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Museo Epper Ascona

I pittori del Circolo Verb di Ronco sopra Asconaano 28 marzo - 14 giugno 2015

Orari d’apertura/Öffnun gszeiten: me-ve/Mi-Fr: 1012/15-18 sa, do e festivi / Sa, So un d Feiertage: 15-18 o previa richiesta/oder Vo ranmeldung - Ingresso libe Fondazione Ignaz & Mi ro/freier Eintritt scha Epper -Via Albare lle 14 - 6612 Ascona - 091 791 19 42 www.museo-epper.ch www.ittenbrechbuehl.c

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Comune di Ronco sopra Ascona www.ronco-s-ascona.c

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Fondazione Pro Ronco www.ronco-s-ascona.c

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Circolo Verbano

Die Maler von Ronco sopra Ascona Niklaus Starck porzio.ch


Kultur am Rand der Zeit In den Kriegsjahren begegneten sich in Ronco sopra Ascona Maler, die sich zum Circolo Verbano zusammenschlossen, zwischen den Jahren 1940 und 1960 aktiv waren und Ronco zum Künstlerdorf machten. Zu ihnen gehörten Karl Gerber, Manfred Henninger, Willy Hug, Erwin Schönmann, Jan Schutter, und Rös Schutter-Peter. Sie kamen aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz. Peter P. Riesterer, Begleiter und Gönner des Circolo Verbano, schrieb 1964 in seinem Buch Arrividerci Ascona: „Alles eigenwillige Köpfe. Eigenwillig auch in ihrer künstlerischen Aussage. Und doch ertrugen sie sich.“ Hand aufs Herz, hätten Sie von diesem Circolo Verbano gewusst? Kennen Sie die Namen dieser Künstler? – Ich nicht. – Sie habe nicht die Welt bewegt, diese Künstlergruppe, sagt der Autor dieses Buches, aber sie sei etwas ganz Besonderes, Bedeutendes gewesen, etwas Typisches auch für die Kulturgeschichte des Verbano des vergangenen Jahrhunderts. Es war seine Idee, diesen Circolo Verbano nicht einzig in Form eines Buches aus dem Schatten der Zeit ans Licht zu ziehen, sondern ihm auch eine Ausstellung zu widmen. Diesen Gedanken hat die Fondazione Epper sehr gerne aufgenommen und so kam es zu einer intensiven Zusammenarbeit, so kam es zur Ausstellung I pittori del Circolo Verbano di Ronco sopra Ascona. Gerne übernehme ich als Präsident der Fondazione Epper die schöne Aufgabe, mich bei den Beteiligten zu bedanken. An erster Stelle bei der Familie Riesterer für die Exponate. Auch bei den

Sponsoren, die eine Durchführung der Ausstellung überhaupt erst ermöglicht haben, bedanke ich mich herzlich. Wir leben in einer Zeit, in der kulturelle Initiativen aus wirtschaftlichen Gründen oft gar nie zur Blüte kommen können, der „Kulturbatzen“ sitzt nicht mehr locker wie einst. Umso höher ist die Unterstützung durch die Gemeinde Ronco sopra Ascona, die IttenBrechbühl AG Lugano und die Stiftung Pro Ronco zu schätzen. Diana Mirolo, Kuratorin des Museo Epper seit 35 Jahren, danke ich für ihre Treue und ihre so umsichtige und engagierte Leitung des Museums. In diesen Dank schliesse ich alle „guten Geister“ mit ein, ohne die unsere Ausstellungen gar nicht entstehen können. Nach meinem Vorwort in Marionettentheater Ascona, 1937-1960 ist dies bereits mein zweites in einem von Niklaus Starck verfassten Buch. Ich wiederhole mich gerne, wenn ich auch hier schreibe, dass die Lektüre in eine heute kaum mehr fassbare Welt zurück entführt, in eine nostalgische, beschauliche, langsame, sinnliche – in eine andere. In eine bessere vielleicht? Ich bedanke mich bei ihm, dem Verfasser und Verleger des Circolo Verbano, für sein wertvolles Engagement zugunsten der Tessiner Kultur. Maurizio Checchi Vize-Gemeindepräsident Ascona Präsident Fondazione Epper


Die Maler von Ronco sopra Ascona Der Gemeinderat und die Stiftung Pro Ronco sopra Ascona waren spontan angetan von der Idee, eine Ausstellung der Künstlergruppe Circolo Verbano durchzuführen. Wir freuen uns, mit unserer finanziellen Unterstützung einen Beitrag zur Wiederbelebung eines Stücks unserer Dorfgeschichte beizutragen, dazu, die Vergangenheit nicht zu vergessen. Als Ronchesen sind wir stolz, dass es immer wieder Künstler und Liebhaber des Schönen zu uns gezogen hat und noch immer zieht, an einen Ort der besonderen Inspiration. – Ein kleines Wunder, an das wir uns vielleicht schon zu sehr gewöhnt haben. – Kultur im künstlerischen Sinn ist für uns Menschen lebenswichtig, ohne sie stumpfen wir seelisch ab. Bei allen, die diese Ausstellung als Sponsoren oder Mitarbeitende ermöglicht haben bedanke ich mich. Insbesondere bei den Einwohnerinnen und Einwohnern von Ronco sopra Ascona, bei der Stiftung Pro Ronco sopra Ascona, bei IttenBrechbühl AG, Lugano, bei der Kuratorin des Museum Epper, Diana Mirolo, und bei Niklaus Starck, bekannter Schriftsteller und Verleger unserer Zeit.

Paolo Senn Gemeindepräsident von Ronco sopra Ascona


Karl Gerber, Ronco, undatiert, Peter P. Riesterer


Den Freunden einer Welt der Kultur am Rand der Zeit.

Inhaltsverzeichnis

Circolo Verbano, die Maler von Ronco sopra Ascona Niklaus Starck porzio.ch, 2015 Mit freundlicher Unterstützung von: • Fondazione pro Ronco, Ronco sopra Ascona • IttenBrechbühl AG, Lugano • Municipio di Ronco sopra Ascona Umschlagbilder: Verena Knobel und Willy Hug

Das Künstlerdorf von einst ............................................................8 Il Circolo del Verbano....................................................................16 Karl Gerber .....................................................................................36 Manfred Henninger........................................................................44 Willy Hug .........................................................................................50 Erwin Schönmann..........................................................................56 Jan Schutter......................................................................................62 Rös Schutter-Peter ..........................................................................70 Peter P. Riesterer .............................................................................78 Fondazione Epper ..........................................................................84


Das Künstlerdorf von einst

Ronco sopra Ascona war ursprünglich ein Anbaugebiet für Reben und Olivenbäume. Der Name Ronco, so wird angenommen, entstammt dem lateinischen Verb runcare, was roden heisst. Ronco als Ortsbezeichnung ist im Tessin und in Italien verbreitet. Es handelt sich jeweils fast ausschliesslich um Hanglagen, wo in vergangenen Tagen Weinstöcke gepflegt wurden. Roncos besondere Lage, erhöht über den Ufern des Lago Maggiore, bringt ein spezielles Klima, in dem sich mediterrane und exotische Pflanzen wohl fühlen. Die Auf- und Abwinde sorgen für eine stetige Luftzirkulation und, so sagt man, seien auch für das besondere Licht in Ronco verantwortlich. Der tiefste Punkt der Gemeinde liegt auf rund 200, der höchste auf 1’300 Metern über Meer, also 1’100 Meter Höhendifferenz auf einer Luftliniendistanz von gerade einmal 1,5 Kilometer. „Roncho de Schona“ wird 1264 erstmals erwähnt, der seinerzeitige Dorfkern soll in seinen Ausmassen dem heutigen entsprochen haben. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts setzte, wie überall in den Landgemeinden der Alpensüdseite, die Auswanderung ein. Auf der Suche nach Arbeit verliessen Männer ihre Familien immer wieder für Monate oder Jahre, oft wanderten auch ganze Familien aus, ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hauptsächlich nach Übersee. Im 15. Jahrhundert haben hier rund 500 Menschen gelebt. 1626 wurde Ronco zu einer eigenständigen Kirchgemeinde, 1641 auch politisch autonom. Davor gehörte es zu Ascona. 1795 schrieb Karl Viktor von Bonstetten in seinen Briefen über die italienischen Ämter: „Über Ascona liegt höher als des Berges Neige, Ronco d’ascona von 430 Seelen.“ Während mehreren Jahrhunderten lebte die Bevölkerung von Ronco vom Weinbau und der Kleinviehhaltung in kleinen Bauernhöfen und hoch oben, in den Ställen der Monti di Ronco. Dies war so bis vor dem Zweiten Weltkrieg. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in den 1950er-Jahren verlor Ronco sein landwirtschaftlich geprägtes Gesicht, ein Rebberg nach dem anderen wurde überbaut – es gibt heute kaum mehr einen. Dafür ist la nuova Germania entstanden, das neue Deutschland, wie die

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Casa Schutter, Atelier, Ronco, 1940er-Jahre, Peter P. Riesterer


Einzig die Erinnerung an eine reiche Vergangenheit ist geblieben.

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Aus dem Skizzenbuch von Willy Hug


Ronco sopra Ascona, 1946, Peter P. Riesterer

Ronco sopra Ascona, undatiert

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Einheimischen Gruppaldo, einen Ortsteil von Ronco, nennen, wo Ferienresidenz an Ferienresidenz steht. Mit der Entwicklung der Brissagoinseln und des Monte Verità kamen auch immer mehr Fremde ins stille Dorf abseits des Verkehrs. Ronco wurde bald zum Künstlerdorf. Spuren der Künstlerinnen und Künstler sind allgegenwärtig und auch die Kraft künstlerischen Schaffens. Der alte Dorfkern, die mediterrane Flora und die phantastischen Ausblicke über den Lago Maggiore sind sehenswert. Auch Roncos Wahrzeichen, die Kirche San Martino, gleich gegenüber die Casa Ciseri und die Kirche Madonna delle Grazie. Das Altarbild in der Kirche San Martino stammt von Antonio Ciseri, dem berühmtesten Malersohn Roncos. Auch ein Spaziergang entlang der Hauptstrasse hinauf zum Friedhof lohnt sich, der Aussicht und der vielen bekannten Menschen wegen, die dort begraben sind. Unter anderem Ernst Fischer, Kurt Hoffmann, Gerhard Maasz, Erich Maria Remarque und seine Frau Paulette Goddard, Ursula La-Ruelle oder Richard Seewald. In Fontana Martina, einem rustikalen Weiler, wirkte einst Fritz Jordi. Bei ihm gingen grosse Namen ein und aus: Eugen Früh, Margarethe Hardegger, Paul Klee, Gustav Regler, Jonny Rieger, Else Lasker-Schüler, Ignazio Silone oder Heinrich Vogeler. Auch die Maler Max Bucherer, Gordon McCouch, Paul W. Loosli, Fred Engelbert Knecht, Herbert Leupin, Grafiker, und der Maler und Objektkünstler Wilfrid Moser hatten in Ronco Ateliers. Alice Braun, Lyrikerin und Malerin und Greti Egg, die Kinderbuchautorin, arbeiteten hier. Jakob Flach, der Leiter des Marionettentheaters Ascona, lebte in der Casa Baladrume, gleich an den Gemeindegrenzen zu Arcegno und Ascona gelegen. Der Verbano-Künstler-Kreis, Rös Schutter-Peter, Karl Gerber, Manfred Henninger, Willi Hug, Erwin Schönmann und Jan Schutter, wohnte und arbeitete zwischen 1940 und 1960 ganz oder zeitweise in Ronco. – Welch eine prominente Vergangenheit! – Es waren die Maler des Circolo Verbano, die durch ihre jahrelange Präsenz in den Gassen des Nucleo und auf den umliegenden Wegen Ronco zum Künstlerdorf erhoben. Überall waren sie mit ihren Skizzenblöcken oder ihren Feldstaffeleien zu sehen und in der Via Nosetto roch es nach Farbe. Man schaute ihnen zu, sprach mit ihnen, redete über sie. Heute wirkt Ronco, wie viele andere Tessiner Dörfer ausgestorben und leer, vom einstigen Künstlerdorf ist wenig übrig geblieben, in den Gassen duftet es nicht mehr nach gutem Essen, es springen keine Kinder mehr umher. Es scheint, einzig die traumhaft schöne Lage des Dorfes und die Erinnerung an eine reiche Vergangenheit seien übrig geblieben.


