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Niklaus Starck, porzio.ch, 2017

durch 100 Täler, über 100 Brücken, vorbei an 100 Kapellen

Centovalli


“Eine alte Brücke mit Eselsrücken, auf deren Scheitel ein Kapellchen ragt, mit dem steil am Berghang steigenden Wege, der an den jähesten Stellen mit steinernen Stufen belegt ist: solch ein Beispiel möge die Centovalli vertreten, in denen es hundert Brücken und nicht weniger Kapellen gibt. Die Anmut dieses mit klugem Mass gespannten Brückenbogens und die langsame, von Müh und stiller Fron zeugende Windung des Weges geben zugleich einen guten Eindruck vom Wesen des oberen Tessins, das aus einem seltenen Einklang von Anmut und Kraft besteht. Wie bedeutungsvoll wird hier die Kapelle, als Trost und Gegenwart in mühseliger Einsamkeit!” Piero Bianconi, Tessiner Kapellen, Urs Graf Verlag, Basel, 1944, Seiten 21, 28.


Centovalli

Inhalt

durch 100 Täler, über 100 Brücken, vorbei an 100 Kapellen Niklaus Starck porzio.ch, Ascona, 2017

Umschlag vorn: Blick aus dem Val del Bùsen über den Monte Comino nach Westen, talaufwärts, Richtung Italien, 2016. Umschlag hinten: Blick vom Mött Dürai nach Osten, talabwärts, Richtung Lago Maggiore. Die Quellenangaben zu zitierten Texten oder reproduzierten Abbildungen befinden sich auf den entsprechenden Seiten, Fotografien ohne Quellenangaben stammen vom Verfasser. Die gemäss italienischer Rechtschreibung korrekte Bezeichnung lautet le Centovalli, die hundert Täler. Die politische Gemeinde nennt sich Comune delle Centovalli. Im vorliegenden Band wird die in der Deutschschweiz umgangssprachlich verwendete Form das Centovalli im Sinn von das Tal verwendet. In Zitaten wird die vom jeweiligen Verfasser verwendete Originalform wiedergegeben. Dasselbe gilt auch für den Monte di Comino, wie er auf den Kartenwerken des Bundesamtes für Landestopografie, swisstopo, bezeichnet wird. In anderen Quellen heisst er Monte Comino, Monte Comini oder Monti di Comino. Centovalli wurde auf Daunendruck Natural 1.5 FSC® Offset, extra matt und rau, 300 bzw. 120 g/m², gedruckt. Daunendruck ist 100% holzfrei. Druckerei Dietrich AG, Basel, www.druckerei-dietrich.ch.

Centovalli, eine Wahlheimat................................................ 3 Nie mit Wagen, selten mit Pferden.................................... 4 Die Landfogti, Ordnung und Korruption........................ 7 Das Wunder mit den Kastanien......................................... 9 Das Centovalli im ersten Schweizer Lexikon................. 13 Zuvor ungeachtet geblieben............................................. 17 Einspurig gefahren, doppelspurig betrieben.................. 18 Centovalli im Abseits......................................................... 22 Schützenswerte Ortsbilder................................................ 27 Golino und Intragna, seit jeher verbunden.................... 27 Wie der Monte Gridone zu seinem Namen kam ......... 28 An privilegierter Lage: Rasa.............................................. 30 Die seltsame Glocke von Intragna ..................................30 Bordei, eines der schönsten Dörfer der Schweiz...........33 Ein Wildschweinbrunnen in Bordei................................ 34 Palagnedra, einst Mittelpunkt der Täler.......................... 36 Schmuggel, grenzüberschreitender Warenverkehr........ 36 Verdasio, wie ein Vogelnest an der Bergflanke.............. 38 Aber die Fische schreien nicht..........................................40 Eine ungarische Madonna in Verdasio............................43 Madonna di Re in den Tessiner Tälern........................... 47 Der Monte Comino, als Geschichte................................ 48 Das Oratorium auf dem Comino.................................... 48 Polen, in Losone interniert................................................53 Die Leute sind alle auf der Alp........................................ 54 La Funivia Monte Comino................................................57 Borgnone mit Fraktionen..................................................62 Vom Tod des Spazzacamino Tondü................................ 65 Centovalli, als Ganzes Teil eines Nationalparks............ 67


Kapelle am MĂśtt DĂźrai, die mittlere, 2016. 2


Centovalli, eine Wahlheimat

weilen. Viele Einheimische haben ihre Dörfer und ihre Täler verlassen, ihre Häuser dem Zerfall preisgegeben. Sie haben ein Leben in urbanem Komfort der kargen Existenz in den cento valli, den hundert Tälern, vorgezogen. Sie haben einen grossen Reichtum hinterlassen: ein weitgehend naturbelassenes Tal mit Mooren und Trockenweiden, historischen Verkehrswegen, Kulturgütern, Kirchen, Brücken, Kapellen und Wohnhäusern. Die Liste der Landschaften und Objekte, die unter eidgenössischem Schutz stehen, ist eindrücklich. Allein die Anzahl der geschützten Ortsbilder im Centovalli beträgt neun, Verdasio gehört dazu. Es ist ein stilles Tal geblieben, abseits der hektischen, lärmigen und flüchtigen Strömungen unserer Zeit. Es ist ein Tal der Individualisten geworden, es zieht Menschen an, denen der Kontext von Kultur, Natur, Stille und auch Würde etwas bedeutet. Diesen Kontext darzustellen war das Ziel des Autors.

