Page 1

„Machen Sie, dass Sie weiterkommen ...“ Marketingtipps für bildende Künstler Wolfgang Sternkopf

ars momentum.


Wolfgang Sternkopf

„Machen Sie, dass Sie weiterkommen ...“ Marketingtipps für bildende Künstler

a r s m o m e n t u m.


Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek: Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. 1. Auflage 2013 © 2013 ars momentum Kunstverlag GmbH, Witten © 2013 der Texte: Wolfgang Sternkopf Gestaltung: Jo Lippek, Christoph Achenbach Fotografie: Martin Schmüdderich / Heribert Reismann † / Brigitte Degener Druck und buchbinderische Verarbeitung: Druck H. Buschhausen GmbH ISBN 978-3-938193-80-8 Alle Rechte vorbehalten Printed in Germany


Inhalt

Vorwort

Seite

6-7

Kreativität, Kommunikation, Körpersprache, Aktivität & Umsetzung

Seite 10 - 23

Marketing & Kunst

Seite 26 - 35

Kunst der Bewerbung für Auftrag- oder Arbeitgeber

Seite 38 - 45

Kreativität braucht Förderung, Beratung, Umsatz & Gewinn

Seite 48 - 57

Business & Kunst

Seite 60 - 67

Wichtige Hinweise und Adressen

Seite 68 - 69

Kontakt/Biografie

Seite 70 - 71

Literaturverzeichnis

Seite 73


Vorwort Nur eine Idee zu haben, ist noch nicht originell – sie muss auch umgesetzt werden. Um überhaupt kreativ sein zu können, müssen Menschen sich wohlfühlen. In dem Moment, in dem wir entspannen und uns behaglich fühlen, können Gedanken fließen. Unsicherheit, körperliches Unbehagen oder Stress blockieren Kreativität oder machen sie sogar unmöglich. Somit ist die Schwierigkeit, Kunst zu verkaufen, eine enorme Herausforderung für Künstler. Es gibt kaum einen anderen Markt, der so intensiv über Emotionen geprägt ist. „Ich bin Künstler und kein Verkäufer“ ist die Standardantwort, die ich seit Jahren in Seminaren, bundesweit, von der Mehrheit der Künstler höre. Die Folge muss eindeutig sein: Nehmen Sie sich selbst und Ihre Leistung als Künstler ernst! Damit Kundenorientierung nicht weiter ein Fremdwort bleibt, ist auch in diesem Bereich konzentrierte Arbeit erforderlich.

„Machen Sie, dass Sie weiterkommen ...“ Haben Sie sich schon mal folgenden Fragen gestellt? - Kennen Sie Ihre Stärken und Schwächen? - Kennen Sie Ihre Form der Kommunikation? - Kennen Sie Ihre Körpersprache? - Wie reagieren Sie, wenn Sie nach dem Preis Ihrer Arbeiten gefragt werden? - Sind Sie authentisch in Ihrer Person und Ihren Arbeiten? - Kennen Sie fixe und variable Kosten in Ihrem Bereich?

6


Hier ist es nun die Kunst, diese Fragen zu beantworten, damit generell das eintritt, was Sie gern möchten: der Verkauf Ihrer Arbeiten. Denken Sie bitte daran: Wenn sich aus Interesse Verlangen entwickelt, ist der Wunsch auch bald da, eine Arbeit von Ihnen zu erwerben. Damit Sie in Ihrem Handeln weiterkommen, habe ich das Buch in fünf Bereiche aufgeteilt:

Kreativität, Kommunikation,

Marketing & Kunst

Körpersprache, Aktivität & Umsetzung

Kreativität braucht Förderung,

Kunst der Bewerbung für Auftragoder Arbeitgeber

Business & Kunst

Beratung, Umsatz & Gewinn

Und vergessen Sie bei Ihrem Umgang mit Atelierbesuchern bitte nicht: Es geht nicht nur um Ihre Arbeiten, sondern es geht auch um Ihre Person und Ihre Wirkung auf Dritte. Damit Sie Begeisterung erleben, ist Humor sehr wichtig, und ich wünsche Ihnen auch Spaß im Umgang mit dem vorliegenden Buch. Denken Sie bitte an den Anfang des Vorwortes: Sie sollten sich wohlfühlen, um kreativ zu sein. Wolfgang Sternkopf

7


„Der Wandel kommt nicht zu uns, sondern DURCH uns.“ A. Saheb


Kreativität, Kommunikation, Körpersprache, Aktivität & Umsetzung

Seite 10 - 23

Kapitel 1

Marketing & Kunst

Seite 26 - 35

Kapitel 2

Kunst der Bewerbung für Auftrag- oder Arbeitgeber

Seite 38 - 45

Kapitel 3

Kreativität braucht Förderung, Beratung, Umsatz & Gewinn

Seite 48 - 57

Kapitel 4

Business & Kunst

Seite 60 - 67

Kapitel 5 9


Kreativität, Kommunikation, Körpersprache, Aktivität & Umsetzung

Kreativität Jeder Mensch, und somit auch der bildende Künstler, bevorzugt das Vertraute, und somit gehen wir gern Wege, die andere auch gehen. Verhalten Sie sich in Ihrem Agieren neben der Gestaltung Ihrer Kunst/Arbeiten auch ideenreich in Ihren Aktionen. Denken Sie mal ganz anders und vergessen Sie dabei auch nicht den Humor. Wenn Sie sich wohlfühlen, geschieht mit Ihnen und Ihrer Umgebung etwas Positives. „Wer nicht lächeln kann, sollte keinen Laden aufmachen“, sagt man in China. Kennen Sie Ihre Stärken und Schwächen? Haben Sie mal eine Aufstellung darüber gemacht, worin Sie gut sind oder worin nicht? Das Resultat könnte dann sein, dass Sie bestimmte Dinge nicht selbst machen, sondern diese von anderen erledigen lassen. Beispiel: Die Gestaltung einer Visitenkarte oder eines Flyers. Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie gut oder sehr gut können, und arbeiten Sie strukturiert. Die Mitbewerberzahl der bildenden Künstler in Deutschland ist sehr groß. Ca. 4 % können von ihren Arbeiten leben, und dies ist ein Grund, besonders originell in allem zu sein, was Sie machen.

10


Stärken Schwächen

Persönliche Stärken:

Persönliche Schwächen:

Mir ist es lieber wenn die Dinge beim Alten bleiben. Wenn etwas anders läuft als geplant, kann ich schnell umdenken. Ich tue mich schwer, fremde Menschen anzusprechen. Ich kann andere für meine Ideen und Ziele begeistern. Nach Misserfolgen zweifle ich an meinen Fähigkeiten. Wenn ich eine Chance sehe, ergreife ich sofort die Initiative. Ich kann schlecht mit Kritik umgehen. Ich probiere gerne neue Dinge aus. Ich habe kein großes Durchhaltevermögen. Auf andere Menschen gehe ich aktiv und direkt zu. Ich bin vorsichtig und warte lieber, bis andere aktiv werden.

