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Saison 2016/17

1.17

Kinder

on Tour Das müssen Sie wissen!

ISPO

Diese Teile & Neuheiten haben uns überzeugt.

Acht Klamotten-Kombis im Check

Hardshell-Kombis BESSER GLEITEN:


Editorial

SCHWINGEN IM GIPFELTHEATER Manchmal ist es die Perspektive, die einer gewöhnlichen Skitour zu optischem Hochglanz verhilft.

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ie Arbeitskollegen können es kaum erwarten, die Heizung abzustellen. Im Radio brechen die Moderatoren in Euphorie aus, wenn zweistellige Temperaturen gemeldet sind. Der Ruf nach Frühling hallt aus allen Ecken. Doch halt, Freunde: Es ist Ende Februar, also Winter! Haltet die Füße still oder fliegt 2 SKITOUR-MAGAZIN.DE

in die Sonne, wenn ihr in keine Depressionen verfallen wollt. Denn noch liegt ein weißer Teppich über den Alpen und auch im März und April werden die Gipfel weiter unter einer dicken Schneepackung ruhen. Gute Nachrichten für Skitourengeher. Denn es stehen uns noch mindestens acht Wochen voller


Foto + Titelfoto: Robert Niedring

Ruf nach Frühling fluffigem Schnee, schweißtreibenden Firntouren und mehrtägigen Durchquerungen zu. Vorausgesetzt Sie zählen nicht zur Armada der Wintermuffel und Radio-Jünger, für die der Winter seine Faszination verloren hat, sobald die Münchner Biergärten erstmals mit Decken und Heizpilzen auf Kundenfang gehen.

Während die nämlich ihre Tourenski nach Fasching wieder auf den Dachboden verbannen und das Mountainbike rausholen, haben wir die Gipfel und Abfahrten wieder für uns. Viel Spaß mit der neuen Ausgabe! Euer Skitour-Magazin Team SKITOUR-MAGAZIN.DE 3


inhalt.skitour-magazin // 1.17 NEWS

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Mountain Attack in Saalbach // Worldcup in Andorra und Cambre d‘Aze // Historie des Freeridens // Neue Skitourenfelle // Video Saleina-Colouir // Entwicklung des Skibergsteigens...

ISPO

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Messe – Messe – Messe! Laut, bunt, schrill! Wir haben für Euch die ISPO-Hallen nach den wichtigsten Teilen für den nächsten Winter abgegrast. Alles was das Herz begehrt, 20 voll gepackte Seiten! 4 SKITOUR-MAGAZIN.DE


Inhalt

Kinder

Hardshells

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Hart, härter, Hardshells. Wir haben acht aktuelle Kombis auf Tour getestet.

Immer mehr Eltern nehmen ihre Sprösslinge bereits im Kindergartenalter mit auf Tour.

Ausprobiert CRAFT Active Extreme 2.0 // DPS Wailer 99 Tour1 // JULBO Freetourer & Aerospace // ABS P.Ride 18

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Aktuelles

News

Termine & Teile

Anstehende Events, spannende Produkte und alles, worüber die Szene spricht

Mountain Attack

Palzer attackiert den Rekord Der Ramsauer Ausnahmeathlet Toni Palzer siegte in Saalbach beim härtesten Skitourenrennen Österreichs. Dabei unterbot er die Bestzeit um drei Minuten. Der Stellenwert dieses Events, das bereits zum 19. Mal im Glemmtal stattfand, wird bereits an den Anmeldungen deutlich. Nach wenigen Stunden waren die 1100 Startplätze restlos ausgebucht. Mehrere tausend Zuschauer verfolgten am 13. Januar das abendliche Spektakel, bei dem es in der Marathon-Distanz wieder sechs Gipfel und 3010 Höhenmeter zu überwinden galt. Am Start waren natürlich auch Vorjahressieger Christian Hoffmann aus Österreich und der bisherige Bestzeithalter, der Italiener Tadei Pivk. Aber gegen Toni Palzer konnten auch die beiden nichts ausrichten. Der 23-jährige pulverisierte bei seinem Start-Ziel-Sieg in 2:21:34 sogar den Streckenrekord. Bei den Damen setzte sich Jennifer Fiechter souverän gegen die Konkurrenz durch. Für die Strecke benötigte sie 3:03:09 und war damit über zehn Minuten schneller als die Siegerin im Vorjahr. Respekt und Glückwunsch an alle Teilehmer und Sieger.

Fotos: Lucia Galli

Palzer der Teufelskerl. In neuer Streckenbestzeit holte er den Sieg. Bei den Damen triumphierte Jennifer Fiechter (SUI).

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Worldcup Andorra

Auftakt in Andorra Zwei Sieger hatte das erste Individual der Saison, doch beide standen nicht oben am Treppchen. Im Vertical hatte ein Schweizer die Skispitzen vorne. In Vallnord am Fuße des Font Blanca eröffneten die Skibergsteiger Mitte Januar offiziell die Worldcup-Saison. Bereits das Individual am ersten Wettkampftag hatte es in sich. Alle Topathleten waren am Start und der erste von vier Gipfel trennte die Spreu vom Weizen. Das bessere Ende hatte zunächst Damiano Lenzi für sich, er überquerte das Ziel vor Anton Palzer. Doch der Italiener wurde nachträglich auf Platz zwei versetzt, wegen Unstimmigkeiten mit seinen Harscheisen. „Damiano war heute der moralische Sieger“, urteilte Palzer fair. Dennoch stand er am Ende nach 1570 Hm auf Platz 1. Bei den Damen triumphierte wie erwartet Laetitia Roux. Die Vertical-Wettbewerbe am Sonntag hatten dann Überraschungssieger. Werner Marti und Emelie Forsberg schlugen den Favoriten ein Schnippchen. Toni Palzer holte den 5. Rang. Erstes Weltcup-Rennen, erster Sieg. Auftakt nach Maß für Toni Palzer.

Vollgas bergauf: Im Vertical siegte überraschend der Schweizer Werner Marti (vorne im Bild).

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Aktuelles

News

Worldcup Cambre d’Aze

Podium disqualifiziert Die zweite Station des ISMF-Weltcups führte die Skibergsteiger in die östlichen Pyrenäen. Jury-Entscheidungen sorgten dabei für Diskussionsstoff. Ein Individual und ein Sprint standen am 28. und 29. Januar im Rennkalender. Beim Individual am Samstag war der Italiener Damiano Lenzi mit drei Sekunden Vorsprung vor Kilian Jornet und Matteo Eydallin ins Ziel gekommen. Doch die Freude währte nicht lange. Die Jury stufte den Sieger - wie schon in Andorra - dieses Mal wegen angeblicher Manipulation der Bindung auf den dritten Rang zurück. Jornet und Eydallin verzichteten solidarisch auf die Siegerehrung, was eine Disqualifikation aller Drei nach sich zog. Das neue Klassement führte nun Robert Antonioli als Gewinner. Bei den Damen siegte Laetitia Roux in souveräner Manier. Den Sprintwettbewerb am folgenden Tag beendete der Schweizer Atomic-Athlet Iwan Arnold als Schnellster. Man darf also gespannt sein auf die Weltmeisterschaften im italienischen Tambre, die ab 23. Februar starten.

Hat Grund zum Jubeln: Iwan Arnold siegt im Sprint in Cambre d‘Aze.

Damiano Lenzi im Aufstieg, knapp dahinter Kilian Jornet. Der sicher geglaubte Sieg wurde dem Italiener aber aberkannt.

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Generations of Freeskiing

Erwachsen geworden Skistars unserer Zeit lassen die vergangenen Ski-Generationen nochmal authentisch aufleben. Eine Huldigung an die Epochen des Freeridens. Buckelpisten, Ballet auf Skiern, Slopestyle sowie die Steilwände der heutigen Zeit. Die Entwicklung im Sektor Freeskiing in den letzten 50 Jahren verlief rasant. Getrieben vom Drang nach Freiheit wurden immer wieder Grenzen gesprengt und Horizonte erweitert – von den Klamotten bis hin zur Ausrüstung. Aktuelle Skistars wie Bene Mayr und Vicky Rebensburg würdigen mit den Spirit der alten Zeiten und liefern dabei ein furioses Finale am Stubaier Gletscher.

Zum Film: Hier klicken!

REDUZIERT AUF

SCHUTZ

Das sensationell LEICHTE und KOMPAKTE AVABAG-SYSTEM bietet SCHUTZ – selbst bei anspruchsvollsten Unternehmungen. Erreicht wird dies durch eine neuartige Verschweißungstechnologie des Airbags sowie durch die innovativ einfache Venturieinheit. Wenig Bauteile und ein komplett geschlossenes, robustes System machen AVABAG leicht, kompakt und extrem zuverlässig!