Ronco sopra Ascona, 1929

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Ronco sopra Ascona, Ausbau der Kantonsstrasse, Peter P. Riesterer


Aus dem Skizzenbuch von Willy Hug

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Il Circolo del Verbano

Am 2. Juni 1946 schrieb der Maler Karl Gerber an seine Freunde: „Wir stehen noch immer am Beginn der Gründung dieser Künstlergruppe, welche sich mit den anzuwerbenden Mitgliedern zu einer Kunstgesellschaft Verbano erweitern soll.“ Und bald darauf wurde die erste Ausstellung des Circolo Verbano an prominentem Ort, im Hotel Beau-Rivage in Interlaken, präsentiert. Es muss eine unvorstellbar schwierige Zeit gewesen sein, damals. Rund um die Schweiz herum hatte der von der nationalsozialistischen Diktatur verursachte Krieg 55 Millionen Menschen das Leben gekostet und Zerstörung, Leid und Trauer über ganz Europa gebracht. Nach zwölfjährigem Horrorregime musste Nazideutschland im Mai 1945 bedingungslos kapitulieren. Doch auch das erste Friedensjahr, 1946, brachte den Menschen nichts Gutes. Ein trockener, heisser Sommer liess die Ernten bescheiden ausfallen und der Winter 1946-1947 ging als einer der härtesten und kältesten in die Geschichte ein – Hunger, Elend und der „weisse Tod“ waren die traurigen Folgen. In diesen Schreckensjahren also formierte sich im Tessin, in Ronco sopra Ascona, eine Künstlergruppe, die sich den alten Namen des Langensees oder Lago Maggiore gab: Verbano. Als erster kam Manfred Henninger mit seiner Familie in Ronco an. Als Flüchtlinge. Mit der Machtergreifung der Nazis im Jahr 1933 verliessen sie Deutschland, zogen nach Ibiza, wo sie vom Spanischen Bürgerkrieg vertrieben wurden, eben nach Ronco, wo sie 1936 sesshaft wurden. Wenig später machte Henninger dort die inspirierende Bekanntschaft mit Jan Schutter, dem Holländer, der in Bönigen am Brienzersee lebte. Nachdem in Interlaken im Kriegsjahr 1941 der erste Reduitflughafen im Land in Betrieb genommen wurde, verlagerte Schutter über viele Jahre seinen Schaffensmittelpunkt ins stille Ronco, wo er an der Via Nosetto ein Atelier,

seine „Malerburg“ hatte. Diese wurde bald zu einem künstlerischen und intellektuellen Zentrum im Dorf und nach und nach gesellten sich dort diejenigen Künstler zu Henninger und Schutter, die sich 1946 zum Circolo Verbano zusammenschliessen sollten: Rös Peter, Karl Gerber, Willi Hug und Erwin Schönmann. Peter P. Riesterer, der für die Gruppe als Publizist und Fotograf wichtig werden sollte, begegnete Jan Schutter erstmals im Jahr 1939. Aber es entwickelte sich mehr als nur eine Künstlervereinigung, es entstanden starke Beziehungsbande zwischen den einzelnen Künstlern und deren Angehörigen und Nachkommen. So wurde Karl Gerber der Pate von Martin Hug und von Peter und Verena Riesterers zweiter Tochter Barbara, Verena die Patin von Daniel Gerber, dem jüngsten Gerber-Sohn, Erwin Schönmann der Pate von Gerbers ältestem Sohn Karl Christoph und Heidi Hug die Patin von Ursula Gerber. Rös Peter schliesslich heiratete den Neffen von Jan Schutter, Frank und war die Patin von Therese Gerber. Wenn die

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Künstler nicht in der Casa Schutter zusammensassen, gingen unzählige Briefe von Haus zu Haus und über die Grenzen. Und man besuchte sich während Jahrzehnten, unter anderem per Velo von Zweisimmen im Berner Oberland nach Thalwil am Zürichsee. Auch gemeinsame Kunstreisen standen immer wieder auf dem Programm. Man diskutierte Maltech-


„Alles eigenwillige Köpfe.“

Jan Schutter, links, und Karl Gerber, Via Gottardo Madonna, Ronco sopra Ascona, undatiert, Peter P. Riesterer

Peter P. Riesterer

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Erwin Schรถnmann und Karl Gerber, Ronco, undatiert

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niken, Materialien und tauschte Erlebnisse und Erfahrungen aus. Der chronische Geldmangel war ebenfalls immer wieder Thema. So schrieb Jan Schutter an Karl Gerber, dass er soeben seine letzte Tube Ölfarbe vermalt hatte und Geld für neue fehlte: „Also aquarelliere ich jetzt. Und wenn ich die Aquarellfarben aufgebraucht habe, dann greife ich zu den Pastellkreiden, dann zur Kohle, bis wieder irgendwoher Geld kommt.“ Der Maler Walter Steffen schrieb 1986 in seinem Artikel Moderne Landschaftsmaler in der Schweiz über eine Ausstellung in Basel: „Frühmorgens schon zogen die Freunde jeweils aus und malten tagsüber in den Gegenden des Verbano. Sie tauften später ihre Malergruppe auf diesen Namen. Abends beschäftigte sie die Frage, welche Berechtigung in der neueren Zeit das Malen in der Natur habe. Sie kannten ja die moderne Kunstentwicklung, die seit dem Auftreten der Expressionisten kaum jemals mehr das Arbeiten vor dem Motiv als aktuell anerkannt hatte. Sie wussten auch um die grosse Reserviertheit vieler Maler aus den anthroposophischen Reihen, die das Naturstudium nur noch als Vorstufe, als Übstück in der Lehrlingsphase gelten lassen wollten. Sie setzten sich auseinander mit diesbezüglichen Aussagen Rudolf Steiners, die vielleicht in folgendes Zitat zusammengezogen werden können: ‘ ... einen Baum zu malen und grün anstreichen, das ist doch keine Malerei; denn es ist schon aus dem Grunde keine Malerei, weil, was man auch im Nachahmen der Natur vollbringt, schöner, wesenhafter doch die Natur immer ist. Lebensvoller ist doch immer die Natur. Es ist gar keine Veranlassung dasjenige nachzuahmen, was draussen in der Natur ist.’ – In dieser Lage ergaben sich für die Maler Spannungen. Einerseits waren sie begeistert von der sie umgebenden Natur, enthusiastisch auch für das Malen selber, und so glückte ihnen viel. Auf der andern Seite aber drohte ihnen Lähmung der Arbeitskraft, wenn die Frage der Nachahmung, des Kopierens nicht gelöst war. Alle stimmten empfindungsmässig dem Bekenntnis Vlamincks zu: ‘J’ai fait, ce que j’ai pu, j’ai paint, ce que j’ai vu.’ Ein bisschen anders formuliert: Ich male was ich sehe. Ist das aber nicht ein Kopieren? – In diesem Spannungsfelde war es Jan Schutter, der Aufklärung verschaffen konnte. Ihm war deutlich geworden, dass eben Sehen und Sehen zwei verschiedene Dinge sind. Um darin zu unterscheiden, müsste man vielleicht von Sehen und von Schauen sprechen oder von einem Sehen und einem aktiven Sehen. Dieses ist eine Tätigkeit, die nicht in jedem Fall besteht, wenn der Blick auf die Umwelt gerichtet ist. Sie muss erzeugt werden. Es ist eine sehr intime Tätigkeit, die beim

Malen vor dem Motiv sich ständig verschwistert, verbindet, sich wieder löst von dem mehr registrierenden Beobachten. Von diesem künstlerischen Schauen, dem Malerblick, zeugen die Bilder der Ausstellung.“ Die Ausstellung im Hotel Beau-Rivage in Interlaken blieb die einzige des Circolo Verbano. Aber warum überhaupt in Interlaken? – Ausser Henninger und Schönmann hatten alle Künstler einen Bezug zu diesem Ort und dürften der Kunstgesellschaft Interlaken gut bekannt sein gewesen. Wohl bemühten sich in späteren Jahren Peter P. Riesterer und Heiner Hesse um weitere Ausstellungen – erfolglos – abgesehen einmal von kleineren Expositionen im Centro culturale Beato Berno in Ascona oder am Hauptsitz des Migros Genossenschaftsbunds in Zürich. Beide Initiativen waren Peter P. Riesterer zu verdanken. Auch seine Beiträge im Asconeser Ferien-Journal, in der Tessiner Zeitung, der Tat und in seinem Band Arrivederci Ascona sorgten dafür, dass die Künstlergruppe Verbano nicht vollständig in Vergessenheit geraten ist. Und letztlich stellten die Riesterers immer wieder die Maler des Circolo Verbano in ihren Galerien in der Kleeweid und zum Hüsli in Leimbach aus. Mit Jan Schutters Tod im Jahr 1956 verlor die Gruppe ihr Zentrum, die Malerburg in Ronco war nicht mehr dieselbe. Die Nachlässe der Pittori di Ronco sopra Ascona werden heute von Nachkommen an diversen Orten verwaltet und bereits stellt sich die Frage, ob auch die dritte Generation die Energie aufbringen will, beziehungsweise den Raum zur Verfügung stellen kann, um diese Kunstschätze weiter zu hüten. – Eigentlich müsste es doch möglich sein, die Werke des Circolo Verbano zusammenzutragen und allen interessierten Menschen zugänglich zu machen. – Eigentlich.

Quellen: • Flückiger Hans, Kunstgesellschaft Interlaken, 1946 • Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, Archiv Manfred Henninger • Riesterer Peter P., Arrivederci Ascona, Flamberg Verlag, Zürich, 1964 • Riesterer Peter P., Kunst vom Lago Maggiore, Manfred Henninger zum 85. Geburtstag • Steffen Walter, Moderne Landschaftsmaler in der Schweiz, Das Goetheanum, Wochenschrift für Anthroposophie, 65. Jahrgang, Nr. 16, 13. April 1986

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Jan Schutter, Karl Gerber, Willy Hug, undatiert, Peter P. Riesterer

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Proskpekt der Ausstellung in Interlaken

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„Sehr geehrter Herr Hug, Herr Schönmann schreibt mir eben, dass er leider die Rede zur Eröffnung der Verbanoausstellung nicht halten könne, weil er erst gegen Ende September ‘westwärts’ zu reisen in der Lage sei. Die Rede muss aber gehalten werden, und zwar aus dem Kreise der ausstellenden Künstler. Haue oder steche es! – Ihr Hans Flückiger, Interlaken, 19. August 1946.“

„Sehr geehrter Herr Flückiger! Vielen Dank für Ihren Brief. Meinen Dialog werden Sie unterweilen erhalten haben. Ich hab ihn ebenfalls an Gerber und Schutter gesandt, sodass etwaige Ketzereien allenfalls ausgemerzt werden können. Ich habe diese Einleitungsform wählen müssen, da man auf andere Weise kaum alle sechs Maler unter einen Hut bringen kann. Und das Publikum dazu! – Nun die verflixte Rede! Sehen Sie, wenn ich nicht soeben im Hals operiert worden wäre, ginge das an. So aber keinesfalls. Und wenn auch mein Hals bis dahin ausgeheilt sein sollte, so bleibt doch allerhand Sturmes im Kopf zurück, und all das möchte ich nicht servieren. Wenn Sie nun niemanden finden, so setzen Sie sich mit Jan in Verbindung, damit Professor Eymann engagiert wird. Das wäre dann gut. – Im Übrigen danke ich Ihnen vielmals für Ihre Mühe und Ihren Elan, mit welchem Sie die Sache an die Hand nehmen; ich weiss wohl, was es heisst, mit einem Rudel von Malern ins Reine zu kommen! Mit freundlichen Grüssen, auch an ihre werte Frau, Ihr W. Hug, Büren an der Aare, 21. August 1946.“

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Karl Gerber im Atelier, Casa Schutter, Ronco sopra Ascona, undatiert, Peter P. Riesterer

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Der Bund, September, 1946

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Dass die Maler von Ronco untereinander wohl auch ihren Spass hatten, zeigen die folgenden Seiten.

