätzliche Ausbildung von lernbeeinträchtigten oder sozial benachteiligten Jugendlichen, die im Vorjahr oder früher die allgemein bildende Schule verlassen haben. wird als Ermessensleistung gewährt, wenn der Betrieb zusätzlich Altbewerber ausbildet, die über einen mittleren Schulabschluss verfügen. Weitere Informationen: www.spd.de

der Kandidaten hat den Spruch „Ich wähle, weil…“ mit einem eigenen Motto ergänzt. Damit wollen die Kandidaten punkten. Vom 15. Juni bis 10. August kann man sich die Kandidatenprofile auf der Webseite www.ich-waehle-weil.de anschauen und für die Kandidaten abstimmen. Die vier Bestplatzierten werden im September Wahlmonat stadtweit auf Litfaßsäulen und Postkarten zu sehen sein. Außerdem wird die des September-Ausgabe Stadtmagazins EVENTS mit vier unterschiedlichen Titelseiten erscheinen, die je eines der vier Gewinnermotive abbilden. Rund um die Abstimmung gibt es viele Informationen zur Wahl und auch die Politiker, die sich zur Kommunalwahl aufstellen lassen, bekommen eine eigene Profilseite. Dort kann man dann erfahren, wer alles antritt und wofür die Kandidaten inhaltlich stehen. Abgerundet wird das Angebot durch Umfragen, wie zum Beispiel die klassische Sonntagsfrage „Wenn am nächsten Sonntag Kommunalwahlen wären“. Organisiert wird die Kampagne vom Beirat zur Umsetzung des Lokalen Aktionsplanes für Toleranz und Demokratie, gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.

Weitere Infos: www.ich-waehle-weil.de


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Uferlandschaft, Busring und Beleuchtung

Nr. 4 · Juni 2008

Sozialdemokraten tourten durch die ländlichen Ortsteile

AUS DEN STADT- UND ORTSTEILEN

2008 mehr als 2,34 Millionen Euro Investitionen in Groß Glienicke

2008 werden mehr als 2,34 Millionen Euro in die Infrastruktur Groß Glienickes fließen. Eine Mehrheit des Ortsbeirates entschied sich bei der Verteilung der Investitionsmittel für die Maßnahmen, die auch im Bürgerhaushalt die meisten Stimmen erhalten hatten. Gegen die Stimmen der CDU - beschloss der Ortsbeirat den Kauf der noch vorhandenen Ufergrundstücke am Groß Glienicker See und wird dafür 550.000 Euro zur Verfügung stellen. Auf der Potsdamer Seite des Sees ist von der alten Gemeindevertretung 1998 ein Bebauungsplan beschlossen worden, der ein öffentliches Seeufer mit Weg vorsieht. Dies ist bisher weitestgehend gelungen, denn nur einige wenige Privatpersonen, die Ufergrundstücke gekauft oder zurückerhalten haben, haben ihre Grundstücke eingezäunt. Die meisten Ufergrundstücke sind noch Eigentum des Bundes. Diese wird die Stadt im Auftrag des Ortsbeirates nun erwerben und damit sichern, dass sie für die Zukunft frei zugänglich bleiben. Der öffentliche Weg selbst ist unstrittig. Gleichzeitig wird 2008 der erste Teilabschnitt des Uferlandschaftskonzeptes mit 100.000 Euro umgesetzt. Es werden, wenn es nach dem Wunsch der SPD geht, auch die anderen Teilabschnitte folgen, damit der Groß Glienicker See eine den Bürgerwünschen entsprechende öffentliche Uferlandschaft erhält. Knapp beschlossen, wiederum gegen den Willen der CDU und diesmal auch des Grünen- Vertreters, wurde der Ausbau der Seepromenade. Ein sehr heikles und umstrittenes Thema. Die Stadtverwaltung hat den Ausbau dieses Teilabschnittes des Busringes schon seit drei Jahren immer wieder eingefordert. Die Hauptstraße Seepromenade scheint rein äußerlich erst einmal intakt, denn sie wurde 2002 nach massiven Protesten der Anwohner und der Havel-Busgesell-