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Aktuelles

News

Skitouren-Felle

HAFTKRAFT

Ob Natur oder Synthetik, Kleber oder Vakuum. Halten und heben müssen die unersetzlichen Aufstiegshelfer in jedem Fall. Mit diesen vier Fellen geraten Sie sicher nicht in Schieflage.

Das Anziehende Kleberlos kommt das Vacuum Base seit dem Jahre 2013 daher. Diese innovative Idee verbesserten die Österreicher aus dem Hause Kohla ständig weiter. Durch den physikalischen Effekt der molekularen Adhäsion haften die Felle problemlos am Ski. Das An- und Abfellen wird somit zum kraftlosen, pappfreien Prozedere. Auch die Reinigung der Felle funktioniert einwandfrei. Der Mohair-Nylon-Mix sorgt beim Vacuum Base 2.0 für geschmeidiges Gleiten und guten Halt im Aufstieg.

KOHLA Vacuum Base 2.0 / 160 € / www.kohla.at

Das Innovative G3 steht mit ihren durchdachten Einfällen längst für originelle Produkte. Das beweisen die Kanadier auch beim Scala. Das Fell wurde am obigen Ende bis zum ersten Bodenkontaktpunkt mit speziellem Polyurethan-Material ausgestattet. Diese schuppenartige Struktur sorgt für leichtere Spurarbeit und verbesserte Gleiteigenschaften. Spezielle Haken am Skiende garantieren zudem ein perfektes Handling. Klebt und hebt bei allen Bedingungen.

G3 Scala / 210 € / www.genuineguidegear.com

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Das Geschmeidige Aus der „Climb“-Serie sticht das Pro S-Glide durch einen perfekten Mix von Haft- und Gleiteigenschaften hervor. Die Schweizer Fell-Spezialisten von Pomoca verpassen diesem Klebe-Modell einen Mohair-Nylon-Mix, der sich gewaschen hat – und das bei sehr niedrigem Gewicht. Die Befestigungen an Spitze und Ende sind mit allen Ski-Modellen kompatibel und bieten gute Bedienbarkeit. Zuverlässiger Begleiter bei allen äußeren Bedingungen.

POMOCA Climb Pro S-Glide /220 € / www.pomoca.com

Das Langlebige Dieses Adhäsions-Fell auf Acrylat-Basis hat eine lange Lebensdauer. Denn wenn die Aufstiegshilfe mal nicht mehr haftet, kann man es mit einem 30 Euro teuren Transfer-Tape wieder runderneuern – also wie bei einem klassischen Klebefell. Auch der Mix aus 65 Prozent Mohair und 35 Prozent PolyamidAnteil dürfte für ein langes Leben sorgen. Das Whizzz gibt es als massangefertigtes Fell und zum selbst Zuschneiden.

COLLTEX Whizzz / 170 € / www.colltex.ch

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Aktuelles

News

Way East

Von Nord nach Ost Nach „Way North“ auf den Lofoten haben sich die Freeriderinnen Lena Stoffel und Aline Bock auf den Weg ins Schneemekka Hokkaido gemacht. Ski, Snowboard und Surfbrett. Im Land der aufgehenden Sonne, das zwischen High-Tech und Traditionen driftet, musste auch die Ausrüstung darauf abgestimmt sein. Lena Stoffel und Aline Bock erkundeten alle Facetten Japans und vereinten dabei ihre beiden Leidenschaften Freeriden und Surfen. Auf der Vulkaninsel Rishiri, die sich durch ihre vielseitige Natur auszeichnet, fanden die beiden perfekte Bedingungen für ihre Suche nach mehr. Die bewegten Bilder dazu sind allemal sehenswert.

Zum Film: Hier klicken!

3x5 Die Erfolgsgeschichte setzt sich fort – und das gleich dreifach. Die neue Smartwatch Fenix 5 aus dem Hause Garmin ist voraussichtlich ab April 2017 in drei Varianten erhältlich. Diese unterscheiden sich in Größe und Ausstattung. Während die Modelle Fenix 5 (47 mm) und Fenix 5S (42 mm) neben den gewohnten Top-Funktionen auch durch schlanke Optik glänzen, kommt die Fenix 5X (51 mm) robust, üppig und mit farbigem Kartenmaterial daher. Da sollte doch für jeden Geschmack etwas Passendes dabei sein. Preis: ab 599,99 (5/5S) bzw. 749,99 (5X) Euro. www.garmin.com

Individuum Mit der passenden App lässt sich die neue Fenix nach Belieben personalisieren.


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Aktuelles

News

Entwicklung Skibergsteigen

Tendenz: Aufstieg Die Zahlen sprechen für sich. Skitouren boomen nach wie vor. Auf einer Podiumsdiskussion in Salzburg präsentierten die wichtigsten Vertreter der Branche zusammen mit dem Team von SKIMO Austria beeindruckende Daten. The trend is your friend. Mit diesem Motto könnte man die Pressekonferenz zum Thema Skibergsteigen im Januar in Salzburg beschreiben. Die Kurve zeigt in Österreich steil nach oben, was die anwesenden Experten mit blanken Zahlen belegen. Trotz des dritten schneearmen Winters in Folge steigen die Absatzzahlen für Skitourenartikel kontinuierlich. Mit 22 Prozent weltweitem Martkanteil ist die Alpenrepublik eine Skispitze voraus. Dies liegt auch an der breiten Zielgruppe dieses Sports. Durch die Veränderung des Materials steht das Tourengehen Jedermann (und -frau) offen – ob Rennläufer, Pistentourer oder gesundheitsorientierter Fitnesssportler. Mehr Infos und zusätzliche Daten unter www.skimo.at

Saleina-Couloir

Ausgang gesucht Eine Rinne der besonderen Art hat sich Snowboard-Visionär Javier De Le Rue in seinem Video „Behind the line“ vorgenommen. Seht selbst! Jedes Abenteuer nimmt seinen Anfang in einer Idee, die langsam reift und immer genauer wird, bevor sie realisiert wird. In diesem Clip nimmt uns Snowboard-Ass Xavier De Le Rue dabei mit, wie aus der unmöglich scheinenden Linie des Saleina-Couloirs eine Abfahrt wird. Spannend dabei: Der Franzose fand die einzig mögliche Ausfahrt der 1000 Meter langen Rinne erst mit den 3D-Karten von Fatmap. www.fatmap.com 14 SKITOUR-MAGAZIN.DE

Zum Film: Hier klicken!


Spürnase Ursprünglich entwickelt für Skitourenrennläufer, macht Pomoca seinen Spezial-Sensor nun für Jedermann verfügbar. Der Pomocup wird am Ski angebracht und liefert direkt ablesbare Werte wie Geschwindigkeit, Hangneigung, Schrittfrequenz, Höhe sowie Zahl der Spitzkehren. Eine Vielzahl von nützlichen Messdaten kann auch per Smartphone oder am PC nach der Tour analysiert werden. Preis: ca. 190 Euro. www.pomocup.com

Choice Split & Freeride Camps

Powdern mit Profis Vier Wochenendtrips mit professionellen Freeridern – for free. Obendrauf gibts jede Menge Material von Völkl, Ortovox und Co. zum Testen. Zusammen mit dem Online-Shop Blue Tomato organisieren Pia Schroeter und die ProfiSnowboarderin Aline Bock Freeride-Camps für Anfänger und Fortgeschrittene. Die Prämisse dabei lautet stets: so viel Tiefschnee wie möglich ergattern. Doch auch drumherum ist einiges geboten: Training für den Ernstfall Lawine, Risiko-Management-Workshops oder Spaltenbergung. Für jede Könnensstufe finden sich interessante Themen, die von den Profis vermittelt werden. Im Abendprogramm werden die gesammtelten Erfahrungen ausgetauscht, währende die Pros in gemütlicher Hüttenatmosphäre ihre spannenden Erlebnisse zum Besten geben. Von Axamer Lizum, Kühtai bis hin zum Zillertal werden alle Freeride-Hotpots anvisiert. Als Zuckerl stellen bekannten Größen wie Alpina, Plum, Ortovox, Völkl und ABS kostenloses Testmaterial zur Verfügung. Alle Infos, Termine und Anmeldung unter www. choice-company.com/ snow-camps SKITOUR-MAGAZIN.DE 15


News ISPO 2017

News 20 ATK - RT 2.0, SLR Logic

Die italienischen Bindungsexperten bieten mit der RT 2.0 (oben) eine 290 Gramm leichte Pin-Bindung mit Stopper auf. Sie hat zwei Steighilfen, einen komfortablen Einstieg und 30 mm Verstellbereich hinten. Die Vertikal- und Seitwärtsauslösung hinten kann man von 5-10 einstellen. Preis: 509 Euro. Eine hochwertige Alternative zu einer Race-Bindung ist die neue SLR Logic (180 g, 380 Euro). Der Pin-Bügel hinten lässt sich auswechseln, um Auslösewerte von 4-10 zu erreichen. Im Vorderbacken sitzen statt vier nur zwei Federn.

