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pip

ISSN: 1869-6317 Magazin für die implantologische Praxis 9. Jahrgang 2018 Heft 2 | April 2018 14 € • www.pipverlag.de

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Praktische Implantologie und Implantatprothetik

kurz & schmerzlos: Keramik in der Implantologie pip hat recht: Arztbewertungsportale ITI-Kongress 2018 tipp in pip


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Liebe Leserin, lieber Leser, eigentlich freut es doch, dass mit dem Thema Keramikimplantate mal wieder ein frischer Wind durch die im Vergleich zu den 80er- und 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts inzwischen scheinbar so unspektakuläre dentale Implantologie weht. Während die Begeisterung für den entdeckten Bündelknochen damals den Insiderkreisen vorbehalten blieb, erfreuen die weißen Implantate auch den Patienten und scheinen einigen die Angst vor einer in den Knochen gebohrten Schraube zu nehmen. „Wenn Sie es nicht schaffen Ihre Lösung für den Patienten attraktiv zu machen, wird er Ihnen vielleicht gar nicht die Möglichkeit geben ihn funktional ideal zu versorgen“, so Dr. Eduardo de la Torre am Kongress in Dubai. Vielleicht führt das Interesse an Keramikimplantaten einen Patienten in Ihre Praxis, der sie dann letzlich doch mit einem extrakurzen Titanimplantat zufrieden und wohlversorgt verlässt. Mit „Periimplantitis ist ein Ausdruck aus der Titanwelt“ und „in 20 Jahren werden wir uns für die Titanversorgungen von heute bei unseren Patienten entschuldigen“ ist dem zarten, wenn auch in einigen Bereichen vielversprechenden Pflänzchen Keramikimplantate aber kein Gefallen getan. Die auch von Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz an der DGI-Pressekonferenz beklagte zu große Emotionalität bezüglich der Materialien schadet der Debatte und spaltet die ungebrochene Minderheit der implantologisch tätigen Zahnärzte und Chirurgen in weitere Lager. Dass die Anwender von Keramikimplantaten endlich aus der Ecke der wünschelrutengehenden und periimplantitispendelnden Esoteriker raus durften, ist nur gerecht. Statt nun aber die Nutzer von Titanimplantaten heulend vom Hof zu jagen, sollte man gemeinsam am Tisch bleiben, indikationsbedingt handeln und prüfen, in welchen Bereichen man voneinander lernen, profitieren und sich weiterentwickeln kann. Viel Freude dabei mit Ihrer neuen pip! Ihre

Marianne Steinbeck

Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018

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pip auf einen blick

03 so viel vorweg Editorial 05 pip auf einen Blick Inhaltsverzeichnis

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08 pip fallstudie J. Tartsch: Reversibel verschraubte und metallfreie Einzelzahnversorgung mit Keramikimplantaten

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12 pip fallstudie E. Amberger, M.Koller, G. Arnetzl, G.V. Arnetzl, N. Jakse, M. Lorenzoni, M. Payer: Langzeitergebnisse von einteiligen Zirkonium dioxidimplantaten

18 pip fallstudie H. Peters: Die Rehabilitation der beidseitig atrophen Unterkieferfreiendsituation mit Zirkonoxidimplantaten

24 kurz & schmerzlos Keramik in der Implantologie 50 tipp in pip Aus der Praxis fĂźr die Praxis 62 pip hat recht T. Ratajczak: Arztbewertungsportale

54 pro & contra Keramikimplantate

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55 pip comic Neulich in der Praxis Drs. Gestern und Heute

55

56 pip system serie J. Plattner, V. Alevizakos, C. von See: Insertion eines Keramikimplantates nach Alignertherapie

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pip auf einen blick

pip fragt 62 S. Sandhaus: Mehr Wissenschaft!

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64 S. Holst, H. Geiselhöringer: Weißes Win-Win 66 E. Jacobi-Gresser: An jedem Zahn hängt ein ganzer Mensch

62

68 J. Feith: 15 Jahre Forschung und Entwicklung 70 T. Mundt: Was will der Patient? 72 D. Rothamel, R. Smeets: Fachlich Höhe laufen

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70

pip produktreport 74 Implantieren ist Gold, versiegeln ist Silber 76 Das 3.0 Thommen Implantatsystem für enge Platzverhältnisse 77 Kleiner, schneller, einfacher

76

pip perspektivwechsel 78 Warum sich gerade in der Existenzgründung ein Abrechnungszentrum lohnt pip vor ort 80 Regional und international einfach stark

84

82 Update Zahnmedizin mit breitem Spektrum 84 In Indien neue Horizonte entdecken 86 Generationenübergreifend – Evidenz trifft Innovation

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88 Die Kunst der Implantologie 90 MKG Update 2018

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92 Ein bewährtes Konzept und viel junges Blut 93 Modernes Hartgewebsmanagement 94 Fachlich ganz auf der Höhe 95 Aller digitaler Anfang ist leicht 96 Flowdays

98 pip impressum Wir stehen hinter pip

97 Ästhetische Lösungen in ästhetischem Ambiente

98 pip experten Editorial Advisory Board

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GMT 47919 © Nobel Biocare Services AG, 2016. Alle Rechte vorbehalten. Nobel Biocare, das Nobel Biocare Logo und alle sonstigen Marken sind, sofern nicht anderweitig angegeben oder aus dem Kontext ersichtlich, Marken von Nobel Bicoare. Weitere Informationen finden Sie unter nobelbiocare.com/trademarks. Die Produktabbildungen sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu. Haftungsausschluss: Einige Produkte sind unter Umständen nicht allen Märkten für den Verkauf zugelassen. Bitte wenden Sie sich an Ihre Nobel Biocare Vertriebsniederlassung, um aktuelle Informationen zur Produktpalette und -verfügbarkeit zu erhalten. Nur zur Verschreibung. Achtung: Nach dem nordamerikanischen Bundesgesetz darf dieses Produkt nur durch einen zugelassenen Zahnarzt oder auf seine Verschreibung hin verkauft werden. Informationen zur Verschreibung, einschließlich Indikationen, Kontraindikationen, Warnungen und Vorsichtsmaßnahmen, sind der Gebrauchsanweisung zu entnehmen.


Fotos: Dr. Jens Tartsch (2018)

pip fallstudie

Reversibel verschraubte und metallfreie Einzelzahnversorgung mit Keramikimplantaten Jens Tartsch Keramikimplantate gewinnen neben der ganzheitlichen Zahnmedizin auch in der allgemeinen zahnärztlichen Implantologie zunehmend an Bedeutung. Nicht nur die gestiegene Nachfrage seitens der Patienten [1] trägt hierzu bei, sondern auch die fachlichen Vorteile wie verbesserte Ästhetik [2] und Weichgewebsverhältnisse [3-5] setzen sich immer mehr durch. Durch eine konsequente Weiterentwicklung des Materials [6], der Oberflächengestaltung [7] und der restaurativen Versorgungsoptionen [8] haben sich die Erfolgs- und Überlebensraten den Titanimplantaten deutlich angenähert oder befinden sich sogar schon auf demselben Niveau [9]. Die häufigste Indikation für Implantate ist die Einzelzahnlücke [10]. Gilt sie gemäß der SAC-Klassifikation [11] im Frontzahnbereich aufgrund der ästhetischen Erfordernisse als „Complex“ ist die Prämolaren- und Molarenregion bei ausreichendem Knochenangebot eher als „Simple“ einzustufen. Die Einzelzahnlücke in der Molarenregion ist folglich die ideale Indikation, um sich mit dem Material Keramik als Implantatwerkstoff vertraut zu machen. Daher wurde der folgende Case Report als Einstiegsindikation für Keramikimplantate ausgewählt.

Fallbericht Im Dezember 2016 stellte sich eine 43-jährige Patientin mit gutem Allgemeinzustand und dem Wunsch nach metallfreier Versorgung der bestehenden Einzelzahnlücke regio 36 in unserer Praxis vor. Der Zahn 36 wurde bei ihrem Hauszahnarzt bereits im September des Jahres 2016 entfernt.

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Auswahl des Implantates In der modernen Implantologie mit Titanimplantaten gelten heute zweiteilige Systeme mit verschraubtem Abutment als Goldstandard. Sie decken fast alle Indikationen ab, ermöglichen unbelastete Einheilphasen und einzeitige augmentative Verfahren. Sie sind reversibel und flexibel. Materialbedingt werden Keramikimplantate überwiegend als einteilige Implantatsysteme angeboten. Bei diesen kann die Restauration allerdings nur zementiert werden. Die Zemententfernung eines 1,0-1,5 mm subgingival liegenden Kronenrandes kann jedoch nicht mehr zuverlässig gewährleistet werden [12]. Der Trend und die Entwicklung gehen folglich ebenfalls zu zweiteilig verschraubten Lösungen. Auch im vorliegenden Fall wurde auf ein metallfreies, verschraubtes und zweiteiliges Implantatsystem aus Zirkonoxid zurückgegriffen (Zeramex P6, Dentalpoint). Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


pip fallstudie

Abb. 1: Implantatplanung mittels DVT und Smop-Software.

Diagnostik Die Implantatdiagnostik sowie die Implantatauswahl erfolgte mittels DVT. Auf eine schablonennavigierte Implantation wurde in diesem Fall aus Kostengründen und wegen der überschaubaren Situation verzichtet. Die Implantatposition planten wir mit der Software Smop (Swiss Meda). Das Zeramex P6 Implantat ist formanalog mit dem Straumann Standard Plus Implantat, daher kann die Straumann SP Schablone verwendet werden (Abb. 1). Die Alveolen des Zahnes 36 waren drei Monate post explantationem noch deutlich zu erkennen. Jedoch zeigten sich ausreichende Knochenverhältnisse und ein genügend breiter Abstand zum Nervus mandibularis, sodass ein Implantat mit Ø 4,1 mm und einer Länge von zehn Millimetern ausgewählt werden konnte. Zu bemerken ist hierbei, dass dieser Implantattyp als klassisches Tissue Level Implantat konzipiert wurde. Das heißt, die Implantatschulter sollte im Seitenzahnbereich epigingival bis maximal einen Millimeter subgingival platziert werden. Die angegebene Implantatlänge bezieht sich auf den enossalen Anteil, zu welchem – analog des Straumann SP Implantates – ein 1,6 mm tulpenförmiger Halsbereich hinzugerechnet werden muss.

Chirurgische Phase Ende Januar 2017 erfolgte unter Lokalanästhesie die Implantatinsertion. Nach einer krestalen Schnittführung ohne Vertikalinzisionen zeigte sich nach der Aufklappung eine gut regenerierte Kortikalis. Das Implantatbett wurde gemäß des Bohrprotokolls Zeramex P6 stufenweise aufbereitet. Der wichtigste Schritt in

Abb. 2: Insertion des Implantates per Hand.

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Abb. 3: Implantat in situ / Einheilkappe in situ.

Abb. 4: Transmukosaler Wundverschluss.

der Aufbereitung ist die Verwendung des Gewindeschneiders. Da die Implantate nicht selbstschneidend sind und das Material Keramik keine Temperatur aus der Tiefe ableitet, muss das Gewinde bis auf die volle Länge des Implantates durchgeschnitten werden. Entsprechend sollte das Implantat zu Beginn mit möglichst wenig Torque per Hand eingebracht werden (Abb. 2). Erst in den letzten zwei bis drei Umdrehungen beginnt das Implantat seine Primärstabilität zu erhalten und kann dann mit einem Torque von bis zu 35 Ncm angezogen werden. Da die Gingivadicke weniger als zwei Millimeter betrug und ein Durchtreten der Implantatschulter vermieden werden sollte, wurde das Implantat in diesem Fall einen Millimeter tiefer als vorgesehen gesetzt (Abb. 3). Nach Einbringen der Heilkappe (Abb. 3, siehe unten) erfolgte die Adaptation der Wundränder für eine transmukosale Einheilung (Abb. 4). Nach zehn Tagen wurden die Nähte entfernt. Üblicherweise erfolgt auch bei Keramikimplantaten die Wiedereröffnung nach einer Einheilphase von drei Monaten. In diesem Fall wurde wegen der noch nicht vollständig ossifizierten Alveole aus Sicherheitsgründen vier Monate gewartet. Aber auch hier zeigt sich in der Röntgenkontrollaufnahme (Abb. 5, siehe erstes Röntgenbild v. lks.) noch keine vollständige radiologische Ausheilung der Alveole, das Implantat war jedoch osseointegriert und stabil (Abb. 6). Das erkennbare Bone Remodeling im Halsbereich gehört analog des Straumann SP Implantates zum typischen Bild bei dieser Implantatgeometrie und bleibt langfristig stabil [13].

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pip fallstudie

a).

b).

c).

Abb. 5a-c: Kontrollaufnahme vier Monate postoperativ / Kontrollaufnahme nach restaurativer Versorgung / Kontrollaufnahme vier Monate nach restaurativer Versorgung.

Abb. 6: Reizlose Weichgewebsverhältnisse nach Freilegung.

Abb. 7: Präzise Abdrucknahme durch offene Abformung.

Abb. 8: Individualisiertes Abutment.

Abb. 9: Monolithische Zirkonoxidkrone mit okklusaler Verschraubung auf dem Meistermodell (rote Schraube = Laborschraube).

Abb. 10: Verschluss des Schraubenkanals im Abutment mit Teflonband als Vorbereitung zur Verklebung.

Abb. 11: Restauration verklebt in situ, Teflonband wird durch Schraubenkanal bereits entfernt.

Abb. 12: Extraorale Zemententfernung und Politur.

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pip fallstudie

Abb. 13: Verschluss des Schraubenkanals in der Krone mit Teflonband.

Prothetische Phase

Abb. 14: Krone mit Verschluss des Schraubenzugangkanals mit Komposit.

Fazit

Die Abformung erfolgte analog der gewohnten Vorgehensweise mittels geschlossener Abdrucknahme (Abb. 7). Da es sich um ein zweiteiliges System handelt, kann das Abutment den Erfordernissen angepasst und durch Beschleifen individualisiert werden (Abb. 8). Der Außensechskant des Implantates ermöglicht die exakte Reposition des Abutments, dient der Rotationssicherung und verhindert das Einleiten von Kräften in den Implantatkörper. Die Verbindungsschraube besteht aus einer PEEK-Matrix mit einem 60 %-igen Anteil eingelagerter Karbonfasern. Dieses Material erlaubt einen Anzugstorque der Schrauben von bis zu 85 Ncm, wobei 35 Ncm klinisch empfohlen werden. Auf dem individualisierten Abutment wurde im CAD/CAM-Verfahren eine monolithische Zirkonoxidkrone (Abb. 9) (Zolid FX, Amman Girrbach) mit okklusalem Zugang zum Schraubenkanal hergestellt (Studio für Zahntechnik, D. Tartsch).

Neben der Evidenz und der sicheren Anwendung ist auch die Möglichkeit auf bewährte und gewohnte Behandlungsprotokolle zurückgreifen zu können ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz einer neuen Technologie. Anhand des beschriebenen Falles konnte gezeigt werden, dass sich diese Behandlungsabläufe mit dem Zeramex-System kaum von den bekannten Behandlungsprotokollen mit Titanimplantaten unterscheiden. Indikationen und Hersteller-Guidelines müssen dabei entsprechend beachtet werden. K

Um mögliche interne Spannungen der keramischen ImplantatAbutmentverbindung zu vermeiden, wurde die fertiggestellte Restauration analog einer Titan-Klebebasis intraoral im Mund der Patientin mit dem Abutment verklebt [RelyX unicem, 3M Espe] (Abb. 10, 11). Die mit dem Abutment verklebte Restauration kann nun entnommen, die Zementüberschüsse können sicher entfernt und der Übergang kann abschließend poliert werden (Abb. 12). Für die definitive Eingliederung ist der für die Abutmentschraube vorgegebene Anzugstorque von 35 Ncm einzuhalten. Nach dem Auffüllen des Schraubenkanals mit Teflonband wird die Zugangskavität wie üblich mit Komposit verschlossen (Abb. 13).

K 1985 Studium der Zahn-, Mund und Kieferheilkunde an der Freien Universität Berlin K 1992 Examen an der Freien Universi- tät Berlin K 1995 Niedergelassen in eigener Praxis, seit 2006 in Kilchberg/Zürich K Schwerpunkte: Umweltzahnmedizin, Dr. med. dent. Metallfreie Implantologie Jens Tartsch K Member Board of Directors „Inter national Academy of Ceramic Implan- tology – IAOCI” K Member Board of Directors „Swiss Society Anti Aging Medicine and Prevention – SSAAMP” K Internationaler Fortbildungsreferent und Experte für metallfreie Implantologie und Immunologie in der Zahnmedizin

Das Ergebnis ist eine metall- und zementfreie, verschraubte und reversible Einzelzahnrestauration (Abb. 14). Eine radiologische Kontrollaufnahme wurde jeweils postoperativ und vier Monate später bei der Eingliederung der Restauration angefertigt. Im Vergleich zeigten sich stabile periimplantäre Knochenverhältnisse (Abb. 5, Bild Mitte/ rechts). Ein weiterer Vergleich wird zur ersten Jahreskontrolle erfolgen. Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018

Scan mich – Literatur oder Tel.: 08025/5785 E-Mail: leser@pipverlag.de

K dr.tartsch@zahnarzt-kilchberg.ch K www.zahnarzt-kilchberg.ch

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pip fallstudie

Langzeitergebnisse von einteiligen Zirkoniumdioxidimplantaten zur Einzelzahnversorgung E. Amberger, M. Koller, G. Arnetzl , G.V. Arnetzl, N. Jakse, M. Lorenzoni, M. Payer Als Zahnmediziner sieht man sich bei der Behandlung von Patienten zahlreichen Entscheidungen gegenübergestellt. Bei der Zahnlückenversorgung bestand die Überlegung noch vor einigen Jahren darin, diese abnehmbar oder festsitzend mithilfe einer Brückenkonstruktion oder Teilprothesen zu gestalten. Das Repertoire wurde durch die Möglichkeit der Implantation ergänzt. Trotz intensiver Suche nach Alternativen (Aluminiumoxid und Vitallium) blieb bei der Materialwahl kein großer Entscheidungsspielraum [1, 2]. Bereits jahrzehntelang sind es Implantate aus Reintitan, welche zur Verankerung von Einzelzahnkronen, Brücken, festsitzenden oder abnehmbaren Versorgungen ganzer Kiefer inseriert werden [3, 4]. Mittlerweile gibt es eine Wahlmöglichkeit. Zirkoniumdioxid kristallisierte sich aufgrund seiner Materialeigenschaften, meist in Form von Yttriumstabilisiertem Zirkoniumdioxid, als mögliche Alternative heraus [5, 6, 7]. Vor allem aufgrund des immer häufiger geäußerten Patientenwunsches nach metallfreien Versorgungen rückt die Notwendigkeit einer Alternative in den Vordergrund. Obwohl Titanunverträglichkeiten kontrovers diskutiert werden [8, 9, 10, 11, 12] scheint es auch abgesehen vom Patientenwunsch Indikationen für Implantate aus Alternativmaterialien zu Reintitan zu geben. Darüber hinaus könnten Keramikimplantate aus Zirkoniumdioxid aufgrund ihrer zahnähnlichen Farbe im ästhetischen Bereich, im Speziellen bei Patienten mit dünnem Gingivatyp, gegenüber Titanimplantaten auch kosmetische Vorteile brin-

12

gen [13, 14]. Die eindeutige wissenschaftliche Evidenz hierfür steht jedoch noch aus.

Material und Methoden Im Zeitraum von 2008 bis 2009 wurden an der Universitätsklinik für Zahnmedizin und Mundgesundheit Graz, Österreich, im Rahmen einer prospektiven klinischen Studie einteilige Zirkoniumdioxidimplantate (whiteSky, bredent) inseriert (Abb. 1) und mit CAD/CAM-gefertigten Vollkeramik-Einzelzahnkronen (e.max CAD-Blocks, Ivoclar Vivadent) provisorisch adhäsiv sofort versorgt. Eingeschlossen wurden Patienten ab 18 Jahren mit Einzelzahnlücken, welche ein ausreichendes vertikaAbb. 1: Zirkoniumdioxidimles sowie horizontales Knochen- plantat whiteSky (bredent). und Weichgewebsangebot aufwiePraktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


pip fallstudie

Abb. 2a

Abb. 2b Abb. 2a, b: Implantatsitus regio 21.

sen. Patienten mit allgemeinmedizinischen Kontraindikationen für Implantationen, okklusalen Parafunktionen und Raucher wurden aus der Untersuchung ausgeschlossen [15]. Insgesamt wurden elf Implantate im Ober- und neun im Unterkiefer inseriert, wobei im Oberkiefer Frontzähne sowie Prämolaren und im Unterkiefer Prämolaren und Molaren ersetzt wurden. Die Ergebnisse der Nachuntersuchungen sollen in diesem Artikel anhand ausgewählter Fälle dargestellt werden.

Die Implantation erfolgte nach Lappenbildung unter Anwendung einer Bohrschablone prothetisch orientiert (Abb. 2). Unmittelbar nach der Insertion wurde mittels Intraoralscan die optische Abformung zur Herstellung der CAD/CAM-Vollkeramikkrone (Cerec 3D, Sirona Dental Systems) durchgeführt (Abb. 3), welche sofort nach Fertigstellung adhäsiv (Multilink-Automix, Ivoclar Vivadent) mit dem Implantat verklebt wurde. Diese provisorische Krone wurde, um die funktionelle

Abb. 3b

Abb. 3a

Abb. 3c

Abb. 3d

Abb. 3 a-d: CAD/CAM-assistierte Konstruktion der Vollkeramikkrone Step by Step.

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pip fallstudie

Abb. 3e: Versorgung mittels provisorischer CAD/CAM-gefertigter Krone.

Abb. 4: Weichgewebssituation am Implantat regio 21 zum letzten Untersuchungszeitpunkt.

Belastung innerhalb der Einheilphase zu minimieren, in Infraokklusion gestaltet. Nach vier Monaten wurde die provisorische Krone entsprechend der weiteren Anforderung beschliffen und neuerlich optisch abgeformt. Die definitiven Lithiumdisilikatkronen wurden wieder adhäsiv befestigt. Bei den Kontrolluntersuchungen wurden die parodontalen Indizes Bleeding on Probing (BOP) und Plaque Index nach O’Leary (PI), das marginale Knochenniveau mittels SensorKleinbildröntgen (Xpc-Ds, Sirona Dental Systems) in Rechtwinkeltechnik sowie das ästhetische Ergebnis anhand des Pink Esthetic Scores [16] erhoben.

Ergebnisse Die Ergebnisse sollen anhand eines Frontzahn- und eines Molarenimplantates veranschaulicht werden. Das Implantat in regio 21 mit einer Implantatliegedauer von 103 Monaten bis zum letzten Kontrollzeitpunkt zeigt folgende Untersuchungsergebnisse: Die parodontalen Indizes zeigten zu Beginn einen BOP von 20 % und einen PI von 21,8 % bzw. einen BOP von 16,7 % und einen PI von 8,3 % bei der letzten Kontrolluntersuchung. An der Implantatkrone konnte keine Plaqueanlagerung festgestellt wer-

14

Abb. 5: Kleinbildröntgen 21 – 103 Monate postoperativ.

Abb. 6: Kleinbildröntgen 21 zum Beginn der Untersuchung.

den. Der PES lag zu Beginn lediglich bei sechs von 14 Punkten, wobei im Heilungsverlauf eine deutliche Verbesserung ersichtlich wurde und der PES mittlerweile bei zwölf Punkten liegt (Abb. 4). An der Krone konnten keine prothetischen Komplikationen festgestellt werden. Die Papillen füllen zwar den Interdentalraum nicht vollständig aus, entsprechen aber der allgemeinen Weichgewebssituation bei diesem Patienten. Das marginale Knochenniveau liegt gemittelt bei 0,83 mm (mesial: 0,43 mm, distal: 1,23 mm) (Abb. 5) unter der Implantatschulter, welche im Kleinbildröntgen als Referenzpunkt angenommen wurde. Die Distanz betrug ursprünglich 0,95 mm (mesial: 0,64 mm, distal: 1,26 mm) (Abb. 6). Dieses Ergebnis spricht für eine stabile periimplantäre Knochensituation. Im Seitenzahnbereich zeigt das Implantat regio 46 nach 106 Monaten Liegedauer einen BOP von 10,7 % und einen PI von 7,1 %. An der Implantatkrone konnte an einer von vier Stellen Plaque nachgewiesen werden. Zum Zeitpunkt der Implantation wurden ein BOP von 9,3 % und ein PI von 19,3 % gemessen. Auch diese Weichgewebssituation konnte über den Beobachtungzeitraum als stabil bewertet werden (Abb. 7). Das marginale Knochenniveau lag gemittelt bei 1,15 mm unter der Implantatschulter, wobei mesial eine Distanz von 1,32 mm und distal eine von 0,98 mm gemessen werden konnte (Abb. 8). Zu Beginn Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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Abb. 8: Kleinbildröntgen 46 – 106 Monate postoperativ. Abb. 7: Weichgewebssituation am Implantat regio 46 – nach 106 Monaten Liegedauer.

plantaten ebenso wie bei Titanimplantaten eine mögliche Versorgungsvariante zu sein scheint. Die intraoperative adhäsive Verklebung der provisorischen Restauration unter Sicht scheint im Hinblick auf Kleberüberschüsse ein praktikables Procedere für einteilige Implantate zu sein. Ebenso konnte auf diese Weise bereits zum Zeitpunkt der Operation eine Restauration mit einem definitiven Emergenzprofil eingegliedert werden.

Konklusion

Abb. 9: Kleinbildröntgen 46 zu Beginn der Untersuchung.

Das Implantatmaterial Zirkoniumdioxid kann mittlerweile als ernstzunehmende Alternative zu Titan bezeichnet werden. Es scheint, dass einteilige Implantate aus Zirkoniumdioxid provisorisch adhäsiv sofortversorgt werden können. Aufgrund zu geringer Fallzahl muss das vorgestellte Protokoll jedoch noch als experimentell angesehen werden. K

zeigte das Implantat ein marginales Knochenniveau von 1,72 mm (mesial: 1,48 mm, distal: 1,96 mm) (Abb. 9). Auch in diesem Fall kann das Knochenniveau als stabil angesehen werden.

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Diskussion Bei beiden Patienten konnten nach mehrjähriger Implantatliegedauer stabile Weichgewebs- und Knochensituationen vorgefunden werden. Die Ergebnisse der parodontalen Parameter deuten auf entzündungsfreie Verhältnisse hin. An den Restaurationen konnten keinerlei Anzeichen von Chipping oder Schlifffacetten nach knapp neun Jahren Beobachtungsdauer entdeckt werden. Gerade im ästhetisch bedeutenden Bereich der Oberkieferfront könnten Versorgungen mit Zirkoniumdioxidimplantaten Vorteile gegenüber Titanimplantaten bringen [8, 17, 18]. Bei den vorgestellten Fällen konnten über den Beobachtungszeitraum stabile ästhetische Ergebnisse erzielt werden. Zur objektiven Bewertung der Frontzahnästhetik wurde der Pink Estethic Score angewandt [16]. Beide vorgestellten Fälle wurden nach einem experimentellen Protokoll mit sofortiger adhäsiver Befestigung von provisorischen Vollkeramikkronen auf einteiligen Zirkoniumdioxidimplantaten versorgt. Es deutet darauf hin, dass die infraokklusale Sofortversorgung von einteiligen Keramikim-

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K 2006-2015 Diplomstudium Zahn medizin (O203), Medizinische Uni versität Graz K März 2015 Diplomprüfung Zahn medizin (O203), Medizinische Universität Graz K Seit Mai 2015 Vertretungstätigkeit in verschiedenen zahnärztlichen Ordina- Dr. med. dent. Elisabeth tionen K Seit 2015 Doktoratsstudium der Amberger medizinischen Wissenschaft (O790), Medizinische Universität Graz K Seit Okt. 2015 Externe Lehrbeauftragte an der Universitäts- klinik für Zahnmedizin und Mundgesundheit, Abteilung für Zahnerhaltung, Parodontologie und Zahnersatzkunde K 2015-2016 Lehrtätigkeit im Rahmen des Moduls 15 – „Gesundheit und Gesellschaft“

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Die Rehabilitation der beidseitig atrophen Unterkieferfreiendsituation mit Zirkonoxidimplantaten Hajo Peters Ein insuffizienter Zahnersatz kann durch eine schlechte Abstützung bei beidseitiger Freiendsituation im Unterkiefer langfristig nicht nur zum Absinken der Bisshöhe führen [1, 2], sondern auch zu Kieferkammatrophie oder mandibulärer Dysfunktion [3, 4]. Im vorliegenden Fall war der ausdrückliche Wunsch der Patientin eine adäquate Wiederherstellung ihrer Kaufunktion durch eine metallfreie festsitzende Versorgung. Die Rehabilitation der beidseitigen Freiendsituation erfolgte mit sechs zweiteiligen Keramikimplantaten in Kombination mit lateraler Knochenaugmentation. Die 56-jährige Patientin stellte sich zur Untersuchung in unserer Praxis vor. Sie klagte über ihre schlechtsitzende Klammerprothese, ihre dadurch beeinflusste Sprachmotorik und die verminderte Kauleistung (Abb. 1, 2). Die Patientin ist Nichtraucherin und ihre Allgemeinanamnese war unauffällig.

Ihr Wunsch war die Wiederherstellung ihrer ursprünglichen Mundsituation. „Einzelne festsitzende Zähne, der Natur so nah wie möglich, weiß ohne Metall, die auch gut zu reinigen sind.“ Für das behandelnde Team ergab sich aus diesem Gespräch die Therapieoption im Sinne von Einzelzahnkronen auf Keramik-

Abb. 1: Radiologischer Ausgangsbefund: beidseitige Freiendsituation im Unterkiefer mit anteriorer Restbezahnung. Abb. 2: Okklusale Ansicht des teilbezahnten Unterkiefers mit klinisch erkennbarer transversaler Atrophie des Alveolarfortsatzes im Seitenzahnbereich.

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pip fallstudie kann knochenbündig eingesetzt werden, sodass es belastungsfrei und gedeckt einheilt.

Die Planungsphase Zur optimalen Platzierung der Implantate wurde das Wax up in eine Röntgenschablone überführt und eine DVT-Aufnahme gemacht (Abb. 3). Mithilfe der Smop-Software wurden die Daten des 3D-Röntgenbefunds mit denen der Röntgenschablone überlagert, um die optimale Implantatpositionierung Abb. 3: Matching der prothetischen Implantatposition mit dem 3D-Röntgenbefund unter Zuhilfenahme der zu bestimmen. Die Daten Smop-Software. wurden zur Erstellung einer gedruckten Guide Navigationsschablone an Smop versendet. Diese bietet sowohl eine gute Abstützung auf der Restimplantaten. Die differenzialtherapeutische Möglichkeit einer Brückenversorgung auf zwei Implantaten je Kieferhälfte lehnte bezahnung als auch ausreichende Sicht auf den OP-Bereich. Für die Patientin ab. Bei der Aufklärung über Zirkonoxidimplantate das Ceralog Implantatsystem stehen noch keine Guide Bohrer zur Verfügung. Daher entschlossen wir uns, die Pilotbohrung mit sahen wir uns in der Verantwortung, die Patienten über die noch dem Guide System von Camlog durchzuführen, um die exakte Pogeringe Studienlage aufzuklären [5].

Abb. 4: 3D-gedruckte Navigationsschablone für die intraoperative Pilotbohrung im Guide System Verfahren.

Die Modellanalyse im teiljustierbaren Artikulator in zentrischer Kondylenposition ergab einen tiefen Biss, eine AngleKlasse II 2 und die fehlende antagonistische Abstützung im Seitenzahnbereich. Nach einem diagnostischen Wax up, welches die optimale Kronenform, Kronenlänge und anatomische Ausrichtung beinhaltet, wurde der transversale Knochenabbau des Alveolarfortsatzes deutlich sichtbar. Aufgrund der notwendigen Knochenaugmentation entschieden wir uns für ein echtes zweiteiliges Zirkonoxidimplantat, welches gedeckt einheilen kann. Das Ceralog Hexalobe Implantat, das seit 2013 im klinischen Einsatz ist, bietet ausreichend Erfahrungswerte um zeitgleich sowohl die Augmentation als auch die Insertion durchzuführen [6, 7]. Diese Option ist kostengünstiger und spart Zeit im Vergleich zu einem zweizeitigen Vorgehen, bei dem die augmentativen Maßnahmen bis zu sechs Monate vor der Implantation erfolgen müssen. Das Hexalobe Implantat Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018

Abb. 5: Das Ceralog Bohrprotokoll: Spitzbohrer, Pilotbohrer, Parallelisierungspfosten, Formbohrer (S, M), Gewindeschneider, Knochenprofilbohrer und Eindrehinstrument.

sition und Angulation der Implantate sowie die exakte Tiefe des Bohrstollens zu erzielen.

Insertion zeitgleich mit Knochenaugmentation Damit die Durchblutung des Weichgewebes von oral und vestibulär nicht unterbrochen wurde, legten wir die krestale Inzision mittig an und entlasteten mit mesialem und distalem Schnitt bis zur Mukogingivalgrenze. Eine ausreichende Mobilität des Mukoperiostlappens war unabdingbar, um die Augmentationsstelle postoperativ primär verschließen zu können. Die Guide Schablone wurde über die Restbezahnung fixiert und die Initialbohrung mit dem Guide Pilotbohrer vorgenommen (Abb. 4). Die Aufbereitung des Implantatbetts erfolgte schrittweise nach dem chirurgischen Protokoll des Ceralog Sys-

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pip fallstudie tems, inklusive des Gewindeschneidens und Konturieren des kortikalen Anteils (Abb. 5, 6). Dieses Vorgehen ist unerlässlich, da Zirkonoxid als schlechter Wärmeleiter eine Überhitzung des Knochens beim forcierten Eindrehen des Implantates herbeiführen könnte. Aus diesem Grund darf auch ein Drehmoment von maximal 35 Ncm (Abb. 7) nicht überschritten werden. Die Abdeckkappen (PEEK), die in der Implantatverpackung enthalten sind, wurden vor der Augmentation für die gedeckte Einheilung auf die Implantate geklickt. Die Implantate waren im krestalen Bereich überwiegend nur lingual in Knochenkontakt. Damit die Implantate später die entsprechenden Funktionskräfte aufnehmen können, erfolgte der laterale Knochenaufbau zur Sicherstellung einer zirkulär ausreichend dicken Knochenbreite von Minimum zwei Millimetern. Zur Sicherstellung der Ernährung des Augmentats wurde die Kortikalis perforiert (Abb. 8). Die freiliegenden Implantatberei-

(Abb. 10). Einige Tage nach dem chirurgischen Eingriff erhielt die Patientin ihre modifizierte Klammerprothese als provisorischen Zahnersatz mit dem Hinweis, in den ersten Wochen nur weiche Nahrung zu sich zu nehmen, um eine übermäßige Belastung der Implantate und des Augmentats zu vermeiden.

Die prothetische Phase Fünf Monate nach der Implantation zeigten sich ausreichend stabiler Knochen und gut eingeheilte Implantate, die mit einer apikalen Verschiebeplastik freigelegt wurden. Nach der Weichgewebsausformung erfolgte die offene Abformung der Implantate zur Fertigung individueller CAD/CAM-Vollzirkonabutments. Die optimal auf Zirkonoxid abgestimmte HexalobeInnenverbindung bietet die Möglichkeit über die Fertigungsdienstleistung Dedicam individuelle Vollzirkonabutments herstellen zu lassen (Abb. 11). Zum Designen wurden die

Abb. 6: Aufbereitung des Implantatlagers nach dem chirurgischen Protokoll.

Abb. 7: Einbringen der Ceralog Implantate mittels Eindrehinstrument, sowohl manuell als auch maschinell möglich (max. Drehmoment 35 Ncm).

Abb. 8: Perforation der Kortikalis zur Sicherstellung der Ernährung des lateralen Knochenaugmentats.

