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Technik-Tipp

Eine saubere Sache? Ökostrom ist nicht zwingend ökologisch

»Unser Strom kommt aus der Steckdose«, lautete früher die lapidare Antwort auf die Frage, woher denn der Strom stamme, den man verbrauche. Angesichts der unfassbaren Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima wollen jedoch immer mehr Verbraucher genau wissen, wie ihr Strom erzeugt wird und – sollte es sich dabei um Atomstrom handeln – den Versorger wechseln. Ökostrom heißt das Zauberwort der Stunde. Doch stammt dieser auch wirklich immer aus erneuerbaren Energien? »Ökostrom ist kein gesetzlich geschützter Begriff«, sagt Karin Goldbeck, Juristin der Verbraucherzentrale in Niedersachsen. Die Grauzone, die hierdurch entsteht, wird von einigen Anbietern zum ganz legalen Etikettenschwindel mit Ökostrom genutzt.

Dazu werden vorhandene Strommengen durch den Erwerb von so genannten RECS-Zertifikaten im Handumdrehen zu Grünstrom. Tatsächlich aber stammt der Strom nicht wie im »Herstellungsnachweis« angegeben aus skandinavischer Wasserkraft, sondern in Wahrheit aus deutschen Kohle- und Atomkraftwerken. Deshalb rät die Verbraucherzentrale Niedersachsen allen wechselwilligen Kunden, Angebote zu hinterfragen und sich die jeweilige Herkunft des Stromes durch den Anbieter belegen zu lassen. Prüfsiegel wie etwa das »OK-Power Label«, »Grüner Strom Gold«, »Grüner Strom Silber« sowie TÜVZertifikate klären über den gelieferten Strom auf. Allerdings unterscheiden sich die Vergabekriterien für die Siegel deutlich voneinander. Deshalb ist es ratsam, genau hin-

zuschauen. Gleiches gilt übrigens auch für die Verträge. Sowohl für bereits vorhandene wie auch für neu abzuschließende. Lässt sich beispielsweise der bestehende Vertrag erst Ende 2011 kündigen, hat ein Umstieg zum jetzigen Zeitpunkt wenig Sinn. Neue Verträge sollten vor allem im Hinblick auf das »Kleingedruckte« untersucht werden: Wie steht es mit der Mindestlaufzeit? Sind automatische oder verbrauchsabhängige Preissteigerungen vorgesehen? Gibt es Sonderkündigungsrechte für den Kunden oder nur für den Lieferanten? Weitere Informationen zum Thema Ökostrom und immer aktuelle Hinweise zu verschiedenen Anbietern finden Verbraucher unter www.verbraucherzentrale- niedersachsen.de im Internet. ❚

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KSG-Dialog 49 - Mai 2011  

Magazin für Bauen und Wohnen von der Kreissiedlungsgesellschaft Hannover

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