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SZ an der TridhaMonats-SchĂźlerZeitung der freien Waldorfschule UhlandshĂśhe #4/2011

Waldorf-School in Mumbai strickt man nicht mit Wolle


Inhalt

Editorial ............................................................................................................................ 3 Stricken in Indien ............................................................................................................ 4 Waldorf education is really special in Taiwan ........................................................ 7 Der Schulhof zum Thema .............................................................................................. 8 Der Herr der Diebe . ....................................................................................................... 1 0 R체ckblick zur Blockade in Dresden ............................................................................12 Move it! ........................................................................................................................... 14 Tr채umen ist zeitbegrenzt! ............................................................................................ 16 Sonne - Gedicht ............................................................................................................ 18 Infos ................................................................................................................................ 20

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Editorial

Wusstet ihr, dass es weltweit über 1000 Waldorfschulen gibt, in mehr als 60 Ländern, verteilt über alle Kontinente? Das ist ja schon etwas besonderes, dass es so viele Waldorfschulen gibt. Wie unterschiedlich oder auch nicht sind die denn eigentlich? Gibt es da eine Vernetzung, wieviel arbeiten die Schulen zusammen und wie? Hans-Peter Seeger ist der Geschäftsführer der Waldorfschule in Windhoek, Namibia und er war so nett uns ein paar Fragen zu beantworten: Der Grundsatz des Lehrplans – Kopf, Herz und Hand zu schulen – ist überall gleich. Die Methodik variiert und versucht sich den bestehenden Kulturen anzupassen. Namibia ist da ein gutes Beispiel, denn dort leben viele unterschiedliche Kulturen nebeneinander: Herero, Namadamara, Owambo, Deutsche, englischoder afrikaanssprechende Menschen. Die Unterschiede liegen nicht nur in Hautfarbe oder Sprache, das Verhalten, die Bräuche und auch die sozialen Verhältnisse könnten kaum unterschiedlicher sein. Zwischen den einzelnen Gruppierungen bestehen starke Trennungen. Die Waldorf School Windhoek versucht, Schnittstellen zu schaffen und die Menschen mehr miteinander in Kontakt zu bringen.

Und wie ist das global? So richtig zusammengehörig sind die Waldorfschulen nicht. Klar gibt es Kontakte, Vernetzungen und Austausch. Lehrer geben Gastepochen in anderen Ländern oder treffen sich zu internationalen Konferenzen. Die 6. Klasse an unserer Schule hat eine Patenschaft zur Schule in Namibia. Trotzdem bestehen die Schulen selbst eher autonom. Intitiativen wie der WOW-Day (Waldorf One World) versuchen das globale Empfinden noch zu verstärken: Schüler sammeln mit Hilfe verschiedener Aktionen Geld für Waldorfschulen in anderen Teilen der Welt. „Einen Tag arbeiten für Andere“, das ist etwas, das heutzutage viel zu selten geschieht in unserer globalisierten Welt. Die Entwicklungshilfe steckt Geld in arme Länder, aber die Hintergründe sind meist wirtschaftlich bedingt, wer gibt will auch etwas zurück bekommen. Es gibt eben einen Unterschied, zwischen einer „kalten“ und einer „warmen“ Globalisierung, deren Verhälnis leider sehr unausgeglichen ist. Es braucht mehr warme Impulse, Impulse der Menschlichkeit! Mit warmen Grüßen die SZ-Redaktion 3


stricken in indien

Wir alle wissen, wo die erste Waldorfschule gegründet wurde, das war vor über 90 Jahren – hier auf der Stuttgarter Uhlandshöhe, Haussmannstraße 44. Nach Angaben aus dem Jahr 2008 gibt es heute 193 Waldorfschulen in Deutschland, 643 in ganz Europa und 903 weltweit. Dazu kommen Tausende Waldorfkindergärten und Fördereinrichtungen. Erst verlief die Ausbreitung sehr langsam, bis zum Ende der 70er Jahre. Die größte Wachstumswelle fand jedoch in den Jahren 1980-1996 statt. In Deutschland werden heute, aufgrund von Lehrermangel, kaum noch neue Waldorfschulen gegründet - im Ausland dagegen wächst ihre Zahl so schnell wie noch nie. Die meisten Waldorfschulen gibt es im reichen Nordeuropa, aber auch in Schwellen- und Entwicklungsländern gibt es inzwischen Waldorfschulen, Ich möchte nun von einer indischen Waldorfschule berichten, der Tridha-Waldorf-School in Mumbai (Bombay). Hier hat meine Tante im Jahr 2007 drei Monate lang unterrichtet. Damals war diese Schule, die zweite ihrer Art in ganz Indien, gerade erst sieben Jahre alt. 4