Abb. 9: Simultane GBR-Maßnahmen (Kombination autolog/ xenogen) mit anschließender Membranabdeckung und primärem Wundverschluss.

che wurden zunächst mit autologen Knochenspänen und einer Mischung aus autologem Knochen und xenogenem Knochenersatzmaterial (BioOss, Geistlich) überschichtet (Abb. 9). Der Situs wurde vor dem primären Wundverschluss beidseits mit einer Doppelmembran (BioGide, Geistlich) vor Weichgewebseinsprossung abgeschirmt. Die postoperative Röntgenkontrolle erfolgte mittels OPG und zeigt die inserierten Implantate in regio 34, 35 und 36 sowie 44, 45 und 46 (zwölf, zehn und acht Millimeter Länge und Ø 4,1 mm)

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Implantatmodelle gescannt und mit den Daten des Wax ups überlagert. Aufgrund der Gestaltung der Implantatschulter und der Fertigungstechnologie werden die individuellen Abutments immer mit integriertem Platform Switching angeboten. Im Labor wurden auf den angelieferten Abutments anatomische individuell verblendete Zirkonoxidkronen gefertigt und nach einer Funktions- und Ästhetikeinprobe mit semipermanentem Implantatzement befestigt (Abb. 12). Das radiologische Follow up zeigte die prothetisch orientierte Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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Abb. 10: Postoperative Röntgenkontrolle.

Abb. 13: Das radiologische Follow up nach Eingliederung.

Fazit

Abb. 11: Individuelles Dedicam Zirkonoxidabutment mit der sternförmigen Hexalobe-Verbindung und einer Titan-Abutmentschraube.

Implantatplatzierung und die exakte Passung der Einzelkronen auf den individuellen Platform Switching Abutments (Abb. 13).

Diskussion Die Nachfrage der Patienten nach metallfreien Lösungen steigt [8]. Ein Keramikimplantatsystem, das in der Handhabung nahe an die gewohnten Abläufe der Titanimplantate herankommt, ermöglicht es, diese Patientenanforderungen zu erfüllen. Mit der festsitzenden Prothetik unter Einsatz von Ceralog Implantaten und gleichzeitiger Knochenaugmentation im atrophierten Seitenzahnbereich des Unterkiefers konnte eine patientengerechte Wiederherstellung von Funktion und Ästhetik erreicht werden.

Abb. 12: Einzelkronen mit semipermanetem Zement auf den Zirkonoxidabutments befestigt.

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Bezüglich vollkeramischer Implantatsysteme hat die Forschung und Entwicklung in den letzten Jahren Fortschritte gemacht und eröffnet neue Wege zu metallfreien Versorgungsmöglichkeiten [5]. Die zweiteiligen Ceralog Hexalobe Implantate werden aus Yttrium-stabilisiertem Zirkonoxid im Ceramic injection molding, einem Hightech-Spritzgussverfahren, gefertigt. Die Oberflächentextur, die bereits vor dem Sinter- und HIP-Prozess (Hot Isostatic Pressing) erzeugt wird, fördert sowohl das Weichgewebeattachment am glatteren Implantathals als auch die Osseointegration an der mikrorauen Struktur im enossalen Bereich. Die bisher existierenden Studien zeigen positive Ergebnisse in Bezug auf „Zelladhäsion, Osseointegration und Lebensdauer“ [9, 10]. Die echte Zweiteiligkeit des Systems bietet den Vorteil der gleichzeitigen Augmentation und primären Wundversorgung sowie der optimalen prothetisch orientierten Implantatpositionierung. K

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K 1999 Staatsexamenan der Privaten Universität Witten/Herdecke K 1999-2001 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der zahnmedizinischen Fakultät der Universität Witten/ Herdecke K 2001 Promotion zum Dr. med. dent. K 2004 Ernennung zum Oralchirurgen Dr. med. dent. nach Fachzahnarztweiterbildung an Hajo Peters der Charité Berlin K 2007-2010 Gesellschafter in einer kieferchirurgischen Gemeinschaftspraxis in Filderstadt K Seit 2010 Niederlassung in der Spezialistenpraxis mund gerecht in Wien K 2017 Mit Prof. Dr. Jackowski, Universität Witten/Herdecke, und Prof. Dr. Hölzle, Universität Aachen, Herausgeber eines chirurgischen Klinikleitfadens (Springer-Verlag)

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Keramik in der Implantologie Aufgrund ihrer Biokompatibilität und ihrer mechanischen Eigenschaften galten Titanimplantate sehr lange als das Material der Wahl in der dentalen Implantologie. Allerdings ist mittlerweile bekannt, dass Titan bei bestimmten Patienten zu Empfindlichkeitsreaktionen führen kann. Die Begünstigung allergischer Reaktionen wird derzeit diskutiert, gilt jedoch als nicht sicher erwiesen. In ästhetischer Hinsicht ist Titan insbesondere im Frontzahnbereich aufgrund eines häufigen Grauschimmers im Bereich der marginalen Gingiva problematisch [Gil, et al., 2017]. Seit mehreren Jahren rückt daher Zirkonoxid als Alternative mehr in den Fokus der Wissenschaft und der Anwender. Erste Versuche mit Implantaten aus Aluminiumoxidkeramik in den 1980erJahren waren jedoch nicht sehr erfolgreich, was dazu führte, dass diese in den frühen 1990er-Jahren wieder vom Markt genommen wurden. Innerhalb der folgenden fast 30 Jahre konnten jedoch durch konsequente Grundlagenforschung signifikante Weiterentwicklungen und Verbesserungen keramischer Werkstoffe zum Einsatz in der Implantologie erzielt werden [Siddiqi, et al., 2017]. Zirkonoxid – und hier ist insbesondere das Yttrium-stabilisierte polykristalline tetragonale Zirkonoxid (Y-TZP) gemeint – scheint aufgrund seiner mechanischen, biologischen Eigenschaften sowie seiner offenbar überlegenen Ästhetik eine gangbare Alternative zu Titan darzustellen. Neben der Ästhetik werden in der Literatur der Removal Torque (RTQ) sowie der Bone to Implant Contact (BIC) untersucht und zur Bewertung der Osseointegration der Implantate herangezogen. Die Beurteilung der Osseointegration von Implantaten erfolgt aufgrund humanethischer Limitationen in erster Linie in tierexperimentellen Studien. Zur Beurteilung der Biokompatibilität dienen meistens Weichgewebsparameter und die Remodellation des krestalen Knochenlevels. Dort konnten keine materialbedingten Unterschiede zwischen Zirkonoxid- und Titanimplantaten festgestellt werden [Manzano, et al., 2014, Pieralli, et al., 2018, Siddiqi, et al., 2017]. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen die Autoren eines systematischen Reviews. Dort waren bei maschinierten Implantatoberflächen keine signifikanten materialbedingten Unterschiede zu beobachten [Hafezeqoran und Koodaryan, 2017]. Bei Zirkonimplantaten mit angeätzter Oberfläche konnte sogar ein signifikant besserer BIC ermittelt werden als bei Titanimplantaten. In klinischen Humanstudien werden mittlere Überlebens- und Erfolgsraten sowie die Reaktion des Hart- und Weichgewebes als funktionelle Kriterien zur Beurteilung der Materialeigenschaften verwendet. Eine aktuelle Übersichtsarbeit bescheinigt Implantaten aus Zirkonoxid gute biokompatible und mechanische Eigenschaften, die im Vergleich zu Titanimplantaten zu besseren Weichgewebsreaktionen und ästhetischeren Ergebnissen sowie einer ähnlich guten Osseointegration führten [Sivaraman, et al., 2017]. Bezüglich der krestalen Knochenlevel und der kumulativen Überlebensraten führten Zirkonoxidimplantate ebenfalls zu ähnlichen Ergebnissen wie Titanimplantate [Payer, et al., 2015, Pieralli, et al., 2017]. Zu einem anderen Ergebnis kommt ein systematischer Review aus 2015. In fünf von insgesamt nur 13 Studien, welche die Einschlusskriterien erfüllten, wurden bei Zirkonoxidimplantaten im Vergleich zu Titanimplantaten signifikant höhere krestale Knochenverlustraten beobachtet [Vohra, et al., 2015]. In einer randomisiert kontrollierten klinischen Studie (RCT) wurde bei Zirkonoxidimplantaten ebenfalls eine signifikant höhere krestale Knochenverlustrate als bei Titanimplantaten beobach-

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tet [Osman, et al., 2014]. Auch in Bezug auf Überlebens- und Erfolgsraten schnitten Zirkonoxidimplantate in zwei weiteren Übersichtsarbeiten offensichtlich schlechter ab als Titanimplantate, wie zwei weitere Reviews ergaben [Depprich, et al., 2014, Elnayef, et al., 2017]. Das Material hatte auf die Implantatüberlebensraten und die prothetische Nachsorge bei auf einteiligen Implantaten fixiertem totalem Zahnersatz keinen Einfluss, wie eine weitere RCT ergab. Nach einem Jahr konnten bei Zirkonoxid- und Titanimplantaten mit kugelförmigen oder individuell angefertigten Attachments ähnlich geringe Verlustraten sowie eine vergleichbar hohe Anzahl von Reparaturereignissen und eine entsprechend niedrige prothetische Erfolgsrate beobachtet werden [Osman und Ma, 2014]. Zwischen einteiligen und zweiteiligen Zirkonoxidimplantaten waren über einen vierjährigen Beobachtungszeitraum keine Unterschiede in Bezug auf das krestale Knochenlevel zu beobachten [Paolantoni, et al., 2016]. Im Gegensatz dazu waren bei einteiligen Implantaten höhere Misserfolgsraten und ein größerer Verlust krestalen Knochens bei Zirkonoxidimplantaten feststellbar [Siddiqi, et al., 2015]. In einer kontrollierten klinischen Studie konnte auf Titan- und Zirkonoxidoberflächen eine gleichermaßen geringe Kolonisierung mit parodontalpathogenen Bakterien ermittelt werden, die sich materialbedingt nicht signifikant unterschied [Siddiqi, et al., 2016]. Im Gegensatz dazu wurde in einem systematischen Review eine geringere Anhaftungstendenz von Mikroorganismen auf Zirkonoxidimplantaten ermittelt [Prithviraj, et al., 2012]. Auch auf Abutments aus Zirkonoxid besteht eine signifikant geringere Bakterienkolonisierung, wie einer RCT in einem In vivo-/Crossover-Design beobachtet wurde. So war bei gegossenen und maschinierten Titanoberflächen eine signifikant höhere Anzahl Mikroorganismen messbar als auf Zirkonoxid. Dies ist insoweit von klinischer Relevanz, als dass die bakterielle Kolonisierung sich nachteilig auf die Integrität der Weichgewebsmanschette an der Durchtrittsstelle des Implantats in die Mundhöhle auswirken kann und die Entstehung periimplantärer Entzündungen begünstigt [Nascimento, et al., 2014]. In Bezug auf Weichgewebsparameter wie Rezessionen, Sondierungstiefen und Blutung bei Sondierung konnten in systematischen Übersichtsarbeiten und RCT keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Abutments aus Zirkonoxid und Titan ermittelt werden [Ferrari, et al., 2015, Linkevicius und Vaitelis, 2015]. Allerdings konnte bei Versorgungen mit Implantaten und Abutments aus Zirkonoxid ein besserer Pink Esthetic Score erzielt werden als bei Versorgungen aus Titan. Die besseren ästhetischen Ergebnisse werden von weiteren Studien bestätigt [Carrillo de Albornoz, et al., 2014, Cosgarea, et al., 2015, de Medeiros, et al., 2013]. Während daher Zirkonoxid im ästhetisch sichtbaren Bereich als Restaurationsmaterial favorisiert wird, wird in einer Übersichtsarbeit aufgrund der fehlenden Langzeitstudien der Einsatz von Zirkonoxidabutments bei Seitenzahnversorgungen derzeit immer noch als fraglich eingestuft [Vechiato-Filho, et al., 2016]. Auch bei Zirkonoxidimplantaten ist aufgrund der aktuell verfügbaren Evidenz eine endgültige Aussage zum Langzeitverhalten von Zirkonoxid und zur Eignung dieses Materials als gangbare und gleichwertige Alternative zu Implantaten aus Titan nicht möglich [Apratim, et al., 2015, Hashim, et al., 2016, Siddiqi, et al., 2017, Vechiato-Filho, et al., 2016]. Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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In vitro-Studien Elsayed A, Wille S, Al-Akhali M, Kern M. Effect of fatigue loading on the fracture strength and failure mode of lithium disilicate and zirconia implant abutments. Clin Oral Implants Res. 2018 Jan;29(1):20-27. (»Der Einfluss einer Dauerbelastung auf den Frakturwiderstand und das Frakturverhalten von Abutments aus Lithiumdisilikat oder Zirkonoxid.«) Auf 40 Implantaten wurden prothetische Restaurationen hergestellt, die auf fünf unterschiedlichen Abutments befestigt wurden. Dabei handelte es sich um Abutments aus Titan (Ti), Zirkonoxidabutments mit (ZrT) und ohne Titanbasis (Zr) sowie um ein Lithiumdisilikatabutment auf einer Titanbasis (LT) und ein Hybridabutment aus Lithiumdisilikat auf einer Titanbasis (LHT). Abutments aus Ti, ZrT, LT und LHT überstanden 1,2 Millionen Belastungszyklen ohne Fraktur oder Debonding der keramischen Suprastruktur. Aus den Ergebnissen kann gefolgert werden, dass der Einsatz der Titanbasis den Frakturwiderstand von Zirkonoxidabutments verstärkt. Joda T, Voumard B, Zysset PK, Brägger U, Ferrari M. Ultimate force and stiffness of 2-piece zirconium dioxide implants with screw-retained monolithic lithium-disilicate reconstructions. J Prosthodont Res. 2017 Dec 14. [Epub ahead of print] (»Maximale Belastungsfähigkeit und Steifigkeit von zweiteiligen Implantaten aus Zirkonoxid und verschraubten Kronen aus Lithiumdisilikatkeramik.«) Elf zweiteilige Zirkonoxidimplantate mit einem Durchmesser von 3,3 mm (n=6) und 4,1 mm (n=5) wurden mit Zirkonoxidabutments und Lithiumdisilikatkronen versorgt und anschließend Belastungstests ausgesetzt. Die Frakturen erfolgten unabhängig vom Implantatdurchmesser charakteristischerweise im Bereich des Implantathalses. Die Belastungstests ergaben eine hohe Steifigkeit und eine hohe Belastungsfähigkeit der zweiteiligen Keramikimplantate, die unter In vitro-Verhältnissen physiologischen Kräften standhalten können.

Tierexperimentelle Studien Janner SFM, Gahlert M, Bosshardt DD, Roehling S, Milz S, Higginbottom F, Buser D, Cochran DL. Bone response to functionally loaded, two-piece zirconia implants: A preclinical histometric studys. Clin Oral Implants Res. 2017 Dec 30. [Epub ahead of print] (»Verhalten des Knochens bei funktionell belasteten, zweiteiligen Zirkonoxidimplantaten: Eine präklinische histomorphometrische Studie.«) Bei fünf Hunden wurden in den nach Zahnextraktion ausgeheilten Unterkiefer-Seitenzahnbereich abwechselnd Implantate aus Titan (n=3) und Zirkonoxid (n=3) eingesetzt. Nach sechs Wochen transmukosaler Einheilung wurden die Implantate mit

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vollkeramischen Kronen versorgt. Nach vier und sechs Wochen waren noch alle Implantate und Restaurationen ohne biologische oder technische Komplikationen in situ. Die histomorphometrische Analyse ergab zu beiden Untersuchungszeitpunkten keine statistisch signifikanten Unterschiede hinsichtlich des Knochen-Implantat-Kontakts, des krestalen Knochenlevels und der periimplantären Knochendichte. Mihatovic I, Golubovic V, Becker J, Schwarz F. Bone tissue response to experimental zirconia implants. Clin Oral Investig. 2017 Mar;21(2):523-532. (»Gewebereaktion im Knochen auf experimentelle Zirkonoxidimplantate.«) Drei experimentelle Zirkonoxidimplantate mit unterschiedlich rauen Oberflächen sowie konventionelle Titanimplantate mit sandgestrahlter und geätzter Oberfläche wurden im Split Mouth-Design beidseits im Unterkiefer von neun Hunden eingesetzt. Insgesamt wurden nach dem Zufallsprinzip pro Versuchstier acht Implantate inseriert (N=72 Implantate). Gewebebiopsien wurden nach drei und 14 Tagen sowie zehn Wochen nach transmukosaler Einheilung entnommen. Insgesamt 17 experimentelle Implantate aus Zirkonoxid gingen während der Beobachtungszeit verloren. Die Reaktionen im Knochen waren während der gesamten Einheilzeit von konstanten Remodellierungsvorgängen im Bereich der Implantate geprägt. Die Oberflächenrauigkeit hatte einen positiven Einfluss auf den Knochen-Implantat-Kontakt, ohne dass signifikante Unterschiede zwischen den verschiedenen Implantaten erkennbar waren. Aufgrund der niedrigen Überlebensraten eignet sich das experimentelle Zirkonoxidimplantat nicht für den klinischen Einsatz.

Einfache Klinische Studien Balmer M, Spies BC, Vach K, Kohal RJ, Hämmerle CHF, Jung RE. Three-year analysis of zirconia implants used for single-tooth replacement and three-unit fixed dental prostheses: A prospective multicenter study. Clin Oral Implants Res. 2018 Jan 12. [Epub ahead of print]. (»Analyse von Zirkonoxidimplantaten für den Einzelzahnersatz oder zur Fixierung dreigliedriger Brücken: Eine prospektive Multicenterstudie über einen Zeitraum von drei Jahren.«) Bei 60 Patienten, die entweder ein Einzelimplantat benötigten oder die mit implantatfixierten dreigliedrigen Brücken versorgt werden sollten, wurden insgesamt 71 einteilige Zirkonoxidimplantate eingesetzt und mit Provisorien versorgt. Der definitive Zahnersatz erfolgte im Oberkiefer nach mindestens vier und im Unterkiefer nach mindestens zwei Monaten Einheilzeit mit Suprakonstruktionen aus Zirkonoxid. Die Implantate wurden klinisch und röntgenologisch bei Insertion, zum Zeitpunkt der prothetischen Versorgung, sechs Monate danach und anschließend jährlich über einen dreijährigen Zeitraum untersucht. 55 Patienten mit insgesamt 66 Implantaten standen für eine Analyse zur Verfügung. Die mittlere Überlebensrate betrug nach drei Jahren unter Belastung 98,5 %. Zwischen dem Zeitpunkt der Implantatinsertion und dem Follow up konnte ein signifikanter Verlust krestalen Knochens festgestellt werden, der Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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kurz & schmerzlos in erster Linie zwischen Implantatinsertion und prothetischer Versorgung erfolgte. Nach prothetischer Versorgung konnten keine nennenswerten Knochenverluste mehr ermittelt werden. Becker J, John G, Becker K, Mainusch S, Diedrichs G, Schwarz F. Clinical performance of two-piece zirconia implants in the posterior mandible and maxilla: a prospective cohort study over 2 years. Clin Oral Implants Res. 2017 Jan;28(1):29-35. (»Klinisches Verhalten von zweiteiligen Zirkonoxidimplantaten im Unterkiefer- und Oberkiefer-Seitenzahnbereich: Eine prospektive Kohortenstudie über einen Zeitraum von zwei Jahren.«) 52 Patienten mit Einzelzahnlücken in posterioren Abschnitten des Ober- oder Unterkiefers wurden mit zweiteiligen Implantaten aus Zirkonoxid versorgt. Die Belastung erfolgte konventionell. Die Implantate wurden mit glasfaserverstärkten Abutments und Vollkeramikkronen versorgt. Nach acht Monaten Belastungszeit betrug die kumulative Überlebensrate 95,8 %. Mechanisch-technische Komplikationsraten lagen bei 2,1 % und biologische Komplikationsraten betrugen 37,5 %. Die Kovariate „Operateur“ hatte einen signifikanten Einfluss auf die Überlebensrate der Implantate. Innerhalb von 24 Monaten konnte ein signifikanter Zugewinn periimplantären Weichgewebes sowie ein Zugewinn an keratinisierter Gingiva verzeichnet werden. Fabbri G, Fradeani M, Dellificorelli G, De Lorenzi M, Zarone F, Sorrentino R. Clinical Evaluation of the Influence of Connection Type and Restoration Height on the Reliability of Zirconia Abutments: A Retrospective Study on 965 Abutments with a Mean 6-Year Follow-Up. Int J Periodontics Restorative Dent. 2017 Jan/Feb;37(1):19-31. (»Klinische Untersuchung des Einflusses der Art der Verbindung und der Höhe der Restauration auf die Verlässlichkeit von Abutments aus Zirkonoxid: Eine retrospektive Studie mit 965 Abutments und einem mittleren Follow up von sechs Jahren.«) 601 Patienten wurden mit 965 CAD/CAM-gefertigten Zirkonoxidabutments auf Implantaten in anterioren und posterioren Kieferabschnitten versorgt. Die prothetische Versorgung wurde mit Einzelkronen oder kurzspannigen Brücken aus Vollkeramik durchgeführt. Im Frontzahnbereich wurden die Kronen vorwiegend verschraubt, während eine Zementierung bei Kronen in Fällen durchgeführt wurde, in welchen eine in prothetischer Hinsicht nicht ideale Position der Implantate vorlag. Verglichen wurden verschiedene Abutment-Implantatverbindungen wie externe Verbindungen, interne Verbindungen aus Metall und interne Verbindungen aus Zirkonoxid. Die Überlebens- und Erfolgsraten für alle Zirkonoxidimplantate betrugen 98,9 % bzw. 94,8 %. Bei externen Verbindungen lagen Überlebensund Erfolgsraten von 99,7 % bzw. 94,5 % vor. Interne Verbindungen aus Metall führten zu Überlebens- und Erfolgsraten von 99,8 % bzw. 95,5 % und bei internen Verbindungen aus Zirkonoxid betrugen sowohl die Überlebens- wie auch die Erfolgsraten 93,1 %. Die externe Verbindung zeigte die höchsten Überlebensraten, während die höchste Frakturrate während der Beobachtungszeit bei der internen Verbindung aus Zirkonoxid beobachtet werden konnte. Die Grenze einer maximal möglichen Höhe der prothetischen Rekonstruktion zur

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Risikoreduktion technischer Komplikationen betrug 14,0 mm. Schlussfolgerung: Die Höhe der prothetischen Rekonstruktion und die Art der Abutment-Implantatverbindung hatten einen signifikanten Einfluss auf die Überlebensrate der implantatgetragenen Rekonstruktionen. Interne Verbindungen aus Metall führten zu einer Reduktion der Komplikationsraten. Kohal RJ, Spies BC, Bauer A, Butz F. One-piece zirconia oral implants for single-tooth replacement: Three-year results from a long-term prospective cohort study. J Clin Periodontol. 2018 Jan;45(1):114-124. (»Einzelzahnersatz mit einteiligen Implantaten aus Zirkonoxid: Dreijahresergebnisse einer prospektiven Langzeit-Kohortenstudie.«) 65 Patienten wurden in einem einzeitigen Verfahren mit einteiligen Zirkonoxidimplantaten behandelt. Die Implantate wurden sofort mit provisorischen Kronen versorgt. Standardisierte Röntgenaufnahmen erfolgten zum Zeitpunkt der Implantatinsertion sowie nach einem und nach drei Jahren. Nach drei Jahren waren sechs Implantate verloren gegangen, die im Seitenzahnbereich eingesetzt worden waren, was zu einer kumulativen Implantat-Überlebensrate von 90,8 % führte. Der mittlere krestale Knochenverlust betrug 1,45 mm. Bei 35 % der Implantate war ein Knochenverlust von ≤ 2,0 mm und bei 22,0 % von > 2,0 mm festzustellen. Die Sondierungstiefe, das klinische Attachmentlevel und der Blutungsindex nahmen innerhalb der dreijährigen Beobachtungsphase ab. Spies BC, Kohal RJ, Balmer M, Vach K, Jung RE. Evaluation of zirconia-based posterior single crowns supported by zirconia implants: preliminary results of a prospective multicenter study. Clin Oral Implants Res. 2017 May;28(5):613-619. (»Vorläufige Ergebnisse einer prospektiven Multicenterstudie zu Zirkonoxidkronen auf Zirkonoxid-Einzelimplantaten im Seitenzahnbereich.«) Bei 60 Patienten wurden in zwei unterschiedlichen Behandlungszentren insgesamt 71 Implantate aus Zirkonoxid eingesetzt und anschließend provisorisch versorgt und sofortbelastet. Die endgültige prothetische Versorgung erfolgte im Oberkiefer frühestens nach vier Monaten und im Unterkiefer nach frühestens zwei Monaten. 44 Patienten standen für die Untersuchungen sechs und zwölf Monate nach der endgültigen prothetischen Versorgung mit keramikverblendeten Einzelkronen aus einem Zirkonoxidgerüst zur Verfügung. Innerhalb des Follow up ging keine der implantatgetragenen Einzelkronen verloren. Die Erfolgsrate betrug 90,9 %. Die häufigsten prothetischen Komplikationen waren kleinere Chippings und Rauigkeiten der Keramik. Schlussfolgerung: Aufgrund der Häufigkeit der Keramikfrakturen stellt sich die Frage nach der Eignung dieser Versorgungsform im Seitenzahnbereich. Spies BC, Witkowski S, Butz F, Vach K, Kohal RJ. Bi-layered zirconia/fluor-apatite bridges supported by ceramic dental implants: a prospective case series after thirty months of observation. Clin Oral Implants Res. 2016 Oct;27(10):1265-1273. (»Brücken aus fluorapatitbeschichtetem Zirkonoxid auf Keramikimplantaten: Eine prospektive Fallserie über eine Beobachtungsdauer von 30 Monaten.«) Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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kurz & schmerzlos 13 Patienten erhielten je zwei zweiteilige Implantate aus aluminiumverstärktem Zirkonoxid im Seitenzahnbereich. Die Implantate wurden sofort mit Provisorien versorgt. Die endgültige prothetische Versorgung erfolgte drei Monate später. Die endgültigen Brückenrekonstruktionen wurden mittels CAD/CAM aus einem Zirkonoxidgerüst hergestellt und mit FluorapatitGlaskeramik beschichtet. Während des Follow up ging keine Restauration verloren. Bei sieben der Restaurationen konnte ein Abplatzen der Verblendung beobachtet werden. Bei allen Brücken waren okklusale Rauigkeiten entstanden. Zwölf von 13 Restaurationen zeigten geringe Mängel in Form und Farbe. Schlussfolgerung: Trotz der guten Überlebensraten der Restaurationen aus dem beschichteten aluminiumverstärkten Zirkonoxid waren technische Komplikationen sehr häufig zu beobachten. Dennoch konnte eine hohe Patientenzufriedenheit ermittelt werden.

Kontrollierte Klinische Studien de Freitas AR, Silva TSO, Ribeiro RF, de Albuquerque Junior RF, Pedrazzi V, do Nascimento C. Oral bacterial colonization on dental implants restored with titanium or zirconia abutments: 6-month follow-up. Clin Oral Investig. 2018 Jan 18. [Epub ahead of print] (»Bakterielle Kolonisation von Dentalimplantaten bei Versorgung mit Abutments aus Titan oder Zirkonoxid: Ein Follow up nach sechs Monaten.«) 20 gesunde Probanden mit einer Einzelzahnlücke wurden in die Studie einbezogen und zur Hälfte mit Titanimplantaten oder Zirkonoxidimplantaten versorgt. Nach einem, zwei und sechs Monaten unter Belastung der Implantate wurden Plaqueproben aus dem periimplantären Sulkus, der Abutmentoberfläche sowie aus internen Implantatbereichen sowie supra- und subgingival von den jeweils korrespondierenden natürlichen Zähnen der Gegenseite entnommen. Aus den 360 Plaqueproben konnten 596 Bakterienarten identifiziert und 18 Stämmen sowie 104 Gattungen zugeordnet werden. Titan-, Zirkonoxidimplantate und natürliche Zähne zeigten eine ähnlich hohe Anzahl taxonomischer Einheiten. Die häufigsten Bakterienstämme waren Firmicuten, Proteobakterien, Fusobakterien, Bacteroides sowie Actinobakterien. Dabei war ihre Verteilung in Abhängigkeit von der Entnahmestelle und dem Entnahmezeitpunkt signifikant unterschiedlich. Kim A, Campbell SD, Viana MA, Knoernschild KL. Abutment Material Effect on Peri-implant Soft Tissue Color and Perceived Esthetics. J Prosthodont. 2016 Dec;25(8):634-640. (»Der Einfluss des Abutments auf die Farbe und Ästhetik des periimplantären Weichgewebes.«) Ziel der Studie war die Untersuchung des Einflusses des Abutmentmaterials auf die Färbung des Weichgewebes und der Vergleich der ästhetischen Empfindung und der Zufriedenheit mit dem klinischen Behandlungsergebnis auf Seiten der Patienten und der Behandler. Zu diesem Zweck wurden 30 Patienten auf Einzelimplantaten mit Abutments aus Zirkonoxid, GoldHue oder Titan versorgt. Die Farbe des periimplantären

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Weichgewebes wurde spektromorphometrisch analysiert und mit der Farbe der Gingiva am korrespondierenden natürlichen Zahn der Gegenseite verglichen. Bei Abutments aus Zirkonoxid wurden signifikant geringere farbliche Veränderungen im Vergleich zu den anderen beiden Materialien beobachtet. Es konnte zwar keine statistisch signifikante Korrelation zwischen dem farblichen Unterschied und der Dicke der marginalen Gingiva ermittelt werden, jedoch war der Farbunterschied bei Patienten mit dickem Biotyp geringer stark ausgeprägt als bei Patienten mit dünnem Biotyp. In Bezug auf den Einfluss des Abutmentmaterials auf die Zufriedenheit konnte kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Patienten und den Behandlern ermittelt werden. Es gab auch keine Korrelation zwischen der Farbdifferenz zwischen dem periimplantären Weichgewebe und dem Weichgewebe an den korrespondierenden natürlichen Zähnen. Bei den Patienten konnten höhere Zufriedenheitswerte ermittelt werden als bei den behandelnden Zahnärzten. Die Empfindung von Farbdifferenzen war bei den Patienten im Vergleich zu den Behandlern signifikant geringer ausgeprägt. Die Zufriedenheit der Behandler war in Bezug auf die (rote) Weichgewebsästhetik größer als auf die (weiße) Ästhetik der prothetischen Restaurationen. Kniha K, Milz S, Kniha H, Ayoub N, Hölzle F, Modabber A. Peri-implant Crestal Bone Changes Around Zirconia Implants in Periodontally Healthy and Compromised Patients. Int J Oral Maxillofac Implants. 2018 January/February;33(1):217–222. (»Veränderungen im krestalen periimplantären Knochen von Zirkonoxidimplantaten bei Patienten mit und ohne Parodontalerkrankungen.«) Ziel der Studie war die Analyse der Veränderungen im Bereich des krestalen periimplantären Knochens sowie die Überlebensund Erfolgsrate von Zirkonoxidimplantaten bei parodontal gesunden oder erkrankten Probanden. In die Studie wurden 86 Patienten mit insgesamt 123 Implantaten einbezogen. Bei 68 Patienten lag keine Parodontalproblematik vor, 18 Patienten waren parodontal vorerkrankt. Die röntgenologische Dokumentation erfolgte zum Zeitpunkt der Implantatinsertion sowie drei und zwölf Monate nach der definitiven Kronenversorgung. Die Überlebensrate betrug nach einem Jahr unter Belastung 100,0 %, während die Erfolgsrate bei 94,5 % lag. Bezüglich des Parameters krestales Knochenlevel waren keine signifikanten Unterschiede zwischen Baseline und der Nachuntersuchung nach einem Jahr unter Belastung in beiden Gruppen festzustellen. Zwischen beiden Untersuchungsgruppen waren keine signifikanten Unterschiede bezüglich des Abstands zwischen der Implantatschulter und dem krestalen Knochenrand sowie bei der Sondierungstiefe erkennbar. Kniha K, Kniha H, Möhlhenrich SC, Milz S, Hölzle F, Modabber A. Papilla and alveolar crest levels in immediate versus delayed single-tooth zirconia implants. Int J Oral Maxillofac Surg. 2017 Aug;46(8):1039-1044. (»Papillenhöhe und krestale Knochenlevel bei Sofortimplantaten im Vergleich zu verzögert eingesetzten Implantaten aus Zirkonoxid.«) Das Ziel der prospektiven Studie war die Ermittlung von Zusammenhängen zwischen dem Verlust der Papillenhöhe und der Distanz zwischen dem krestalen Knochen im Bereich der natürlichen Nachbarzähne und dem Kontaktpunkt zwiPraktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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kurz & schmerzlos schen dem natürlichen Zahn und der implantatgetragenen Krone bei verzögert eingesetzten Implantaten (Gruppe A) bzw. Sofortimplantaten (Gruppe B). Zu diesem Zweck wurden 78 Patienten mit 82 einteiligen Implantaten mit einem der beiden Insertionsprotokolle behandelt. Die Überlebensund Erfolgsraten betrugen nach einem Jahr in beiden Gruppen 100,0 %. Zwischen beiden Gruppen waren keine signifikanten Unterschiede bezüglich des mittleren Verlusts der Papillenhöhe vorhanden. In Gruppe A konnte zwischen dem Ausmaß des Höhenverlusts und dem Abstand zwischen dem krestalen Knochen des Nachbarzahnes und dem Kontaktpunkt der beiden Kronen eine starke Korrelation ermittelt werden, während in Gruppe B eine geringe Korrelation vorlag. Lops D, Stellini E, Sbricoli L, Cea N, Romeo E, Bressan E. Influence of abutment material on peri-implant soft tissues in anterior areas with thin gingival biotype: a multicentric prospective study. Clin Oral Implants Res. 2017 Oct;28(10):1263-1268. (»Der Einfluss des Abutmentmaterials auf das periimplantäre Weichgewebe im Frontzahnbereich beim dünnen Biotyp: Eine multizentrische prospektive Studie.«) 37 Patienten wurden mit einem Einzelimplantat im Oberkiefer-Frontzahnbereich versorgt. Zum Zeitpunkt der Versorgung mit der definitiven Suprakonstruktion wurden für je drei Abutments aus drei verschiedenen Materialien (Titan, Gold und Zirkonoxid) bei jedem Patienten spektrophotometrische Messungen zur Bestimmung der Färbung des periimplantären Weichgewebes durchgeführt und mit dem korrespondierenden natürlichen Zahn auf der kontralateralen Seite verglichen. Mittels einer Parodontalsonde wurde zusätzlich die Dicke des bukkalen periimplantären Weichgewebes bzw. der Biotyp bestimmt. Nur 15 Patienten erfüllten die Einschlusskriterien (u. a. keine systemische Erkrankung, keine Parodontalerkrankung, dünner Biotyp) und wurden in die Analyse einbezogen. Unabhängig von der Art des Abutmentmaterials waren Unterschiede zur Färbung des Weichgewebes an den korrespondierenden natürlichen Zähnen messbar. Der mittlere Farbunterschied war bei Gold und Zirkonoxid vergleichbar und signifikant niedriger im Vergleich zu Abutments aus Titan, insbesondere bei einer Stärke des periimplantären Weichgewebes von ≤ 2,0 mm. Schlussfolgerung: Bei einer Weichgewebsdicke von ≤ 2,0 mm sollten bei Implantatversorgungen im sichtbaren Bereich Abutments aus Gold oder Zirkonoxid verwendet werden. Martínez-Rus F, Prieto M, Salido MP, Madrigal C, Özcan M, Pradíes G. A Clinical Study Assessing the Influence of Anodized Titanium and Zirconium Dioxide Abutments and Peri-implant Soft Tissue Thickness on the Optical Outcome of Implant-Supported Lithium Disilicate Single Crowns. Int J Oral Maxillofac Implants. 2017 Jan/Feb;32(1):156-163. (»Eine klinische Studie zum Einfluss anodisierter Titan- und Zirkonoxidabutments und der periimplantären Weichgewebsdicke auf den optischen Outcome von implantatgestützten Kronen aus Lithiumdisilikat.«) 20 Patienten mit einem fehlenden Zahn im Front-, Eckzahn- oder Prämolarenbereich wurden in einem zweizeitigen Verfahren mit implantatgestütztem Zahnersatz versorgt. Zum Zeitpunkt der prothetischen Versorgung wurde die Dicke der periimplantären Weichgewebsmanschette bestimmt. Indi-