schaft mit einer Dünnschichtdecke versehen. Doch damit begannen gleichzeitig die Probleme. Es ist kein Gehweg vorhanden und keine ausreichende Entwässerung, das überschüssige Straßenwasser wird ungeklärt in den See eingeleitet. „Kein Zustand“, jeder Tag ohne Änderung ist zuviel und gefährdet den See, Umbau jetzt, forderte Doris Maria Langenhoff noch vergebens letztes Jahr. Seit Anfang 2007 wird an einem Entwässerungssystem für die Seepromenade gearbeitet, damit der Ausbau 2008 begonnen werden kann, Gehwege und Parkplätze inklusive. Nun ist es bald soweit, im Juni wird ein neuer Entwurf für ein Entwässerungskonzept vorgestellt. Das noch nicht fertige Konzept verhinderte jedoch auch, dass die engen Anliegerstraßen Tristanstraße und Wendensteig in diesem Jahr ausgebaut werden. Weitere Zuleitungen in den Groß Glienicker See, in den bereits überfließenden FriedrichGünther-Park oder in das Fenn sind aus Sicht der Naturschutzbehörden überhaupt nicht möglich. Das Entwässerungskonzept wird die Belange des Naturschutzes aus Sicht der SPD natürlich berücksichtigen müssen. So wird es für die Anlieger der Nebenstraßen noch eine Weile dauern, bis sie ohne Stoßdämpferschaden ihre Grundstücke erreichen. Diejenigen Straßen, die besonders tiefe Löcher aufweisen und sicher noch einige Jahre ohne Ausbau sind, werden in den nächsten Wochen provisorisch gerichtet. Und: Die Löcher werden wenigstens beleuchtet. Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Ortsbeirates für fast 200.000 Euro Lampen in allen Winkeln von Groß Glienicke. Ein letzter, aber sicher nicht unwichtiger Punkt im Haushalt ist eine Deckungsreserve für eine neuen Spiel- und Bolzplatz in Höhe von 50.000 Euro. Birgit Morgenroth

Stadteile mit Entwicklungspotential / Dialog wird fortgeführt

Die neuen Ortsteile sind längst fester Bestandteil der Stadt Potsdam geworden. Sie sind ein Gewinn für Potsdam. Potsdam darf nicht nur von der Mitte aus „gedacht“ werden, denn das hieße, andere Schätze zu vernachlässigen. Unsere Stadt ist durch die neuen Ortsteile schöner und reicher geworden. Mit gutem Grund spricht die SPD von „Potsdams Vorgarten“. Diesen Vorgarten wollen wir durch viele kleinteilige Maßnahmen entwickeln, und wir wollen ihn schützen: Er darf nicht zersiedelt werden! Potsdams Bebauung soll sich auch in den neuen Ortsteilen von innen heraus verdichten. Wir wollen einerseits den ländlichen Charakter erhalten, andererseits dem Pendlerverkehr und der sich verändernden sozialen Struktur Rechnung tragen. Doch wie sieht das genau vor Ort aus? Der Aufgabe, direkt vor Ort zu schauen, wie in den Ortsteilen das Selbstverständnis Potsdams angekommen ist, stellten sich die Stadtverordneten der SPD-Fraktion ebenso wie die Kandidaten bei einer 9-Stunden Tour von Potsdams Herzen, der Innenstadt, über die nördlichen Ortsteile bis Fahrland. Unterwegs wurde immer wieder Halt gemacht und zentrale Punkte in den Ortsteilen angesprochen. Das Radverkehrskonzept und die Wünsche der Ortsteile auf Lückenschließung zog sich durch die gesamte Strecke. Schwerpunkte, welche zusätzlich ausführlich betrachtet und diskutiert wurden waren: Ortsteil Eiche: die Kita-, Schul- und Hortentwicklung, Ortsteil Golm: Kitaentwicklung, Infrastrukturausbau, Bürgerhaus, Sanierung Kirche Wissenschaftsparkerweiterung, Ortsteil Grube: Möglichkeitsabschätzung der Wieder-