Für uns zunächst überraschend: an der Tridha-Waldorf-School unterrichten hauptsächlich Frauen. Einer der Gründe dafür ist, dass sich diese Schule aus einem Kindergarten entwickelt hat. Ein weiterer Grund ist die schlechte Bezahlung, die nicht ausreicht, um eine Familie zu ernähren. Wer in Indien an einer Waldorfschule arbeiten möchte, muss es sich leisten können. Außerdem sollte er offen sein für die ungewöhnliche Geisteswelt von Rudolf Steiner. Dazu gehört die Gleichberechtigung der Frau, die für viele Männer schwer zu akzeptieren ist. Meine Tante hat erlebt, wie eine brillante Lehrerin ihre Arbeit aufgeben musste, da ihr Mann es so wollte.   Eine besondere Leistung der Tridha-Waldorf-School ist, dass sie den Lehrbetrieb ohne praktische Vorbilder aufbauen musste. Reisen nach Europa, um von den dortigen Waldorfschulen zu lernen, sind für indische Verhältnisse unbezahlbar. Der Vorstand des Anthroposophischen Vereins in der Schweiz hat  aber regelmäßig Lehrer der Tridha-Waldorf-School zu Tagungen im Goetheanum eingeladen. Zudem gibt er europäischen Lehrern finanzielle Unterstützung  um nach


Indien zu reisen und dort ihre Erfahrungen zu teilen Natürlich wird der Unterrichtsstoff an die eigene Kultur angepasst. Während wir uns in der zweiten Klasse mit christlichen Heiligen wie Sankt Franziskus beschäftigen, hören indische Waldorfschüler Geschichten über Buddha. Die Lehrer wählen das Material der handwerklichen Unterrichtsfächer anders als in Deutschland – an der Tridha-Waldorf-School strickt man nicht mit Wolle, da Mumbai in den Tropen liegt, sondern mit Baumwolle. Nicht nur das Klima ist eine Herausforderung, sondern auch die extremen sozialen Unterschiede innerhalb der Schülerschaft. Es sind vor allem die Kinder sehr hoher Kasten, deren Eltern die Mittel haben, ihre Kinder auf eine Privatschule zu schicken. Aber auch

die Kinder der Bediensteten solcher reichen Familien bekommen oft die Möglichkeit, mit auf eine Privatschule zu gehen. Damit der Unterschied der sozialen Herkunft nicht an den Kleidern sichtbar ist, tragen die Schüler in der Regel Schuluniform.   Was meine Tante auch erstaunt hat, waren die Disziplin und das Engagement, mit dem sich die Schüler am Unterricht beteiligten. Offensichtlich schätzen sie es, auf einer ganz besonderen Schule zu sein – während man sich bei uns schon fast verdächtig macht, wenn man etwas mehr Spaß am Unterricht hat als unbedingt nötig. von Tamalone, 11b

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waldorf education is really special in taiwan I-Jou Hung erzählt von ihrer Waldorfschule in Taiwan

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I joined the first Steiner School in Taiwan when I was 7 years old (by my aunt‘s recommendation, because I wasn‘t feel very happy in the traditional education), I went to Steiner School since I was grade one. And I have been in Steiner School for already 12 years. I am in class 11 now ( But basically I am in class 12), because we founded the first Steiner high school in Taiwan, and it was founded by several teachers, students and their parents. And at first, our school was in a farm. We painted our own classroom, transported our chairs and tables to different places. We only had one class 10  and 14 students in the beginning, until now we have two classes, grade 11 and grade 10, totally there are 23 students in our school right now.   When we were class 10, we had one year for eurythme class,   but we don‘t have many eurythme teacher in Taiwan right now. Recently our eurthyme teacher is too busy so that she can‘t teach us this year.  Right now we have 6 Steiner schools in Taiwan,   but there will be more Steiner schools in Taiwan in the future. And Waldorf  education is really special in Taiwan, because it is too different to the traditional Taiwan education. Normally they are curious