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The same procedure as every year... Die Hersteller präsentieren ihre Neuheiten für den nächsten Winter. Wir haben uns umgesehen und die Highlights rausgepickt.

Atomic - Backland Ultimate Was für ein Pfund! Atomic stellt mit dem Backland Ultimate den leichtesten Stiefel seiner Firmengeschichte vor. 750 Gramm bringt der jüngere Bruder des Backland Carbon auf die Waage. Außerdem bietet er supersportliche 80 Grad Bewegungsfreiheit und fühlt sich dank reibungsfreiem Drehpunkt (Frictionless Pivot) fast wie ein Wanderschuh an. Und mit dem waschbaren, atmungsaktiven Thermo-Innenschuh ist er auch auf langen, anstrengenden Aufstiegen bequem zu tragen.

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News ISPO 2017

BCA - Float 27 Speed BCA hat sein Float System weiterentwickelt. Float 2.0 heißt die neue Generation, welche drastisch an Gewicht (637 Gramm) und Packmaß verloren hat. Zum Einsatz kommt das Airbag-System im neuen Float 27 Speed. Mit einem Gesamtgewicht von 2567 Gramm braucht sich der Kanadier vor der Konkurrenz nicht fürchten. Der Vorteil: Das Float-2.0-System sitzt aufgeräumt im Airbag-Fach. Somit bleibt das Hauptfach nahezu unberührt und kann optimal bepackt werden. Preis: 630 Euro

Blue Ice - Choucas Light Harness

Ein superleichter Skihochtouren-Gurt aus Chamonix: Der Choucas Light von Blue Ice bringt gerade einmal 90 Gramm auf die Waage. Die Beinschlaufen lassen sich unabhängig vom Anseilpunkt öffnen, d.h. man kann sie auch öffnen, wenn man im Seil eingebunden ist. Das Leichtgewicht soll 70 Euro kosten. Da es keine Verstellmöglichkeiten gibt, wird es den Gurt in zwei Größen geben.

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Black Diamond - Helio Glove Für gewichtsbewusste Skibergsteiger bietet Black Diamond nächstes Jahr den 3-in1-Handschuh Helio an. Der Innenhandschuh hat einen wind- und wasserabweisenden Softshellrücken und ist an der Handinnenfläche und den Fingern griffig konzipiert. Der Außenhandschuh wartet mit einer Gore-Tex-Membran, 40 Gramm Primaloft-Isolation, einem leichten Ripstop-Dyneema-Handrücken und wasserabweisendem Ziegenleder in der Handfläche und an den Fingern auf. Im Smartphone-Zeitalter darf ein digitaler Daumen und Zeigefinger natürlich nicht fehlen.

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News ISPO 2017

Camp - Rapid, G Comp Warm

Die Leichtbauspezialisten von Camp präsentieren 2017/18 mit dem Rapid einen neuen Skitourenrucksack. Rein optisch gleicht er dem Rapid Race, nur mit mehr Komfort. Wer lieber Tiefschneehänge sucht anstatt die Rennszene aufzumischen, kann dies mit dem 20-Liter-Rucksack (455 g) problemlos tun. Die Rennsportgene lassen sich nicht leugnen. Mit dem Xpress Wire Ski Tragesystem können die Ski schnell befestigt werden, ohne den Pack ablegen zu müssen. Ein seitliches, hüfthohes Zugangsfach bietet Platz für Wasserflasche, Kleidung und Co. und lässt sich einhändig bedienen. „Two in One“-Handschuhe liefern die Italiener mit dem G Comp Warm. Am Handgelenk versteckt sich eine warme Primaloft Gold Ripstop Nylon-Schale, die sich bei kalten Temperaturen einfach über die Finger ziehen lässt. Der „Grundhandschuh“ ist robust und verspricht nicht zu überhitzen. Gewicht pro Paar: 115 Gramm. 20 SKITOUR-MAGAZIN.DE


Colltex - Combin

LEOPARD Agil und robust. Leichtfüßig im Schnee.

LEOPARD

Die extrem leichten LEOPARD-Steigeisen aus Aluminium sind ideal für Skihochtouren und für Zu- und Abstiege auf Firnfeldern geeignet. Dank des flexiblen CORD-TEC-MittelstegSystems lassen sich die Steigeisen äußerst platzsparend transportieren. Gewicht 330g. www.petzl.com

Verfügbar in zwei Versionen: LEOPARD FL mit KörbchenBindung (360g) für Zustiegsschuhe und LEOPARD LLF mit Kipphebel-Bindung (330g).

Photo © www.kalice.fr

Die Schweizer konnten mit ihrem neuen Skitourenfell die Ispo-Fachjury überzeugen und einen der begehrten ISPO-Awards abräumen. Die Fakten sprechen für sich. 30 Prozent weniger Packmaß dank Weglassen einer Schicht. Es lässt sich zudem einfach ohne Folie zusammenkleben. Möglich macht dies ein Silikon-AdhäsionsBelag, der nicht nur ein schnelleres Auf- und Abfellen begünstigt, sondern im Dunkeln dank phosphoreszierender Eigenschaften auch leuchtet. Allerdings soll das Fell um die 200 Euro kosten.


News ISPO 2017

Dynafit - Speed 90, TLT Speed Die Tourenski-Experten aus Aschheim haben für die kommende Saison ihre komplette Skipalette überarbeitet: Neues Design, viel Carbon und eine klarere Einteilung in Klassen. Vom 690 Gramm leichten Rennski bis hin zum abfahrtsorientierten Beast mit 108 Millimetern umfasst die Flotte 13 Modelle. Sehr spannend ist der Speed 90 mit 1280 Gramm, 90 Millimeter Mittelbreite und CarbonSchaufel. Er soll etwa 600 Euro kosten. Außerdem brandneu ist die Pin-Bindung TLT Speed. Von ihr gibt es zwei Versionen. Die leichtere mit 285 Gramm, Alu-Vorderbacken und Auslösewerten von 6-12. Ein neuer Bajonett-Verschluss soll den Hinterbacken steifer und spielfrei machen. Preis: 450 Euro.

Fritschi - Vipec Evo 12, Tecto Die Entwicklung geht weiter. Fritschi verpasst der Vipec eine überarbeitete Fronteinheit für einen verbesserten, bequemen Einstieg und noch mehr Sicherheit. Die vordere Auslösung übernimmt weiterhin ein Kunststoff-Clip, der durch den Druck der Schuhnase betätigt wird. Allerdings muss man den nun nicht mehr wechseln, der eine passt für fast alle Stiefel am Markt. 22 SKITOUR-MAGAZIN.DE


Elan - Ibex 84 Carbon XLT 1000 Gramm bei einer Länge von 1,63 Metern versprechen noch lange keinen ISPO Gold Award. Für die neue Tourenski-Serie Ibex wurde sogar der bewährte HolzkernAufbau überarbeitet. Von der Skimitte ausgehend fällt der Vollholzkern zu den Kanten hin ab. Verstärkt wird der Kern durch die Tubelite-Konstruktion, die aus hohlen Karbonröhren besteht. Diese laufen entlang der beiden Kanten und der Skimitte. Unter der Bindung sorgt ein Insert aus HightechComposite-Material in Kombination mit der Aluminiumeinlage für einen sicheren Halt aller marktüblichen Touren-Bindungen, ohne den Ski dabei zu beschweren.

on 12 Freeride-Fans kommen mit der Tecton 12 voll auf ihre Kosten. Sie kombiniert die Vorteile der Fronteinheit der Vipec Evo 12 mit einer revolutionären Ferseneinheit mit Niederhaltesystem. Die Kraftübertragung soll speziell bei Abfahrten direkt und ohne Verluste vom Schuh auf den Ski übertragen werden. Das Gewicht soll pro Einheit bei 550 Gramm (ohne Stopper) liegen. SKITOUR-MAGAZIN.DE 23


News ISPO 2017

Hagan - Ride 83

La Sportiv Neben einem kompletten Design-Relaunch, der sich über die komplette Tourenski-Flotte zieht, haben die Österreicher auch zwei neue Latten im Aufgebot. Der Ride 83 mit Pappelkern und höherer Seitenwange soll steif genug für Ausflüge auf der Piste sein und die neue Zielgruppe der PistenTourengeher ansprechen. Mit den Maßen 119/83/105 bringt der Hagan-Ski 1310 Gramm auf die Waage und soll 450 Euro kosten.