Ich war acht Jahre alt, als ich mit meinen Eltern und Geschwistern zum ersten Mal Ferien in Verdasio verbrachte. Diese Ferien, dieser Ort und dieses Tal prägen seither mein Leben. Ich bin oft wiedergekehrt, ich habe hier Wurzeln geschlagen, mir ist wohl hier. Verdasio, der Monte Comino, das Centovalli und ihre Geschichten bedeuten mir viel. Ich bin Niklaus Starck dankbar, dass er sich dieser Geschichten angenommen hat. Er hat die wenigen verfügbaren Quellen aufgespürt, genutzt und sie mit seinen profunden Kenntnissen der Tessiner Geschichte und Kultur ergänzt. Centovalli heisst das Tal im Locarnese, das von Intragna bis zur Landesgrenze bei Camedo hinauf führt. Die Menschen lebten einst von der Land- und Viehwirtschaft und als es ihrer zu viele wurden, mussten sie auswandern, um ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Bis zur Eröffnung von Strasse und Bahn von Locarno nach Domodossola, anfangs des 20. Jahrhunderts, blieb das Centovalli unbekannt. Dann wurde es zur Transitachse. Die Reisenden bestaunen seither das grüne, wilde Tal durch die Fenster ihrer Automobile und der Eisenbahnwaggons. Wenige ver-

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre. Christoph Schoop, Verdasio 3


Nie mit Wagen, selten mit Pferden

Das Centovalli war einst ein stilles Tal, abgelegen am Rand des Tessins gegen Italien hin. Tief im Talesgrund fliesst die Melezza, ihre Quelle sprudelt bei Santa Maria Maggiore im italienischen Valle Vigezzo. Sie mündet zwischen Ponte Brolla und Losone in die Maggia, die kurz darauf den Lago Maggiore erreicht. Die Menschen haben sich auf den Hangterrassen südlich und nördlich des Flusses in kleinen Dörfern und Weilern angesiedelt auf Höhen zwischen rund 600 bis 900 Metern. “Die Centovalli sind in ihrer Tiefe wilde Schluchten, an deren Gesimsen die Dörfer wie Vogelnester sitzen.1” Typisch für die Tessiner Vergangenheit sind die zahlreichen Monti, Maiensässe, wo Land- und Milchwirtschaft betrieben wurden. Im Süden begrenzt die Kette des 2188 Meter hohen Gridone, im Norden diejenige des Pizzo Ruscada mit 2004 Metern das Tal. Im Westen

Unten ein Ausschnitt des Überdrucks aus der Topografischen Karte der Schweiz, 1:100’000, Süd-Tessin, Kriegsdepot des eidg. topographischen Bureau’s, Report sur pierre 1884. Darauf sind verschiedene Details zu erkennen: Während die Strasse von Cavigliano ins Valle Onsernone bereits existierte, fehlt diejenige durchs Centovalli, die Strasse von Locarno endet in Intragna. Drei Steinbogenbrücken führten über die Melezza, diejenige bei Borgnone, der Ponte Romano westlich von Intragna und die heutige Strassenbrücke östlich davon in Richtung Cavigliano. Die einzige Verbindung durchs Centovalli ist der Sentiero del Mercato, der Marktweg, der auch heute noch auf der nördlichen Talseite von der Landesgrenze bei Camedo über Lionza, Verdasio und Corcapolo nach bis nach Intragna verläuft. Der Säumerweg auf der schattigen Talseite führt von Palagnedra, Bordelli, heute Bordei, Terra Vecchia, Rasa und Remagliasco nach Intragna. Palagnedra, das einstige kirchliche Zentrum des Tals, ist auf Fusswegen von drei Seiten erreichbar. Der Verbindungsweg zwischen Centovalli und Valle Onsernone führt bei Segna, 1176, das für die Kirche Madonna della Segna steht, über den Bergkamm, südlich davon ist die Streusiedlung auf dem Monte di Comino zu erkennen.

Gotthard Schuh, Tessin, auf Anfrage wünschte der Verlag, nicht genannt zu werden, 1961, Seite 14.

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Kapelle am Sentiero mercato oberhalb von Borgnone, 2016. 5


Ernesto und Max BĂźchi, Panoramasicht auf die sonnige Talseite mit Kantonsstrasse und Centovallina, 1917, Staatsarchiv Tessin, Signatur 176.7.

