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2 . 2012

Rund um Recht und Steuern von pkl-kmk

Networking als unternehmerischer Erfolgsfaktor

Networking

Team Challenge 2013

Aronia Original

Nachfolge

Jubil채um

Was bringen

pkl-kmk trainiert f체r

Alles Gute aus der

Sachsens Mittelstand

Lakowa GmbH aus Wilthen

Netzwerke?

den Firmenlauf

Gesundheitsbeere

체bergibt den Staffelstab

wird 100 Jahre alt

www.pkl-kmk.de


Inhalt

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Leitartikel

Networking als unternehmerischer Erfolgsfaktor – was bringen persönliche Netzwerke?

Liebe Leserinnen und Leser, der Sommer hielt in diesem Jahr viele gelungene Outdoor-Events bereit. Viele hundert Mandanten, Geschäftspartner und Freunde haben wir in unserer EM-Lounge am Elbufer, bei den Filmnächten oder auf unserem pkl-kmk-Golfturnier getroffen. Und dabei wurde nicht nur über Geschäftliches gesprochen, denn im persönlichen Gespräch tauscht man sich auch über Privates aus. In unserem Geschäft ist das natürlich nicht ganz unwichtig, denn wir leben von unserem guten und vertrauensvollen Verhältnis zu unseren Mandanten. Deshalb legen wir viel Wert auf die Pflege dieses Verhältnisses und auf ein gutes „Networking“.

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Networking als Erfolgsfaktor der regionalen Wirtschaft 9

Team Challenge 2013

pkl-kmk-Lauftreff trainiert für die Team Challenge 2013 10

Letztendlich profitieren aber nicht nur wir davon, sondern selbstverständlich auch Sie als Mandant der Unternehmensgruppe pkl-kmk: Durch unser Netzwerk können wir von der Rechtsberatung über die klassische Steuerberatung bis hin zu Sonderfällen der Unternehmensberatung mittlerweile ein umfassendes Beratungsangebot zur Verfügung stellen, sodass wir auf sämtliche Anforderungen unserer Mandanten vorbereitet sind. Und da diese Anforderungen ständig wachsen, ist das heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Viele kleinere Steuerberater und Rechtsanwälte haben zunehmend Probleme, ein komplettes Leistungsspektrum anzubieten. Deshalb haben viele Unternehmer heute verschiedene spezialisierte Berater, zwischen denen sie dann hin und her vermitteln müssen.

Hans-Joachim Kraatz über Networking

Aronia Original Naturprodukte GmbH

Saft, Kosmetik, getrocknete Früchte – alles Gute aus der Gesundheitsbeere 12

Was Sie derzeit beachten sollten

Neue Urteile zur Arbeitsecke und zu Urheberrechten bei Facebook 14

Unternehmensnachfolge

Sachsens Mittelstand übergibt den Staffelstab 17

Mitarbeiterporträts

Sandy Dreßler und Jana Kaulfuß Ein komplexes Thema, bei dem der Beratung eine große Bedeutung zukommt, ist z. B. die Unternehmensnachfolge. Bei dieser müssen diverse rechtliche, steuerliche und betriebswirtschaftliche Fragen geklärt werden und es gibt erhebliches Gestaltungspotenzial. In Sachsen stehen in den nächsten Jahren mehr als 4.000 Unternehmensnachfolgen an. Viele davon sind Premieren in der Unternehmensgeschichte, weil die jeweiligen Firmen erst unmittelbar nach der Wende gegründet worden sind und deshalb noch in erster Generation geführt werden. Dementsprechend wenig praktische Erfahrung ist bisher vorhanden. Auf die hiesigen Berater wartet also viel Arbeit. Aber nur wer inhaltlich optimal aufgestellt oder entsprechend vernetzt ist, wird diese wichtige Aufgabe zufriedenstellend lösen können.

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Lakowa GmbH aus Wilthen

Klartext im Gespräch mit Unternehmensnachfolger Ralf Liebscher 21

Öffentliche Vortragsreihe

Zuwendungen an Arbeitnehmer rechtssicher und flexibel gestalten Interne Schulung

Kanzleiberater Gunther Hübner zu Gast bei pkl-kmk 22

Golfturnier in Possendorf

Spendenrekord beim 5. pkl-kmk-Golfturnier Filmnächte am Elbufer

Filmnächte am Elbufer locken knapp 180.000 Besucher an Hans-Joachim Kraatz Geschäftsführer kmk Steuerberatungs- gesellschaft mbH

Thomas Keller Partner pkl Keller Spies Partnerschaft


Wir danken allen Teilnehmern des 5. pkl-kmk-Golfturniers

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Leitartikel

Leitartikel

Networking als unternehmerischer Erfolgsfaktor – was bringen persönliche Netzwerke? Networking wird häufig im Zusammenhang mit persönlicher Karriereplanung genannt. Dabei ist es angeblich wichtig, die richtigen Leute zu kennen, selber im Gespräch zu bleiben und seine Bande zu knüpfen, damit man auch gefragt wird, wenn eine neue, interessante Stelle zu besetzen ist. So ist es auch ein Nutzenversprechen digitaler Netzwerke wie XING oder LinkedIn, die mittlerweile weltweit mehrere Millionen Mitglieder haben, dass man damit schnell und einfach zum neuen Traumjob kommen kann. Und tatsächlich gibt es immer wieder entsprechende Erfolgsmeldungen. Dass Networking jungen Menschen beim beruflichen Aufstieg helfen kann, klingt dabei fast schon logisch und verwundert kaum jemanden. Aber ist das Thema auch für gestandene Unternehmer interessant? Und welchen Nutzen kann ein Arzt oder ein Online-Händler aus persönlichen Netzwerken ziehen? Auch für solche Personen können Netzwerke nützlich sein, etwa bei der Suche nach geeignetem Personal, bei der Integration von Zulieferern in den Innovationsprozess oder beim fachlichen Austausch mit spezialisierten Kollegen. Tatsächlich wird es heute kaum einem Menschen gelingen, ganz allein und ohne die Unterstützung von Partnern und Kollegen langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Gerade in unserer zunehmend komplexen Welt sind wir auf Arbeitsteilung und Spezialisierung angewiesen und müssen dafür sorgen, dass die verschiedenen Kompetenzen möglichst gut miteinander vernetzt werden.

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Unternehmerischer Erfolg ist nicht nur eine Frage der fachlichen Kompetenz Für den unternehmerischen Erfolg ist nicht nur fachliche Kompetenz ausschlaggebend. Denn selbst der größte Fachmann wird keinen betriebswirtschaftlichen Erfolg haben, wenn ihn keiner kennt oder er nicht in der Lage ist, seine Kompetenzen anderen Menschen überzeugend zu vermitteln. Gleichzeitig brauchen Fachleute immer auch andere Menschen mit komplementären Fähigkeiten, damit sie ihr eigenes Fachwissen möglichst optimal einsetzen können. Ein herausragender Ingenieur kann z. B. nur dann marktfähige und schließlich erfolgreiche Produkte entwickeln, wenn er die Bedürfnisse und Vorlieben seiner potenziellen Kunden kennt und wenn seine Entwicklungsarbeit nachhaltig finanziert wird. Also braucht er die Unterstützung von Marktforschern und Sozialwissenschaftlern, die Rückendeckung und das Vertrauen der Unternehmensführung oder einen guten Banker, der die Potenziale seiner Arbeit rechtzeitig erkennt und finanziell fördert.


So nutzen „Onliner“ die Sozialen Medien Facebook

Twitter

YouTube

XING

LinkedIn

71 %

59 %

33 %

10 %

4 %

Anteil der „Onliner“ in Deutschland, die Soziale Medien aktiv oder passiv nutzen

Neben Fachwissen und Ausbildung spielen deshalb auch persönliche Eigenschaften wie Kommunikationsfähigkeit, soziale Intelligenz oder Anpassungsbereitschaft eine wichtige Rolle. Nicht umsonst werden seit Basel II auch verschiedene „weiche Faktoren“ bei der Beurteilung einer Kreditwürdigkeit herangezogen. Sie denken, Qualität setzt sich auch von allein durch? Leider ist das oft nicht der Fall, denn das Angebot an Produkten und Leistungen ist aus Sicht der Kunden mittlerweile riesengroß und kaum voneinander zu unterscheiden. Heutzutage tummeln sich in zahlreichen Bereichen viele Anbieter auf dem Markt, die sehr ähnliche Produkte und Dienstleistungen in fast identischer Qualität anbieten. Und auch hier spielen Netzwerke wieder eine wichtige Rolle: Denn weil man bei Kaufentscheidungen natürlich keine Fehler machen möchte, verlässt man sich gerne auf das Urteil von Freunden oder Bekannten. Das diesen Personen entgegengebrachte Vertrauen hilft dabei, die Komplexität von Entscheidungen zu reduzieren, weil man sich nicht jedes einzelne Detail eines Angebots selbst ansehen muss. Denn wenn jemand, den man kennt und schätzt, selbst schon positive Erfahrungen mit einem bestimmten Produkt oder einer Dienstleistung gemacht hat, kann das Ganze ja nicht so schlecht sein. Insbesondere im Dienstleistungsbereich spielen Empfehlungen deshalb eine große Rolle: In vielen Branchen kommen über 80 Prozent der Neukunden durch eine Empfehlung zum Unternehmen. Wer also über ein großes Netzwerk mit vielen zufriedenen Kunden und Geschäftspartnern verfügt, kann seine Chancen auf eine positive Geschäftsentwicklung erheblich steigern.

