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Swing oder Fahnen Entscheide Dich

In Thüringen sitzt mit Bernd Höcke ein AfD-Mitglied im Landtag, das nach richterlichem Beschluss offiziell Faschist genannt werden darf. Weil das vielen Thüringern egal war oder vielleicht auch weil sie es gut fanden, landete seine Partei bei der letzten Landtagswahl auf dem zweiten Platz. Ein Faschist ist jemand, der auf Basis eines extremen Nationalismus und einer auf dem Führerprinzip basierenden Ideologie die parlamentarische Demokratie abschaffen will. Das erinnert nicht nur ein wenig an den Berliner Reichstag der Zwanziger Jahre. Gut zehn Jahre nach dem Auffliegen des Nationalsozialistischen Untergrunds NSU im thüringischen Eisenach ist es für viele Mitmenschen nicht schlimm, was Bernd Höcke denkt und öffentlich sagt.

ner Ausblendung der Thematik in der DDR; in einem antifaschistischen Staat könne es keine faschistischen Strömungen geben. Die politischen, gesellschaftlichen und sozialen Probleme der politischen Wende und ein aufkommender Nationalismus bereiteten neonazistischen Strukturen auch im Jerichower Land einen Nährboden. In den 1990er Jahren bildeten und festigten sich die ehemalige Kameradschaft „Schwarze Division“ oder der „Nationale Freundeskreis“. Später entstanden gefestigte Strukturen mit dem Verein „Blue White Street Elite“ und einem Kreisverband der Partei „Die Rechte“.

Dass Demokratiefeindlichkeit und Nationalismus ebenso im Jerichower Land ein Problem sind, wird dabei ungern gesehen.

Zwar gibt es keine gemeinsame Struktur der Neonazis im Jerichower Land, doch sind sie alle Verfechter einer „nationalsozialistischen“ Ideologie, was insbesondere durch ihre Propaganda deutlich wird. So beziehen sie sich positiv auf Adolf Hitler oder dessen ehemaligen Stellvertreter Rudolf Hess und sehen den Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus als einen Tag der Schande an. Hakenkreuze, Reichsadler, besondere Runen, das Eiserne Kreuz, germanisch-keltische Symbole und Odins-Zeichen sind im öffentlichen Raum teils unverhohlen sichtbar.

Auch die Kreisstadt Burg war über viele Jahre ein „braunes Nest“. Ähnlich wie in Thüringen liegen hier die Ursprünge schon in ei-

Dabei hat sich das Erscheinungsbild des Nazis zunehmend gewandelt. Der althergebrachte Stereotyp ist nach wie vor der Glatz-

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