So sieht man hier den Maler Schutter Als Pontifex und argen Spötter. Oft naht er weiblichen Reflexen vermittelst Wasserfarbenkleksen. Willy Hug

Dies ist die Rös, die den Masseur Gefangen hält in ihrem Coeur! Sie rötelt wie ein Ungewitter. Ach wär er hier! So seufzt sie bitter. Willy Hug

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Im Ronco dieser Tage sei ein junger, attraktiver Priester aus Deutschland für die katholische Kirchgemeinde zuständig gewesen. Dieser sei im Dorf öfters mit einer nicht minder attraktiven deutschen Filmschauspielerin gesehen worden, sie habe sogar im Gästezimmer des Pfarrhauses genächtigt. Und der laue Nachtwind habe nicht nur fromme Gesänge zur Casa Schutter hinübergetragen. Als besagter Geistlicher in schwarzer Soutane den Malern an der Via Gottardo Madonna bei der Arbeit begegnete, scherzten diese über die „frommen Gesänge“. Der Priester konterte ziemlich eloquent, „Wie hat nur Luther gesagt: Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, bleibt ein Narr sein Leben lang. – Hier in Ronco Wein genug, Weib genug, Gesang zuwenig". Die Maler blieben für einmal sprachlos. Nach Beat Hug.

„Hernach ...“, Casa Schutter, Ronco, undatiert, Jan Schutter

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Jan Schutter, Ronco sopra Ascona, undatiert, Peter P. Riesterer


Der Pfarrer von Ronco sei auf einem kontemplativen Gang auf den Wegen über Ronco bei den Malern vorbeigekommen. Nach einem Blick über die Schulter von Kari Gerber kommentierte er dessen Gemälde als „ziemlich dick aufgetragen“. Worauf Karl Gerber wie aus der Kanone geschossen geantwortet habe, „aber noch lange noch nicht so dick wie in ihren Predigten“. Nach Beat Hug.

Karl Gerber – mit verächtlichen Seitenblicken auf den Zeichner ... Willy Hug Frau Rau blickt nach dem Gartentor; Jan und Willy stehn davor. Es lockt sie dieses Paradeis Von Pfirsichblüt und Besenreis! Willy Hug

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Hinter diesen Fensterkreuzen Hรถrt mans hin und wieder schneuzen, Oder niesen. (Fenster schliessen) Willy Hug Es handelt sich um die Casa Gioia, das Haus von Frau Rau, genannt Donna Aspera, an der Via delle Scuole, die wenige Schritte weiter zur Via Nosetto wird. Aspera war mit den Malern von Ronco befreundet. In Peter P. Riesterers Arrivederci Ascona ist ein Portrait der Donna Aspera, gemalt von Jan Schutter, zu sehen.

Willy Hug hat Colombo Zucconi noch zu Lebzeiten skizziert.

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Ronco sopra Ascona, im Kreis: Casa Schutter, 1946

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Karl Gerber

Mit der Natur auf Du und Du.

1912-1974, geboren und gestorben in Zweisimmen. Karl Gerber kam als erstes Kind des Bäckermeisters Karl Gerber am Frohbergweg in Bern zur Welt. Zwei Jahre später zog die junge Familie nach Kleindietwil bei Langenthal, wo sie „schlecht und recht lebte“, mit dem Brotbacken war damals kein Vermögen zu verdienen. Während der zwölf Jahre in Kleindietwil gesellten sich fünf weitere Geschwister zu Karl. Eine Geschichte aus dieser Zeit schafft einen ersten Bezug zum späteren Malerleben von Karl Gerber: „Ein Rösslispielmaler, der alte Rösslispiele auszubessern hatte, liess auf dem Dorfplatz Farbtuben liegen, von denen er meinte, sie seien leer. Karl sammelte diese Tuben, kratzte die Farbe heraus und malte seine ersten Bildchen. Von klein auf wollte er Kunstmaler werden, wie er erzählte. Aber das musste wohl in einer weniger bemittelten Familie vorerst ein Wunschtraum bleiben.“ Nach dem Umzug nach Zweisimmen 1926 absolvierte Gerber die Sekundarschule und eine Bäcker-Konditorenlehre im väterlichen Betrieb. Auf seinen oft stundenlan„Mein Freund ging nie auf gen Brotverteilertouren waren BleiMotivsuche, er malte einfach stifte, Malstifte und Zeichenpapier seine Empfindungen. Der meist mit dabei. Mit Unterstützung Ausdruck ist so echt, dass seine Bilder den Duft des seiner Familie konnte Gerber 1930 Motivs wiederzugeben für ein Jahr in Berlin die Malakadescheinen.“ mie von Lovis Corinth besuchen. Peter P. Riesterer, 1994. Aus dem von Karl-Christoph Gerber, dem ältesten Sohn des Künstlers 1974 verfassten Lebenslauf. „Sein Bruder zum Beispiel schickte aus seiner Lehre in Winterthur den grössten Teil seines Hungerlohnes nach Hause, damit das Geld dem Malstudenten zugeschickt werden konnte. [...] Wieder zu

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Karl Gerber, Fontana Martina, Ausschnitt


Karl Gerber, undatiert, Peter P. Riesterer

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Karl Gerber, Ronco, Ausschnitt

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Hause, bestand das Tageswerk auf viele Jahre hinaus im täglichen Brotbacken und Herstellen der in der ganzen Zweisimmer Gegend hochgeschätzten Stückli – täglich ab zwei Uhr morgens. Nachmittags oder abends ging er dann mit Staffelei und Farben hinaus in die Landschaft, oft hoch hinauf, sogar bis zum Rawilpass wurden die Utensilien mitgeschleppt.“ 1944 heiratete er Verena Scheidegger, [geboren 1924], ein „Unterländer-Mädchen“ das als Aushilfe im elterlichen Betrieb arbeitete. Ihnen wurden bis 1958 fünf Kinder geboren [Karl-Christoph, 1945-1979, Markus, 1946-2006, Ursula, 1948, Therese, 1954, Daniel, 1958]. Ab Mitte der 1950er-Jahre konnte sich Gerber als Autodidakt mehr und mehr der Malerei zuwenden, von seinen Freunden in Zürich und Ronco sopra Ascona erlernte er neue Techniken wie Mosaik, Sgraffito, Kupfer- und Holzstich. Mit seinem Motorrad unternahm er erste Malausflüge, ab 1954 mit seinem ersten Auto auch Malreisen. Sie führten ihn ins Tessin, nach Südfrankreich, Paris und später auch nach Ägypten. Überall ging es ihm darum, „die Farbe als sinnliches und sittliches Erlebnis von Gefühl und Verstand in das Werk der menschlichen Hand umzusetzen. Malen war nicht einfach wiedergeben, sondern es war die Auseinandersetzung mit dem, was die Natur unsichtbar durchlebt.“ Peter P. Riesterer, Freud und Wegbegleiter von Karl Gerber, schrieb im Jahr 1966: „Dem Maler Karl Gerber und seinen Bildern begegnete ich erstmals in den vierziger Jahren. Das war in Ronco sopra Ascona; damals noch ein typisch Tessiner Weinbauerndorf und von Kunstschaffenden bewohnt. Diese Menschen bildeten mit Gerber zusammen eine Malergruppe, den Verbano-Kreis. Jahre später stellte der Verbano-Kreis im Berner Oberland aus. Gerber war mit zahlreichen Stilleben, Berglandschaften und Porträts vertreten. Wieder Jahre später sah ich Gerbers farbensprühende, temperamentvoll gestaltete Tessiner Landschaften. Und horchte auf. Erinnerten die ersten Bilder aus Gerbers Berliner Studienzeit noch an Van Goghs Welt, spürte man in den späteren Ölbildern, vor allem aber in den Aquarellen der vierziger Jahre noch eine geistige Verwandtschaft mit Henninger, Schönmann und

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Schutter, so trat anfangs der fünfziger Jahre das Bild eines sich gewandelten Malers hervor. Eine farbige und impulsive Ausdrucksweise sprengte den Rahmen des Bisherigen. Das Erleben der Farben drängte sich nach vorne. Geistige Verwandtschaften, auf Auseinandersetzungen und Erkenntnissen beruhend, wurden sichtbarer und sichtbarer: Goethe, Rembrandt, Cézanne, Corinth. [...] In all den Jahren, die mich freundschaftlich und künstlerisch mit Gerber verbinden, habe ich aber auch eine stete Weiterentwicklung in seinem Schaffen entdeckt, parallel zu seiner geistigen Lebenshaltung. Er ist einer der Wenigen, die durch das geistige Griechenland mit offenem Auge und Herzen pilgerten. Er ist auch einer der Wenigen, die vorübergehenden Tendenzen und Strömungen nicht unterliegen. Die dem äusseren Erfolg keine Tribute bezahlen. Aber er zählt zu jenen, die den Zerrbildern unserer Zeit das geistig und schöpferisch Höhere gegenüberstellen und es auch dürfen. Ohne Überheblichkeit schliesse ich diese Betrachtung: Gerber ist einer der Reifsten unter uns.“ Die Berner Zeitung schrieb zur Gerber-Ausstellung im Jahr 2011 in Zweisimmen unter dem Titel Seine Welt waren Farben und Licht: „Karl Gerber hat Stillleben in verschiedenen Variationen gemalt. Er wurde auch von Porträts und immer wieder von den Schönheiten von Landschaften zum Malen inspiriert. Bekannte Maler wie van Gogh, Cézanne, Hodler und Goethe waren ihm Vorbild. [...] Betrachtet man ein Werk von Karl Gerber länger und eingehend, so verliebt man sich mehr und mehr in die Bilder. [...] Karl Gerber war eine bescheidene und starke Persönlichkeit. Seine Bilder wirken persönlich und tief erlebt.» Gerber war in seinem Element, wenn er mit der Staffelei unterwegs seine Eindrücke in der Natur einfing und das Leuchten am Morgen oder die Schatten des Abends bildlich darstellte. Flussläufe, Wälder, Tiere, Menschen und Häuser gehörten zu seinen Lieblingssujets.“ Karl Gerber verstarb an Pfingsten 1974 unerwartet an einem Herzversagen. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof von Zweisimmen. Sein Nachlass wird von seinen Kindern Ursula, Therese und Daniel verwaltet.


