Weißgefärbte Seen und Bäche

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Stuff und frustriert Zufahrt zum Rabeinsteinhof soll nach jahrelangem Zuwarten nun endlich verbessert und gesichert werden. Der Familie wäre eine neue Seilbahn viel lieber. PARTSCHINS - Nach jahrelangem Hinhalten, leeren Versprechungen und tauben Ohren bei Politikern und zuständigen Stellen haben sich bei Hubert Pixner und Verena Mayr, die den Rabensteinhof am Partschinser Sonnenberg bewirtschaften, Ohnmacht und Frust breitgemacht. Es war vor 8 Jahren, als Hubert Pixner beim Bodenverbesserungskonsortiums Sonnenberg Naturns-Partschins um die Asphaltierung des letzten, 900 Meter langen Teilstückes der Zufahrtsstraße zum Hof ansuchte. Hubert hatte sich schon 3 Jahre zuvor entschlossen, den Hof seins Vaters Alois nach 15-jährigem Stillstand auf wirtschaftlich neue Beine zu stellen. Weil die Milchviehhaltung kaum Aussichten bot, am Hof, der auf 1.312 Metern Meereshöge liegt und viele Erschwernispunkte aufweist, als Vollerwerbsbauer überleben zu können, stellte er auf die Produktion von Freilandeiern um. Das Konzept erwies sich als erfolgreich und die „Rabensteiner Freilandeier“ von ca. 2.000 Legehennen fanden guten Absatz. Das seit jeher größte Problem war - und ist immer noch - das letzte Teilstück der Zufahrt. Abgesehen davon, dass es teils keine Leitplanken gibt, weist der Schotterweg noch weitere Sicherheitsmängel auf. Besonders arg wird die Situation, wenn

Lawinen abgehen oder wenn es stark regnet. Dass es einige Zeit brauchen würde, um das Problem zu lösen, war von Anfang an klar, „aber dass man uns so lange hinhalten würde, hätten wir uns nicht gedacht“, stimmten Hubert Pixner und Verena Mayr kürzlich bei einem Gespräch vor Ort überein. Das Paar hat mittlerweile 3 Kinder, eines davon besucht schon den Kindergarten in Plaus.

lawinenabgang unpassierbar war und wir uns in einer wirklich prekären Lage befanden.“ Verena musste mit dem 1-jährigen Sohn für 2 Wochen nach Plaus zu ihren Eltern ziehen. Die Straße sei trotz Versprechungen der Gemeinde Partschins nicht freigebaggert worden: „Erst nach über 2 Wochen, nachdem ich die Schneelawine bereits selbst mit dem Privatbagger geöffnet hatte, kam überraschend ein Räumungsfahrzeug der Gemeinde“, erinnert Jahrelanges Zuwarten sich Hubert. Schuler habe sich Als die Familie Ende 2017, also zu Beginn zwar telefonisch ge5 Jahre nach dem Gesuch für die meldet, dann aber nichts mehr Asphaltierung der Zufahrt, erfuhr, hören lassen. dass bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal ein genehmigtes Pro- Alte Seilbahn instandgesetzt jekt vorlag, war die Enttäuschung Um die Bewirtschaftung des groß. Hubert Pixner wandte sich schriftlich an alle Zuständigen Hofs weiterhin zu ermöglichen, und forderte sie dazu auf, sich hat sich Hubert Pixner entschlosendlich um die Instandhaltung sen, die alte Materialseilbahn wieder Zufahrtsstraße zu kümmern. der instand zu setzen, die über Zu dieser Zeit war Verena bereits 25 Jahre stillgestanden war. Mit auf den Hof gezogen. Sie arbeite- der elektrisch betriebenen Seilte damals noch als Lehrerin im bahn können die Freilandeier ins Tal und musste die gefährliche Tal nach Rabland transportiert Zufahrt somit fast täglich mit und von dort von Hubert Pixners dem zu dieser Zeit 1-jährigen Bruder zu den Verkaufsstellen Sohn nutzen. Das Schreiben der gebracht werden. „Dank der SeilFamilie führte aber zu keinem bahn ersparen wir uns viele AutoErfolg. Im April 2018 wandte fahrten ins Tal“, so Hubert und sie sich die Familie an Landesrat Verena. Zudem sei die Seilbahn Arnold Schuler, „nachdem die Zu- umweltfreundlicher und kostenfahrtsstraße durch einen Schnee- günstiger. Ideal wäre es, sie zu er-

neuern und für einen beschränkten Personentransport zu nutzen. „Die Politiker predigen täglich, wie wichtig es ist, umweltfreundliche Alternativen zum Auto zu schaffen“, so Hubert und Verena, „in Wirklichkeit sehen die Dinge aber leider anders aus.“ Nachdem die Forstbehörde das Projekt „Zufahrtstraße Rabenstein“ wegen zu hoher Kosten abgelehnt hatte, fühlte sich die Familie in ihrem Besterben, die Seilbahn zu erneuern, bestätigt. Sie wandte sich im August 2018 erneut an Landesrat Schuler, der sie daraufhin an das Amt für Bergwirtschaft weiter verwies. „Dort sagte man uns, dass man von einem Projekt der Zufahrtsstraße noch nichts weiß“, so Hubert und Verena. Die Seilbahn-Idee sei auch dort nicht gut angekommen, „obwohl wir eine 20-prozentige Selbstbeteiligung an den Kosten zugesagt haben, wie es bei Förderungen von Seilbahnen vorgesehen ist.“ Beim Gespräch wurde vorgeschlagen, sich bei einem Ortsaugenschein die Situation nochmals anzuschauen und das Projekt der Zufahrt endlich anzugehen. Es wurde festgestellt, dass es dringend notwendig sei, die Zufahrt zu sichern und zu asphaltieren sowie eine Lawinenschutzgalerie im Bereich der Bachschlucht zu errichten. Es kam zur Projektierung und Ge-

Das Bild links zeigt die Zufahrt zum Rabensteinhof nach einem Lawinenabgang 2018, rechts eine Aufnahme der Arbeiten (Herbst 2019) für den Bau einer neuen Zufahrt zum Nachbarhof.

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