WICHTIG!

Ihre persönlichen Stärken & Schwächen? 11


Kreativität, Kommunikation, Körpersprache, Aktivität & Umsetzung

Kommunikation Was machen Sie in einem Gespräch in Ihrem Atelier, wenn der andere Nein sagt zu den Preisvorstellungen Ihrer Arbeiten? Sind Sie vorbereitet? Wie begründen Sie Ihre Preisangaben? Ist dies für Ihren möglichen Käufer nachvollziehbar? Wie reagieren Sie bei gewünschten Preisnachlässen? Wie verhalten Sie sich in Ihrem Atelier oder bei einer Ausstellung einem Interessenten gegenüber? Schauen Sie ihn direkt an? Die Hauptelemente der Kommunikation sind sehr wichtig für eine zielgerechte Verständigung unter uns Menschen. Oft wird gesagt, das ist mir doch klar, jedoch verhalten wir uns nicht selten anders. Stimme, Ton, Lautstärke, Körpersprache, Gestik und Mimik spielen eine große Rolle, mehr als der Inhalt. Wenn Sie etwas mitteilen wollen, schreiben Sie eine E-Mail, wenn Sie etwas erreichen wollen, schreiben Sie einen normalen Brief oder bitten um einen Termin.

12


„Nur wer die Menschen begreift, kann sie als Kunden gewinnen.“


Kreativität, Kommunikation, Körpersprache, Aktivität & Umsetzung

Kommunikation in Form eines Verkaufsgespräches: Variante A Sie haben als Künstlerin eine Ausstellung in einer Galerie und ich als Besucher signalisiere Ihnen sehr schnell, dass ich die „blaue Arbeit“ im Format 60/60 cm haben möchte, für mein Arbeitszimmer. Ich frage gezielt nach dem Preis und Sie sagen, ohne mich anzusehen: „Diese Arbeit kostet 800,– €.“ Ich sage daraufhin: „Warum 800,– € und nicht 400,– €“, die ich eher aufwenden könnte. Sie sagen, die Arbeit sei wie ein Kind von Ihnen und Ihre Kreativität stecke darin. Wir einigen uns nicht, und somit ist der Verkauf gescheitert, weil „ich“ den gewünschten Preis nicht nachvollziehen kann. Es fehlt eine überzeugende Erläuterung!

14


Variante B Wir „drehen“ jetzt die Situation einmal einfach „um“. Sie fragen mich bei gleicher Ausgangslage: „Was kostet diese Arbeit im Format 60/60 cm?“ „Die kostet 800,– €.“ „Warum 800,– € und nicht 400,– €?“ Dies ist leicht zu erklären: Der Materialkostenanteil am Verkaufspreis liegt bei ca. 30 %, dies entspricht bereits 240,– €. Ich habe aufgrund meiner sonstigen fixen und variablen Kosten als Freiberufler einen Stundenlohn von ca. 25,– €. An dem Bild habe ich 23 Stunden gearbeitet, dies entspricht einem Betrag von 575,– €. In der Summe ergibt sich somit der Gesamtpreis 815,– €. Ob die Arbeit erworben wird oder nicht, hängt nun von der finanziellen Leistung des möglichen Käufers ab. Nachvollziehen kann er den gewünschten Preis, und dies trägt zur Wertschätzung der Künstler/Künstlerin bei.

15


Kreativität, Kommunikation, Körpersprache, Aktivität & Umsetzung

Körpersprache oder die Sprache des Körpers

Samy Molchow

Die Körpersprache hat mehr Macht, als wir allgemein denken. Wir können die Unwahrheit sagen, unser Körper sagt jedoch die Wahrheit. Viele denken, Körpersprache ist nur Theorie in dicken Büchern oder auf verstaubten CDs, dabei nehmen wir ständig irgendeine Form der Körperhaltung an. Früher galt z. B. die Verschränkung der Arme als Abwehr. Klar ist heute, dass mir auch kalt sein kann, oder ich wehre Kritik ab bzw. will nur die Arme verschränken. Denken Sie als schöpferisch arbeitender Mensch daran, dass Emotionen gefragt sind, um den Gesprächspartner, ob in der Galerie oder im Atelier, für sich zu gewinnen. Strahlen Sie ein gesundes Selbstbewusstsein aus und es wird sich auf Ihr Gegenüber übertragen.

16


Stimme und Tonfall Sie wissen es selbst: Im richtigen Ton kann man fast alles sagen, im falschen gar nichts. Viele unterschätzen die Möglichkeiten der Stimme. Sie kann sehr positiv und sehr negativ wirken. Die Stimme ist als „Stimmungsbarometer“ zuständig für mögliche Distanz und Nähe. Achten Sie auf Distanz und nehmen Sie Nähe wahr. Die Erfahrung zeigt, dass ein freundliches Naturell in Form von Körpersprache und Stimme, auch bei nicht angenehmen Themen, sehr förderlich sein kann. Ein direkter Blickkontakt sowie ein authentisches Lächeln werden auch innerhalb eines Ateliers etwas ins Positive verändern. Haben Sie keine Angst vor Emotionen.

Über das Auge ... Informationen werden nicht nur über das Ohr, sondern in wesentlich größerem Umfang über das Auge wahrgenommen. „Von wegen hören & sehen ...“ Große Augen hatten schon immer eine klare Anziehungskraft. Der Blick ist ein Signal der Körpersprache und der „kürzeste“ Weg zwischen zwei Menschen.

17


Kreativität, Kommunikation, Körpersprache, Aktivität & Umsetzung

Authentisch sind Sie, wenn Ihre innere Haltung mit der äußeren Haltung übereinstimmt ...

ACHTUNG

Kommunikationsprobleme ... Manchmal möchte ich ein anderer sein, nicht, weil ich denke, nicht gut zu sein, sondern weil ich denke, es weiß keiner.

18


Kunst von Profis Atelierkommunikation ... Das Problem ist sicherlich nicht, Ihren Atelierbesuchern etwas von Ihren Arbeiten und wie sie entstanden sind zu erzählen, sondern gehört zu werden. Nicht selten „verkauft“ ein Künstler sich „unter“ seinem Wert. Worte wie „Ich bin noch in der Findungsphase ...“ mögen sich zwar sehr ehrlich anhören, wirken jedoch auch nicht gerade überzeugend. Wenn Sie einem Arzt begegneten, der eine solche Äußerung über seine Arbeit machen würde, wären sie schnell aus der Praxis gelaufen. Atelierbesucher und Gäste in einer Galerie wollen Kunst von Profis wahrnehmen. Sie dürfen nicht vergessen: Sie verkaufen auch sich selbst und nicht nur Ihre Arbeiten. Sie werden als Einheit gesehen und somit angenommen oder nicht. Wenn diese Grundlagen nicht vorhanden sind, wird es sehr schwer, etwas zu verkaufen. Kreativität ist somit nicht nur bei der Ideenfindung und Umsetzung Ihrer Arbeiten erforderlich, sondern auch bei dem möglichen Verkauf Ihrer Kunst. Viele Künstler empfinden den Verkauf ihrer Arbeiten als belastend, obwohl sie ihrem Käufer in der Regel eine große Freude bereiten.