herstellung des Bahnhofs Grube als Haltepunkt und Übergang, Umsetzung des Spiel- und Bolzplatzes, Ortsteil Schlänitzsee: Entwicklung der Wegeerschließung im touristischen Leitsystem, Ortsteil Uetz-Paaren: Besuch der Agrargenossenschaft, Flächenerweiterung, Biotope, moderne Landwirtschaft, Ortsteil Marquardt: Kita, Schule, Entwicklung der Kulturscheune, Park und Schloß Marquardt, Stellenwert der Naherholung, Unterstützung des bäuerlichen Hofverkaufs, Ortsteil Satzkorn: Entwicklung Spiel-, Sport- und Bolzplatz, Umnutzung der ehemaligen Gaststätte, Ortsteil Kartzow: Schloß im Rahmen der Durchführung von Trauungen, Ortsteil Fahrland: Wohngebiet Eisbergstücke, Königsweg, Erschließung, Erweiterungsnotwendigkeit der Versorgungsstrukturen, Jugendclub und Kita. Es zeigte sich deutlich, dass die neuen Ortsteile in ihrem Selbstverständnis in Potsdam angekommen sind. Um sie weiter zu entwickeln, wollen wir alle lokalen Akteure in Zukunft noch stärker einbeziehen. „Viele Wünsche der Anwohner und Beteiligten sind bereits aufgenommen, vieles wurde begonnen, insofern sind wir in fünf Jahren ein gutes Stück in Potsdam vorangekommen. Nun gilt es alles umzusetzen und weiter für unsere Ortsteile eine Gesamtvision zu entwickeln und umzusetzen.“ resümierte Kathleen Riedel am Ende des langen Tages. Mit der SPD wird es weiterhin Ortsbeiräte geben, denn sie sind eine wichtige Stütze für das Handeln der Stadt Potsdam und kennen ihre Ortsteile in allen Einzelheiten und setzen sich so für das soziale, generationsübergreifende Netzwerk vor

Ort, wie Schule, Kindertagesstätten, Kirche, Feuerwehr, Juund weitere gendclubs regionale Vereine ein. Wir wollen, dass Landwirte und der bäuerliche Hofverkauf Unterstützung erhalten, Dorftourismus und Naherholung einen großen Stellenwert behalten und weiterhin in die Verkehrsinfrastruktur investiert wird. Genau dies machen wir auch in unserem Leitfaden für die Entwicklung in unserem zu Hause Potsdam deutlich. Kathleen Riedel stellv. Vorsitzende SPD Potsdam

Kastellanhaus braucht städtische Hilfe

Das Katellanhaus neben dem Jagdschloss Stern braucht mehr städtische Unterstützung. „Wenn wir es uns zum Ziel gesetzt haben, das Kastellanhaus zu sanieren und wieder als Gaststätte zu nutzen, dann braucht es die Hilfe der Stadtverwaltung“, so der SPD-Stadtverordnete Harald Kümmel. „Die Wirtschaftsförderung sollte die Schlösserstiftung bei der Suche nach einem Erbbaupächter unterstützen.“ Das Kastellanhaus ist nun schon zum dritten Mal von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten BerlinBrandenburg ausgeschrieben worden. Die Stiftung möchte das Haus in Erbbaupacht an einen Interessenten vergeben. Leider hat sich bis heute kein aussichtsreicher Pächter gefunden. Die Stadt war mit der Gestaltung des Vorplatzes vom Jagdschloss Stern und dem Bau von Parkplätzen in Vorleistung gegangen, um die Entwicklung des Areals voran zu treiben. „Diese Entscheidung der Stadt war richtig. Nun sollte die Stadtverwaltung mithelfen, das Kastellanhaus an den Mann zu bringen“, so Harald Kümmel.