So nutzen Unternehmen Blogs für ihr Marketing 43 % 39 % 34 % 29 % 25 %

16 %

2007

2008

2009

2010

2011

2012

Anteil der Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern in Deutschland, die einen eigenen Blog betreiben

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Leitartikel

Begeisterte Kunden sprechen Empfehlungen aus

Voll im Trend: Networking in den sozialen Medien

Wann wird man nun aber empfohlen und wie kann man den Kreis der Personen, die einen empfehlen, möglichst ausweiten? Zunächst ist es natürlich eine Sache der Kompetenz bzw. der Qualität der eigenen Leistungen und Produkte, die schließlich zu einer Empfehlung führen. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn die eigentliche Qualität eines Produkts oder einer Dienstleistung ist zwar eine notwendige, noch lange aber keine hinreichende Bedingung dafür, dass jemand Ihr Unternehmen oder Ihr Produkt empfiehlt. Gute Qualität ist für viele Menschen heute einfach selbstverständlich. Natürlich soll ein Produkt wie gewünscht funktionieren und natürlich soll der Arzt eine richtige Diagnose stellen und eine angemessene Therapie veranlassen.

Immer mehr Menschen nutzen soziale Medien. Insgesamt sind heute über 50 % aller Internetnutzer in sozialen Netzwerken aktiv. Bei den 18- bis 49-Jährigen sind es sogar 75 %. Die größten Zuwachsraten hat derzeit die Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen, die sich in ihrem Online-Verhalten immer mehr den jüngeren Zielgruppen anpasst. Das schlägt sich natürlich auch in den Zahlen nieder: Die bekanntesten Plattformen wie Facebook, XING oder LinkedIn haben weltweit mittlerweile mehrere hundert Millionen Nutzer und wachsen immer noch weiter.

Doch auch wenn das gelingt, sind die meisten nicht wirklich zufrieden, sondern lediglich „nicht unzufrieden“. Aber nur, wer wirklich begeistert ist, spricht tatsächlich Empfehlungen aus. Und hier kommt wieder das Networking ins Spiel: Nur wenn es Ihnen als Unternehmer gelingt, eine persönliche Beziehung zu Ihren Kunden aufzubauen und zu zeigen, dass Sie sich über die erwarteten Basisleistungen hinaus dafür einsetzen, deren Bedürfnisse zu erfüllen, werden Sie Ihren unternehmerischen Erfolg langfristig sichern und ausbauen können. Denn gute persönliche Beziehungen und ein herausragender Service sind genau das, womit man heutzutage als Unternehmen beim Kunden wirklich punkten kann.

Mit nur einem Klick ist es heute möglich, Kontakte zu Menschen herzustellen, die man in seinem alltäglichen Umfeld kaum treffen würde. Für das Networking ergeben sich dadurch völlig neue Chancen. Die meisten Unternehmen haben auf diese Entwicklung bereits reagiert und betreiben eigene Social-Media-Accounts oder beobachten zumindest relevante Seiten. Wer diese Instrumente in der Unternehmenskommunikation einsetzen will, sollte sich aber fachlich beraten lassen, denn nicht jede zur Verfügung stehende Plattform ist für alle Unternehmen oder Zielstellungen gleichermaßen sinnvoll. Die derzeitigen Netzwerke unterscheiden sich z. B. in ihrer Nutzerstruktur und den inhaltlichen Ansprüchen teilweise erheblich. Während Facebook hauptsächlich zur privaten Kommunikation genutzt wird, haben sich Netzwerke wie XING oder LinkedIn als erfolgreiche Business-Netzwerke profiliert.

Nutzung von Social Media nach Altersgruppen

83% 73%

18 – 29 Jahre

86%

76%

67%

30 – 49 Jahre

58%

61%

50 – 64 Jahre 48%

65 + Jahre

36%

36% 25%

47%

25%

22%

26%

16% 16% 12% 7% 5%

13%

11% 4% 7%

September 2005 Anteil der „Onliner“, die Soziale Medien nutzen

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Mai 2008

November 2008

April 2009

Dezember 2009

Mai 2011


Eine wahre Renaissance als professionelles Instrument der Unternehmenskommunikation haben auch Blogs erlebt, weil sie hervorragende Möglichkeiten bieten, sich als Unternehmen mit seinen Produkten, Dienstleistungen und Meinungen im OnlineBereich darzustellen. Google liebt Blogs und platziert BlogBeiträge entsprechend hoch in den Suchausgaben. In Blogs berichten Unternehmen sehr authentisch und persönlich über Produktneuentwicklungen oder strategische Entscheidungen und bieten ihren Kunden und Geschäftspartnern dabei diverse Möglichkeiten der Partizipation an. Damit ergeben sich auch neue Möglichkeiten der Kooperation: Schon heute arbeiten interdisziplinäre Teams länderübergreifend an gemeinsamen Projekten. Unter den Stichworten „Open Innovation“ oder „Crowdsourcing“ werden außerdem Maßnahmen diskutiert, durch die Kunden und Geschäftspartner direkt an der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen beteiligt werden können, was marktkonformere Ergebnisse bei geringeren Entwicklungskosten gewährleisten soll. All das wird durch die neuen Medien und sozialen Netzwerke deutlich erleichtert. Allerdings stehen wir bei der Ausschöpfung solcher Potenziale von digitalen Netzwerken noch ganz am Anfang. Man darf also auf die weitere Entwicklung gespannt sein.

Fazit Funktionierende Netzwerke können also vielfältige positive Auswirkungen auf das Erreichen betriebswirtschaftlicher Zielsetzungen haben. Und auch auf regionaler Ebene helfen Netzwerke dabei, Geschäftsbeziehungen anzubahnen oder zu fördern. Oft ist es auch eine Kombination aus virtueller und persönlicher Kontaktpflege, mit der die größten Erfolge erzielt werden können. Die Dresdner XING-Community veranstaltet z. B. regelmäßig verschiedene Business-Treffen, die online organisiert und dokumentiert werden. Mittlerweile hat die Gruppe über 11.000 Mitglieder aus fast allen Branchen und Lebensbereichen. Im Dezember unterstützen wir die Weihnachtsfeier der Community in der Gläsernen Manufaktur in Dresden. Dort werden wir selbstverständlich auch persönlich vor Ort sein und den neuen Facebook-Auftritt der kmk Steuerberatungsgesellschaft mbH vorstellen.

Neuer Facebook-Auftritt der kmk Steuerberatungsgesellschaft mbH

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Standpunkte

Hans-Joachim Kraatz

Hans-Joachim Kraatz über Networking

Networking als Erfolgsfaktor der regionalen Wirtschaft Herr Kraatz, was halten Sie von Networking auf regionaler Ebene? Natürlich eine ganze Menge. Gerade wir Freiberufler leben doch davon, gesundes Networking zu betreiben. Wenn man beruflich erfolgreich sein will, kommt man um das Thema nicht herum, da kann man noch so eine hohe berufliche Kompetenz haben. Wer nicht vernetzt ist und kein Budget für Werbemaßnahmen hat, wird nicht erfolgreich am Markt agieren können. Schauen Sie sich die Unternehmensgruppe pkl-kmk an: Wir sind doch nichts anderes als ein Netzwerk von verschiedenen Personen unterschiedlicher Berufsgruppen und Fachkompetenzen unter einer Dachmarke. Spezialisten also, die gemeinsam mehr erreichen können als jeder für sich alleine. Das klingt theoretisch schlüssig. Aber wie setzen Sie das Thema ganz konkret um? Es geht hier ganz klar um offene und ehrliche Kommunikation, um die menschliche Grundfähigkeit, Beziehungen zu anderen zu knüpfen, zu pflegen und erfolgreich zu gestalten. Netzwerken ist daher die methodische und systematische Pflege eines Kontaktnetzes, von dem man beruflich wie privat profitieren kann. Gleichgültig, ob man einen Spezialisten für Augenleiden, einen Anwalt für Steuerrecht oder Informationen von einem Bewerber braucht: Der erfolgreiche Netzwerker kennt jemanden, dem er vertraut und den er um Rat fragen kann. Mir persönlich ist das sehr bewusst. Ich bin einfach interessiert an anderen Menschen und ihren Fähigkeiten und versuche immer und überall, neue Kontakte aufzubauen.