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stösst das Centovalli ans italienische Val Vigezzo im Osten ans Pedemonte und Locarnese. Mit seinen charakteristischen bewaldeten, zerklüfteten Bergkuppen unterscheidet es sich von den anderen Tälern des Sopraceneri. Wildromantisch sei es dort im Tal der cento valli, der hundert Täler, schreiben die Touristengazetten unserer Tage. Wild ja, aber ob die Talbewohner vergangener Zeiten romantische Lebensgefühle hegten, darf zumindest bezweifelt werden. Erste Zeugnisse menschlicher Präsenz stammen aus dem 13. Jahrhundert. Damals soll es zwei Talgemeinden gegeben haben. Die erste, Centum valles, umfasste das heutige Borgnone, Palagnedra und Rasa im oberen Teil des Tals, die zweite Golino, Intragna und Verdasio im unteren Teil. Die Mutterkirche des Tals, dem heiligen Michael geweiht, stand in Palagnedra, sie wurde 1236 erstmals erwähnt. Heute ist sie im Inventar des schweizerischen Kulturgüterschutzes als Objekt von nationaler Bedeutung eingestuft2. Bis zur Verselbständigung der Pfarrgemeinden von Borgnone, Rasa und Verdasio blieb San Michele das kirchliche Zentrum3. Die Menschen lebten von der Land-, Weide-, Vieh- und Waldwirtschaft in kleinbäuerlichen Verhältnissen. Ab dem 16. Jahrhundert kamen Einkünfte aus der hauptsächlich saisonalen Auswanderung hinzu. Die Männer arbeiteten vor allem in Italien als Kaminbauer, Kaminfeger, Köche oder Lastenträger. Ebenfalls ab dem 16. Jahrhundert wurde der Schmuggel zwischen Italien und der Schweiz gewerbsmässig betrieben. Einer der Gründe für die Auswanderung war die drei Jahrhunderte dauernde Besetzung des Tessins durch die alte Eidgenossenschaft, deren Landfogti sich aufs Eintreiben von Steuern konzentrierten und wenig bis gar nicht ums Volkswohl bekümmert waren. Die Südschweiz verarmte zusehends. Ein Zeitbericht von Johann Friedrich Leucht aus Basel, Landvogt in Locarno von 1766-1767: “Der grösste Teil der Einwohner in der Vogtei Locarno, sonderheitlich in den Tälern, sind sehr arm. Es gibt Leute darunter, die so arm sind, dass sie Wein-

Die Landfogti, Ordnung und Korruption

“Immerhin brachten die Landvögte Gesetz und Ordnung ins Tal. – Trotzdem: Rechtsunsicherheit, Korruption, Bürokratismus und Folter waren an der Tagesordnung.1” Während der Herrschaft der alten Eidgenossen wurde „alles Volck zu Luggaris2 in drey Theil abgetheilt“, den Adel mit den Geschlechtern der Orellen, Muralten, Magoriana und Dunorum, die alteingesessenen Bürgergeschlechter und die Zugezogenen. Die zwölf eidgenössischen Orte jener Zeit entsandten im Turnus Landvögte. Jeder von ihnen versah sein Amt für jeweils für zwei Jahre. Der Landvogt richtete in „Civil-, Criminal- und Straff-Sachen“. „Dieweil aber der Landvogt mehrtheils allein Teutsch redet“, wurde ihm ein von den Eidgenossen besoldeter Dollmetsch zur Verfügung gestellt, der in der Regel auch die Funktion des Landschreibers und des Malefiz- und Criminal-Schreibers ausübte. Amtssprache war Latein. Der von den Eidgenossen eingesetzte Procurator Fisci oder Fiscal kümmerte sich um die Steuerund Zolleinnahmen. Ein weiterer Funktionär war der Weibel, der „allzeit wol bewaffnet auf den Landvogt wartet“. Es lag im Ermessen der Vögte, sich durch einen oder mehrere Statthalter „aus den Burgern“ vertreten zu lassen. In Locarno war es üblich, die Angehörigen der Commun, des Landrats, jeweils am Neujahrstag zu wählen, 21 Männer. Dieser Rat bestand aus zwölf Personen aus der Stadt Locarno, drei aus Ascona und sechs aus den Tälern. Intraga mit Golino und Verdasio stellten einen Rat, das restliche Centovalli einen zweiten. Aufgabe des Landrats war es, die Anordnungen des Landvogts in ihren Gemeinden durchzusetzen und gegen Verstösse vorzugehen3. Heute erinnern in verschiedenen Tessiner Dörfern die Pallazzi dei Landfogti an die Präsenz der eidgenössischen Vögte in der Südschweiz. Sebastian Leicht, Stummer Zeuge der ennetbirgischen Vogteien, Neue Zürcher Zeitung, NZZ, Ausgabe vom 22. März 2001. 2 Alte deutsche Bezeichnung für Locarno. 3 Josia Simlero, Hans Jacob Leu, Von dem Regiment der noblichen Eydgenossenschaft, Gebrüder David Gessner, 1785, Seiten 690 und folgende. 1