19


Kreativität, Kommunikation, Körpersprache, Aktivität & Umsetzung

Emotionen Denken Sie bitte daran: Es geht in erster Linie um Emotionen, wenn Menschen sich begegnen, besonders in einem ideenreichen Umfeld. So wie Sie jemand einschätzt, so schätzt er auch Ihre Meinung und somit auch evtl. Ihre Arbeiten ein. Von Ihrem Verhalten hängt somit sehr viel ab. Es ist wie bei einem Coachinggespräch: Die Chemie muss stimmen, keine fachlichen Erläuterungen über Kunst können dies wettmachen, wenn sie nicht vorhanden ist. Aus Aufmerksamkeit sollte Verlangen werden, dann können Sie Erfolg haben!

EXTRA

WICHTIG!

20

Verändern Sie nicht Ihr Naturell, achten Sie jedoch auf Ihre Form der Kommunikation und auf Ihre Körpersprache: Damit sagen Sie alles!

Z


Zustand Dass Kunst uns Halt geben kann ist eine sehr schรถne Inanspruchnahme von Kunst...


Kreativität, Kommunikation, Körpersprache, Aktivität & Umsetzung

Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden, verstanden ist nicht einverstanden, einverstanden ist nicht angewendet, angewendet ist nicht beibehalten. Konrad Lorenz

22


Warum ist KOMMUNIKATION so wichtig ...? In einem Wald in der Nähe von Linz geht das Gerücht um, der Bär habe eine Todesliste. Alle fragen sich, wer da wohl draufstehen mag? Schließlich nimmt der Hirsch allen Mut zusammen und fragt den Bären: „Sag einmal, stehe ich auf der Liste?“ – „Ja“, sagte der Bär, „auch dein Name steht auf meiner Liste.“ Voller Angst läuft der Hirsch davon. Zwei Tage später wird er tot aufgefunden. Entsetzen macht sich überall breit. Der Keiler hält die Ungewissheit, wer als Nächster dran sein wird, nicht mehr aus und fragt den Bären, ob er auch auf der Liste stehe. „Ja“, sagte der Bär, „auch du stehst auf meiner Liste.“ Der Keiler sucht schleunigst das Weite. Zwei Tage später wird er tot aufgefunden. Nun bricht Panik unter den Waldbewohnern aus. Allein der Hase wagt es noch, den Bären aufzusuchen. „Bär, steh ich auch auf deiner Liste?“ –„Ja, auch du stehst auf meiner Liste.“ – „Kannst du mich da streichen?“ – „Ja klar, kein Problem!“ Quelle: Wer das Sagen hat, sollte reden können … 23


Enten legen ihre Eier in aller Stille. H端hner gackern dabei wie verr端ckt. Was ist die Folge? Alle Welt isst H端hnereier! Henry Ford

isst


Kreativität, Kommunikation, Körpersprache, Aktivität & Umsetzung

Seite 10 - 23

Kapitel 1

Marketing & Kunst

Seite 26 - 35

Kapitel 2

Kunst der Bewerbung für Auftrag- oder Arbeitgeber

Seite 38 - 45

Kapitel 3

Kreativität braucht Förderung, Beratung, Umsatz & Gewinn

Seite 48 - 57

Kapitel 4

Business & Kunst

Seite 60 - 67

Kapitel 5 25


Marketing & Kunst

Marketing & Kunst In den meisten Fällen kommt hier als Antwort: Werbung! Dies ist natürlich viel zu oberflächlich aufgrund der verschiedenen Anwendungsformen innerhalb des Marketingbereiches. Marketing ist überall und wir sind ständig damit konfrontiert, in Form einer Abhängigkeit, ohne es je zu ahnen oder wahrzunehmen. Marketingbereiche (Auswahl): - Motivforschung - Gehirnforschung - Produktpolitik - Vertriebskonzepte - Außen- und Innendienst - Werbung generell - Dienstleitungsmarketing - Marktforschung - Verkauf - Marketing-Controlling - Online-Marketing

26


Marketing Werbung

Toll, werden Sie denken, warum brauche ich dies als bildender Künstler? Ich will malen und sonst nichts! Marketing bietet allen am Markt Beteiligten Ansätze, um Entscheidungen marktbezogen bzw. kundenorientiert treffen zu können. Diese Grundlagen gelten im „Kleinen“ auch für künstlerische Berufe und somit auch für bildende Künstler.

ACHTUNG

Wer den Markt und sein Umfeld nicht kennt, lebt auf einer „Insel“!

27


Marketing & Kunst

Bedürfnisse Sie sehen am Beispiel (S. 24), Henry Ford hat sein Marketing „gelebt“ und es emotional erläutert. Besser geht es in diesem Zusammenhang nicht. Doch auch für Ihr Handeln als fantasievoller Mensch sind Grundlagen aus dem Bereich des Marketings von einer nicht zu unterschätzenden Notwendigkeit. Marketing ist vor allem eine Denkhaltung mit dem Ergebnis, dass sich alle Aktivitäten innerhalb Ihres Ateliers an einer Fragestellung orientieren: Wie kann ich die Wünsche meiner Atelierbesucher am besten erfüllen und trotzdem m e i n e Arbeitsrichtung beibehalten?

WICHTIG!

Marketing bedeutet, Bedürfnisse & Wünsche in möglichst differenzierter Form zu verstehen …

Marketing sollte auch bei Künstlern ein wichtiger Teil ihrer Philosophie, Strategie und Konzeption sein und das tägliche Handeln beeinflussen.

28


& Wünsche So sollten Sie z. B. konsequent bei der Entwicklung und Umsetzung von Visitenkarten, Flyern und dem Internetauftritt sein. Die Mehrzahl hat irgendwann am Ende einer PC-Schulung eine eigene Visitenkarte gestaltet und dann auf viel zu dünnem Papier drucken lassen oder selbst erstellt. Diese Qualität entspricht meist nicht der Qualität Ihrer eigenen Arbeitsweise. Warum findet dies so statt? Es wird zu keinem Zeitpunkt über die „Marketingwirkung“ nachgedacht. Nur aus der Notwendigkeit heraus wird hier etwas „gestaltet“. Denken Sie bitte an Ihre vorhandenen Veranlagungen. Nehmen Sie Kontakt zu einem Profi auf und setzen Sie Ihre Vorstellungen gemeinsam um.

29


Marketing & Kunst

Im günstigsten Fall löst Marketing Begeisterung und eine Kaufentscheidung aus. Hören Sie Ihren Atelierkunden genau zu. Wenn Ihr möglicher Kunde kein Interesse zeigt, haben Sie keinen Erfolg. Gut zu sein, ist nicht genug, Sie müssen besser, anders sein.