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Und wie gut gelingt Ihnen das? In welchen Netzwerken sind Sie denn zur Zeit aktiv? Ich denke, wir Netzwerken schon ganz ordentlich. Allein durch die zahlreichen Mitgliedschaften in Vereinen und Organisationen wie dem Sportverein, dem Steuerberaterverband oder dem Verband der Freien Berufe, dessen Präsident ich ja bin. Darüber hinaus veranstalten wir auch eigene Events wie etwa unser pklkmk- Golfturnier oder die jährliche VIP-Lounge zu den Filmnächten am Elbufer, bei denen wir zuvorderst unsere Mandantenbeziehungen pflegen wollen. Gleichzeitig bieten diese Events aber auch unseren Mandanten die Gelegenheit, sich untereinander besser kennenzulernen, zu vernetzen und miteinander ins Geschäft zu kommen. Außerdem haben wir bei allen Netzwerk-Aktivitäten natürlich immer auch ein Auge auf das Thema Personalrekrutierung. Sie nutzen Ihre Netzwerke, um Personal zu rekrutieren? Selbstverständlich. Mit Netzwerken lassen sich nicht nur Kunden gewinnen und pflegen. Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kam zu dem Ergebnis, dass in deutschen Unternehmen mittlerweile mehr als 25  % der Stellen über persönliche Kontakte besetzt werden. Das, was für potenzielle Kunden bei der Auswahl eines Anbieters komplexer Produkte und Dienstleistungen gilt, gilt doch auch für uns bei der Personalauswahl: Ich frage doch lieber Menschen, denen ich vertraue, nach einer guten Empfehlung und spare mir dabei ein intensives und teures Auswahlverfahren. Und es ist ja auch kein Geheimnis mehr, dass viele Unternehmen sich junge Bewerber zunächst auf Facebook anschauen, oder eher professionelle Netzwerke wie LinkedIn nutzen, um berufserfahrene Profis abzuwerben.


Events

Mit Sozialen Netzwerken sprechen Sie ein vieldiskutiertes Thema an. Wie sehen Sie Social Media speziell in Ihrer Branche? Als Ergänzung zum klassischen Face-to-Face-Networking sind Social Media nicht mehr wegzudenken. Man muss sich nur vor Augen führen, wie viele Menschen sich allein in Deutschland in den verschiedenen Netzwerken tummeln. Facebook nutzen mittlerweile über 26 Millionen Menschen, die XING-Community in Deutschland hat über 5,5 Millionen Nutzer. Das kann man als Unternehmer, egal in welcher Branche man arbeitet, nicht mehr ignorieren. Schließlich müssen wir mit unseren Angeboten da sein, wo auch unsere aktuellen und zukünftigen Mandanten sind.

Team Challenge 2013

pkl-kmk-Lauftreff trainiert für die Team Challenge 2013

Und was machen Sie ganz konkret in diesem Bereich? Wir sind eine der ersten Steuerberatungsgesellschaften in Dresden mit einem eigenen Facebook-Auftritt und auf XING führt Herr Rechtsanwalt Stange eine eigene Gruppe im Bereich Werbung und Recht. Hier versuchen wir ganz klar, uns als Meinungsführer und Spezialist zu positionieren und wir konnten über dieses Medium bereits einige Mandate gewinnen. Wichtig ist dabei, dass diese Maßnahmen in die allgemeine Unternehmenskommunikation und in die inhaltlichen Entscheidungen der Geschäftsführung eingebunden sind. Außerdem sollte man sich immer konkrete Ziele setzen, also festlegen, was man mit seinen Kommunikationsmaßnahmen erreichen will. Nur so wird das etwas schwammige Thema Networking auch wirklich steuerbar. Natürlich müssen Sie die gesteckten Ziele auch regelmäßig mit geeigneten Methoden überprüfen. Wir sind bei pkl-kmk gerade dabei, so ein Managementsystem zu installieren. Damit sind Sie in Ihrer Branche aber eher ein Vorreiter. Welche Erfahrungen haben Sie denn gemacht und was können Sie denjenigen raten, die Ihnen auf diesem Weg folgen wollen? Es ist schon richtig, dass wir uns mit solchen modernen Themen immer etwas früher beschäftigen als andere. Ich bin der Meinung, dass man als Unternehmer nicht immer warten darf, bis klar ist, in welche Richtung sich ein neuer Trend entwickelt. Dann kann es nämlich oft schon zu spät sein. Ein bisschen Entschlusskraft gehört zu solchen Entscheidungen also immer mit dazu. Man sollte sich aber davor hüten, mal einfach so eine Facebook-Seite anzulegen, nur damit man auch dabei ist. Wenn man sich dafür entscheidet, dann sollte man das Thema schon ernst nehmen und auch Spaß an der direkten Kommunikation bzw. am Dialog mit seinen Kunden haben. Man darf sich auch nicht verbiegen und seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen, in dem man anfängt, Dinge zu kommunizieren, die nicht zur eigenen Identität und zu den sonstigen Erfahrungen passen, die Kunden mit einem machen. Außerdem sollte man immer offen und ehrlich bleiben und konstruktive Kritik annehmen bzw. sinnvoll darauf reagieren. Wirklich authentisch und regelmäßig zu networken, insbesondere mithilfe der sozialen Medien, ist also gar nicht so einfach, wie es manchmal klingt. Seit kurzem arbeiten wir in solchen Fragen deshalb mit der Kommunikationsberatung haumer&konsorten aus Dresden zusammen, die uns diesbezüglich sehr gut betreuen. Auch das ist übrigens ein Kontakt, der über mein persönliches Netzwerk zustande gekommen ist.

Vielen Dank für dieses Interview.

Seit 2011 gibt es den pkl-kmk-Lauftreff. Einmal im Monat treffen sich dabei Mandanten und Mitarbeiter unseres Unternehmensverbunds zum gemeinsamen Laufen im Großen Garten, seit vergangenem Jahr auch unter Anleitung einer Personal Trainerin. Aber jetzt wird es richtig ernst: Am 30. Mai 2013 findet der mittlerweile größte Firmenlauf Dresdens, die 5. Team Challenge, statt. Über 9.000 Läufer aus Dresden und Umgebung werden wieder am Start sein und nach 5 Kilometern in die Glücksgas-Arena einlaufen, wo das Event mit einer großen Party seinen Ausklang findet. Die Stimmung bei der Team Challenge ist mittlerweile legendär und jedes Jahr nehmen mehr Firmenteams und Privatpersonen teil. Im kommenden Jahr werden auch wir mit einigen Teams vertreten sein. Und auch wenn die Veranstaltung in Wirklichkeit ein großer Spaß ist, werden wir unsere regelmäßigen Lauftreffs nun dafür nutzen, um für die Team Challenge zu trainieren. Alle Mitarbeiter und Mandanten sind dazu herzlich eingeladen. Die Termine zu unseren Lauftreffs und eine Dokumentation unseres Trainingsfortschritts finden Sie regelmäßig auf unserer Facebook-Seite. Melden Sie sich einfach auf www.pkl-kmk.de für den Lauftreff an.

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Jörg Holzmüller (obere Reihe, zweiter v. l.) und sein Team

Aronia Original Naturprodukte GmbH

Saft, Kosmetik, getrocknete Früchte – alles Gute aus der Gesundheitsbeere „Jeden Tag ein bisschen Aronia“ – so lautet das Motto der 2008 gegründeten Aronia Original Naturprodukte GmbH aus Dresden. Klare Mission des Unternehmens: Aufklärung über die in Deutschland bislang weitgehend unbekannte Aroniabeere. Die kleine dunkelblaue Frucht, auch Apfelbeere genannt, ist ein wahres Multitalent: Mit ihrem antioxidativen Vitalstoff-Cocktail aus OPC und Anthocyanen schützt die Pflanze sich und den Menschen optimal vor schädlichen Umwelteinflüssen und macht fit für den Alltag.

Bio Zartbitter-Aroniabeeren

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Pionier auf dem Gebiet gesunder Lebensmittel aus der Aroniabeere in Deutschland ist Jörg Holzmüller, Geschäftsführer und Begründer der Aronia Original Naturprodukte GmbH. Mit viel Liebe, Begeisterung und Kompetenz arbeiten Holzmüller und seine „Aronianer“, wie die rund 30 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sich selbst nennen, daran, ihren Kunden täglich AroniaProdukte in bester und bio-zertifizierter Qualität anzubieten. Ob als Direktsaft, getrocknete Früchte, Nahrungsergänzungmittel oder Kosmetik – die Aronia Original Naturprodukte GmbH gilt mit ihrer vielseitigen Produktpalette aus der Superbeere als weltweit marktführend.