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Die NPD will in Brandenburg Fuß fassen RECHTSEXTREMISMUS

Veranstaltung des SPD-Ortsvereins Potsdam-Mitte/Nord mit Verfassungsschutzchefi fin n Winfriede Schreiber

Winfriede Schreiber (l.), Leiterin des Verfassungsschutzes Brandenburg, SPD-Ortsvereinsvorsitzende Rotraut Kautz und Angelika Thiel-Vigh (r.) von der Koordinierungsstelle “Tolerantes Brandenburg” bei der Veranstaltung im Regine-Hildebrandt-Haus.

Die Leiterin des Verfassungsschutzes, Winfriede Schreiber, erläuterte den Mitgliedern des SPD-Ortsvereins Mitte/Nord die neuesten Erkenntnisse zum Rechtsextremismus in Brandenburg. Dabei verwies sie vor allem auf die Bestrebungen der NPD, in unserem Bundesland Fuß zu fassen. Die NPD versuche momentan ihren Landesverband auszubauen, um bei der kommenden Landtagswahl anzutreten. Bisher hatten sich DVU und NPD die Länder untereinander aufgeteilt, in denen sie zur Landtagswahl antreten. Diese Absprachen scheinen inzwischen Makulatur zu sein. Dazu versuche die NPD zur Zeit mehr oder minder erfolgreich ihre teilweise darnieder liegenden Kreisverbände aufzubauen, so Schreiber. Dabei sei vor allem auffällig, dass sich die Mitgliederstruktur erheblich verändert habe. Zu beobachten sei, dass sich die wenigen „bürgerlichen“ Mit-

glieder aus der Partei zurückgezogen haben, und junge, wesentlich radikalere Kräfte hätten die Führung in der Partei übernommen und würden auch das Gros der Mitglieder ausmachen. Eine Mitgliedschaft, die dazu noch zu einem übergroßen Teil männlich geprägt sei. Die Finanzen der NPD seien dabei in hohem Maße abhängig von den Zahlungen aus der staatlichen Parteienfinanzierung und den Mandatsträgerabgaben. Daraus speise sich die NPD-Kasse zum größten Teil, erläuterte Schreiber. Um so empfindlicher habe die Partei deshalb die 870.000 Euro Rückforderung der Bundestagsverwaltung auf Grund von falschen Spendenbescheinigungen im Landesverband Thüringen getroffen. Wie geht man aber mit den rechtsextremistischen Kräften um, wenn sie sich in der Öffentlichkeit präsentieren. Angelika Thiel-Vigh, die Leiterin der Koordinie„Tolerantes rungsstelle

Brandenburg“, sagte, dass die Auseinandersetzung mit den Rechtsextremen und um den Rechtsextremismus nicht eine Aufgabe des Staates allein ist. Hier seien alle gefordert. Es gehe darum, die Kräfte der Zivilgesellschaft zu bündeln, um gemeinsam den Feinden der Demokratie Einhalt zu gebieten. Thiel-Vigh sagte, dass im Auftreten der organisierten Rechtsextremen neue Strategien wahrnehmbar seien, in bürgerlichem Outfit gesellschaftliche Strukturen zu unterwandern – Kindergärten ebenso wie Jugendclubs, Beratungseinrichtungen oder Seniorenheime oder bspw. Schulen auch als Elternvertreter – und die rechte Identität erst später preisgeben. Von größter Bedeutung ist für die Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg“ die Ausgestaltung des Zusammenwirkens mit der Zivilgesellschaft und Institutionen. Zu nennen sind hier vor allem das landes-

