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VINSCHGER GESELLSCHAFT

SCHNALSTAL - Am Wochenende des 12. und 13. September fand der traditionelle Schafübertrieb im Schnalstal statt, der seit 2019 zum immateriellen UNSECO Weltkulturerbe gehört. Alljährlich ziehen im Juni bis zu 4.000 Schafe zusammen mit Hirten und Hunden von den Dörfern Vernagt und Kurzras im Schnalstal über das Nieder- und das Hochjoch auf die Sommerweiden bei Vent im österreichischen Ötztal. Im September treten Mensch und Vieh die zweitätige Heimreise über bis zu 44 steinige Kilometer an. Die Überquerung eines Gletschers und einer Landesgrenze machen die 600 Jahre alte Tradition weltweit einzigartig. Die Weiderechte der Schnalser Bauern im Ötztal wurden das erste Mal in einer Urkunde von 1415 genannt und blieben trotz der Teilung Tirols nach dem 1. Weltkrieg erhalten. Trotz gelungenem Übertrieb, Traumwetter und zahlreichen, begeisterten Zuschauern musste das Hirtenfest Corona-bedingt dieses DOM Jahr leider ausfallen.

Spülmobil von Grund auf erneuert NATURNS - Am 9. September konnte der Präsident der Naturnser Vereinsgemeinschaft, Dietmar Hofer, das grunderneuerte Spülmobil den Vertretern der Mitgliedsvereine sowie den Sponsoren und finanziellen Unterstützern vorstellen. Das Spülmobil wurde vor 27 Jahren von der Raiffeisenkasse Naturns anlässlich deren 100-Jahr-Feier den Vereinen von Naturns als Beitrag für eine umweltgerechte Abhaltung der verschiedenen Festveranstaltungen im Freien gespendet. Bereits damals legte die Gemeindeverwaltung großen Wert auf eine Vermeidung bzw. Reduzierung der Müllmengen und daher war diese Initiative, die von Albert Pichler, dem Gründer der Ortsstelle Naturns des Weißen Kreuzes ausgegangen war, sehr willkommen. Mittlerweile hatte der Zahn der Zeit gehörig an der Karosserie des Spülmobils genagt und so war dessen Fahrtüchtigkeit nicht mehr gegeben. Unter der Regie des amtierenden Präsidenten

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der Vereinsgemeinschaft gelang es innerhalb kürzester Zeit, die Finanzierung der Renovierungsarbeiten auf die Beine zu stellen und so konnte die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Fahrzeuges trotz Corona-bedingter Verzögerungen kürzlich erfolgen. Andreas Heidegger drückte in seinen Dankesworten seine Freude darüber aus, dass er die Ehre hat, diesem freudigen Anlass noch als amtierender Bürgermeiser beizuwohnen und dankte seiner Referentin Barbara Pratzner für ihren

wichtigen Beitrag als zuständige Gemeindeverwalterin sowie den Vertretern der Raiffeisenkasse Untervinschgau und der Tourismusgenossenschaft Naturns für die finanziellen Unterstützungen. Ohne diese wäre es der Gemeindeverwaltung nicht möglich gewesen, dieses kostenintensive Vorhaben zu stemmen. In der Hoffnung, dass in absehbarer Zeit wieder Feste veranstaltet werden können, wurde das Spülmobil seiner Bestimmung übergeben. RED

Fuckup Night

SCHLANDERS - Am 10. September fand im neuen Veranstaltungsraum KASINO in der BASIS in Schlanders die erste Fuckup Night im Vinschgau statt. Es handelt sich um ein weltweites Format (der Titel Fuckup Night ist geschützt), bei dem ausgewählte Redner über ihr berufliches und privates Scheitern erzählen. Sinn und Zweck der Veranstaltung ist es, das Tabuthema „Scheitern“ zu thematisieren und dem Publikum zu zeigen, dass im Leben nicht immer alles „glatt läuft“. Durch Versagen und Missglücke können sich manchmal auch Türen öffnen. Der vom BASIS-Team organisierte Abend wurde von Mi-

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Im Bild (v.l.): der Geschäftsführer des Tourismusvereins Naturns, Uli Stampfer, Barbara Pratzner, Dietmar Hofer, Andreas Heidegger und Wolfram Gapp, der Obmann der Raika Untervinschgau, vor dem grunderneuerten Spülmobil

Fotos: BASIS Vinschgau Venosta/Cinemepic

Die Schafe sind heimgekehrt

riam Innerbichler Rieder (Fuckup Night Bozen) souverän moderiert. Neben Metropolen wie Berlin, Mailand und Wien wurde das Format bereits mehrere Male in Bozen veranstaltet. Mit großem Erfolg nun auch in Schlanders. Unter Berücksichtigung der Corona-Sicherheitsmaßnahmen nahmen ca. 70 Besucher*innen am Event teil. Den Auftakt machte der Vinschger Charakterkopf Karl Perfler (Tschengelsburg). Er erzählte aus seinem turbulenten Leben und wie ihn die Natur und seine Burg als Rückzug und Ort der Inspiration zugleich helfen. Als zweiter Redner betrat Martin Stocker, alias Jacky, die Bühne. Er

betreibt seit 2016 den Concept Store Jack&King in Schlanders. Seine Präsentation richtete sich vor allem an junge Geschäftsleute und Gründer*innen, denn sein Start hatte viele Höhen und Tiefen. Abschließend rief die Moderatorin Martha Lechtaler, die ehemalige Pflegedienstleiterin des Krankenhauses von Schlanders, auf. Martha hatte vor einigen Jahren ihre Führungsposition gekündigt, um eine Weltreise zu unternehmen. Mit 54 Jahren lernte sie in Indien ihren jetzigen Mann kennen und führt nun schon seit 12 Jahren ein Leben zwischen den zwei Welten. Wie man sich denken kann, nicht RED ohne Schwierigkeiten.