Karl Gerber, Casa Schutter (links), Via Nosetto, Ronco, Ausschnitt, 1957

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Karl Gerber, Via Nosetto, Ronco, Ausschnitt

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Ausstellungen: • Circolo Verbano, Hotel Beau-Rivage, Interlaken, 1946 • Kunstgilde, Restaurant Innere Enge, Bern, Karl Gerber, Willy Hug, Erwin Schönmann, 1968 • Kunstgilde, Festsaal des Kaufmännischen Vereins, Bern, Karl Gerber, Alfred Anklin, Erwin Schönmann, Willy Hug, Hans Gartmeier, 1968 • Kunstgilde, Festsaal des Kaufmännischen Vereins, Bern, Alfred Anklin, Max Birkenmeier, Urs Flury, Karl Gerber, Willy Hug, Franco Mazzoni, Erwin Schönmann, Hannes Schutter, Hans Stähli, 1970 • Kunstgilde, Festsaal des Kaufmännischen Vereins, Bern, Jakie Cavallo, Karl Gerber, Willy Hug, Franco Mazzoni, Erwin Schönmann, Hannes Schutter, Hans Stähli, 1971 • Kunstgilde, Jubiläumsausstellung 20 Jahre Kunstgilde, Festsaal des Kaufmännischen Vereins, Bern, Alfred Anklin, Jakie Cavallo, Karl Gerber, Willy Hug, Franco Mazzoni, Hannes und Jan Schutter, Armin Schwarzenbach, Hans Stähli, 1972 • Galerie Teehuus, Uerikon, 1972 • Centro culturale Beato Berno, Ascona, Retrospektive des Circolo Verbano, 1978 • Gemeindesaal, Lenk, 1982 • Schulpavillon, Lenk, 1992 • Alcatel StR.-Galerie, Zürich-Aussersihl, 1993 • Schloss Spiez und Bibliothek Spiez, 1994 • Restaurant Waldmatte, Zweisimmen, 2002 • Heimatmuseum Zweisimmen, 2011

Karl Gerber, Ronco, Ausschnitt, 1953

Quellen: • Therese Hermann, Tochter, Zweisimmen, persönlich • Berner Zeitung, Seine Welt waren Farben und Licht, 15. Juni 2011 • Der Bund, Karl-Gerber-Retrospektive, 28. Juni 1994 • Gerber Karl-Christoph, Riesterer Peter P. und Wolf Conradin, Karl Gerber, Zweisimmen, 1912-1974, Öl, Aquarell, Pastell, Zeichnungen, Lithographien, Radierungen, erschienen im Eigenverlag der Familien Gerber, Zweisimmen, 1994 • Riesterer Peter P., Arrivederci Ascona, Flamberg Verlag, Zürich, 1964 • Riesterer Peter P., Karl Gerber, Zweisimmen, 1966

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Karl Gerber, Via Gottardo Madonna, Ronco sopra Ascona undatiert, Peter P. Riesterer


Manfred Henninger

Nur Hingabe führt zum Schauen.

1894-1986, geboren in Backnang, gestorben in Stuttgart. Aufgewachsen im württembergischen Backnang, absolvierte Manfred Henninger im elterlichen Betrieb in Tübingen eine Lehre als Konditor. Er meldete sich als Freiwilliger zum Dienst im Ersten Weltkrieg. Dieser Kriegsdienst hatte ihn zum überzeugten Pazifisten gemacht. Ab 1916 nahm er Zeichenunterricht an der Universität Tübingen. Von 1920 bis 1928 studierte er an der Stuttgarter und Dresdener Kunstakademie, er unternahm Reisen nach Frankreich, Griechenland und Italien. 1928 Heirat mit Maria Kress. Seine erste Kollektivausstellung 1923 in Stuttgart führte zu Ankäufen durch die Staatsgalerie Stuttgart und die Kunsthalle Mannheim. Zusammen mit anderen jungen Künstlern gründete er 1929 die Stuttgarter Neue Sezession, die 1933, nach der Machtergreifung durch das Nazi-Regime, zur Auflösung gezwungen wurde. Henninger emigrierte über das Tessin nach Ibiza. Der Spanische Bürgerkrieg zwischen 1936 und 1939 liess ihn nach Ronco sopra Ascona zurückkehren, wo er, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Mulino del Brumo, bis nach dem Zweiten Weltkriegs in der unteren Mühle, sott’al Brumo, lebte. Im Mulino del Brumo wohnten zuvor auch der Maler Richard Seewald und der Schriftsteller Friedrich Glauser. Jakob Flach, Betreiber des Marionettentheaters von Ascona, 1937-1960, erwarb die Mühle im Jahr 1934. Die Mühle sott’al Brumo wurde später zum Eigentum von Heiner Hesse, der von 1977 bis zu seinem Tod 2003 dort lebte. Hesse und Henninger korrespondierten miteinander. Hans Schürch: „Wir standen in einer alten, halbzerfallenen Mühle einander gegenüber. Molino del Brumo wurde für mich gleichsam zu einem Meilenstein. Noch „Henninger feiert die Natur mit gemalentsinne ich mich jener ten Hymnen.“ Peter P. Riesterer, 1994. Stunden, da wir an Pfingsten über den Gotthard dem sonnigen Süden entgegenfuhren. Mit Herzklopfen stapfte ich über Kopfsteinpflaster an wild romantischen Gärten und halbzerfallenen Rusticos Deinem Zuhause entgegen. Trotz jungen Jahren rann meiner Braut und mir der Schweiss von der Stirne und wir mussten Ruhepausen einschalten.

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Doch es war herrlich! Tief unten sattblau der Lago Maggiore, frischspriessendes Grün der Traubenstöcke an steilen Abhängen, da und dort – gleich dunklen Schatten – schlank sich dem zarten Himmelsblau entgegenreckende Zypressen. Und bevor wir ins immer dichter werdende Untergehölz vorpirschten, fielen ein letztesmal für längere Zeit wärmende Sonnenstrahlen auf uns. Beschwingt überquerten wir jene braune und noch frühlingshaft feuchte Erde; aus deren Schoss die ersten feingliedrigen Grashälmchen sich erwartungsvoll dem Licht entgegenreckten. Doch schon bald verlor sich der Weg – es wurde felsig, wild! Zuletzt standen wir an einem kleinen Bach, dessen klare Wässerlein dem tief unten liegenden Lago Maggiore zustrebten. Wir aber stapften höher, immer erregter, voller Erwartung: Bestimmt musste sie bald auftauchen, die gesuchte, alte Mühle! Und trotzdem kam sie dann ganz unerwartet in unser Blickfeld, genau in dem Augenblick, da wir glaubten, an ihr vorbeigeraten zu sein. Unvorbereitet, beinah verwirrt fanden wir uns in jenem halbdunklen Raum plötzlich Dir gegenüber. Hier standest Du, der Du vor irdischen Machthabern nicht bereit gewesen warst, in die Knie zu gehen. Nach abenteuerlicher Flucht warst Du viel eher gewillt, in harter Entbehrung fern der heimatlichen Erde, mit den Deinen ein karges Dasein zu fristen. Durch Dein gelebtes Beispiel lernte ich später auch das erahnen, was Dich schon damals mit Gewissheit erfüllte, dass nämlich über allem das Ordnende, und wenn es sein darf, das Bewahrende, schwebt. Du standest und stehst im Erahnen des unvergänglichen Lichtes! “ 1938 nahm Henninger an der Ausstellung Maler im Tessin im Kunsthaus Luzern teil: „Der Naturgegenstand ist entweder ein plastisches Gebilde, das sich mir in unendlich vielen Flächen darbietet, oder eine farbige Erscheinung innerhalb eines vollkommen geschlossenen Bildteppichs, der gar keine freiwillige Trennung der Gegenstände kennt.“ Im Jahr 1939 erkrankte er schwer an einer Angina pectoris. Die Künstlerfamilie von Werner J. und Maja Müller, Eltern des Clowns Dimitri, kümmerte sich um den Kranken und seine Frau und Kinder. Auch nach seiner Genesung


Manfred Henninger, undatiert, Fotograf unbekannt

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lebten die Henningers in bitterer Armut, unterstützt von Hilfswerken und wenigen Freunden. Henninger konnte kaum Bilder verkaufen und wenn, zum Preis von 250 Franken pro Bild. Zu seinen wenigen Freunden gehörten die Maler Fritz Pauli und Ernst Morgenthaler im Pedemonte sowie Karl Gerber und Jan Schutter in Ronco. 1947 verliess er die Mulino sott’al Brumo und zog mit seiner Familie nach Verscio ins Pedemonte, wo die Freundschaft mit Karl Kerényl entstand. Kerényl, ein klassischer Philologe, war Mitbegründer der Eranos-Tagungen im Haus der Olga Fröbe in Moscia bei Ascona. Im Jahr 1949 folgte die Berufung als Professor der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, er lehrte dort bis 1961, in der Zeit von 1955 bis 1957 war er Rektor der Akademie. Neben seiner pädagogischen Tätigkeit malte er, nun sehr erfolgreich, weiter und stellte in zahlreichen Einzel- und Kollektivausstellungen aus. 1976 veröffentlichte er seine Erinnerungen an meine Lehrtätigkeit an der Stuttgarter Akademie. Manfred Henningers Wirken ist mehrfach ausgezeichnet worden: • Ehrenmitglied der Stuttgarter Kunstakademie, 1962, • Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg, 1975, • Bürgermedaille der Stadt Stuttgart, 1979, • Grosses Bundesverdienstkreuz, 1979, • Hans-Thoma-Preis, 1985. Peter P. Riesterer: „Um die Welt Manfred Henningers zu verstehen, muss man Farben sehen lernen. Ich erinnere mich noch gut an jenen Frühlingstag – es war anfangs der vierziger Jahre in Ascona, genauer gesagt in der alten Mühle zwischen Ascona und Ronco, über Moscia – als ich den Bildern Henningers gegenüberstand: Frühling in Losone mit blühenden Pfirsichbäumen. Badende. Ein Bergbach. Kastanienhaine und der Zauber einer farbensprühenden Landschaft unter südlicher Sonne. Henningers Welt. Am Rande einer Odyssee. Geistig von den Gesängen Homers umwoben. Durchbruch des Lichtes.“ Prof. Paul Laporte über Henninger in Stuttgarter Künstlerbriefe: „Und doch ist Henningers Farbe weder rein subjektiv wie bei den Expressionisten – d.h. funktionell zum Gefühl – noch rein subjektiv wie bei Cézanne – d.h. funktionelle Form. In Henningers besten Bildern ist die Farbe nicht im expressionistischen Sinne Erguss oder Entladung, auch gerade, wenn es sich darum handelt, einem Gefühl Form zu geben. Der Erlebnis- und Geschehnischarakter der Farbe kommt dadurch zum Ausdruck, dass sich in ihm subjektive und objektive Elemente durchdringen ... Hier dürfte, vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte der modernen Malerei, auf dem Farbgebiet erreicht sein, was den Charakter aller

Manfred Henninger, Verbano, 1938

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neuen grossen Kunst ausmacht: durch entschiedenste Abstraktion zur stärksten Konkretheit gelangt zu sein. Die Geister Grünewalds sind hier wachgerufen; oder man möchte sagen, dass der monochrome Raum des siebzehnten Jahrhunderts aus der Farbe wiedergeboren sei ...“ Im September 2000 übergab Henningers Sohn Arnold den schriftlichen Nachlass seines Vaters ans Germanische Nationalmuseum in Nürnberg.