Kohla - Vacuum Base Zero Der neueste Wurf der Tiroler ist das Vacuum Base Zero. Die Rückseite des Steigfells besteht aus Glasfaser statt aus Polyester und Baumwolle. So konnte eine Schicht eingespart werden (3 statt 4). Zudem nimmt die neue Rückseite weniger Wasser auf. Das HightechFell mit 65 Prozent Mohair-Anteil kostet stolze 200 Euro. Dafür soll es eine lange Lebensdauer haben und den Besitzer auf tausenden Höhenmetern nicht im Stich lassen.

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va – Hyperspace Jacket, Exodar Jacket, Argo Pant

La Sportiva setzt kommenden Winter 2017/2018 auf neueste Materialien und Konzepte, wie die Vapovent-Konstruktion. Die Hyperspace Jacket für Herren sowie die Exodar Jacket für Skitourengeherinnen wurden mit dieser Technologie ausgestattet. Eine Mittelschicht aus Primaloft hält angenehm warm, die innerste Lage ermöglicht höchste Atmungsaktivität, wohingegen die äußere Schicht wasserabweisend wirkt. Wer es wohlig warm und bequem unter seiner Hardshell-Hose haben möchte, kann zur Argo Pant greifen. Über Reißverschlüsse am Beinende und eine Kordelkonstruktion an der Hüfte lässt sich die Hose optimal anpassen. Sie kann einzeln auch beim Laufen im Winter getragen werden.


News ISPO 2017

La Sportiva – Raceborg, Sytr Synchro (H)/ Neben Bekleidung haben die Italiener auch neue Stiefel im Programm. Raceborg heißt die Wunderwaffe von La Sportiva. Ein schneller und dynamischer Skischuh, der mit Grilamid-Schale und Carbon-Schaft sehr widerstandsfähig und stabil sein soll. CavoBike Pro nennt sich das mit einer Hand zu bedienende, patentierte Schließsystem, welches ein schnelles Wechseln vom Ski- in den Gehmodus ermöglicht. Zusammen mit Skitrab entstand das ebenfalls patentierte Insert an der Front. Der Clou: Mit einem Ruck kann man in die Pin-Bindung einsteigen, ohne diese zu öffnen.

Passionierte Skitourengeher, die einen leichtgewichtigen Schuh für schnelle Touren suchen, werden beim Sytron fündig. Im Gegensatz zum Raceborg besitzt der Sytron eine griffigere Sohle, die mit etwas mehr Gummierung langlebiger ist. Durch den Schließmechanismus der vorderen Schnalle lässt sich die Passform und der Druck auf den Fuß exakt regulieren. Der neue Umschaltmechanismus in den Abfahrtsmodus ermöglicht auch beim Sytron komfortables Umswitchen.

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ron, /Shadow (D), Maximo LS Komplett neu im Sortiment und womöglich ein Leckerbissen für abfahrtsorientierte Tourengeher sind die Vierschnaller Synchro (H) und Shadow (D). Dank der Spinnen-Konstruktion an der Schaftrückseite soll im Ski-Modus der nötige Halt bei steilen Abfahrten gegeben sein. Der Vierschnaller verfügt über 60 Grad Schaftrotation und ist mit normalen Pin-Bindungen und den Systemen AT und TR2 kompatibel.

Um das Set-Up zu komplettieren wird im nächsten Jahr der Super Maximo LS die Skipalette der Italiener ergänzen. Die Low Profile Omega Technologie ermöglicht es, dass sich der Flex des Skis perfekt an unterschiedliche Terrains anpasst. Der Ski wird in drei Längen erhältlich sein (1,71 m, 1,78 m, 1,85 m).

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News ISPO 2017

Mov Mammut - Barryvox S, Flip Removable Airbag Kaum zu glauben, aber seit mehr als 45 Jahren entwickeln die Schweizer LVS-Geräte. Das Barryvox S bekam nicht nur optisch einen neuen Anstrich, sondern auch unterm Gehäuse wurde mächtig optimiert. Mit 70 Metern Suchstreifenbreite und einer verlässlich nutzbaren Empfangsreichweite von bis zu 70 Metern zählt das Barryvox S zu den Top-Geräten auf dem Markt. Die intuitive Bedienung wurde dank leicht lesbarem Display und revolutionär einfacher Menüführung erhöht. Zudem ist der Prozessor im Inneren superschnell und reagiert ohne Verzögerung.

Schon seit gewicht unt verspricht de auch für den zu werden. Da eine spezielle F rüstung und Funkger Min sac tisc obe nen Reissv lich. Gewicht: 191 Kartusche) Volum


vement - Alptracks 89 LTD, Session 89

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Die beliebte X-Series von Movement wird es nicht mehr geben. Würdige Nachfolger sind aber die Alptracks-Ski. Jeder Ski der Linie wird 1000 Euro kosten. Neu ist der 89er LTD mit Pappelkern. Der edle Hightech-Tourenski bringt lediglich 1170 Gramm auf die Waage. Es wird ihn in vier Längen geben. Außerdem haben die Schweizer einen Prototypen eines leichten Alptracks-Stiefels gezeigt. Der leichte Carbon-Zweischnaller soll 900 Gramm wiegen. Spannend sind auch die drei Session-Modelle, rechts der Session 89. Bei dem Ski kommen fünf Lagen Carbon zum Einsatz, das macht ihn ein wenig „weicher“ wie die Alptracks-Ski. Die 1350 Gramm gehen voll in Ordnung. Preis: 799 Euro.

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THE FREESKI COMPANY

t einigen Jahren das Leichtter den Airbag-Rucksäcken, er Flip Removable Airbag 3.0 dem kommenden Winter wieder gerecht as extrem leichte Airbag System 3.0, Fronttasche für die Sicherheitsauseine separate Radio-Pocket, die ein rät aufnimmt, ist laut Mammut das ndeste was von einem Airbag-Ruckck zu erwarten ist. Besonders prakch: Das Hauptfach ist nicht nur von en, sondern auch bequem durch eiverschluss auf der Rückseite zugäng10 Gramm (mit Airbag und Carbonmen: 20 Liter.

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News ISPO 2017

Ortovox - Kodiak, Ascent 32, Sonde Schutz, Komfort, geringes Gewicht. Ortovox konzentriert sich diesen Winter auf das Wesentliche. Angefangen mit der überarbeiteten Kodiak-Schaufel, welche durch ein kompakteres Packmaß des Griffs optimiert wurde – ohne Arbeitslänge einzubüßen. Ein flacheres Blattdesign soll sich nun besser zum Erstellen von Schneeprofilen eignen. Der neue Skitourenrucksack Ascent 32 ist reduziert auf das Wichtigste. Der 850 Gramm leichte Rucksack verfügt über eine Seilfixierung, eine Pickelhalterung und eine seitliche sowie diagonale Skifixierung. In Notfallsituationen zählen Sekunden. Deshalb setzt Ortovox auf intuitive Sonden. Die Schnellspannschlaufe ermöglicht unmittelbares Öffnen und Spannen mit einem Handgriff, fortan bereits aus der Sondenhülle heraus. Ein visuelles Leitsystem gibt außerdem einen schnellen und klaren Aufschluss über die Verschüttetentiefe.

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Ortovox - Piz Roseg Jacket, 2L Swisswool Leone Jacket

ed Sheep-Kollektion soll Schutz und Funktion bieten, da wo sie benötigt wird. Paradebeispiel ist Roseg-Jacke, die mit einer leichten Swisswool-Füllung im Frontbereich aufwartet und bei windigen n warmhalten soll. Geschützt wird die Schweizer Wolle vom hochatmungsaktiven Micro Ripstopdgewebe von Toray. Das leichte Fleece-Material im Arm- und Rückenbereich sorgt für die nötige ngsfreiheit. Die Leone-Jacke packt die Swisswool-Füllung in eine wasser- und winddichte Dermizax . An strapazierten Stellen findet eine 3-Lagen-Membran von Toray Verwendung. Also eine perfekte r kräftezehrende Skitouren.