weite Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit und das Mobile Beratungsteam. Insbesondere hat die Koordinierungsstelle den Abschluss von Kooperationsverträgen mit Partnern aus gesellschaftlich relevanten Handlungsfeldern vorangetrieben. Die Partner verpflichten sich, im Rahmen des Handlungskonzepts “Tolerantes Brandenburg” am Aufbau und an der Stabilidemokratischer sierung Strukturen sowie an der Zurückdrängung demokratiefeindlicher Einstellungen mitzuwirken. Die Landesregierung wiederum verpflichtet sich, auf der Grundlage des Handlungskonzepts und im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten, die Partner zu beraten, zu fördern und auf vielfältige Art und Weise zu unterstützen. Solche Kooperationsverträge sind geschlossen worden mit dem Landessportbund, dem Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Landkreis Elbe-Elster, dem Landesjugendring, den in der LIGA zusammengeschlossenen Wohlfahrtsverbänden, der AOK und der Tourismus Marketing Brandenburg TMB. Mit unterschiedlichsten Beratungsangeboten will die Koordinierungsstelle z.B. in Schulen, Kindertagesstätten und Seniorenfreizeitheimen die zivilgesellschaftlichen Kräfte stärken, um sich gegen rechtsradikale Tendenzen in ihrem Umfeld zu wehren. Bei diesen Angeboten kann jeder einzelne lernen, wie man mit Zivilcourage den Rechtsextremisten gegenübertritt, wann es aber auch notwendig ist, sich Schutz und Hilfe bei Polizei und Verfassungsschutz zu holen. wa

S TA D T T E I L

„Affe, Schaf und Känguruh“ 10. Stadtteilfest am 31. Mai lockte wieder viele hundert Besucher

Dass das Fest „Affe, Schaf und Känguruh“ ein beliebter und fester Termin ist – davon zeugen die vielen Besucher. Dass aber auch das Motto von vielen Menschen sofort mit den lokalen Standorten Affengang, Schafgraben und KänguruhApotheke in Verbindung gebracht wird – das zeugt von Identifikation mit dem Kiez. Ein Erfolg auch des Vereins Brandenburger Vorstadt, der mit seinen vielen Ehrenamtlichen das Fest zehnten Mal auf die Beine gestellt und dabei vor allem die Knirpse im Blick gehabt hat. Tanzen, Sketche, Theater, Singen, Trommeln, Fußballturnier – viele der Programmpunkte waren von und für Kinder. Punktlandung: der Westen Potsdams ist ein kinderreiches Viertel und nicht ohne Stolz erzählt man sich im Kiez, die CvO sei die kinderreichste Straße Deutschlands. Noch ein Wort in eigener Sache, auch in diesem Jahr hat der SPD-Ortsverein Potsdam West wieder tatkräftig bei der Organisation des Festes geholfen. Und da das Miteinander und Füreinander im Kiez auch eine feste Anlaufstelle braucht, unterstützen wir die Initiative für ein Bürgerhaus in unserem Stadtteil. Manja Orlowski


potsdamer sportrundschau Nr. 4 · Juni 2008

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Andrea Wicklein MdB

Bürgerbüro Regine-Hildebrandt-Haus Alleestraße 9 14469 Potsdam Tel.: 0331 - 73 098 100 Fax: 0331 - 73 098 102 eMail: andrea.wicklein@ wk.bundestag.de

Ende einer schwierigen Saison Nulldrei erneut mit einer Niederlage

Klara Geywitz MdL

Bürgerbüro Regine-Hildebrandt-Haus Alleestraße 9 14469 Potsdam Tel.: 0331 - 73 098 300 Fax: 0331 - 73 098 302 eMail: wahlkreis@ klara-geywitz.de Matthias Platzeck MdL

Bürgerbüro Bürgerhaus Am Schlaatz Schilfhof 28 14478 Potsdam Tel.: 0331 - 620 16 66 Fax: 0331 - 620 16 65 eMail: wahlkreis@ matthias-platzeck.de Susanne Melior MdL

Bürgerbüro Potsdamer Straße 55 14552 Michendorf Tel.: 033205 - 255 72 Fax: 033205 - 255 73 eMail: Susanne.Melior@ t-online.de

SPD-Stadtfraktion Potsdam

Verantwortung für die ganze Stadt.