Bio Aronia-Konfitüre

Aronia Gesichtstonic


Wirtschaft

100 % Aronia-Muttersaft von Aronia-Original ist ein reines Naturprodukt, schonend verarbeitet und abgefüllt in Sachsen. Er ist direkt gepresst.

Vom E-Commerce-Pionier zum Aronia-Wegbereiter

Aronia Original – garantiert BIO In seiner Unternehmensführung setzt Holzmüller auf ein vertrauensvolles und faires Verhältnis zu Lieferanten und Kunden: „Wir bieten unseren Kunden hochwertige und ehrliche Produkte an. Unser Erfolg basiert auf Authentizität, Qualität und persönlicher Überzeugung.“ Um den hohen Ansprüchen von Aronia Original gerecht zu werden, bezieht der sächsische Betrieb seine hochwertigen Rohstoffe konsequent aus biologischem Anbau. Das Konzept des erfolgreichen Unternehmens geht auf: Die Aroniabeere gewinnt zunehmend mehr Anhänger in Deutschland und die Nachfrage nach den hochwertigen Aronia-Produkten aus Dresden wächst stetig. Die Produkte werden insbesondere in Bioläden, Reformhäusern und über die eigene Website vertrieben.

Bereits in den 80er Jahren entdeckte Jörg Holzmüller die gesunde Beere. Er litt im Alter von 18 Jahren an einer Art Nachtblindheit, was das Autofahren ungemein erschwerte. Die Blindheit wurde zwar nicht durch die Schulmedizin erkannt, aber durch die Empfehlung eines Heilpraktikers mit Aronia erfolgreich behandelt. Für viele Jahre geriet die Beere bei Holzmüller dann in Vergessenheit. Er war erfolgreich als Unternehmensberater tätig und als Gründer von Cyberport ein Pionier im Bereich E-Commerce. Erst eine Begegnung mit einem russischen Wissenschaftler brachte den erfolgreichen Unternehmer erneut auf die Beere. Während eines Sabbaticals reiste er um die Welt und sammelte viel Erfahrung auf dem Gebiet des Aroniaanbaus sowie der Fruchtsaftherstellung.

Steckbrief

„Aronia für alle!“

Aronia Original Naturprodukte GmbH: 2008 gegründet durch Ingmar Kaufmann und Jörg Holzmüller

2008 setzte er schließlich seine Vision in die Tat um und gründete die Aronia Original Naturprodukte GmbH. Mit Kompetenz, Begeisterung und originellen Ideen haben er und sein junges Team bereits über 40 bio-zertifizierte Aronia-Produkte entwickelt. Bei der Produktentwicklung sucht er immer wieder den Schulterschluss mit Ernährungswissenschaftlern, Ärzten, Forschern und vor allem auch Kunden.

alle Produkte im Überblick: Säfte, Beeren (getrocknet), Tee, Aufstriche, Süßigkeiten, Wein, Likör, Kosmetik, Nahrungsergänzungsmittel

Auch reist er viel umher, um sein umfangreiches Wissen über die Beere zu erweitern. Bis nach Tschernobyl hat es ihn gezogen, um sich selbst von Berichten zu überzeugen, dass die robuste Pflanze sogar in der Lage ist, dem Einfluss von Schwermetallen und Radioaktivität zu trotzen.

Firmensitz und -kontakt Könneritzstraße 7 01067 Dresden Telefon: 0351 - 8966590 Fax: 0351 - 3344386 Mail: mail@aronia-original.de Internet: www.aronia-original.de Geschäftsführer: Jörg Holzmüller Mitarbeiter: ca. 30 (Stand 2012)

Bio Aronia-Spezialtee

Bio Aronia-Likör 18 % Vol.

Bio Aronia Crunchy

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Recht und Steuern

Was Sie derzeit beachten sollten

Neue Urteile zur Arbeitsecke und zu Urheberrechten bei Facebook

Sind die Kosten für einen Hundesitter absetzbar? Was tun, wenn man auf den Hund gekommen ist? Die treuen Begleiter auf vier Pfoten sind hierzulande in vielen Haushalten zu finden. Aber so schön es auch ist, wenn Fiffi, Bello und Co. ihre Herrchen und Frauchen nach einem langen Arbeitstag freudig zu Hause begrüßen, so müssen die Hunde doch auch zwischen morgens und abends versorgt sein. Eigentümer besonders pflege- und betreuungsintensiver Hunderassen ebenso wie sehr besorgte Hundehalter engagieren deswegen gerne einen sogenannten „Dogsitter“. Ein solcher Hundesitter erbringt in der Regel eine haushaltsnahe Dienstleistung im Sinne des § 35a Abs. 2 EStG. Das sind Tätigkeiten, die zur Versorgung eines Privathaushaltes erbracht werden. Im konkrekten Fall des Dogsitters beispielsweise GassiGehen, Fellpflege und Füttern. Das Finanzgericht Münster hat kürzlich in einem Urteil entschieden, dass das Hundesitting grundsätzlich ebenso eine haushaltsnahe Dienstleistung ist wie eine Kinderbetreuung. Allerdings nur, wenn der Hund des Eigentümers in dessen Haushalt oder Garten beaufsichtigt und versorgt wird. In diesem Fall kann der Hundehalter die Kosten für den Hundesitter von der Steuer absetzen. Nicht absetzbar sind die Kosten für den Hunde-Service hingegen, wenn der Vierbeiner vom Sitter abgeholt und außerhalb des Hauses und Grundstückes des Hundehalters versorgt wird. Auch sind die Kosten für eine Unterbringung in einer Hundetagesstätte nicht auf der Grundlage des § 35a absetzbar, weil solche Dienstleistungen eben nicht „haushaltsnah“ sind.

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Kann eine Arbeitsecke steuerlich geltend gemacht werden? Viele Arbeitnehmer nutzen heutzutage gerne die Möglichkeit, zumindest einen Teil der anliegenden Arbeit im „Homeoffice“ zu erledigen. Das hat unbestritten viele Vorteile. Steuerlich muss dabei jedoch genau zwischen einem Büroraum in der Privatwohnung und einer Arbeitsecke, die sich in den Privaträumen befindet, unterschieden werden. Das Finanzgericht Düsseldorf ließ mit dem Urteil vom 6.2.2012 die Klage eines Architekten abblitzen, der sich in seiner Privatwohnung eine Arbeitsecke eingerichtet hatte. Der Architekt hatte sich mit einem Schreibtisch, Computer und Aktenschränken im Wohn- und Esszimmer einen Arbeitsplatz geschaffen und wollte diesen nun steuerlich geltend machen. Dieses Verfahren ist derzeit beim Bundesfinanzhof anhängig. Vom Finanzamt wollte er daher die anteiligen Mietaufwendungen sowie die Aufwendungen, die für Küche, Flur und Bad entstanden, einfordern. Das Finanzgericht ließ die Forderung der anteiligen Mietaufwendung nicht zu. Dies gelte selbst dann, wenn in der Wohnung ein vollständig eingerichtetes und steuerlich anzuerkennendes Bürozimmer vorhanden wäre. Diese Ansprüche werden bereits über die steuerliche Freistellung für das Existenzminimum abgegolten. Und selbst die Kosten für die „Arbeitsecke“ erkannte das Gericht nicht an. Nach § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG ist nur der Abzug für ein Arbeitszimmer, nicht jedoch für eine Arbeitsecke zugelassen. Dies folge aus Wortlaut und Systematik der Vorschrift, so die Richter.