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News ISPO 2017

Petzl - Gully Mit dem Gully komplettiert Petzl sein ultraleichtes Skihochtouren-Paket. Der Pickel wiegt gerade mal 280 Gramm und eignet sich perfekt für steilere Touren oder Rinnen. Im Eis greift eine spitz zulaufende geschwungene Stahlhaue. Zusammen mit dem 60 Meter langen RADSystem, dem Altitude-Gurt (150 Gramm) und dem Alu-Steigeisen Leopard LLF (330 Gramm) hat man alles für Frühjahrstouren im vergletscherten Gelände dabei. Gesamtgewicht: 2080 Gramm!

Evoc - Line

Evoc startet 2018 mit der nagelneuen Line-Series i (18 und 28 Liter) bieten die Packs die nötige Vielse Gefühl „umarmt zu werden“ und einen stabilen Sitz reiten Hüftflossen und die Schultergurte wachsen au ergonomische Tragesystem schmiegt sich an den To dem Körper werden. Wir sind gespannt!

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Roeckl - Monterosa Mit dem Monterosa steigt Roeckl in das Freeride-Geschäft ein. Im Gegensatz zu den AlpinModellen wird hier ein noch stärkerer Fokus auf Atmungsaktivität, Robustheit und Funktionalität gelegt. So kommt beim Monterosa das extrem strapazierfähiges Pittards Keratan Diamond Ziegenleder in Kombination mit geschmeidigem Känguruleder und einer hoch atmungsaktiven Membran zum Einsatz. Strategisch platzierte Schnittschutzbesätze und schnell trocknendes Innenfutter runden den Monterosa ab.

in den Schnee. Mit zwei Volumenvarianten eitigkeit für einen perfekten Tourentag. Das z bei Abfahrten verspricht Evoc. Die extrabus dem Rucksackvolumen heraus mit. Das orso an und der Rucksack soll dabei eins mit

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News ISPO 2017

Scarpa - Alien RS, Maestrale 2.0 Die neue Waffe für aufstiegsorientierte Tourengeher, bei denen nicht unbedingt der Genuss, sondern die Höhenmeter und die Zeit im Vordergrund stehen. Dem Alien RS wurden Rennsport-Details wie die A-Light Mechanik, ein verstärkter Schaft, ein Boa-Verschluss und ein innovatives Verschluss-System zur schnellen Bedienung eingepflanzt. Mit der Carbon-Grilamid-Schale kommt er auf ein Kampfgewicht von 890 Gramm (Gr. 27,5). Eine Schaftrotation von 72 Grad ermöglicht lange Schritte und schnelle Aufstiege. Eine neue Sohle und der Intuition-Liner sollen in Sachen Komfort unterstützen. Bei der Abfahrt sorgt die steife Schaftkonstruktion für zusätzliche Unterstützung der Kraftübertragung.

ZAG - Ubac 95 Der Klassiker von ZAG. Nicht der leichteste, dafür vielleicht einer der vielseitigsten Ski überhaupt. Bereits seit sechs Jahren gibt es den begehrten U-95, den sich viele Bergführer vor allem in ZAG‘s Heimat Charmonix als Must-Have für alle alpinen Spielarten regelmäßig unter die Füße schnallen. In Deutschland noch eher selten, soll sich das in der kommenden Saison gewaltig ändern. Gewicht: 1280 g in 174 cm Länge.

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Aus vier m Der Allrou gegenübe ab (1400 Magnesiu system m vierten S


Völkl - VTA 98

mach drei. Schnallen versteht sich. und-Klassiker Maestrale 2 speckt er seinem Vorgänger 100 Gramm 0 g). Ermöglicht wird dies durch um-Schnallen und ein Belüftungsmit Outdry-Membran. Der Wegfall der Schnalle wird durch das neue System der untersten Schnalle kompensiert. Durch den Flaschenzugeffekt soll die Druckverteilung der Schnalle auf mehrere Punkte gleichmäßig verteilt und so die Abfahrtsperformance gesteigert werden. Der Gehkomfort wurde ebenfalls verbessert und der Maestrale 2 kommt auf eine Bewegungsfreiheit von 60 Grad.

Der VTA 98 ist ein würdiger Nachfolger für den Nanuq. Das Flächen/Gewichtsverhältnis wurde optimiert. Eine Kombination aus Tip Rocker und Seitenwange unter der Bindung soll die Abfahrtsperformance erhöhen, wie auch einen sicheren Kantengriff bergauf und bergab bieten. Im Inneren steckt ein gewichtsoptimierter Kern: Ein Pappelholzkern mit geschlitztem PaulowniaHolz. Unter der Bindung sorgt Buchenholz für die nötige Stabilität. Für Stabilität und Laufruhe bei großen Turns kommen Carbon-Schaufeln zum Einsatz. Standesgemäß ist der Ski mit ICE.OFF-Topsheet und Völkls Fellvorrichtung ausgerüstet. Gewicht: 1370 Gramm bei 1,77 m.

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Vergleich Hardshell-Kombis

HART

im Nehmen

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Mit zwei Assen auf der Hand kann beim Pokern fast nichts schiefgehen. Ähnlich ist es mit Hardshell-Komibs am Berg. Sie sind zwar teuer, dafür robust und bei schlechtem Wetter oft die Rettung. Wir haben acht Sets in der Praxis getestet, die auch im Rucksack ein Trumpf sind. Fotos: Robert Niedring

Marmot Jacke: La Meije / Gore-Tex Pro / 550 Euro Hose: La Meije / Gore-Tex Pro / 450 Euro Bereits der Name der Marmot-Kombi gibt die Richtung vor. Schutz und Robustheit gehen vor Gewicht und Atmungsaktivität. Deshalb bringen die weit geschnittenen Klamotten auch zusammen 1600 Gramm auf die Waage. Da die Jacke und die Hose (mit Hosenträgern) auch zum Freeriden getragen werden, sind sie mit ReccoSensor ausgestattet. Die voluminöse Kapuze lässt sich auch über den Helm ziehen. Insgesamt ist die Kombi – und vor allem die Jacke – sehr starr. Die Gamaschen und der Kantenschutz sind robust, genauso wie die großen Reißverschlüsse. Allerdings zeigte die abzippbare Hüftmanschette Schwächen: Eine Naht löst sich auf und die Tasche am Bauch ist zu klein für LVS-Geräte. SKITOUR-MAGAZIN.DE 37


Vergleich Hardshell-Kombis

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Ortovox Jacke: 3L La Grave / Dermizax NX / 600 Euro Hose: 3L La Grave / Dermizax NX / 500 Euro Der Clou der zweiten Generation der La Grave-Kombi von Ortovox schlummert im Inneren. Im Kinnbereich, den Taschen und am verstellbaren Bund setzen die Taufkirchener auf gewalkte Merinowolle, die zum angenehmen Tragegefühl beitragen. Allerdings macht die Schurwolle die Jacke (750 g) und die Hose (670 g) auch schwerer. Alle Nähte sind verschweißt und die Belüftungsöffnungen an den Oberarmen und den Beinen sorgen effektiv für Durchzug. Die 3-Lagen-Membran, die von außen vor den Elementen schützt, kommt nicht etwa vom Branchenriese Gore-Tex, sondern von Toray. Selbst ohne Hosenträger (optional) sitzt die hoch geschnittene La GraveHose bombenfest. Der Schnitt der Beine ist lässig weit.

SCHNEEFEST Mit ein paar spritzenden Schneeflocken ringt man der 3-Lagen-Hose nur ein müdes Lächeln ab. SKITOUR-MAGAZIN.DE 39


Vergleich Hardshell-Kombis

Direct Alpine Jacke: Devil Alpine / 3L Gelantos / 400 Euro Hose: Devil Alpine / 3L Gelantos / 380 Euro

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Sofort beim Anziehen merkt man, dass die Jacke sehr sportlich geschnitten ist. Speziell unter den Achseln kann sie bei muskulösem Oberkörper eng werden. Die Kapuze kommt sehr groß und etwas labbrig daher, lässt sich über die Gummizüge aber gut komprimieren. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber sinnvoll ist der asymmetrische Frontzipper, der am Kinn vorbeiführt. An die hoch geschnittene Hose lassen sich mitgelieferte Hosenträger anbringen. Seitlich lässt sich das Beinkleid mit dem wasserdichten Reißverschluss komplett öffnen. Insgesamt hat uns die Passform gut gefallen, nicht zu weit und labbrig. Der Verzicht auf eine teure Membran drückt den Preis.