Bundesamt für Bevölkerungsschutz, BABS, Kulturgüterschutz, KGS-Inventar, A-Objekte, 5665, Chiesa San Michele, Palagnedra, nationale Bedeutung. 3 Historisches Lexikon der Schweiz, Centovalli, www.hls-dhs-dss.ch, 27. Juni 2016. 2

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treber dörren, sodann zu Pulver verreiben und anstatt des Mehls gebrauchen; bei andern haben die Amtsweibel gefunden, dass sie Rübenschalen gedörrt, hernach gekocht und gegessen haben. Auch den etwas bemittleten Bauern dienen die Kastanien oft für Brot. [...] Selbst in Flecken Locarno sind viele Einwohner sehr arm. Eine von Türkenkorn4 und Hirsmehl mit Wasser angerührte Pappe, über die ein wenig Butter gegossen wird, so wir Polenten nennen, ist ihre alltägliche Speise. Überhaupt lebt auch der mittelalterliche Bauersmann lange nicht so gut als ein gemeiner Spitaler5 bei uns. Wenn ein armer Mann auf einen Festtag etwas Fleisch kaufen kann, so geht er selbsten in die Metzg und trägt seinen erkauften Geissschlegel öffentlich wie im Triumph nach Hause. In einer sehr verrauchten obscuren Küche, die selten mehr als ein im Winter mit Papier vermachtes Fenster hat, aus einem Stall, auf welchem ein kleiner Heuboden liegt, und hie und da aus einem kleinen Keller besteht der Bauern ganze Wohnung. In dieser Küche wohnen, schaffen und essen sie Sommer und Winter. Dennoch sieht man diesen Leuten, wenn es an die Reputation geht, keinen Mangel an. Die Frauenzimmer erscheinen an Sonn- und Feiertagen mit Diamanten, Ohrengehängen, Halskreuzen, Ringen, sie tragen Röcke von kostbaren Stoffen mit Gold und Silber, von Samt und Brocat. Auch die Mannsbilder haben reiche mit Gold und Silber besetzte Kleidung.6” Die Spazzacamini, neun bis zwölfjährige Knaben, die im 19. Jahrhundert von ihren Eltern als Kindersklaven nach Italien verkauft wurden, um dort unter teilweise katastrophalen Arbeitsbedingungen Kamine zu fegen, gehören ebenfalls zur Auswanderungsgeschichte des Centovalli7. Mit einer Reorganisation der Talgemeinden entstanden im

Jahr 1838 drei neue Kommunen. Auf der schattigen Talseite, ovigo genannt, die Gemeinde Palagnedra mit Bordei und Rasa, auf der sonnigen Seite, solivo genannt, waren es Borgnone mit Camedo, Costa und Lionza, östlich davon die Gemeinde Intragna mit Golino und Verdasio. Die Volkszählung anlässlich dieser neuen Aufteilung ergab im Teil ovigo 341, im Teil solivo 393 Seelen. Rund zwanzig Jahre später soll sich die Einwohnerzahl in den drei Gemeinden auf 1549 mehr als verdoppelt haben8. Nach verschiedenen kleineren und grösseren Reorganisationen entstand im Jahr 2009 schliesslich die heutige Comune delle Centovalli, zu der nun alle Dörfer des Tals zwischen Golino und der Landesgrenze gehören. Nachdem die Auswanderung zur Wende des 19. zum 20. Jahrhunderts merklich zurückging, folgte die Abwanderung aus den Tessiner Tälern, auch aus dem Centovalli. Die Menschen verliessen die kargen Äcker, Felder und ihre Weinstöcke und suchten Wohnraum und Arbeit in den urbanen Agglomerationen. Die Zahl der permanent ansässigen Einwohner in Rasa9 nahm von 58 im Jahr 1940 auf 22 im Jahr 1950 und auf elf Personen im Jahr 1970 ab, in Verdasio leben seit Jahrzehnten nur etwa zwei Dutzend Menschen. An durchgehenden Talwegen gab es früher einzig den heute Sentiero del Mercato genannten Saumpfad, der auf der nördlichen Talseite von der italienischen Grenze bei Camedo über Costa und Verdasio nach Intragna führt, dort die Melezza überquert und anschliessend über Golino und Losone die ehemalige Marktstadt Locarno erreicht. Ein zweiter Weg führt auf der südlichen Talseite von der Melezza-Brücke bei Borgnone Richtung Palagnedra, Bordei und Rasa und weiter über die Brücke von Remagliasco, heute Ponte Romano genannt, nach Intragna. Der Ponte Romano wurde 1578 als Steinbogenbrücke erbaut, sie zählt zu den ältesten in der Region. Einer der ersten Centovalli-Reisenden war Karl Viktor von Bonstetten. In seinen Briefen über die italienischen Äm-