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viduelle Abutments aus den vier Materialien Zirkonoxid, Titan, GoldHue und PinkHue wurden hergestellt und bei jedem Probanden jeweils auf dem Implantat aufgeschraubt. Mit der provisorisch eingesetzten Krone aus Lithiumdisilikatkeramik wurden anschließend für jedes Abutment mittels Spektrophotometer Farbmessungen durchgeführt. Das Abutmentmaterial hatte einen signifikanten Einfluss auf Farbdifferenzen sowohl auf Weichgewebsniveau als auch am periimplantären Weichgewebsrand. Die niedrigsten Farbdifferenzen konnten bei Abutments aus Zirkonoxid auf beiden Ebenen beobachtet werden. Die mittlere Stärke des Weichgewebes hatte keinen Einfluss auf die Farbunterschiede auf Weichgewebsebene. Raffaini FC, Freitas AR, Silva TSO, Cavagioni T, Oliveira JF, Albuquerque Junior RF, Pedrazzi V, Ribeiro RF, do Nascimento C. Genome analysis and clinical implications of the bacterial communities in early biofilm formation on dental implants restored with titanium or zirconia abutments. Biofouling. 2018 Feb;34(2):173-182. (»Genomanalyse und klinische Auswirkungen auf die frühe Biofilmformation auf Dentalimplantaten mit Abutments aus Titan oder Zirkonoxid.«) 20 gesunde Probanden wurden auf Implantaten mit Abutments aus Titan oder Zirkonoxid versorgt. Insgesamt 720 Proben wurden nach 30 Tagen unter Funktion aus dem periimplantären Sulkus, den Innenflächen der Implantate, den Abutmentoberflächen und den prothetischen Suprakonstruktionen gesammelt und analysiert. Klinische und röntgenologische Parameter wie Sondierungstiefe, Blutungsindex, klinisches Attachmentlevel und krestaler Knochenverlust wurden ebenfalls untersucht. Auf den Titan- und Zirkonoxidabutments konnte eine ähnliche Zusammensetzung und Anzahl Bakterien ermittelt werden, die mit der bakteriellen Besiedelung natürlicher Zähne vergleichbar war. Siddiqi A, Milne T, Cullinan MP, Seymour GJ. Analysis of P. gingivalis, T. forsythia and S. aureus levels in edentulous mouths prior to and 6 months after placement of one-piece zirconia and titanium implants. Clin Oral Implants Res. 2016 Mar;27(3):288-94. (»Nachweis von P. gingivalis, T. forsythia und S. aureus bei zahnlosen Patienten vor und sechs Monate nach Insertion von einteiligen Implantaten aus Zirkonoxid.«) Es gibt Hinweise darauf, dass zahnlose Patienten aufgrund des Fehlens subgingivaler Strukturen weniger parodontalpathogene Bakterien enthalten als bezahnte Individuen. Dennoch wird beobachtet, dass bestimmte Bakterien nach der Platzierung von Implantaten bei diesen Probanden wieder nachgewiesen werden können. Das Ziel der Studie war daher, die parodontal-pathogenen Bakterien P. gingivalis, T. forsythia und den nicht parodontal-pathogenen Keim S. aureus nach Platzierung von einteiligen Dentalimplantaten aus Titan oder Zirkonoxid wieder im oralen Milieu nachzuweisen. 26 Patienten wurden mit je 13 Implantaten aus dem jeweiligen Material versorgt. Mikrobiologische Proben wurden vor Implantatinsertion von der Zunge und sechs Monate nach Implantatinsertion von der Zunge und aus dem Implantatumfeld entnommen. Die Ergebnisse zeigen, dass die drei Bakterienspezies vor und nach der Implantatversorgung unterhalb der Nachweisgrenze lagen. Das Implantatmaterial hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Anzahl Bakterien. Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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kurz & schmerzlos Thoma DS, Gamper FB, Sapata VM, Voce G, Hämmerle CHF, Sailer I. Spectrophotometric analysis of fluorescent zirconia abutments compared to "conventional" zirconia abutments: A within subject controlled clinical trial. Clin Implant Dent Relat Res. 2017 Aug;19(4):760-766. (»Spektromorphometrische Analyse fluoreszierender Abutments aus Zirkonoxid im Vergleich zu 'konventionellen' Zirkonoxidabutments: Eine kontrollierte Within SubjectUntersuchung.«) 24 Patienten wurden auf Einzelimplantaten mit Hybridabutments aus einfachem (Kontrollen) oder fluoreszierendem (Test) Zirkonoxid versorgt. Spektrophotometrische Untersuchungen wurden ohne Abutment, bei der Anprobe des Abutments sowie bei der finalen Anprobe mit der definitiv auf dem Abutment befestigten Krone durchgeführt. Farbdifferenzen wurden zwischen den einzelnen Rekonstruktionen sowie im Vergleich der Rekonstruktionen mit den korrespondierenden natürlichen Zähnen durchgeführt. Beide Abutmentarten zeigten ähnliche ästhetische Ergebnisse. In Fällen mit einer Weichgewebsdicke von < 2,0 mm konnte eine im Vergleich zu den natürlichen Zähnen größere Verfärbung bei den fluoreszierenden Zirkonoxidabutments ermittelt werden.

RCT Carrillo de Albornoz A, Vignoletti F, Ferrantino L, Cárdenas E, De Sanctis M, Sanz M. A randomized trial on the aesthetic outcomes of implant-supported restorations with zirconia or titanium abutments. J Clin Periodontol. 2014 Dec;41(12):1161-9. (»Eine randomisiert kontrollierte Studie zu ästhetischen Ergebnissen bei implantatgetragenen Restaurationen auf Abutments aus Zirkonoxid oder Titan.«) 38 Patienten wurden mittels eines computergenerierten Zufallsprinzips mit Abutments aus Titan (Kontrollen) oder Zirkonoxid (Test) auf Einzelzahnimplantaten im Oberkiefer-Frontzahnbereich versorgt. Nach einem Jahr standen noch 25 Patienten für eine Analyse zur Verfügung. Der Vergleich des Implant Crown Aesthetic Index innerhalb der beiden Gruppen ergab zwischen der Baseline und dem Follow up nach einem Jahr einen Score von 7,9 bzw. 7,6 in der Kontrollgruppe (n=14) und von 10,6 bzw. 11,3 in der Testgruppe (n=11). Die Unterschiede waren statistisch nicht signifikant. Auch röntgenologische Parameter unterschieden sich nicht signifikant voneinander. Die Patientenzufriedenheit war in beiden Gruppen gleich hoch. In der Testgruppe wurden zwei Abutmentfrakturen beobachtet. Schlussfolgerung: Abutments aus Zirkonoxid scheinen zu besseren, aber statistisch nicht signifikanten ästhetischen Ergebnissen zu führen. Gleichzeitig ist bei Zirkonoxidabutments häufiger mit technischen Komplikationen zu rechnen. Cosgarea R, Gasparik C, Dudea D, Culic B, Dannewitz B, Sculean A. Peri-implant soft tissue colour around titanium and zirconia abutments: a prospective randomized controlled clinical study.

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Clin Oral Implants Res. 2015 May;26(5):537-44. (»Färbung des periimplantären Weichgewebes bei Implantaten aus Titan oder Zirkonoxid: Eine randomisiert kontrollierte klinische Studie im prospektiven Design.«) Elf Patienten wurden im Split Mouth-Design auf der einen Seite mit Abutments aus Titan und Metallkeramikkronen und kontralateral mit Zirkonoxidabutments mit Vollkeramikkronen versorgt. Vor und nach Einzementierung der Kronen wurden Farbmessungen mittels Colorimeter durchgeführt. Sowohl vor als auch nach Zementierung der Kronen konnten zwischen beiden Abutmentarten und den Nachbarzähnen merkliche Farbunterschiede ermittelt werden. Im Vergleich zu Zirkonoxidabutments war vor Zementierung der Kronen bei Abutments aus Titan ein signifikanter Farbunterschied erkennbar, der jedoch nur 1,0 mm vom Gingivarand entfernt gemessen werden konnte. Im Vergleich zur marginalen Gingiva der natürlichen Nachbarzähne waren sowohl vor als auch nach der Zementierung der Kronen für sämtliche Farbparameter signifikante Unterschiede messbar, die bei Titanabutments im Vergleich zu Zirkonoxidabutments signifikant größer ausfielen. Ferrari M, Cagidiaco MC, Garcia-Godoy F, Goracci C, Cairo F. Effect of different prosthetic abutments on peri-implant soft tissue. A randomized controlled clinical trial. Am J Dent. 2015 Apr;28(2):85-9. (»Der Einfluss unterschiedlicher Abutments auf das periimplantäre Weichgewebe: Eine randomisiert kontrollierte Studie.«) In vorliegender RCT wurden teilbezahnte Patienten entweder mit Abutments aus Titan, GoldHue oder Zirkonoxid versorgt und zwei Jahre nach Insertion auf ihre Wirkung auf das periimplantäre Weichgewebe untersucht. Bei insgesamt 47 Probanden mit 97 Implantaten wurden die Parameter 1) bukkale Dicke des periimplantären Weichgewebes, 2) Weichgewebsdicke oberhalb des krestalen Knochens, 3) Sondierungstiefe und 4) Biotyp der Nachbarzähne untersucht. Nach zwei Jahren Tragezeit konnte in nur 13,0 % der Fälle eine Rezession beobachtet werden, die nicht mit dem Implantatmaterial zusammenhing. Es waren auch keine signifikanten Unterschiede des Biotyps im Bereich natürlicher Zähne und der Implantate zu ermitteln. Kein Parameter auf Patientenebene (Alter, Geschlecht, Implantattyp, Biotyp) oder auf Implantatebene (Breite der keratinisierten Gingiva, Sondierungstiefe, Weichgewebsdicke) konnte als positiver Vorhersageparameter für die Entstehung einer Rezession identifiziert werden. Schlussfolgerung: Der Abutmenttyp hatte zwei Jahre keinen Einfluss auf periimplantäre Parameter. Der Biotyp im Bereich natürlicher Zähne sollte nur mit großer Vorsicht als möglicher Indikator für den periimplantären Biotyp betrachtet werden. Kumar Y, Jain V, Chauhan SS, Bharate V, Koli D, Kumar M. Influence of different forms and materials (zirconia or titanium) of abutments in peri-implant soft-tissue healing using matrix metalloproteinase-8: A randomized pilot study. J Prosthet Dent. 2017 Oct;118(4):475-480. (»Untersuchung des Einflusses verschiedener Abutmentformen und -materialien (Zirkonoxid oder Titan) auf die periimplantäre Weichgewebsheilung unter Einsatz einer Matrix aus Metalloproteinase-8: Eine randomisierte Pilotstudie.«) Bislang ist unklar, wie Bakterien auf verschiedenen Implantatmaterialien haften und inwieweit die Bestimmung des Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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kurz & schmerzlos Biomarkers Metalloproteinase-8 (MMP-8) eine verlässliche Methode ist, den Zustand des periimplantären Bindegewebes zu ermitteln. Daher war das Ziel der prospektiven randomisierten Studie im Split Mouth-Design, anhand der MMP-8 Level im Sulkusfluid die Bindegewebsreaktion bei Abutments aus Zirkonoxid und Titan zu bestimmen. Zwölf teilbezahnte Patienten wurden in die Studie einbezogen und die Abutments nach dem Zufallsprinzip platziert. Die Entnahme von Sulkusfluid und die Messung der Sondierungstiefe wurden nach einem, zwei und zwölf Monaten nach Platzierung der Abutments durchgeführt. Nach einem und drei Monaten konnten bei Abutments aus Titan signifikant höhere MMP-8 Level und Sondierungstiefen gemessen werden als bei Zirkonoxidabutments. Nach zwölf Monaten waren keine signifikanten Unterschiede mehr messbar. Nascimento C, Pita MS, Fernandes FH, Pedrazzi V, de Albuquerque Junior RF, Ribeiro RF. Bacterial adhesion on the titanium and zirconia abutment surfaces. Clin Oral Implants Res. 2014;25(3):337-43. (»Bakterielle Anhaftung auf Abutmentoberflächen aus Titan oder Zirkonoxid.«) Das Ziel der randomisierten Crossover In vivo-Studie war die Untersuchung der Einfluss des Abutmentmaterials auf die Biofilmformation auf maschinierten bzw. gegossenen Titanoberflächen oder Oberflächen aus Zirkonoxid. Dazu wurden je vier Träger aus den drei Materialien auf Schienen im Frontund Seitenzahnbereich befestigt. Diese wurden von sechs gesunden Probanden an drei Tagen nacheinander für jeweils 24 Stunden getragen. Anschließend wurden die Bakterienspezies aus dem Biofilm identifiziert. Keine Unterschiede in Abhängigkeit vom jeweiligen Material waren bei F. nukleatum, N. mukosa, P. aeruginosa, P. anaerobios, S. aureus, S. gordonii, S. parasanguinis, und T. forsythia zu erkennen. Bei allen anderen Spezies waren signifikant quantitative Unterschiede zu beobachten. Die Position der Implantate hatte keinen Einfluss auf die Zusammensetzung der Plaquebakterien. Auf gegossenen Titanoberflächen konnten die meisten Bakterien ermittelt werden, gefolgt von maschiniertem Titan und Zirkonoxid. Osman RB, Ma S. Prosthodontic maintenance of overdentures on zirconia implants: 1-year results of a randomized controlled trial. Int J Prosthodont. 2014 Sep-Oct;27(5):461-8. (»Instandhaltungsmaßnahmen bei auf Zirkonoxidimplantaten fixierten Vollprothesen: Einjahresergebnisse einer randomisiert kontrollierten Studie.«) Ziel der randomisierten Studie war die Untersuchung des prothetischen Outcome bei Ober- und Unterkiefer-Totalprothesen, die auf einteiligen Implantaten mittels verschiedenen Attachments befestigt worden waren. 24 Patienten wurden im Ober- und Unterkiefer nach dem Zufallsprinzip mit einteiligen Implantaten aus Titan (Kontrollgruppe) oder Zirkonoxid (Testgruppe) versorgt. Im Oberkiefer wurden vier Implantate zur Abstützung der Prothese verwendet und im Unterkiefer drei Implantate. Im Oberkiefer wurden drei Implantate krestal und eines palatinal eingesetzt. Im Unterkiefer wurde ein Implantat in der Kiefermitte und die beiden anderen links und rechts davon in je einer Kieferhälfte inseriert. Als Attachmentsysteme dienten kugelförmige Abutments oder individuell angefer-

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tigte Matrizen aus Kunststoff. Nach einem Jahr standen noch 19 Probanden für eine Nachuntersuchung zur Verfügung. Bei drei der Patienten war ein früher Implantatverlust (aller Implantate) eingetreten. Drei Zirkonoxidimplantate frakturierten. Von den insgesamt 79 Wartungsereignissen erfolgten 34 in der Kontrollgruppe und 45 in der Testgruppe. Die meisten Reparaturen erfolgten zum Austausch der Attachments und aufgrund von Frakturen der prothetischen Suprastruktur. Die technische Komplikationsrate lag in beiden Gruppen sehr hoch und es konnten zwischen der Kontroll- und Testgruppe keine signifikanten Unterschiede bezüglich der prothetischen Erfolgsrate beobachtet werden. Osman RB, Swain MV, Atieh M, Ma S, Duncan W. Ceramic implants (Y-TZP): are they a viable alternative to titanium implants for the support of overdentures? A randomized clinical trial. Clin Oral Implants Res. 2014 Dec;25(12):1366-77. (»Sind Implantate aus Y-TZP Keramik eine gangbare Alternative zu Implantaten aus Titan bei der Versorgung zahnloser Patienten? Eine randomisierte Studie.«) 24 Patienten mit zahnlosem Ober- und Unterkiefer wurden nach dem Zufallsprinzip mit einteiligen Implantaten aus Titan (Kontrolle) oder Zirkonoxid (Test) versorgt. Im Oberkiefer wurden drei Implantate krestal und eines palatinal eingesetzt. Im Unterkiefer wurde ein Implantat in der Kiefermitte und die beiden anderen links und rechts davon inseriert. Die anschließende prothetische Versorgung erfolgte nach einem konventionellen Belastungsprotokoll. Nach einem Jahr konnte zwischen den beiden Gruppen kein signifikanter Unterschied bezüglich der Implantatüberlebensraten festgestellt werden. Im Unterkiefer betrugen die Überlebensraten in der Test- und Kontrollgruppe 95,8 % bzw. 90,9 % und im Oberkiefer 71,9 % bzw. 55,0 %. Bei drei der Zirkonoxidimplantate traten Frakturen ein. Bei Titanimplantaten konnte mit 0,18 mm ein signifikant geringerer mittlerer krestaler Knochenverlust ermittelt werden als bei Zirkonoxidimplantaten mit 0,42 mm. Das Vorhersagemodell ergab ein signifikant höheres Risiko für einen Implantatverlust im Oberkiefer. Schlussfolgerung: Aufgrund der höheren Komplikationsraten bei einteiligen Implantaten aus Zirkonoxid sollte ihr derzeitiger klinischer Einsatz in erster Linie bei Patienten mit einer nachgewiesenen Allergie gegenüber Titan in Betracht gezogen werden. Paolantoni G, Marenzi G, Blasi A, Mignogna J, Sammartino G. Findings of a Four-Year Randomized Controlled Clinical Trial Comparing Two-Piece and One-Piece Zirconia Abutments Supporting Single Prosthetic Restorations in Maxillary Anterior Region. Biomed Res Int. 2016;2016:8767845. (»Ergebnisse einer randomisiert kontrollierten klinischen Vierjahresstudie zu einteiligen und zweiteiligen Implantaten aus Zirkonoxid für Einzelkronen im Oberkiefer-Frontzahnbereich.«) 65 Patienten mit insgesamt 74 fehlenden Zähnen im Oberkiefer-Frontzahnbereich wurden nach dem Zufallsprinzip entweder mit zweiteiligen oder einteiligen Abutment-Kronensystemen versorgt. Das zweiteilige System bestand aus einem mit einer Schicht Lithiumdisilikat überzogenem Standardabutment aus Zirkonoxid, auf welchem anschließend eine VollkeramikPraktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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kurz & schmerzlos krone zementiert wurde. Bei dem einteiligen System wurde die Keramikkrone direkt auf das Abutment gepresst (Hybridabutment). Das Hybridabutment wurde anschließend auf das Implantat aufgeschraubt. Während der Beobachtungsperiode trat bei drei Vollkeramikkronen eine Fraktur auf. Zwei Hybridabutments frakturierten nach 26 Monaten Tragezeit. Bezüglich der Parameter Plaque Index, Blutungsindex und mittlerer krestaler Knochenverlust konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Payer M, Heschl A, Koller M, Arnetzl G, Lorenzoni M, Jakse N. All-ceramic restoration of zirconia two-piece implants-a randomized controlled clinical trial. Clin Oral Implants Res. 2015 Apr;26(4):371-6. (»Vollkeramische Restaurationen auf zweiteiligen Implantaten aus Zirkonoxid – eine randomisierte kontrollierte klinische Studie.«) Ziel der RCT war der Vergleich der Behandlungsergebnisse nach Versorgung zweiteiliger Implantatsysteme aus Zirkonoxid oder Titan. Insgesamt 31 Implantate (16 aus Zirkonoxid und 15 aus Titan) wurden bei 22 Patienten primärstabil mit einem Insertionstorque von > 30 Ncm eingesetzt. Davon wurden sieben Implantate im Oberkiefer und 24 im Unterkiefer inseriert. Es wurden keine zusätzlichen Augmentationsmaßnahmen im Knochen oder Weichgewebe durchgeführt. Nach einer Mindesteinheilzeit von vier Monaten im Unterkiefer und sechs Monaten im Oberkiefer wurden die Implantate mit Keramikabutments versorgt. Die prothetischen Suprakonstruktionen bestanden aus Vollkeramik. In beiden Gruppen konnte nach 24 Monaten ein signifikanter krestaler Knochenverlust im Vergleich zur Baseline festgestellt werden (Titan: 1,43 mm; Zirkonoxid: 1,48 mm). Ein Implantat aus Zirkonoxid ging acht Monate nach der prothetischen Versorgung verloren. Die Überlebens- und Erfolgsrate für Implantate aus Zirkonoxid betrug 93,3 % und für Titanimplantate 100,0 %. Buchi DL, Sailer I, Fehmer V, Hammerle CH, Thoma DS. All-ceramic single-tooth implant reconstructions using modified zirconia abutments: a prospective randomized controlled clinical trial of the effect of pink veneering ceramic on the esthetic outcomes. Int J Periodontics Restorative Dent. 2014;34(1):29-37. (»Eine prospektive randomisierte kontrollierte Studie zum Einfluss einer rosafarbenen Verblendung von Abutments aus Zirkonoxid bei Versorgung mit vollkeramischen implantatgetragenen Kronen.«) Das Ziel der Studie war die Evaluation des Einflusses einer rosafarbenen Verblendung des subgingivalen Anteils von Zirkonoxidabutments. Zu diesem Zweck wurden Einzelzahnimplantate entweder mit weißen (Kontrollen) oder rosa eingefärbten Abutments (Test) und Vollkeramikkronen versorgt. Im Vergleich zu den benachbarten natürlichen Zähnen ergab die spektrophotometrische Untersuchung bei beiden Abutments eine sichtbare Verfärbung der periimplantären Mukosa. Die Farbunterschiede waren klinisch gut zu erkennen und fielen für die Kontrollgruppe besser aus. Der Unterschied war jedoch nicht signifikant. Schlussfolgerung: Die rosafarbene Einfärbung von Zirkonoxidabutments führt nicht zu einer Verbesserung der Ästhetik, da sie zu einer dunkleren Einfärbung der marginalen Gingiva im Vergleich zu weißen Abutments führt.

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Gil MS, Ishikawa-Nagai S, Elani HW, Da Silva JD, Kim DM, Tarnow D, Schulze-Späte U, Bittner N. A prospective clinical trial to assess the optical efficacy of pink neck implants and pink abutments on soft tissue esthetics. J Esthet Restor Dent. 2017 Nov 12;29(6):409-415. (»Eine prospektive klinische Studie zum Einfluss von rosa eingefärbten Abutments und Implantaten auf die Weichgewebsästhetik.«) Das Ziel der prospektiven, randomisiert kontrollierten Studie war die Analyse des optischen Effekts von rosa eingefärbten Implantatschultern und Abutments (Test) im Vergleich zu konventionellen Implantaten und Abutments aus Titan (Kontrollen) auf die periimplantäre Mukosa nach Sofortimplantation. 40 Patienten wurden im Oberkiefer-Frontzahnbereich nach dem Zufallsprinzip entweder mit Test- bzw. Kontrollimplantaten/-abutments und einer Zirkonoxidkrone versorgt. Die periimplantäre Mukosa wies bei den Testrestaurationen eine signifikant größere Rotfärbung auf als bei den Kontrollen. Schlussfolgerung: Die rosa Einfärbung führt im Frontzahnbereich zu signifikant besseren ästhetischen Ergebnissen als bei konventionellen Titanrestaurationen. Sampatanukul T, Serichetaphongse P, Pimkhaokham A. Histological evaluations and inflammatory responses of different dental implant abutment materials: A human histology pilot study. Clin Implant Dent Relat Res. 2017 Nov 27. [Epub ahead of print] (»Histologische Ergebnisse und Entzündungsreaktionen verschiedener Abutmentmaterialien: Eine histologische Pilotstudie am Menschen.«) 15 Patienten wurden unter Bildung eines Mukoperiostlappens mit einem Implantat versorgt. Unmittelbar nach Implantatinsertion wurden nach dem Zufallsprinzip Abutments aus Zirkonoxid, einer Goldlegierung oder aus Titan auf den Implantaten befestigt. Die Einheilung erfolgte anschließend offen über einen Zeitraum von acht Wochen. Nach Ablauf der Einheilphase) wurden die Abutments einschließlich der periimplantären Weichgewebsmanschette chirurgisch entnommen. Hinsichtlich des Gingivaindex und der Anheftung des Weichgewebes konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Gruppen ermittelt werden. Bei den Abutments aus Titan und Zirkonoxid konnten histologisch ähnlich hohe Anteile von Gewebe mit einer Oberflächenanheftung beobachtet werden. Abutments aus der Goldlegierung zeigten signifikant geringere Attachmentraten sowie signifikant erhöhte Entzündungsreaktionen im Vergleich zu den beiden anderen Materialien. Schepke U, Meijer HJ, Kerdijk W, Raghoebar GM, Cune M. Stock Versus CAD/CAM Customized Zirconia Implant Abutments - Clinical and Patient-Based Outcomes in a Randomized Controlled Clinical Trial. Clin Implant Dent Relat Res. 2017 Feb;19(1):74-84. (»Vorgefertigte Abutments im Vergleich zu CAD/CAM-gefertigten Abutments aus Zirkonoxid – klinische und patientenspezifische Ergebnisse einer randomisiert kontrollierten klinischen Studie.«) Die Studie wurde durchgeführt, um den bislang noch nicht untersuchten Zusatznutzen von individuell hergestellten Abutments gegenüber Standardabutments zu ermitteln. Dazu wurden 50 Probanden nach dem Zufallsprinzip der Gruppe mit Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


kurz & schmerzlos Standardabutments oder CAD/CAM-gefertigten individuellen Abutments zugeteilt. Nach einem Jahr waren keine Implantatverluste eingetreten. Für keine der untersuchten Parameter (periimplantärer Knochen, Plaque Index, Blutungsindex, Gingivaindex, Sondierungstiefe, Rezessionen, Erscheinungsbild der Weichgewebe und Patientenzufriedenheit) waren signifikante Unterschiede feststellbar. Siddiqi A, Kieser JA, De Silva RK, Thomson WM, Duncan WJ. Soft and Hard Tissue Response to Zirconia versus Titanium One-Piece Implants Placed in Alveolar and Palatal Sites: A Randomized Control Trial. Clin Implant Dent Relat Res. 2015 Jun;17(3):483-96. (»Weich- und Hartgewebsreaktionen bei einteiligen Implantaten aus Zirkonoxid oder Titan im Oberkiefer: Eine randomisiert kontrollierte Studie.«) Um die Weich- und Hartgewebsreaktion bei einteiligen Implantaten aus Zirkonoxid (Test) oder Titan (Kontrolle) zu ermitteln, wurden 24 Patienten im zahnlosen Oberkiefer nach dem Zufallsprinzip mit je vier einteiligen Implantaten aus einem der beiden Materialien versorgt. Die Verbindung zu den prothetischen Suprakonstruktionen erfolgte mittels kugelförmiger Attachments. Drei der Implantate wurden auf dem Alveolarfortsatz platziert und eines im anterioren Bereich des Gaumens. Von den drei krestal inserierten Implantaten wurden zwei je links und rechts der Kiefermitte und eines in der Mitte des Alveolarfortsatzes positioniert. 19 Patienten standen für eine Analyse im Rahmen des Follow up zur Verfügung. Die Erfolgsraten waren in beiden Gruppen niedrig. Die Gesamtüberlebensrate der krestalen Implantate lag bei 67,9 % und die der palatinal inserierten Implantate bei 50,0 %. Nur elf der 21 palatinalen Implantate überlebten während des Follow up. Zwölf der Zirkonoxidimplantate ging während der Einheilphase verloren. Grundsätzlich gingen mehr Implantate aus Zirkonoxid verloren (n=21) als Titanimplantate (n=10). Bei den periimplantären Parametern Sondierungstiefe, Rezession, Breite der keratinisierten Gingiva, Plaqueindex und Blutungsindex konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen festgestellt werden. Bei Implantaten aus Zirkonoxid konnten jedoch signifikant höhere krestale Knochenverluste festgestellt werden als bei Titanimplantaten. Schlussfolgerung: In Bezug auf die höheren Verlustraten bei den Implantaten aus Zirkonoxid sollte in Erwägung gezogen werden, dass diese auf das neuartige prothetische Design und nicht zwingend auf das Implantatmaterial zurückgeführt werden könnten.

Thoma DS, Brandenberg F, Fehmer V, Büchi DL, Hämmerle CH, Sailer I. Randomized Controlled Clinical Trial of All-Ceramic Single Tooth Implant Reconstructions Using Modified Zirconia Abutments: Radiographic and Prosthetic Results at 1 Year of Loading. Clin Implant Dent Relat Res. 2016 Jun;18(3):462-72. (»Eine randomisiert kontrollierte Studie zu vollkeramischen Rekonstruktionen auf Einzelimplantaten mit modifizierten Zirkonoxidabutments: Röntgenologische und prothetische Ergebnisse nach einem Jahr unter Belastung.«) Ziel der Studie war die Beantwortung der Fragestellung, ob die Beschichtung des subgingivalen Anteils von Zirkonoxidabutments mit rosa eingefärbter Keramik einen erkennbaren Einfluss auf den röntgenologischen oder prothetischen Outcome von implantatgetragenen Einzelversorgungen hat. Zu diesem Zweck wurden 20 Patienten nach dem Zufallsprinzip mit Abutments mit einer rosa eingefärbten Keramikbeschichtung oder ohne Beschichtung versorgt. Nach einem Jahr unter Belastung betrugen die Überlebensraten für die Implantate 100,0 % und für die Kronen 95,0 %. Da der Großteil der Implantate subkrestal platziert worden war, konnte ein signifikanter Knochenabbau zwischen dem Insertionszeitpunkt der Implantate und der Versorgung mit der prothetischen Suprakonstruktion ermittelt werden. Im Laufe des einjährigen Follow up fand in beiden Gruppen kein weiterer signifikanter Knochenverlust statt. In der Testgruppe wurden innerhalb der Beobachtungszeit ein geringfügiges Chipping der Keramikverblendung einer Krone und eine Abutmentfraktur beobachtet. Schlussfolgerung: Die Beschichtung des subgingivalen Anteils von Zirkonoxidabutments mit rosa eingefärbter Keramik hatte keinen Einfluss auf biologische oder technische Parameter bei der prothetischen Versorgung von Einzelimplantaten. Thoma DS, Brandenberg F, Fehmer V, Knechtle N, Hämmerle CH, Sailer I. The Esthetic Effect of Veneered Zirconia Abutments for SingleTooth Implant Reconstructions: A Randomized Controlled Clinical Trial. Clin Implant Dent Relat Res. 2016 Dec;18(6):1210-1217. (»Die ästhetische Wirkung von keramikbeschichteten Abutments bei implantatgetragenen Einzelzahnrestaurationen: Eine randomisiert kontrollierte klinische Studie.«) Ziel der Untersuchung war die Beantwortung der Fragestellung, ob die Beschichtung des subgingivalen Anteils von Zirkonoxida-

Die bisher veröffentlichten Abstracts und Exzerpte der wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind für pip-Leser jederzeit in den E-Papers der pip auf www.pipverlag.de nachzulesen und im YouVivo Store im DGINet und im Mitgliederbereich der DGOI als PDF-Download erhältlich. Bisher erschienen: All on Four (04/2012), Biologische Breite (02/2012), Bisphosphonate und orale Implantologie (03/2011), Computergesteuerte Implantologie – Nutzen und Risiken (03/2014), Digitaler Workflow: Teil I Diagnostik (05/2017), Teil II Chirurgie (06/2017), Teil III Prothetik (01/2018), Der unbezahnte Kiefer (04/2017), Einteilige Implantatsysteme (04/2014), Extraktionsalveole und Kammerhalt: Teil I (04/2016), Teil II (01/2017), Teil III (02/2017), Keramik in der Implantologie (01/2013), Keramik in der Implantologie (02/2018), Knochenaugmentationen – Techniken (02/2013), Knochenaugmentationen – Materialien (03/2013), Knochenaugmentationen – Tissue Engineering (04/2013), Kurze Implantate (02/2016), Mini-Implantate (03/2017), Periimplantitis – Ätiologie, Häufigkeit und Diagnostik (01/2015), Periimplantitis – Prävention und Therapie (02/2015), Piezochirurgie (02/2014), Platform Switching (01/2014), PRP, PRGF und PRF in der Implantologie (01/2016), Risiken und Komplikationen (04/2015), Sinusboden-Elevationen (04/2011), Sofortbelastung und Sofortversorgung (03/2015), Systemische Erkrankungen (03/2012), Weichgewebsmanagement (02/2011).

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Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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· Tejero R, Rossbach P, Keller B, Anitua E, Reviakine I. Time-of-flight secondary ion mass spectrometry with principal component analysis of titania-blood plasma interfaces. Langmuir 2013;29:902–12. · Anitua E, Prado R, Orive G, Tejero R. Effects of calcium-modified titanium implant surfaces on platelet activation, clot formation, and osseointegration. J Biomed Mater Res A 2014;20072018:1–12. · Sánchez-Ilárduya MB, Trouche E, Tejero R, Orive G, Reviakine I, Anitua E. Time-dependent release of growth factors from implant surfaces treated with plasma rich in growth factors. J Biomed Mater Res A 2012:1–11. · Anitua E, Tejero R, Zalduendo MM, Orive G. Plasma Rich in Growth Factors (PRGF-Endoret) Promotes Bone Tissue Regeneration by Stimulating Proliferation, Migration and Autocrine Secretion on Primary Human Osteoblasts. J Periodontol 2013;84:1180–90.


kurz & schmerzlos butments im Vergleich zu nicht beschichteten Abutments die Ästhetik beeinflussen kann. Eine weitere Zielsetzung war der Vergleich der Dicke der periimplantären Mukosa mit der Mukosa des kontralateralen natürlichen Zahnes. Dazu wurden 44 Probanden nach dem Zufallsprinzip mit Abutments versorgt, die in ihrem subgingivalen Anteil mit einer rosa eingefärbten Keramik beschichtet worden waren oder unbeschichtet belassen wurden. Bei den eingefärbten Abutments konnten unabhängig von der Dicke der periimplantären Gingiva mittels spektrophotometrischer Messungen signifikant geringere Farbveränderungen als bei unbeschichteten Abutments aus Zirkonoxid beobachtet werden.