ACHTUNG

Denken Sie an E M O T I O N E N.

Marketing sollte die „Kreativität Nr. 2“ für Sie bedeuten. Im Grunde ist alles Marketing, denn der Sinn ist ja, Kunden für Ihre Arbeiten zu gewinnen.

30


Realität!

Das Angebot an bildender Kunst ist größer als die Nachfrage ... Und welche Atelierbesucher „tauchen“ bei Ihnen auf? Sind es zu ca. 65 % 50plus? Oder ist der Prozentsatz noch höher? Wo sind die 25- bis 35-Jährigen? Das Potenzial der 50plus-Atelierbesucher wird in den nächsten Jahren der größte Anteil sein. Keine Branche kommt an dieser möglichen Kundengruppe vorbei, Sie auch nicht! Haben Sie schon einmal in Ihrem Atelier darüber nachgedacht? Die Konsequenz könnte sein, dass diese Gruppe in Zukunft Ihre „Hauptkunden“ sein könnten und somit auch für Sie wichtig sind.

31


Marketing & Kunst

Was tun? Gedanken fĂźr den Umgang mit Atelierbesuchern oder solchen, die es werden sollten ... - Achten Sie bitte darauf, nie belehrend im Atelier zu agieren. - Suchen Sie eine persĂśnliche Verbindung. - Seien Sie stets freundlich. - Schauen Sie Ihre Besucher an. - Achten Sie auf Sauberkeit. - Unterlassen Sie Rechtfertigungen bezogen auf Ihre Arbeiten. - Werten Sie sich und Ihre Arbeiten nicht ab. - Geben Sie statt eines Nachlasses lieber ein kleines Geschenk.

32


Gedanken …

Marketing bedeutet, Bedürfnisse & Wünsche zu verstehen ... Scheitern & Erfolg ... Niederlagen können eine Basis für spätere Erfolge sein. Zwischen gutem und schlechtem Scheitern muss unterschieden werden. Scheitern und Erfolg sind in engem Zusammenhang zu sehen. Wer auf der Suche nach Erfolg ist, sollte auch über das Scheitern nachdenken. Erfolg hängt zu zwei Dritteln von persönlichen Komponenten ab. Nur ein Drittel hängt von äußeren Einflüssen ab. Messen Sie Ihre „Verkaufsfähigkeit“ ... Ich fühle mich die meiste Zeit gut. Ich halte die Balance zwischen neuen und bestehenden Kunden im Atelier. Ich teile meine Zeit für die Erstellung meiner Bilder und deren Verkauf gut ein. Ich konzentriere mich auf verschiedene Projekte. Ich arbeite mit anderen Disziplinen (z. B. Musik/Literatur) zusammen.

33


Marketing & Kunst

Jede Bem端hung, genau und rational zu entscheiden, scheitert an dem Einfluss der Gef端hle. Nur wenn Ihnen dies bewusst ist, gewinnen Sie Ihre Kunden f端r sich! 34

K


Der Blick ist der k체rzeste Weg zwischen zwei Menschen sagt man

Kommunikation Oft weiche ich einem Blick aus in der Hoffnung diesen Weg nicht gehen zu m체ssen bis zum n채chsten Blick


3


Kreativität, Kommunikation, Körpersprache, Aktivität & Umsetzung

Seite 10 - 23

Kapitel 1

Marketing & Kunst

Seite 26 - 35

Kapitel 2

Kunst der Bewerbung für Auftrag- oder Arbeitgeber

Seite 38 - 45

Kapitel 3

Kreativität braucht Förderung, Beratung, Umsatz & Gewinn

Seite 48 - 57

Kapitel 4

Business & Kunst

Seite 60 - 67

Kapitel 5 37


Kunst der Bewerbung für Auftragoder Arbeitgeber

Baustein Der Markt an Büchern zum Thema Bewerbung ist grenzenlos und deckt fast alle beruflichen Bereiche ab, und somit möchte ich auch auf ein kleines Kapitel nicht verzichten. Denn auch dieser Abschnitt ist ein notwendiger Baustein für kreative Köpfe, die von ihrer Arbeit leben möchten.

Kunst der Bewerbung ... Ob Sie einen Auftraggeber oder einen Arbeitgeber ansprechen, ist im Grunde gleich: Denken Sie bitte daran, dass Sie auch als Geschäftsmann bzw. Geschäftsfrau wahrgenommen werden. Ob Ihnen das gefällt oder nicht: Der Verkauf von Kunstwerken bedeutet die Teilnahme am Wirtschaftsleben, und das hat eigene Regeln und Erwartungen an seine Teilnehmer.

38


Bewerbung Im Abschnitt „Stärken & Schwächen“ haben Sie gesehen, wo Sie evtl. gut sind und wo Sie nicht so gut sind! Somit kommen Fragen auf: - Wo stehe ich heute? - Was möchte ich mit meiner Kunst erreichen? - Will ich mich selbstständig machen? - Welche Unternehmen aus dem gestalterischen Bereich sind mögliche Alternativen zur Selbstständigkeit? - Wie und wo gewinne ich zusätzliche Informationen? - Welche Möglichkeiten der Stellengesuche gibt es? - Kann ich einer Ateliergemeinschaft beitreten? - Kann ich meine kreativen Gedanken auch innerhalb eines Unternehmens umsetzen? - Was möchte ich generell erreichen? - Kann ich Workshops anbieten?

39


Kunst der Bewerbung für Auftragoder Arbeitgeber

Fragen Sie mich mal was … oder Ich kann andere für meine Ideen und Ziele begeistern Kompetenz = Wissen x Erfahrung Engagement = Ziele x Selbstbewusstsein Stärke = Talent x (Wissen x Können) (Quelle: Boris Grundl)

Hören Ihnen die Besucher zu, wenn Sie vor einer Gruppe innerhalb Ihres Ateliers eine Ausstellung eröffnen? Die gleiche Frage können Sie sich bei einem möglichen Bewerbungsgespräch stellen: Hört man mir wirklich zu? Wenn nein, überprüfen Sie Ihre Art der Kommunikation und der Körpersprache.

40


Machen Sie deutlich, was Sie wollen und welche Ambitionen Sie haben? Gruppe A:

Ich male ganz gern ab und zu. (Hier steht die angewandte Kreativität nicht im Vordergrund.)

Gruppe B:

Ich male sehr gern, arbeite jedoch noch in einem ganz anderen Beruf. (Dies ist mit einem sehr hohen Prozentsatz die größte Gruppe: Man möchte gern, es geht jedoch aus finanziellen Gründen nicht.)

Gruppe C:

Sie malen sehr gern und möchten auch aufgrund Ihrer Ideen und Ihrer Ziele im Kopf das Ganze intensivieren. Kunst ist für Sie ein Lebensmittelpunkt! (Nur eine kleine Minderheit, die es schafft, davon zu leben.)