Ihr Ansprechpartner Alexander Holzhauer Steuerberater Telefon 0351 89959-21 holzhauer@kmk-dd.de


pkl-kmk

Facebook-Abmahnungen im Trend: neues Geschäftsfeld für „Abmahn-Anwälte“ Fotos, Videos, Musik oder schlichte Statusmeldungen: Mit nur einem Mausklick ist es heute möglich, die verschiedensten Inhalte innerhalb weniger Sekunden mit dem gesamten Freundes- und Bekanntenkreis auf Facebook zu teilen. Allein in Deutschland tun dies mittlerweile täglich knapp 26 Millionen Menschen. Dass aber durch genau dieses Teilen von Inhalten die Rechte anderer verletzt werden könnten, bedenken nur die wenigsten. Zwar gibt es momentan eine intensive politische Debatte darüber, wie mit dem Thema Urheberrechte im Informationszeitalter umgegangen werden soll, trotzdem ist die Rechtslage derzeit klar: Wer Inhalte postet, an denen andere Urheberrechte geltend machen können, läuft Gefahr, abgemahnt zu werden. Für einen „Abmahn-Anwalt“ kann die Seite eines durchschnittlichen Nutzers dabei zur wahren Goldgrube werden, denn die meisten im Internet zugänglichen Fotos und Videos, etwa von Schauspielern oder Sportlern, sind urheberrechtlich geschützt. Gleiches gilt für journalistische Publikationen anderer Medien. Das ist aber nur den wenigsten Facebook-Nutzern bewusst und genau das machen sich die so genannten „Abmahn-Anwälte“ zunutze. Manche Anwälte suchen derzeit verstärkt nach solchen Urheberrechtsverletzungen, recherchieren private Adressdaten und verschicken schließlich entsprechende Abmahnungen. Eine Abmahnung dieser Art kann dann schon einmal mehr als 10.000 Euro kosten. Achten Sie also darauf, dass Sie keine fremden Inhalte auf ihrem Facebook-Profil teilen oder auf den Profilen anderen Nutzer zugänglich machen. Unproblematisch ist lediglich das Einstellen eigener Inhalte. Hierzu zählen selbst gemachte Bilder und Videos. Insbesondere Unternehmen, die einen eigenen Facebook-Auftritt pflegen, sollten allerdings darauf achten, dass Personen auf selbst gemachten Fotos unter Umständen auch ein Recht am eigenen Bild haben, sodass solche Fotos ebenfalls nicht ohne Zustimmung der abgebildeten Personen verwendet werden sollten.

Preisranglisten im Internet: Autopreis muss Überführungskosten beinhalten Gibt ein Autohändler nicht die Überführungskosten im Gesamtpreis für das Fahrzeug an, so handelt er wettbewerbswidrig. Denn sowohl im Internet, als auch in gedruckten Anzeigen muss ein Autohändler für die Vermittlung von Neuwagen grundsätzlich einen Gesamtpreis inklusive Überführung nennen. Andernfalls ist die Werbung wegen Verstoßes gegen die Preisangabenverordnung wettbewerbswidrig. Der Zusatz „Preis zzgl. Euro 495,00 für ÜF/BEREITSt“ reiche nicht, heißt es in einem Urteil. Oft lassen Anbieter diese zusätzlichen Kosten weg, um bei vergleichenden Ranglisten im Internet besser dazustehen: Dort werden die Fahrzeuge meist nach Preisklassen eingeteilt, die üblicherweise in Tausenderbeträgen ausgewiesen sind. Der in den Endpreis einzubeziehende Mehrbetrag, im verhandelten Fall 495 Euro, kann zu einem Rangunterschied von bis zu 30 Positionen führen. Es handelt sich deshalb auch nicht um einen Bagatellverstoß, denn ein deutlich niedrigerer Gesamtpreis lasse ein Fahrzeug in einer günstigeren Preisklasse erscheinen und führe zu einer deutlich früheren Wahrnehmung durch den Verbraucher und damit zu einer Irreführung.

Ihr Ansprechpartner Frank Stange Rechtsanwalt Telefon 0351 86266-102 stange@pkl.com

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pkl-kmk Leistungen

Unternehmensnachfolge

Sachsens Mittelstand übergibt den Staffelstab Der Nächste, bitte! In den neuen Bundesländern spielt der Generationenwechsel in Unternehmen eine immer größere Rolle. Nach aktuellen Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn reichen allein in Sachsen jährlich bis zu 1.000 Geschäftsführer den Staffelstab an die nächste Generation weiter, bis 2020 sollen bundesweit rund 110.000 Unternehmen an einen Nachfolger übergeben werden. Wegen des demografischen Wandels bekommt diese ohnehin schon große Zahl auch eine wichtige volkswirtschaftliche Bedeutung. Für Sachsen trifft das besonders zu. Denn die Wirtschaft im Freistaat ist mittelständisch und durch kleinbetriebliche Unternehmensstrukturen geprägt, mit vielen familiären Handwerksbetrieben. Da wundert es wenig, dass auch die Nachfolge gerne und häufig innerhalb der Familie geklärt wird. Meistens, weil der bisherige Unternehmensführer altersbedingt von seinem Posten zurücktreten muss. Gute Aussichten also für die Jüngeren. 2020 wird es aufgrund der Abwanderung und des Geburtenrückgangs allerdings ein Viertel weniger geeignete Nachfolger geben als heute. Die Suche wird also schwieriger.

Nachfolger im sächsischen Mittelstand

Die sächsische Staatsregierung hat deshalb schon 2008 eine Broschüre veröffentlicht, in der sie erfolgreich verlaufene Unternehmensnachfolgen anhand verschiedener Fallbeispiele veranschaulicht (In guten Händen! − Unternehmensnachfolge in Sachsen). Seit 2010 wird auch ein Preis für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge ausgelobt. Der „Sächsische Meilenstein“ zeichnet kleine und mittlere Unternehmen in Sachsen aus, die in den Jahren 2007 bis 2011 eine Nachfolgeregelung erfolgreich und für alle Beteiligten zufriedenstellend sowie mit umsichtiger Planung und Durchführung umgesetzt haben. Eine unabhängige Jury vergibt im November ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Zusätzlich wird ein Sonderpreis verliehen, der mit 1.000 Euro dotiert ist.

Bereits 2005 beauftragte das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr das Dresdner Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) mit einem Gutachten über den Mittelstand und seine Nachfolgeregelungen. Das ifo kommt in diesem Mittelstandsbericht zu dem Ergebnis, dass 99,9 % aller sächsischen Unternehmen zum Mittelstand gehören. Der umsatzsteuerpflichtige Mittelstand generierte damals schon 69 % des Gesamtumsatzes und lag damit weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt von knapp 40 %. 2010 sind es laut IfM-Statistik noch 67 %, die ostdeutschen Bundesländer Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern haben Sachsen mittlerweile mit über 70 % überholt. Das liegt u. a. an hohen Umsatzeinbußen durch den Fachkräftemangel in Sachsen.

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% 70 60 50

57,3%

40 30 20

25,2% 17,5%

10 0

aus der eigenen Familie

aus dem Unternehmen

externer Nachfolger

Herkunft der Nachfolger in sächsischen Unternehmen 2011


Unternehmensnachfolgen in Sachsen bis 2020 % 70 60

65,5%

50 40 30 20

18,7%

10

15,8%

0

altersbedingt

aufgrund von Krankheit, Unfall, Tod

aus anderen Gründen

Gründe für alle Unternehmensnachfolgen bis 2020 (Prognose)

1. Die Finanzen – Einigung auf beiden Seiten Diese Firma ist aber viel mehr wert! Besonders bei familienexternen Nachfolgen stoßen unterschiedliche Kaufpreisvorstellungen aufeinander, aber auch bei einer internen Nachfolge müssen diesbezüglich einige Aspekte beachtet werden. Für eine Einigung ist es hilfreich, mit einer finanziellen Bestandsaufnahme zu beginnen, um ein grundsätzliches Verständnis von Unternehmensbewertungsmethoden zu erlangen. Für den Abgebenden ist dabei vor allem die Alterssicherung wichtig, für den Annehmenden die Möglichkeit zur zukunftsorientierten Weiterentwicklung. In erster Linie stellen begrenzte Eigenmittel des Nachfolgers und der allgemein schwierige Zugang zu Kapital eine Herausforderung dar. Wie hoch ist die Eigenkapitaldecke, wie der betriebswirtschaftliche Zustand des Unternehmens? So handelt es sich in einigen Fällen um ein hochprofitables Unternehmen, in anderen Fällen ist zunächst eine umfangreiche Sanierung erforderlich. Auch muss geklärt werden, ob die Bezahlung des Kaufpreises in einer Gesamtzahlung oder in mehreren Teilzahlungen erfolgen soll.

2. Die Emotionen – Konflikte erkennen und lösen

Rund 42.000 sächsische Firmenmitarbeiter sind aktuell von den Prozessen der Nachfolge betroffen – ein ostdeutscher Spitzenwert. Bundesweit allerdings führen Nordrhein-Westfalen, BadenWürttemberg und Bayern mit deutlichem Abstand, dort haben sich auch die meisten Unternehmen angesiedelt. Betroffen sind vor allem die Wirtschaftszweige produzierendes Gewerbe, Handel und unternehmensbezogene Dienstleistungen, wie Verkehr und Nachrichtenübermittlung, Kredit- und Versicherungswesen, Vermietung oder Verpachtung, mit Umsatzgrößen zwischen 500.000 und einer Million Euro.