Ausstellungen: • Circolo Verbano, Hotel Beau-Rivage, Interlaken, 1946 • Maler im Tessin, Kunsthaus Luzern, 1938 • Circolo Verbano, Interlaken, 1946 • Kunst im Exil, Basel, Genf und Zürich, 1946 • Centro culturale Beato Berno, Ascona, Retrospektive des Circolo Verbano, 1978 • weitere siehe www.wikipedia.org

Quellen: • Arnold Henninger, Sohn, Rottenburg am Neckar, persönlich • Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, Archiv Manfred Henninger, persönlich • Laporte Paul, Prof., Eine Würdigung zum 60. Geburtstag Manfred Henningers in „Stuttgarter Künstlerbriefe“, 1954 • Riesterer Peter P., Arrivederci Ascona, Flamberg Verlag, Zürich, 1964 • Riesterer, Peter P., Kunst vom Lago Maggiore, Manfred Henninger zum 85. Geburtstag, 1979 • Schürch Hans, Manfred Henninger, ein Brief zum 70. Geburtstag des Malers, 1964

Ob Du nun ein Stillleben, eine Landschaft oder Badende hinzauberst, immer strahlen diese Schöpfungen nebst einer glühenden Lebensbejahung, den Glauben an die Unvergänglichkeit. Hans Schürch

Manfred Henninger, 1940, Fotograf unbekannt

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Manfred Henninger, undatiert, Hans Sch端rch


Willy Hug

Willy Hug, 1910-1996, Lehrer, Maler und Musiker, kam in Interlaken als Sohn eines Kapitäns auf dem Brienzer- und Thunersee zur Welt. Vom Vater erbte er das musische Talent, er begann früh mit der naturgetreuen Malerei und lernte Violine zu spielen. Im Alter von 13 Jahren spielte er bereits die 2. Geige beim Orchesterverein Interlaken. Im Seminar Hofwil in Bern bildete er sich ab 1927 zum Lehrer aus, und wurde unter anderem von Emil Prochaska im Zeichnen und Hans Klee, dem Vater von Paul Klee, im Singen unterrichtet. Anschliessend unternahm er mit seinem Bruder eine Malreise ins Tessin und nach Italien. 1932 wurde er an die Primarschule von Büren gewählt, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1975 die Viert- und Fünftklässler unterrichtete. 1937 heiratete er Heidi Wyss, 1913-1996, Tochter eines Bieler Uhrmachers, auch sie war Lehrerin. Das Paar hatte drei Kinder: Katharina, 1940, Beat, 1943, und Martin, 1944. Martin fand im Alter von erst neun Jahren einen tragischen Tod, er wurde bei Filmaufnahmen von einer fallenden Buche erschlagen. „Im Jahre 1946 beteiligte ich mich an einer Gemälde-Ausstellung in Interlaken, zusammen mit meinen Freunden Jan Schutter, Rös Peter, Karl Gerber und Manfred Henninger unter dem Signet Verbano Gruppe; wir waren alle Maler, die eine Gewisse Zeit im Tessin gearbeitet hatten.“ So schrieb Willy Hug in Aus meinem Leben in der Jubiläumsnummer der Horenblätter, Vereinigung für Heimatpflege Büren a/A. im Jahr 1992. Im Tat-Artikel vom 9. Juli 1968 notierte Peter P. Riesterer: „Auch Hug hatte seine Vorbilder: In älteren Werken erkennt man noch Verwandtes mit den Malern des Verbano-Kreises. Von diesem löste er sich los, unbekümmert von Dogmen, ‘was man machen sollte’ und ‘was man nicht machen darf ’. Hug will sich selber sein, will Menschen erfreuen und beglücken, und das scheint mir ein Hinweis auf sein Schaffen wert. Und dann noch etwas: Hug stellte in Zürich zu-

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sammen mit zwei jüngeren Malern aus. Ich traf ihn in der Galerie, als er spontan sagte: ‘Wenn ein Interessent zwischen mir und einem anderen Maler dieser Ausstellung schwankt, dann reden Sie ein gutes Wort für den anderen, der muss schliesslich von seiner Kunst leben. Ich gönne es jedem, wenn er verkauft ...’“ Trotz der „Loslösung“ Hugs vom Circolo Verbano blieben die freudschaftlichen Bande zu den „Tessiner Freunden“ Zeit Lebens bestehen, insbesondere zu Karl Gerber, der Pate von Martin Hug war. Willy Hug malte Landschaften in Öl, fertigte Kohlezeichnungen, beschäftigte sich als Karikaturist und Gestalter von Abzeichen. Als Musiker machte er als langjähriger Chorleiter und Dirigent des Bürenorchesters auf sich aufmerksam. Er war es, der 1950 das Festspiel zur 300-Jahr-Feier der Stadtschützen Büren mit 250 Mitwirkenden konzipierte, komponierte und leitete. Das bekannteste Stück daraus ist das Büreliedli geblieben. Dabei handelt es sich gemäss der Aargauer Zeitung „nicht um ein blosses Arrangement, sondern vielmehr um eine neue, aktuelle musikalische Kreation, die mit viel subtilem Einfühlungsvermögen und Poesie den Zuhörer beim Flanieren durch das malerische Aarestädtchen Büren begleitet und die Seele des Ortes gewissermassen zum Tragen bringt: Da träumt das altehrwürdige Schloss der Landvögte still vor sich hin, da prangt das prachtvolle Rathaus, da plätschern die beiden schmucken Stadtbrunnen, da verbindet die imposante Holzbrücke, das Wahrzeichen des Stedtli, die beiden Ufer – und immer fliesst die Aare, einem Zeitenstrom vergleichbar, Vergangenheit und Gegenwart verbindend.“ Hug war Verfasser diverser Schriften wie 100 Jahre Käserei-Genossenschaft Büren an der Aare, 1856-1956 aus dem Jahr 1956 oder 100 Jahre Spar- und Leihkasse des Amtsbezirk Büren 18581958, aus dem Jahr 1958. Der Ausstellungsprospekt Aus der Tradition der Künstlergruppe Verbano, Kunstgilde, Restaurant Innere Enge, Bern, aus dem Jahr 1981 würdigte den Menschen Willy Hug wie folgt: „Er ist – wenn Sie und hoffentlich auch er diesen Ausdruck gestatten – ein eigentlicher Renaissance-Mensch, nicht nur in fast allen Lebensbereichen interessiert, sondern eben darin auch aktiv. In der Malerei hat er seit Jahren eine Eigenart entwickelt und gefestigt und bietet heute ein unverwechselbares Œuvre unserer Betrachtung an. Eine Landschaft, ein Blumenstilleben, ein Porträt sind Kunstwerke, welche einer ganzen Menge von Modeströmungen und einer Vielzahl von Experimenten standhalten werden.“ Heidi und Willy Hug fanden ihre letzte Ruhe im Gemeinschaftsgrab auf dem Bürener Friedhof.


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Willy Hug im Vallemaggia, 1925

Ein Renaissance-Mensch.

Rรถs Peter

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Ausstellungen: • Circolo Verbano, Hotel Beau-Rivage, Interlaken, 1946 • Galerie Herzog, Büren an der Aare, März bis April 1972 • Seeland-Ausstellung, Oberland-Hus, Interlaken, 1961 • Galerie in der Kleeweid, Zürich, Willy Hug, Serge Simmen, Hannes Schutter, 1968 • Kunstgilde, Restaurant Innere Enge, Bern, Karl Gerber, Willy Hug, Erwin Schönmann, 1968 • Kunstgilde, Festsaal des Kaufmännischen Vereins, Bern, Karl Gerber, Alfred Anklin, Erwin Schönmann, Willy Hug, Hans Gartmeier, 1968 • Kunstgilde, Festsaal des Kaufmännischen Vereins, Bern, Alfred Anklin, Max Birkenmeier, Urs Flury, Karl Gerber, Willy Hug, Franco Mazzoni, Erwin Schönmann, Hannes Schutter, Hans Stähli, 1970 • Kunstgilde, Festsaal des Kaufmännischen Vereins, Bern, Jakie Cavallo, Karl Gerber, Willy Hug, Franco Mazzoni, Erwin Schönmann, Hannes Schutter, Hans Stähli, 1971 • Kunstgilde, Jubiläumsausstellung 20 Jahre Kunstgilde, Festsaal des Kaufmännischen Vereins, Bern, Alfred Anklin, Jakie Cavallo, Karl Gerber, Willy Hug, Franco Mazzoni, Hannes und Jan Schutter, Armin Schwarzenbach, Hans Stähli, 1972 • Kunstgilde, Festsaal des Kaufmännischen Vereins, Bern, Alfred Anklin, Jackie Cavallo, Hedwig Hayoz-Häfeli, Willy Hug, Ibrahim Khalil, Franco Mazzoni, Hannes Schutter, Hans Stähli, 1974 • Kunstausstellung im Schlösschen Vorder-Bleichenberg, Biberist, Frantisek Pribyl, Grety Zimmermann, Willy Hug, Margerita Perruconi, Jean-Pierre Hänni, 1974 • Kunstgilde, Festsaal des Kaufmännischen Vereins, Bern, Alfred Anklin, Hedwig Hayoz-Häfeli, Willy Hug, Ibrahim Khalil, Franco Mazzoni, Hannes Schutter, Hans Stähli, 1976 • Galerie Edition Herzog, Büren an der Aare, 1976 • Kunstgilde, Festsaal des Kaufmännischen Vereins, Bern, Hedwig Hayoz-Häfeli, Willy Hug, Franco Mazzoni, Ernst Schenker, Hannes Schutter, Hans Stähli, 1977 • Kunstgilde, Festsaal des Kaufmännischen Vereins, Bern, Peter Bergmann, Willy Hug, Franco Mazzoni, Hannes Schutter, Theo Schwarzenbach, 1979 • Gemälde-Ausstellung, Gasthof Krone, Bätterkinden, 1980 • Kunstgilde, Aus der Tradition der Künstlergruppe Verbano, Restaurant Innere Enge, Bern, Willy Hug, Hannes Schutter, 1981 • Kunstgilde, Restaurant Innere Enge, Bern, Alice Herold, Max Huber, Willy Hug, Hans Lehni, Hannes Schutter, Jan Schutter, Gianni Vasari, Christoph Wohlgemuth, 1982 • Städtligalerie beim Zeitglockenturm, Wangen an der Aare, Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen, 1985 • Galerie Alte Seilerei, Mühledorf SO, Pia Gramm, Willy Hug, Hannes Schutter, Fritz Steffen, 1986 • Galerie Alte Seilerei, Mühledorf SO, 1990 • Museum Spittel, Büren an der Aare, Retrospektive, 2010

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Quellen • Beat Hug, Sohn, Spiez, persönlich • Aargauer Zeitung, Das „Büreliedli“ im neuen Kleid, 14. April 2009 • Bieler Tagblatt, Seeland, Musiker, Lehrer, Reisender, Maler, Sonderausstellung Willy Hug im Spittel, Büren, 2. September 2010 • Hug Willy, Aus meinem Leben, Jubiläumsnummer der Horenblätter, Vereinigung für Heimatpflege Büren a/A., 1992 • Riesterer Peter P., Tat, Kulturkreis, 9. Juli 1968