Systematische Reviews, Metaanalysen Elnayef B, Lázaro A, Suárez-López Del Amo F, Galindo-Moreno P, Wang HL, Gargallo-Albiol J, Hernández-Alfaro F. Zirconia Implants as an Alternative to Titanium: A Systematic Review and Meta-Analysis. Int J Oral Maxillofac Implants. 2017 May/June;32(3):e125– e134. (»Zirkonoxidimplantate als Alternative zu Titan: Ein systematischer Review und eine Metaanalyse.«) Das Ziel der vorliegenden Studie war die Untersuchung marginaler Knochenverluste und Überlebens- sowie Erfolgsraten von Implantaten aus Zirkonoxid im Vergleich zu Titan. Die Analyse von 21 Artikeln ergab eine mittlere Überlebensrate von 91,5 % während eines Follow Up von sechs bis 72 Monaten. Aus elf dieser Studien ergaben sich Erfolgsraten, die für den gleichen Beobachtungszeitraum bei mittleren 91,6 % lagen. Auch in Bezug auf die Art der Implantat-Abutment-Verbindung konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. In nur drei der Studien wurden Zirkonoxidimplantate direkt mit Titanimplantaten verglichen. Die anhand dieser drei Studien durchgeführte Metaanalyse ergab eine signifikant geringere geschätzte Überlebensrate von 74,8 % bei Zirkonoxidimplantaten im Vergleich zu 85,7 % bei Titanimplantaten. Anhand dieser Ergebnisse schlussfolgerten die Autoren, dass bei Zirkonoxidimplantaten ein um 89,0 % erhöhtes Verlustrisiko gegenüber Titanimplantaten besteht. In Bezug auf die Erfolgsraten waren keine statistisch signifikanten Unterschiede festzustellen. Der mittlere krestale Knochenverlust betrug bei Zirkonoxidimplantaten 0,89 ± 0,18 mm und wies eine statistisch signifikante mittlere Differenz von 0,14 mm gegenüber Titanimplantaten auf. Die Metaregressionsanalyse ergab ähnliche Überlebensraten bei ein- und zweiteiligen Implantaten sowie bei sofortbzw. konventionell belasteten Implantaten. Al Rezk F, Trimpou G, Lauer HC, Weigl P, Krockow N. Response of soft tissue to different abutment materials with different surface topographies: a review of the literature. Gen Dent. 2018 Jan-Feb;66(1):18-25. (»Die Weichgewebsreaktion auf unterschiedliche Abutmentmaterialien mit verschiedenen Oberflächenbeschaffenheiten.«) Ein enger Kontakt zwischen dem marginalen Weichgewebe und dem Abutment unterstützt die periimplantären Gewebe, verbessert die Ästhetik, stellt eine weichgewebliche Abdichtung gegenüber Mikroorganismen sicher und führt zu einem

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Erhalt krestalen Knochens. Das Ziel der systematischen Übersichtsarbeit war die Definition der Oberflächengestaltung und des Makrodesigns von Abutments, die zum bestmöglichen Kontakt zwischen Weichgewebe und Abutment beitragen. Dazu wurde eine Literaturrecherche in Pubmed/Medline zu englischsprachigen Artikeln durchgeführt, die im Zeitraum von Januar 2013 bis Oktober 2014 veröffentlicht wurden. Zusätzlich erfolgte eine Handsuche in relevanten Journalen. Von 206 Veröffentlichungen erfüllten zwölf Artikel die Einschlusskriterien. Bei diesen Publikationen handelte es sich um drei Humanstudien, drei tierexperimentelle Studien und sechs In vitro-Untersuchungen. Die histologischen Ergebnisse der Humanstudien zeigten eine parallele Anheftung gingivaler Fibroblasten entlang von Abutmentoberflächen, die oxidiert waren, mittels Laserablation vorbehandelt wurden und hydrophile Eigenschaften aufwiesen. Epithelzellen schienen sich leicht bevorzugt auf polierten Titanoberflächen und Zirkonoxid anzulagern. Aufgrund der Heterogenität der Studiendesigns konnte keine Metaanalyse durchgeführt werden. Trotz des guten Einflusses der Oberflächeneigenschaften und des Makrodesigns auf die Biokompatibilität und einer Verbesserung der Gewebeanheftung können Manipulationen im Bereich des Weichgewebes u. a. im Zusammenhang mit zweizeitigen Verfahren dazu führen, dass der vorteilhafte Einfluss der verbesserten Oberflächeneigenschaften zunichte gemacht wird. Apratim A, Eachempati P, Krishnappa Salian KK, Singh V, Chhabra S, Shah S. Zirconia in dental implantology: A review. J Int Soc Prev Community Dent. 2015 May-Jun;5(3):147-56. (»Zirkonoxid in der dentalen Implantologie: Ein Review.«) In den letzten Dekaden war Titan aufgrund seiner Eigenschaften das Material der Wahl zur Herstellung von Dentalimplantaten. In der letzten Zeit jedoch gewinnt Zirkonoxid als Alternative zum Goldstandard Titan mehr an Bedeutung. Um Informationen zu den mechanischen Eigenschaften sowie die Osseointegration, Oberflächenrauigkeit, Biokompatibilität, den Einfluss auf das periimplantäre Weichgewebe und letztendlich die Eignung von Zirkonoxid als Material für Dentalimplantate zu ermitteln, wurde eine Literaturrecherche in Pubmed zu Artikeln durchgeführt, die in den Jahren 1975 bis 2015 veröffentlicht wurden. Insgesamt 45 Veröffentlichungen erfüllten die Einschlusskriterien. Die Analyse der Publikationen ergab, dass die Biokompatibilität, die Osseointegration, die gute Weichgewebsreaktion und die ästhetischen Eigenschaften des Zirkonoxids sich für die Herstellung von Implantaten eignen. Allerdings sind diese Aussagen mit Vorsicht zu betrachten, da derzeit noch klinische Langzeitergebnisse fehlen, die den Ersatz von Titan mittels Zirkonoxid in der dentalen Implantologie stützen könnten. Coray R, Zeltner M, Özcan M. Fracture strength of implant abutments after fatigue testing: A systematic review and a meta-analysis. J Mech Behav Biomed Mater. 2016 Sep;62:333-346. (»Frakturwiderstand von Implantatabutments nach Dauerbelastung: Ein systematischer Review und eine Metaanalyse.«) Periodische Belastungsprüfungen überprüfen die Belastungsfähigkeit von Abutments sowie der Abutment-Implantatverbindung unter Laborbedingungen. Ziel der systematischen Übersichtsarbeit war die Untersuchung, welche Belastungstests zur Belastungsprüfung angewendet werden und wie sich verschiedene AbPraktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


R Ã&#x153;GBA . F R E V /2018 1 Q B A

PURE MUSKELKRAFT. ELEMENT RC PF 3.0 IMPLANTAT.

3.0


kurz & schmerzlos utments und Implantat-Abutmentverbindungen unter zyklischer Belastung verhalten. Dazu wurde eine systematische Literaturrecherche in den Literaturdatenbanken Medline und Pubmed für den Zeitraum zwischen 1970 und 2014 durchgeführt. Insgesamt sieben Studien wurden in die Analyse einbezogen. Trotz der Heterogenität der Studien konnte eine Metaanalyse zu den Parametern a) Abutmentmaterial, b) Implantat-AbutmentVerbindung und c) Anzahl der Belastungszyklen durchgeführt werden. Bezüglich des mittleren Frakturwiderstands nach zyklischer Belastung waren bei Abutments aus Titan (508,9 ± 334,6 N) und Zirkonoxid (698,6 ± 452,6 N) keine signifikanten Unterschiede feststellbar. Interne Implantat-Abutment-Verbindungen (774,0 ± 582,3 N) zeigten einen signifikant höheren Frakturwiderstand als externe Implantat-Abutment-Verbindungen (481,2 ± 137,5 N). Der mittlere Frakturwiderstand aller Abutmentarten nahm signifikant ab, sobald die Anzahl von einer Million Belastungszyklen überschritten wurde. Depprich R, Naujoks C, Ommerborn M, Schwarz F, Kübler NR, Handschel J. Current findings regarding zirconia implants. Clin Implant Dent Relat Res. 2014 Feb;16(1):124-37. (»Aktuelle Erkenntnisse zu Zirkonoxidimplantaten.«) Die vorliegende Übersichtsarbeit wurde anhand einer systematischen Recherche in verschiedenen Datenbanken zur Ermittlung der Überlebens- und Erfolgsraten von Zirkonoxidimplantaten durchgeführt. Insgesamt 17 Studien standen für eine Analyse zur Verfügung. Die meisten dieser Studien hatten einen niedrigen Evidenzlevel. Die Überlebensraten von Zirkonoxidimplantaten betrugen nach zwölf bis 56 Monaten 74,0-98,0 % und die Erfolgsraten lagen nach sechs bis zwölf Monaten zwischen 79,6-97,6 %. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der Übersichtsarbeit zeigen niedrigere Überlebensraten von Zirkonoxidimplantaten gegenüber Titanimplantaten. Hafezeqoran A, Koodaryan R. Effect of Zirconia Dental Implant Surfaces on Bone Integration: A Systematic Review and Meta-Analysis. Biomed Res Int. 2017;2017:9246721. (»Der Einfluss von Implantatoberflächen aus Zirkonoxid auf die Integration im Knochen: Ein systematischer Review und eine Metaanalyse.«) Das Ziel der systematischen Übersichtsarbeit war der Vergleich von Implantaten aus Titan und aus Zirkonoxid mit verschiedenen Oberflächenvariationen und ihrem Einfluss auf den BIC und den RTQ. Insgesamt 15 Studien erfüllten die Einschlusskriterien und wurden in die Analyse einbezogen. In Bezug auf den BIC konnte zwischen Implantaten aus Titan und Zirkonoxid mit einer maschinierten Oberfläche kein signifikanter Unterschied gemessen werden. Bei Implantaten mit einer säuregeätzten Oberfläche konnten hingegen bessere BIC-Werte bei Zirkonoxid ermittelt werden. Zirkonoxidimplantate mit einer nicht-modifizierten Oberfläche zeigten bessere Ergebnisse beim BIC als Zirkonoxidimplantate mit einer Oberflächenmodifikation. Hashim D, Cionca N, Courvoisier DS, Mombelli A. A systematic review of the clinical survival of zirconia implants. Clin Oral Investig. 2016 Sep;20(7):1403-17. (»Ein systematischer Review zu klinischen Überlebensraten von Implantaten aus Zirkonoxid.«)

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Das Ziel der Übersichtsarbeit war die Analyse der Erfolgsund Überlebensraten von Zirkonoxidimplantaten im Vergleich zu Titanimplantaten nach einem Jahr unter Belastung. Eine Recherche in den elektronischen Datenbanken Medline, Embase und Central ergab 14 Studien, welche die Einschlusskriterien erfüllten. Nach einem Jahr unter Funktion konnte für ein- und zweiteilige Implantate eine Überlebensrate von 92,0 % ermittelt werden. Implantate aus Zirkonoxid könnten als Alternative zu Titanimplantaten angesehen werden. Allerdings fehlen derzeit noch Ergebnisse zum Langzeitverhalten dieses Werkstoffs. de Medeiros RA, Vechiato-Filho AJ, Pellizzer EP, Mazaro JV, dos Santos DM, Goiato MC. Analysis of the peri-implant soft tissues in contact with zirconia abutments: an evidence-based literature review. J Contemp Dent Pract. 2013 May 1;14(3):567-72. (»Ein evidenzbasierter Review zum Zustand periimplantärer Weichgewebe bei Abutments aus Zirkonoxid.«) Um Weichgewebsreaktionen bei Abutments aus Zirkonoxid oder Titan zu ermitteln, wurde eine Pubmed-Literaturrecherche durchgeführt. In drei von 16 Studien wurden bei Zirkonoxidabutments exzellente Weichgewebsreaktionen beobachtet. In einer Veröffentlichung wurde von Rezessionen bei Zirkonoxidabutments berichtet und in neun Studien bestanden keine Unterschiede bei der Weichgewebsreaktion. In drei Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass Zirkonoxidabutments zu besseren ästhetischen Ergebnissen führen. Schlussfolgerung: Der Einsatz von Abutments aus Zirkonoxid wird aufgrund der besseren Ästhetik für den Einsatz im Frontzahnbereich empfohlen. Allerdings fehlen derzeit Ergebnisse aus Longitudinalstudien bezüglich der biologischen Reaktion periimplantärer Weichgewebe Linkevicius T, Vaitelis J. The effect of zirconia or titanium as abutment material on soft peri-implant tissues: a systematic review and meta-analysis. Clin Oral Implants Res. 2015 Sep;26 Suppl 11:139-47. (»Der Einfluss des Abutmentmaterials auf das periimplantäre Weichgewebe: Ein systematischer Review und eine Metaanalyse.«) Das Ziel des systematischen Reviews war die Analyse des Einflusses von Abutments aus Zirkonoxid im Vergleich zu Titanabutments auf das periimplantäre Weichgewebe. Dazu wurden eine systematische Literaturrecherche und eine Handsuche in englischsprachigen Fachjournalen durchgeführt. Es wurden nur randomisiert kontrollierte klinische (RCT) oder prospektive kontrollierte klinische (CCT) Studien in die Analyse einbezogen, die einen direkten Vergleich von Abutments aus Zirkonoxid und Titan beim gleichen Patienten zum Inhalt hatten. Die periimplantären Zielparameter waren 1) Farbe des Weichgewebes, 2) Rezessionen, 3) Sondierungstiefe, 4) Sondierungsblutung, 5) Ästhetik, 6) Einschätzung des Ergebnisses durch den Patienten, 7) krestales Knochenlevel und 8) biologische Komplikationen. Vier RCT und fünf CCT erfüllten die Einschlusskriterien. Eine Metaanalyse konnte aufgrund der Heterogenität der Studiendesigns nur für den ersten Parameter „Farbe des Weichgewebes“ durchgeführt werden. Bezüglich der Parameter Rezession, Sondierungstiefe, Sondierungsblutung, krestales Knochenlevel und Einschätzung des Ergebnisses durch den Patienten wurden keine signifikanten Unterschiede beobachtet. In einer Studie wurde Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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kurz & schmerzlos ein signifikant höherer Pink Esthetic Score bei Abutments aus Zirkonoxid gegenüber Titanabutments gemessen. Manzano G, Herrero LR, Montero J. Comparison of clinical performance of zirconia implants and titanium implants in animal models: a systematic review. Int J Oral Maxillofac Implants. 2014 Mar-Apr;29(2):311-20. (»Vergleich des klinischen Verhaltens von Implantaten aus Zirkonoxid oder Titan im Tierexperiment: Ein systematischer Review.«) Um den RTQ und den BIC bei Implantaten aus Zirkonoxid oder Titan zu vergleichen, wurde eine Recherche in der Datenbank Pubmed zu englischsprachigen tierexperimentellen Studien durchgeführt. Insgesamt 16 Studien standen für eine Analyse zur Verfügung. Grundsätzlich waren keine signifikanten materialbedingten Unterschiede bezüglich der beiden Untersuchungsparameter erkennbar. Waren signifikante Unterschiede vorhanden, so waren diese nicht durch das Material bedingt, sondern durch die verschiedenen Oberflächenbehandlungen und Mikroporositäten der Implantate. In nur zwei Veröffentlichungen konnte ein signifikant geringerer BIC bei Implantaten aus Zirkonoxid ermittelt werden. In vier Veröffentlichungen wurden signifikante Unterschiede beim RTQ gefunden. Pieralli S, Kohal RJ, Lopez Hernandez E, Doerken S, Spies BC. Osseointegration of zirconia dental implants in animal investigations: A systematic review and meta-analysis. Dent Mater. 2018 Feb;34(2):171-182. (»Osseointegration von Dentalimplantaten aus Zirkonoxid in tierexperimentellen Studien: Ein systematischer Review und eine Metaanalyse.«) Für eine Analyse der implantatbezogenen Parameter BIC, RTQ und von Push-In-Tests wurde eine Literaturrecherche zu tierexperimentellen Studien in den Datenbanken Pubmed, Cochrane und Embase durchgeführt. Insgesamt 54 Studien mit 3.435 Implantaten und 954 Versuchstieren erfüllten die Einschlusskriterien. Grundsätzlich konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen Implantaten aus Zirkonoxid, aus Zirkonoxidverbindungen und Titan bezüglich der genannten Parameter ermittelt werden. In Abhängigkeit vom tierexperimentellen Modell waren jedoch signifikante Unterschiede messbar. So konnten beispielsweise ein signifikant reduzierter BIC im Schweinemodell und ein signifikant geringerer RTQ bei Implantaten aus Zirkonoxid im Vergleich zu Titanimplantaten im Hundemodell beobachtet werden. Pieralli S, Kohal RJ, Jung RE, Vach K, Spies BC. Clinical Outcomes of Zirconia Dental Implants: A Systematic Review. J Dent Res. 2017 Jan;96(1):38-46. (»Ein systematischer Review zu klinischen Ergebnissen bei Dentalimplantaten aus Zirkonoxid.«)

Um die Überlebensraten und krestale Knochenverluste im Bereich von Implantaten aus Zirkonoxid, welche mit Einzelkronen oder festsitzenden Brücken versorgt worden waren zu ermitteln, wurde eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken Pubmed, Cochrane und Embase durchgeführt. In die Analyse wurden RCT und CCT mit mindestens 15 Probanden einbezogen. Von insgesamt 4.196 Studien erfüllten zwei RCT und sieben CCT die Einschlusskriterien. In den zur Verfügung stehenden Studien wurden die Ergebnisse von 398 Implantaten analysiert, die bei 326 Patienten eingesetzt worden waren. Implantatverluste traten in den meisten Fällen innerhalb des ersten Jahres nach Implantatinsertion, und dann bevorzugt während des Einheilzeitraums der Implantate auf. Danach konnten nahezu konstante Überlebenskurven der Implantate beobachtet werden. Aufgrund dieser Unterschiede wurden gesonderte Metaanalysen für die ersten zwölf Monate und für die Folgejahre durchgeführt. Im ersten Jahr konnte eine mittlere Überlebensrate von 95,6 % ermittelt werden. In den Folgejahren war eine weitere mittlere Abnahme des Implantatüberlebens von 0,05 %pro Jahr zu beobachten. Der mittlere krestale Knochenverlust betrug nach Ablauf der ersten zwölf Monate 0,79 mm. Das Material und das Design der Implantate, die Art der prothetischen Restauration, die Art der provisorischen Versorgung sowie die Belastungsart und kleinere Augmentationsmaßnahmen hatten keinen signifikanten Einfluss auf das krestale Knochenlevel. Siddiqi A, Khan AS, Zafar S. Thirty Years of Translational Research in Zirconia Dental Implants: A Systematic Review of the Literature. J Oral Implantol. 2017 Aug;43(4):314-325. (»30 Jahre Translationale Forschung zu Implantaten aus Zirkonoxid: Ein systematischer Review.«) 30 Jahre Grundlagenforschung zu Zirkonoxid-Keramik haben zu signifikanten Verbesserungen in der Biomedizin und insbesondere in der dentalen Implantologie geführt. Implantate aus Yttrium-stabilisiertem polykristallinem tetragonalem Zirkonoxid (Y-TZP) haben sich aufgrund ihrer exzellenten mechanischen Eigenschaften, ihrer Biokompatibilität und ihrer ästhetischen Farbgebung zu einer attraktiven Alternative gegenüber Titanimplantaten entwickelt. Die vorliegende Übersichtsarbeit wurde durchgeführt, um Ergebnisse aus der tierexperimentellen Grundlagenforschung zu den Parametern BIC und RTQ darzustellen und zu analysieren. Die meisten der in die Analyse einbezogenen 29 Studien wurden bei Kaninchen durchgeführt (30,0 %), gefolgt von Schweinen (20,0 %) sowie Hunden, Schafen und Ratten. Grundsätzlich können präklinische tierexperimentelle Studien sehr gut dazu verwendet werden, die Osseointegration von Implantaten aus Zirkonoxid zu untersuchen. Die Ergebnisse aus den zur Verfügung stehenden Studien zeigen einen exzellenten prozentualen BIC bei Zirkonoxidimplantaten. Es sollte dabei herausgestellt werden, dass der BIC und der

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kurz & schmerzlos RTQ in den meisten Studien bei nicht belasteten Implantaten gemessen wurden. Unterschiede in den Ergebnissen im Vergleich zum BIC und RTQ bei belasteten Implantaten sind daher möglich und denkbar. Sivaraman K, Chopra A, Narayan AI, Balakrishnan D. Is zirconia a viable alternative to titanium for oral implant? A critical review. J Prosthodont Res. 2017 Aug 17. [Epub ahead of print] (»Handelt es sich bei Zirkonoxid um eine gangbare Alternative zu Titan für die Herstellung von Dentalimplantaten? Ein kritischer Review.«) Mit dem Werkstoff Titan zur Herstellung von Dentalimplantaten werden Überempfindlichkeitsreaktionen, Biokompatibilitätsprobleme sowie ästhetische Einschränkungen durch dessen Graufärbung in Zusammenhang gebracht. Zirkonoxid könnte durch seine besseren biologischen, ästhetischen, mechanischen und optischen Eigenschaften als vielversprechende Alternative zu Titan zur Implantatherstellung eingesetzt werden. Um diese Möglichkeit zu untersuchen, wurde in den Datenbanken Pubmed und Cochrane eine systematische Literatursuche zu relevanten Studien durchgeführt, die im Zeitraum zwischen 1990 und 2016 veröffentlicht wurden. 47 Artikel erfüllten die Einschlusskriterien und wurden in die Analyse einbezogen. Die Analyse der Literatur ergab, dass Zirkonoxid eine gute und vielversprechende Alternative zu Titan sein kann, da es zu einer besseren Weichgewebsreaktion, Biokompatibilität und Ästhetik führt und eine vergleichbare Osseointegration zeigt. Allerdings fehlen Ergebnisse aus Langzeitstudien, um Zirkonoxid bereits jetzt als echte Alternative zu Titan zur Implantatherstellung betrachten zu können. Vechiato-Filho AJ, Pesqueira AA, De Souza GM, dos Santos DM, Pellizzer EP, Goiato MC. Are Zirconia Implant Abutments Safe and Predictable in Posterior Regions? A Systematic Review and Meta-Analysis. Int J Prosthodont. 2016 May-Jun;29(3):233-44. (»Sind Implantatabutments aus Zirkonoxid eine sichere und vorhersehbare Behandlungsoption in posterioren Kieferabschnitten? Ein systematischer Review und eine Metaanalyse.«) Um die Eigenschaften von Implantatabutments aus Zirkonoxid und Titan hinsichtlich ihrer Überlebensraten und der Vorhersehbarkeit der Behandlungsergebnisse bei Versorgung mit Einzelkronen zu vergleichen, wurde eine systematische Literaturrecherche in den beiden Datenbanken Pubmed und Cochrane Library durchgeführt. Zusätzlich erfolgte eine Handsuche in den Journalen Journal of Periodontology, Clinical Oral Implants

Research, International Journal of Prosthodontics und International Journal of Oral and Maxillofacial Implants. Es wurden nur Studien in englischer Sprache und mit einer Mindestbeobachtungsdauer von einem Jahr nach Implantatinsertion in die Analyse einbezogen. Von 669 Studien erfüllten elf die Einschlusskriterien. Nur sechs Studien konnten für die Metaanalyse verwendet werden. Bei Abutments aus Zirkonoxid konnte nach fünf Jahren eine Erfolgsrate von 99,3 % ermittelt werden. Bei Titanabutments betrug die Erfolgsrate 99,57 %. Hinsichtlich des Parameters „Fraktur der Verblendung“ konnten keine signifikanten Unterschiede ermittelt werden. Der mittlere krestale Knochenverlust betrug bei Zirkonoxidabutments 0,38 ± 0,87 mm und bei Abutments aus Titan 0,2 ± 0,13 mm. Schlussfolgerung: Aufgrund fehlender Daten über das Langzeitverhalten von Abutments aus Zirkonoxid ist das Material bei Versorgung mit Einzelkronen derzeit noch als fraglich einzustufen. Kurzfristige klinische Ergebnisse zeigen ähnliche mechanische Eigenschaften und biologische Effekte von Zirkonoxid und Titan. Vohra F, Al-Kheraif AA, Ab Ghani SM, Abu Hassan MI, Alnassar T, Javed F. Crestal bone loss and periimplant inflammatory parameters around zirconia implants: A systematic review. J Prosthet Dent. 2015 Sep;114(3):351-7. (»Krestaler Knochenverlust und periimplantäre Entzündungsparameter im Bereich von Implantaten aus Zirkonoxid: Ein systematischer Review.«) Das Ziel der Studie war die Analyse des krestalen Knochenverlustes und der periimplantären Entzündungsparameter bei Zirkonoxidimplantaten. Dazu erfolgte eine systematische Literaturrecherche von Artikeln, die in den Jahren zwischen 1977 bis 2014 veröffentlicht worden waren. 13 klinische Studien erfüllten die Einschlusskriterien. In acht der Studien waren zwischen Baseline und Follow up keine Unterschiede beim krestalen Knochenverlust zu ermitteln. In fünf Untersuchungen konnten hingegen signifikante Unterschiede zwischen Baseline und Follow up beobachtet werden. Im Vergleich zu Titanimplantaten konnten bei Zirkonoxidimplantaten höhere krestale Knocheverluste ermittelt werden. Die Überlebensraten von Zirkonoxidimplantaten lagen zwischen 67,6-100,0 %. Schlussfolgerung: Aufgrund einer großen Variationsbreite im Studiendesign und der Methodik war es schwierig, den Einfluss von Implantaten aus Zirkonoxid zum Erhalt des Knochenlevels und der periimplantären Weichgewebsgesundheit zu ermitteln. K _

In der nächsten Ausgabe pip 3/2018: Die Bedeutung des Implantationszeitpunktes Wollen Sie mehr zu einer bestimmten Arbeit wissen? Nutzen Sie unseren Volltext-Service auf www.pipverlag.de, senden Sie ein Fax an 08025-5583 oder eine E-Mail an leser@pipverlag.de. Wir recherchieren die Gesamtkosten bei den einzelnen Verlagen bzw. Textservices, Sie erhalten eine Gesamtkostenübersicht und können über uns bestellen. Für pip-Abonnenten sind Recherche, Handling und Versand der Texte kostenlos! 48

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tipp in pip

Aus der Praxis für die Praxis Tipps in pip kommen diesmal von Bilal Al-Nawas, Jürgen Becker, Florian Beuer, Knut Grötz, Frank Mathers, Klaus Volker Schiller, Daniel Steinhaus, Ulrich Volz.

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Seit letztem Jahr darf Cannabis bei chronischen Schmerzen verschrieben werden. Denken Sie speziell bei älteren Patienten mit rheumatoiden oder arthritischen Komplexen daran, denn Cannabis verstärkt die Wirkung anderer Analgetika.

Papier ist geduldig

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tipp in pip

Haben Sie auch einen praktischen Kniff oder eine pfiffige Lösung, die unbedingt ein Tipp in pip werden sollte? Mailen Sie uns an leser@pipverlag.de Unter allen Einsendungen verlosen wir bei jeder Ausgabe 3 iPod Shuffle!

Kopfkino

Eigentlich sind wir ja ganz heiß auf bildgestützte Patientenaufklärung – umso erstaunlicher nun eine Studie von Kazancioglu et al. aus dem Jahr 2017, nach der videogestützte Aufklärung bei den meisten Patienten das Angstgefühl verstärkte. Da mehr Angst erwiesenermaßen auch zu höherem Schmerzempfinden führt, sollte man sich vorher genau überlegen, welche Art von Bildern man sprechen lassen sollte.

Sündenbock

Bei Antiresorptiva-Patienten ode r nach Radiatio ist eine Kiefernekrose nicht zwingend mit dem Setzen ein es Implantates vergesellschaftet, der Befund kann bereits mit der Druckstelle einer bestehenden Prothe se entstehen – dies vor dem Beginn einer Therapie mit Antiresorptiva und vor Beginn der Radiatio beachten – bei der Anamnese, Dokumenta tion und dem Zustand der Prothesen !

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Abnehmen – vo n Plaque

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Deckel drau

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pip hat recht

Arztbewertungsportale Die 2. Jameda-Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 20.02.2018 Ist es die Aufgabe des Rechts, das gedeihliche Miteinander zu fördern oder Spott, Häme und Hass zu schützen? Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte sich am 23.09.2014 – VI ZR 358/13 – erstmals mit dem Arztbewertungsportal Jameda befasst und gemeint, die Beeinträchtigung der berechtigten Interessen eines Arztes durch die Erhebung, Speicherung und Übermittlung personenbezogener Daten im Rahmen eines Arztsuche- und Arztbewertungsportals wögen nicht schwerer als das Recht des Portalbetreibers auf Kommunikationsfreiheit. Der BGH argumentierte damit, dass solche Bewertungen nur in der Sozialsphäre des Arztes stattfinden. In diesem Bereich müsse sich der Einzelne wegen der Wirkungen, die seine Tätigkeit hier für andere hat, von vorneherein auf die Beobachtung seines Verhaltens durch eine breitere Öffentlichkeit und auf Kritik an seinen Leistungen einstellen. Dies gelte insbesondere auch bei freiberuflich tätigen Ärzten, die ihre Leistungen in Konkurrenz zu anderen Ärzten anbieten. Äußerungen im Rahmen der Sozialsphäre dürften nur im Falle schwerwiegender Auswirkungen auf das Persönlichkeitsrecht mit negativen Sanktionen verknüpft werden, so etwa dann, wenn eine Stigmatisierung, soziale Ausgrenzung oder Prangerwirkung zu besorgen seien. Und im übrigen könne der Arzt sich ja gegen Einträge wehren. Getragen ist diese Entscheidung von einer ziemlich positiven Sicht auf Bewertungsportale. Welchen Aufwand es dem Arzt abverlangt, sich im Netz um seine Einträge zu kümmern, hat man nicht bedacht. Dass der damals wie heute dafür zuständige VI. Senat des BGH Wunschdenken über die Inhalte einer freien Informationsgesellschaft erlegen ist, dürfte ihm bei dem am 20.02.2018 entschiedenen Fall aufgefallen sein. Dabei kratzt der Fall erst an der Oberfläche der Probleme. Die Portalmanipulationsmöglichkeiten durch Premium-Mitgliedschaften (Gold und insbesondere Platin) hat der BGH jetzt immerhin ansatzweise zur Kenntnis erhalten und daraus Konsequenzen gezogen, die den Ärztebewertungsportalen künftig das Leben schwerer und den Ärzten und Zahnärzten das Leben etwas leichter machen dürften. Der BGH beanstandet in seiner Entscheidung vom 20.02.2018, dass ein Arzt, der nur mit den sog. "Basisdaten" akademischer Grad, Name, Fachrichtung, Praxisanschrift, weitere Kontaktdaten sowie Sprechzeiten und ähnliche praxisbezogene Informationen dargestellt wird, weil er kein Leistungspaket gekauft hat, es sich gefallen lassen muss, dass neben seinem Suchantrag Bewertungen abrufbar sind, die Nutzer in Form eines Notenschemas, aber auch von Freitextkommentaren, abgegeben haben. Jameda bietet den Ärzten den kostenpflichtigen Abschluss von Verträgen an, bei denen ihr Profil – anders als das Basisprofil der nichtzahlenden Ärzte – mit einem Foto und zusätzlichen Informationen versehen wird. Daneben werden beim Aufruf des Profils eines nichtzahlenden Arztes als "Anzeige" gekennzeichnet die Profilbilder unmittelbarer Konkurrenten gleicher Fachrichtung im örtlichen Umfeld mit Entfernungsangaben und Noten eingeblendet.

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Demgegenüber blendet Jameda bei Ärzten, die sich bei ihr kostenpflichtig registriert und ein "Premium-Paket" gebucht haben, keine Konkurrenten auf deren Profil ein. Mit dieser Praxis verlässt Jameda nach Auffassung des BGH die Stellung als "neutraler" Informationsmittler. Während sie bei den nichtzahlenden Ärzten dem ein Arztprofil aufsuchenden Internetnutzer die "Basisdaten" nebst Bewertung des betreffenden Arztes anzeigt und ihm mittels des eingeblendeten Querbalkens "Anzeige" Informationen zu örtlich konkurrierenden Ärzten biete, lasse sie auf dem Profil ihrer "Premium"-Kunden – ohne dies dort dem Internetnutzer hinreichend offenzulegen – solche über die örtliche Konkurrenz unterrichtenden werbenden Hinweise nicht zu. Nehme sich Jameda aber in dieser Weise zugunsten ihres Werbeangebots in ihrer Rolle als "neutraler" Informationsmittler zurück, dann können sie ihre auf das Grundrecht der Meinungsund Medienfreiheit gestützte Rechtsposition gegenüber dem Recht des Nicht-Jamedakunde-Arztes auf Schutz ihrer personenbezogenen Daten (Recht auf informationelle Selbstbestimmung) auch nur mit geringerem Gewicht geltend machen. Das führt hier zu einem Überwiegen der Grundrechtsposition Nicht-Jamedakunde-Arztes, sodass ihm ein "schutzwürdiges Interesse an dem Ausschluss der Speicherung" seiner Daten zuzubilligen sei. Das Urteil liegt zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Aufsatzes erst als Pressemitteilung des BGH vor. Wenn die Rechtsprechung zur Kenntnis nähme, dass es sich bei den allermeisten Arztbewertungsportalen um Geschäftsmodelle handelt, die von der Angst des Arztes / Zahnarztes vor negativen Bewertungen leben und deshalb vor allem ihre Premium-Angebote verkaufen wollen, wäre vieles gewonnen. Aber eines zeigt das 2. Jameda-Urteil des BGH ganz deutlich: Es lohnt sich, gegen die Zumutungen der Portalbetreiber vorzugehen. K

Prof. Dr. Thomas Ratajczak

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht, Fachanwalt für Sozialrecht, Justiziar des BDIZ EDI Kanzlei Ratajczak & Partner mbB Rechtsanwälte Berlin · Essen · Freiburg i. Br. · Köln · Meißen · München · Sindelfingen Posener Str. 1, 71065 Sindelfingen Tel.: 07031-9505-18 (Sybill Ratajczak) Fax: 07031-9505-99 K ratajczak@rpmed.de K Facebook: ProfRatajczak K www.rpmed.de

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pro & contra

Keramikimplantate Genau so, wie wir uns heute eigentlich für die Blattimplantate und andere Experimente zu Beginn der dentalen Implantologie entschuldigen müssten, werden wir uns eines Tages beschämt erinnern, unsere Patienten jahrelang mit Titanimplantaten Unverträglichkeitsreaktionen und periimplantären Entzündungen ausgesetzt zu haben. Mögen anfangs materialbedingt die Keramikimplantate noch scheinbar hinter Titan zurückgestanden haben, besteht mit den Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit überhaupt kein Grund mehr, überhaupt noch Titan zu setzen. Die angebliche Erfolgsquote der Titanimplantate, welche die Keramikvarianten erst einmal erfüllen müsste, ist doch ohnehin eine Schimäre: Zu den meisten Titanimplantaten liegen auch keine Langzeiterfahrungen von zehn und mehr Jahren vor, weil zwischenzeitlich das Design des Systems mehrfach angepasst und geändert wurde – und was ist überhaupt Erfolg? Fragen Sie Ihren Patienten, sagt der kaum „wenn das Implantat primärstabil ist“ oder „osseointegriert“, sondern „wenn ich gut kauen kann und es, speziell im sichtbaren Bereich, gut aussieht und ich lange etwas davon habe“. Und dann relativieren sich die postulierten 98 %-Erfolgsraten der Titanimplantate ganz schnell. Lange Zeit haben Industrie und auch universitäre Meinungsbildner versucht, uns in die Ecke alternativer Esoterik-Spinner zu drücken – honi soit qui mal y pense, denn natürlich ist auch ein Titanimplantat ein Produkt, dessen Wertschöpfungszyklus möglichst optimal ausgeschöpft werden will. Auch Patienten, die aktiv nach Keramikimplantaten fragten, wurden diskreditiert – die berühmte „evangelische Lehrerin mit Doppelnamen und multiplen Allergien“, die doch sowieso keiner ernsthaft in seiner Praxis haben mag. Inzwischen haben wir wissenschaftliche Belege, dass es die damals schon beschriebenen Unverträglichkeitsreaktionen auf Titan gibt – auch weil Titan in ungünstigen Situationen durchaus korrodieren kann, selbst ein Prof. Albrektsson darf inzwischen ungestraft von „Fremdkörperreaktionen“ sprechen, und nach und nach kommen, siehe da, auch die marktführenden ImplantatHersteller mit eigenen Keramikentwicklungen heraus. Zirkonoxid ist bedeutend gewebefreundlicher und zeigt eine deutlich verringerte Anlagerung von Plaque. Das Thema Periimplantitis, das derzeit unseren Praxisalltag beherrscht und bei dem es unverändert keine Therapie, sondern nur bestmögliche Prävention gibt, ist damit weitgehend vom Tisch. Über digital gestützte Diagnostik kann ich auch einteilige Systeme heute sicherer positionieren als einst, und mit den neuen zweiteiligen Keramik-Systemen sind auch die tatsächlich vorhandenen einstigen prothetischen Einschränkungen Geschichte. Ästhetisch sind Keramikimplantate jedes Mal eine Offenbarung, man sieht dem Gewebe sofort an, wie wohl es sich darum herum fühlt. Neben all dem beobachte ich in meiner Praxis auch den Effekt, dass erstmalig Patienten ganz offen und positiv die Versorgung mit Keramikimplantaten ansprechen und verlangen. Die Zahl unserer Versorgungen hat sich also deutlich gesteigert, ohne dass wir irgendeinen Aufklärungsdruck hätten machen müssen. Wenn sie nicht allein biologisch-technisch eine so schöne Alternative wären, müsste man sie fast aus Praxismarketing-Gründen „erfinden“. Ich bin sicher, wir gehen einer metallfreien Zukunft entgegen. K

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Könnten wir bitte zuallererst einmal die Emotionalität aus dieser Debatte nehmen? Hier die unverbesserlichen Metall-Implantologen, die ihre Patienten wider besseres Wissens Unverträglichkeits- und Abstoßungsreaktionen und schlimmsten periimplantären Entzündungen aussetzen, hier die Herren der weißen Weste bzw. der weißen Implantate? Bei solchen Kontroversen, die auch angetan sind unsere Patienten nachhaltig zu verunsichern, ist es immer gut wieder einmal auf den Boden der wissenschaftlichen Tatsachen zu kommen. Und der ist bei den Keramikimplantaten, wenn auch in bestimmten Bereichen wie etwa der Gewebefreundlichkeit vielversprechend, einfach noch sehr zart, dünn und zerbrechlich, und derzeit kann niemand sagen, wie lange er hält. Noch fehlen grundlegende vergleichende Studien, was auch durch die große Heterogenität der Materialien, große Unterschiede bei den offenbar sehr entscheidenden Herstellungsverfahren und Designs von Keramikimplantaten sehr erschwert wird. Mit „völlig metallfrei“ geht der Unfug bereits los – nicht allein, dass sich einige Anbieter mit durchaus metallhaltigen Innenverbindungen durchmogeln, eine völlige Metallfreiheit des menschlichen Körpers wäre ein nicht anzustrebender und äußerst ungesunder Zustand, man denke allein an das essentielle Spurenelement Eisen. Während wir bei den Titanimplantaten wissenschaftlich solide gestützt bereits konkrete und patientenspezifische Empfehlungen aussprechen können, befinden wir uns bei den Keramikimplantaten noch weitestgehend in der Erforschung. Wir haben hier auch noch lange nicht die Vielfalt der Designs und prothetischen Komponenten, die aber doch mit Blick auf heute zu Recht geforderten patientenindividuellen Lösungen gefordert sind. Ungebrochen ergeben sich durch die materialspezifischen Eigenschaften des Zirkonoxids Limitationen beim Design, was weder extrem durchmesserreduzierte noch besonders kurze oder gar ultrakurze Implantate aus Keramik gestattet. Keramikimplantate besitzen eine schlechtere Wärmeleitfähigkeit, müssen also mit einem deutlich verringerten und kontrollierten Drehmoment eingebracht werden. Das Implantatbett muss formkongruent bis zum Apex aufbereitet werden, Primärstabilitäten mit einem Insertionstorque über 35 Ncm sollten tunlichst vermieden werden. Bei den prothetischen Konstruktionen muss die Starrheit des Materials eingerechnet werden – Extensionsversorgungen ebenso wie gemischte Zahn-Implantat-Lagerungen sind damit ausgeschlossen, also auch Teleskopversorgungen oder All-on-Four-Konzepte. Biomechanisch und bei funktionellen Fehlbelastungen bleibt Keramik viel empfindlicher. Auch bleibt es ein Dilemma, dass eine optimale Knochenverankerung eine raue Oberfläche verlangt, eine solche Behandlung in der Keramik aber sofort auf Kosten der Stabilität geht. Einen Vorteil auf der einen erkauft man sich also stets mit einem Nachteil auf einer anderen Seite. Auch die Gründe für die nicht bakteriell bedingten Desintegrationen aus dem Knochen-Implantatverbund mit den einher gehenden Frühverlusten von Keramikimplantaten sind noch weitgehend unerforscht. Es ist schön, dass wir hier ein neues Betätigungsfeld auftun, dem auch unsere Patienten erkennbar sehr positiv gegenüberstehen, aber es bleibt noch viel zu tun, und ist damit entschieden verfrüht, eine völlig metallfreie Zukunft heraufzubeschwören und sich bereits vorbeugend zu entschuldigen, jemals ein Titanimplantat gesetzt zu haben. K Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018

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pip system serie

Insertion eines Keramikimplantates nach Alignertherapie Aufrichtung des Eckzahns bei einem Patienten mit Hypodontie Julia Plattner, Vasileios Alevizakos, Constantin von See Dieser Fallbericht beschreibt die Entfernung eines unzureichend osseointegrierten Implantates und die anschließende Insertion eines Pure Ceramic Implantates Monotype (Straumann) mit minimalinvasiven geführten Instrumenten. Das Dentalimplantat mit provisorischer Versorgung bot dem Patienten sofortigen Komfort bei guter Ästhetik und gewährleistete – ein wichtiger Aspekt – eine gute Weichgewebekonditionierung.

