Die Turbine läuft

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Sehnsucht in Ton und Wort

Im Publikum war der „Kulturhunger“ geradezu spürbar. SCHLANDERS - Seine literarischen Texte und seine Musik sind voll von Erinnerungen und Sehnsucht. Sehnsucht nach Stilfs, wo er aufgewachsen ist, und Sehnsucht nach Menschen, mit denen er seine Kinderjahre verbrachte. Zugleich versteht es Frederick Helmut Pinggera, im Publikum die Sehnsucht nach der Zukunft zu wecken und die Lust zum Träumen. Mehrere Dutzend „Kulturhungrige“ haben sich am 28. Juli im wunderbaren Innenhof der Schlandersburg versammelt, um dem in Bruneck lebenden Liedermacher, Poeten und „Traumfabriktan-

Frederick Helmut Pinggera (links) und Marc Giugni beim Auftritt im Innenhof der Schlandersburg.

ten“ (Traumfabrik nennt sich seine Plattform, auf der er seine künstlerischen und poetischen Projekte entwickelt: Geschichten, Bücher, Songs, CDs, Bilder und Gedichte), zuzuhören. Pinggera sang weitgehend im Vinschger Dialekt. Dialektwörter aus seiner Kindheit bekommen für ihn einen besonderen Klang und eine besondere Bedeutung. Die Lieder trug Pinggera gemeinsam mit seinem Musikfreund und Gitarristen Marc Giugni aus Klausen vor, mit dem er sein erstes Album „hantesiass“ aufgenommen hatte. Der Abend bildete den Auftakt der 20. Auflage der Schlanders-

burger Sommerabende. Der Bibliotheksleiter Raimund Rechenmacher freute sich, dass es trotz des Coronavirus gelungen ist, auch im heurigen Jahr Sommerabende zu organisieren, wobei die Covid-19-Sicherheitsvorgaben, wie etwa Abstand sowie Nasenund Mundschutz, natürlich einzuhalten seien. Mit Musik und Literatur geht es auch bei den kommenden Sommerabenden weiter. Am 6. August gibt es ein Konzert mit „wordsandchords“ (gemischtes Programm vom deutschen Liedgut bis hin zu italienischen Songs, Pop, Blues und Rock). Am 11. August steht eine

Lesung von Peter Schorn und Eva Kuen unter dem Motto „Männer und Frauen (passen einfach nicht zusammen)“ auf dem Programm. Musikalisch begleitet werden sie von der Band Revensch um die Sängerin und Saxophonistin Helga Plankensteiner und Pianist Michael Lösch. Zum Abschluss der Sommerabende 2020 darf sich das Publikum am 25. August auf ein Konzert mit dem Südtiroler Quintett „Opas Diandl“ freuen. Zumal die Plätze bei den Sommerabenden begrenzt sind, ist eine Anmeldung über E-Mail erwünscht (bibliothek@ schlanders.it). SEPP

Handwerker vertreten Wirtschaft und Gesellschaft VINSCHGAU - „Lokale Arbeits-

und Ausbildungsplätze, verlässliche Nahversorgung sowie hohe Lebensqualität sind nur durch eine gesunde Wirtschaft möglich. Mehr denn je müssen diese Grundvoraussetzungen gefestigt werden. Südtirols Handwerker*innen wollen bei den kommenden Gemeinderatswahlen die Chance nutzen, die Gemeinde als Lebens- und Wirtschaftsraum mitzugestalten“, heißt es in einer Aussendung der lvh-Bezirke Ober- und Untervinschgau. Viele Faktoren würden für die Wahl von Handwerksvertretern sprechen: Sie kommen aus einer Unternehmerrealität, dessen Erfahrungen und Know-how in politischen Entscheidungen und strategischen Überlegungen für die gesamte Bevölkerung sehr wertvoll sind, sie sind darauf 18

DER VINSCHGER 26/20

bedacht, Steuern und Abgaben verursachergerecht zu verteilen, entsprechende Rahmenbedingungen für lokale Betriebe und deren Mitarbeiter einzufordern sowie neue Arbeitsplätze für die Jugend zu schaffen. „Handwerker sind absolute Experten, wenn es um Kosten-Nutzen-Kalkulationen, Bürokratieabbau oder das Angebot gemeinsamer Dienste geht. Sie können sich vor allem bei Themen einbringen wie jene der öffentlichen Ausschreibungen, Gemeindesteuern, Dorfentwicklungskonzepten, der Vergabe von Baukonzessionen und der Gemeindeverwaltung. Zudem haben sie eine große soziale Verantwortung: viele engagieren sich ehrenamtlich in den Vereinen und leisten damit einen aktiven Beitrag zum Gesellschaftsleben im Dorf. Unser Mitspracherecht

Die lvh-Bezirksobmänner Günther Platter (links) und Hermann Raffeiner Kerschbaumer (rechts)

wird zukünftig insbesondere auch bei der Umsetzung des neuen Landesgesetzes für Raum und Landschaft erforderlich sein. Ich wünsche mir, dass wir die Präsenz der Handwerker in den Gemeindestuben ausbauen können, damit wir die Stärke der Wirtschaft zur Stärke der Bevölkerung machen“, unterstreichen der lvh-Bezirksobmann im Obervinschgau, Günther Platter, und der lvh-Bezirksobmann im Untervinschgau,

Hermann Raffeiner Kerschbaumer. Gerade in der Nach-Corona-Zeit seien es vorwiegend die Handwerksbetriebe, die in der Peripherie Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen, die Nahversorgung sichern und damit die Lebensqualität aufrechterhalten. Um die Präsenz der Handwerksvertreter in der Gemeinde zu stärken, ersuchen die Obmänner alle Bürger im Vinschgau, eine Stimme dem Handwerk zu geben. Die Kandidatensuche sei bereits gut angelaufen. Ziel des lvh sei es, ähnlich wie bei den letzten Gemeinderatswahlen, mindestens 200 Handwerkerinnen und Handwerker für die Wahl zu gewinnen. „Von der Vertretung des Handwerks im Gemeinderat profitieren schlussendlich Wirtschaft und Gesellschaft“, so die Bezirksobmänner. RED