Wie geht das? Dies kann durch die Kombination von verschiedenen Disziplinen gelingen, zum Beispiel: Kunst und Literatur (Grafik/Text-Kunstkalender o. Ä.). Dadurch ergeben sich nun Möglichkeiten für eine „größere“ Auftragsbreite. Eine positive Zusammenarbeit mit anderen kreativ arbeitenden Menschen ermöglicht dies.

41


Kunst der Bewerbung für Auftragoder Arbeitgeber

Wenn Sie sich vorstellen, Sie möchten nun Erfolg haben, dann sollten Sie innerhalb eines Bewerbungsgespräches auf folgende Fragen vorbereitet sein: - Erzählen Sie etwas über sich! - Was wissen Sie über unser Unternehmen? - Was sind Ihre Stärken? - Was sind Ihre Schwächen? - Können Schwächen auch Stärken sein? - Warum möchten Sie für uns arbeiten? - Glauben Sie, wir brauchen Ihre Kreativität? - Können Sie auch im Team Ideen entwickeln? - Glauben Sie, eine Festeinstellung „engt“ Sie ein?

42


Erfolg - Warum möchten Sie Ihren derzeitigen Beruf aufgeben? - Warum sollten wir gerade Sie einstellen? - Wann könnten Sie frühestens anfangen? - Wo sehen Sie sich selbst in fünf Jahren? - Haben Sie Fragen an meine Person? - Haben Sie Fragen zu unserem Unternehmen?

Haben Sie noch Fragen? Obwohl es in dem vorliegenden Buch um Marketingtipps für Kunstschaffende geht, ist die Beschäftigung mit der möglichen Realität einer Bewerbung auch ins Auge zu fassen. Es kann nicht schaden, sich Fragen zur eigenen Person zu stellen und sie zu prüfen.

43


Kunst der Bewerbung für Auftragoder Arbeitgeber

Fragen, die Sie für sich und andere beantworten können, ob freiberuflich oder angestellt: - Gestalterische Ideen zu entwickeln und umzusetzen, liegt mir besonders. - Wenn ich weiß, wie etwas aussieht, kann ich es ohne Probleme zeichnen. - Ich besitze viel Selbstvertrauen. - Ich habe ein feines Gespür für die Stimmung anderer. - Ich bin ein zuverlässiger Mensch. - Ich habe großes Durchhaltevermögen. - Ich kann gut Kritik annehmen. - Ich probiere gerne neue Dinge aus. - Es macht mir Spaß, völlig neue Lösungswege zu gehen.

44


Wie sieht dies bei Ihnen aus?

Wie ‌


4


Kreativität, Kommunikation, Körpersprache, Aktivität & Umsetzung

Seite 10 - 23

Kapitel 1

Marketing & Kunst

Seite 26 - 35

Kapitel 2

Kunst der Bewerbung für Auftrag- oder Arbeitgeber

Seite 38 - 45

Kapitel 3

Kreativität braucht Förderung, Beratung, Umsatz & Gewinn

Seite 48 - 57

Kapitel 4

Business & Kunst

Seite 60 - 67

Kapitel 5 47


Kreativität braucht Förderung, Beratung, Umsatz & Gewinn

Kulturcoaching für Ihren Erfolg Kulturschaffende und Selbstständige beschäftigen sich ungern mit betriebswirtschaftlichen Fragen. Das Kulturcoaching kann da eine Verbindung herstellen, und zwar in Form von Kommunikation. In einem „Einführungs-Check“ wird die Ist-Situation bei dem Gesprächspartner oder den Teilnehmern unter die Lupe genommen. Optimierungspotenziale werden offengelegt und interne und externe Abläufe kritisch hinterfragt.

48


Kulturförderung Was bringt Ihnen das Kulturcoaching? Erkennen von Chancen und Möglichkeiten? Formen der Selbstständigkeit in Kunst und Kultur? Informationsbeschaffung? Stärken & Schwächen formulieren? Wer folgt meinen Zielen? Mögliche Beratungshilfen? Stärkung der eigenen unternehmerischen Fähigkeiten? Kooperation mit anderen? Vergleichsmöglichkeiten? Ansporn und Hoffnung? Aufspüren von Förderprogrammen? Sponsoring? Kunst in Unternehmen?

Offene Reflexion Es gibt z. B. ca. 3.500 Preise, Stipendien und andere Formen regelmäßiger Kulturförderung.

49


Kreativität braucht Förderung, Beratung, Umsatz & Gewinn

Alles, nur kein Geschäftsmann ... Um genug zu verdienen, reicht es nicht aus, eine gute Idee oder eine herausragende Begabung zu besitzen. Man muss beides „verkaufen“ können. Nach „draußen“ zu gehen und sich selbst und seine Arbeit zu vermarkten, kostet mitunter aber sehr viel Überwindung.

ACHTUNG

Hinweis: Beachten Sie bitte das Kapitel „Kreativität, Kommunikation, Körpersprache, Aktivität & Umsetzung“

Dasselbe gilt auch für die Beschäftigung mit kaufmännischen Fragen und die Lösung steuerlicher oder rechtlicher Probleme. Dort aber, wo der Kommerz beginnt, hören für einige Kultur- und Kunstschaffende die Kreativität und der Spaß auf. Die Vorstellung, nicht allein als kreativ denkender und schaffender Mensch, sondern auch als geschäftstüchtiger „kühler“ Rechner auftreten zu müssen, stößt bei „IHNEN“ auf wenig Gegenliebe und Verständnis.

50


Wer nicht gern etwas verkauft, wird auch nichts los ‌ 51


Kreativität braucht Förderung, Beratung, Umsatz & Gewinn

Kreativer Erfolg ... Nur: Wer sich dafür entschieden hat, tatsächlich von seiner künstlerischen Arbeit leben zu wollen, sollte alle Möglichkeiten nutzen, damit dies auch gelingt. Viele Kreative übersehen allzu leicht, dass dauerhafter Erfolg nicht vom Himmel fällt, sondern immer auch eine gute Portion unternehmerisches Wissen und Geschick dahinterstecken. Wobei Erfolg nicht unbedingt bedeuten muss, das „große Geld“ zu machen. Die Mehrzahl der Kreativen will vielmehr in der Lage sein, ihre Ideen auf Dauer umzusetzen, ohne sich dafür zu verbiegen. Dabei verlangt die „berufliche Selbstständigkeit“ durchaus kreative Einspeisung und ist alles andere als vernachlässigbar. Die Überwindung der negativen Vorurteile zum Thema „Business“ machen dies jedoch oft zum Problem.