Ausgangslage

Abb. 1: Präoperatives Einzelbild des Implantates regio 13.

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Abb. 2: Implantat-Entfernung mittels Pinzette.

Ein 37 Jahre alter Patient stellte sich mit einem gelockerten Implantat in regio 13 vor. Der Patient leidet unter Spondylitis ankylosans, weswegen er alle vier bis acht Wochen 50 mg Golinumab einnimmt. Nach Angaben des Patienten wurde das Implantat in regio 13 vor zwölf Jahren gesetzt, um eine infolge seiner Hypodontie entstandene Zahnlücke zu schließen. Auf der Panoramaschichtaufnahme wurden vier Implantate (regio 13, 15, 23 und 25) identifiziert. Die beiden weit mesial durchgebrochenen Eckzähne waren überkront worden, um die nicht Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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Behandlungsplanung

Abb. 3: DVT-Röntgenaufnahme und digitale Implantatplanung.

angelegten seitlichen Schneidezähne im Oberkiefer zu ersetzen. Die Lücke in regio 13 war mit einer implantatgetragenen Krone geschlossen worden, die mit der Krone des seitlichen OK-Schneidezahns verblockt war (Abb. 1). Die Kronen wurden durchtrennt und das Implantat in regio 13 ohne Probleme mit einer Zange entfernt (Abb. 2). Alle anderen Implantate waren fest im Knochen verankert.

Nach Anfertigung einer DVT-Aufnahme erfolgte die digitale Implantatplanung (coDiagnostix, Dental Wings) (Abb. 3). Das apikale Platzangebot in regio 13 war nicht ausreichend, um sogleich ein neues Implantat zu setzen (Abb. 4). Der erforderliche koronale und apikale Mindestabstand zwischen einem Implantat und den angrenzenden Zähnen beträgt 1,5 mm, was in diesem Fall im koronalen Bereich gegeben war – nicht jedoch im apikalen Bereich. Vor der Implantatbehandlung wurde daher eine Alignertherapie durchgeführt, um die Wurzel des Eckzahns (13) aufzurichten (Mesialisierung). Hierzu wurden auf den Zähnen 12, 14 und 22 drei Attachments geklebt. Die Aligner mussten täglich etwa 23 Stunden lang getragen werden, insgesamt wurden für die Behandlung acht AlignerSchienen angefertigt. Die Patientenkooperation war sehr gut und der erforderliche Platz für das Implantat wurde problemlos geschaffen. Nach einer prächirurgischen Vorbereitungsphase von zehn Monaten wurde für die Planung der geführten Chirurgie eine Abformung vorgenommen und das Gipsmodell gescannt. Der exportierte DVT-Datensatz und die STL-Dateien

Abb. 4a: Platzangebot regio 13.

Abb. 4b: Die präoperative klinische Situation.

Abb. 5a

Abb. 5b Abb. 5a, b: Minimalinvasives Stanzen der Gingiva unter Zuhilfenahme der Bohrschablone.

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Abb. 6a: Navigierte Implantatbett-Aufbereitung.

Abb. 6b

Abb. 6c Abb. 6b, c: Implantatbett-Aufbereitung.

Abb. 7b

Abb. 7a

Abb. 7a, b: Insertion des Straumann Pure Ceramic Implantates.

Abb. 7c: Eindrehmoment von max. 35 Ncm.

Abb. 8: Platzangebot zwischen Abutment und Antagonisten.

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Abb. 9: Provisorische Krone mit Retainerschiene.

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pip system serie Abb. 10: Die präoperative klinische Situation.

Abb. 11: Einzelbildaufnahme des osseointegrierten Implantates.

Abb. 12: Abschlussbild mit funktionellem und ästhetischem Ergebnis.

mit den Scandaten des Gipsmodells wurden in die Planungssoftware (coDiagnostix) importiert, eine Bohrschablone wurde entworfen und von einem 3D-Drucker gefertigt. Die Abbildungen 4a und b zeigen die präoperative intraorale Situation.

des Gegenkiefers sowie eine Bissregistrierung vorgenommen. Nach weiteren zwei Wochen wurde die fertiggestellte Krone erfolgreich mit Fujicem 2 auf das Implantat zementiert.

Endergebnis

Chirurgisches Verfahren Nach lokaler Betäubung wurde das Weichgewebe unter Verwendung der Bohrschablone ausgestanzt (Abb. 5a, b). Es folgte die Implantatbettpräparation mit geführten Bohrern und Knochenverdichtern (Abb. 6a-c). Anschließend wurde das Pure Ceramic Implantat Monotype (Straumann), Durchmesser 3,3 mm, Länge zehn Millimeter, Aufbauhöhe vier Millimeter, mit einem Eindrehmoment von nicht mehr als 35 Ncm inseriert (Abb. 7ac). Die postoperative Prüfung der Okklusionsebene ergab trotz Tiefbiss des Patienten einen ausreichenden Abstand zwischen dem Implantataufbau und dem Antagonisten (Abb. 8). Eine postoperative Röntgenaufnahme bestätigte, dass die angrenzenden Zähne unverletzt waren. Um die Ausrichtung der Zahngruppe im Seitenzahnbereich zu sichern, wurde das Implantat mit einem Sofortprovisorium versorgt. Während der Retentionsphase der Alignertherapie wurde die provisorische Krone mit dem Retainer verblockt (Abb. 9).

Sowohl der Zahnarzt als auch der Patient waren mit dem funktionellen und ästhetischen Ergebnis der Versorgung zufrieden (Abb. 12). Wie in diesem Fallbericht dargelegt, bietet die Implantation eines Keramikimplantates im Frontzahnbereich des Oberkiefers eine ästhetische Lösung, um den fehlenden Schneidezahn zu ersetzen. Je nach Patientenfall kann es erforderlich sein, den Bereich des geplanten Implantatbetts vor der eigentlichen Implantatbehandlung mittels Alignertherapie zu optimieren. K

Prothetische Versorgung Dr. Julia Plattner Nach sechs Monaten Einheilzeit wurde die provisorische Krone entfernt. Das Pure Ceramic Implantat Monotype zeigte alle Zeichen einer vollständigen Osseointegration. Die Röntgenaufnahme war ohne pathologischen Befund (Abb. 11). Für die Herstellung der definitiven Implantatkrone wurden eine Präzisionsabformung des Oberkiefers und eine reguläre Abformung

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K 2011-2017 Studium der Zahnmedizin an der Donau-Universität Krems, Österreich K Seit 2017 Postgraduiertenprogramm der DU Krems K 2017 Master of Science Kieferorthopä- die im Studienzentrum Bonn K Seit 2018 Angestellt in der zahnärztli chen Praxis in Brixen, Italien

K julia_plattner@hotmail.com K www.diezahnaerzte.it

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Mehr Wissenschaft! Er gilt unangefochten als der Pionier und Vordenker moderner metallfreier Versorgungen und Biokeramiken. Prof. Dr. Sami Sandhaus, Direktor des Forum Sévelin, Ehrenpräsident und Gründer der International Society of Oral Rehabilitation (ISOR), Autor vieler internationaler anerkannter Publikationen und geistiger Vater von mehr als 75 Erfindungen von neuen Techniken und effizienterem Instrumentarium prägte als erster die Erkenntnis, dass man nicht versuchen dürfe, ein Titanimplantat in Keramik nachzuahmen, sondern dass man sich am Werkstoff orientieren müsse, um das dafür geeignete Design zu entwickeln. pip hatte die große Ehre, mit ihm in Genf zu sprechen. pip: Sehen Sie Ihre Forderungen von einst bei den heutigen Systemen umgesetzt und was bleibt noch zu tun?

nen, oder bei sagenhaften 50 %, wie einige durchaus namhafte Universitätsprofessoren und andere Experten vermuten? Prof. Sandhaus: Angesichts der Tatsache, welchen erheblichen Entwicklungs- und auch Kooperationsaufwand führende Unternehmen aktuell in neuartige Herstellungsverfahren stecken, glauben auch diese vermutlich nicht an einen Marktanteil von nur fünf Prozent. Die von engagierten Klinikern prognostizierte Größenordnung von 50 % halte ich allerdings nur für möglich, wenn ein echter technologischer Durchbruch bei der Herstellung die Stückkosten dramatisch senken würde und die Schnittstelle zu den prothetischen Komponenten vereinfachen hilft. Persönlich sehe ich die Wahrscheinlichkeit dieser Vorhersagen eher in der Mitte.

Prof. Sandhaus: Wir müssen vor allem festhalten, dass es ver- pip: Noch müssen sich Keramikimplantate auch an den unbeschiedene Keramiktypen gibt, die aber im normalen Sprachge- stritten hohen Überlebens- und Erfolgsraten der Titanimplantate brauch nicht unterschieden werden. Früher waren die Implanta- messen lassen. te aus Aluminiumoxid, während heute Prof. Sandhaus: Die hohen ÜberleZirkonoxid eingesetzt wird. Während bensraten bilden ja nur einen Teil diese beiden Typen im Hinblick auf der Wirklichkeit ab. Die zumeist eh ihre Bio- und Immunkompatibilität nur klinischen Studien mögen seriös gleichwertig sind, gibt es aufgrund durchgeführt sein, beinhalten aber des Herstellungs- und Verarbeitungsdoch gewisse Einschränkungen wie prozesses hinsichtlich ihrer mechaetwa ideale chirurgische Bedingunnischen Eigenschaften bedeutende gen oder auch den Ausschluss von Unterschiede. Zudem hat man über Risikopatienten. Zudem kann ein Imdie Zeit gelernt, dass die detaillierte plantat auch unter suboptimalen bioFormgebung des Implantates für Stabilogischen Bedingungen überleben. lität sorgt. Technisch kann man heute Ein Titanimplantat kann toleriert ganz andere Formen herstellen als früwerden, ohne dass es vom Körper her. Bedauerlich bleibt, dass die Weiaber tatsächlich akzeptiert wird. Ein terentwicklung der Keramikimplantate Keramikimplantat entspricht mit seizu einem großen Teil von engagierten nen Eigenschaften besser dem, was Klinikern und seit geraumer Zeit nicht wir als Akzeptanz in der biologischen mehr durch die universitäre Forschung Sphäre bezeichnen würden. betrieben wird. Auch der derzeit spürbare Boom der Keramikimplantate ist pip: Was wünschen Sie dem spezielhauptsächlich überzeugten Praktikern Prof. Dr. Sami Sandhaus. len Bereich für die nächste Zukunft? zu verdanken. pip: Hersteller von Titanimplantaten haben sich lange gegen Keramikalternativen ausgesprochen, wagen sich aber nach und nach nun auch in dieses Feld … Prof. Sandhaus: Grundsätzlich sind Titanimplantate ein positiver Schritt in Richtung eines funktionellen Zahnersatzes, Ihr Einsatz wurde über viele Jahre mitsamt des zugehörigen prothetischen Zubehörs stetig verbessert und zählt damit heute zum festen therapeutischen Arsenal in der Zahnmedizin. Heutzutage interessieren sich aber die Patienten viel mehr für biochemische Zusammenhänge und reagieren sensibel auf Unverträglichkeiten aller Art. Es ist so, dass Metalle im Körper bei gewissen Patienten negative Effekte auslösen können. In den letzten Jahren ist dieser Trend so deutlich geworden, dass ihn auch Hersteller konventioneller Titanimplantate nicht mehr ignorieren wollen. pip: Wo sehen Sie den Behandlungsanteil bei Keramikimplantaten – in einer Nische von fünf Prozent der Fälle, wie einige mei-

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Prof. Sandhaus: Die heute erhältlichen Keramikimplantate sind bereits sehr ausgereift. Was aber fehlt, ist eine ausreichende wissenschaftliche Aufbereitung der Vorteile und selbstverständlich auch der Grenzen von Keramikimplantaten. Ich hoffe, dass in naher Zukunft die universitären Institute wieder ein Forschungsinteresse zeigen werden, und dass ein Forschungsziel nicht nur der Nachweis einer klinischen Äquivalenz zu Titanimplantaten sein wird, sondern das Herausarbeiten spezifischer Punkte im Verhalten dieser Keramikimplantat-Typen. Denken Sie allein an die von fast allen Klinikern im Alltag beobachtete stark reduzierte Periimplantitis-Neigung – falls dieser Aspekt durch solide wissenschaftliche Arbeiten untermauert würde, könnte sich das Blatt noch schneller als bisher zugunsten der Keramik wenden.

pip: Ganz herzlichen Dank, verehrter Prof. Sandhaus, für dieses Gespräch. K Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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Weißes Win-Win Schon immer zählten die implantologisch tätigen Zahnärzte und Chirurgen zu einer sehr aufgeschlossenen Zielgruppe für neue Optionen zur Verbesserung der Vorhersagbarkeit, der Beständigkeit, der Effizienz oder Ästhetik von Behandlungen. Seit einiger Zeit genießen Keramikimplantate eine erhöhte Aufmerksamkeit. Was einst als Nischenindikation galt, entwickelt sich als ernstzunehmende Alternative für eine breitere Zahl von Indikationen, und auch die Marktführer engagieren sich nun verstärkt. pip sprach mit Hans Geiselhöringer, President Nobel Biocare, und Prof. Dr. Stefan Holst, Vice President Implant Systems & Research von Nobel Biocare über ihr Engagement in diesem Bereich. pip: Warum haben Sie Keramikimplantate in Ihr Portfolio aufgenommen? Geiselhöringer: Das Patienteninteresse an Keramikimplantaten nimmt seit einigen Jahren stetig zu. Patienten wünschen sich eine metallfreie Lösung und schätzen die ästhetischen Vorteile von Keramikimplantaten. Wir wollten mehr Praxen ermöglichen, dieser steigenden Nachfrage nachkommen zu können. Es ist momentan eher noch ein Nischenmarkt, aber wir erwarten signifikantes Wachstum und Keramik ist ein spannender zukunftsweisender Schritt für uns.

Eingriffs, nach Belastung, Mobilität, Infektion, Knochenverlust und schlechter Osseointegration bestimmt. Unsere neuen Zirkonoxidimplantate haben den mit Titan assoziierten Standard und werden den gleichen Tests unterzogen (ISO 14801). Sie zeigen bis zu fünf Jahre lang eine ähnliche Leistung ohne erhöhtes Frakturrisiko. pip: Einteilige Keramikimplantate sind eine gut dokumentierte, aber anspruchsvolle Option. Eine zweiteilige Option kann ebenfalls spezifische Herausforderungen beinhalten. Glauben Sie, dass die langjährige Kompetenz und Erfahrung von Nobel Biocare hilfreich sein wird, um diese zu überwinden? Geiselhöringer: Die Kunden profitieren definitiv von unserer langjährigen Erfahrung in prothetischen Arbeitsabläufen. Unsere neue Keramiklösung ist mit bewährten Arbeitsabläufen kompatibel, sodass der Wechsel nicht schwerfällt. Sie ist in die digitale Diagnose und Behandlungsplanung sowie in CAD/CAM-Arbeitsabläufe integriert. Wir bei Nobel Biocare unterstützen unsere Kunden in allen Phasen der beruflichen Entwicklung mit erstklassigen Schulungen und Weiterbildungen sowie Beratung in der Praxis.

Prof. Holst: Mit zunehmender positiver klinischer Evidenz hat sich das Blatt gewendet. Es zeigt, wie sehr sich Zuverlässigkeit und Qualität verbessert haben. Entwicklungen in der Werkstoffkunde haben Festigkeit, Stärke und Bruchzähigkeit von Zirkonoxid verbessert. Wir stellten fest, dass Keramikimplantate mittlerweile unsere Anforderungen an die Qualität erfüllen können und eine reale Chance darstellen, unser Angebot zu erweitern. pip: Warum ist Dentalpoint Ihr bevorzugter Partner? Geiselhöringer: Dentalpoint ist weltweit führend im Bereich zweiteiliger Keramikimplantate. Sie haben auf Grundlage jahrelanger Forschungsarbeit das erste metallfreie, zementfreie, zweiteilige Keramikimplantat entwickelt, das es bisher so noch nicht gab. Herausragende, wissenschaftlich fundierte Innovation ist ein Ansatz, den wir beide verfolgen und schätzen. Prof. Holst: Das Keramikimplantat als solches wird seit 2010 von Dentalpoint angeboten und besitzt seit 2012 die optimierte, sandgestrahlte und geätzte Zerafil-Oberfläche. Die zugrundeliegende Wissenschaft ist durch exzellente klinische Daten belegt – in Zukunft sind weitere Studien von uns geplant. pip: Das Keramikimplantat wird sehr emotional diskutiert. Was ist Ihre Meinung dazu? Geiselhöringer: Titanimplantate haben sich seit Einführung 1965 kontinuierlich als Lösung bewährt und wir planen wichtige titanbasierte Innovationen für die Zukunft. Unsere Keramiklösung wurde als Alternative hinzugefügt, um unterschiedlichen Präferenzen der Patienten gerecht zu werden – sie soll Titan nicht ersetzen. Prof. Holst: In der Vergangenheit waren die klinischen Herausforderungen von Keramikimplantaten von Frakturen während des

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Prof. Dr Stefan Holst, Vice President Implant Systems & Research Nobel Biocare, Hans Geiselhöringer, President Nobel Biocare, Sandro Matter, Vice President Multi-brand Strategy Nobel Biocare (v. lks.).

Prof. Holst: Dieses Implantatsystem erzielt hervorragende Ergebnisse. Die Innenverbindung bietet eine bessere Versorgungsflexibilität und minimiert die Risiken, die mit überschüssigem Zement bei einteiligen Implantaten assoziiert sind. Folgende Eigenschaften bieten deutliche Vorteile: reversibel, metallfrei, zementfrei, kein intraorales Beschleifen und gedeckte Einheilung. pip: Wo sehen Sie zukünftig den Marktanteil von Keramikimplantaten? Geiselhöringer: Aktuell ist es ein Nischenmarkt, aber wir erwarten ein Wachstum von jährlich bis zu 50 %. Dies bedeutet potenziell eine Marktpenetration von bis zu acht Prozent bis zum Jahr 2025. Keramikimplantate haben meiner Meinung nach eine große Zukunft. pip: Herzlichen Dank, die Herren.

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An jedem Zahn hängt ein ganzer Mensch Sie befasste sich bereits kritisch mit dem Werkstoff Titan, als dieser noch grundsätzlich als biokompatibel und inert galt: Dr. Elisabeth Jacobi-Gresser, niedergelassene Oralchirurgin mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie, gleichzeitig Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Umwelt-Zahnmedizin (DEGUZ e. v.) und Wissenschaftliche Leiterin des Curriculums „Integrative Zahnmedizin“ der LZÄK Rheinland-Pfalz hat mit dem falschen Terminus „Titan-Allergie“ aufgeräumt. pip wollte wissen, wie ihr Spezialgebiet sich heute darstellt. pip: Mal im Ernst, Unverträglichkeiten auf Titan sind doch ein rein deutsches Problem, oder? Dr. Jacobi-Gresser: Deutschland gehört zu den Ländern, in denen die moderne enossale Implantologie eine frühe und rasante Entwicklung nahm und somit können wir auf nunmehr 50 Jahre Forschung, klinischen Einsatz und Erfahrung in der Titanimplantologie zurückblicken. Die nach Implantationen beobachteten Gewebeentzündungen wurden allerdings abgesehen von iatrogenen Fehlern im Wesentlichen ursächlich dem Patienten im Sinne einer mikrobiellen Entzündung durch ein Hygienedefizit zugeschrieben. pip: Titan verfügt doch erwiesenermaßen über eine exzellente Biokompatibilität!

Implantatoberfläche führen elektrolytische Korrosionsvorgänge (Tribokorrosion) zur Partikelaussaat ins Gewebe. Im Kontakt mit Immunzellen finden dann Interaktionen mit dem körpereigenen Abwehrsystem statt. Titan hat aufgrund seiner im Gegensatz zu anderen Metallen herausragenden Oxidationsfähigkeit in der Regel kein allergisierendes Potenzial, da es nicht als Ion, sondern als partikuläre Struktur in Geweben vorliegt. Es löst damit unter physiologischen Bedingungen primär keine T-Lymphozytenreaktion aus. Es besteht in Fachgremien Konsens darüber, dass ein auf Lymphozyten ausgerichteter Zellfunktionstest keine Aussage über die Verträglichkeit von Titan erlaubt. Stattdessen wird aufgrund des Partikelreizes das monozytäre Abwehrsystem aktiviert. Dieser Vorgang führt zur Ausschüttung von proinflammatorischen Zytokinen wie von Tumornekrosefaktor-α (TNF-α) und Interleukin-1β (IL1β) durch Aktivierung der Monozyten / Makrophagen. Ihre Aufgabe ist die Elimination von Fremdstoffen, wie z. B. Bakterien, durch Lyse in ihrem Zytoplasma. Diese Elimination gelingt allerdings bei der Aufnahme von Metallpartikeln nicht. Stattdessen fallen die Makrophagen bei einer intrazellulären Überbeladung in einigen Fällen der Apoptose oder der Nekrose anheim. Grundsätzlich aber führt die Partikelaufnahme bzw. ein Partikelkontakt durch die Makrophagen zu deren Aktivierung. Die Bildung der Zytokine TNF-α und IL-1β hat nicht nur lokale, sondern auch systemische Auswirkungen. Als proinflammatorische „Alarmzytokine“ stehen sie am Anfang von komplexen kaskadenartigen Immunreaktionen.

Dr. Jacobi-Gresser: Wir haben in den letzten Jahren neue Erkenntnisse über Immunreaktionen auf Biomaterialien gewonnen. pip: Gibt es grundsätzlich eher gefährdete Seit den frühen 1980er-Jahren gibt es Patienten und welche Optionen bestehen bereits wissenschaftliche Daten aus Tierfür diese? modellstudien wie auch vereinzelte UnDr. Elisabeth Jacobi-Gresser. tersuchungen an humanen Präparaten zu Dr. Jacobi-Gresser: Zunächst sollte das RiPartikelbelastungen in periimplantären sikoprofil bei Patienten, die bereits durch Geweben und in vom Implantationsort entfernten Lymphknoten und Organen. Seit zwei Jahrzehnten sind anamnestische Angaben verdächtig sind, präimplantologisch Daten zu immunologischen Parametern Bestandteil der weltwei- durch Labortests evaluiert werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ten Grundlagenforschung – mit beachtenswerten Aussagen über sind die Erkennung und Eliminierung von anderen toxikologischen die Auswirkungen von Mikro- und Nanopartikeln aus Titanim- und immunologischen Belastungen aus der Zahnmedizin – wie unplantaten im Tiermodell. Hier liegt der Fokus v. a. auf den to- verträgliche Restaurationswerkstoffe und insuffiziente Wurzelkaxischen und immunologischen Auswirkungen auf Gewebe- und nalbehandlungen. Mit der Abklärung aller möglichen Belastungen Organsysteme durch derartige Partikel, die zur Funktionsbeein- aus der oralen Medizin beschäftigt sich die Umweltmedizin und trächtigung führen können. Es werden Schädigungen selbst bei Umweltzahnmedizin. Die Verwendung moderner Implantate aus den Nachkommen gefunden, wenn fertile Muttertiere mit Titan- Hochleistungskeramiken wie Zirkonoxid stellt – wie es scheint – implantaten belastet wurden oder Titanpartikel durch Nahrung eine biologisch verträglichere Alternative dar. Inzwischen stehen zugeführt wurden. Wir wissen letztlich jedoch viel zu wenig über nicht nur die einteiligen, sondern auch zweiteilige verschraubte Zirkonimplantatsysteme zur Verfügung und bewähren sich im klidie möglichen nachhaltigen Folgen von Implantationen. nischen Alltag. Sie erlauben einen implantatgestützten Zahnersatz in allen Indikationsbereichen, die bisher mit Titanimplantaten gepip: Wie genau kann eine Titanunverträglichkeit entstehen? löst werden konnten. Aber auch in diesem Bereich ist es Aufgabe Dr. Jacobi-Gresser: Eine Titanunverträglichkeit beruht auf einer der Grundlagenforschung das Materialverhalten zu überprüfen, unspezifischen Entzündungsreaktion auf Materialpartikel, die sich die Langzeitauswirkungen zu analysieren und die Unbedenklichvon der Implantatoberfläche durch mechanischen Abrieb beim keit zu untersuchen, selbst wenn die klinische Anwendung in allen Inserieren oder durch Mikrobewegungen im Knochenbett bei Be- Aspekten gute Erfolge zeigt. lastung, aber auch am Implantat-Abutment-Interface absiedeln. In Abhängigkeit von Eigenschaften und Beschaffenheit der rauen pip: Besten Dank, Frau Dr. Jacobi-Gresser, für dieses Gespräch. K

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15 Jahre Forschung und Entwicklung Bereits seit 1982 befasst sich Drs. Johan Feith mit der dentalen Implantologie und darf damit als einer der frühen Adepten der Fachrichtung gelten. Nach Forschungs- und Vortragstätigkeiten an der Universität Groningen und für die Unternehmen Gore und Nobel Biocare begann er ab den Jahren 2002/2003 zusammen mit Dr. Wolfang Winges mit der Entwicklung eines vollkeramischen Implantatsystems, welches ab sofort und weltweit von Champions-Implants GmbH vertrieben wird. Verrückter Bastler oder Visionär einer erst beginnenden Zukunft, wollte pip wissen. pip: Wieso sahen Sie 2002 die Notwendigkeit einer Entwicklung im Keramikbereich – die Erfolgszahlen der Titanimplantate waren doch gut?

Abschluss und es braucht keine Freilegung, keine zweite Operation, keine Transfers, keine Laboranaloge usw. und keinen Produktkatalog von 100 Seiten. Und letztlich implantieren insbesondere gerade „normale“ Zahnärztinnen und Zahnärzte das BioRevo Implantat-System in ihren Praxen ohne übertriebene Mystifizierung der Implantologie. An dem Implantat selbst ist schon ein transgingivales partielles Abutment designed. Damit sind Freilegung und Gingivaformer überflüssig geworden. Vorteil: Keine mehrfache subgingivale Manipulation am Weichgewebe, was das Risiko auf initiale lokale Taschenbildung vermindert. Die Stirnseite des Implantats, an der das Glasfaser-Abutment verklebt wird, bleibt supragingival, so gibt es auch kein Peri-Zementitis-Risiko. pip: Wo sind die Unterschiede im OP- und Prothetik-Protokoll?

Drs. Feith: Wir sind der Überzeugung, dass wir das Problem der wissenschaftlich-belegbaren Perimukositis mit 50 % und Periimplantitis mit 12-43 % bei Titanimplantaten, das u. a. durch die Studie von Nicola Zitzmann und Thord Berglundh 2008 im Journal of Clinical Periodontology belegt wurde, gelöst haben. In unserer retrospektiven Studie durch die Universität Groningen wurden von 20042011 bei nur 3,7 % unserer Zirkonoxidimplantate BOP und Perimukositis diagnostiziert – mit keinerlei Periimplantitis! Das sind ganz andere wissenschaftliche Fakten, bedingt durch einen Konstruktionswechsel, „Weg von der Abutmentschraube!“, und einen Materialwechsel, durch den keine Entzündungsmediatoren ausgeschüttet werden. Das zeigt diese Studie ebenso wie die prospektive Studie von Prof. Dr. Jürgen Becker an der Universität Düsseldorf aus den Jahren 2012-2014. pip: Was unterscheidet Ihr Design von anderen Keramikimplantaten?

pip: Bei dem zweiteiligen Implantat kann der Stiftaufbau nach dem Einsetzen bearbeitet werden – riskiert man damit keine Veränderungen der Oberflächenstruktur und damit Instabiliät?

Drs. Johan Feith, Entwickler des BioRevo Zirkonoxidimplantats.

Drs. Feith: Keramikimplantate brauchen eine sehr raue Oberfläche, deutlich rauer als Titan. Eine solche Oberfläche in einem endgesinterten Produkt zu gestalten ist nahezu unmöglich. Wir haben ein Verfahrenspatent auf das Strahlen im Rohlingsstadium, damit erreichen wir die Form der Rauigkeit, ohne die Zirkon-Kristallstruktur zu beschädigen. Erst danach wird endgesintert. Zweitens gibt es bei den BioRevo Implantaten keinen bakteriell belasteten Spalt, da wir ein Glasfaserabutment verkleben, welches wiederum – wenn es mal notwendig wäre – ohne viel Zeitaufwand leicht zu entfernen ist. Drittens darf das Verschrauben von einem Zirkonoxidabutment mit einem Zirkonoxidimplantat durchaus als Konstruktionsfehler betrachtet werden. Zirkon ist nicht duktil und im schlimmsten Fall fließt die ganze Spannung an einem kleinen Punkt zusammen. Prof. Mombelli hatte es in einem Interview in pip bereits geäußert: So wie man den Eifelturm nicht in Beton nachbauen würde, kann man für ein Keramiksystem nicht einfach die Baupläne von Titanimplantaten verwenden. Als Implantologen und Prothetiker haben wir mit BioRevo ein System entwickelt, das überaus sowohl in der Chirurgie als auch in der Prothetik einfach handzuhaben ist: Äquigingivaler

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Drs. Feith: Das 25 Jahre alte „Champions-Implants Konzept“ mit seiner kostenlosen CNIP-Navigation gewann 2013 in Dubai den „Medizin-Innovations-Award“, eine Auszeichnung, die letztes Jahr beim „German Medical Award“ eindrucksvoll bestätigt wurde: Minimalinvasiv von A-Z mit einfachem Instrumentarium. BioRevos können ebenso klassisch konventionell aber auch minimalinvasiv und quasi blutungsfrei ohne Aufklappen inseriert und prothetisch versorgt werden.

Drs. Feith: Nein, denn der Aufbau besteht aus einem leicht präparierbaren Glasfasermaterial, ähnlich einem Glasfaserstift in der Endodontologie.

pip: Das individuelle Design des Emergenzprofils durch die CAD-Software ist eine interessante Option, macht Ihr System aber auch sehr technikaffin – welche Ausbildung sollte der normale Zahnarzt und auch ein Techniker haben? Drs. Feith: Wir haben dafür eine eigene Zahnarztsoftware, die leicht erlernbar und in zehn Minuten erklärt ist. pip: Eine ganz wesentliche Frage bei Keramikimplantaten sind die derzeit noch die im direkten Vergleich sehr hohen Kosten … Drs. Feith: Da man keine Transferpfosten, chirurgischen Verschlussschrauben, Gingivaformer, Laboranaloge und auch keine Abutmentfixationsschrauben braucht, sind die Kosten in Höhe der Titansysteme und hälftig der anderen Zirkonoxidsysteme. Auf dem VIP-ZM Kongress von Champions Implants vom 11. bis 12. Mai in Krakau werden wir Gelegenheit haben, weitere Details zu präsentieren. pip: Herzliches Danke für dieses Gespräch, Herr Drs. Feith.