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In Frankfurt, 1946


Erwin Schönmann

Ansprüche waren bescheiden. Die Einheimischen waren sehr freundlich und hilfsbereit. Am eindrücklichsten waren die Abende im Sommer und Herbst. Wir stiegen oft nach Feierabend auf eine Alp, trugen Wein, Brot und Würste im Rucksack. Minestra oder Polenta wurden zubereitet. Ein Bauer spielte auf der Handharmonika und wir sangen. Im Herbst lasen wir Kastanien auf und erlebten manche fröhliche Castagnata. Natürlich schauten wir auch den jungen Tessinerinnen tief in die Augen! Das waren Mäd1906-1999, geboren in Oerlikon, gestorben in Rüschlikon. Sohn chen, die noch lachen konnten! Und wie sie sangen! Ansprüche, eines Tierpräparators. Die Familie Schönmann zog 1908 nach wie sie heute von jungen Menschen gestellt werden, kannte man Thalwil am Zürichsee um, wo Erwin die Grundschulen besuchte noch nicht. Nach Ascona sind wir natürlich auch gegangen. In und früh mit dem Dichten und Malen begann. Nach der Kunst- den Strassen verkehrten selten Autos, die Piazza war noch nicht gewerbeschule in Zürich, 1924-1926, setzte er seine Malstudien gepflastert, es grasten Kühe und Ziegen dort und die Fischer hatin Florenz und Rom fort, und lebte und arbeitete dann für zwei ten zwischen den Platanen Netze aufgehängt. Wer etwas gelten Jahre, 1927-1928, in Cavigliano im Pedemonte. In den folgenden wollte, setzte sich an der Via Borgo vor ein Café an eines der Jahren sollte er mit seiner Staffelei im Gepäck immer wieder ins Tischchen auf dem Trottoir. Das taten auch viele, um zu sehen, Tessin reisen. 1929 richtete er sein Wohnatelier am Etzliberg in wer in Ascona ankommt, oder um Bekannte zu treffen, denn der Thalwil ein und heiratete Katharina Trautmann, eine Sprachge- ganze Fussgängerverkehr spielte sich in der Via Borgo ab, wo sich stalterin am Goetheanum in Dornach. Mit ihr lernte er auch die auch die Post befand. Doch mehr kann man ja in Köbi Flachs Anthroposophie kennen und achten. 1930 lernte Erwin Schön- Buch Ascona lesen. Viele Künstler kamen nach Ascona, weil Asmann Karl Gerber kennen, mit cona kein Kurort wie etwa St. Moritz oder Weggis dem sich eine enge Freund- „Ein besonderes Merkmal und eine Wesens- war. Ascona war ein Dorf mit preisgünstigen Unterart von Erwin Schönmann ist und war es, schaft entwickelte. Schönmann dass er seine Umwelt, Steine, Pflanzen, Tiere künften. Vieles war billiger als anderswo. Auch noch war Pate von Gerbers ältesten und Menschen, aber auch die Witterung, den 1935, als Ascona als Ferienort bekannter wurde, bei Sohn Karl-Christoph. 1932 kam Wind, die Wolken ja selbst die Politik sehr Frau Louise Bärtschi in der Pension San Giovanni, der einzige Sohn des Ehepaares, aufmerksam beobachtet und bei der künst- konnten die „Besseren“ ab sieben Franken pro Tag lerischen Umsetzung versuchte, auf seine urHermann, zur Welt. Die Vor- eigenste Art in Farbe und Form das Ewige, Pension haben inklusive Rohkost, Traubenkur und kriegs- und Kriegsjahre waren das Unvergängliche herauszuarbeiten.“ Sonnenbad. Elisabeth, die Gattin des bekannten Mafür den Künstler schwierige Nicolas Zbinden, Nachruf, Thalwil, 1999. lers und Freunds von Paul Klee, hatte eine HandweZeiten, er übernahm Lehrtätigberei, sie und Frau Klee, die in Ascona Ferien machte, keiten, arbeitete kunsthandwerklich, malte, kurz, tat alles, um sich betrieben Astrologie und stellten Horoskope aus. – Nach dem und seine Familie finanziell über Wasser halten zu können. 1958 Zweiten Weltkrieg hat Peter Riesterer viel für die Künstler am heiratete er zum zweiten Mal mit Marie Aeschlimann. Sie bildete Lago Maggiore getan. Er und Trudi Neuburg haben in Zürich sich an der Labanschule von Katja Wulff in Basel aus und grün- und Ascona alle bedeutenden Maler von und um Ascona ausgedete 1950 die Gymnastikberufsschule Zürich. Erwin Schönmann stellt, Lebende und Verstorbene, wie Schürch, Kohler, Werfekin, arbeitete bis ins hohe Alter und hinterliess ein bedeutendes Werk Jawlensky, Frick, Pauli, McCouch, Seewald, Henninger, Schutter, an Gedichten, Gemälden, Stichen, Mosaiken und, und, und. Gerber, Müller, Bachmann, Lenne, Soldenhoff, Osswald-Toppi, Im Ferien-Journal vom April 1982 liess Peter P. Riesterer seinen Epper, Nicholson. Auch ich war vertreten. Jahre später im KulFreund Schönmann unter dem Titel Wir lebten hinter Ascona am turfoyer der Migros Zürich, die unvergessliche Ausstellung Kunst Rande der Zeit! selbst zu Wort kommen: „Ich habe nicht nur ge- am Lago Maggiore, eine Schau mit Werken aus 50 Jahren. Das alles zeichnet, gemalt, in Holz geschnitten. Ich machte einfach alles, half sicher mit, dass man über Ascona sprach. Aber es stand um leben zu können. Das Leben war vor 55 Jahren im Pedemonte nicht die Absicht dahinter, touristische Propaganda zu machen. keine teure Angelegenheit. Man musste wohl arbeiten, aber die Es war ehrlich der Kunst und uns Künstlern zu liebe. So soll es 56


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Erwin Schรถnmann, undatiert, Daniel Gerber


ja auch sein. – Künstlern, denen Kunst ein echtes Anliegen ist, brauchen Ruhe und nicht Rummel. Im Malcantone habe ich in den letzten Jahren eine solche Kleine Schnecke Wirkungsstätte gefunden. Mit dem Ferien-Journal und den alten Kleine Schnecke krieche nur, bist Bewohner der Natur, Stichen und Fotos erlebe ich das trägst mit dir dein eigen Haus, „alte Ascona“ von Nummer zu wanderst in die Welt hinaus. Nummer. Es war damals eine wunderschöne Zeit. Die LandHast nicht Augen, bist nicht blind, schaft um Ascona herum ist Fühler dir zu eigen sind. Spürest was dir gut bekommt, auch heute noch erlebenswert! welchen Weg zu gehn sich lohnt. Die alten Zeiten können wir nicht mehr zurückholen. Jetzt ist Alles machst du ohne Hast, Ascona ein Fremdenzentrum spielend trägst des Hauses Last. Spielend will ich’s wie du wagen, und das, was viele Touristen sumeine Last durchs Leben tragen. chen. Für uns Künstler gibt es noch genug unberührte LandErwin Schönmann, 1993 schaft im Tessin ...“ Der Nachlass von Erwin Schönmann wird von seinem Sohn Hermann Schönmann, Thunstetten, verwaltet.

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Künstlern, denen Kunst ein echtes Anliegen ist, brauchen Ruhe und nicht Rummel.

Ausstellungen: • Circolo Verbano, Hotel Beau-Rivage, Interlaken, 1946 • Galerie in der Kleeweid, Zürich, Willy Hug, Serge Simmen, Hannes Schutter, 1968 • Kunstgilde, Restaurant Innere Enge, Bern, Karl Gerber, Willy Hug, Erwin Schönmann, 1968 • Kunstgilde, Festsaal des Kaufmännischen Vereins, Bern, Karl Gerber, Alfred Anklin, Erwin Schönmann, Willy Hug, Hans Gartmeier, 1968 • Kunstgilde, Festsaal des Kaufmännischen Vereins, Bern, Alfred Anklin, Max Birkenmeier, Urs Flury, Karl Gerber, Willy Hug, Franco Mazzoni, Erwin Schönmann, Hannes Schutter, Hans Stähli, 1970 • Kunstgilde, Festsaal des Kaufmännischen Vereins, Bern, Jakie Cavallo, Karl Gerber, Willy Hug, Franco Mazzoni, Erwin Schönmann, Hannes Schutter, Hans Stähli, 1971 • Centro culturale Beato Berno, Ascona, Retrospektive des Circolo Verbano, 1978 • Jubiläumsausstellung zum 90. Geburtstag, Thalwil • Kunstfrühling am See, Villa Seerose, Horgen, 2010

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Quellen: • Hermann Schönmann, Sohn, Thunstetten, persönlich • Riesterer Peter P., Arrivederci Ascona, Flamberg Verlag, Zürich, 1964


Erwin Schรถnmann portraitiert Barbara Riesterer, rechts Verena Riesterer, 1964

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Jan Schutter

Er ist immer seinen eigenen Weg gegangen.

1890-1956, geboren in Dalfsen, Holland, gestorben in Bönigen am Brienzersee. Johan Wilhelm, genannt „Jan“ Schutter, in deutscher Phonetik als S-chötter ausgesprochen, kam in der kleinen Ortschaft Dalfsen in Holland als zweites von drei Kindern seiner Eltern zur Welt, sein Vater war Arzt. Nach seinem Abschluss als Kunstmöbelschreiner bildete er sich in Haarlem zum Innenarchitekten aus und besuchte Kurse in Holzschnitt, Modellieren, Ornament- und Aktzeichnen. Schutter wurde in Holland rasch zum anerkannten Künstler. Durch Zufall fand er anfangs der 1920erJahre die Kunstbildhauer-Werkstätte in Bönigen, Futurum AG, und übernahm sie zusammen mit einem Mitarbeiter. Bis um 1930 produzierte er Möbel, Schalen, Schirmgriffe, Spazierstöcke und anderes mehr, dann wandte er sich ganz der Malerei zu. Schutter heiratete die aus dem Tessin stammende Luiga Anna Boller, 18951975, „Anneli“ genannt. Aus ihrer Ehe ging Hannes Schutter, 1929-2001, hervor. Hannes war als Geigenbauer tätig und er malte, wie sein Vater. Die Schutters lebten in der alten Mühle an der Gsteigstrasse in einem offenen Künstlerhaus, deren Seele Anneli hiess. Sie sei eine emanzipierte, moderne Frau gewesen, gütig, herzlich und lustig, obwohl die häufigen Trennungen von ihrem Mann nicht einfach waren. Fast täglich zirkulierten Briefe zwischen Bönigen und Ronco. Es war Anneli, respektierte Dorflehrerin, die für finanziell stabile Familienverhältnisse sorgte. Bereits während der Jahre in Bönigen setzte sich Schutter intensiv mit der Anthroposophie auseinander, es fanden diverse Vorträge in der Mühle statt. Nach der Inbetriebnahme des lärmigen Reduitflughafens in Interlaken im Kriegsjahr 1940, zog es ihn immer mehr ins Tessin, nach Ronco, wo er bereits 1938 eine Wohnung gemietet hatte. Peter P. Riesterer lernte Schutter dort 1939 kennen, er schrieb über ihn: „Still, zurückgezogen, sich ernsthaft bemü-

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hend, die Sprache der Einheimischen zu verstehen, lebte er in seiner „Malerburg“ zwischen den Rebbergen von Ronco sopra Ascona. – Jan Schutters Nachlass in der alten Mühle in Bönigen bei Interlaken wartet darauf, gebührend ausgestellt zu werden. Seinem Wesen entsprechend hielt er nicht viel von Ausstellungen, wenn er sich auch in Bern, Interlaken, Thun und Zürich auf das Drängen seiner Freunde hin an solchen beteiligte. Er blieb zurückhaltend, skeptisch, in seinem Urteil sicher, jeder Publizität abhold. Er war einer der so selten gewordenen Zeitgenossen, die darauf achteten, dass weniger vom Künstler als von seinen Werken gesprochen wurde.“ In der Tat fand zu Schutters Lebzeiten keine grössere monografische Ausstellung statt. Seine Malerburg, noch heute Casa Schutter genannt, befand sich im alten Nucleo von Ronco an der Via Nosetto. Die Galerie in der Alten Pinte in Bönigen hat seit 1985 in sechs Ausstellungen über 450 Werke von Jan Schutter gezeigt, die letzte zu seinem 50. Todestag im Sommer 2006 unter dem Titel Er ist immer seinen eigenen Weg gegangen. In der Jungfrau Zeitung vom 1. Juli 2006 schrieb Birgit Scheidegger darüber: „Immer wieder trieb es ihn mit dem Pastellkasten und der Staffelei ins Freie, wo er sich in der Natur ausleben konnte. Halten konnten ihn auch seine Frau und seine Kinder nicht. Es zog ihn in den Süden, ins Tessin nach Ronco, was nach Bönigen zu seiner zweiten Heimat wurde. ‘Dort hat er sehr viel produziert und eine enorme künstlerische Vielfalt entwickelt’, erklärte Barbara Schutter. ‘Es hat uns berührt zu sehen, wie viele Wege auf diesen Bildern zu sehen sind.’ Erst kurz vor seinem Tod kehrte Jan Schutter ganz nach Bönigen zurück. [...] ‘Wir haben uns gefragt, was die enorme Ausstrahlung der Bilder von Jan Schutter ausmacht. Es sind die alltäglichen Sachen. Er hat es geschafft, sie so darzustellen, dass sie zu etwas Besonderem werden – das ist Kunst.’ Auf jedem Bild, auf dem Stoffe abgebildet sind, sind diese nicht glatt, sondern gerafft oder faltig dargestellt. ‘Genau diese Falten machen das Leben aus; Schattierungen, die sonst nicht da wären’, so Barbara Schutter, die damit zu einem Rückblick über das Leben ihres Schwiegervaters einleitete. Denn auch das Leben von Jan Schutter war voller Ecken und Kanten, und bereits seine Mutter hätte ihn als ‘schwierigen’ Menschen bezeichnet. ‘Er wollte Falten und Leben’, erklärte Barbara Schutter.“ Schutter hat seine letzte Ruhe auf dem Friedhof von Gsteig gefunden, in Bönigen gab es seinerzeit noch keinen, sein Grab existiert nicht mehr. Der Nachlass von Jan Schutter wird von seiner Schwiegertochter Barbara Schutter verwaltet.


