Aus und vorbei?

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

LATSCH - Der Tourismusverein Latsch Martell könnte es nicht besser machen. Um den natürlichen Triumphbogen zu bauen, genügten der Natur nur ein paar mittelstarke Windstöße. Voilá, eine weitere Attraktion in der Bikergemeinde Latsch war geschaffen. Zu bewundern ist die Erscheinung am „Nuiwoolsteig“. Der einstige Neuwaal wurde vom Heimatpflegeverein Latsch als „Kulturdenkmal“ eingeordnet und soll 1564 von den Latschern mit Erlaubnis der Herren von Montani errichtet worden sein. 1969 ereilte ihm das Schicksal vieler Waale. Er wurde verrohrt und damit den Bäumen an seinen Böschungen das notwendige Nass aus der Plima entzogen. S

Laune der Natur am Nuiwool

Zwei sagenumwobene Damen Fotos: Hubert Stocker

Laune der Natur

TAUFERS IM MÜNSTERTAL - Am

S-charl-Joch, dem Übergang vom Avignatal (I/Südtirol) in das Val Scharl (CH), stehen seit Mitte Juli 2020 zwei Frauenfiguren aus Holz. Im Zuge des Maturaprojekts von Hubert Stocker aus Taufers im Münstertal wurden die zwei Holzskulpturen zusammen mit der Sitzbank und dem Zaunmaterial auf das Joch geflogen und dort aufgestellt. Hochgetragen wurde zusätzlich noch eine Informationstafel, welche die Sage über die zwei jungen Frauen und die Besonderheiten des Jochs erklärt. Während des gesamten vergangenen Schuljahres wurde an der Fachschule für Landwirtschaft „Fürstenburg“ das Vorhaben im Fach Projektmanagement vorerst gründlich geplant und anschließend schrittweise umgesetzt. Zu Beginn des Projekts wurden Ideen

gesammelt, die zum konkreten Projektziel ausgearbeitet wurden. Das Ziel dieses Projekt war es, Wanderern die Besonderheiten des S-charl-Jochs und die Sage rund um die Wasserscheide, in der die Frauen eine Rolle spielen, näher zu bringen. Mit einem klar ausgearbeiteten Konzept konnten anschließend die Projektmitglieder für die Zusammenarbeit gesucht werden. Die Verwirklichung des Maturaprojekts konnte durch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Taufers im Münstertal und der Forststation Mals erreicht werden. Die Gemeinde erteilte die Erlaubnis zur Erstellung und übernahm die Finanzierung des Projekts. Über die Forststation Mals konnten der Transportflug für die Einzelteile und Arbeitskräfte für den Aufbau organisiert werden. Nach der Abschlussprü-

fung wurden an mehreren Tagen die Sitzbank, die Informationstafel, die Holzskulpturen und die Umzäunung aufgebaut. Die Skulpturen, die sich nun auf dem Joch befinden, hat ein „Künstler“ aus Matsch angefertigt. Die Sitzgelegenheit konnte der Maturant in der schuleigenen Tischlerei der Fürstenburg anfertigen. Damit Wanderer aus aller Herren Länder die Informationen verstehen können, wurden die Texte in deutscher, englischer, italienischer und rätoromanischer Sprache verfasst. Dieses Arrangement am S-charl-Jöchl kann mit Sicherheit als Aufwertung für die Gemeinde Taufers im Münstertal gesehen werden und erfuhr bereits jetzt große Aufmerksamkeit und Anerkennung. Viele Wanderer werden sich auch noch in Zukunft daran erfreuen. RED

LESERBRIEFE

Eine Hommage an die Väter, Papis und Tatis Die Rolle der Väter hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert, sehr zum Wohl ihrer Kinder, und vor allem zum Wohl ihrer eigenen Person. Die Nähe, das Zusammengehörigkeitsgefühl, das Urvertrauen, die Liebe zum Kind, die spontane Freude am Spiel und das Miteinander im Tun und in der gegenseitigen Kommunikation: all dies trägt zum wahren Vater-Sohn- und Vater-TochterBezug bei. Wir können von „emotionalem“ Reichtum spre-

chen, von Freude am Leben und von Sicherheit und Stabilität im „Erwachsenwerden“. Wenn ich auf der Straße die jungen Väter sehe, wie sie selbstbewusst und fürsorglich den Kinderwagen schieben oder ihr Baby vorne am Brustkorb tragen, berührt mich das sehr. Das bedeutet, dass auch das Testosteron des Mannes dem Vatergefühl in keiner Weise im Wege steht. Die Männlichkeit des Vaters wird dadurch noch mehr gestärkt. Ein Hoch auf unsere Väter! SIGRID TROJER, KUNSTERZIEHERIN UND KÜNSTLERIN, 14.08.2020

Bergradler - Gedicht eines Prader Mittelschülers (vor 40 Jahren)

weg!“, rief einer zurück, „doch, doch“ und zeigte auf seine App (ich war der Depp).

In Prad Ist nichts grad Und das ist auch nicht schad Sonst wärs viel zu fad.

Dies alles ist fürwahr nicht fad Aber schad für Prad.

Inzwischen wurden aus Wanderwegen Downhillstrecken, aus Magerwiesen mit großer Blumenvielfalt Rennbahnen. Unlängst auf dem Kindererlebnisweg „Gumperle“ konnte ich mich mit zwei meiner Urenkel gerade noch in die „Stauden“ retten und als ich rief, „kein Rad-

M.M. STIASNY, PRAD AM STILFSERJOCH, 25.08.2020

DER VINSCHGER 29/20

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