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pip fragt

Was will der Patient? Patientenfokussierte Therapiekonzepte, POR – patient oriented results, individuelle Patientenkonzepte – kaum eine Veranstaltung, auf der aktuell nicht der Zeigefinger erhoben wird, nicht zwingend das therapeutisch und technisch machbare, sondern das für den jeweiligen Patienten beste und angemessene Versorgungskonzept walten zu lassen. MDI by condent widmet ganz dem Zeitgeist entsprechend dem minimalinvasiven Versorgungskonzept mit Mini-Implantaten ein ganzes Wochenende vom 8.-9. Juni in der inspirierenden Umgebung des Yachthafens Hohe Düne in Warnemünde an der Ostsee. pip sprach mit Prof. Dr. Torsten Mundt von der Universität Greifswald, der gemeinsam mit Dr. Winfried Walzer aus Berlin durch die Veranstaltung führen wird. pip: Mini-Implantate galten einst als Konzept für Behandler, die sich an die richtige Implantation nicht herantrauen oder auch als minderwertige Sozialindikation … Prof. Mundt: Beides ist falsch und sicherlich inzwischen hinreichend widerlegt. Im Gegenteil darf diese Versorgungsform als inzwischen wissenschaftlich hinreichend dokumentiert gelten. Sie erfordert bereits in der Diagnostik der dafür geeigneten Patienten und deren individueller Situation eine große Expertise des behandelnden Chirurgen oder Zahnarztes in Chirurgie und Anatomie. Die Mini Dental Implants – MDI der Firma condent Hannover – gehören dabei zu den am besten wissenschaftlich dokumentierten Mini-Implantatsystemen. Auch das OP-Protokoll und die Zusammenarbeit mit Prothetiker und Zahntechniker ist sicherlich nichts für Anfänger. Warum es als „Sozialindikation“ gelten soll, Patienten ohne aufwendige Augmentationsmaßnahmen und langwierige Heilungsprozesse zu einer deutlich verbesserten Funktion und damit Lebensqualität zu verhelfen, erschließt sich mir nicht.

auf Mini-Implantaten messbar verbessern. Unsere Patienten zählen zu einer Bevölkerungsgruppe, in der solche Einschränkungen dramatische Konsequenzen haben. pip: Wo sehen Sie die Hauptindikation und wo die Limitierungen? Prof. Mundt: Ganz klar bei der Stabilisierung von Voll- und Teilprothesen und hier besonders bei vorbelasteten Patienten mit einem geringen Knochenangebot, denen wir komplexe chirurgische Eingriffe und aufwendige Augmentationen ersparen möchten. Gerade der Pfeilervermehrung kommt, neben der Rehabilitation des zahnlosen Unter- oder Oberkiefers, eine immer stärker werdende Bedeutung zu. Bei einer Primärstabilität von 35 Ncm ist im UK auch die Sofortbelastung möglich. Limitationen bestehen in einer zu geringen Knochenhöhe, die zehn Millimeter nicht unterschreiten sollte, und in einer unzureichenden Knochenqualität, d. h. bei zu weichem Knochen. Deshalb sollte, wie eingangs schon gesagt, der Behandler über fundierte chirurgische und anatomische Kenntnisse verfügen und sich bestmöglich auch in einer speziellen Fortbildung mit der Planung und Vorgehensweise vertraut machen. pip: Trägt das Thema einen zweitägigen Kongress?

Prof. Mundt: Durchaus, aber wir wollen es für die Teilnehmer ja auch nicht zu monoton werden lassen: Neben einer Übersicht über den aktuellen Stand der Wissenschaft zu Mini-Implantaten, praktischen Anwendungstipps und dem Erfahrungsaustausch mit MDI-Experten aus dem ganzen deutschsprachigen Raum bietet die Fortbildung noch eine Reihe hochinteressanter Themen außerhalb der Zahnmedizin, aber mit Prof. Dr. Torsten Mundt. großem Nutzen für Ihre tägliche Arbeit: Spannende Einblicke in die Organisation einer auf höchstem Niveau laufenden Landpraxis zählen dazu, ein sehr hilfreiches Update zu den Vorgaben des Antikorruptionsgesetzes und der Zugabenverordnung, ein bisschen angewandte Psypip: Wie ist der aktuelle Stand der Wissenschaft bei Mini-Implan- chologie in der Patientenberatung und auch die persönlich für jeden engagierten Zahnarzt und Chirurgen wichtige Besinnung, taten? im Praxisalltag einmal loszulassen und zurück zu sich selbst Prof. Mundt: Als gesichert können wir erkennen, dass die mit zu finden. Wenn sie sich schon über ein erfolgreiches TheraMini-Implantaten erzielbaren Erfolgsraten mit denen konven- piekonzept fortbilden lassen, sollten sie es ja auch lange und tioneller Implantate vergleichbar sind. Es gibt weder die einst gesund zum Wohle ihrer Patienten einsetzen können. gefürchteten höheren Frühverluste noch erhöhte Frakturraten. Ganz wesentlich hat sich daneben in Untersuchungen eine pip: Herzliches Dankeschön für Ihre Zeit und dieses Gespräch, K deutlich höhere Patientenzufriedenheit und Verbesserung der Herr Prof. Mundt. Lebensqualität gezeigt. Besonders die bei mangelndem Prothesenhalt oft beobachteten Einschränkungen wie Mangelernäh4. MDI-Anwendersymposium rung und eine damit einhergehende höhere Krankheitsanfällig8.-9.06.2018 keit oder auch die oft beobachtete Isolation durch Vermeidung www.original-mdi.de – info@original-mdi.de sozialer Kontakte lassen sich durch die festsitzende Versorgung

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Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


KURZ IST GEN AL In aller Kürze: Short- und Ultra-Short-Implantate erreichen Überlebensraten von 98 bzw. 95 %. Damit besteht kein signifikanter Unterschied zu regulären Implantaten. Bei Studien zu Komplikationen und marginalem Knochenabbau (0,05 mm) erweisen sich Kurzimplantate sogar als signifikant besser. Fazit auf dem MKG UPDATE 2018 am 26.–27. 1., Wiesbaden

Kurz einem Kollegen über die Schulter schauen?

Shortlink zum OP-Video: is.gd/bicon_op_46

kurz hält lang


pip fragt

Fachlich Höhe laufen Mit einem ganz ungewöhnlichen neuen Fortbildungskonzept locken im September unter der Leitung von Prof. Dr. mult. Robert Sader von der Universität Frankfurt sechs implantatsowie mund-, kiefer- und gesichtschirurgische Hochkaräter zu einer Fortbildungswoche nach Sylt: „Kite & Education“ bietet neben einem umfangreichen Spektrum chirurgischer Themen die Möglichkeit, mit dem Kitesurfen eine begeisternde Sportart zu betreiben oder zu erlernen. Wer hatte denn diese Schnapsidee, wollte pip von den beiden Referenten Prof. Dr. Dr. Daniel Rothamel aus Köln und Univ.-Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets aus Hamburg wissen. pip: Zahnärzte dürfen also auf Steuerlasten eine Woche JokusFerien machen … ?

Prof. Rothamel: Wobei auch hier besonders darauf geachtet wird, dass kein passiver Frontalunterricht stattfindet, sondern die Teilnehmer Gelegenheit haben in kleinen Gruppen die für sie wichtigen Dinge zu diskutieren. Ähnlich wie beim Sport zählt auch hier ein kollegiales Miteinander, bei dem jeder seine persönlichen Fragen und Probleme in einer kameradschaftlichen Atmosphäre einbringen und gemeinsam mit den Kollegen bearbeiten kann. pip: Fürchten Sie nicht in Zeiten von Antikorruption und Bestechlichkeitsparagraphen – um im Bild zu bleiben – massiven Gegenwind? Prof. Rothamel: Es mag zunächst etwas komisch erscheinen, wenn bei einer zahnärztlichen Fortbildung bereits der Name „Kite & Education“ den Fokus Kitesurfen in den Vordergrund treten lässt. Wir möchten aber offen mit der Situation umgehen, dass die Veranstalter und auch wir als Referenten einen Anteil an Erfahrungen auch abseits des Vortragsraumes sammeln möchten, auf Kameradschaft und gemeinsames Erleben abzielen, und dadurch das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe stärken.

Prof. Rothamel: Es gibt derzeit eine unendliche Fülle an Events, sodass man sich schon etwas Besonderes einfallen lassen muss, um insbesondere jüngere Kollegen für eine neue Fortbildung zu begeistern. Gerade das Miteinander beim Sport aber auch der soziale Aspekt drumherum soll eine kollegiProf. Smeets: Natürlich wird ale Atmosphäre schaffen, in der Fortbildungsaspekt dader man sich auch abseits des bei nicht zu kurz kommen, Vortragsraumes austauscht weswegen wir froh sind in und über fachliche aber auch einer homogenen, frischen sportliche Dinge diskutiert. aber auch erfahrenen RefeWir alle stehen tagtäglich rentengruppe unser Wissen vor neuen Herausforderunweitergeben zu können und gen, da ist das Erlernen einer Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets und Prof. Dr. Dr. Daniel Rothamel. vielleicht so manche Kollegen neuen Sportart – oder auch durch den Kongress nicht nur das gemeinsame Ausfühfür die Chirurgie, sondern auch ren derselben – eine ideale Möglichkeit um Teamfähigkeit zu schulen, die eigenen Frustrati- für eine uns alle sehr begeisternde junge Sportart zu gewinnen. onsgrenzen zu erweitern und Durchhaltevermögen zu beweisen. Kitesurfen verbindet – und wer einmal gemeinsam einen halben pip: Und wenn ich nicht Kitesurfen will oder kann? Liter Salzwasser geschluckt hat, von einem Kite etwas unkontrolliert durchs Wasser gezogen wurde oder aber auch nur Tipps Prof. Rothamel: Sylt – als aus meiner Sicht die schönste der für das leichtere Erlernen einer neuen Technik bekommen hat, deutschen Inseln hat neben dem Kitesurfen eine Vielzahl weitewird auch bei der Fortbildung lockerer. Offen mit den Referenten rer Attraktionen zu bieten. Gerade der September ist eine schöne oder auch Kollegen zu diskutieren und vielleicht sogar neu ge- Zeit für Strandspaziergänge oder auch Ausflüge ins Wattenmeer, fundene Freundschaften zu den Kollegen zu pflegen fällt dann man kann Robben beobachten und eine Vielzahl anderer Dinge unternehmen. Ich war bereits einige Male dort, sowohl auf Konleichter. gressen als auch privat, und darf zumindest aus meiner Erfahrung pip: Welche Schwerpunktthemen bieten die diversen Referenten an? berichten, dass diese Tage vieles waren – aber mit Sicherheit nie langweilig! Prof. Smeets: Da wir – mit Priv-Doz. Dr. Dr. Kämmerer aus Rostock, Dr. Köttgen und Dr. Dr. Schiegnitz aus Mainz und Dr. Prof. Smeets: Und sie profitieren in jedem Fall vom fachlichen Schnitzer aus Georgsmarienhütte und last but not least unserem Intensivtraining, mit dem sie – um mit ihrem Bild abzuschließen Wissenschaftlichen Leiter Prof. Dr. Dr. Dr. Sader aus Frankfurt – frischen Wind in ihre Praxisroutine bringen können. – nicht nur Wellen, sondern auch verschiedene Spezialgebiete K „reiten“, werden die Themenspektren von Weichgewebsmanage- pip: Herzlichen Dank für dieses Gespräch. ment und Prophylaxe über den Einsatz von PRF, Augmentationstechniken und Hartgewebsmanagement bis hin zu Naht- und Kite & Education auf Sylt Freilegungstechniken für die minimalinvasive Chirurgie gehen 2.-7.09.2018 – beides sowohl in Form knackiger theoretischer Ausführungen Anmeldung: www.kite-education.de als auch praktischer Hands on-Übungen.

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Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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Implantieren ist Gold, versiegeln ist Silber Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass bei spezifischer Belastung von Implantaten Zugund Druckkräfte auftreten, die einen Pump-Effekt erzeugen. Unter Belastung öffnen und schließen sich die Randspalten an den Verbindungsstellen der Implantate und lassen minimale Mengen an Flüssigkeiten wandern. Das feuchtwarme Milieu in den Hohlräumen der Implantate bietet dann ein ideales Umfeld für ein rasches Biofilmwachstum mit Bakterien und Keimen aller Art, die bei erneutem Austritt periimplantäre Entzündungen und endlich Knochenabbau in der unmittelbaren Umgebung begünstigen können. Der Hersteller Zantomed stellte nach Umfragen in einschlägigen Social-Media-Fachgruppen fest, dass die Problematik grundsätzlich bekannt ist und bereits verschiedene Versuche unternommen werden, die entstehenden Hohlräume abzudichten. Meist werden mit recht viel Phantasie unterschiedliche Produkte eingebracht – CHX-Gele, antibakterielle Augentropfen oder Vaseline oder angepasste Wattepellets, Verbandsstoff oder anderes Fasergewebe – um die neuralgischen Stellen zu versiegeln. Während die ersten Alternativen meist eine zu geringe Verweildauer aufweisen, führen die zweiten nach einer Weile eher zu einer Verschlechterung der bakteriellen Situation im Implantatkörper, was bei einer Wiederöffnung dermaßen behandelter Implantate durch einen Geruchstest eindeutig wird. Offenbar gibt es aktuell nur zwei als Medizinprodukt zugelas-

sene und wirksame Materialien für eine Reduktion der Keimbelastung in Implantatinnenräumen. Gap-Seal von Hager & Werken basiert auf einem Silikonmatrix-Wirkstoffkomplex und wurde in pip bereits beschrieben. Neuartig ist SilverPlug, ein Produkt auf Silberzeolith-Basis, welches bei Zantomed, dem exklusiven Vertriebspartner für Deutschland und Österreich erhältlich ist.

Hohe antibakterielle Wirkung

ist bekannt für eine außergewöhnlich hohe antibakterielle Wirkung. Bereits seit der Antike wird der Wirkstoff als antiseptisches Mittel in der Medizin eingesetzt und hat in Studien die Verbesserung von Wundheilungen gezeigt (Wilkinson et al 2011). Eine an der Europerio in Wien 2012 präsentierte mikrobiologische Posterstudie von Rasperini et al. ergab eine signifi-

kante Reduzierung anaerober Keime im Innenraum von Implantaten. Wesentlich ist auch, dass die Anwendung von SilverPlug die normale Vorgehensweise bei der Insertion verschraubter Implantate kaum unterbricht oder gar abändert: Nach Desinfektion des Implantatinnenraums durch ein CHX-Gel und der Reinigung und Desinfektion des Abutments mit Ultraschall und Hypochlorid entnimmt man den sterilen SilverPlug-Stab aus seiner Packung und schneidet ihn auf die benötigte Länge zu. Nun setzt man den Stab in das bereits verschraubte Abutment und adaptiert ihn mit leichtem Druck. Die verbleibende Öffnung wird mit Flowable Komposit verschlossen und polymerisiert (siehe Illustrationen). Das umliegende Gewe-

SilverPlug ist ein anpassbarer Polymerstab aus einem Kautschukgemisch mit einem hohen Anteil an Silberzeolith. Dieses

be zeigt in Untersuchungen durch diese Verhinderung übermäßigen bakteriellen Befalls deutlich geringere Entzündungsreaktionen. K

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Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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Das 3.0 Thommen Implantatsystem für enge Platzverhältnisse Enge Interdentalräume, kongenital fehlende seitliche Schneidezähne, schmale Alveolarkämme oder die fehlende Option augmentativer Maßnahmen beim älteren Patienten machen bisweilen den Einsatz durchmesserreduzierter Implantate notwendig. Das Zahnimplantat Element Pf 3.0 von Thommen Medical wurde speziell für den Ersatz der seitlichen Schneidezähne des Oberkiefers sowie der mittleren und seitlichen Schneidezähne des Unterkiefers entwickelt. Dr. Daniel Snétivy, CTO Thommen Medical, präsentiert stolz das neue Thommen 3.0 Implantatsystem und ergänzt: „Wir haben in der Entwicklung die bewährten und äußerst erfolgreichen Merkmale des Thommen Implantat Systems beibehalten. Ein wichtiger Faktor dabei ist unser 'Fail-Safe-Engineering', denn wir entwickeln grundsätzlich Produkte, die auch bei außergewöhnlichen Umständen wie z. B. einer mechanischen Überbelastung bei einem Unfall zu möglichst geringem Schaden für den Patienten führen – hier also im schlimmsten Fall nur zu einem beherrschbaren Bruch der Abutmentschraube.“

Optimale Kräfteverteilung Das Element Pf 3.0 besticht deshalb auch mit der Kombination von fortschrittlichen und bestehenden Produktmerkmalen: die Einfachheit in der Anwendung, die kleinste aktuell auf dem Markt befindliche Abutmentschraube, das bewährte kaltverformte Reintitan Grade 4 und die einzigartige superhydrophile Implantatoberfläche der Thommen-Implantate Inicell. Die dünne hochfeste Thommen-Abutmentschraube benötigt wenig Platz und ermöglicht dadurch den schmalsten Schraubenka-

nal. Der nach innen verlegte Stabilisierungsring und der Innensechskant sorgen für optimale mechanische Stabilität und exakte Passung. Ein Großteil der Kaukräfte werden über das Implantat und nicht über die Abutmentschraube übertragen. Der im Durchmesser reduzierte Schaft der bewährten Abutmentschraube schützt das Implantat vor Beschädigung bei mechanischer Überbelastung. Das Element Pf 3.0 wird, wie alle Implantate von Thommen Medical, aus reinem kaltverformtem Titan der Grade 4 gefertigt. Reintitan ist inert, korrosionsbeständig und frei von toxischen Legierungselementen wie z.B. Vanadium. Die superhydrophile Inicell-Oberfläche leistet einen wichtigen Beitrag zur besonders schnellen und sicheren Einheilung auch des neuen Element Pf 3.0. Klinische Studien und präklinische Untersuchungen belegen eine hohe Implantatstabilität in der frühen Einheilphase und eine schnelle Osseointegration von Thommen Implantaten mit Inicell-Oberfläche. Der einzigartige Konditionierungsprozess für die superhydrophile Implantatoberfläche schafft die optimale Voraussetzung für eine gesteigerte physiologische Zellantwort und somit eine schnellere Knochenneubildung und Knochenanlagerung. Neueste Ergebnisse deuten darauf hin, dass Inicell die Stabilisierung des Blutkoagulums verbessert und die Angiogenese fördert.

Sinnvolle Ergänzung der Thommen-Implantatlinie

Das Zahnimplantat Element Pf 3.0 mit der Abutmentschraube von Thommen Medical.

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Dr. Konrad Meyenberg aus Zürich zeigt sich begeistert: „Das 3.0 ist eine hervorragende Erweiterung des Anwendungsspektrums der Thommen Medical-Implantatlinie. Das Alleinstellungsmerkmal, der besonders kleine Durchmesser der Abutmentschraube, erlaubt minimalst-invasives Vorgehen ohne Kompromisse bei einer hochpräzisen und eleganten Verschraubung und flexiblen Materialwahl.“ Das Thommen 3.0 Implantatsystem ist, wie alle Produkte aus dem Hause Thommen, bemerkenswert überschaubar und daher für den implantologisch tätigen Chirurgen und Zahnarzt einfach in der Anwendung. Es umfasst das durchmesserreduzierte Element Pf 3.0, das Variounite Abutment und das zugehörige Instrumentarium. Mit dem Variounite Abutment für PF 3.0 können temporäre sowie definitive Versorgungen im hochästhetischen Bereich angefertigt werden. Dazu kann das Abutment je nach Patientensituation gekürzt werden. Auch die Implantatbettaufbereitung mit den Bohrern des Thommen Implantatsystems reduziert die Anzahl der benötigten Instrumente auf ein Minimum: der Vectodrill Pilotbohrer von 2.0mm und ein längenspezifischer Profilbohrer für jedes Element Pf 3.0 reichen aus. K Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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Kleiner, schneller, einfacher Mit einem flinken Duo im Bereich der digitalen Bildgebung geht orangedental an den Start: x-on spark ist die nächste Generation der Speicherfolien-Scanner und ein weiterer Meilenstein in der intraoralen dentalen Bildtechnologie. Mit x-on tube Air, einem extra leichten und mit neuester DCTechnologie ausgerüstetem Kleinbildröntgengerät, erhält der Behandler die perfekte Ergänzung. In kürzester Zeit sind exzellente Bildqualitäten bei sehrgeringer Strahlendosis möglich, das Handling beider Geräte ist gleichzeitig behandler- und patientenfreundlich. spark aufgrund seiner kompakten Größe von nur 12 x 18 x 6 Zentimeter direkt neben dem Behandlungsstuhl positionieren. Der Anwender kann die Belichtungszeit manuell einstellen oder die automatische Werkseinstellung wählen. Das Gerät benötigt drei Sekunden für das Scannen einer Speicherfolie und bietet eine hervorragende Bildqualität mit einer Auflösung von 35 lp/mm.

Klein und leicht wie nie

x-on spark: Einfaches Handling.

Mit x-on tube Air bietet orangedental ein bestechend kleines, leichtes und mit der neuesten DC-Technologie ausgestattetes Kleinbildröntgengerät und die perfekte Ergänzung zum x-on spark für höchste digitale Ansprüche. Das Bedienfeld ist komplett im Röntgenkopf integriert und intuitiv für einen schnellen Workflow erreichbar und bequem zu bedie-

x-on spark soll als erster Speicherfolien-Scanner direkt griffbereit im Behandlungszimmer zu stehen kommen. Der Scanner ist Sensoren ähnlich und im Handumdrehen einsatzfähig, seine flexiblen Speicherfolien in unterschiedlichen Größen ermöglichen eine individuelle Anpassung des abzubildenden Ausschnitts an die Indikation und den Patienten. x-on spark vereint die Vorteile der aktuell existierenden unterschiedlichen Methoden nun in einem System. Dank der patentierten Line-Stream-Scanning-Technologie (LSS) konnte orangedental für einige Probleme bisheriger Scanner eine überzeugende Lösung finden.

Top-Bildqualität in kürzester Zeit In der Entwicklung optimierte der Biberacher Medizintechnik-Hersteller vier wichtige Aspekte: Größe, Strahlenbelastung, Bildqualität und Geschwindigkeit. Zahnärzte können x-on x-on tube Air: Kopfgesteuert und perfekt positionierbar.

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Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018

nen. Der extrem leichte und kleine Kopf im ergonomischen Design ist optimal für eine stabile und sichere Positionierung geeignet. Die Strahlendosis von x-on tube Air ist ausgesprochen niedrig: Bei Verwendung der speziellen HDSpeicherfolien liegt diese bei lediglich 80 mSv. Eine weitere automatische Röntgenzeit wird durch den eingestellten Winkel bestimmt. Die Bestrahlungszeit variiert zwischen 0,05 und 0,5 Sekunden. Speziell für Sensoren und Speicherfolien hat x-on tube Air eine Röhrenspannung von 65 KV bei 3 mA. Drei verschiedene Armlängen von 450 bis 900 mm sind verfügbar. Zahnärzte werden die Leistung und Effektivität von x-on tube Air und x-on spark zu schätzen wissen und gemeinsam mit ihren Patienten die besonders angenehme Handhabung. K

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pip perspektivwechsel

Warum sich gerade in der Existenzgründung ein Abrechnungszentrum lohnt Es ist geschafft: Die eigene Praxis! Endlich kann in Eigenverantwortung und ganz nach individuellen Überzeugungen zahnmedizinisch gearbeitet werden. Jedoch Anforderung und Komplexität nehmen im Praxisalltag von Jahr zu Jahr zu – auch Existenzgründer werden nicht verschont. Viele der alltäglichen Prozesse sind zwar für den Praxiserfolg notwendig, aber ebenso zeitaufwendig wie teils nervenraubend. Der Kern der zahnärztlichen Tätigkeit liegt schließlich in der Behandlung der Patienten und nicht in der Erstellung von Abrechnungen, Mahnungen oder Einsprüchen gegenüber privaten Kostenträgern bei verminderter Erstattung. Doch muss auch eine moderne und gut strukturierte Praxis mittlerweile einen relevanten Teil der Arbeitszeit für die stellenweise überbordenden Verwaltungsund Bürokratieanforderungen aufwenden. Ein Abrechnungszentrum (= Factoring-Unternehmen) kann einer Praxis in jeder Phase, egal ob Existenzgründung, Praxisübernahme oder bestehende Praxis, eine umfassende und direkt spürbare Entlastung bieten. Und das entlang des gesamten Patientenprozesses – vom ersten Besuch des Patienten in der Praxis bis zum Begleichen der Rechnung. Ein Abrechnungszentrum begleitet die Praxis, ist unsichtbarer Mitarbeiter des Praxisteams, Ansprechpartner, Berater und Sparringspartner. Doch wie genau arbeitet ein solches Unternehmen? Was bedeutet „Entlastung entlang des gesamten Patientenprozesses“? Wie sieht die Unterstützung im Tagesgeschäft genau aus? Wie können die Mitarbeiter davon profitieren? Und inwiefern haben auch die Patienten von einem Abrechnungszentrum etwas?

Die Basis einer erfolgreichen Kundenbeziehung ist ein gutes Behandlungsgespräch In einer Praxis beginnt bereits vor dem eigentlichen Behandlungsgespräch der Verwaltungsprozess. Im Rahmen von Dokumentations- und Qualitätsmanagement-Anforderungen sind beispielsweise das Aufklären und Unterzeichnen lassen der Einverständniserklärung über die Weiterleitung der Abrechnungsunterlagen an Dritte durch den Patienten wichtige Arbeitsschritte. Hier stellt sich die griffbereite Verfügbarkeit relevanter Unterlagen als eine nicht zu unterschätzende Herausforderung im Praxisalltag dar. Denn es geht nicht nur darum das richtige Dokument griffbereit zu haben, sondern auch in der richtigen Sprache. Moderne Abrechnungszentren bieten ihren Kunden beispielsweise interaktive und in die Software integrierte Formular- und Dokumentenpools an. Hier findet die Praxis immer die aktuellste Version von Dokumenten, Formularen und Musterverträgen – rechtssicher und multilingual.

Kostenträger verlangte Argumentation von einzelnen Gebührenziffern ist ein zeitaufwendiges Unterfangen, welches parallel zum Praxisalltag erbracht werden muss. Auf diese Weise geht der Praxis wertvolle Beratungs- und Behandlungszeit verloren. Es gibt wenige Unternehmen, die ihren Kunden mit intuitiven Tools die Argumentation von gebührenrechtlichen Stellungnahmen vereinfachen. Je nach Anbieter reduziert sich die Bearbeitungszeit so auf wenige Minuten, bis eine druckfertige Argumentation für den Kostenträger erstellt ist. So bekommt die Praxis die Möglichkeit, die Erstattungsansprüche der Patienten bereits vor Beginn der Behandlung durchzusetzen – und schont darüber hinaus auch noch die Ressource Zeit.

Durch Online-Ankaufsanfragen erhält die Praxis Sicherheit innerhalb von Sekunden Ist der Heil- und Kostenplan durchgesetzt und der Behandlungstermin vereinbart kann eigentlich nichts mehr schief gehen? Ganz im Gegenteil! Immer häufiger bleibt die Praxis auf Teilbeträgen erbrachter Leistungen sitzen. Zum einen findet sich die Ursache in den individuellen finanziellen Lebenslagen der Patienten. Zum anderen aber lässt sich auch eine immer restriktiver werdende Erstattungsmoral der Kostenträger dafür ausmachen. Wie aber kann sich eine Praxis bereits im Vorfeld kostenintensiver Behandlungen finanziell absichern? Eine Möglichkeit findet sich in der Form von sogenannten Ankaufsanfragen. Bereits vor Behandlungsbeginn prüft das Abrechnungszentrum, ob für die spätere Rechnung der Forderungsausfallschutz

Vor umfangreichen Arbeiten steht die Erstellung eines Heil- und Kostenplans Nachdem alle Informations- und Dokumentationspflichten erfüllt und das Beratungsgespräch zu einem sowohl medizinisch bestmöglichen als auch im Sinne des Patienten erwünschten Ergebnis gebracht wurde, steht vor der eigentlichen Behandlung noch die Erstellung eines Heil- und Kostenplans an. Dieser muss von dem Patienten bei seinem Kostenträger eingereicht und von diesem bewilligt werden. Immer häufiger wird seitens der Kostenträger die vollständige Kostenübernahme verweigert und es finden Kürzungen einzelner Leistungen statt. Die daraufhin vom

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Umfangreiche Arbeiten erfordern einen detaillierten Heil- und Kostenplan.

Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


pip perspektivwechsel übernommen werden kann. Forderungsausfallschutz bedeutet, dass das Unternehmen nach Ankauf der Rechnung für etwaige Erstattungsschwierigkeiten seitens des Patienten als auch des Kostenträgers die Haftung übernimmt. Vom Mahnwesen über den Schriftverkehr bei säumigen Zahlern bis hin zu Kosten für anwaltliche Unterstützung. Im Rahmen des echten Factorings erhält eine Praxis einen 100 %-igen Schutz gegen Zahlungsausfall. Mittlerweile ist es bei vielen Anbietern üblich, dass die Ankaufsanfrage binnen Sekunden online direkt beantwortet wird. So erhält die Praxis notwendige Sicherheit im Alltag.

Eine lückenlose Berücksichtigung aller Positionen im Rahmen der Abrechnung ist nicht immer darstellbar Im Anschluss an die Behandlung geht es um die korrekte Abrechnung der von der Praxis erbrachten Leistung. Doch so einfach wie man sich das vorstellt ist das Thema Abrechnung dann doch nicht. Werden immer alle erbrachten Leistungen mit den jeweils korrekten Steigerungsfaktoren angesetzt? Gibt es Abrechnungspositionen, die in den letzten Quartalen angesetzt wurden aber im aktuellen Quartal vergessen wurden oder durch einen Personalwechsel in der Abrechnung schlicht nicht bekannt sind? Ist das Abrechnungspersonal regelmäßig auf fachspezifischen Fortbildungen? Fällt die Abrechnungsfachkraft krankheitsbedingt kurzfristig oder durch Schwangerschaft gar längerfristig

den Patienten ab muss sie in dieser Zeit immer wieder in Vorfinanzierung gehen. Nicht selten werden bei auftretenden Erstattungsschwierigkeiten daraus sogar mehrere Monate. Bei Nutzung der Online-Abrechnung bei einem modernen Abrechnungszentrum erhalten Praxen auf Wunsch binnen 24 Stunden nach Eingang der Abrechnung das Honorar. Somit ist die Praxisliquidität garantiert. Auch fällt für die Praxis eine erweiterte Rechnungsadministration inklusive Mahnwesen, Portokosten etc. weg. In der Regel gleicht bereits die jährliche Portoersparnis einen Großteil der FactoringGebühren aus. Hier lohnt sich auch ein Blick auf das neutrale Kalkulationstool www.factoringmatrix.de. Und auch die Rechnungsindividualisierung durch das Praxislogo ist mittlerweile bei den meisten Abrechnungszentren eine Basisleistung.

Ein Ärgernis im Alltag: Kostenträger erstattet dem Patienten die Kosten nur teilweise Egal ob ein Kostenträger lückenhaft erstattet oder es Fragen bei der Abrechnung eines besonderen Sachverhaltes gibt – im Praxisalltag sind solche Situationen immer mit erheblichem Zeitaufwand verbunden. Moderne Abrechnungszentren bieten der Praxis bei solchen Themen spezialisierte Hilfe aus dem eigenen Haus – in Form von speziellen Erstattungsservice-Teams. Durch die Abrechnungsexperten erhält die Praxis bei Erstattungsproblemen individuelle Unterstützung bei der Begründung und in Einzelfällen bereits bei Erstellung des privaten Therapieplans. Einige Anbieter erweitern das Serviceangebot auch noch um sogenannte Erstattungsportale. Hier findet die Praxis rund um die Uhr schnelle Hilfe im Zusammenhang mit Erstattungsschwierigkeiten nach der Rechnungserstellung, wird unterstützt durch umfangreiche Begründungen, direkt einsetzbare Argumentationshilfen, aktuelle Urteile und Kommentierungen, die die Erstattungswahrscheinlichkeit erhöhen. Auf diese Weise ist die Praxis bestens gewappnet, wenn ein Kostenträger wieder nur teilweise erstattet.

Und was, wenn ein Patient die Forderung zu einem späteren Zeitpunkt oder in Teilen begleicht? Eine transparente Darstellung der Steigerungsfaktoren im Periodenvergleich hilft, die Übersicht zu behalten.

aus? Vieles kann im Kontext der Abrechnung schief gehen, vergessen werden oder den Prozess erschweren, was eine Praxis in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten bringen kann. Denn ohne Abrechnung keine Liquidität. Ohne Liquidität keine Begleichung laufender Kosten. Daher ist es wichtig, als Praxis einen fähigen Partner an seiner Seite zu haben. Einige Factoring-Unternehmen unterstützen die Praxis daher in allen genannten Bereichen – von Online-Benchmark-Systemen auf Abrechnungszifferebene über Fortbildungen zu aktuellen Themen bis hin zur Unterstützung bei Personalengpässen in der Abrechnung.

Nach Erstellung der Abrechnung folgt nicht automatisch die Begleichung der Honorarforderung Garantierte Leistungsvergütung – jeden Tag zum Wunschtermin. Die Erstattung kann seitens des Kostenträgers häufig vier bis acht Wochen dauern. Rechnet eine Praxis noch in Eigenregie mit Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018

Forderungsausfälle können gerade bei einer jungen Praxis, vor allem, wenn es um höhere Beträge geht, die Zahlungsfähigkeit empfindlich treffen. Kosten für das anstehende Mahnwesen, den Schriftverkehr und die gegebenenfalls anwaltliche Unterstützung übersteigen schnell die zugrunde liegende Forderung. Ein 100 %-iger Schutz gegen Zahlungsausfall bietet der Praxis hierbei Sicherheit. Abrechnungszentren übernehmen im Rahmen des Rechnungsanakaufs das Mahnwesen. So wird die wertvolle Arzt-Patienten-Beziehung nicht unnötig belastet. Auch bieten manche Unternehmen den Patienten der Praxis auf Wunsch individuelle Teilzahlungsmöglichkeiten an. Hierdurch ist auch der Patient der Praxis geschützt, wenn der verbleibende Eigenanteil einmal das zur Verfügung stehende Budget übersteigt. K Urs Kargl

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pip vor ort

S’HEERENBERG

Prof. Dr. Peter Pospiech schildert die Risikofaktoren für Chipping bei zirkongestütztem Zahnersatz.

Regional und International einfach stark Der Bedarf an qualitativ hochwertigem, digital gefertigten Zahnersatz zu bezahlbaren Preisen ist hoch. Um seine Lieferungen von maschinengefertigtem Zahnersatz an die europäischen Niederlassungen zu steuern, eröffnete Permadental im Jahre 2014 ein zur Modern Dental Group gehörendes digitales Fertigungszentrum mit modernster Technik in Emmerich am Rhein. Unweit der deutschen Grenze liegt das holländische S’Heerenberg, in dem sich Anfang März dieses Jahres Zahnärzte aus Bonn, Düsseldorf, dem Emsland und der Region am Niederrhein zu Fachvorträgen von exzellenten Referenten bei Permadental inhouse einfanden. Den Fortbildungsnachmittag eröffnete nach herzlicher Begrüßung durch Wolfgang Richter, Marketingleitung von Permadental, Patrick Oosterwijk (Direktor Scientific Relations Europe bei Elysee Dental) mit Möglichkeiten und Nutzen des Digital Smile Designs (DSD). Der holländische Zahntechniker lehrt an den Universitäten Amsterdam und Groningen im Fachbereich Zahnmedizin/Zahntechnik und ist für zwei angesehene Dentallabore in Holland verantwortlich. Mit „DSD by Permadental“ stellt er eine Möglichkeit vor, Patienten ohne funktionelle Störungen mit dem Wunsch nach Verschönerung ihrer Zähne ohne viel Aufwand ein mögliches ästhetisches Endergebnis zu visualisieren und vergleichsweise preisgünstig und schonend umzusetzen. Mithilfe von drei bis sechs Patientenbildern, Modellen oder Abformungen sowie STL-Dateien, mit denen im Dental Planning Center von erfahZahntechniker und Referent Patrick Oosterwijk demonstriert die Möglichkeiten mit dem Digital renen Zahntechnikern Smile Design (DSD) von Permadental. gearbeitet wird, erhalten Zahnärzte via DSDAccount eine digitale Präsentation des Planungsvorschlags, ein geprintetes Modell und einen Putty-Schlüssel zur Orientierung – etwa über die abzutragene Zahnhartsubstanz. Bisher ist mit dem DSD von Permadental nur eine ästhetische Veränderung der Zähne umsetzbar, doch in wenigen Wochen sollen auch funktionale Rekonstruktionen mit u. a. in der Software eingearbeitetem Artikulator möglich sein, verrät der Referent gegen Ende seines Vortrages.