Jan Schutter, undatiert, Peter P. Riesterer


Jan und Hannes Schutter, undatiert, Peter P. Riesterer

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Jan Schutter, Ronco sopra Ascona, Ausschnitt

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Barbara Schutter mit dem テ僕gemテ、lde von Jan Schutter, Backstube der Bisquitfabrik Gerber, Zweisimmen

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Jan Schutter, undatiert, Peter P. Riesterer


Jan Schutter, Fön über dem Verbano, Ausschnitt

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Jan Schutter, Selbstportrait, Ausschnitt Ausstellungen: • Circolo Verbano, Hotel Beau-Rivage, Interlaken, 1946 • Kunstgilde, Jubiläumsausstellung 20 Jahre Kunstgilde, Festsaal des Kaufmännischen Vereins, Bern, Alfred Anklin, Jakie Cavallo, Karl Gerber, Willy Hug, Franco Mazzoni, Hannes und Jan Schutter, Armin Schwarzenbach, Hans Stähli, 1972 • Centro culturale Beato Berno, Ascona, Retrospektive des Circolo Verbano, 1978 • Kunstgilde, Restaurant Innere Enge, Bern, Alice Herold, Max Huber, Willy Hug, Hans Lehni, Hannes Schutter, Jan Schutter, Gianni Vasari, Christoph Wohlgemuth, 1982 • Alte Pinte, Bönigen, diverse, www.boenigen.ch/alte-pinte.html Quellen: • Barbara Schutter, Schwiegertochter von Jan Schutter, Bönigen, persönlich • Riesterer Peter P., Arrivederci Ascona, Flamberg Verlag, Zürich, 1964 • Scheidegger Birgit, Er ist immer seinen eigenen Weg gegangen, Jungfrau Zeitung vom 1. Juli 2006 • Schutter Barbara, Die Kunstmaler Schutter von Bönigen, Jahrbuch vom Thuner- und Brienzersee, 1987 • Schutter Barbara, Katalog zur Verkaufsausstellung im Dorfmuseum Alte Pinte, Bönigen, 2006 • Zahn Roland, www.rolandzahn.ch

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Jan Schutter, Isole di Brissago, Ausschnitt


Rös Schutter-Peter

„Künstlerin ist man, wenn man es trotzdem tut.“

Rös, eigentlich Rosa, Peter kam 1920 als drittes von fünf Kindern auf dem elterlichen Hof nördlich von Steffisburg zur Welt. Sie sei immer eine Besondere gewesen, ganz anders als ihre Geschwister, und so scherzte sie denn auch, sie sei eigentlich ein Zigeunermädchen, das als Kleinkind von den Eltern auf dem Hof der Peters deponiert worden sei. Schon als Kind sei sie von den Schönheiten der Natur fasziniert gewesen, von dem majestätischen Niesen und dem markanten Stockhorn, aber auch vom Spiel des Lichtes und des Schattens in den Wäldern und auf den Feldern. Anders als ihre beiden älteren Schwestern durfte sie nach der Grund- auch die Sekundarschule besuchen und absolvierte anschiessend, per Fahrrad, das Lehrerseminar in Thun. Ihre erste Stelle war ein Vikariat an der Steffisburger Grundschule. Als Zwanzigjährige reiste sie damals, wiederum per Velo, nach Dornach, zum Goetheanum, wo sie die Mysteriendramen Rudolf Steiners erlebte und die aus Russland stammende anthroposophische Grafikerin, Glaskünstlerin und Eurythmistin Assja Turgenieff kennenlernte. Ein Besuch bei Jan Schutter in Bönigen kurz danach zog sie in den Bann der Malerei. Dies war der Beginn einer intensiven künstlerischen Beziehung mit dem Maler, den sie Zeit ihres Lebens hoch verehrte. Nach dem Stellenwechsel an die Grundschule von Niederried am Brienzersee hatte sie oft Gelegenheit nach Bönigen zu fahren, ihre Ferien verbrachte sie regelmässig in Schutters „Malerburg“ in Ronco sopra Ascona. Nachdem sie Schutters Neffen Frank, 1915-2008, kennengelernt hatte und diesem auf dessen Motorrad die schöne Schweiz zeigte, verliebten sich die beiden ineinander. Die Verlobung feierten sie 1946, geheiratet wurde 1947. Rös ging davon aus, mit ihrem Mann in dessen Heimat nach Holland auszuwandern, doch nachdem er, der gelernte Masseur, am Bieler Spital eine Stelle fand, wurde die Uhrenmetropole neuer Lebensmittelpunkt der jungen Familie. Dort kamen 1950 Tochter Susanne, 1952 Sohn Andreas und 1955 Tochter Kathrin zur Welt. Der Zwillingsbruder von Kathrin starb bei der Geburt, Kathrin selbst wurde aufgrund einer Cerebrallähmung zum Pflegefall. Dies war

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für Rös Schutter eine einschneidende Zäsur. Sie schränkte ihre Malerei bis fast zur vollständigen Aufgabe ein, um sich der Pflege ihres Kindes widmen zu können. Die folgenden 25 Jahre wurden für Rös Schutter eine harte Zeit. Doch die Kraft und der Drang blieben in ihr, sie malte während der Ferien in Ronco immer sehr intensiv. „Künstlerin ist man, wenn man es trotzdem tut.“ Von 1962 bis 1980 war Rös an der Heilpädagogischen Tagesschule Biel als Mallehrerin für Kinder mit einer Behinderung tätig. Mit sechzig Jahren liess sie sich 1980 pensionieren und hat sich dann zusammen mit ihrem Mann auf zahlreiche Malreisen aufgemacht, um ihre Passion voll auszuleben. Im Alter von 80 Jahren wurde bei ihr eine Demenz diagnostiziert, sie erlitt auch einen Schlaganfall. Im Mai 2001 verstarb Rös Schutter-Peter, sieben Jahre vor ihrem Gatten Frank. Ihre letzte Ruhe fanden die beiden ihrem Wunsch entsprechend bei der Kapelle des Sozialtherapeutischen Instituts La Motta in Brissago. Unter dem Titel Moderne Landschaftsmaler in der Schweiz schrieb der Maler Walter Steffen 1986 in Das Goetheanum über eine Ausstellung in Basel: „Jan Schutter, Rös Schutter und Karl Gerber gehören zu einem grösseren Kreis von Malern und Anthroposophen, die oft miteinander gearbeitet haben. Der Impulsierende, Jan Schutter, stellte dazu seine Ateliers in Bönigen und Ronco zur Verfügung. [...] Begeistert von den durch aktives Schauen hervorgerufenen Erscheinungen in der Welt des Sichtbaren möchten sie [die Landschaftsmaler] diese verwandelten, gesteigerten Farben auf die Malfläche bringen. In solchem Sinne malen sie schon, was sie sehen, aber nur, wenn sie es sehen. Jan Schutter hat dafür einmal in einem Brief an seine Malschülerin Rös Schutter das Wort kunstsichtig geprägt. Kunstsichtigkeit als etwas, was zwischen der Normal- und der Hellsichtigkeit drinnen steht. [...] In einer ausserordentlichen Reinheit der Farben treten uns die so konzertant klingenden Bilder von Rös Schutter entgegen. Rös Schutter erzielt Farbwirkungen, klar und kräftig, aber auch wieder hintergründig, unerklärlich, wie sie so wohl nur zu einer Zeit der Reife in einem Malerleben möglich wird.“


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Rรถs Schutter-Peter und Jan Schutter in den Monti

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Rรถs Peter, Ronco, undatiert

Dr. Leonhard Jost, Rรถs Peter, Hannes Schutter, Ascona, 1940er-Jahre Frank Schutter und Rรถs Peter, Verlobungsreise, Holland, 1946

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Hannes und Jan Schutter, Bรถnigen, 1950er-Jahre


Rös Schutter, undatiert

Ausstellungen: • Circolo Verbano, Hotel Beau-Rivage, Interlaken, 1946 • Wiggenhof, Rorschach, mit Bruno Hofstetter und Walter Steffen, 1982 • Galerie Alte Krone, Biel, 1986 • Kunstsammlung Steffisburg, www.kunstsammlungsteffisburg.ch

Quellen: • Andreas Schutter, Sohn, Liebefeld, persönlich • Steffen Walter, Moderne Landschaftsmaler in der Schweiz, Das Goetheanum, Wochenschrift für Anthroposophie, 65. Jahrgang, Nr. 16, 13. April 1986

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Peter P. Riesterer

1919-2005, geboren in Basel, gestorben in Zürich. Peter P. Riesterer war der Sohn einer Tessinerin aus dem Mendrisiotto und eines Baslers. Einen Teil seiner Kindheit verbrachte er im Tessin, die Jugend erlebte er in Basel. Seine Zürcher Frau Verena und die Familie in Zürich-Leimbach wurden zu seinen Lebensmittelpunkten, kulturelle Schätze der Welt, die grossen und die kleinen, zu seiner Lebensaufgabe. Die Begegnung mit dem Gründer der Migros, Gottlieb Duttweiler, sollte Riesterers berufliche Laufbahn prägen, seine „seelische Gebundenheit“ ihn immer wieder in die Südschweiz ziehen. Riesterer schrieb über 30 kulturhistorische Bücher über ferne Länder, wirkte 35 Jahre lang als Kulturredaktor bei der Die Tat, einer seinerzeit renommierten Zürcher Tageszeitung, und schrieb für verschiedene andere Blätter. – Dies der Versuch einer Kürzestform von Peter P. Riesterers Lebenslauf. Er hatte von 1940 bis zu seinem Tod ein pied à terre in Ronco sopra Ascona. 65 Jahre lang war er selbst Bestandteil der Südschweizer Kultur, verfasste verschiedene Publikationen in eigener Regie oder als Herausgeber für Verlagshäuser. Er schrieb nicht nur Bücher, er illustrierte und gestaltete sie auch eigenhändig. Peter P. Riesterer war ein Multitalent. Er hatte „das Auge“, wenn es darum ging, Objekte klar und aussagekräftig in Szene zu setzen oder Stimmungen bildlich widerzugeben, Emotionen zu vermitteln. Seine Talente kamen ihm hauptsächlich beim Schreiben seiner Kulturbücher zugute. Das war zu der Zeit, als der Fernseher wohl schon erfun„Eines Tages drückte mir Jan Schutter Pinsel und Farben in den, für viele Jahre aber ausschliessdie Hand. Ich bin kein grosser lich in den Wohnstuben wohlMaler geworden; die Kamera habender Zeitgenossen anzutreffen stand mir damals noch viel war. – Bildbände waren seinerzeit näher. So kam ich zum Fotograsehr beliebt. Seine Motivation, diese fieren.“ Peter P. Riesterer,1964. Bücher zu machen lag in seiner Funktion als PR- und Werbechef von Hotelplan – und in seiner Passion für die Südschweiz. Sein erster Weg in die Ferne jedoch führte Peter Riesterer, kriegsbedingt, ins Berner Oberland. 1942 wurde er als junger Mann ins Armeehauptquartier nach Interlaken