of our education, our study and some subjects that they don‘t have it in the traditional education, for example mountain climbing, Handwork, metalwork, woodwork, drama, singing and chorus. Most of our students love music and learn singing with our music teacher, so students will manage a hausmusik by themselves regularly, we will invite the people who would be curious of our school, we perform with our own voices in front of people. We had been invited by the church to have the concert at Christmas (we took one week main lessons to prepare our concert). I think it is one of our special things of our school. I-Jou Hung, Schülerin aus Taiwan

Anmerkung: Die oben gemeinte Schule (von der 10. bis zur 12. Klasse) ist noch keine anerkannte Schule in Taiwan. Es ist das sogenannte „Homeschooling“ in einer größeren Gruppe. In Taiwan ist die Waldorfschule momentan nur von der 1. bis zur 9. Klasse staatlich anerkannt. Jeong Yeob, 11b


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der schulhof in israel

8 von Raphael, 11b


…oder in den USA

von Lea, 11b 9


Schulisch Der Herr der Diebe – Klassenspiel der 8a

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Klassenspiele sind an der Waldorfschule eine alte Tradition. Schon von der 1. Klasse an gibt es immer wieder kleinere oder größere Theaterprojekte, Sketche im Sprachunterricht oder Spiele, in denen die Kinder Rollen zugeteilt bekommen. Das erste große Schauspiel findet dann in der 8. Klasse statt. In diesem Jahr führte die 8a das Theaterstück „Herr der Diebe“ nach dem gleichnamigen Roman von Cornelia Funke auf. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie viel Spaß es macht, an einem solchen Stück über Monate hinweg zu arbeiten, es zu entwickeln und mitzuerleben, wie die ganze Klasse hineinwächst. Und dies alles macht man nicht einzig aus persönlichem oder gemeinschaftlichem Antrieb heraus, sondern auch, um anderen damit eine Freude zu bereiten. Doch wie sehen es die anderen Schüler? Die Zuschauer, diejenigen, die nur das Endergebnis zu sehen bekommen? Um eine Antwort auf diese Fragen zu bekommen, traf ich direkt nach den Klassenspiel Irupé aus der 4b. Schon als sie auf mich zukam, merkte ich, wie begeistert sie war. Ohne dass ich auch nur eine Frage stellen musste, begann sie, mir von dem Stück zu erzählen.

„Am besten haben mir die Kostüme gefallen“, sagte sie. „So schön bunt und sie haben richtig gut zu den Rollen gepasst.“ Nicht weniger beeindruckend war es für sie, wie gut die einzelnen Schüler ihre Rollen gespielt haben. Beim Zuschauen konnte man richtig merken, wie sie sich ganz in die einzelnen Charaktere hineingefunden haben. „Und man konnte alles gut verstehen, weil die Schauspieler sehr laut und deutlich sprachen, so konnte man die Handlung immer gut mitverfolgen.“ Obwohl Irupé schon den Film kannte, fand sie die Geschichte im Theaterstück ebenso schön, interessant, witzig und spannend. Besonders gut gefallen hat ihr auch die Inszenierung. „Ich fand es toll, dass die Schauspieler auch mal von der Bühne runter durch den Saal gegangen sind. So wurden die langen Wege deutlicher und man konnte mehr in das Stück eintauchen.“ Meer, Nebel und das Karussell wurden durch besondere Effekte dargestellt, so dass die Stimmung des Stückes gut rübergebracht werden konnte. Wenn man so ein Theaterstück anschaut, nimmt man es als selbstverständlich, dass alles so gut klappt und


erwartet es sogar, erzählte mir Irupé. Dabei macht man sich gar nicht klar, wie viel Aufwand eigentlich dahinter steckt. „Es kostet bestimmt viel Zeit, sich ein Stück zu erarbeiten und es ist sicher auch schwierig.“ Diese Erfahrung hat sie auch schon in einem kleineren Maßstab gemacht, als die Klasse das Franziskusspiel für die El-