La Sportiva Jacke: Storm Fighter 2.0 GTX / Gore-Tex Active / 263 Euro Hose: Storm Fighter 2.0 GTX / Gore-Tex Active / 223 Euro Das leichte Set der Italiener richtet sich ganz klar an Tourengeher. Deshalb sind die La Sportiva-Teile auch sehr puristisch gehalten. Die 340 Gramm leichte Jacke geizt mit Details wie Reißverschlüssen und Kletts an den Handgelenken. Doch dafür tragen sich die Active-Shell-Teile sehr luftig und man badet nicht sofort in seinem Schweiß, wenn man mit ihnen aufsteigen muss. Die Kapuze steckt auch einen Helm locker weg. Außer die große Brusttasche hat man keine Verstaumöglichkeiten, dafür muss man auch nichts lang suchen. Auch die Hose zählt mit 440 Gramm zu den Leichtgewichten. Der Kantenschutz fällt etwas klein aus, an der Hüfte kann man die Hose mit den Clips gut enger stellen. Zudem lässt sich die Leichtbau-Kombi superkompakt (im Rucksack) verstauen.

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Vergleich Hardshell-Kombis

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Dynafit Jacke: Yotei / Gore-Tex C-Knit / 364 Euro Hose: Beast / Gore-Tex Active / 294 Euro Dank einer Preissenkung bekommt man diese Dynafit-Teile zur Zeit deutlich reduziert. Die lässig geschnittene Jacke setzt Gore-Texs neues C-Knit ein. Dabei sitzt unter der Membran eine Fütterung, die den „Rascheleffekt“ reduziert und sich weicher trägt. Auch die Handabschlüsse sind geklebt und kommen ohne Nähte aus. Top: Die großen Reißverschlüsse lassen sich selbst mit dicken Handschuhen einfach bedienen. Die Beast-Hose mit atmungsaktiverem Active-Shell sitzt dank einem gut anpassbaren Bund sehr bequem. Zwei große Taschen auf der Vorderseite schlucken Piepser, Buff oder Smartphone. Mit den hoch gezogenen Seiten-Reißverschlüssen lässt sich die Beast im Frühjahr beim Aufstieg gut belüften. SKITOUR-MAGAZIN.DE 43


Vergleich Hardshell-Kombis

Maloja Jacke: Mount Hoodm. / Gore-Tex Windstopper / 320 Euro Hose: Smith Rockm. / Gore-Tex Windstopper / 350 Euro Die stylische Set der Oberbayern ist sehr leicht. Zudem lässt sich die Jacke kompakt im Rucksack verstauen. Auch von der Passform waren wir begeistert. Die luftige Windstopper-Kombi lässt sich auch beim schweißtreibenden Höhenmeter-Sammeln gut tragen. Abstriche muss man aber bei der Qualität der Reißverschlüsse hinnehmen. Zudem sind die Klamotten nur bedingt wasserdicht. Bei einem Tag mit starkem, feuchten Schneefall wird sie an ihre Grenzen kommen. Die Hose mit durchgehenden, seitlichen Reißverschlüssen ist wenig robust. Den Kantenschutz zierte bereits nach zwei Touren ein zwei Zentimeter langer Schnitt.

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Peak Performance Jacke: Tour Jacket / Gore-Tex Active / 460 Euro Hose: Tour Pants / Gore-Tex Active / 400 Euro Dünner Stoff, luftig zu tragen und eine perfekte, sportliche Passform: Mit der Tour-Kombi von Peak fühlt man sich von November bis April am Berg wohl. An kalten Tagen zieht man unter die Hose eine lange Unterwäsche, im Frühjahr lässt man sie weg. Die Hose sitzt trotz des Verzichtes auf Träger optimal, die Cordura-verstärkten Beinabschlüsse schützen den edlen Zwirn vor Löchern. Ohne extravagante Lösungen kommt die Tour-Jacket aus, aber viel mehr wie zwei Fronttaschen, Klett am Ärmelbund und eine verstellbare Kapuze braucht man auch nicht. Die Reißverschlüsse flutschen wie eine frisch geölte Fahrradkette.

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Mammut Jacke: Alvier Tour HS Hooded Jacket / 3L Drytech / 399 Euro Hose: Alvier HS Pants / Gore-Tex C-Knit / 339 Euro Auch Mammut hat derzeit seine Preise für diese Top-Kombi deutlich reduziert. Wenn es am Berg ungemütlich wird, zeigt die 3-Lagen-Jacke seine Stärken. Ein StretchAnteil im Material lässt sie weniger starr wirken und erleichtert beispielsweise Klettereinlagen. Zudem ist sie mit jeder Menge Taschen innen und außen ausgestattet. Die Kapuze passt über den Helm und alle Reißverschlüsse lassen sich bequem bedienen. Gewicht sparen kann man, indem man den Schneefang aus der 780 Gramm schweren Jacke rausnimmt. Die Hose ist dank des Latzes hoch geschnitten. Doch der ist extrem dehnbar und stört nicht. In dessen Tasche passt auch ein LVS-Gerät. Der großflächige Kantenschutz bewahrt die Abschlüsse effektiv vor Kantenschlitzern. Zudem trägt sich die Hose sehr angenehm. SKITOUR-MAGAZIN.DE 47


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Skitour mit Kindern

Kids on Tour


Foto: Michael Stricker

Skitouren sind beliebt wie nie zuvor. Blickt man ins Gelände oder an den Pistenrand, sieht man Männer wie Frauen jeder Altersklasse und Könnensstufe. Logisch. Bewegung in der Natur und gesundheitsorientierter Sport lohnen sich. Auch Kinder lassen sich oft schon früh dafür begeistern.


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Skitour mit Kindern

s

chau mal da oben!“ „Ja Leo“, erwidere ich, „ich weiß, dass das der Roßkopf ist. Wir waren doch schon häufig gemeinsam im Spitzingsee-Gebiet unterwegs.“ „Stimmt. Aber ich hab schon als Sechsjähriger zusammen mit meinem Vater und mit den Ski an den Füßen das erste Mal den Gipfel erklommen. Unterm Schuh hatte ich eine Iser-Bindung“, verrät er mir schmunzelnd. Wir sind gerade auf dem Weg zu einer kleinen Skitour auf den Schinder. Leo, mein ständiger Begleiter auf Bergtouren, ist ein sehr erfahrener Bergsteiger. Doch dass er bereits mit sechs Jahren die ersten Höhenmeter auf Ski gesammelt hat, ist mir neu – ebenso wie die Bindung der Marke Iser. Dieses Sammlerstück kennt heutzutage nahezu niemand mehr, der in den 80er-Jahren oder später geboren wurde. Was jedoch aktueller und lohnenswerter denn je ist, sind Skitouren mit Kindern. Dabei muss man beachten, dass Kinder nicht gleich Kinder sind. Die ersten Gehversuche auf Ski machen generell ab einem Alter von sechs bis acht Jahren Sinn. Erst in dieser Entwicklungsstufe reicht meist die Körperkraft des Kindes für eine derartige Anstrengung aus und das Verhältnis von Ausrüstung und Körpergewicht steht in einer akzeptablen Relation. Ein normal entwickeltes Kind ist in diesem Alter in etwa 115 cm - 130 cm groß und wiegt im Mittel 20-30 Kilogramm. Eine weitere wichtige Grundvoraussetzung sind die Skikünste des Kindes. Es muss natürlich kein geborenes Freeridetalent sein, aber auf der Piste sollte der Nachwuchs-Tourer schon ein paar Mal die Hänge hinunter geschwungen sein. Kurzum: Eine Skitour zum Erlernen des Skifahrens wäre Nonsens. 50 SKITOUR-MAGAZIN.DE


Contour Skitourenadapter für Alpin-Bindungen

Achtung Spurwahl

Kinder schleppen als Ausrüstung oft 20 Prozent ihres Körpergewichts nach oben. Da ist eine kluge Spuranlage sinnvoll.

Start Up nennt der Fellhersteller Contour seinen Skitourenadapter für Alpin-Bindungen. Ein speziell für Kinder hergestellter Einsatz, der sich werkzeuglos an die verschiedenen Bindungs- und Sohlenlängen anpassen lässt. Die Spannweite reicht von 245 bis 305 mm, was auch für die kleinsten Touren-Aspiranten ausreichen dürfte. Für 6-12-Jährige sollte sich der Adapter eignen. Mit ca. 840 Gramm pro Set ist das System zwar nicht das leichteste, aber dafür eines der günstigsten, um zumindest die Kleinen an Skitouren schnuppern zu lassen. Der Adapter ist kinderleicht zu bedienen. Er wird einfach in eine Alpin-Bindung eingespannt. Die Kids gehen in ihren Alpinstiefeln bergauf. Das System besitzt sogar eine Steighilfe, die sich zumindest mit einer Hand hochklappen lässt. Der Skistiefel wird wie ein Steigeisen fixiert. Der Kipphebel sitzt an der Front und hält den Stiefel mehr als ausreichend. Oben angekommen wird der Adapter einfach in den Rucksack gesteckt und die Kinder fahren in ihrer gewohnten Alpin-Bindung mit allen sicherheitsrelevanten Aspekten wieder hinunter. Für Anfänger und heranwachsende Kinder das ideale Paket, vor allem wenn sich nahezu jährlich die Ski und Stiefel der Kleinen ändern. SKITOUR-MAGAZIN.DE 51


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Skitour mit Kindern

Achtsam beim Alter

Erst ab dem 6. bis 8. Lebensjahr macht es meist Sinn, Kinder mit auf Skitour zu nehmen.