Telefon 0331 - 289 30 50 Telefax 0331 - 289 30 57 Mail: spd-stadtfraktion@rathaus.potsdam.de www.spd-fraktion-potsdam.de

Abschied aus Liga 3: schwach im Angriff und unsicher in der Abwehr

Die Liga war dann doch eine Nummer zu groß. Babelsberg 03 hatte eigentlich zu keiner Zeit der Saison eine reale Chance auf einen Platz unter den ersten Zehn. Spätestens die vermeidbare Heimniederlage am 8. Spieltag gegen Rot-Weiß-Essen stellte das Aufstiegssignal auf Rot. Dafür reichte die Qualität im Kader nicht aus. Zwischenzeitlich gab es einige überzeugende Spiele, anschließend folgten regelmäßig immer wieder teils schlimme Niederlagen. In diese Kategorie gehört auf jeden Fall das 0:3 gegen Union, das 0:1 gegen Verl und das 0:1 gegen Cottbus II. Überhaupt spielt Nulldrei im Karli noch schlechter als auf fremden Plätzen. Auch als es um nichts mehr ging als um einen versöhnlichen Abschluss, setzte es zwei schlimme Pleiten gegen Ahlen und Oberhausen. Wenn man auch gegen die Aufsteiger verlieren kann, etwas mehr Gedankenfrische wünscht sich der geneigte Anhänger schon. In beiden

Partien wurde das Fehlen eines durchsetzungsfähigen Sturms mehr als deutlich. Ohne zu sehr auf andere zu schimpfen: zwei treue Begleiter hatte Nulldrei wieder in dieser Saison. Der Fußballverband des Landes Brandenburg bewies wie immer seine Abneigung gegen die Kicker aus der Landeshauptstadt, u.a. bei den Ansetzungen im Pokal. Der RBB kennt maximal Hertha, Cottbus und Union. Nulldrei höchstens, wenn es etwas zu kritisieren gibt. Vielleicht ist die Ignoranz unserer Mannschaft gegenüber die Rache der Berliner Journalisten für die ungeliebte Anreise nach Potsdam-Babelsberg. Andererseits, wer möchte schon das schlechteste TV-Programm Deutschlands als Medienpartner. Noch kann es zumindest einen kleinen Lichtblick am Ende der Saison geben. Nulldrei muss dazu am 14. Juni das Pokalendspiel in Falkensee gewinnen. Dafür und für die neue Saison viel CM Glück!

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Foto: Maaß

Turbine: Nächste Saison alles noch viel besser In der Zukunft liegt die Hoffnung: Für die TurbineFrauen mit Trainer Bernd Schröder wird die nächste Saison sicher besser, denn bisher – seit dem Jahr 2000 – standen sie immer auf dem Treppchen. Das wird diesmal bis zum Saisonende – letztes Spiel am 15. Juni in Freiburg - wohl nichts mehr. Das war seit geraumer Zeit abzusehen, denn das heutige TurbineTeam ist völlig neu aufgestellt: Jung (Durchschnittsalter: 19,7 Jahre) und engagiert, aber erfahrene WeltklasseSpielerinnen wie Nadine Angerer und Ariane Hingst (beide wechselten nach Schweden) haben Lücken hinterlassen; andere konnten ihre Qualitäten auch verletzungsbedingt nicht ausspielen (z.B. Anja Mittag). Dennoch wurde das Team immerhin Deutscher Hallenmeister 2008! Für die neue Saison wird Bernd Schröder ein starkes Team zaubern, auf Bewährtes aufbauen und neue Kräfte einbeziehen. Wieder an Bord wird dann auch Viola Odebrecht sein, die bereits bis 2005 bei Turbine in den Meisterteams spielte (DFB-Pokal, UEFA-Cup, Deutscher MeiFE ster).


Potsdamer Rundschau, Ausgabe Juni 2008