Geflügelschlachthof

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

„Wir haben es in der Hand“ VINSCHGAU - Kaufen wir regional, saisonal und fair: Dazu rufen die Südtiroler Bäuerinnenorganisation, die Katholische Frauenbewegung und die Südtiroler Weltläden gemeinsam auf. Denn mit jeder Kaufentscheidung bestimme der Konsument, wie die Welt um ihn herum aussieht. Die Idee zur Aktion kommt von der Katholischen Frauenbewegung: „Wir müssen darauf achten, woher unsere Lebensmittel kommen, und wir als Konsumenten können das steuern und lenken“, sagte Karolina Stofner, Vorstandsfrau der Katholischen Frauenbewegung, als sie die Sensibilisierungsaktion „local – seasonal – fair: wir sind dabei! stiamo insieme!“ kürzlich zusammen Vertreterinnen der Bäuerinnenorganisation

und der Südtiroler Weltläden in Bozen vorstellte. Angelaufen ist die Aktion ganz bewusst am 13. September, dem Tag der Heiligen Notburga, der Schutzpatronin der Bäuerin. „Ihre Hände stehen für die Hände der Arbeit, des Schenkens und des Gebetes. Und dies ist auch etwas, was uns Frauen und die Organisationen selbst verbindet“, sagte die Landesbäuerin Antonia Egger. Die Aktion endet am 11. November, am Tag des Heiligen Martin. Dieser steht für Frieden und Solidarität. Laut Irene Vieider, der Vorsitzenden der Katholischen Frauenbewegung, sollen sich möglichst viele Menschen mitnehmen lassen, wenn es gilt, mit Kopf und Herz zu produzieren und einzukaufen. „Wir haben es in der Hand“, meinte

Brigitte Gritsch, die Koordinatorin der Weltläden in Südtirol. Es gehe darum, „dass die Menschen von ihrer Arbeit leben können, egal woher ein Produkt kommt. Kaufen wir die Produkte von den heimischen Bäuerinnen und Bauern.“ Genauso sei es aber wichtig, bei den Produkten, die aufgrund von den natürlichen klimatischen Bedingungen nicht in Südtirol produziert werden können wie Kaffee, Kakao, Gewürze und vieles mehr, auf Fair Trade zu achten. „In der Landwirtschaft arbeiten weltweit sehr viele Menschen, und diese verdienen es, fair behandelt und bezahlt zu werden“, gab sich Ulrich Höllrigl vom Südtiroler Bauernbund überzeugt. Landesrat Arnold Schuler sagte: „Wir haben das Glück, in einem Land zu leben,

wo die klimatischen Bedingungen es möglich machen, eine große Vielfalt zu produzieren. Unterstützen wir lokale Initiativen, um die regionale Produktion zu stärken.“ Ein großer Befürworter und Unterstützer dieser Aktion ist auch Bischof Ivo Muser. Noch bis zum 11. November werden die Vereine auf Ortsebene unterschiedliche Aktionen starten, um auf ein verantwortungsvolles Einkaufen hinzuweisen, um Gespräche über Nachhaltigkeit anzuregen und um gemeinsam etwas in Bewegung zu bringen. Mitgetragen wird die Aktion auch von der Initiative „Deine Ernährung. Deine Südtiroler Bäuerin“. Weitere Infos gibt es im Internet (www.baeuerinnen.it; www.kfb.it; www.weltladen.bz.it). RED

VINSCHGAU - Die landesweite Bananenkampagne „Hello Yellow“ macht am 10. und 17. Oktober auch im Vinschgau Halt: am 10. Oktober um 10 Uhr in Prad (Bürgersaal) und um 14 Uhr in Latsch (CulturForum) sowie am 17. Oktober um 10 Uhr in Laas (Dorfplatz) und 14.30 Uhr in Stilfs (Vereinshaus). Mit der Kampagne

wird die Bevölkerung eingeladen, die krummen und süßen Seiten der Banane genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei der Aktion stellen die OEW (Organisation für Eine solidarische Welt) und das Netzwerk der Weltläden die faire Banane ins Rampenlicht und hinterfragen den eigenen Bananenkonsum. Ein Kurzfilm,

Foto: OEW

Die faire Banane im Rampenlicht eine mobile Infoausstellung mit Ratespiel und ein interaktives Detektivspiel laden alle dazu ein, sich dem Thema anzunähern. Für Groß und Klein werden Bananenchips frittiert und ungewöhnliche Bananensorten verkostet. RED

Wie wichtig ist die Jugend? OBERVINSCHGAU - Die Fachstelle zur Förderung der Jugendarbeit des Jugenddienstes Obervinschgau hat die Wahlbroschüren auf jugendrelevante Themen analysiert und positiv festgestellt: Jugend spielte im Wahlkampf eine Rolle. In den 7 Gemeinden des Obervinschgaus haben sich 15 Listen der Wahl gestellt. 33 Kandidat*innen waren dabei unter 30 Jahre alt. Prad zählte 11, Schluderns lediglich einen. 16 von 33 ist der Einzug in die Räte gelungen. In Glurns und Schluderns sind Unter-30-Jährige nicht vertreten. Von den 15 Listen haben 12 das Thema Jugend in ihrer Wahlbroschüre aufgegriffen. In 8 Broschüren wurden konkrete Die Schriftgröße dieser Wörterwolke bezieht sich auf die Häufigkeit der Verbesserungen genannt, in den genannten Verbesserungsmaßnahmen.

anderen 4 blieben die Listen sehr vage. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Politikanwärter Jugendthemen im Wahlkampf durchaus mitdenken. Einige Listen werden mit ihren Vorschlägen sehr konkret, andere drücken sich sehr allgemein aus. Der Jugenddienst Obervinschgau sieht „Handlungsbedarf bei der Miteinbeziehung junger Menschen in die Politik, damit nicht nur für die Jugend, sondern gemeinsam mit der Jugend Entscheidungen getroffen werden. Nur der direkte Dialog ermöglicht es jungen Menschen, Teil der Gesellschaft zu sein, ein demokratisches Bewusstsein zu erlernen und dadurch Mitverantwortung übernehmen zu können.“ RED DER VINSCHGER 34/20

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