52


„Man muss ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern.“ Ernst Bloch

Kreativwirtschaft in Zahlen ... Die Kreativwirtschaft hat Größenordnungen geschaffen, die sehr erstaunlich sind. Dieser Wirtschaftszweig mit rund 237.000 Unternehmen und knapp einer Million Erwerbstätigen kann sich „sehen“ lassen. 2009 war die Gesamtleistung in Deutschland ca. 131 Milliarden €. Damit ist sie vergleichbar mit den volkswirtschaftlichen Schwergewichten Automobilindustrie, Maschinenbau und Informations- und Kommunikationstechnologie. Freiberufler in der Kultur- und Kreativwirtschaft: Musikwirtschaft 11.104 / Buchmarkt 13.999 / Kunstmarkt 12.250 / Filmwirtschaft 19.344 / Rundfunkwirtschaft 19.691 / Markt für Darstellende Künste 19.217 / Designwirtschaft 42.102 / Architekturmarkt 41.073 / Pressemarkt 25.073 / Werbemarkt 41.144 / Software 41.847 / Sonstiges 5.195 Ges. Kultur- und Kreativwirtschaft 236.837 Unternehmen: alle freiberuflich und selbstständigen Unternehmen mit einem Umsatz von mindestens 17.500 €/Jahr

53


Kreativität braucht Förderung, Beratung, Umsatz & Gewinn

Zu welchem Preis ...? Ums Rechnen kommen Sie nicht herum. Sie müssen feststellen, wie viel Sie einnehmen müssen, um Ihren monatlichen Lebensunterhalt und die betrieblichen Kosten (Ateliermiete, Material etc.) zu decken und – in der Regel etwas später – einen Gewinn zu erzielen. Machen Sie sich da auch nichts vor und arbeiten Sie sehr strukturiert.

Umsatz (= Summe aller Erträge, die Sie über den Verkauf Ihrer Arbeiten und Leistungen erzielen) minus aller anfallenden Kosten = Gewinn oder Verlust?

ACHTUNG

54

Hinweis: siehe auch Abschnitt „Kommunikation in Form eines Verkaufsgespräches ...“ (Variante A und B)


Künstler und Unternehmer ... Noch ist es in unserer Gesellschaft so, dass viele Kulturschaffende sich von den „klassischen“ Anlaufstellen für Gründerinnen, Gründer und Unternehmer nicht angesprochen fühlen, weil sie sich nicht als Existenzgründer oder Geschäftsleute betrachten. Nach dem Motto „Wir fragen ungern nach dem Weg ...“ agieren zahlreiche Kulturschaffende am möglichen Ziel vorbei. Auch das Angebot von Seminaren für kreative Berufe wird bundesweit, nach meinen eigenen Erfahrungen als Dozent, sehr spärlich in Anspruch genommen, obwohl die existenzielle Grundlage nicht selten sehr negativ ist. Das Besondere daran ist, dass wirkliche Begabungen nicht in Erscheinung treten können, und dies ist sicherlich ein bedauernswerter Verlust.

55


Kreativität braucht Förderung, Beratung, Umsatz & Gewinn

Geringe Nachfrage ... Umgekehrt verfügen die Beraterinnen und Berater eher sehr selten über die notwendige Erfahrung, wenn es um die Beurteilung der wirtschaftlichen Erfolgsaussichten kreativer oder künstlerischer Vorhaben geht. Dies hat sicherlich auch etwas damit zu tun, dass die Nachfrage aus schon genannten Gründen sehr minimal ist! Für Freiberufler ist jedoch das notwendige Wissen überschaubar. Schwierigkeiten bereitet vielen Kulturschaffenden vielmehr, ihr Selbstverständnis etwas (weiter) zu entwickeln und sich nicht „nur“ als Künstler oder Kreativer zu begreifen, sondern auch als aktive Unternehmerin und Unternehmer. Es ist somit sinnvoll, sich betriebswirtschaftliches Wissen im geringen Umfang anzueignen bzw. es in Form von Coachinggesprächen zu erwerben. Durch das vorhandene „Überangebot“ an bildender Kunst in Deutschland generell hat es der Freiberufler nicht leicht. Aus dieser Sicht wäre die Inanspruchnahme sicherlich sehr hilfreich.

WICHTIG!

Wissen macht sichtbar

Wissen macht sicher ... Wissen macht sichtbar

56


„Dinge, die man emotional aufnimmt und mit einem guten Gefühl gelernt hat, behält man besser.“ Dorothea Lipp 57


5


Kreativität, Kommunikation, Körpersprache, Aktivität & Umsetzung

Seite 10 - 23

Kapitel 1

Marketing & Kunst

Seite 26 - 35

Kapitel 2

Kunst der Bewerbung für Auftrag- oder Arbeitgeber

Seite 38 - 45

Kapitel 3

Kreativität braucht Förderung, Beratung, Umsatz & Gewinn

Seite 48 - 57

Kapitel 4

Business & Kunst

Seite 60 - 67

Kapitel 5 59


Business & Kunst

Kreativität als Mittel Schöpferische Fähigkeit und somit Schaffung von bildender Kunst ist ihrem Wesen nach Ideenarbeit. Kreativität selbst wurde und wird in der Industriegesellschaft häufig als Störfaktor betrachtet, bestenfalls als schmückende Zutat zum eigentlichen „Ernst des Lebens“. Kreativität ist, vereinfacht gesagt, die Fähigkeit, sich einem Problem, das in dieser Art und Weise noch nie vorgekommen ist, zu nähern und dieses Problem so zu lösen, wie es noch nie zuvor gelöst wurde. Kreativität ist auch erforderlich, wenn wir Marketingmaßnahmen „ergreifen“, die sich zum Beispiel mit dem Thema „BUSINESS & KUNST“ befassen. Je mehr Marketingwissen verwandt wird, umso erfolgreicher ist das Ergebnis. Kreativität bedeutet Begabung, Wissen und Können, und dies im Einklang. Generelle Ausgeglichenheit ist dann noch eine gute Basis für entsprechende Ergebnisse. Kreativitätsblockaden, etwa negative Einstellungen, Zeitdruck, Perfektion, Zweiteilung zwischen „Job“ und Kunst, sowie die mögliche Überzeugung, nicht kreativ genug zu sein, hemmen deutlich die Arbeitsweise und somit das Niveau.

60


Kundengewinnung Noch ist sicherlich die Anzahl der Führungskräfte sehr gering, die erkannt haben, welches Potenzial in dem Thema „BUSINESS & KUNST“ liegt. Immer noch werden Marketingmaßnahmen vorgenommen, die nicht mehr zeitgerecht und oft ohne jeglichen emotionalen Hintergrund sind. Ein praktisches Beispiel zeigt, was Kundenbindung emotional bedeuten kann. Ein Unternehmen verschenkte an Geschäftspartner ca. zweihundert Opernferngläser mit einem Papierstreifen daran, auf dem stand: „Damit wir uns nicht aus den Augen verlieren ...“ Dies ist eine Form von gefühlsbetonter Kreativität, die vorbildlich ist, und ihre Unwiderstehlichkeit war seinerzeit enorm. Warum war die Wirkung äußerst positiv? Weil das Opernfernglas sehr schnell im privaten Bereich „landete“ und somit die beteiligten Personen emotional „erfasste“.