4 Synonym für Maiskorn, Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, 1854, www.woerterbuch.de, 8. Juli 2016. 5 Insasse eines Spitals, Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, 1854, www.woerterbuch.de, 8. Juli 2016, gemeint ist wohl “armer Kerl”. 6 Johann Friedrich Leucht, Beschreibung der ehnetbürgisch schweizeriischen Vogtey Luggarus (Locarno). Anno 1767 von Herrn Landvogt Leucht, WernerRiehm Verlag, 1895, in Johann Rudolf Rahn, Wanderungen im Tessin, Zur Erinnerung an den Grenzdienst der 5. Division im Tessin 1915-1916, Verlag Arnold Bopp & Cie., Zürich, 1917, Seiten 26-29. 7 Museo Regionale delle Centovalli e del Pedemonte, Intragna, permanente Ausstellung zum Thema Spazzacamini.

8 Elfie Rüsch, Distretto di Locarno IV, I monumenti d’arte e di storia del Centon Ticino IV, Schweizerische Gesellschaft für Kulturgeschichte, Bern, 2013, Seite 182. 9 Elfie Rüsch, Seite 224.

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Kinder zum Schweigen zu bringen, habe ich eine List ersinnen müssen, sie zu täuschen. Ich versprach ihnen, Kastanien zu Mittag zu kochen, während ich doch keine mehr im Hause habe, und so musste ich an ihrer Stelle lauter Kieselsteine in den Kessel tun.’ – ‘Es macht nichts, gute Frau, es hat nichts zu sagen’, erwiderte der blonde Bettler. ‘Ich sehe, dass Ihr ein gutes Herz habt und mir gerne zu essen gäbet, und ich danke und segne euch dafür.’ Um damit zog er weiter. Nicht lange nachher hob die Mutter den Deckel vom Kochkessel, und wie gross war ihr Erstaunen, als sie ihn voll grosser, weichgekochter Kastanien fand! Dann suchte sie etwas im Küchenschrank und entdeckte dort viele schöne, weisse Brotlaibe, ganz frisch gebacken und dazu noch ein Stück Fleisch. Jetzt hoben Mutter und die Kinder ihre Blicke gen Himmel und dankten dem lieben Gott für dieses holde Wunder. Die Sage erzählt, dass jener blonde Bettler mit dem schönen Blicke wie der eines Engels niemand anders als der liebe Gott gewesen sei, der von Zeit zu Zeit auf unsere Erde herabsteigt, um das Herz der Menschen auf die Probe zu stellen und den Guten und Bedürftigen Hilfe zu bringen.1

Das Wunder mit den Kastanien

“Es war einst eine arme, arme Frau. Ihr Mann lag schon seit vielen Tagen krank im Bett und konnte nichts verdienen, sodass die unglückliche Frau an jenem Mittag nichts, aber auch gar nichts hatte, um den Hunger ihrer vielen Kinder zu stillen, die weinend um Brot flehten. Um sie zu beruhigen, sagte sie zu ihnen: ‘Seid still, liebe Kinder. Ich will euch einen schönen Kessel voll Kastanien kochen.’ Weil aber die arme Frau keine Kastanien hatte, legte sie heimlich mit bekümmertem Herzen viele Steine in den Kochtopf. Bald darauf fing das Wasser an zu kochen und zu sprudeln, dass es eine Freude war, und die Kinder machten grosse Augen vor Neugier und Erwartung. ‘Sind sie gekocht, Mutter, die Kastanien?’ fragte der Kleinste. ‘Bald, bald. Habt nur Geduld, meine Buben.’ In diesem Augenblick klopfte jemand an die Haustür. Die Frau ging hin und öffnete, und es stand ein blonder Jüngling vor ihr, der mit einem Blick wie derjenige eines Engels zu ihr sprach: ‘Gebt mir etwas zu essen, gute Frau, ich sterbe beinahe vor Hunger; habt Erbarmen mit mir!’ – ‘O, ihr armer Mann! Von Herzen gerne würde ich Euch etwas geben. Aber ich habe selbst nichts, gar nichts. Stellt Euch vor, um meine hungrigen

Walter Keller, Tessiner Sagen, Schweizerisches Jugendschriftenwerk, SJW, Zürich, Heft Nr. 117, 1941, Seiten 12 und 13.