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Chipping bei zirkongestütztem Zahnersatz Prof. Dr. Peter Pospiech, stellvertretender Leiter der Abteilung für zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre an der Charité Berlin präsentiert in seinem Vortrag einen Kompass aus dem Urwald der sich auf dem Markt befindenden zahnfarbenen Werkstoffen. Nach einem Überblick über die Silikat- , glasinfiltrierten und Oxidkeramiken geht er schnell auf die Indikationen von Zirkoniumdioxidkeramiken (ZrO2) ein, schildert die Stärken und Schwächen der jeweiligen Werkstoffe sowie die relevanten Parameter anhand von Studien und geht auf mögliche Faktoren für Chipping bei zirkongestütztem Zahnersatz ein. 50 % Chipping bei implantatgetragenem Zahnersatz, für die Beantwortung der Frage nach den Ursachen, systemimmanent oder materialbedingt, klärt er über die Hintergründe auf. Anhand der Biodynamik von Zahn und Implantat demonstriert er, dass ein einfaches Einschleifen nicht reicht. Er bestellt Patienten mit ZrO2 zunächst alle zwei Monate zur Okklusionkontrolle, denn „da beisst sich nichts ein“. Einige erhöhte Risiken, wie etwa durch die nicht fachgerechte mechanische Bearbeitung von Verblendkeramik und gesintertem ZrO2 kann der Zahnarzt mit einer gründlichen Politur deutlich mindern, schildert er.

Mehr Transluzenz, weniger E-Modul Die zunehmende Digitalisierung in der dentalen Technologie fordere aber auch die Zahntechniker, die neben der Verbesserung der Transluzenz von ZrO2 (5Y-TZP, 4Y-TZP) mit den damit einher gehenden Verlusten an Elastizitätsmodul und Rissfestigkeit umgehen müssten. Mit vielen wertvollen Tipps und Tricks entließ Prof. Pospiech die Teilnehmer – humorvoll seine Botschaft mit einem Film eines schwedischen Möbelhauses unterstreichend, indem anhand des analogen Produktkataloges demonstriert wurde, dass modern immer etwas ist, was funktioniert. K Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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DÜSSELDORF

Update Zahnmedizin mit breitem Spektrum Das 13. Düsseldorfer Symposium Update Zahnmedizin am letzten Januarwochenende untermauerte erneut seine führende Position bei den Dentalfortbildungen in der Rhein-Ruhr-Region. Rund 500 Teilnehmer informierten sich im Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) über aktuelle zahnmedizinische Trends. Die Themen waren breit gefächert und deckten ein großes Spektrum der Zahnheilkunde ab. Der Fachbereich Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Düsseldorfer Universitätsklinik organisierte die Veranstaltung gemeinsam mit dem Medizintechnik-Hersteller, der Hager & Meisinger GmbH. Den Teilnehmern wurde beim 13. Düsseldorfer Symposium erneut ein umfassender Programm-Mix geboten. Gastgeber und Hauptorganisator Prof. Dr. Dr. Norbert Kübler, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer und Plastische Gesichtschirurgie, begrüßte die Teilnehmer und moderierte die Themenblöcke. Anerkannte Experten berichteten aus der zahnärztlichen und kieferchirurgischen Praxis und stellten neueste Trends vor.

Blick über den Tellerrand So ging es im Vortrag von Prof. Dr. Benedict Wilmes, Leitender Oberarzt der Poliklinik für Kieferorthopädie am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde über den zeitgemäßen Einsatz von Mini-Implantaten im Gaumen, um dem Patienten den ungeliebten Headgear zu ersparen und gleichzeitig schwierige Zahnbewegungen zu ermöglichen. Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Jörg Schipper, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, bot den Teilnehmern einen Einblick in die Zusammenhänge zwischen Zahnmedizin und HNO-Erkrankungen. Eine Sinusitis maxillaris sollte unbedingt vor der Implantation behandelt werden, um Probleme im weiteren Ablauf zu verhindern. Dr. Gordon John, Oberarzt der Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie und Aufnahme, stellte Ursachen und Therapieformen von Periimplantitis vor. Er legte den Fokus auf die sachgerechte Reinigung der Implantatoberflächen von Plaque und den dafür geeigneten Techniken und Instrumentarien. Über computerassistierte Chirurgie in der MKG-Chirurgie berichtete Priv.-Doz. Dr. Dr. Majeed Rana, Leitender Oberarzt der MKG-Klinik. Einen Überblick über wissenschaftlich abgesicherte Therapiekonzepte bei der Hypomineralisation von Molaren und Inzisivi gab Dr. MDentSci Preeti Singh-Hüsgen, Oberärztin der Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Endodontologie. Zum Abschluss informierte Dr. Dr. Frank Halling, Facharzt für MKG am Gesundheitszentrum Fulda, über Zahnarztbewertungsportale im Internet. Das Publikum nutzte die Pausen für den fachlichen Austausch mit Kollegen und Referenten. Zudem bot sich die Gelegenheit, mit 20

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Industrieausstellern ins Gespräch zu kommen, die an Ständen ihre Produktneuheiten präsentierten und Fragen beantworteten.

Praxisnah mit drei Hands on-Workshops Nach dem theoretischen Teil des Symposiums konnten die Teilnehmer selbst Hand anlegen. In drei Hands on-Workshops standen unterschiedliche Implantologiethemen zur Auswahl. So beschäftigten sich OA Peter Dirsch und Dr. Walter Gerike in Kooperation mit der Hager & Meisinger GmbH und artoss mit den Themen Sinuslift, Knochenaufbaumaterialien und Implantatinsertion. Prof. Dr. Dr. Daniel Rothamel leitete in Kooperation mit W&H einen Workshop zum Thema Kieferkammaufbau an und um Implantate. Um kostengünstige Wege zur festsitzenden Versorgung zahnloser Patienten ging es bei ZA Oliver Gehlen in Kooperation mit Sic Invent. Unter den fachkundigen Anleitungen konnten die Teilnehmer neue Techniken ausprobieren und bekamen Tipps für die praktische Umsetzung in ihrem Arbeitsalltag. Die Mischung aus perfekter Organisation und praxisnahen Inhalten kam bei den Teilnehmern sehr gut an. Das Düsseldorfer Symposium Update Zahnmedizin war damit auch 2018 ein voller Erfolg. Die hohe Qualität von Vorträgen und Workshops unterstrich einmal mehr, warum die Fortbildungsveranstaltung zu den wichtigsten Dentalevents in der Rhein-Ruhr-Region gehört. K „MyPlant II“ Live-OP und Workshop mit Dr. Mario Kirste 26.9.2018, Berlin „Eine stabile Basis für das Zahnimplantat – von Bone Splitting und Knochenaufbaumaterial bis zur Implantatinsertion“ Workshop mit Prof. Dr. Dr. Kai-Olaf Henkel 16.5.2018 und 5.12.2018, Hamburg „Moderne augmentative Verfahren zur Vorbereitung und Optimierung des Implantatlagers mit verschiedenen Systemen und Knochenaufbaumaterialien“ Workshop mit Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden 2.-3.11.2018, Kassel Informationen und Anmeldung unter: www.meisinger.de oder Tel. 02131 2012-134

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GOA

Das bredent group Team Indien bedankt sich bei Referenten und Teilnehmern für einen denkwürdigen Kongress.

In Indien neue Horizonte entdecken Vom 2. bis 4. März 2018 fanden in Goa / Indien die bredent group days statt. Diese Veranstaltung war etwas ganz Besonderes, denn bisher hatte es in Indien noch keinen vergleichbaren Kongress mit einem so hochklassigen Programm sowohl für Zahnmediziner als auch Zahntechniker gegeben. Teilnehmer und Referenten sprachen daher unisono von einem sensationellen Event mit hochinteressanten Vorträgen und einer legendären Abendveranstaltung, über den die Dentalwelt auf dem indischen Subkontinent noch lange sprechen wird. Zum ersten Mal veranstaltete die bredent group den eigenen Kongress außerhalb Europas. Nicht nur ein Highlight für das Unternehmen, sondern auch für die Teilnehmer aus Indien, Nepal, aber auch Osteuropa, dem afrikanischen Kontinent sowie England und Deutschland.

Sofortversorgung und physiologische Prothetik Insgesamt waren über 300 Zahnärzte und Zahntechniker nach Goa zu den „bredent group days“ gereist, um unter dem bereits bekannten Motto der bredent group „Leading in immediate

klinischen Fälle und führten in den Pausen zahllose Expertengespräche mit interessierten Teilnehmern. Vorgestellt wurden innovative Lösungen und Versorgungsmöglichkeiten, die eine natürliche, schonende und gleichzeitig schnelle und kostengünstige Patientenbehandlung ermöglichen.

Fokus auf die Sofortversorgung zahnloser Kiefer Schon der „Sky Digital Summit“ Vorkongress, der einen Tag vor dem Hauptprogramm durchgeführt wurde, war ein toller Auftakt in ein gelungenes Kongresswochenende. Hier gab es interessante Vorträge mit dem Fokus auf die Sofortversorgung zahnloser Kiefer nach dem bredent-Therapiekonzept „Sky fast & fixed“ in Verbindung mit dem physiologischen Hochleistungspolymer „BioHPP“ im komplett digitalen Workflow. Die exotische Kulisse der ehemaligen portugiesischen Kolonie Goa und das Ambiente des Kongresshotels Alila Diwa bot den Gästen der bredent group days auch die Gelegenheit, tief in die zauberhafte Kultur Indiens einzutauchen. So wurde die Gala Party mit dem Thema „Hollywood meets Bollywood“ der absolute Höhepunkt des Rahmenprogramms. Kulinarische Spezialitäten und eine bunte Musikmischung machten den Abend für die Teilnehmer zu einem fantastischen und unvergesslichen Erlebnis.

Unter dem Motto „Hollywood meets Bollywood“ feierten die Organisatoren zusammen mit Referenten und Gästen eine ausgelassene Party nach Abschluss des offiziellen Programms.

restoration – powered by physiological prosthetics“ wegweisende Präsentationen rund um die Themen Sofortversorgung und physiologische Prothetik zu hören. Auf der Bühne präsentierten sowohl indische als auch viele internationale Referenten ihre

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Indien hat sich zu einem strategisch wichtigen Wachstumsmarkt in der Dentalbranche entwickelt. Die bredent group, die als Familienunternehmen seit nahezu 45 Jahren Therapielösungen für die Zahntechnik und die Zahnmedizin entwickelt und vermarket, begleitet diese Entwicklung seit einigen Jahren und hat anlässlich der bredent group days in Goa die Gründung der Tochtergesellschaft „bredent group India“ bekannt gegeben. Einig waren sich die Veranstalter, Referenten und Gäste auch im Fazit: Interessante Vorträge, fantastische Menschen, bombastische Stimmung – die bredent group days in Goa – ein voller Erfolg! K Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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BONN

Die Eröffnungsfeier mit dem ergreifenden Vortrag vom bekannten Demographieforscher Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen.

Generationenübergreifend– Evidenz trifft Innovation Die deutsche ITI-Sektion, eine der fünf größten ITI-Sektionen weltweit, veranschaulichte vom 15. bis zum 17. März in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn erfolgreich, dass sie ihrer Aufgabe, die junge und alte Generation aus der Praxis und Wissenschaft der dentalen Implantologie zu vereinen, bestens nachgekommen ist. Das Kongressmotto „Evidenz trifft Innovation“ wird gelebt: Das ITI zeigt sich modern und beweglicher, zeigt aber auch, dass nur die Ergebnisse solider Forschung über die Möglichkeiten und Grenzen der sich immer schneller entwickelnden Produkte und digitalen Techniken Grundlage (zahn-)ärztlichen Handelns sind. Nicht nur knapp 800 Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer, auch der eigens zum Kongress aus Australien angereiste ITI-Präsident Dr. Stephen Chen sprachen für einen gelungenen Kongress. Wer vor offizieller Eröffnung anreiste, dem bot sich in den Innovationsforen u. a. ein erfolgreiches Beispiel für eine generationenübergreifende Hochschulkarriere. Frau Prof. Dr. Katja Nelson berichtete mit Frau Dr. Tabea Flügge, beide Freiburg, von den Ergebnissen ihrer Grundlagenforschung über digitale Daten und mögliche Fehlerquellen im digitalen Workflow. Mit Vorteilen des manuellen Segmentierens, Einflüssen des Scankörpers auf die Präzision und einem Ausblick auf das MRT als zukünftig mögliche Alternative zum Röntgen lieferten die beiden wichtige Hinweise zum komplexen Thema, die im folgenden Vortrag durch die auch aus zwei Generationen bestehenden Referenten ZTM Fabian Zinser und Dr. Dr. Rainer Fangmann klinisch weitergeführt wurden. Straumann Group Geschäftsführer Deutschland Holger Haderer legte im Forum Marketing & Strategie u. a. dar, dass man im Hinblick auf die Demographie, die Bedürfnisse der neuen Generation und den damit einhergehenden Trends und Konzepten für Dentallabore und Praxen mit den passenden Strategien vorbereitet sei. Die Straumann Group hat sich von einem Implantatanbieter inzwischen zu einem Lösungsanbieter in der Ästhetischen Zahnmedizin entwickelt, neben Implantatchirurgie und -prothetik, Biomaterialien und Digitalem Workflow auch in den Bereichen KFO und Prävention. Marco Gadola, Präsident und CEO der Straumann Group, betonte anlässlich der vorgeschalteten Pressekonferenz die langjährige Kultur des erfolgreichen Unternehmens. Daraus könne man Strategien generieren, die dann in Visionen und Wertschöpfung kanalisiert werden würden. Straumann „fordere und fördere player & learner!“, betonte er.

Chirurgie In Dr. Arndt Happes Vortrag „Schlüsselfaktoren für den Erfolg in der ästhetischen Zone“ regte der renommierte Spezialist aus Münster an, Guided aber auch wahlweise wechselnd zu „brainguided“ vorzugehen, und vermittelt mit verschiedenen mikrochi-

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rurgischen Techniken, Tipps zur Implantatpositionierung sowie effizientem Vorgehen wie „Man kann den Bindegewebsaufbau auch mit der Freilegungs-OP verbinden“ Begeisterung. Prof. Dr. Stefan Fickl, Oberarzt am Klinikum in Würzburg und seit kurzem auch in eigener Praxis tätig, widmete sich den komplexen ästhetischen Anforderungen „Die ästhetisch kritische Zone – Sofortimplantate oder verzögerte Verfahren?“ Eine strikte Fallselektion empfahl er, bei idealen Kriterien wäre die Sofortimplantation eine adäquate Behandlungsoption und ein einfaches und wirtschaftliches Verfahren, doch „im Zweifelsfalle eher verzögert!“. Prof. Dr. Dr. Dieter Weingart, ehemaliger ITI-Präsident und derzeit

Das Leadership Team der erfolgreichen ITI Sektion Deutschland mit dem ITI World Präsident Dr. Stephen Chen: Dr. Georg Bach, Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas, Dr. Anne Bauersachs, Dr. Stephen Chen, Thomas Kreuzwieser und Prof. Dr. Dr. Johannes Kleinheinz (v. lks.).

ärztlicher Direktor in Stuttgart gibt in seinem Vortrag „Implantatverlust mit Defektsituation: Erneute Implantation oder Alternativtherapie“ einen Überblick über die zukünftig zu erwartenden Implantatverluste und die Konsequenzen. Er zeigte nach der Präsentation vielfältiger Daten an Patientenbeispielen auf, dass nach Implantatverlust zu den chirurgischen Herausforderungen die abwägende Kommunikation mit den Patienten über deren Lebensqualität entscheidend ist. Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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Titan oder Keramik? Priv.-Doz. Dr. Stefan Röhling, Basel, berichtete in seinem Vortrag über die Entwicklung erster Implantate aus Aluminiumoxid in den 60er-Jahren bis zur Zeit der Zirkoniumdioxidimplantate, bei denen anhand der derzeit verfügbaren Daten Hinweise auf weniger Knochenabbau und weniger Entzündung als bei Titanimplantaten bestünden. Der amtierende ITI-Präsident Dr. Stephen Chen, Melbourne, Australien, beendete die chirurgische Vortragsreihe des Nachmittags mit „post extraction ridge alteration“ und Untersuchungen zum Heilungsverhalten nach Extraktion, nachdem er die deutsche Sektion des ITI und ihre hervorragende Arbeit gelobt hat. Der weitere Kongresstag gliederte sich in mehrere Vortragsblöcke, die mit Vorträgen der ITI-Fellows, der Young ITIs und aus den Bereichen Weichgewebe und Prothetik sowie parallel im Zahntechnikblock hochkarätig und abwechslungsreich gestaltet war.

ZTM Fabian Zinser und Dr. Dr. Rainer Fangmann demonstrieren die symbolische Beziehung beim digitalen Workflow.

Die Resonanz auf den intern bezeichneten „Fellow-Block“, den Praxen angekommen ist, „bei dem die Forschung aber hinbei dem als Besonderheit Deutscher ITI-Kongresse Fellows zu terherkommen muss“. Abschließend folgt das eigens vom deutrelevanten Themen der Implantologie referierten, war bereits schen ITI entwickelte Format Streitgespräch, bei dem es um „Kebeim letzten ITI-Kongress überwältigend – so war es auch in ramikimplantate“ und um die individuellen Vor- und Nachteile Bonn. Nicht verwunderlich, denn von anatomischen Fallstri- der jeweiligen Versorgungsphilosophie ging. cken in der Implantologie (Prof. Dr. Werner Götz, Bonn) über Das ITI ist mit 27 Sektionen und derzeit über 18.000 MitImplantationen bei Knochenangebot mit vestibulärem Defizit (Priv.-Doz. Dr. Dr. Marcus O. Klein, Düsseldorf), dem Einsatz gliedern weltweit das größte Expertennetz in der Implantolovon durchmesserreduzierten Implantaten (Dr. Dr. Andreas gie. Exklusiver Industriepartner des ITI ist Straumann, jedoch Hentschel, Zwickau) und einem generationenübergreifendem ist der ITI-Kongress eigenständig und unabhängig organiTeamvortrag von den ZTM Christian Müller und Urs Volz so- siert – ohne jede Querfinanzierung. Die dadurch gewonnene wie Dr. Johannes Röckl mit der Frage nach Abformung oder Unabhängigkeit gipfelte in bodenständigen, überzeugenden Scan – wurde das vermittelte Wissen, mit klaren „take-home- Statements der angesehenen Referenten aus Hochschule und messages“ versehen, dem Kongressmotto überaus gerecht. Praxis. Der Ruf nach Beantwortung der offenen Fragen zu den Eine weitere Erfolgsgeschichte der Deutschen ITI-Sektion modernen Verfahren und Materialien war deutlich, zusätzliche ist das Young-ITI – eine überaus aktive Gruppe junger Nach- Indikationen fehlten, patienten- und materialbezogene Dawuchswissenschaftler – welche erfolgreich „netzwerkt“. Aus ten müssten her. Der Apell an die Forschung ist deutlich – mit dieser Gruppierung heraus berichteten Dr. Kai Fischer („Weich- den Worten des deutschen ITI Chairman Prof. Dr. Dr. Johannes gewebsmanagement“) und Priv.-Doz. Dr. Dr. Peer Kämmerer Kleinheinz für das ITI klar zusammengefasst: „Wissenschaft („Allogener Knochenersatz“) über ihre Forschungsgebiete und braucht Zeit und Demut – und beides werden wir uns nehmen K präsentierten interessante Ergebnisse. Direkt im Anschluss be- und bewahren!“. richtete der Mainzer Kieferchirurg über seine Forschungsergebnisse, mit denen er den diesjährigen Posterpreis des ITI gewonnen hatte. In der WeichgewebeSession referierte Dr. Jochen Tunkel, Bad Oeynhausen, über „indikationsbezogene Techniken“ in der Weichgewebschirurgie, Prof. Dr. Adrian Kasaj, Mainz, maß im anschließenden Vortrag über plastischästhetische Weichgewebschirurgie den Weichgewebsersatzmaterialien hohe Wertigkeit zu, bevor Prof. Dr. Dr. Bilal AlNawas über das globale Netzwerk ITI und seine Erfolgsstory berichtete. Es folgten „Versorgungskonzepte im zahnlosen OK und UK“ von Dr. Barbara Michel und Dr. Dr. Christian Naujoks aus Brühl, bevor Frau Prof. Dr. Irena Sailer, Genf, mit „Welches Material in welcher Situation?“ über die Frau Prof. Dr. Irena Sailer rief anhand der Möglichkeiten und deren wissenschaftlicher Datenlage neuen Techniken und Materialien und den dazu auf, viel in die zukünftige Forschung zu investieren. damit einhergegangenen Paradigmenwechsel berichtete, der schon längst in Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018

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Foto: Torsten Bahr

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DUBAI

Die Kunst der Implantologie Die pulsierende Stadt der Superlative Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten hatte sich Bego Implant Systems für seine 4. Global Conference erwählt und rund 500 Teilnehmer aus aller Welt folgten dem Ruf in die Wüste zur „Art of Implantology“. Nach dem Vorbild der beeindruckenden architektonischen und künstlerisch anmutenden baulichen Meisterwerke, die dem Betrachter in Dubai auf jedem zweiten Schritt begegnen, begeisterte Bego Implant Systems mit zukunftsweisenden Technologien zum Ziel einer vollendeten Funktion und Ästhetik. Dem Hauptkongress waren fünf Intensiv-Workshops vorgeschaltet, die aufeinander aufgebaut einen Gesamtüberblick über die dynamisch voranschreitende Digitalisierung in der Implantatchirurgie- und prothetik gaben. Dr. Jan Paulics und Krzystof Adamus von 3Shape, Kopenhagen, demonstrierten moderne Konzepte der digitalen Implantologie mittels intraoralem Scannen. Prof. Dr. Erhan Cömlekohlu aus Izmir, Prof. Dr. Stefan Fickl aus Würzburg/Fürth und Dr. Gholamreza Ghaznavi aus Teheran hatten den wissenschaftlichen Vorsitz der 4. Global Conference in Dubai inne. Dr. Gerd Körner führte die Teilnehmer aus den Tiefen der Parodontologie in die Höhen gelungener ästhetischer Versorgungen. Wissenschaftlich fundierte und konzeptgetragene Therapieansätze münden bei ihm in praktischen Lösungen für eine Vielzahl von Problemstellungen aus der täglichen Klinik. Das Chairside-Löten von Attachments und Easy-Con Abutments demonstrierte Klaus Peter Hoffmann vom Hersteller Voco aus Cuxhaven. Der Darmstädter Softwareentwickler exocad, ein SpinOff des Fraunhofer Institutes, hatte ZTM Michael Kohnen entsandt, der verschiedene Formen digitaler dentaler Arbeitsprozesse vorstellte, vom Chairside, Labside oder CAD in Fräszentren über die virtuelle 3D-Implantatplanung bis zur Herstellung von Bohrschablonen und kieferorthopädischen Modellen. Als entscheidenden Vorteil sieht Kohnen das von ihnen angebotene offene System. Zahntechniker und Zahnmediziner können die Software problemlos mit ihren bevorzugten CT- oder DVT-Geräten, Intraoral- oder Laborscannern sowie ihren bewährten Dienstleistern nutzen. Dentalshare Webview, das sogar über eine App genutzt werden kann, verbindet mit einem einfachen Link alle an einer Restauration Beteiligten, sodass bequem über alle Grenzen hinweg kommuniziert werden kann.

Digitale Prozesse verbessern Effizienz und Patientenkomfort ZA Joost Brouwers aus Amersfoort in den Niederlanden präsentierte mit dem MultiPlus-System (Bego Implant System) das

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Bego Implant Systems-Geschäftsführer Walter Esinger nimmt die Teilnehmer mit in die digitale Zukunft.

prothetische Konzept einer okklusal verschraubten Steg- oder Brückenkonstruktion zur Versorgung zahnloser Patienten bei vorliegender starker Atrophie oder ungünstigen knöchernen Verhältnissen. Der bedeutende Vorteil im Vergleich zu konventionellen Full-Arch-Behandlungsformen besteht in einem verbesserten Ausgleich starker Implantatdivergenzen nach angulierter Implantation. „Verabschieden Sie sich von alten Faustregeln“, so Brouwers, „dank verbesserter Planungsmöglichkeiten und Materialien sind vier Implantate pro Kiefer völlig ausreichend.“. Nur zur Verbesserung der Kräfteverteilung platziert er bei ungünstigem Abstützungspolygon bisweilen ein zusätzliches MiniImplantat in der Front. Digital gestützte und schablonengeführte Implantation mithilfe des Bego Guide Systems mache den Eingriff planbar und vorhersagbar, die prothetische Versorgung könne mittels CAD/CAM-Workflow über Bego Medical erstellt werden. Brouwers begrüßte die leichte Reinigungsfähigkeit der Lösung, erinnerte aber an den regelmäßigen Recall zur professionellen Reinigung durch die Praxis mindestens zwei Mal, bei höherem Risiko oder schlechteren Hygienegewohnheiten des Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


pip vor ort Patienten bis zu vier Mal im Jahr. Der charismatische Holländer endete mit der Demonstration der spektakulären Versorgung einer schwer kompromittierten Patientin mit stark atrophiertem Unterkiefer und Antiresorptivabedingten Defekten auf vier durchmesserreduzierten Bego Semados SCX-Implantaten.

Lächeln als Ausdruck des Glücks „Wir – Sie als Zahnärzte und wir als Hersteller – sind alle hier, um Patienten glücklich Eine illustre Referentenriege steht Rede und Antwort: (v. lks.) Walter Esinger, Dr. Gholamreza Ghaznawi, Prof. zu machen und ihnen ein zuDr. Stefan Fickl, Prof. Dr. Florian Beuer, Dr. Joost Brouwers, Dr. Eduardo de la Torre, Dr. Marc Thom. friedenes Lächeln wiederzugeben“, begrüßte Geschäftsführer Walter Esinger am Hauptkongress den international und voll besetzten Saal. Dr. Ghaznawi man das Konzept einer emotionalen Patientenführung entdeckleitete die erste Vortragssektion und stellte mit Prof. Fickl ei- te, mit dem er sich heute nicht mehr als Zahnarzt, sondern als nen erklärten Spezialisten für minimalinvasive Vorgehens- „Architekt des Lächelns“ bezeichnet. Nachdem die Patienten eiweise und Weichgewebsästhetik und dem Thema „Zeitgemäße nen Mock up der geplanten Versorgung probetragen konnten, erKonzepte für Versorgungen der ästhetischen Zone“ vor. Digita- übrige sich weitere Überzeugungsarbeit. „Wenn Sie es nicht le Tools wie das Bego Guide System erlaubten bei sorgfältiger schaffen, Ihrem Patienten Ihre Leistung attraktiv zu vermitteln, Auswahl der Fälle die verbesserte Planung einer angestrebten wird er Ihnen gar nicht erst die Möglichkeit geben ihn funktional möglichst lappenfreien und minimalinvasiven Vorgehensweise. ideal zu versorgen“. Joost Brouwers knüpfte an die Vorträge des Prof. Fickl demonstrierte umfassend Techniken und Materialien Vormittags an: Wie kann ich über das chirurgische Protokoll und zur Hart- und Weichgewebsstabilisierung bei ein- und zwei- das Design der prothetischen Versorgung die Hart- und Weichzeitiger Vorgehensweise, bei idealen ebenso wie kompro- gewebe am besten unterstützen? Brouwers mischt ergänzend mittierten Voraussetzungen von Patienten. Prof. Dr. Florian PRF-A zu Hartgewebsaugmentaten, auch setzt er PRF-A zur Beuer von der Berliner Charité nahm den digitalen Faden der Herstellung autologer Membranen ein und verbessert damit die Workshops des Vortages wieder auf und präsentierte 3D- Wundheilung und die Stabilität der Gewebe. Und damit letztDiagnostik-gestützte und digital assistierte Arbeitsprozes- lich die Ästhetik, setzte er nach. Den Kongressabschluss bildete se von heute für Einzelzahn- und mehrgliedrige Versorgun- Gastredner Dr. Marc Thom, Global Senior Business Development gen. Die korrekte Positionierung des Implantates sei einer Manager von Sony, mit einem unterhaltsamen und inspirierender Schlüsselfaktoren für den Erfolg und eine gelungene Äs- den Vortrag zum Internet der Dinge und in welcher Form digitale thetik, hier zeigten die heute möglichen digitalen Planungs- Prozesse völlig neue Berufswelten eröffnen, allerdings auch und Führungsmethoden ihre Stärke. „Die Biologie entschei- bestehende Berufe radikal verändern werden. Bis einst ein det über Ihre zu wählende Vorgehensweise“, gab Prof. Beu- Roboter präzise Implantate setzen wird, werden die Patienten er den Teilnehmern mit. „Mir fehlte etwas in meiner Praxis“, der Teilnehmer in Dubai jedoch noch von den vielen Impulsen beschrieb Dr. Eduardo de la Torre aus Madrid die Situation, ehe- der 4. Bego Implant Systems Global Conference in Praxis er mit dem DSD – Digital Smile Design – von Christian Coach- und Klinik profitieren. K

Die Kunst der Implantologie vor einer futuristischen Skyline.

Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018

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WIESBADEN

MKG Update 2018 „Wissenschaftliche Aktualität selektiert und kommentiert durch ausgewiesene Experten in produktneutraler Darstellung“ ist das zentrale Anliegen des MKG-Updates unter der Schirmherrschaft der DGMKG und ihrer Akademie in Kooperation mit dem BDO, der AGKi und dem AK OPOM der DGZMK, der Ende Januar zum bereits 9. Mal in Wiesbaden stattfand. Nicht nur für MKG- und Oralchirurgen, auch für implantologisch und chirurgisch tätige, interessierte und überweisende Zahnärzte sowie Parodontologen bot die Veranstaltung wieder einen dichten Überblick der relevanten Publikationen zu spezifischen Themen, wie aus aktualisierten Leitlinien, über neue Entitäten und Terminologien sowie die praktischen Konsequenzen für das tägliche ärztliche und zahnärztliche Handeln. In 45 bis 60-minütigen Teilseminaren werden beim Update-Konzept die essenziellen Themen des Fachgebiets behandelt, für die Anwendung in Klinik und Praxis bewertet, mit einer klaren Take home-Message versehen und diskutiert. Mit DVT-Bildgebung und 3D-Planung startete Prof. Dr. Dr. Stefan Haßfeld, Dortmund, am Freitagmorgen und konstatierte, dass die dreidimensionale Bildgebung in der klinischen Routine und Anwendung weitgehend angekommen sei. Trotzdem ständen evidenzbasierte wissenschaftliche Daten zur diagnostischen Wertigkeit der DVT in der täglichen Anwendung wie auch orientiert am klinischen Outcome für Patienten nur eingeschränkt zur Verfügung. Die Bewertung zwingender Indikationen der digitalen Volumentomographie sei weiterhin nicht leicht und müsse in genauer Kenntnis der Möglichkeiten und Grenzen der jeweiligen 3D-Bildgebungstechniken – wie auch der MRT – erfolgen. Er endete mit dem Appell an die Industrie, im Zusammenhang mit ihren Röntgengeräten über indikations- und patientenspezifische Dosisreduktionsmöglichkeiten aufzuklären. Nach der kurzen Überleitung des humorvollen Moderators Prof. Dr. Knut A. Grötz, Wiesbaden, stellte der Pathologe Prof. Dr. Daniel Baumhoer, Basel, die neue WHO-Klassifikation zu Odontogenen Tumoren, Zysten und Knochentumoren vor. Es träten vermehrt Mutationen auf, daher müssten manche Definitionen wie etwa die der Neoplasie überdacht werden, erläuterte er. Manche Entitäten, die laut WHO 2015 noch als Tumoren klassifiziert wurden, werden nun als Zysten oder keratozystischer odontogener Tumor eingestuft. Die neue Fassung von 2017 stelle jedoch eine solide Basis für die Gliederung und Einordnung von Kiefertumoren dar, fasst er zusammen. Grundlage für die von Prof. Dr. Torsten Reichert aus Regensburg vorgestellte „Onkologie-Übersicht zum MundhöhlenKarzinom, der Chirurgie und multimodalen Konzepten“ sei die Basisliteratur, begann Prof. Reichert und erläuterte konkret die bis November 2017 gültige S3-Leitlinie, die TNM-Klassifikation

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und die WHO-Leitlinie, sowie deren teils unterschiedliche Aussagen. Neu sei ein Prognosefaktorengitter, welches nach festen Kriterien wie auch dem neuen Parameter der Invasionstiefe erstellt werde. Die interdisziplinären Tumorkonferenzen seien von großer Bedeutung, betonte er. Die Immuntherapie bei Tumoren könne ähnlich wie die Antikörpertherapie in Zukunft als eine weitere therapeutische Säule gegen die MundhöhlenCA sein, äußerte er, jedoch stelle sich dabei die Frage nach der Morbidität und Lebensqualität der Patienten.

18, 20 … ONJ im Skatclub

Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz demonstriert die Risiken bei Medikation mit Antiresorptiva.

Der Lokalmatador Prof. Grötz nahm sich der kompromittierten Patienten mit u. a. Antiresorptiva (AR), Antihypertensiva, Radiatio (RT) und deren Problemen sowie Möglichkeiten der Implantattherapie an. Da Patienten mit Antiresorptiva zunähmen, gälte es vor komplexen Rehabilitationen alle Faktoren der Lebensqualität bei der Sanierung zu berücksichtigen, Kauen und Sprechen. Er mahnte, das Risiko einer infizierten Osteoradionekrose bleibe selbst zehn Jahre postoperativ brisant, Vorsichtsmaßnahmen selbst bei einfachen Extraktionen müssten fortgesetzt beachtet werden. Zum Komplex der Antiresorptiva bedauerte er, dass – obwohl über 70% der Ärzte sich über das das Krankheitsbild Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


pip vor ort informiert zeigten – jedoch nur knapp 30 % zur ONJ-Prophylaxe und Prävention überweisen würden. Leidenschaftlich forderte Prof. Grötz auf, die Information bei Medizinern zu verbreiten „im Skat-Club und im Sportverein oder im Lions Club!“. Prof. Dr. Alexander Hemprich aus Leipzig konnte zur Thematik der Mund-KieferGaumenspalten zwar nichts bahnbrechend Neues in der Literatur aufweisen, sieht aber das Comeback älterer OP-Techniken. Signifikant verbessert sei die Qualität bei Konzentration der Behandlungen auf Spaltzentren mit größeren Fallzahlen. Prof. Dr. Dr. Frank Hölzle aus Aachen durfte mit mikrovaskulären und komplexen Rekonstruktionen sein Wunschthema präsentieren, sieht in der Weichgeweberekonstruktion ein „neues Arbeitspferd“ und lobte die verkürzte Ischämiezeit beim Einsatz

Bei Osteoporose-Patienten gilt: Risikoabwägung bei Implantattherapie versus Lebensqualität, erläutert Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas.

navigierter Verfahren bei UK-Rekonstruktionen. Kiefergelenkserkrankungen waren das Hauptthema von Prof. Dr. Andreas Neff aus Marburg, der u. a. Schienentherapie versus Arthrozentese abwog. Arthrozentese sei eine effiziente Maßnahme zur Schmerzreduktion und zur Verbesserung der Gelenkbeweglichkeiten, bringe aber nur im Akutzustand und nur die ersten drei bis sechs Monate etwas, fasste er dazu zusammen, ehe Prof. Dr. Torsten Remmerbach, Leipzig, zum Ende des ersten Vortragstages mit einer aktuellen Übersicht zu „Mundschleimhauterkrankungen“ auftrat. Leukoplakien rezidivieren häufig, daher sei ein häufiger Recall wesentlich – dies müsse der Chirurg beachten und bei Rücküberweisung an den behandelnden Zahnarzt vermerken. Auch nach Exzision seien engmaschige Kontrollen erforderlich.