61


Business & Kunst

Möglichkeiten nutzen ... Ein Synergieeffekt, der sicherlich auch durch Kunst und Literatur erzielt werden kann, ist der, wenn Unternehmen Kunst nicht nur als schmückendes Dekor sehen, sondern die gesamte Thematik zur Firmenphilosophie erklären und anwenden, intern und extern. Dies bedeutet, dass Führungskräfte und deren Mitarbeiter dieses Konzept, ohne Ausnahme, annehmen müssen. Mit der Kunst werden die Gesetze des Wirtschaftens nicht außer Kraft gesetzt – sie lassen sich besser erfüllen, weil man offener, ganzheitlicher denkt. Die Kunst in ihren vielfältigen Facetten ermöglicht, Kräfte aus mehreren Quellen zu ziehen. Management ist auch GESTALTUNG Kunst lässt einen die Dinge anders sehen und regt dazu an, eine andere Perspektive einzunehmen. Die Beschäftigung mit ihr zeigt Neugierde und ist damit eine wichtige Voraussetzung für Experimentierfreude, für Trends, für Ideen und deren Umsetzung in Innovation. Beispiel: Dass Architektur und Kunst eine Stadt sehr positiv verändern können, zeigt das Beispiel der Stadt Bilbao im Baskenland. Düster, industrie-

62


Prestigefaktor verschandelt und alles andere als ein touristischer Tipp – so sah die heutige 370.000-Einwohner-Stadt am atlantiknahen Rio Nervion noch Anfang der 1990er-Jahre aus. Auf einem vernachlässigten Gelände entstand 1993-97 das Guggenheim-Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, ein Werk des Architekten Frank O. Gehry. Niemand hätte zu träumen gewagt, welch eine Investition in die Zukunft Bilbao damit tätigen würde! Mit über 1 Mio. Besuchern pro Jahr ist das Museum zum Motor des Tourismus geworden, unterstützt von internationalen Flugverbindungen.

Die Kunst ist mehr als ein Prestigefaktor ... Sich Kunstwissen anzueignen, heißt, neben dem erlernten Beruf Kompetenzen in einem anderen Feld aufzubauen, wovon letztlich wieder die persönliche und berufliche Entwicklung profitieren kann. Mit der Zeit nimmt die Zahl der Eingeweihten zu, die Wertschätzung bei Gesprächspartnern steigt. Kunst und Wirtschaft, das sind vielfach noch getrennte Welten. Dabei ist Kultur seit Langem ein Standortfaktor, der eine Region und die dort ansässigen Unternehmen durchaus attraktiv macht, für Kunden ebenso wie für die Mitarbeiter. In der Begegnung von Künstlern und Unternehmen steckt ein enormes Potenzial. Künstler können die Entwicklung eines Unternehmens häufig entscheidend befruchten, weil sie mit ihrer Fähigkeit, unkonventionell und mutig zu denken, im Unternehmen manche Denk- und Entwicklungsblockade einfach auflösen.

63


Business & Kunst

FRAGEN ... Wenn sich Künstler und Unternehmen begegnen, treffen da zwei Welten aufeinander? Ja und nein! Nach wie vor gibt es auf beiden Seiten grenzenlose Klischeevorstellungen, die nicht der Realität entsprechen müssen. Es gibt sehr kreative Unternehmer und sehr strukturierte Künstler, die es auch nur auf diesem konsequenten Weg schaffen, ihre Ideen umzusetzen. Beide können sicherlich voneinander lernen! Was ist mit dem Unternehmen selbst? Verändert es sich, wenn es Kunst und Künstler ins Unternehmen holt? Vermutlich ist dies abhängig von der individuellen Wahrnehmung der Akteure. Den einen mag es beflügeln, den anderen nicht. Aber es kann natürlich auch eine Marketingkonzeption dahinterstecken. Wer Kunstsponsoring betreibt oder Kunstwerke ankauft, dokumentiert: Kultur, Kunst und Gesellschaft sind uns wichtig. Wir möchten die Gesellschaft, in der wir alle leben, mitgestalten.

64


Kundenkontakt ... Kunst bietet die Möglichkeit, „eine“ Sprache zu sprechen, und diese Grundlage ist eine sehr gute Voraussetzung für eine positive Zusammenarbeit mit entsprechender Resonanz auf beiden Seiten. Mit Kunst sich gemeinsam zu beschäftigen, kann dazu führen, dass andere Themen transportiert und Grenzen überschritten werden. Für Unternehmen ist Kunst ein interessantes Medium, um Kundenkontakte auf eine spezielle Weise zu vertiefen.

Kunst & Wirtschaft ... Damit Kunst und Wirtschaft eine Einheit bilden können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Nur wenn Parallelen vorhanden sind, ein Über- und Ineinandergreifen stattfinden kann, ist die Bildung eines Ganzen möglich. Das gilt für Kunst und Wirtschaft genau wie für ein Leben in Ausgeglichenheit und Freude und mit möglichem Erfolg.

65


Business & Kunst

Kunst tut dem Business gut ... Emotionalität beschreiben wir als Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg, nicht nur weil Kunden lieber in ein lächelndes Gesicht schauen. Kunst als Inspirationsquelle für das Management. Wer kann Ideen & Visionen besser vermitteln als der eigentliche „Anbieter“ und somit auch der bildende Künstler?

Ausstellungen 66


Was können Künstler für ein Unternehmen machen? Kennen Sie auch die vielen bahnhofsartigen Empfangs- und Büroräume? Sie werden erstaunt sein, was eine Veränderung durch Kunst bewirken kann. Schauen Sie sich einmal Unternehmen von innen an. - Bieten Sie dem Unternehmen ein Konzept an. - Erstellung einer Arbeit für spezielle Anlässe innerhalb des Unternehmens – seien Sie aktiv und kreativ! - Flyer zum Thema „Business & Kunst“ und zur Firmenphilosophie. - Eine grafische Arbeit in limitierter Auflage. - Kunstkalender unter Einbeziehung des Unternehmens. - Coaching für Führungskräfte und Mitarbeiter zum Thema „Business & Kunst“. - Schaffung von „Preisen“ als Auszeichnung für Mitarbeiter oder Unternehmer. - Dokumentationen für Unternehmer mit grafischer, textlicher oder fotografischer „Begleitung“. - Arbeiten Sie mit Handwerkern zusammen und nutzen Sie deren Erfahrung, insbesondere die Möglichkeiten der unterschiedlichen Materialien und deren Verwendung.