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tern10 aus dem Jahr 1795 hielt er fest: “Über Intragni drängen sich die Berge von Centovalli an und übereinander, sie scheinen bis oben furchtbar, aber öde, wild, und wie dem menschlichen Geist noch unentdeckt. [...] Diese phantastische Bergreihe von Centovalli ist einem Roman ähnlich, der voller Episoden wäre. In jeder Viertelstunde findet man im hereingehenden Winkel des Thals eine Kaskade, und auf dem herausgehenden eine Kapelle, an welcher eine gedeckte Kolonade gebaut ist, wo die enge Strasse durchgeht, die nie mit Wagen, und selten mit Pferden befahren wird. Hier wohnen alle Jahreszeiten beisammen; je nach der Lage jeder besondern Stelle des Berges. Es giebt unter diesem italienischen Himmel Stellen, die im Winter keine Sonne wärmet, und wo alles wie in Sibirien von Eis starrt, nicht fern von Rebgeländern und Genisten, die in der nördlichen Schweiz nur in warmen Gärten duften. Die Kultur ist äusserst schlecht; hie und da sieht man seltene Wohnungen so mit Abgründen umgeben, so unzugänglich, dass es oft eine Aufgabe für uns war, von oben herab auf dem Terrain die Möglichkeit eines Zugangs zu denken. [...] Centovalli ist der östliche Theil eines zehn Stunden langen Nebenthales, das die grossen Alpenmassen, die von Norden zu Süd ausgehen, quer von Osten nach Westen durchschneidet. Dieses Thal hat zwei Flüsse, die beide Melezza heissen; die schweizerische Melezza durchfliesst das nach Osten neigende Thal, das Centovalli heisst; die westliche Seite heisst Val Vigezza und ist piemontisch. [...] Der gewöhnliche Aufenthalt der Einwohner ist in der Küche auf Bänken, die den Herd umgeben. Alle Häuser sind von Stein ohne Gesimse als etwa um die Fenster, auch mit Stein bedeckt. Die Treppen sind von Stein. Diese Wohnungen sind oft über Abgründen gebaut, auch die steinernen Galerien ohne Geländer sind gefährlich und diese Einwohner hangen mit ihren Wohnungen oft wie Gamsen in der Luft. Jeder Winkel des unaufhörlichen Zickzacks, ist wie ein englischer Garten, halb wild, mit einer Kaskade und allen Baumarten, als Eichen, Birken, Lerchen, Reben, Nussbäumen, besonders

Karl Viktor von Bonstetten, 17451832, geboren in Bern, gestorben in Genf, Sohn des Karl Emmanuel. Jugend in Yverdon, erwarb sich seine Bildung als Autodidakt, Studienaufenthalte in Genf, Leiden, Cambridge, Paris und Italien. Ab 1775 Mitglied des Berner Grossen Rats. 1776 Heirat mit Marianne Salome von Wattenwyl. Als aufgeklärter Patrizier kämpfte er gegen die im Absolutismus verkrustete Aristokratie an. 1787-1793 Landvogt in Nyon, 17951797 Syndikator der Tessiner Landvögte, mit dem Auftrag, mit der in den dortigen Vogteien herrschende Korruption aufzuräumen. Nach dem Einmarsch der napoleonischen Truppen in Bern Emigration nach Dänemark von 17891801, dänische Staatsbürgerschaft. 1803 Wohnsitznahme in Genf, Tätigkeit als Schriftsteller. Abbildung: Carl Victor von Bonstetten, aus Briefe über die italienischen Ämter, 1. Teil, Briefe aus dem Jahr 1795, Friedrick Brummer, Kopenhagen, 1800, Neuauflage, Edizioni San Pietro, Ascona, Hans-Peter Manz, 1982.

Karl Viktor von Bonstetten, Briefe über die italienischen Ämter, 1. Teil: Briefe aus dem Jahr 1795, Edizioni San Pietro, Ascona, 1982, Seiten 79, 86, 90, 91.

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Rudolf Pestalozzi, Tessin, aus meinem Leica-Skizzenbuch, BrĂźcke im Centovalli, Fretz & Wasmuth Verlag, ZĂźrich, 1945, Seite 18. 11


Blick nach SĂźden vom Val del BĂšsen Ăźber das Tal der Melezza nach Rasa, Bordei und Palagnedra, in Hintergrund der Gridone, 2016

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ohne Grund ein Fluss, der an den äussersten Gränzen der Grafschaft Anghiera3 entspringe; vorgegeben wird; auch befindet sich kein Dorf dieses Namens in dem Thal, wie in dem Supplement des Dicitionaire de Moreri angezeiget wird.4” “Intragna. Ein Dorf, Kirch und Pfarr auf einem fruchtbaren Hügel zwischen denen aus denen Thälern Verzasca5 und Onsernone kommenden Flüssen in der Landvogten Luggarus.6” “Pallagnedra oder Pallagnedro. Ein Dorf und Kirch, welches nebst drei andern Dörfern, da auch ein jedes eine Kirch hat, eine Pfarr und Gmeind in dem Thal Centovalli in der Landvogtey Locarno oder Luggarus ausmachet, an einem wilden Ort, da die Sonn des Jahres nicht viel hinscheinet, viel Holz allerhand Gattung aber wachset.7” “Rasa. Ein Dorf, Kirch und Pfarr, die äusserste in dem Thal Centovalli, gegen dem Thal Onsernone8, in der Landvogtey Locarno oder Luggarus.9” Unter Locarno ist folgender Eintrag zu finden: „Im Cento-Valle, oder Hundertthal, Borgnone, Blangnedra, Rasa, Verdasio, Intragna, Gulino, Losone, Ascona, Ronco di Ascona.10”