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aufgeboten. Dort nahm er auch Wohnsitz. Später, für kurze Zeit, auch in Bönigen, wo das Atelierhaus von Jan Schutter stand. Neben seinem Soldatendasein schrieb er für die Zeitung Oberland. Um dem Überangebot an nutzloser Freizeit, dem Abwarten-Müssen und Herumsitzen, einen Sinn zu geben, sollte Riesterer 1943 auf dem Bödeli, so wird die Schwemmebene zwischen Bönigen, Interlaken, Matten, Unterseen und Wilderswil genannt, einen kulturellen Zirkel für Armeeangehörige aufbauen. Aus diesem Zirkel wurde 1944 die Volkshochschule Bödeli, eine Sektion der Schweizerischen Volkshochschule Bern. Riesterer amtierte als deren Gründungspräsident. [...] Sein Engagement brachte Riesterer die Ehrenmitgliedschaft bei den Schweizerischen Volkshochschulen ein. [...] Auch General Henri Guisan höchstpersönlich liess sich verlauten: ‘AHQ, 31. 3. 1945. Der Oberbefehlshaber der Armee bittet mich, Ihnen seinen Dank für ihre erfolgreiche Tätigkeit als Gründer und Leiter der Volkshochschule im Berner Oberland, sowie anderer kultureller Institutionen zu übermitteln, der 1. Adjunkt Hauptmann Sandoz.’“ In Thun schliesslich, lernte Riesterer wenige Monate nach Kriegsende, seine Frau Verena Heer kennen. Sie war dort als Buchhändlerin tätig. Auch wenn keine entsprechenden Nachweise vorliegen, kann davon ausgegangen werden, dass dem Kulturmenschen Riesterer während seines fast vierjährigen Aufenthalts im Berner Oberland die dort tätigen Maler, seine späteren Freunde, nicht unbekannt blieben. Nach Kriegsende hat Riesterer an der Entwicklung der Tessiner Kultur und insbesondere an derjenigen Asconas aktiv mitgearbeitet und sie in Form verschiedener Artikel und illustrierter Bücher festgehalten. Im Ferien-Journal, Asconas Dorfzeitung, waren über drei Jahrzehnte lang Riesterer-Berichte zu lesen und auch in der deutschsprachigen Tessiner Zeitung und „Nach dem Zweiten im Eco di Locarno publizierte er immer wieder. Weltkrieg hat Peter Das Centro culturale Beato Berno in Ascona ist Riesterer viel für die auf eine Initiative des Kulturmenschen Ries- Künstler am Lago Magterer zurückzuführen. Der Betrieb wurde mit giore getan.“ Erwin Schönmann,1982. der Zahlung von jährlich 5’000 Franken während fünf Jahren durch das Kulturprozent der Migros möglich. Als erste Kunstausstellung im Centro culturale Beato Berno in Ascona organisierte Riesterer eine Retrospektive zur VerbanoGruppe. Das Künstlerleben der Verbano-Gruppe faszinierte Riesterer, seit er 1939 in Ronco Jan Schutter kennengelernt hatte. Wann immer sich die Gelegenheit bot, verbrachte er Zeit mit den Malern, er unterstütze sie, indem er sie hin und wieder zu einem Glas Wein oder einem Mahl einlud, ihnen Bilder oder Ke-


Peter P. Riesterer, um 1995, Daniel Gerber


ramik abkaufte oder dann und wann, wenn es nötig war, mit einem Geldschein „unter die Arme griff“. Verena Riesterer erinnert sich daran, dass es „schon schwierig gewesen sei, den Roncheser Künstlern jeden Monat Geld zu überweisen, neben allen anderen Verpflichtungen, schliesslich besuchten die beiden Töchter die Rudolf Steiner-Schule“. In Leimbach, im Elternhaus von Verena Riesterer, kümmerte sich das Ehepaar um den Skulpturengarten und die Galerien in der Kleeweid und zum Hüsli. Riesterer engagierte sich publizistisch auch im Sihltal und in Zürich, er wirkte von 1977 bis 1983 als Präsident des Zürcher Schriftsteller-Vereins, ZSV. Peter P. Riesterer verstarb im Jahr 2005. Er fand seine letzte Ruhestätte im Waldfriedhof von Leimbach.

„Du bist im Grund ein echter Sohn des Tessins, die schlichten Gemüter unter den Tessinern begreifen das.“ Jo Mihaly

Quellen: • Verena Riesterer, Witwe, Zürich-Leimbach, persönlich • Starck Niklaus, Peter P. Riesterer, kein typischer Tessiner, eine illustrierte Biografie, porzio.ch, 2010

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Peter P. Riesterer, Rembrandt, Ausschnitt, undatiert

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Peter P. Riesterer, Verbano, 2001

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Peter P. Riesterer, undatiert

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Fondazione Epper

Das Künstlerehepaar Epper hat sich zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg in Ascona niedergelassen, nicht nur wegen des günstigen Klimas, sondern auch wegen des Charmes von Ascona und der besonderen Ausstrahlung und Geschichte des Monte Verità. Ein Jahr nach dem Tod von Mischa, sie überlebte ihren Mann um neun Jahre, wurde im Sommer 1979 die Fondazione Ignaz e Mischa Epper mit Domizil in Ascona gegründet. Ziel der Stiftung ist es, die Ölgemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Holzschnitte und Skulpturen von Ignaz und Mischa Epper zu erhalten, zu zeigen und zu publizieren. Die Stiftung betreibt das 1980 eröffnete Museo Epper im ehemaligen Wohn- und Atelierhaus der Eppers an der Via Albarelle. Das Museum Epper versteht sich als lebendiges Haus mit Bezug zur Kunst vergangener Jahre, aber auch als Raum für neue Ideen und Initiativen. Es finden regelmässig Ausstellungen, Konzerte, Vorträge und Seminare statt. Das Museo Epper figuriert im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung.

Ignaz Epper, 1882-1969, geboren in St. Gallen, gestorben in Ascona. Sohn eines Stickereizeichners und einer Bildhauerin. Sein Bürgerort war Heldswil, TG. Ausbildung zum Stickereizeichner in St. Gallen. Als Modezeichner hielt er sich anschliessend in Zürich und immer wieder in Berlin auf. Dort beschloss er, sich als Künstler selbständig zu machen. 1913 erhielt er ein eidgenössisches Kunststipendium, Epper fertigte erste Holzschnitte an. Eine Lehre als Lithograf musste er des Ersten Weltkriegs wegen abbrechen, er wurde zum Grenzdienst aufgeboten. 1919 Heirat mit der Holländerin Mischa und erstmaliger gemeinsamer Besuch in Ascona. Zürcher Zeit mit längeren Aufenthalten in Frankreich und Nordafrika bis 1932. 1933, Umzug nach Ascona, zuerst in die Casa Pasini, dann im eigenen Haus, dem heutigen Museo Epper, von wo aus er verschiedene Auslandreisen unternahm. In Ascona Freundschaft mit Jakob Flach, C. G. Jung, Werner J. Müller, Fritz Pauli, Johann Robert Schürch und anderen. Er engagierte sich zusammen mit seiner Frau im Asconeser Ma-

rionettentheater von Jakob Flach. Epper nahm sich 1969 im Garten seines Hauses das Leben. Iganz Epper gilt als einer der Hauptvertreter des schweizerischen Expressionismus. Dieser Ruf gründet in erster Linie auf seinem grafischen Werk, insbesondere auf den in den 10er und 20er Jahren entstandenen Holzschnitten. Diese frühen Werke, neben dem Holzschnitt dominiert die Zeichnung in schwarzer oder farbiger Kreide, sind durchwegs von einer pessimistischen Weltschau geprägt. Ob es sich um biblische oder Grossstadtthemen handelt, um Pferdemotive oder Industrielandschaften in Öl: Alle drücken sie Gewalt und Leiden aus. Im Zentrum der Beschäftigung Eppers steht aber die menschliche Figur, der er ein Leben lang mit grosser Anteilnahme begegnete.

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Mischa Epper, 1901-1978, geboren in Blomendaal, Holland, gestorben in Basel. Mischa Quarles van Ufford war der Spross einer aristokratischen Familie und wuchs in gutbürgerlichen Verhältnissen auf, bis zum frühen Tod ihrer Mutter. Eine Grossmutter kam ins Haus und übernahm den Haushalt mit einer von sturem protestanitschem Puritanismus geprägten unerbittlichen Strenge. Mischa und ihre Schwestern Maggy und Louise hatten nichts zu lachen, Natürlichkeit und Lebensfreude gingen verloren. In der Pubertät entwickelte Mischa eine Art von Hassneurose auf die Grossmutter und den Vater, der deren Tun billigte. Die sieben Jahre ältere Maggy erkannte die seelische Störung ihrer Schwester und reiste im Frühling des Kriegsjahres 1918 mit ihr nach Zürich, um beim bekannten Psychiater C.G. Jung Rat zu holen. Mischa blieb für ein Therapiejahr in Zürich. In der Galerie Coray kam sie in Kontakt mit den Avantgarde-Künstlern. 1918 lernte sie Fritz Pauli kennen, dann Ignaz Epper, den sie 1919 heiratete. 1922 besuchte sie in Dresden einen Tanzkurs bei Mary Wigman. 1930 Bekanntschaft mit dem Bildhauer Franz Fischer, dessen Schülerin sie wurde. 1932 definitive Übersiedlung nach Ascona. Bekanntschaft mit dem Bildhauer Remo Rossi, dem Schauspieler Hannes Schmidhauser und vielen anderen. Ab 1937 bis 1960 Mitarbeit


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am Asconeser Marionettentheater als Entwerferin und Gestalterin von Puppen. Daraus entstanden die Porträtköpfe, unter anderem der von Carl Gustav Jung. 1938 bezogen Ignaz und Mischa ihr Haus mit zwei Ateliers an der Via Albarelle in Ascona, wo sich heute das Museo Epper befindet. Mischa Epper war die Stifterin der Fondazione Ignaz e Mischa Epper. Wie ihr Mann fand Mischa Epper ihre letzte Ruhestätte im Garten des Museo Epper.

Mischa Epper, die sich künstlerisch weniger exponierte, vertrat, im Gegensatz zu ihrem Mann, keine expressionistischen Richtlinien. Ihre Zeichnungen und Skulpturen, die Tradition eines Maillol oder Despiau folgend, werden von der Welt des Klassizismus geprägt. Die vielen Porträts und die kleinen Bildnisse aus Gips und Ton bezeugen ein aufmerksames Studium der Wesenszüge und der Seelenhaltung der dargestellten Menschen.

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Bei porzio.ch erschienen:

Museo Epper Via Albarelle 14 CH-6612 Ascona www.museo-epper.ch

• Charlotte Bara Ascona, Leben und Tanz, San Materno, Faksimile

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Bara-Biografie von Peter P. Riesterer, Niklaus Starck, Herausgeber, 2010 Peter P. Riesterer – Kein typischer Tessiner, eine illustrierte Biografie, Niklaus Starck, 2010 Die Gottesanbeterin von Ascona, Heinrich von Grauenstein, 2011 Liebesbriefe an den Tessin, geschrieben von Jo Mihaly, beabeitet und mit einem Geleitwort versehen von Anja Ott, mit Begleittexten des Herausgebers Niklaus Starck, 2011 Jo Mihaly und die Würde des Menschen, eine illustrierte Biografie, Niklaus Starck, 2011, vergriffen Aerodromo Ascona, kuriose Geschichte, illustre Gäste, Niklaus Starck, Herausgeber und Mitautor, 2012, vergriffen Unter der Tessiner Sonne – ein Führer zu besonderen Grabstätten, Niklaus Starck, 2013 Unzertrennlich in Brissago, Betty Wehrli-Knobel und Verena Knobel, illustrierte Biografieen zweier kreativer Frauen, Niklaus Starck, 2014 Terra Nostrana – Alte Bilder, Geschichten und Rezepte aus dem Tessin, Niklaus Starck, 2014 Das Marionettentheater von Ascona, 1937-1960, eine Hommage an Jakob Flach und seine Künstlerfreundinnen und -freunde, Niklaus Starck, 2014

Itten+Brechbühl SA Via Generale Guisan 6 Casella postale 613 CH-6902 Lugano www.ittenbrechbuehl.ch

Comune di Ronco sopra Ascona Via Livurcio 4 CH-6622 Ronco s/Ascona www.ronco-s-ascona.ch

Fondazione Pro Ronco Via Livurcio 4 CH-6622 Ronco s/Ascona

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Manfred Henninger an der Arbeit

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Circolo Verbano  

Die Maler von Ronco sopra Ascona Niklaus Starck © porzio.ch, 2015

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