tern aufgeführt hatte. Dennoch freut sie sich bereits sehr darauf, selbst in vier Jahren ein so großes Klassenspiel zu machen und findet dies eine schöne Tradition. Irupé, 4b und Leonora, 11b


engagiert

Rückblick zu Blockade in Dresden am 19.Februar 2011

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So wie die letzten Jahre fand am 13. Februar ein Gedenkmarsch der (Neo) Nazis anlässlich des Bombenangriffs der Alliierten am 13. Februar 1945 in Dresden statt. Auch dieses Jahr wurde dieser Aufmarsch von Protesten begleitet, welche dieser Instrumentalisierung der Geschichte als nicht hinnehmbare Propaganda der Nazis entgegentraten. Zudem sollte dieses Jahr eine Demonstration der Nazis am 19. Februar stattfinden. Doch wie auch letztes Jahr konnte diese Demo erfolgreich blockiert werden. Die Nazis nutzen dieses historische Ereignis des Bombenangriffs am 13. Februar 1945 als Gedenken an die Opfer. Diese Verdrehung der Geschichte ist zu bekämpfen, da es auch noch Anfang 45 die Alliierten für wichtig hielten, den Willen der Bevölkerung Dresdens gänzlich zu brechen. Heutzutage herrscht überwiegend die Meinung, dass die Alliierten diesen Angriff durchführten, nur um Deutschland auch weiterhin nach dem Krieg zu schwächen, da dieser Angriff vor allem die Zivilbevölkerung und Flüchtlinge getroffen und Dresden als eine der Kulturzentren des damaligen Europas zerstört hat. Es gibt aber auch eine andere Ansicht, die davon spricht, dass genau diese Argumentation nationalsozialistische Propaganda war und ist. Da Dresden

damals eines der Hauptzentren der Nazis war und die Alliierten die politische Überzeugung der Bevölkerung richtig eingeschätzt hatten. Außerdem geht diese Ansicht ein Stückchen weiter und meint, dass die hohen Opferzahlen nicht 100 prozentig erwiesen seien und teilweise Nazipropaganda wären. Über dieses geschichtliche Ereignis lässt sich jedenfalls auch in Zukunft noch trefflich streiten. Auf jeden Fall gilt es Naziaufmärsche zu verhindern und eine Verbreitung aller Nazipropaganda und Theorien zu unterbinden. Zu diesem Aufmarsch am 19. Februar 2011hatten die Nazis europaweit mobilisiert, doch das Bündnis „DRESDEN NAZIFREI“ hatte einige Kundgebungen an verschiedenen Kreuzungen angemeldet, sodass die aus ganz Deutschland angereisten Antifaschisten sich aufteilen konnten um die Nazidemo zu blockieren. Größtenteils handelte es sich um friedliche Sitzblockaden, doch es gab auch brennende Straßenbarrikaden und Steinwürfe gegen Wasserwerfer. Die ca. 4 500 Polizisten konnten die Blockaden der ca. 20 000 Antifaschisten nicht räumen und somit die Demo der ca. 600 Nazis nicht ermöglichen. Obwohl einige Wochen vorher ein Urteil des Verwaltungsgerichts Dresden besagte, dass die Verhinderung der Demo des vorigen


Jahres rechtswidrig gewesen ist, ließen sich die Aktivisten aller Spektren nicht abschrecken. Meine Erwartungen waren relativ niedrig, da ich über einen wiederholten Erfolg skeptisch gestimmt war. Jedoch zeichnete sich ein paar Stunden nach der Ankunft, einem Katz und Mausspiel vor der Polizei, um in die Innenstadt zu gelangen, eine gute Lage ab. Zumal die Polizei nicht nur eine Minderheit darstellte, sondern auch, geschwächt vom Castortransport und einem Fußballderby, nicht fähig war, die Sperrzone an allen Stellen dichtzuhalten, geschweige denn die Massenblockaden zu räumen. Auch die Straßenblockaden, aus Glascontainern, Mülleimern und Baumaterial, erschwerten den Sicherheitskräften einen Durchweg. Bei den Sitzblockaden wurde teilweise von Anfang an Pfefferspray gegen Aktivisten ein-