Sind die körperlichen Basics gegeben, lautet der Grundsatz: So leicht wie möglich. Zum einen gilt das für die Ausrüstung, mit der die Nachwuchstourer unterwegs sind. Stellt man das Gewicht von Ski, Bindung und Schuh ins Verhältnis zur Körpermasse des Kindes, kommt man gut und gerne auf 20 Prozent – etwa doppelt so viel wie beim Erwachsenen. Die Schuhe müssen also dementsprechend bequem sein, da spart man am falschen Ende. Spezielle Skitourenstiefel für Kinder gibt der Markt noch nicht her, man greift auf die normalen Alpinstiefel zurück. Diese sollten ideal passen, zumal sie auf der Piste und auf Tour verwendet werden. Denn bei offenen Wunden oder Blasen ist der Spaß für die Kids ganz schnell passé. Im späteren Kindesalter kann man dann bei den kleinsten Damengrößen hinsichtlich „echter“ Tourenstiefel fündig 52 SKITOUR-MAGAZIN.DE

werden. Nicht zu schwer sollte auch der Ski sein, dafür drehfreudig und relativ breit. Ski aus dem Slopestyle- oder Funpark-Bereich weisen oft geeigete Maße auf. Bezüglich der Bindungen muss man – abgesehen vom Contour-Adapter – zum großen Teil improvisieren. Am besten wären in puncto Gewicht sicherlich Pin-Bindungen (siehe Infokästen). Zum anderen sind für einen leichten Aufstieg natürlich auch die richtige Spursowie Hangwahl (Steilheit unter 30°) und eine altersgerechte Höhenmeterzahl empfehlenswert. Die nötige Motivation für eine Skitour ist bei Kindern oft allein durch die Fazination Schnee und Berge gegeben. Ein gemeinsamer Ausflug mit gleichaltrigen Freunden oder Hüttenübernachtungen können die Tour zum Erlebnis machen. Rund um den Spitzingsee beispielsweise bieten sich dafür beste Möglichkeiten.


Eigenkreationen: Neben dem Skitourenadapter für Kinder gibt es einige ambitionierte Papas, die für ihre Nachwuchsalpinisten in so mancher Kiste im Keller noch ein Silvretta PureBindung herumliegen haben. Der Vorteil der Bindung ist, dass sie sich kürzen lässt. Und zwar am Vorderbacken. Unsere Kollegen von Wildsnow haben dazu auch eine Anleitung parat, die sich hier versteckt. Mit ein bisschen handwerklichem Geschick sollte es kein Problem sein, die Rohre einzukürzen und die Löcher neu zu bohren. Daneben gab es auch mal eine Silvretta

pure Kidz. Wenige Modelle finden sich noch auf dem Gebrauchtmarkt. Doch Dynafit kaufte vor einigen Jahren die Firma auf und ließ die Rahmenbindungen allesamt auslaufen. Vorteil dieser Bindung war der niedrige Z-Wert von 2-4, der die Leichtgewichte bei einem Sturz schnell aus der Bindung warf. Eine besonders leichte Konstruktion bauten sich die Kids vom JDAV Landsberg in Zusammenarbeit mit wuidschnee.de. Auf deren Internetseite stellen sie ihre selbstgemachten Ski vor. Die Crew treibt den Leichtbau für Kinder

Selfmade mit Modifikationen

Um in die selbstgebackene PinBindung zu steigen, werden die Alpinstiefel angebohrt und mit einer Inbusschraube versehen.

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Skitour mit Kindern

Adaptiert

Mit dem Contour start-Up Skitourenadapter können Pistenski schnell umfunktioniert werden.

Das Outfit sogar auf die Spitze. Neben speziellen Skiern laminieren sie eine ultraleichte Tourenbindung. Die eignet sich zwar nur für den Aufstieg, weil der Hinterbacken keine Pins besitzt, aber Mama oder Papa können ja die Alpinski für die Abfahrt im Rucksack mitnehmen. Ist immerhin ein gutes Training. Neben dem ausgegorenen Geschick für leichte Bindungen präparieren die Bastler auch die Alpinstiefel. Sie bekommen an der Schuhspitze Inserts spendiert, um zur Aufnahme der Bindungs-Pins vorbereitet zu sein. Auf unsere Nachfrage hin beteuerte die Crew aber, dass sie nur kleine Mengen an Ski pro Saison fertigen, bzw. in einem dazu Seminar anleiten. Jedoch kann man dort über eine ganze Saison hinweg Tourenski samt Fellen, Bindung und Stiefel ausleihen. 54 SKITOUR-MAGAZIN.DE

Wie die Eltern möchten natürlich auch die Kleinen von dreilagigen Jacken und Hosen profitieren und in Sachen Funktion den Großen in nichts nachstehen. Wer sein Kind nicht bereits im Waldkindergarten untergebracht hat, dem sei hier gesagt, selbst für die Kleinsten der Kleinen orientiert sich bei einigen Marken die Mode voll und ganz an den ErwachsenenKollektionen. Martini, Vaude, Jack Wolfskin und Salewa bieten eine Fülle an funktioneller Outdoor-Bekleidung für Kinder und Jugendliche. Von hoch sportlich mit Softshell und Stretch-Materialien bis hin zu locker und lässigen Hardshell-Kombis. Die Mode kennt keine Grenzen. Und wer nicht bereit ist, in die neueste Kollektion zu investieren, der findet auch allerlei Second-Hand-Ware.


Megastolz

Nach einer perfekten Skitour und der gelungenen Abfahrt posiert Korbinian stolz vor der imposanten Bergkulisse.

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Skitour mit Kindern

Spezielle Kinderausrüstung Hagan bietet ein speziell für Kinder abgestimmtes Tourenset. Mit der Z02 Junior bietet die Bindung einen weiten Verstellbereich und einen niedrigen Z-Wert von 2-7. Die Bindung gibt es in zwei verschiedenen Größen von 225 bis 310 mm Sohlenlänge.

Vaudes Performance Pants ist rennsportlich angehaucht und sitzt dank dem hohen Strech-Anteil sehr körpernah. Das robuste Cordura-Material am Beinabschluss passt über jeden Stiefel und schützt die Hose vor scharfen Kanten.

Die Puez Shell Jacke von Salewa bietet genügend Wetterschutz für alle Aktivitäten im Schnee. Und wenn es mal direkt in den Schnee geht, lässt die Jacke das Wasser einfach abperlen.


Eine leichte Wetterschutzjacke, die gut verstaubar, windund wasserdicht ist. Das ist die Cludburst Kids von Jack Wolfskin. Was will man mehr?

Technische, enganliegende StretchHose für sportive Kinder-Touren. Mit genügend Reißverschlüssen und Kantenschutz verleiht die Passo-Hose von Martini Sportswear einen überdurchschnittlich sportlichen Charakter.

Es ist nicht leicht, spezielle Kinder-Tourenski zu finden. Hagen bietet jedoch gleich das Set mit dem passenden Fell. Der Skyforce Ski wiegt 1050 Gramm bei 135 cm und hat vorne und hinten einen Rocker für eine leichte Schwungeinleitung. Das Green Tiger Fell ist ein Mischfell, das genau auf den Skyforce zugeschnitten ist. www.camp.it


Ausprobiert 4.16

unterhemd// Craft.Active_Extreme_2.0 Infos: www.craft-sports.de Preis: 50,00 EUR

AU PRO BIE

Craftpaket Innerhalb der Serie der CraftFunktionswäschen bietet die Be-Active-Kollektion die optimale Unterlage für Skitourer. Bereits das Vorgängermodell wurde von uns bergauf bergab getragen – und auch das Active Extrem 2.0 überzeugt auf ganzer Linie. Die Passform sucht nach wie vor seinesgleichen. Geschmeidig und trotzdem eng anliegend trägt es sich wie eine zweite Haut und macht jede Bewegung mit. Der leicht erhöhte Kragen schützt zusätzlich den Halsbereich. Im Aufbau zeigt sich dieser Baselayer noch luftiger und leichter als sein Vorgänger. An besonders schweißempfindlichen Zonen wurde ein Mesh-Gewebe angebracht, das die Feuchtigkeit nach außen trägt. An den anderen Stellen sorgen Luftkammern für eine gute Isolation. Insgesamt lieferte das Active Extrem 2.0 bei allen äußeren Bedingungen stets das passende Klima – vorausgesetzt man ist in Bewegung. Der Polyester-Elasthan-Materialmix hat gegenüber Wolle natürlich den Nachteil, etwas geruchsanfälliger zu sein. Wen der ein oder andere Extrawaschgang nicht stört, sollte jedoch auch damit keine Probleme haben. Fazit: Hat das Zeug zum absoluten Lieblingsteil. Nicht nur auf Skitour, auch bei anderem schweißtreibendem Wintersport nahezu unersetzlich.