Ritt durch die aktuelle internationale Literatur Mit dem Schwerpunkt „Implantologie I: Systeme und Konzepte“ gab Prof. Dr. Bilal Al-Nawas, Mainz, am zweiten Veranstaltungstag eine erste Übersicht zu Allgemeinerkrankungen und Risikofaktoren, ehe er den aktuellen Stand der Wissenschaft zu den unterschiedlichen Implantat-Typen, -Materialien und -Designs vorstellte. Die noch bestehenden Risikofaktoren kamen zur Sprache, ehe verschiedene Strategien und Protokolle für die einzelnen Behandlungsregionen in Chirurgie und Prothetik diskutiert wurden. Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden aus Kassel schloss mit einer Übersicht zu Kieferkamm- und Sinusbodenaugmentationen und der Ridge Preservation an und ergänzte seine LiteraturüberPraktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018

sichten mit einer Vielzahl praktischer Hinweise. Mit „Komplikationen & Periimplantitis“ hatte sich Prof. Dr. Jürgen Becker ein viel beachtetes Thema gewählt und stellte verschiedene Risikofaktoren bei Implantatversorgungen und Komplikationen bei Augmentationen vor, eher er eingehend auf die Therapie und Prävention periimplantärer Komplikationen einging. Klar wurde in einer Studie der Zusammenhang zwischen der Prothetik und dem Risiko für periimplantäre Entzündungen aufgezeigt: Wenn der Übergang Krone-Abutment subgingival liegt, erhöht sich das Risiko für periimplantäre Entzündungen. Vielversprechend zeigte sich der Einsatz einer neuartigen Bürste aus resorbierbaren Materialien für die nichtchirurgische Therapie der milden Periimplantitis. Hinsichtlich der zunehmend diskutierten Titanunverträglichkeiten gibt es nach Studienlage noch keinen empfehlenswerten Test, mit dem das Risiko einer Titanallergie abgeschätzt werden kann. Prof. Dr. Dr. Johannes Kleinheinz hatte sich des komplexen Themas der Dysgnathien angenommen. Von der digitalen Planung, Simulation und Vorhersage über die unterschiedlichen Behandlungsabfolgen bis hin zu den oft vernachlässigten Veränderungen der Weichgewebe nach skelettaler Verlagerung reichte hier das thematische Spektrum. Der Heidelberger Prof. Dr. Dr. Jürgen Hoffmann ergänzte mit Diagnostik, Therapiekonzepten und teils spektakulären Innovationen bei Oberkiefer- oder Mittelgesichtstraumata, ehe Prof. Dr. Anton Sculean aus Bern als frisch gewählter Präsident der EFP – European Federation of Periodontology – den aktuellen Stand der Wissenschaft zur regenerativen und konventionellen und zur plastischästhetischen chirurgischen Therapie in der Parodontologie aufzeigte. Während der Vorträge, in der Speaker's Corner und auch in den Pausen diskutierten die Referenten mit den Teilnehmern unterschiedlicher Fachrichtungen weiter. Begehrt Als Chirurg muss man wegen der Zewar und ist auch das sehr mentierung auch über die Kronen- und hochwertige Update-Handbuch, Abutmentauswahl Bescheid wissen, erinnert Prof. Dr. Jürgen Becker. das jeder Seminarteilnehmer sowohl in gedruckter als auch eBook-Version mit allen Manuskripten der Referenten und den zitierten Literaturangaben erhält. Auch wenn einige Vorträge fachlich teils dem Bereich der fortgeschrittenen MKG-Chirurgie zuzuordnen sind, lohnt sich dieser Jahresauftakt und die Einsicht in die heutigen rehabilitativen Möglichkeiten nicht nur für den praktizierenden MKG- und Oralchirurgen, sondern auch für den überweisenden interessierten Arzt und Zahnarzt. K

Save the date! MKG-Update 2019 1.-2.02.2019 www.med-Update.com

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pip vor ort

ST. ANTON

Ein bewährtes Konzept und viel junges Blut Ganz im Zeichen der Digitalisierung standen die Workshops und Vorträge des 37. Internationalen Symposiums für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen, Oralchirurgen, Zahnärzte und Kieferorthopäden im sonnigen St. Anton am Arlberg Anfang Februar. Über 240 Teilnehmer ließen sich inspirieren und nutzten den Traditionskongress für einen regen Erfahrungsaustausch mit Vortragenden und Kollegen. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Dr. Peter Kessler, Maastricht, und einem illustren wissenschaftlichen Komitee aus Prof. Dr. Dr. Elmar Esser, Osnabrück, Prof. Dr. Dr. Hans-Albert Merten, Hannover, Prof. Dr. Oliver Ploder aus dem nahen Feldkirch und Prof. Dr. Dr. Dr. Hans-Florian Zeilhofer, Basel, war es wieder gelungen die Fortbildungswoche mit dem gesamten Spektrum der modernen MKG, Oralchirurgie, Zahnmedizin und Kieferorthopädie zu füllen. Das bewährte Konzept aus praktischen von der ausstellenden Industrie getragenen Workshops an den Vormittagen und den theoretischen Vortragsnachmittagen stellt sicher, dass auch eine Runde der Teilnehmer über die herrlichen Arlberger Pisten die Referenten nicht vor leeren Rängen stehen lässt.

Vorreiter statt Dinosaurier „Für digitale 'Freaks' sind wir Zahnmediziner und Chirurgen doch Dinosaurier“, bemerkt Prof. Kessler, „dabei war unser Fachgebiet mit dem Einzug der Bilddiagnostik, -archivierung

und -bearbeitung ebenso Vorreiter wie bei der dreidimensionalen Bildgebung, der Datenspeicherung und der präoperativen computergestützten Planung.“. Nun rundet die navigierte Chirurgie das Bild ab. Der Kongress gab mit einer Vielzahl von Vorträgen und Workshops um Themen, die ohne digitale Datenverarbeitung gar nicht möglich wären, ein umfassendes Bild: Sofortversorgungskonzepte, Knochenaugmentation, Konzepte mit durchmesserreduzierten, kurzen oder Keramikimplantaten, schablonengeführte navigierte Implantologie, minimalinvasive Sinuslift-Verfahren, patientenindividuelle Sofortimplantate, Weichgewebsmanagement, Extrusionstherapie, Implantatprothetik von heute, 3D-Echtzeitnavigation, Paro- und Periimplantitis-Prävention bis hin zu Praxis- und Patientenmanagement sowie Prozessdigitalisierung. Der Mittwoch blieb wieder für den Forschungsblock und die experimentelle Chirurgie reserviert und überraschte u. a. mit einem Verfahren zur Bioaktivierung von moderat rauen Titan- und Zirkonoxidoberflächen durch UV-Licht und Kaltplasma. Am Donnerstag beeindruckte der Schwerpunkt MKG-Chirurgie mit beachtlichen Ergebnissen nach schweren Gesichtsschädelverletzungen wie großen Mittelgesichtsfrakturen und onkologisch bedingter Chirurgie. Einen letzten Höhepunkt setzte das Interdisziplinäre Forum Kieferorthopädie und Parodontologie, in der die Disziplinen bemerkenswerte Ergebnisse darlegen konnten.

Gesicherte Zukunft

Dr. Uwe Jaenisch aus Hohen Neuendorf erklärt die Chancen und Risiken schablonengeführter Implantologie.

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Aktiv eingebunden wird auch die ausstellende Industrie, die neben ihren Workshops vor dem Hauptvortragsprogramm die Gelegenheit für eine kurze Präsentation der aktuellen Innovationen erhält. Wohltuend zu sehen daneben die deutliche Verjüngung, die den Organisatoren dieser Veranstaltung gelungen ist: Durch die aktive Einbindung des Jungen Forums der DGMKG mischt sich unter den harten Kern der langjährigen Teilnehmer sichtbar jedes Jahr stetig dentaler und chirurgischer Nachwuchs, was den Erfolg dieser beliebten Veranstaltung auch für die Zukunft sichern wird. K Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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ST. ANTON

Pia Richter von Bien Air demonstriert den praktischen Einsatz des Safescraper.

Modernes Hartgewebsmanagement Auch mit einem gebrochenen Arm verbreitet Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets aus Hamburg mehr Dynamik als viele mit gesunden Gliedmaßen – und so wurde der dem 37. Internationalen Symposium in St. Anton vorgeschaltete und mit an den Wänden stehenden Teilnehmern komplett ausgebuchte Workshop von Bien Air unter der bewährten Leitung der Profes. Drs. Daniel Grubeanu aus Trier und Ralf Smeets aus Hamburg zu einem temperamentvollen Ritt durch die Literatur, die Indikationen, die Ausschlusskriterien und die modernen Techniken für ein erfolgreiches Hartgewebsmanagement. „78 % Ihres Implantaterfolgs ist Anatomie und die Position Ihres Implantates!“, schwor Prof. Smeets die Teilnehmer auf solide Planung und sinnvolle digitale Unterstützung in Diagnostik und Chirurgie ein. Mikrochirurgische Naht- und Schnitttechniken vermeiden angiologische Versorgungsprobleme und spätere Misserfolge. Allogene Materialien bergen aufgrund der vorhergehenden Tests entgegen aktueller Diskussionen keine Infektionsgefahren und zeigen im Sinuslift sehr gute Erfolge. Für manche Indikationen gleichwertig sieht er xenogene KEM, auf den autologen Goldstandard verzichtet man in seiner Klinik aufgrund der zunehmend weniger tolerierten Belastung des Patienten durch den erforderlichen Zweiteingriff. Zur vertikalen Augmentation favorisiert Prof. Smeets inzwischen klar die Schalentechnik statt des Knochenblocks. In Titanmeshes sieht er gutes Potential und die Distraktionsosteotomie erlebe eine neue Popularität, sei technisch aber nichts für den Anfänger. In bestimmten Situationen sind auch angulierte und kurze Implantate ein probates Mittel zur Vermeidung eines augmentativen Eingriffs.

Weichgewebe gibt die Richtung vor „Das Weichgewebe bestimmt das Volumen Ihrer Augmentation,“ mahnte Prof. Grubeanu eine immer zwingend vorangehende Präparation des Weichgewebes an. Erst danach könne man Volumen und Morphologie des Augmentats solide einschätzen. Nach mit dem FreeVision von Jadent digitalmikroskopisch gestützter Demonstration gaben eingehende Übungen am Schweinekiefer unter Einsatz der von Bien Air, Mectron, Bego und Ustomed üppig mit modernsten chirurgischen Geräten, Instrumenten, Knochenersatzmaterialien und Membranen ausgestatteten Arbeitsplätze ausreichend Gelegenheit, die theoretischen Ausführungen praktisch einzuüben. Veranstaltungen dieser gemischt theoretischpraktischen Art erreichen, wie der hohe Besucherandrang trotz sonnigen Wetters und bester Schnee- und Pistenverhältnisse in St. Anton zeigte, immer noch in einem hohen Maß das Interesse der praktischen Anwender. K

Der Prothetiker bestimmt die Chirurgie Vehement beklagte Prof. Smeets, dass auch aus den Universitäten zu wenig belastbare Studien kämen, um solide Leitlinien zu entwickeln, die dem Praktiker an die Hand gegeben werden könnten – auch zur Absicherung bei allfälligen und offenbar sprunghaft zunehmenden rechtlichen Auseinandersetzungen. Prof. Smeets präsentierte aktuelle Bonespreading und -splittingtechniken, Techniken zur Socket Preservation und Socket Seal Surgery, verschiedene Indikationen für die unterschiedlichen Membrantypen und verteilte wie immer freigiebig manchen praktischen Tipp. Selber Chirurg suche er zunehmend den Austausch mit den Prothetikern und Zahntechnikern um seine chirurgischen Entscheidungen auf das gewünschte prothetische Endergebnis auszurichten. „In 2018 bestimmt der Prothetiker die Chirurgie!“ schloss Prof. Smeets. Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018

Hands on macht sichtlich gute Laune.

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HINTERTUX

Zufriedene Teilnehmerschar um Marco Rhein (rechts).

Fachlich ganz auf der Höhe Bereits zum achten Mal lud Medical Instinct im März zum traditionellen Wintermeeting nach Hintertux. Zillertaler Charme und Tradition, Schneesicherheit und Kaiserwetter trafen auf ein Fortbildungsprogramm zu modernsten Konzepten für die implantologische Praxis von heute. Neben seinem Spektrum implantologischer Hardware hat sich Medical Instinct inzwischen einen exzellenten Ruf im Praxismarketing erworben, auch diese für den Erfolg nicht unwesentlichen Themen kamen nicht zu kurz. Ein wesentlicher Programmteil widmete sich mit Bonetrust Guide einem von Medical-Instinct-Vertriebsleiter Marco Rhein vorgestellten innovativen System für die computergestützte Fallplanung und schablonengeführte Implantologie, das hinsichtlich der Praktikabilität, Sicherheit und Effizienz neue Maßstäbe setzt. Im Vergleich zu zentral geführten Bohrschablonen mit Bohrhülsen bietet Bonetrust Guide durch eine bilaterale Führung des Winkelstückes mit einer sehr grazilen Schablone eine Vielzahl von Vorteilen. Durch die zierliche Schablone bleibt das OP-Feld durchgehend einsehbar und frei zugänglich. Da es keine zentralen Führungshülsen gibt, können die Bohrer völlig frei laufen und damit optimal gekühlt werden. Knochenaugmentat oder Expansionsschrauben können kontaktfrei eingebracht und auf die korrekte Position hin direkt überprüft werden. Da konstruktionsbedingt kürzere Bohrer eingesetzt werden können, bietet das Konzept dem Behandler deutlich mehr vertikale Höhe, was vor allem den Einsatz in schwer zugänglichen Regionen oder bei verringerter Mundöffnung erleichtert. Das System bietet einen vollständig geschlossenen digitalen Workflow von der konventionellen Abformung oder einer DVT- oder CT-Aufnahme über die Planung bis zur geführten Implantation. Das benötigte Instrumentarium ist überschaubar, und selbst die Software muss nicht zwingend angeschafft werden, sondern kann auf Wunsch fallbezogen genutzt und abgerechnet werden, um sich zunächst einen Eindruck zur Häufigkeit des Einsatzes in der Praxis und tatsächlichen Steigerung der Effizienz zu verschaffen.

Piezochirurgie zur Optimierung implantologischer Behandlungsabläufe Dr. Peter Hentschel aus Essen präsentierte verschiedene Indikationen und Techniken unter Einsatz der Piezochirurgie in der modernen Implantologie. Den Hauptvorteil sieht er in der Vermeidung der thermischen Traumatisierung, einem nahezu blutungsfreiem OP-Feld und der Verminderung einer bakteriellen Infektion durch die stete Spülung mit der Kühlflüssigkeit. Die Perforation der Schneider’schen Membran als beim Sinuslift häufige intraoperative Komplikation lässt sich unter Einsatz von Piezochirurgie auf einen niedrigen einstelligen Prozentbereich reduzieren. Blu-

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tungsneigungen ebenso wie postoperative Schwellungen zeigen sich insgesamt signifikant reduziert, für den Patienten sind die geringere Geräuschentwicklung und der geringe mechanische Druck angenehm. Die noch bei der ersten Piezo-Generation bisweilen kritisierte deutlich längere Präparationszeit hat sich mit der dritten Gerätegeneration dem Zeitaufwand der konventionellen Methoden nahezu angeglichen.

Der Notfall in der Zahnarztpraxis Dr. Alexander Schmidt, Universität Münster, krönte die Fortbildung mit Ausführungen zum Notfallmanagement in der Praxis. Teilweise sei erschreckend, wie wenig Praxen – insbesondere angesichts einer alternden Patientengruppe und Zunahme von Risikopatienten – auf den Notfall in der Praxis vorbereitet seien, beginnend bei einem funktionalen Notfallkoffer und einem standardisierten und regelmäßig mit dem Team geübten Notfall-Ablaufplan und -Instrumentarium. Dr. Schmidt gab eine umfassende, auf reges Interesse stoßende Nachhilfestunde zu Erste Hilfe- und Notfalltechniken. Da aktuell bei der Antibiotikatherapie einiges im Umbruch ist – allein inzwischen beobachtete 80 % Bakterienresistenzen gegen Clindamycin – legte er noch mit einem viel beachteten Sondervortrag zum Einsatz moderner Antibiotika bei gängigen und seltenen Indikationen nach. Sowohl beim Programmangebot, den sonnigen Skiausflügen auf den Gletscher als auch beim fachlichen und sehr freundschaftlichen kollegialen Austausch war Medical Instinct auch bei diesem Wintermeeting Referenten zum Anfassen (von lks.): Dr. Alexander wieder voll auf der Schmidt und Dr. Peter Hentschel. Höhe. K Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


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BERLIN

Mit Verve und Enthusiasmus in den digitalen Workflow, Dominique Legros, Dr. Volker Winter, Jo Massoels, Anna Bruns, Jörg Haist (v. lks.).

Aller digitaler Anfang ist leicht Alle reden davon und doch können sich die meisten nichts genaues darunter vorstellen: Der „digitale Workflow“ stellt für viele Anwender immer noch eine amorphe, nicht klar fassbare Blase dar, bei der man weder die Gefahr von unüberschaubaren Fehlinvestitionen noch den konkreten Nutzen für die eigene Praxis tatsächlich einordnen kann. Licht ins Dunkel brachte Dentsply Sirona im März bei einem exklusiven Presse-Event in der DDA – Digital Dental Academy in Berlin. Hier wurde die gesamte Prozesskette detailliert, klar und überschaubar aufgelöst. „Wir sind in der einzigartigen Position, vollständig integrierte digitale Workflows anbieten zu können, die dank unserer Expertise und einem breit aufgestellten Portfolio von Produkten, Software und Dienstleistungen perfekt auf die individuellen Bedürfnisse von Implantologen, restaurativ behandelnden Zahnärzten und Zahntechnikern abgestimmt sind“, so Dominique Legros, Senior Vice President Dentsply Sirona, zur Begrüßung, ehe die Produktmanager Anna Bruns, Jörg Haist, Jo Massoels und Dr. Volker Winter mit spürbarem Enthusiasmus die Bereiche Bildgebende Diagnostik, Chairside-Diagnostik und -Fertigung und die externen Planungs- und Herstellungstechniken im Detail vorstellten. Nimmt man den intraoralen Scan als zentrale Schnittstelle ebenso wie als Eintritt in die digitale Welt, lohnt sich die überschaubare Investition in einen Intraoral-Scanner wie eine CEREC Omnicam für im Grunde jede Praxis. Davon ausgehend kann der Zahnarzt über die Chairside-Behandlung nachweislich signifikant mehr Fälle in kürzerer Zeit bewältigen und die geldwerte Effizienz der Prozesse direkt verfolgen. Nur naheliegend entwickeln sich die meisten Praxen dann ganz von selber auch hinsichtlich einer Zusammenarbeit mit einem ausgelagerten Labor oder dem Einsatz eines Fräszentrums wie z. B. Dentsply Sirona Atlantis zur gemeinsamen Planung und Anfertigung der Restaurationen. Während übrigens erst 15 bis 20 % der Praxen den intraoralen Scanner einsetzen, haben bereits über 70 % der Zahntechniker einen Laborscanner im Einsatz – der Zahnarzt trifft hier also auf eine bestens vorbereitete Infrastruktur. „Betrachten Sie den digitalen Workflow wie ein U-Bahn-Netz: Sie können selber entscheiden, wann Sie zusteigen, wo Sie die Linie wechseln, und wo Sie parallel zu anderen Linien reisen wollen“, beruhigt Legros Ängste, man müsse sofort die gesamte Prozesskette mit Investitionen im sechsstelligen Bereich in der Praxis implementieren. Ob in der digitalen Bildgebung mittels Intraoral-Scanner und einem modernen und sehr variablen Röntgengerät wie Orthopos SL, bei der Implantatplanung allein mit der Galileos Implant Planungssoftware oder mit einem Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018

Techniker über die mySimplant-Software, der selbständigen Fertigung der Bohrschablone oder Design und Anfertigung über den mySimplant-Planungsservice bis hin zur Planung und Herstellung der finalen Versorgung, chairside über CEREC MC X/ MX XL oder mittels Verbindung über Sirona Connect an ein Dentallabor – alternativ mittels Atlantis WebOrder-System: Der Zahnarzt allein bestimmt, welche Variante ihm für seine Praxisorganisation, sein Patientenklientel und seinen bevorzugten Arbeitsablauf die meisten Vorteile bietet. Nicht zuletzt bietet Dentsply Sirona

‘The dental solutions company’ ist für uns Programm und Verpflichtung: Dominique Legros im Interview.

mit Ankylos, Astra Tech Implant System und Xive drei verschiedene Premium-Implantatsysteme an, mit denen für jede Indikation die perfekte Lösung zur Verfügung steht. Digitale Prozesse verbessern nachweislich die Berechenbarkeit der Behandlung, sie steigern die Präzision und erhöhen insgesamt die Effizienz der Behandlung. Die aktive Einbindung des Patienten steigert dessen Motivation und Compliance und fördert das Image der Praxis als technisch führend. Dentsply Sirona ist das einzige Unternehmen, das seinen Kunden wirklich alles für den nahtlosen Workflow Erforderliche aus einer Hand anbieten kann. K

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Foto: Michael Miltzow

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BAD NEUSTADT AN DER SAALE

Flowdays

Fortbildungs-Highlight mit Dr. John Kois Dem Team der dentaMEDIC-Praxisgruppe aus Bad Neustadt an der Saale ist es nach zwei Jahren Vorbereitungszeit gelungen, Dr. John Kois aus Seattle mit seinem mehrfach ausgezeichneten, didaktisch überragenden Fortbildungskonzept nach Deutschland zu holen. Vom 8. bis 10. November 2018 lädt dieses besondere Highlight der dreitägigen Flowdays in die geografische Mitte Deutschlands. Den Kongress eröffnen am Vortag verschiedene parallel stattfindende Workshops, die hinsichtlich aktueller Technologien und Techniken keinen Wunsch offen lassen: „Digital-optimal“ führt durch die digitalen Arbeitsprozesse in der dentalen Implantologie, parallel ergänzt um den digitalen Workflow rund um das DVT. Bilden Keramikimplantate eine weitere Option und welche Besonderheiten gilt es zu beachten? Neues aus der Laserheilkunde bildet ein weiteres Workshop-Thema, aber auch das Selbst- und Mitarbeiter-Management und die Zahnmedizin innerhalb des medizinischen Gesamtkomplexes kommt mit „Zahn-Medizin 2.0 – Gesund von Kopf bis Fuß“ nicht zu kurz. Der Freitag untersteht gänzlich dem aktuellen Thema „Digitaler Workflow in der Zahnmedizin“, wobei der Veranstalter innerhalb von acht Vorträgen international anerkannter Referenten das Spektrum weit von der Endodontie bis zur Plastischen Chirurgie zieht. Referenten wie Dr. Josef Diemer, Dr. Alexander Eisenbrand, Prof. Dr. Christian Dr. John Kois Gernhardt, Priv.-Doz. Dr. Jan Frederik Güth, Dipl.Ing. Frank Hornung, Dr. Matthias Klum, Vasiliji Lazutin, Dr. Alexandros Manolakis und die Zahnärzte David und Dr. Harald Streit sprechen für sich. An den Abenden besteht Gelegenheit zum zwanglosen Beisammensein und Austausch. Begleitend findet an allen Tagen eine Industrieausstellung statt, an der viele Themen aus den Vorträgen praxisnah vertieft und diskutiert werden können.

Strategien für unternehmerischen Erfolg Neben der fachlichen darf auch die seelisch-menschliche und charakterliche Fortbildung nicht fehlen, zumal in der so ausgeprägt zwischenmenschlichen Rolle des Zahnmediziners, und daher ergänzen den Kongress zwei Vortragende der besonderen Art: Der Mountainbike-Abenteurer, Autor, Referent und Filmemacher Harald Philipp nimmt die Teilnehmer an einem Abend mit in den

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„Flow“, in ein fließendes Bewusstsein, in dem alle Schwere, Sorgen, Ängste und Nöte von einem abfallen, Schweres mit einem Mal leicht zu bewältigen wird und Sein und Tun ineinander verschmelzen. Vince Ebert, bekannter Kabarettist und Physiker, schließt den Bogen zum Themenschwerpunkt der digitalen Arbeitsprozesse mit der provokanten Frage „Wie wird sich unsere Arbeitswelt verändern – werden Computer bald intelligenter sein als wir?“ und zeigt anhand von witzigen und überraschenden Beispielen, wie man mit Phantasie und Kreativität den Kollegen Computer auch in Zukunft nicht fürchten muss und unternehmerisch in der Praxis umso erfolgreicher sein kann.

Nach 20 Jahren erstmals wieder in Deutschland Dr. John Kois zählt zu den einflussreichsten Zahnärzten weltweit. Für sein Lebenswerk „Excellence in Diagnostics and Treatment Planning“ wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Seine besondere Fähigkeit besteht darin, seinen Hörern die Freude und Erfüllung der Zahnheilkunde anhand eines klaren Konzeptes nahe zu bringen. Die Schulungsangebote des Kois Center zählen seit Jahrzehnten zu den meistbegehrten im Bereich der internationalen Zahnmedizin und locken Praxisinhaber und ihre Teams aus aller Welt zu Trainings nach Seattle. Exklusiv für die dentaMEDIC Flowdays wird Dr. Kois nach 20 Jahren erstmals wieder in Deutschland auftreten, seinen umfassenden Behandlungsansatz vorstellen und mit dem besonderen Vortrag „Umsetzung einer Risikobewertungsstrategie in der klinischen Praxis – Schwerpunkt Okklusion“ krönen. Die Präsentation dieser Planungs- und Behandlungsphilosophie und die Präsenz dieses äußerst inspirierenden Zahnmediziners sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. K

Save the date! 8.-10.11.2018, Flowdays www.dentamedic-campus.de

Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018


Foto: Thomas Moser

VALENCIA

Ästhetische Lösungen in ästhetischem Ambiente Es wird ein wegweisender Kongress. An seinem 6. Internationalen Kongress in Valencia Ende Juni wird Z-Systems, seit 14 Jahren erfolgreicher Pionier für Zirkonoxidimplantate, ein komplett neues, metallfreies Bonelevel-Implantat-System präsentieren. Mit diesem System schafft der Zirkon-Spezialist den Sprung in die Welt des gewohnten Handlings und der geläufigen Funktionalitäten von Titanimplantat-Systemen. Digitale Lösungen mit Scanbody, CAD/CAM-Basen, aber auch konventionelle Aufbauten und ein schlankes chirurgisches Vorgehen werden zur neuen Benchmark in der Welt der aktuellen Keramikimplantate. Nebst dieser spannenden Neuheit werden 17 internationale Referenten ihre erfolgreichen und doch sehr unterschiedlichen Konzepte vorstellen. Wie kann man seine Praxis erfolgreich von Titan- auf Keramikimplantate umpositionieren und was muss man dabei beachten? Langzeitergebnisse und ein Update des aktuellen wissenschaftlichen Stands gehören ebenso zum Programm wie Erfahrungen positiver und negativer Art mit den verschiedenen Keramikimplantatsystemen und biologische Aspekte im Umgang mit einem ganzheitlichen Behandlungsansatz.

Renommierte Referenten Z-Systems ist es gelungen ein internationales Expertenteam aus der Welt der Keramikimplantate nach Valencia zu bringen. Die insgesamt über 250 Jahre Expertise aller Referenten vor Ort mit Keramikimplantaten versprechen den Teilnehmern einen fundierten und faszinierenden Kongress. Das wahrhaft internationale Referentenangebot setzt sich zusammen aus den Dres. Georg Bayer, Holger Scholz, Jochen Mellinghoff, Ralf Lüttmann, ZTM Norbert Wichnalek und Barbara Tretter, Deutschland; Maria Judith Gelfo Flores und Tomas Beca Campoy, Spanien; Giancarlo Bianca, Simon Tordjman und Pascal Eppe, Frankreich; Prof. Dr. Curd Bollen, Niederlande; Siegmund Döttelmayer, Österreich; Ted Fields, USA; Franco Giancola, Italien; Stefan Röhling und, last und bei weitem not least, Prof. Dr. Sami Sandhaus aus der Schweiz.

Der Nestor der Keramik Der Pionier Prof. Sandhaus hat bereits 1960 das erste Keramikimplantat gesetzt und damit den Grundstein für die aktuelle Entwicklung „weg von Titan – hin zu Keramik“ gelegt. Ihn einmal öffentlich zu erleben ist ein Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Das Motto des Kongresses wurde mit „LangPraktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 2 | 2018

zeiterfahrungen und starke Lösungen“ passend definiert und stellt ein Muss für jeden Interessenten an modernen, sicheren Keramikimplantatversorgungen dar. Neu finden auch zum ersten Mal an einem Z-Systems-Kongress praktische Workshops statt. Das Kongressprogramm ist sowohl wissenschaftlich als auch an einem direkten Nutzen für die Praxis ausgerichtet. Es wird sehr offen gestaltet, sodass ein enger interaktiver Austausch mit den Teilnehmern stattfinden kann. Insgesamt können 16 Fortbildungspunkte erworben werden.

Attraktiver Veranstaltungsort und faire Preise Valencia, die weiße Stadt Spaniens, ist Heimstatt einiger der modernsten Wissenschafts- und Kunstausstellungen weltweit, begeistert mit einem attraktiven historischen Kern und ihrer Lage am Meer. Der 6. Internationale Z-Systems Kongress findet im Hotel Primus statt, welches durch eine ausgezeichnete Lage neben der weltbekannten und beeindruckenden „Ciudad de las artes y de las ciencias“, seiner modernen Ausstattung und einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis zu überzeugen weiß. Abgerundet wird der Kongress mit einem gemütlichen Get-Together in der Altstadt von Valencia, einem Gala-Dinner zum Abschluss, der Option von Partnerprogrammen und einer attraktiven zeitlichen Gesamtplanung. Das detaillierte Programm kann sofort abgerufen werden. Anmeldungen sind online ebenfalls ab sofort möglich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. K

Save the date! 6. Internationaler Z-Systems Kongress 29.-30.06.2018, Valencia

Anmeldung: 0800-5004410 oder www.zystems.com

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pip vor ort


pip Editorial Advisory Board Prof. Dr. Marcus Abboud Bonn und Lexington, Kentucky, USA Associate Dean for Digital Dentistry

Dr. Michael Claar Kassel Implantologie, Oralchirurgie

Dr. Pantelis Petrakakis Düsseldorf Fachzahnarzt für ÖGW, Fachjournalist, Epidemiologie, Statistik, Dental Public Health

Dr. Önder Solakoglu Hamburg MCD, M.Sc. Implantologie, Parodontologie

Univ.-Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas Mainz MKG-Chirurgie, Knochenund Weichgewebsmanagement, EBM, Hygiene und Infektiologie

Dr. Bernhard Giesenhagen Kassel Implantologie, Augmentation

Dr. Volker Rabald Mengkofen Hart- und Weichgewebschirurgie, Implantologie

ZTM Gerhard Stachulla Mühlhausen Galvano-Kombitechnik, CAD/CAM-Techniken, Implantatprothetik

Dr. Dr. Eduardo Anitua Vitoria (Alava)/Spanien Regenerative Medizin, Implantologie, Prothetik

Dr. Sven Görrissen M.Sc. Kaltenkirchen Implantologie, Knochenregeneration, Implantatprothetik, Vorstandsmitglied DGOI

Dr. Peter Randelzhofer München Implantologie, Prothetik

Dr. Thomas Staudt Frankfurt/Main Implantologie, Laserzahnheilkunde

ZA Tobias Bauer Singen Allgemeinzahnarzt, Parodontologie, Fachjournalist

Prof. Dr. Joachim S. Hermann Stuttgart Implantologie, Parodontologie, Ästhetische Zahnmedizin

Prof. Dr. Thomas Ratajczak Sindelfingen, Ulm Medizinrecht, Sozialrecht

Dr. Marius Steigmann Neckargemünd Adjunct Clinical Associate Professor University of Michigan

Dr. Georg Bayer Landsberg Implantologie, Knochenregeneration, Prothetik, Past Präsident DGOI

Dr. Oliver Hugo Schweinfurt Implantatchirurgie, Implantatprothetik M.Sc. Parodontologie, M.Sc. Implantattherapie

Dr. Stefan Ries Wertheim Implantologie

Dr. Dr. Alexander Steiner Berlin Implantologie, Epithetik

Dr. Angela Bergmann Düsseldorf Fachzahnärztin für ÖGW, Fachjournalistin, Infektionshygiene

Dr. Doreen Jaeschke Sangershausen Fachzahnärztin für KFO, Freie Journalistin für Medizin und Zahnmedizin

Prof. Dr. Georgios Romanos Stony Brook, New York, USA Professor School of Dental Medicine Dept. of Periodontology

Priv.-Doz. Dr. Dr. Philipp Streckbein Limburg und Gießen Mund-, Kiefer und Gesichts­ chirurgie, Implantologie, Knochenmanagement

Dr. Fred Bergmann, Viernheim Oralchirurgie, Implantologie, PA Präsident DGOI, ICOI

Dr. Mario Kirste Frankfurt/Oder Implantologie, Bone-Management

Prof. Dr. Dr. Daniel Rothamel Mönchengladbach Implantologie, Augmentationen, Biomaterialien, MKG-Chirurgie

Dr. Georg Taffet Rielasingen-Worblingen M.Sc. Implantologie und Orale Chirurgie

Dr. Sven Marcus Beschnidt Baden-Baden Implantologie, Spezialist für Prothetik

Dr. Christian Köneke Bremen CMD-Therapie, Implantologie, Parodontologie

Priv.-Doz. Dr. Dr. Markus Schlee Forchheim Implantologie, Parodontologie

Dipl. ZT Olaf van Iperen Wachtberg Implantologie, Ästhetik

Dr. Peter Bongard Moers Behandlungsplanung (funktionell/ästhetisch), Implantologie, Parodontologie

Dr. Henriette Lerner Baden-Baden Implantologie, Parodontologie und Ästhetische Zahnheilkunde

Dr. Doris Seiz Kelsterbach Implantologie, Oralchirurgie

Dr. Bastian Wessing Aachen Implantologie, Implantatprothetik, Hart- und Weichgewebsmanagement, GBR, Sofortimplantationen

Dr. Claudio Cacaci München Implantologie, Implantatprothetik

Dr. Wolf-Ullrich Mehmke Chemnitz Implantologie, Laserzahnheilkunde

Univ.-Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets Hamburg, MKG-Chirurgie, Implantologie, Hart- und Weichgewebsmanagement, Biomaterialien

Dr. Dr. Bijan Zahedi Ratingen Implantologie

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9. Jahrgang 2018 Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 9, gültig ab 25.08.2017 Druckauflage: ............................15.020 Expl. Verbreit. Auflage:........................15.000 Expl. IVW-geprüft I. Quartal 2018 Mitglied der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. Diese Ausgabe enthält Beilagen von: Bien-Air Deutschland GmbH, Champions-Innovations GmbH, condent GmbH, Implantis My Trade GmbH, medentis medical GmbH, Zantomed GmbH. Termine: pip Ausgabe Mai 2018 Redaktionelle Beiträge:................23.03.2018 Anzeigenbuchungen:.. ..........2018 ausgebucht Beilagen:.............................2018 ausgebucht

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pip Praktische Implantologie und Implantatprothetik - Heft 2 - April 2018  

Eigentlich freut es doch, dass mit dem Thema Keramikimplantate mal wieder ein frischer Wind durch die im Vergleich zu den 80er- und 90er-Jah...

pip Praktische Implantologie und Implantatprothetik - Heft 2 - April 2018  

Eigentlich freut es doch, dass mit dem Thema Keramikimplantate mal wieder ein frischer Wind durch die im Vergleich zu den 80er- und 90er-Jah...

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