gesetzt und auch Wasserwerfer waren trotz Minusgraden im Einsatz. Wie auch letztes Jahr wurde nur durch die Breite der Spektren ein Erfolg möglich. Die nachfolgende Razzia im Büro des Bündnisses „DRESDEN NAZIFREI“ kann man nur als Vergeltungsakt der Polizei werten, die wieder einmal ein Recht durchsetzten wollte, für das es keine Legitimierung gibt. Für mich war es wichtig, an den Blockaden teilzunehmen um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen und den Nazis die europaweit größte Demo zu verhindern. Nach diesem kalten Tag, mit viel Gelaufe und viel Anspannung, war es für mich eine neue Erfahrung, wie man erfolgreich solche Demos verhindert und sich auch den Sicherheitskräften durch Masse und Aufteilung widersetzen kann. Valentin, 12b

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Personlich JUGENDTANZPROJEKT „MOVE IT!“

Im Sommer letzten Jahres entdeckten wir bei einem Ballettbesuch einen Flyer, der ein Jugendtanzprojekt des Stuttgarter Balletts im Rahmen der 50-Jahr Feier aufmerksam machte. Spontan begeistert meldeten wir uns an und gingen im September 2010 tatsächlich zum ersten Vortreffen. Wierwaren sehr aufgeregt und gespannt auf das was uns erwartete. Im Ballettsaal versammelten sich insgesamt etwa 100 Jugendliche mit und ohne Tanzerfahrung. Die Tanzpädagogin und Leiterin von MOVE IT! Sonia Santiago (ehemalige Erste Solistin des Stuttgarter Balletts) stellte gemeinsam

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mit ihrem choreographischen Assistenten Mikhail Soloviev das Projekt vor. Die Atmosphäre war offen, sowie entspannt und wir fühlten uns sofort wohl. Innerhalb von fünf Monaten sollten wir zusammen verschiedene Choreographen frei nach Joh Cranko, Jiri Kilian bzw. William Forsythe erarbeiten und diese anschließend im Rahmen einer Abschlussvorstellung öffentlich präsentieren. Nach einem spannenden Ausloseverfahren waren wir schließlich überglücklich zu erfahren, dass wir zu den 45 Mädchen und Jungen gehörten, die dabei sein durften. Am folgenden Samstag fand bereits die erste Probe in den Sälen der Profis im Stuttgarter Ballett statt. Anfangs war es unglaublich für uns neben den Stars zu trainieren und ihnen auf den Gängen zu begegnen. Mit der Zeit verselbstständigte sich jedoch dieser Eindruck und wir fanden Spaß daran, den Tänzern und Tänzerinnen mit unseren Freundinnen bewundernd nach zu schauen. Nun trainierten wir je einmal pro Woche und in den Ferien täglich 4–5 Stunden. Obwohl es manchmal anstrengend war, machte es jedem von uns unglaublich viel Spaß. Alle waren mit großer Begeisterung und und Engagement dabei und bereit sich in die Gruppe zu inte-


grieren. Mit viel Feingefühl ging Sonia Santiago auf jeden Einzelnen ein und achtete darauf, dass nach Möglichkeit alle mal zum Zuge kamen. Die Proben wurden immer intensiver bis schließlich Kostüme und Frisuren festgelegt waren, die Choreographien saßen und der große Tag der Aufführung im Februar 2011 vor der Tür stand. Wir waren sehr aufgeregt, schafften es aber trotzdem unser Bestes zu geben und hatten großen Spaß beim Tanzen auf der Bühne. Insgesamt war es ein

Riesenerfolg und alle Beteiligten hoffen auf eine baldige Wiederholung des einmalig tollen Tanzprojekts. Rückblickend war es eine wunderbare und sehr bereichernde Zeit, in der wir einen beeidruckenden Einblick in das Leben eines Tänzers gewinnen konnten. Jana und Johanna, 12B

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Freizeit Träumen ist zeitbegrenzt