Was macht ein Vollzeitunternehmer nach der Pensionierung? Einer der häufigsten Gründe für das Scheitern von Nachfolgen ist mangelnder Übergabewille. Manager haben Verlustängste, sehen kaum alternative Lebensinhalte, fürchten finanzielle Abhängigkeit und familiäre Konflikte, die durch eine Nachfolgeregelung ausgelöst werden können. Auch die Emotionen der Nachfolger können eine Nachfolge erheblich gefährden. Hierbei helfen drei Dinge: eine frühzeitige Identifikation möglicher Konfliktfelder, eine strukturierte Kommunikation und klare Vereinbarungen. Darüber hinaus kann aber auch die Einrichtung eines Beirats eine große Hilfe sein. Alle genannten Aktivitäten können durch den Einsatz externen Sachverstandes erheblich vereinfacht oder überhaupt erst ermöglicht werden. Treten dennoch Konflikte auf, sollten diese direkt angegangen werden, z. B. mithilfe einer externen Moderation oder Mediation.

Wie aber funktioniert eine verantwortungsvolle und zukunftsorientierte Nachfolgeregelung? Rechtzeitig und gezielt muss sie vorbereitet sein, um Erhalt und Weiterentwicklung der Firma zu sichern und wertvolles Know-how an die nächste Generation weitergeben zu können. Experten raten, einen Businessplan, ein Konzept sowie einen Zeitplan für die Übergabe in Zusammenarbeit mit einem Unternehmensberater oder der Hausbank, dem Steuerbüro oder einem Berater der Kammern zu erstellen. Grundsätzlich gibt es fünf Aspekte, die für eine gelungene Übergabe beachtet werden sollten: die finanziellen, die emotionalen, die rechtlichen und die steuerlichen Maßnahmen bei Unternehmensnachfolgen sowie die Herausforderungen bei der Suche und Auswahl eines Unternehmens oder eines Nachfolgers (vgl. Ratgeber des Staatsministeriums, www.unternehmensnachfolge.sachsen.de).

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pkl-kmk Leistungen

3. Die Steuern – Besser nicht ohne Steuerberater

4. Die Rechtslage – Nicht ohne externe Berater

Je nach Form der Eigentumsübertragung sind unterschiedliche Steuern zu entrichten. Da es sich bei dem deutschen Steuerrecht um ein komplexes, sich ständig wandelndes System handelt, ist der Einsatz eines Steuerberaters unumgänglich. Die möglichen Übergabeformen werden hier deshalb nur aufgezählt. Die häufig im Familienbetrieb vollzogene Vererbung oder Schenkung unterliegt der Erbschaft- und Schenkungsteuer. Bei dem Verkauf eines Unternehmens fallen in der Regel Ertragsteuern und Grunderwerbsteuer an. Der Erwerber kann im Anschluss an die Nachfolge den Kaufpreis grundsätzlich steuerlich absetzen. So können zum Beispiel unter bestimmten Bedingungen Gebäude abgeschrieben und bei Fremdfinanzierung des Kaufpreises die Zinsen steuerlich geltend gemacht werden. Bei der Verpachtung sind Pachteinnahmen als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zu versteuern.

Gesetzesregelungen greifen, wenn nichts anderes vereinbart worden ist, entsprechen aber selten den Anforderungen einer Unternehmensnachfolge. Bei der rechtlichen Ausgestaltung sollten die finanziellen, steuerlichen und emotionalen Konsequenzen beachtet werden und hierfür sollte immer juristischer Rat hinzugezogen werden. Im Wesentlichen muss geprüft werden, ob Mietverträge über die Geschäftsräume und Versicherungsverträge, aber auch schwebende gerichtliche oder außergerichtliche Auseinandersetzungen auf den Nachfolger übertragen werden. Das Erbrecht klärt, auf welche Person oder Personen das Vermögen des Unternehmers bei dessen Tod übergeht. Dabei greift die gesetzliche Erbfolge grundsätzlich immer dann, wenn der Unternehmer zu Lebzeiten keine oder eine nicht wirksame sogenannte gewillkürte Erbfolge durch Testament oder Erbvertrag festgelegt hat.

Unternehmensnachfolgen in Sachsen bis 2020 15.300

Baden-Württemberg

19.000

Bayern 4.100

Berlin Brandenburg Bremen Hamburg

2.600 800

8.700 1.900 9.800

Niedersachsen

24.100

Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Thüringen

5.000

Ihr Ansprechpartner Thomas Keller Rechtsanwalt Telefon 0351 86266-103 keller@pkl.com

1.400 4.400 2.200 3.800 2.300

Anzahl der Unternehmensnachfolgen in den einzelnen Bundesländern bis 2020 (Prognose)

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Dieser Prozess sollte so weit wie möglich versachlicht werden. Emotionen schränken den potenziellen Nachfolgerkreis nur ein. Zunächst gilt es ein Auswahlgremium zu definieren; außerdem sollten die Anforderungen an die Kandidaten formuliert und Profile zur eigenen Darstellung erstellt werden. Bei der Übergabe wirkt sich die Familienbzw. Mitarbeiterakzeptanz der neuen Chefetage positiv auf die strategische Führung aus. Personen aus externen Einrichtungen, die wie der Steuerberater, der Rechtsanwalt oder die Hausbank bisher schon eng mit dem zu übergebenden Unternehmen zusammengearbeitet haben, können die Auswahlentscheidung erheblich verbessern.

3.500

Hessen Mecklenburg-Vorpommern

5. Suche und Auswahl – Der Nachfolger

Ihr Ansprechpartner Alexander Holzhauer Steuerberater Fachberater für Unternehmensnachfolge (DStV e.V.) Telefon 0351 89959-21 holzhauer@kmk-dd.de


pkl-kmk Mitarbeiterporträt

Sandy Dreßler

Jana Kaulfuß

Seit 2009 ist Sandy Dreßler als Teamleiterin in unserer Erfurter Niederlassung tätig. Zusammen mit Rechtsanwältin Christiane Bolz und Rechtsanwalt Reike Meyer bildet sie eine perfekte Einheit und erledigt mit großem Verantwortungsbewusstsein alle anfallenden Sekretariats-, Büro- und Verwaltungsaufgaben.

Bereits seit 2006 ist Frau Kaulfuß als Sekretärin in unserem Hause beschäftigt und sie behält auch in stürmischen Zeiten stets einen kühlen Kopf. Nach abgelaufener Elternzeit verstärkt sie seit März dieses Jahres wieder das Sekretariat der kmk Steuerberatungsgesellschaft mbH.

Dabei hat Sie stets ein offenes Ohr für alle Belange unserer Mandanten und Mitarbeiter. Außerdem ist Sandy Dreßler Ansprechpartnerin für unsere Azubis und sie kümmert sich auch organisatorisch um die Ausbildung unserer angehenden Rechtsanwaltsfachangestellten. Ihre freundliche und jederzeit ausgeglichene Art wird dabei von allen sehr geschätzt.

pkl Keller Spies Partnerschaft Anger 73 99084 Erfurt Telefon 0361 658519-10 Telefax 0361 658519-11 dressler@pkl.com

Auch mit Kind und Kegel meistert sie das tägliche Arbeitspensum und erledigt dabei wichtige Aufgaben sowohl für die Verwaltung als auch für die Berufsträger und Fachmitarbeiter. Dies verlangt Verantwortungsbewusstsein und Einsatzbereitschaft, durch die sich Frau Kaulfuß auszeichnet.

kmk Steuerberatungsgesellschaft mbH Bergstraße 76 01069 Dresden Telefon 0351 89959-41 Telefax 0351 89959-50 kaulfuss@kmk-dd.de

„ Dank flexibler Arbeitszeiten kann ich sowohl Familie als auch die Herausforderungen im Beruf sehr gut unter einen Hut bringen.“ Jana Kaulfuß

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Mandanten

Ralf und Dr. Peter Liebscher (rechts) führen das Unternehmen in der 4. und 3. Generation

Lakowa GmbH aus Wilthen

Klartext im Gespräch mit Unternehmensnachfolger Ralf Liebscher Herr Liebscher, Ihr Unternehmen wird im kommenden Jahr 100 Jahre alt. Das ist sehr beeindruckend, denn so alte Unternehmen gibt es weltweit nur sehr wenige. Durchschnittlich leben Unternehmen in Deutschland sogar nur 12 Jahre. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis? Ich glaube, es ist unsere Wandlungsfähigkeit. Wenn Sie sich unsere Firmengeschichte ansehen, werden sie feststellen, dass wir im Laufe unserer Entwicklung schon einige Brüche erlebt haben. Mein Urgroßvater hat im Jahr 1913 ja eine Rucksackfabrik gegründet. Damals hieß das Unternehmen noch Liebscher & Stolle KG. In den 30er Jahren hat man dann angefangen, Koffer herzustellen und in der DDR kamen Gürtel und Sportbeutel dazu. Im Jahr 1972 wurde das Unternehmen allerdings enteignet und in VEB Lakowa Wilthen umbenannt. Mein Vater hat sich damals dafür entschieden, als Betriebsleiter im Unternehmen zu bleiben. Der größte Umbruch war aber natürlich die politische Wende im Jahr 1990. Mein Vater musste damals einen kompletten unternehmerischen Neuanfang wagen und wir haben quasi wieder bei Null angefangen. Heute sind wir ein moderner Entwicklungspartner für den Schienen- und Nutzfahrzeugebau in ganz Europa und erwirtschaften mit unseren 170 Mitarbeitern einen Umsatz von 17 Millionen Euro.