Unsere Bewertung: 58 SKITOUR-MAGAZIN.DE


US O ERT

ski// DPS.Wailer_99_Tour1 Infos: www.dpsskis.com Preis: 999,00 EUR

Schwungräuber Mit der Tour1-Linie treffen die Amerikaner ins Herz leidenschaftlicher Abfahrer. Dabei sind die edlen Carbon-Latten aus Salt Lake City fast zu schade für Solala-Verhältnisse. Aber einen Porsche GT3 fährt man schließlich auch nicht als Winterauto. Mit 99 Millimeter Mittelbreite bringt der Wailer in 1,77 m Länge immerhin 1400 Gramm auf die Waage. Mit den leichtesten Modellen von G3 oder Movement kann er damit nicht mithalten. Den Balsa-Holzkern ummantelt eine Carbon-Fiberglas-Hülle, die dem Wailer das Flattern austreibt. Egal wie weit die Kurvenradien und wie hoch der Speed, die flache Rockerschaufel zieht souverän und ruhig un die Kurve. Der harte Worldcup-Belag und die flachen Stahlkanten sichern dem edlen Schwungräuber ein langes Leben. Sein volles Potenzial können aber nur ambitionierte Skifahrer ausreizen, die ihn auch mal mit einem Drei- oder Vierschnaller fahren. Selbst im zerfahrenen Gelände oder auf harter Piste fängt der Wailer nicht an zu klagen. Nur für platzsparendes Schwingen in engen Couloirs ist er nicht gemacht. Fazit: Bei großen Radien, hoher Geschwindigkeit und sportlicher Fahrweise ist der Wailer in seinem Element. Aber der hochwertige, steife Carbon-Ski hat seinen Preis! Unsere Bewertung:

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Ausprobiert 4.16

AU PRO BIE

helm// Julbo.Freetourer brille// Julbo.Aerospace Infos: www.julbo.com Preis Helm: 115,00 EUR Brille: 215,00 EUR

Rundumschutz mit großer Optik Eine neue lässige Helm-Brillen-Kombi, die perfekt aufeinander abgestimmt ist. Der Vorteil: Es entsteht kein Spalt zwischen Brille und Helm, sodass es nicht an die Stirn ziehen kann. Der Freetourer-Helm besitzt die Ski- und Kletternorm, was ihn für alpines Gelände besonders auszeichnet. Der Helm fällt eher groß aus und auch die Brille passt für mittlere bis große Gesichtsformen. Ein Drehverschluss lässt den Freetourer mit einer Hand kleiner werden. Beim Tragen drücken die Kunststoffbügel leicht an den Hinterkopf. Das Glas der AerospaceBrille kann nach vorne weggeklappt werden, um nicht zu beschlagen. Das funktionierte in kurzen technischen Aufstiegspassagen ganz gut. Im Test hatten wir die Brille mit dem Snowtiger-Glas, das selbst bei diffusen Verhältnissen sehr gute Kontraste im Schnee liefert. Fazit: Brille und Helm sind sehr hochwertig verarbeitet und genau aufeinander abgestimmt. Die Brille gibt es auch mit etwas günstigeren Gläsern.

Unsere Bewertung: 60 SKITOUR-MAGAZIN.DE


US O ERT

airbag-rucksack// ABS_P.Ride_18 Infos: www.abs-airbag.com Preis: 1200,00 EUR

Technisches Schwergewicht ABS gilt als Erfinder des Lawinenairbags und ist seit über 30 Jahren in der Branche vertreten. Neben dem klassischen Solid-System mit Schraubkartusche gibt es nun eine technische Weiterentwicklung mit dem Namen P.Ride. ABS hält auch das neue System variabel und überlässt es dem Kunden, welcher Aufsatz auf die Basis gedockt werden soll. Im neuen System steckt allerdings jede Menge Technik, die vor allem für Gruppentouren sinnvoll ist. Über eine Funkverbindung lassen sich alle Rucksäcke einer Gruppe koppeln und somit im Falle einer Lawine zeitgleich auslösen. Im P.Ride-System fällt künftig der bisherige Griffwechsel weg. Im Inneren befinden sich zwei getrennte flache Airbags mit insgesamt 150 Litern Volumen. Die elektronische Technikeinheit wird über einen USB-Stecker im rechten Schultergurt geladen. Trotz der Elektronik ist nach wie vor eine Carbonkartusche, die futuristische daherkommt, Pflicht. Der Rucksack trägt sich äußerst angenehm, auch den Auslösegriff spürt man im Schultergurt nicht. Die Aufsätze wirken jedoch etwas labbrig und werden je nach Größe immer unübersichtlicher. Viele kleine Taschen bringen mehr Unordnung als eine aufgeräumte Optik. Das diagonale Skitragesystem ist etwas umständlich zu bedienen. Das gesamte System inklusive Kartusche wiegt stolze 3600 Gramm und gehört damit bei Weitem nicht zu den Leichtgewichten. Fazit: Technisch mit der Gruppenauslösung das Maß der Dinge. Gewicht und Preis markieren allerdings die Spitze am Markt! Unsere Bewertung:


vorschau.skitour-magazin // 2.17 # ab Mitte März

Quer durch Ob Karwendel-Traverse, rund um den Ortler oder Gipfelsammeln im Berner Oberland: Durchquerungen von Hütte zu Hütte führen Skitourengeher durch einsame Täler und selten bestiegene Gipfel. Wir zeigen zehn lange Touren – von der Mangfall Haute Route bis zur einwöchigen Traverse über Österreichs höchste Gipfel.

Impressum #33 Ausgabe 1.17 - Februar 2017 Skitour-Magazin Kellnauweg 7 a 93326 Abensberg Erscheinungsweise Das Skitour-Magazin erscheint während der Tourensaison alle vier bis sechs Wochen, kostenfrei, mindestens vier Mal pro Saison. Redaktion Andreas Poschenrieder a.poschenrieder@skitour-magazin.de +49 (0) 174 - 3220675 Stefan Loibl s.loibl@skitour-magazin.de Skitour-Magazin im Web http://skitour-magazin.de http://skitour-magazin.com

Lieblingsteile Wir haben in den letzten Jahren tausende Höhenmeter gesammelt, sind wochenlang auf Tour gewesen und haben zig Produkte und Klamotten getestet. Wir zeigen die Handschuhe, Rucksäcke und Teile, die uns wirklich überzeugt haben. Eine erlesene Auswahl der absoluten Lieblingsteile der Redaktion!

www.twitter.com/Skitour_Magazin www.facebook.com/skitourmagazin Fotos Namentlich nicht aufgeführte Fotos wurden vom Auftraggeber zur Verfügung gestellt Mitwirkende dieser Ausgabe Stefan Loibl Andreas Poschenrieder Thomas Meier Dominik Huber

Die gesamten Inhalte der Website „Skitour-Magazin” sind als Eigentum von Andreas Poschenrieder urheberrechtlich geschützt. In diesen Schutzbereich fallen insbesondere auch die Einspeisung der Daten in andere elektronische Systeme, andere Medien oder InternetDomains. Die in diesem Internetangebot benützten Fotos und Grafiken unterliegen dem Copyright des SkitourMagazins. Alle Rechte sind vorbehalten. Alle auf dieser Website intergrierten “Links” zu externen Internetangeboten stellen eine reine Serviceleistung dar. Dabei wird weder für den Inhalt, noch über die tatsächliche technische Erreichbarkeit die Verantwortung übernommen. Man beachte den Disclaimer des jeweiligen Anbieters.

Skitour-Magazin 1.17  

Das E-Magazin für Tourengeher und Telemarker

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