Das Centovalli im ersten Schweizer Lexikon

Das Allgemeine Eydgenössisch-Helvetische oder Schweitzerische Lexicon, Hauptwerk von Johann Jacob Leu1 in 20 Bänden, ist in den Jahren 1747-1765 erschienen. Es gilt als erstes abgeschlossenes und umfassendes Schweizer Lexikon. Diesem Werk sind die folgenden Passagen zum Centovalli entnommen. Es scheint normal, dass solch ein umfangreiches Lexikon, als Erstling verfasst in der Mitte des 18. Jahrhunderts, Ungenauigkeiten enthalten muss. Sie sind möglicherweise auch Indizien dafür, dass das Centovalli damals tatsächlich ein weitgehend unbekanntes Tal war. “Centovalli. Ein ziemlich wildes Thal, welches den Namen von denen vielen kleinen Thälern, welche in selbigem sich befinden; bekommen, in der Landvogtey Luggarus2; es ligt von dem Flecken Luggarus gegen Abend zwischen dem in gleicher Vogtey gelegenen Thal Onsernone, und dem in dem Meyländischen Staat befindlichen Thal Vigazzo, hat vier Pfarr-Krichen zu Verdasio, Borgnone, Pallagnedra und Rasa, und nur zwey Console oder Dorf-Vögt: Selbiges hat schöne Alpen, Heuwachs, Kastanien und viel Holz, von anderen Früchten aber wenig, weilen man an einigen Orten in demselben die Sonn wenig spühren kann, es fliesset durch selbiges Thal, welcher sich mit dem aus dem Thal Onsernone herausfliessenden vereiniget, und unter dem folgendes an sich nehmenden Namen Millezze in den Fluss Maggia, ehe selbiger zwischen Luggarus und Ascona in den Langen See einfliesset, sich ergiesset, danahen in dem Basel. Univers. Lexic. unter solchem Artickel

Anghiera, heute Angera genannt, liegt am südwestlichen Ende des Lago Maggiore in der Provinz Varese, von wo aus der Fluss Ticino weiter Richtung Po fliesst, in den er südöstlich von Pavia mündet. 4 Hans Jacob Leu, Supplement zu dem Helvetisch-Eydgenössischen oder Schweizerischen Lexicon, Hans Ulrich Denzler, Zürich, 1788, V. Theil, C bis D, Seite 180, 181. 5 Hier unterlief Johann Jacob Leu offensichtlich ein Fehler, richtig wäre Centovalli und Onsernone. 6 Johann Jacob Leu, X. Theil von He bi K, Seite 566. 7 Johann Jacob Leu, Dritter Theil, H bis M, Seite 565. 8 Dieser Eintrag bedürfte der Korrektur, indem Camedo, Borgnone, das äusserste Dorf des Tals ist und Rasa auf der Talseite zum Gridone und nicht auf derjenigen zum Onsernone liegt. 9 Johann Jacob Leu, XV. Theil, R, Seite 70. 10 Johann Jacob Leu, XIV. Theil, R bis R, Seite 565. Die drei leztgenannten Gemeinden gehörten nicht zum Centovalli. 3

1 Johann Jacob Leu, 1689-1768, geboren und gestorben in Zürich, war Bibliothekar, Stadtschreiber, Landvogt zu Kyburg und 1759 Bürgermeister der Stadt Zürich. 2 Alte deutsche Bezeichnung für Locarno.

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salire, salire e scendere, con la gerla sul dorso. Paeselli, frazioni, s’affacciano talora dall’alto, e guardano giù. Non vedi che due, tre case. Ti sposti appena: non vedi più che la punta d’un campanile, fra i castagni.” – “Un po’ dopo Intragna, un sentiero scende sino al fiume incassato in profonde chiuse gole. Scende, e trova un antico ponte che, dallo stradone, s’intravede appena, a quando a quando. È un ponte di quelli che si dicono a schiena d’asino. Son molte frequenti, in queste valli. È un ponte stretto stretto: un mulo, un cavallo ci potrebbero passare: un carro, no. È tutto in pietra viva, questo si vede: ma vi prevale il grigio, o il nero? In mezzo, sul colmo dell’arco, una ceppelletta. A colori accesi, festosi, nettamente contrastanti col grigio e il nero della pietra.13”