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Sie sagen, Ihr Vater sei trotz der Enteignung im Unternehmen geblieben. Ist ihm diese Entscheidung schwer gefallen? Es ist ihm schon schwer gefallen. Schließlich hat er sich aber mit der Situation arrangiert, weil er das Gefühl hatte, trotzdem seine ingenieurtechnischen Ambitionen umsetzen zu können. Trotz der Enteignung behielt die Firma aber die juristische Selbständigkeit, wie es damals hieß. Mein Vater hat darauf auch immer sehr viel Wert gelegt. Mit seinem Erfindergeist hat er es dann auch tatsächlich geschafft, die Produktivität des Unternehmens laufend zu verbessern. In den besten Zeiten hat das Unternehmen pro Jahr 10 Millionen Gürtel produziert. Ich glaube, man kann fast sagen, dass es in der DDR keine Hose gab, die keinen Lakowa-Gürtel hatte. Und wenn mein Vater sich damals nicht so entschieden hätte, dann wäre das Unternehmen heute sicher auch nicht mehr im Familienbesitz. Nach der Wende wurde das Unternehmen also reprivatisiert? Richtig. Mein Vater wurde 1992 alleiniger Gesellschafter der Lakowa GmbH. Das alte Geschäft mit Koffern und Gürteln ist aber völlig zusammengebrochen. Mein Vater hat damals sofort erkannt, dass wir komplett umsteuern müssen, wenn wir auf dem neuen Markt erfolgreich sein wollen. Er hat die Produktion zurückgefahren und angefangen, mit der Thermoformung zu experimentieren. 1993 kam dann noch das CNC-Bearbeitungszentrum dazu. 1995 waren wir dann schon so weit, dass die ersten Innenverkleidungsteile für die neue Dresdner Straßenbahn produziert werden konnten und 1996 kamen Teile für moderne Krankenwagen hinzu. Dass es so schnell gelungen ist, sich technisch auf die neuen Herausforderungen einzustellen, ist ein großer Verdienst meines Vaters.


Mandanteninterview

Kerngeschäft – Ausstattung von Schienenfahrzeugen

Das klingt tatsächlich nach turbulenten Zeiten. Wie sind Sie denn innerhalb der Familie mit diesen ganzen Richtungswechseln zurechtgekommen? Waren sich da immer alle einig? Es gab schon Probleme zwischen den Generationen. So haben z. B. die Vertrauten meines Großvaters meinem Vater beim Einstieg ins Unternehmen ziemlich viele Steine in den Weg gelegt. Manche haben sogar behauptet, er sei auf dem Weg, das Unternehmen zu ruinieren. Ich weiß, dass er sich darüber geärgert hat. Er hätte sich auch gewünscht, dass sein Vater ihn in dieser Situation mehr unterstützt. Schließlich hat er sich dann aber auch so durchgesetzt. Ansonsten hatten wir aber keine großen Probleme in der Familie, weil wir in der Sache immer sehr offen und ehrlich miteinander umgegangen sind. Meinem Vater habe ich schon relativ früh mündlich zugesagt, dass ich im Notfall als Nachfolger zur Verfügung stehe. Meine Schwester, die damals schon im Unternehmen tätig war, hatte früh entschieden, nicht allein die Nachfolge anzutreten. Also waren wir uns grundsätzlich alle einig. 2001 war die Zeit dann reif und ich bin mit meiner Frau aus Potsdam zurück nach Wilthen gezogen und als Projektleiter ins Unternehmen eingestiegen. Meine Schwester ist ebenfalls im Unternehmen geblieben und als Prokuristin für einen wichtigen Aufgabenbereich zuständig. Sie trägt einen Großteil der Verantwortung mit und ist für mich heute mehr denn je eine wichtige Stütze in der Unternehmensführung. War das ein großer Schritt? Was haben Sie denn zu dieser Zeit in Potsdam gemacht? Das war natürlich schon der Beginn eines völlig neuen Lebensabschnitts. Ich hatte ja zunächst eine EDV-Ausbildung bei Robotron in Dresden gemacht und dann Maschinenbau an der TU Dresden studiert. Während des Studiums haben ich diverse Praktika absolviert und war dabei auch für größere Unternehmen im Ausland tätig. Nach meinem Studium bin ich dann nach Potsdam gegangen, wo ich acht Jahre lang bei der Bosch-Siemens Hausgerätegruppe als Ingenieur gearbeitet habe. Die haben dort auf der grünen Wiese in Nauen ein komplett neues Werk für Haushaltsgeräte aufgebaut. Für einen jungen Ingenieur wie mich war das die beste Gelegenheit, um von der Pike auf zu lernen, wie so ein großer Laden läuft und welche Probleme dabei täglich zu lösen sind. Ich glaube, davon profitiere ich auch heute noch.

Man sagt ja, ein Fass riecht ein Leben lang nach dem, was man als erstes reingefüllt hat. Auch bei mir ist das teilweise so. Und wie war in dieser Zeit der Kontakt zu Ihrem Vater und zum heimischen Unternehmen? Also ich war im Großen und Ganzen schon auf dem Laufenden, was zu Hause passiert. Aber das Unternehmen war zu Beginn der 90er Jahre ja doch noch sehr klein und hat mich, ehrlich gesagt, nicht so sehr gelockt. Ich war zu der Zeit beruflich ja auch voll eingespannt und mit dem Kopf ganz woanders. Aber das persönliche Verhältnis zu meinem Vater war die ganze Zeit sehr gut. Er hat meine Schwester und mich auch nicht besonders unter Druck gesetzt. Wie gesagt, wir hatten nur irgendwann die mündliche Absprache getroffen, dass ich für den Notfall zur Verfügung stehe. Das war für mich aber eigentlich auch selbstverständlich.

„Ich glaube, man kann fast sagen, dass es in der DDR keine Hose gab, die keinen Lakowa-Gürtel hatte.“

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Mandanteninterview

Meilensteine in der 100-jährigen Unternehmensgeschichte 1913

Gründung Rucksackfabrik „Liebscher & Stolle“

1934

Aufnahme Kofferproduktion

1972

Verstaatlichung zum VEB Lakowa Wilthen

1989

Lakowa produziert Koffer, Gürtel, Schultaschen und Sportbeutel

Von der Rucksackfabrik …

1990 Beginn der Umstrukturierung, Beschaffung Thermoformmaschine

1992

Reprivatisierung als Lakowa GmbH

1995

Einstieg in den Schienenfahrzeugbau

1997

Fertigung von Innenbekleidungsteilen für Krankenwagen

2002

Modernisierung des Thermoformbereiches

2005

Gründung Betriebsstätte Sohland

2010

erfolgreiche Zertifizierung nach DIN 6701

2011

Erweiterung aller Unternehmensteile, Umsatz bei 17 Mio. Euro mit 170 Mitarbeitern

2013

100-jähriges Firmenjubiläum

Also waren Sie innerlich schon auf die Unternehmensnachfolge vorbereitet? Oder was sind aus Ihrer Sicht die Gründe, die eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge begünstigen. Eine gute Vorbereitung ist sicherlich das A und O. Man darf das Thema nicht totschweigen, sondern muss so früh wie möglich anfangen, darüber zu reden. Außerdem ist es sehr wichtig, dass ein potenzieller Nachfolger externe Erfahrungen sammelt. Sie kennen ja den Spruch: Der Lehrling zählt im eigenen Hause nichts. Außerdem ist es sehr wichtig, dass die Kinder bzw. Nachfolger eine emotionale Bindung zum Unternehmen aufbauen und erleben, dass es Spaß macht, sich unternehmerisch zu engagieren. Meine Frau und ich versuchen das unseren Kindern möglichst gut vorzuleben. In der Familie meiner Schwester ist das übrigens genauso. Haben Sie mit Ihren Kindern schon mal über das Thema Unter­nehmensnachfolge gesprochen? Inwiefern ist das überhaupt schon Thema bei Ihnen? Sie sind ja selbst noch sehr jung. Konkret gesprochen haben wir darüber noch nicht. Aber das Unternehmen ist natürlich schon Thema in unserer Familie. Als Unternehmer können Sie ja auch nicht immer zwischen Beruf und Privatleben trennen. Wir haben drei Söhne, drei, zehn und zwölf Jahre. Die beiden Großen stellen schon immer mehr Fragen und wollen oft ganz genau wissen, was wir da so den ganzen Tag machen. In den Ferien arbeiten die beiden sowie teilweise auch die Töchter meiner Schwester bei uns in der Firma. Aber das maximal einen Tag pro Ferien. Wir sind zwar grundsätzlich gegen Kinderarbeit, aber bei den eigenen Kindern machen wir da eine Ausnahme (lacht). Meinen Söhnen macht das auch sehr viel Spaß. Natürlich ist das alles eher spielerisch. Aber wenn sie von sich aus fragen, ob sie mitmachen dürfen, dann bremsen wir sie natürlich nicht. Dann sind Sie ja schon jetzt auf dem besten Weg, das Unternehmen auch erfolgreich an die nächste Generation zu übergeben? Ja, damit kann man eigentlich nicht früh genug anfangen. Aber selbstverständlich stehen derzeit andere Themen im Mittelpunkt. Wir wollen in den nächsten Jahren unsere unternehmerische Unabhängigkeit stärken und weiter profitabel arbeiten. Außerdem müssen wir immer am Puls der Zeit bleiben, was neue technologische Entwicklungen in unserer Branche angeht. Wir verfügen bereits jetzt über einige Patente und wollen auch in Zukunft weiter