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Laos, Silvester 2008. Ich stehe im T-Shirt in der Straße und feiere mit Menschen aus aller Welt in das neue Jahr. Neben zahlreichen Touristen mischen sich auch Laoten unter die Feiernden. Es ist eine gelassene und freundliche Atmosphäre. Rechts und links der Straße entlang sind Restaurants, welche ein schönes, helles, doch manchmal auch grelles Licht auf die Straße werfen. Am anderen Ende der Straße steht ein DJ, welcher die neusten Tracks des Jahres spielt. Touristen, wie auch Laoten tanzen. Nicht weit von mir entfernt, spielt eine Musikgruppe. Es sind sieben Minenopfer. Sie sitzen jeden Tag dort, doch bekommen sie selten Beachtung von den an ihnen vorbeilaufenden Menschen. Sie gehören traurigerweise zum Straßenbild. Es scheint, als ob sie durchsichtig sind. Fast jeder wendet den Blick ab, wenn er sie ansieht, denn das Bild welches sie abgeben, ist erschreckend. Dem einen fehlt ein Bein, der andere hat nur noch einen Arm. Wieder ein anderer sieht nichts mehr, beide Augen wurden ihm zugenäht. Doch spielen sie beharrlich jeden Tag an derselben Stelle ihre Lieder. Was sollen sie auch sonst tun, niemand beachtet sie und kann etwas mit ihnen anfangen. Nur wenige legen ihnen Geld in die Schale.

Es ist 23.40 Uhr: Stromausfall. Die Lichter der Straße und der Restaurants gehen aus. Es ist schlagartig ruhig, da die Musik des DJs nicht mehr abgespielt werden kann. Was tun? Alle schauen sich ratlos um. Kerzen werden in den Restaurants angezündet. Es herrscht eine verzauberte Stimmung. Die einzigen Klänge, die man nun hört, sind die der Minenopfergruppe. Nach wenigen Minuten fangen die ersten an, sich auf den Rhythmus und die Musik der Minenopfer zu bewegen. In kürzester Zeit tanzen alle zu ihren Rhythmen. Die Minenopfer stehen plötzlich im Mittelpunkt des Geschehens. Jeder beachtet sie. Alle sehen glücklich aus, Musiker wie Menschen. Die Stimmung wird immer feuriger. Die Musiker sind in ihrem Element. Von Minute zu Minute steigern sie sich. 23.55 Uhr: Der Strom ist wieder da. Die Musik des DJ´s pulsiert wieder durch die Straße, übertönt die Gruppe der Minenopfer. Schon ist die Gruppe der Minenopfermusikanten am Straßenrand vergessen. Ihr Traum von Aufmerksamkeit scheint mit dem Anschalten des Stroms auszugehen. Deborah, 11b


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Sonne Wenn die Sonne verschwindet hinter den Wolken Dann ist’s mir stürbet der Tag Durch die Wolken schimmert das Licht Aber die Wärme bekomme ich nicht Die Sonne ist untergegangen Sie ist hinter den Wolken verhangen Nur kläglich schaut das Licht hervor Ein letzter Hoffnungsstrahl Zwischen den Wolken schal erlischt Nur noch ein mildes Licht durch der Nebel Sicht von David, 12b

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Infos Dienstag, den 07. Juni 2011

Schulkino: „Freedom Writers“ 18.00 im Schülercafé 10. Juni 2011

vom Leben der Bienen 20.00 uhr in der Bibliothek 7. Juli 2011

Anker Ducks 18:00 / Fasanenhof Stuttgart

...bald sind Ferien! Vorschau: Das Thema der nächsten SZ ist, anlässlich der FrauenWM in Deutschland: Fußball! Für dieses Thema und auch für die anderen Rubriken brauchen wir euch! Also ran an den Stift und hinter die Kamera! Tipp: In der Schulbücherei gibt es das „Schülerzeitungs-Handbuch der Jugendpresse Deutschland mit viel Information drin, schaut doch mal rein.

Wichtig: Wir brauchen Euch! Impressum SZ – monatliche Zeitung von und für Schüler; Herausgegeben und gestaltet von Pauline, 11a; Organisation, Artikel und Fotos von Schülern der Freien Waldorfschule Uhlandshöhe;

Druck und Heftung: Mühl am Eugensplatz; Diese Ausgabe wird gesponsert von WELEDA; V.i.S.d.P.: Pauline Franz c/o Freie Waldorfschule Uhlandshöhe Haußmannstr. 44 70186 Stuttgart

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Schülerzeitung