Kastanien, geziert. Der Boden scheint Kies und schwarze leichte Erde zu seyn. Etwas Korn wird auf den schmalen Terrassen zwischen den wenigen Reben bei den Dörfern gepflanzt. Die Berge sind überall grün mit Kastanien beschattet, die auf der Nordseite an einige Tannenwälder gränzen, welche bis an den Schnee reichen. Wenige nackte Felsen, als auf den Bergspitzen. Schöne Aussicht bei der Kapelle di Volgia11. Der Monte Comini, der höchtste Berg ob Intragni, zeigt sich da prächtig.” Stefano Franscini, der nachmalige Tessiner Bundesrat, wusste 1827 nicht viel Gutes über seine Heimat zu berichten12: “Es giebt bei uns Gemeinden, deren Männer meist abwesend sind, und wo deswegen die Feld- und Hausarbeiten fast ganz auf den Weibern lasten, so dass das Geschick nicht wenig hart ist. Indem sie genöthigt sind, während ihrer Schwangerschaft sich es sehr sauer werden zu lassen, und bald nach der Geburt wieder an die Feldarbeiten zu gehen, so nehmen sie ab und altern, wenn sie zwey oder drey Knaben geboren und gesäugt haben. Unterdessen durchziehen ihre Ehemänner Italien, Frankreich, die Schweiz, Teutschland, um Chokolade zu verfertigen, Fenster auszubessern, wälsche Kastanien und Würste zu verkaufen, als Lastträger, Maurer, Steinhauer, Stuckarbeiter, Schornsteinfeger, Hirten, Käsemacher u.s.w. sich zu verdingen.” Die meisten Männer, so Franscini, hätten “ein, zwey, drey” Jahre im Ausland verbracht, bevor sie in die Heimat zurückkehrten. Viel mehr historische Informationen über das Centovalli und seine Dörfer finden sich nicht. Zu selten verirrten sich Reisende ins wilde Tal abseits aller Verkehrswege. Dieser Umstand sollte sich erst mit dem Ausbau des Tessiner Strassennetzes ab Beginn des 19. Jahrhunderts ändern. Das letzte Wort zum Centovalli von einst soll ein Einheimischer haben, Giuseppe Zoppi aus Broglio im Vallemaggia, Schriftsteller, der in einem sehr poetischen Italienisch schrieb: “Paese povero, questo. Un piano di valle non c’è quasi mai. Il contadino non fa quasi altro che scendere e

13 Giuseppe Zoppi, Presento il mio Ticino, Mondadori, Milano, 1939, Seiten 160 und 161.

11 Es dürfte die Kapelle von Olgia gemeint sein. Olgia ist das erste auf 812 m ü.M. gelegene italienische Dorf nach dem Grenzübertritt in Camedo. 12 Stefano Franscini, Statistica della Svizzera, Lugano, 1827, Band 1, Seite 185.

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Stefano Franscini, Lehrer, Politiker, Publizist, Statistiker, 1796-1857, geboren in Bodio in der Leventina, gestorben in Bern. Sohn einer Bauernfamilie, Grundschule an der kostenlosen Winterschule des Pfarrers von Personico. Priesterseminar in Pollegio, Besuch des erzbischöflichen Seminars in Mailand. 1819 Tätigkeit als Lehrer in Mailand. 1823 Heirat mit Teresa Massari, zwei Kinder. 1824 Rückkehr ins Tessin, Tätigkeit als Lehrer und Publizist. 1830 Wahl in den Gran Consilio, Kantonsparlament. Nach dem Tod der Ehefrau Heirat deren Schwester Luigia 1836. Wahl in die Kantonsregierung 1837 und in den Bundesrat 1848. Franscini organisierte die erste eidgenössische Volkszählung, gilt als Gründer der Eidgenössischen Technischen Hochschule, ETH, in Zürich, und des Bundesamtes für Statistik in Bern. Er hinterliess ein umfangreiches publizistisches Werk.

Guiseppe Zoppi, 1896-1952, geboren in Broglio im Vallemaggia, gestorben in Locarno-Monti, Sohn des Giuseppe und der Savina Dellamaria, verheiratet mit Bruna Mariotti. Grundausbildung im Collegio dei Salesiani di Don Bosco in Ascona, Gymnasium und Studium der Philosophie an der Universität in Fribourg. Zoppi nahm 1919 die Tätigkeit als Lehrer am Progymnasium in Lugano auf, ab 1924 war er am Lehrerseminar in Locarno tätig, und wurde dort 1928 Rektor. Ab 1931 hatte er den Lehrstuhl für italienische Literatur an der ETH in Zürich. Verfasser verschiedener Schriften, sein bekanntestes Werk war Das Buch von der Alp, eine Sammlung literarischer Prosatexte. Abbildung: Familie Zoppi, 1928, Giuseppe vorn, in Luigi del Priore, Giuseppe Zoppi (18961952), Tipografia Menghini, Poschiavo, 1964, Seite 13. 15

Centovalli  

durch 100 Täler, über 100 Brücken, vorbei an 100 Kapellen Niklaus Starck porzio.ch, 2017

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