67


WICHTIGE HINW Information und Beratung ... Institut für Freie Berufe (IFB) www.ifb-gruendung.de BMWi-Expertenforum www.existenzgruender.de Künstlersozialversicherung www.kuenstlersozialkasse.de Arbeitslosenversicherung www.arbeitsagentur.de Steuerberatung www.steuerberater-suchservice.de Rechtsberatung www.dnotv.de www.bmwi.de www.exitenzgruender.de www.softwarepaket.de www.bmwi-unternehmensportal.de Beratungsförderung Vor der Gründung: Förderung durch die Bundesländer www.foerderdatenbank.de Bis zu fünf Jahre nach der Gründung: Gründungscoaching Deutschland www.foerderdatenbank.de Ab einem Jahr nach der Gründung: Förderung von Unternehmensberatungen für kleine und mittlere Unternehmen sowie Freie Berufe www.beratungsfoerderung.info Die wichtigsten Unterschiede: Freiberufler-Anmeldung und Steuernummer beim Finanzamt Gewerbe-Anmeldung beim Gewerbeamt

ACHTUNG 68

Hinweis: Vor der Gründung Coaching und Beratung in Anspruch nehmen!


WEISE & ADRESSEN ... Förderangebote:

Mäzene:

Bundesweit gibt es 3.500 Preise, Stipendien, Wettbewerbe und andere Formen der Kulturförderung.

www.kulturkreis.eu

Stipendien:

www.faspo.de

Ausstellungsförderung für Künstlerinnen und Künstler:

Interessenten müssen sich um ein Stipendium bewerben! (siehe Internet)

www.ifa.de

Wettbewerbe:

Urheberrecht:

Die meisten Preise für Kultur- und Kreativschaffende werden im Rahmen von Wettbewerben ausgelobt. Die Teilnahme an Wettbewerben bringt nicht nur Geld, sondern auch Referenzen, die für weitere Aufträge wichtig sein können.

www.bmj.de Gründer-Zeiten (Tipps für Gründerinnen, Gründer und Selbstständige) info@bmwi.bund.de www.bmwi.de

Projektförderung: Projektförderungen werden vom Bund, den Ländern und Kommunen sowie kulturellen Institutionen und Organisationen (Fonds, Stiftungen, Vereine, Verbände, Medien) direkt vergeben oder vermittelt.

Sponsoren: Prüfen Sie, passt das Unternehmen zu Ihrer Kunst? Wenn ja, erstellen Sie ein Konzept! Wichtig: Idee & Konzept und mögliche Kosten und Vorteile für das Unternehmen?

69


Kontakte www.galerie-kleebolte.de www.atelier-jrs.de www.creativquartier-fuerst-leopold.de www.nrw-literatur-im-netz.de www.kultur-leben.de www.kunstverein-gelsenkirchen.de www.w-sternkopf.de www.mittelstandsberatung-sternkopf.de

70


Foto: Brigitte Degener

Wolfgang Sternkopf Geboren 1950 in Chemnitz, lebt seit 1960 im Ruhrgebiet und arbeitet als Autor, bildender Künstler, Betriebswirt, Herausgeber, Coach und Dozent mit dem Schwerpunkt „Marketing für bildende Künstler“. Zahlreichen Autorenlesungen und Einzelausstellungen im In- und Ausland ergänzen sein schriftstellerisches Werk. Bundesweit führt Wolfgang Sternkopf seit Jahren, Seminare und Einzelcoachinggespräche durch, unter anderem zu dem Thema: „Marketing für bildende Künstler“. Sternkopf ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller und hat mehrere Preise und Stipendien erhalten. Seit 2009 steht er bei Auftritten unter dem Titel „Sternkopf & Gäste ...“ im Circus Roncalli, Dortmund, in der KAUE Gelsenkirchen sowie in den Planetarien Bochum und Recklinghausen auf der Bühne. Literarische Projektarbeit (Interviews und Publikationen) findet zunehmend mit 50plusTeilnehmern in Form von Workshops statt. Seit 2013 Beschäftigung mit Kulturgeragogik (Kulturarbeit mit Älteren), u. a. in Form von Workshops.

71


72


Literaturverzeichnis - Umarme mich, aber rühr mich nicht an. Samy Molcho, Ariston Verlag 2009 - Körpersprache. Tiziana Bruno/Gregor Adamczyk, Haufe Verlag 2009 - 99 TIPPS FÜR KÜNSTLER. Yvonne Schwarzer, ars momentum. Kunstverlag 2006 - Anwesende Abwesenheit ... 2012. Wolfgang Sternkopf - GründerZeiten BMWi, Tipps für Gründerinnen, Gründer und Selbstständige - Alles, nur kein Unternehmer? Tipps für Gründerinnen, Gründer und Selbstständige in der Kultur- und Kreativwirtschaft, 2011 - Baskenland/Bilbao. MARCO POLO, 2009 - Leading Simple. Boris Grundl/Bodo Schäfer, 2007 - Wer das Sagen hat, sollte reden können. Andreas Patrzek, Jungfermannsche Verlagsbuchhandlung GmbH & Co, 2008 - Wikipedia - Beziehungen. Gedichte & Zeichnungen. Wolfgang Sternkopf, 2. Auflage 1984 - „Business & Kunst ...“, Wolfgang Sternkopf, 2008 - „Coaching ... Jeder führt ein, zwei oder drei Leben ...“, Wolfgang Sternkopf, 2008

73


Geordnete Unruhe Malerei ︲ Grafik ︲ Objekte ︲ Texte Wolfgang Sternkopf Sternkopf Wolfgang

2013

Geordnete Unruhe …

74

Malerei – Grafik – Objekte – Texte • Arbeiten von 1969 bis 2012 im Buchformat 25 x 25 cm • ISBN 978-3-9815547-4-8 88 Seiten • 24,– € • w.sternkopf@gelsennet.de


Anwesende Abwesenheit… 2012

30

Eben anders... Wir kommen und wir gehen... Wolfgang Sternkopf & Gäste... Jetztzeit... Zeit-Reise... An Ort und Stelle... Nicht oberflächlich betrachtet... Gegensätzeziehensichan... Stell Dir vor... Farbenblind... Kunst & Dokumentation Verbindungen... Sichtbarer Zustand... Punktlandung ... Auf die Spitze gestellt... Lautlose Äußerungen... Hundert Fragen an dich... Wolkenband... Für alle Fälle... Überraschend anders... kommt vor sprechen... Geteilte Sehen Freude... Entgegenkommen Bis heute... Stets ungehört... Vor dem Fenster... Beziehungen... Geordnete Unruhe... Unterschiedlich breite Tage...

Wolfgang Sternkopf

Anwesende Abwesenheit … Lyrikauswahltexte von 1976 bis 2012 im Buchformat 20 x 20 cm • 60 Seiten • 19,50 € w.sternkopf@gelsennet.de

75


„Der Workshop ,Marketing für Künstler’ hat mir gezeigt, dass Marketing nicht nur das Verkaufen ist. Es ist schon eine Form von Lebenseinstellung, oder anders herum: Die Einstellung zum Leben ist schon Marketing.“ Hadi Knütel, Seminarteilnehmer 2013

ISBN 978-3-938193-80-8

„Machen Sie, dass Sie weiterkommen ...“  

Nur eine Idee zu haben, ist noch nicht originell – sie muss auch umgesetzt werden. Um überhaupt kreativ sein zu können, müssen Menschen si...

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you