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pkl-kmk Wissen

Öffentliche Vortragsreihe

Zuwendungen an Arbeitnehmer rechtssicher und flexibel gestalten

… zum Innenraumgestalter (hier für den ADAC-Rettungswagen TIGRIS).

innovativ sein. Im letzten Jahr haben wir ja auch unsere RIM-TeileFertigung in Wilthen erweitert und außerdem die Produktionsbereiche Formerei, CNC-Bearbeitung und Montage ausgebaut. Eine weitere Herausforderung ist derzeit auch die Professionalisierung der Verwaltung: Wir haben mittlerweile zahlreiche Fachabteilungen und Managementpositionen. Wenn das so weiter geht, werden unsere Kinder schon deutlich mehr Möglichkeiten und Wege haben, um in das Unternehmen einzusteigen, als das noch bei mir der Fall war. Wenn Sie so wollen, dann erleichtern die Lösungen, mit denen wir uns derzeit beschäftigen, die kommende Unternehmensnachfolge. Trotzdem wird natürlich niemand gezwungen und die Voraussetzung für eine Unternehmensnachfolge in der Familie ist selbstverständlich eine entsprechende Bildung bzw. Eignung. Da müssen wir sowieso erst mal abwarten, in welche Richtung sich unsere und die Kinder meiner Schwester entwickeln und welche Talente wir dabei entdecken.

Vielen Dank für dieses Interview.

Steckbrief

LAKOWA Gesellschaft für Kunststoffbe- & -verarbeitung mbH: 1913 gegründet unter dem Namen „Liebscher & Stolle KG“ Alle Produkte und Leistungen im Überblick Komponenten für Schienenfahrzeuge sowie Kranken- und Rettungswagen, Herstellung technischer Teile und RIM-Teile durch Thermoformung, RIM-Gießtechnik und CNC-Bearbeitung Firmensitz und -kontakt Dresdener Straße 25 02681 Wilthen Telefon: 03592 54 36 30 Fax: 03592 54 36 99 E-Mail: info@lakowa.com Internet: www.lakowa.com Geschäftsführer: Dipl. Ing. Ralf Liebscher Mitarbeiter: 170 (Stand 2012)

Kleinere Zuwendungen an Arbeitnehmer wie z. B. Essenmarken, Tickets für Veranstaltungen oder Tankgutscheine sind unter Umständen steuerfrei. Dementsprechend gerne greifen Arbeitgeber auf solche Maßnahmen zurück, um ihren Arbeitnehmern etwas Gutes zu tun. Es herrscht aber oft Unsicherheit, welche Gefälligkeiten im Einzelnen erlaubt und welche steuerlich nicht mehr begünstigt sind. Die Grenze ist hier nicht immer klar zu erkennen. Da sich bei dem Thema auch immer wieder einmal etwas ändert, haben unsere Experten Silvio Lindemann und Katrin Küber eine Vortragsreihe ins Leben gerufen, die sich mit dieser Thematik befasst und Ihnen Klarheit verschaffen soll. Der nächste Termin findet Anfang 2013 statt. Wir informieren Sie recht­ zeitig auf unserer Webseite.

Interne Schulung

Kanzleiberater Gunther Hübner zu Gast bei pkl-kmk Wir haben den renommierten Kanzleiberater und Steuerberater Gunther Hübner von der österreichischen Steuerberatungsgesellschaf t Hübner & Hübner zu uns nach Dresden eingeladen, um über interne und externe Kommunikation für Steuerberater zu sprechen. Hübner ist durch ein besonders innovatives und effektives Kanzleimanagement weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt geworden und führt seit mittlerweile 20 Jahren erfolgreich eine eigene Kanzlei. Wir hoffen, dass diese Veranstaltung in Kürze stattfinden kann und freuen uns schon jetzt auf entsprechende Einblicke in sein Erfolgsrezept und darauf, seine Ansätze mit unseren eigenen Aktivitäten in Beziehung zu bringen. Die Veranstaltung richtet sich an unsere Mitarbeiter aus ganz Deutschland und soll noch in diesem Jahr stattfinden. Letztendlich sollen uns die zu erwartenden Erkenntnisse dabei helfen, unsere eigene Leistungs- und Servicequalität weiter zu verbessern. 21


pkl-kmk Engagement

Filmnächte am Elbufer

Filmnächte am Elbufer locken knapp 180.000 Besucher an Die Filmnächte am Elbufer 2012 waren wieder ein voller Erfolg. Über 178.000 Dresdner und deren Gäste haben die Dresdner Sommernächte bei traumhafter Kulisse, einem guten Film oder spektakulären Konzerten, u. a. von Roland Kaiser, Die Ärzte und Clueso, genossen. Wie schon im vergangenen Jahr haben wir unseren Mandanten wieder angeboten, an einzelnen Tagen in der pkl-kmk-VIP-Lounge mit dabei zu sein und wieder haben viele unserer Mandanten dieses Angebot gerne angenommen:

Nicht nur zu unserer laufenden EM-Lounge während der FußballEuropameisterschaft, sondern auch zum pkl-kmk-Filmabend haben wir uns getroffen, um bei einem Glas Wein oder Bier über Geschäftliches und Persönliches zu sprechen. Die positive Resonanz unserer Mandanten hat uns darin bestärkt, auch im kommenden Sommer entsprechende Veranstaltungen anzubieten. Darauf freuen wir uns schon heute!

Golfturnier in Possendorf

Spendenrekord beim 5. pkl-kmk-Golfturnier

EUR

3.000,–

l-kmk-Turnier

olfshop-pk Spende zum G @cdeZ`8aVj›

nshilfe Stiftung Leiez /bOesterzgebirge –

Sächsische Schwhrt in Sachsen Wohlfa Dresden, den 3.

Oktober 2012 veranstaltet von:

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Knapp 150 Golfer aus Ost und West haben sich am 3. Oktober 2012 auf der Golfanlage in Possendorf zum 5. pkl-kmk-Golfturnier getroffen. Gespielt wurde ein „Scramble“, bei dem immer der am besten liegende Ball von jedem Spieler im Flight weitergespielt wurde. Dabei sind die einzelnen Flights als Teams gegeneinander angetreten. Gewonnen haben schließlich Enno Heistermann, Falk Jahn, Uwe Hommel und Georg Hommel (Bruttowertung) sowie Randy Freitag, Oliver Leder, Toni Sack und Maik Kotas (Nettowertung). Die Einnahmen des Turniers wurden von Hans-Joachim Kraatz und Thomas Keller auf 10.000 Euro aufgerundet und gehen als Spende an den KINDERLAND-Sachsen e. V., den LUBA Dresden e. V., die Stiftung Lebenshilfe Sächsische Schweiz/Osterzgebirge und an den TSV Graupa e. V. Vielen Dank an alle Golfer, die diese Aktion möglich gemacht haben!


Termine

Veranstaltungskalender 2012 / 2013 In Kürze Mitarbeiterschulung zum Thema „interne und externe Kommunikation“

Mittwoch, 23. Januar 2013 Mandantenseminar NH Hotel Dresden Altmarkt

merken sie sich diesen Termin bitte Vor!

Dienstag, 19. Februar 2013, Meerane Mittwoch, 27. Februar 2013, Chemnitz Donnerstag, 28. Februar 2013, Berlin Freitag, 8. März 2013, Dresden Steuerberater Alexander Holzhauer RKW-Seminarreihe zum Thema „Aktuelles Reisekosten und Bewirtungsrecht“ Donnerstag, 30. Mai 2013 5. REWE Team-Challenge Juli / August 2013 Filmnächte am Elbufer Donnerstag, 3. Oktober 2013 6. pkl-kmk-Golfturnier Golfclub Dresden Elbflorenz, Possendorf

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